Hallo,
da sich das Jahr dem Ende neigt (zumindest in meinem Kopf ^^) und ich für Ende diesen Jahres ein ziemlich großes Projekt plane, bastle ich bereits in meinem Kopf eifrig an einigen Sachen. Fakt ist: Tropenbecken mit mehreren Ameisenarten. D.h. es wird dort dauerfeucht und warm sein. Wegen der Arten habe ich sehr ausgefallene Wünsche, wobei das natürlich noch nichts festes ist, zumal die Verfügbarkeit bei vielen dauerhaft gleich Null ist: eine Daceton (evtl, weil sie sehr volksstark werden ist dies zu überdenken), Cephalotes sp., Pachycondyla villosa oder apicalis (erstere für ein Gemeinschaftsbecken durch geringere Koloniegröße natürlich deutlich besser geeignet). Das sind alle holzbewohnende Arten. Wer im Boden wohnen darf, mal schauen, vllt Paraponera (mit den apicalis vermutlich heikel), standort-fremd für Südamerika vllt eine Odontoponera sp.
Es geht mir in diesem Thread jedoch um die Holznestproblematik. Kurz und schmerlos: viele habens versucht, die meisten sind gescheitert und zwar an Schimmel. Pachycondyla z.B. können selbst befeuchten, da müsste ich das Holz nich noch befeuchten. Trotzdem denke ich würde Schimmel entstehen. Einen Ytong geschickt mit Holz innen wie außen verkleiden? Eine hohle Kokosnuss mit Spaghnum gefüllt, so hat es glaube ich Fred bei sich? Denn Nesteinsicht wäre schön. Wenn es gar nicht geht, okay, aber versuchen wäre fein. Ich könnte mir vorstellen auch einen Ytong zu basteln, innen halbwegs unberührt zu lassen (lediglich Poren mit Flüssiggips füllen), und von außen dann mit Holt oder zumindest Xaxim, Moos, irgendwas natürlichem zu verkleiden und das Ganze dann erhöht an die Scheibe zu kleben. Denn ich will den baumbewohnenden Ameisen die Möglichkeit bieten erhöht zu nisten.
Wer mir da Erfahrungen, auch negative, mitteilen kann, dem wäre ich sehr verbunden.
In diesem Sinne: Schonmal schöne Grüße
Stephan
Hallo Stefan,
erstmal zu Deiner Artwahl. Eine Daceton wirst Du sehr wahrscheinlich nirgens herbekommen. Ich glaube, moglie war überhaupt der einzige der sich je eine Kolonie durch baumfällen im Regenwald beschafft hat.
Odontomachus gibt es auch in Südamerika, sind also nicht standort-fremd. Allerdings werden die Kolonien sehr agressiv, ich würde sie nie in ein Gemeinschaftsbecken einsetzen. EDIT: Whoops, ja hast recht. Odontoponera ist sicherlich gut geeignet
Ich sehe eigentlich gar kein zu großes Problem mit Holznestern. Es gibt einige die verwenden Baumbus und ähnliches, klappt wunderbar. Auch mit anderen Holz sollte es gehen - das schimmelt auch nicht "einfach so", wenn es eine gesunde Mikrofauna im Becken gibt, sprich Springschwänze, Asseln etc. werden die dafür sorgen, dass da nichts wegschimmelt, und letzendlich bringt ein klein wenig Schimmel auch nicht alles gleich zum Sterben.
In einem Tropenterrarium muss man die Nester auch nicht unbedingt befeuchten, allein durch Substrat/Kondenzwasser/Sprühwasser und hohe Luftfeuchtigkeit erledigt sich das von alleine. Problem ist halt auf Dauer, dass je nach Holzsorte das Nest irgendwann von allen möglichen Einflüssen gammelt und zersetzt wid.
Grüße, Phil
Wie Phil schon sagt, der mir auch zuvorgekommen ist : Je sterileres Material Du verwendest, desto mehr wirst Du ganz sicher mit Schimmel kämpfen müssen. Nimm am besten unbehandeltes, verpilztes Holz aus dem Wald, mit allem möglichen Getier und Bewuchs, Moosen wie Pilzen. Dieses Material sollte dann im Terrarium unter ähnlichen Bedingungen wie vorher im Freiland verwendet werden, Springschwänze und andere Tiere halten die Pilze, auch Schimmelpilze im Schach. Bei Holz gibt es sicher Unterschiede, altes, ausgeharztes Kiefernholz habe ich immer gern verwendet. Ausserdem, was selbstverständlich ist, Belüftung, evtl. Beregnung oder Benebelung usw..
Das Verkehrteste ist m.E. Sterilität, zB. durch Erhitzen und Abtöten aller Organismen, die schnellsten und durchsetzungsstärksten Pilze sind bei der Wiederbesiedlung die allgegenwärtigen und unangenehmen Schimmelpilze. Von denen es aber wohl auch viele Arten gibt, die nicht alle schädlich sind.
LG, Frank.
Hi Phil,
danke für die Antwort. Aber bitte schau genau hin: Odontoponera, nicht Odontomachus. Letztere würde ich definitiv nicht in ein Gemeinschaftsbecken setzen, da gebe ich dir Recht.
Grüße
Stephan
Wieso richtest du dein Becken nicht einfach ein und lässt es 2 Monate einlaufen?
Als ich mein großes Dendrobatenbecken gebaut habe und mit der Beregung begann hat einfach alles geschimmelt.
Aber sobald sich des Klima geregelt hat und die Mikroorganismen stimmen verschwindet der Schimmel von selbst.
Lege am besten des Holznest offen ins Becken das es sich "ausschimmeln" kann, immer mal kräftig den schimmel absprühen bis nix mehr kommt.
Mach ne kleine Laubschicht auf den Boden und dort Impfst du mal kräftig mit tropischen Asseln und Springschwänze an.
Am besten ist es eh erstmal einlaufen zu lassen dann siehste auch ob die Pflanzen es dort auch mögen oder ob du nochmal bissel umräumen musst.
Grüße
@Tuffi:
Das würde ich so oder so tun. Denn gerade die Kleinstlebewesen etablieren sich so besser. Pflanzen ebenso.
Ich habe soeben mal 2 Stündchen mit Herrn Kalytta telefoniert und man kam zu dem Schluss, dass eine kleine Cephalots, eine große villosa gut harmonieren würden. Daceton wird zu volksstark und ist nicht zu bekommen, Odontoponera kann, wie bei Fred gesehen, zum Bruträuber und somit zum Problem werden. Außerdem seien sie eher dämmerungsaktiv. Als in der Erde nistende Art wäre eine kleine Diacamma oder eine Paraponera geeignet. Für alle (außer den Diacamma) gilt jedoch, dass sie schwierig zu kriegen sind. Cephalotus ginge noch, aber die große villosa sei schon sehr schwer, die habe er selbst erst einmal selbst gefunden. Und Paraponera... ja, da lohnt es sich quasi kaum noch sie mitzubringen, da Aufwand/erzielter Preis kaum noch in einem guten Verhältnis stehen.
Aber darum gehts hier ja eigentlich gar net, sondern um Holznester
Dann passt es doch wenn du es einlaufen lässt.
Wenn es gut durchgezogen hat solltest du eigentlich auch kein Schimmel mehr bekommen.
Was möchtest du den eigentlich für Holz nutzen?
Einheimisches oder Mangrovenholz?
Grüße
Grundsätzlich eignen sich Korkröhren (gefüllt oder ungefüllt) sehr gut, aufgeschnitten auch einsehbar.
Eine gute Belüftung ist sehr wichtig bei einem Tropenbecken, gleichzeitig aber auch eine gute Befeuchtung, Stau-luft und -feuchtigkeit der Tod. Apicalis ist für ein Geselschaftsbecken eher ungeeignet wie ich finde, da zu groß. Dann lieber eine kleine Schwester aus dem Komplex.
Mfg
Ja,
dem stimme ich ja mittlerweile zu. Cephalotes und Pachycondyla villosa werden wohl die Höhen bewohnen. Der Boden bleibt vorerst noch in der Überlegung. All diese Ameisen sind ja nun auch nicht gerade billig und auch Paraponera als zumindest "im Boden nistende" Ameise ist recht teuer.
Back 2 topic:
was kann man denn so alles benutzen, um eine ausgehöhlte Kokosnuss oder eine Korkröhre zu befüllen, damit die Ameisen es annehmen. Spaghnum ist wie gesagt eine Idee. Spröde Blätter aus dem Wald vermutlich auch. Getrocknete Zweige oder etwas in der Richtung für stabilen Halt?
Du kannst auch weiches Xaxim einarbeiten, das verrottet nicht.
Spaghnum hatt bei immer sehr schnell einen Schimmelfilm gebildet.
Empfehen würde ich dir noch eine schwarztorf sode zu zerstückeln und dies mit einzuarbeiten.
Eiche und Walnuss Blätter verrotten nicht so schnell und haben eine Pilz hämmende wirkung.
Grueße.
Hallo,
ich kann nur das wiederholen was die Tropen-Profis schon schrieben. Wenn Feuchtigkeit und Belüftung stimmen, sich im Boden viele Kleinstlebewesen tummeln und das Microklima stimmt gibt es keinen Schimmel und somit sollte auch ein Holznest kein Problem darstellen. Ansonsten würde ein feuchter Waldboden ja auch mit Schimmel überzogen sein.
Mein Tropenbecken läuft seit 15 Monate und habe seit Anfang an kein Problem mit Schimmel, hab eher ein Problem mit dem Moos da es schon fast die gesamte Fläche überwuchert hat.
Das Holznest etwas in die feuchte Erde versenkt macht ein Bewässern unnötig. Korkröhren eignen sich besonders gut da sie meines Wissens nach nicht oder nur sehr langsam verrotten.
LG, Jacky
Die Cephalotes und Pachycondyla villosa werden ihr Nest aber nicht am Boden haben. Sie sollen schon erhöht das Nest angeboten bekommen. Bin grad noch an einem 1m hohem Becken bei Ebay dran, was mir mehr Möglichkeiten bietet als meine 50cm hohen Becken, die ich hier zuhause stehen hab.
Was den Boden angeht, so mache ich mir keine Sorgen. Ich habe selbst ja das Waldterrarium mit den Aphaenogaster. Dieses läuft ja auch schon ne ganze Weile und ich hatte dank vieler Kleinstlebewesen und vor allem Springschwänzen nie Probleme mit Schimmel, zumal das ein Aquarium ist, wo die Luftzirkulation nicht gerade top ist. Beim Tropenbecken wird diese aber etwas besser geregelt werden.
Ich denke ihr hab mir jetzt alle gut geholfen. Vielen Dank dafür.
Viele Grüße
Stephan
Hallo,
also falls du doch ein sehr steriles Holz verwenden willst (welches auch nicht schimmelt!!!) guck dich mal im
Außenmöbelbereich um! Mein Opa war Schreiner und der meinte es gibt eine sehr spezielle ungiftige Methode das Holz sehr sehr haltbar und
Schimmel frei zu machen. Es wird sehr sehr heiß gekocht und und irgendwie noch anders konserviert (aber ungiftig, nicht wie damals mit Chemie...). Ein Bekannter von mir hat auch solche Bretter im Garten als Sitze. Leider weiß ich den genauen Namen nicht mehr.
Daraus lässt sich sicher auch ein gutes Nest schnitzen oder man kann damit die Stellen verstärken welche nicht kaputt gehen dürfen.
viel Erfolg!!!
Holla,
ich tendiere mittlerweile dazu kaum noch etwas steril machen zu wollen in diesem Becken. Kleinstlebewesen werden es schon richten. Trotzdem danke für den Tipp. Wobei die korkröhren aus dem Zoohandel ja ebenfalls quasi steril sind. Und davon werde ich bestimmt die ein oder andere benutzen.
Ik bin ja so heiß drauf, dat Becken anzufangen ^^. Aber vorher stehen eben noch 2-3 andere Becken an und das ein oder andere private Größere.
Grüße
Stephan
Ja ich denke auch zu steril macht bei Tieren keinen Sinn.
Das Holz ist aber vllt dennnoch geeignet für das ein oder andere Bauvorhaben.
zB kann es sehr lange im Wasser liegen ohne zu faulen. Wenn man also
Irgend etwas aus Holz machen will, welches nicht verrotten soll
ist das ne gute Wahl!
Auf gehts....
Hallo,
also ich verwende häufig Korkröhren die ich mir mal selbst vom Mittelmeer mitgebracht habe, sie sind ca 6cm im Durchmesser. Im Terraristikhandel konnte ich noch welche mit 8cm Durchmesser erstehen, dieses Maß ist für Odontomachus oder Pachycondyla wunderbar geeignet.
Wenn man eine solche Röhre der Länge nach halbiert könnte man die so entstandenen Teile mit Silikon an die Wand im Terrarium kleben. Weiter oben (halbe Höhe) ist evtl genug Luftzirkulation um Schimmel vorzubeugen (je nachdem wie das Terrarium gebaut ist...).
In den Korkröhren leben bei mir zusammen mit den Ameisen auch etliche weiße, tropische Springschwänze.
Grüße
Ist immer die Frage unter welchen Gesichtspunkten Ihr Ameisen halten wollt?
Ist nicht zwingend notwendig, Arten die in der Natur in Holz leben, auch in der Haltung in Holz - oder Korknestern unterzubringen.
Das kann sogar richtig nach hinten losgehen, mit einer deutlich schlechteren Entwicklung bis hin zum Verlust des Volkes.
Holz- oder Korknester sind nur dann brauchbar, wenn Befeuchtung, Temperierung, Belüftung im Griff sind.
Ameisen sind anpassungsfähig was das Nestmaterial betrifft, sie brauchen einfach nur das passende Klima.
Viele Arten die als Holzbewohner bekannt sind, lassen sich durchaus auch in Ytong/Gipsnestern halten.
Grüße Wolfgang
hallo
eine andere Möglichkeit ein Holznest zu machen besteht darin Eichenholz (deutsche eiche mit splint)
zu verwenden. Eiche hat Gerbsäure welche den verrottungsprozess stark bremst (wurde früher deshalb für den schiffbau verwendet)
ist aber für Ameisen unschädlich. Außerdem bietet der Splint schöne Möglichkeiten zum reinfressen, da er weich ist.