[mitte]Hallo!
Hier möchte ich einen Bilderbericht von der Gründung in Pleometrose von Lasius niger und Lasius flavus bereitstellen.
Ich habe beide Arten bereits gehalten. Es sind zwei schöne und auch interessante Arten ab einer gewissen Koloniegröße, die an den Halter verhältnis mäßig wenig Ansprüche stellen und darum auch nicht sehr zeitintesiv in der Pflege sind.
Lasius niger beginnt mit ca. 25 Gynen:
Lasius flavus beginnt mit 12 Gynen:
Die Lasius niger Gynen werde ich ab den ersten Arbeiterinnen trennen.
Bei den Lasius niger Gynen ist ein Weibchen dabei, welches die Flügel noch nicht abgebrochen hat. Ich denke dieses Weibchen ist nicht begattet. Dennoch fügt es sich genauso mit ein wie die anderen auch.
Ich habe die Gynen gestern gefangen und heute sind bei den Lasius niger Gynen bereits erste Eier da. Sollte der Platz im Reagenzglas nicht reichen werde ich jeweils größere Nester anbieten. Auffällig war gleich zubeginn nach dem ich die Gynen gefangen hatte, das sich die Lasius niger Gynen zügig zusammenfanden und ein Pulk von Gynen bildeten, wie sie es auch jetzt im Reagenzglas tun. Die Lasius flavus Gynen hingegen sind arttypissch etwas träger. Beiden Arten gönne ich ein kleines Heimchen und ein Tropfen Honig, was ich bereits im Reagenzglas befindet.
Beide Arten sind beim wegschieben der roten Folie ruhig und zeigen darauf keine Reaktion.
Ich bin sehr auf den weiteren Verlauf gespannt und freue mich auch wieder diese Arten bei mir zu Hause begrüßen zu dürfen
LG Stevie[/mitte]
[mitte]Hallo!
Am ersten Tag als ich die Gynen gefangen hatte passierte weiter nicht viel. Die Lasius flavus Gynen drängen sich bis jetzt dicht an die Watte und umsorgen am dritten Tag der Gefangenschaft ein Eierpaket. Dieses liegt leider so dicht an der Watte, dass man es nicht bildlich dokumentieren kann.
Ein Unterschied der beiden verschiedenen Arten gleicher Gattung zeigt sich jedoch jetzt schon.
Die Lasius flavus Gynen umsorgen ein Eierpaket gemeinschaftlich.
Die Lasius niger Gynen haben jeweils kleine Eierpakete oder einzelne Eier, die nicht zu einem gemeinschaftlichen Eierpaket zusammengetragen werden.
Dies hängt womöglich mit der Oligogynie von Lasius flavus (55% aller in der Natur auftretenden Nester) und der Monogynie von Lasius niger zusammen. Von einer wirklich gemeinschaftlichen Gründung kann man bei Lasius niger meiner Meinung nach nicht sprechen. Vielmehr wird wohl die Anwesenheit der Gynen gleicher Art nur akzeptiert. Ob dies die Gründung bei Lasius niger nun beeinflusst, in welcher Form auch immer bleibt offen. Hier gründet wohl jede Gyne für sich. Die Lasius flavus Gynen hingegen bemuttern ein Eierpaket. Somit werden evtle. Defizite einer Gyne ausgeglichen.
Die Lasius niger Gynen hatten bereits am zweiten Tag gut 40 Eier gelegt.
Heute am dritten Tag sind es ca. 150 Eier:
Eine beachtliche Leistung. Ich denke gegen Abend werden es wohl über 200 sein. Wer einmal Lasius niger gehalten hat, weiß um deren zügige Vermehrung. Trotzdem war ich heute überrascht als ich die Eier sah. Beachtlich das in so kurzer Zeit, so viele Eier gelegt wurden.
LG Stevie[/mitte]
[mitte]Hallo!
Am Tag vier lassen sich nun bei Lasius flavus endlich sichtbar Eier erkennen, aber auch diesesmal reicht es nicht für eine bildliche Dokumentation. Es handelt sich dabei um ein verhältnismäßig kleines Eierpaket von vielleicht 10-15 Eiern, welches alle Gynen gemeinschaftlich bemuttern. Lasius niger hingegen ist kaum noch zu bremsen, die Damen hauen die Eier raus wie nichts Gutes und es scheint gerade erst los zu gehen, denn von gestern auf heute wurden wesentlich mehr Eier gelegt als vorn vorgestern auf gestern.
Es sind jetzt knapp 300 Eier, somit hat sich die Zahl der Eier fast verdoppelt:
Der Platz im Reagenzglas wird hoffentlich für die Brutaufzucht reichen, damit ich das alles auch vernünftig dokumentieren kann. Die einzelnen Gelege werden wohl die Tage ineinander übergehen und man wird nicht mehr erkennen können, welche Eier zu welcher Gyne gehören. Lasius Gynen lassen sich immer verhältnismäßig gut knipsen und die Brut rennt im Normalfall auch nicht davon oder durchs Bild. Von daher bin ich guter Dinge.
LG Stevie[/mitte]
Hallo Stevie,
bin mal gespannt, wie es weitergehen wird.
Vor Allem bin ich gespannt, wann der "Gynenmord" losgehen wird und ob es die Gynen sind, die sich gegenseitig "kalt" machen, oder ob die Initiative eher von den Arbeiterinnen ausgeht.
Also schön weiter auf dem Laufenden halten!
LG, Heiko
Hallo Heiko!
Ja am liebsten würde ich die Gynen gar nicht von einander trennen und sie einfach in ein großes Becken bei Zeiten umsiedeln, wo sie alle die Möglichkeit haben sich mit ein paar Arebiterinnen einzugraben. Ich hätte gern gewusst wie die Aufteilung statt findet, wann die ersten Drohgebärden anfangen. Wie lange es dauert bis sich die ersten Arbeiterinnen anstupsen und es drohgebärden oder gar tote Arbeiterinnen oder Gynen gibt.
Nur steht dem leider die moralische Verwerflichkeit zu. Auch wenn es mich brennend interessiert wie da der Ablauf ist und wie die Tiere aggieren. Finden kämpfe nur überirdisch statt oder auch direkt von Nest zu Nest? Ist die Volkstärkste Kolonie auch die dominanteste? Das sind halt alles Fragen die man klären könnte.
Naja wie dem auch sei, ich werde aúf alle Fälle berichten.
LG Stevie
Hallo Stevie,
ich denke, dass sich die Königinnen nicht von alleine trennen werden.
Also vermute ich, dass die Kämpfe im Nest stattfinden werden.
Würde man die Kolonien in einem großen Becken halten, müsste dieses schon sehr groß sein, dass sich die Kolonien separieren und nicht doch als einzige Kolonie agieren.
Bei meiner "Patchwork-Kolonie" von Lasius niger (mit Puppen gepusht) musste ich feststellen, dass die Arbeiterinnen ab einer gewissen Arbeiterinnenanzahl nur eine Königin aktzeptieren.
Die "überschüssigen" Königinnen wurden aus dem Nest vertrieben oder getötet. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass sich die Königinnen irgendwann gegenseitig bekämpfen. In diesem Fall gingen die Aggressionen jedoch von den Arbeiterinnen aus.
Mich würde hier eben speziell interessieren, ob dies auch bei einer reinen Pleometrose passiert. Bei meiner Kolonie dauerte es bis zu dem Zeitpunkt der "Gynenschlacht" nur wenige Wochen.
LG, Heiko
Ja, mich würde das ebenfalls interessieren. Wie läuft das wohl ab?
Ich würde gerne wissen was passiert, wenn ich das Reagenzglas sobald die ersten Arbeiterinnen da sind in ein großes Becken lege. Ziehen die wohl gemeinschaftlich als Kolonie aus? Ich würde auch denken ja. Die werden sich ja denke ich mal nicht splitten.
Ab wann die ersten Gynen angegriffen werden ist fraglich ich denke auch dafür gibt es kein Rezept. Könnte mir vorstellen das die Arbeiterinnen vereinzelt Gynen angreifen, und dieses dann einfach immer mehr zunimmt.
Ist es nicht so das die Gyne mit Duftstoffen die Arbeiterinnen beinflusst? Evtl. setzt sich einfach nur die Gyne durch, welche den Stärksten Duft produziert? Ist das evtl. so simple?
Tja so viele Fragen offen zu diesem Thema.
Wäre ja schön wenn man ein oder zwei Sachen aufdecken könnte.
LG Stevie
[mitte]Hallo!
Endlich kann ich auch mal Bilder der Lasius flavus Gynen posten und alles bildlich untermalen. Wie man erkennen kann ist ein kleines Eierpaket vorhanden von ca. 20 Eiern. Ich denke aber es gibt zwei Eierpakete. Eines vermute ich noch an der Watte, da sie dieser viel Aufmerksamkeit schenken. Die Lasius flavus Gynen lassen sich etwas mehr Zeit. Das ist mir aber bereits bekannt. Die Gründung geht gar nicht so Brutstark voran. Aber ab einer bestimmten Koloniegröße steigern sie sich enorm. Schöne Tiere sind das allemal, freue mich schon auf die ersten gelben Damen die ich begrüßen darf.
Wie bereits angenommen haben sich die Gelege der einzelnen Gynen nun endlich vermischt. Eine Gyne ist bereits verstorben. Diese lag gestern Abend tot vor dem Ausgang, Todesursache unbekannt. Es sind immer noch ca. 300 Eier, die in 5 Tagen gelegt wurden. Evtl. werden die Larven so gefüttert das sich ein Großteil, sprich über 50% des Brutgeleges, relativ zeitgleich verpuppen. Das würde ich sehr begrüßen. Sollte ich nämlich die Gynen frühzeitig trennen, könnte ich dann schon einmal anfangen zu separieren. Fakt ist aber, es wird eine Gyne geben der ich am meißten Brut gönne.
LG Stevie[/mitte]
Klingt spannend!!!
Wollte auch schon mal so etwas testen. Leider denk ich dann immer es wäre Tierquälerei, obwohl es
ja in der Natur ähnlich stattfindet...
Versuch mal eine Polygyne Niger Kolo zu züchten
Vllt ist es ja bei Niger auch möglich unter gewissen Umständen eine Kolonie mit mehreren (oder nur 2) Königinnen
zu halten. Bei anderen Arten wurde dies ja auch schon gesichtet.
Viel Erfolg bei dem Projekt
Mein "kleiner" versuch der Pleomentose bei Lasius niger ging genauso wie bei riverjack aus..
Es gab 7Gynen, und einige Puppen (gepusht) nach wenigen Wochen waren die meisten Gynen Tot,.. und wenige Tage danach lebte nur noch eine Königin.
Aber es wurde keine Gyne getötet solange keine Arbeiterinnen geschlüpft war, demnach würde ich vermuten das die Arbeiterinnen die Damen umbringen. Angriffe oder sonstiges konnte ich aber nicht beobachten.. nur die fehlenden Gynen - erlichgesagt habe ich bei der Kolonie auch nicht so oft ins Nest guckten können.
Es ist aber keine aus dem Porenbetong-Nest ausgezogen, obwohl auch eine dicke schicht feuchter Bodengrund angeboten wurde.
Aber spannend allemal - wie talisman schon sagte
Hallo Imago,
ein interessanter Start, was ist geworden, gibt es Informationen von Dir nur noch im "Ameisenforum"?
Grüße Wolfgang
Hallo Erne!
Es hat sich nicht all zu viel ereignet. Und nein ich halte und mache es so:
Gute Informationen Poste ich auch immer hier. Eher belangloses im Ameisenforum.
Ich kopiere mal meinen Beitrag aus dem Ameisenforum hier rein, dort gab es einen Impuls warum ich den dort verfasst habe. Hier wollte ich eigentlich einen Abschlussbeitrag schreiben und kompremiert nach der "Winterruhe" berichten.
Fazit Lasius flavus:
Leider ist mir eine Gyne verstorben. Die Gründe hierfür kenne ich nicht. Ich denke es war einfach die schwächste Gyne. Evtl. ist sie schlicht weg verhungert. Es ist nicht so, das sich jede Gyne nur um die eigens gelegten Eier kümmert, jede Gyne bemuttert jedes Ei. Aktuell haben sie evtl. 30 Arbeiterinnen groß gezogen, sitzen alle dicht beisammen und zeigen kein ungewöhnliches Verhalten. Die Winterruhe werden sie alle zusammen in einem Regaznglas verbringen. Im nächsten Jahr bekommen sie dann die Möglichkeit sich in einem größeren Nest aus dem Weg zu gehen, um oligogyn zu expandieren.
Fazit: Lasius niger:
Vorab sei gleich gesagt: Nach und nach setzte sich die Struktur der strengen Monogynie dieser Art durch. Anfangs schien alles in ordnung zu sein. Man sieht zwar auf den Bildern schon, das die Art kaum einen Sinn dafür entwickelt hat den Nutzen der gemeinschaftlichen Gründung als Vorteil zu erachten, wie z.B. Lasius flavus. Gut zu erkennen ist das im Vergleich auf den Bildern dieser Arten. Die Lasius flavus Gynen bemuttern gemeinschaftlich ein Eierpaket was von "allen" Gynen stammt. Die Lasius niger Gynen bemuttern anfangs jede ihr eigens gelegtes Eierpaket. Erst nach einer gewissen Anzahl von Eiern werden diese vermischt. Das war dann auch der Startschuss für die ersten Gynenkämpfe. Nach und nach lag immer wieder eine tote Gyne am Ende vorm Reagenzglas.
Dieses hatte zufolge:
Das die in sehr hoher Zahl gelegte Brut nicht mehr von dem Rest (2/3) der Gynen versorgt werden konnte. Es kam also zum Brutfrass im großen Stil. Umso mehr Gynen verendeten, um so mehr Brut verschwand auch. Ich habe nicht zugefüttert. Ob nun exakt die Brut gefressen wurde, welche zu der getöteten Gyne gehörte kann ich nicht sagen, jedoch weitesgehend ausschließen. Die Brut lag immerhin auf einem Haufen. Jedoch nicht als Eierpaket zu definieren wie auf dem Bild von Lasius flavus, sondern eher verteilt. Die Eier und Larven liegen bei Lasius niger eher nebeneinander, es entseht also kein Eierpakt.
Die Kolonie hat jetzt 2 Pygmäen und hinken stark einer monogyn gründenden Gyne hinterher. Die Brut entspricht aktuell nicht mal mehr dem Gynenverhältnis. Kämpfe und Dominanzverhalten scheinen die Tiere schon in der Gründungphase stark zu beeinflussen. Dadurch das Larven und Puppen vernichtet sprich gefressen wurden, dauerte die Enwticklung von Ei bis Imago auch wesentlich länger, als bei einer normal gründenden Gyne.
Also die Gründung verlief alles andere als schön! Bleiben wir mal zu erst bei Lasius niger.
Diese haben aktuell 3 Arbeiterinnen. Einige sind schon verstorben. Was wohl an Rangkämpfen liegt und Unentschlossenheit der Arbeiterinnen gegenüber den Gynen. Es sind ca. 30 Larven vorhanden. Aktuell sind nur noch Larven vorhanden was für ein Verhalten der Winterruhe spricht. Dennoch halte ich sie nicht kühl. Außerdem halte ich sie dunkel.
Bei Lasius flavus ist nun auch etwas passiert. Drei Gynen sind verstorben. Auch einige Arbeiterinnen. Auch bei dieser Gemeinschaft sind Anzeichen einer Winterruhe zu erkennen. Ich halte sie unter den gleichen Bedingungen wie Lasius niger. Also auch dunkel. Was evtl. für Lasius flavus artgerechter erscheint. Sie haben jedoch weit mehr Brut als die Lasius niger Gynen.
Es gab einfach aufgrund des Einleitens der Winterruhe wenig zu berichten. Ich habe gehofft die Winterruhe umgehen zu können. Also habe ich sie dunkel gehalten damit sie auch keinen Tag Nachtrhythmus mitbekommen. Jede Lasius Kolonie die ich bereits hielt leitete immer (wohl ausschließlich endogen) die Winterruhe ein. Diesesmal wollte ich sie auch von dem Tag-Nachtrhythmus fern halten. Dennoch keine Chance. Die Ameisen sind sehr inaktiv. Der Brutstatus verrrät alles. Die Larven wachsen zwar noch, nahrung wird auch aufgenommen aber wie immer nur sporadisch.
Mal abwarten was kommt.
LG Stevie
Hallo zusammen,
Ich habe das gleiche Experiment am laufen mit meiner Lasius niger Kolonie, es sind zwei Gynen in einem RG.
Aktuell habe ich ca 20 Arbeiterinnen und unzählbare Brut in verschiedenen Stadien.
Bis jetzt konnte ich keinerlei Differenzierung der Gynen oder Brut erkennen. Es werden beide gleich behandelt von den Arbeiterinnen und bei der Brutpflege machen sie keine Unterschiede.
Anbei zwei Bilder von meiner Kolonie
Wenn ich hier nichts Posten darf, bitte ich einen Administration darum den Post zu verschieben in den Diskutionsthread
Das ist schon okay so. Du kannst den Thread ruhig weiterführen und deine Erfahrungen und Beobachtungen hier posten.
LG, Frank.