Das Bild des Tages

  • Diese Formica fusca Kolonie hat ganz vergessen, dass Formicinae eigentlich keine Nacktpuppen haben.



    Zur Erklärung: Die Kolonie lebt unter einem schwarzen, etwa 1cm dickem Stück Gummi. Diese werden bei mir in der Gegend ausgelegt um die Reptilienpopulation abschätzen zu können. Die Matten werden in drei Abschnitten ausgelegt, sonnig, halbschattig und "hier verirrt sich nichtmal ein Salamander hin"-schattig.
    Unter den voll der Sonne ausgesetzten Matten sammeln sich ungewöhnlich große und königinnenreiche Formica fusca Kolonien. Alle von diesen Kolonien haben vorwiegend Nacktpuppen, diese auf dem Bild hat sogar nur Nacktpuppen. Ich vermute, dass das daran liegt, dass die Arbeiterinnen die Brut sehr häufig umlagern müssen. Diese Matten speichern sehr gut wärme und heizen sich sehr schnell auf, am Tag haben sie einen ganz eigenen und komplett von der Bodenbeschaffenheit der Umgebung unabhängigen Temperaturrythmus. Ich vermute also, dass die Puppen bei dem ganzen hin und her tragen einfach keine Zeit haben einen Kokon zu spinnen.
    Etwas ähnliches habe ich mal auf der tschechischen Seite des Riesengebirges gesehen, eine Formica fusca die hauptsächlich Nacktpuppen hatte. Dort wahrscheinlich durch die besonders wechselhaften Wetterbedingungen ausgelöst.


    Wie häufig diese Matten kontrolliert werden, kann ich leider nicht sagen, aber es wird wohl auch einen Einfluss darauf haben, dass die Brut dieser Kolonie keine Kokons hat.


    Gruß
    Kaj

  • Anbei ein Bild einer kleinen Termitenkolonie - bis zu den nun etwa 50 Individuen hat es vom Gründungspaar bis heute fast ein Jahr gedauert. Versorgt werden sie mit zerkleinertem Torf und ungebleichtem Papier.



    König und Königin halten sich bedeckt - nur der Hinterleib ist bei der schnellen Flucht ins Dunkel zu fotografieren (man möge mir die schlechten Aufnahmen verzeihen, die Tiere sind nicht sehr groß) . Insgesamt sind die Tiere trotz ihres verletzlichen Erscheinungsbildes nicht allzu lichtscheu. Immer bauen sie so, dass man sie gut beobachten kann.
    Sehr schön zu beobachten sind die winzigen Nymphen, welche in einer Art Kindergarten aufgezogen - und stets wohlbehütet werden. Manchmal kommt es einem so vor, als würden die ganz kleinen Nymphen sich in den Kammern verlaufen - es dauert nicht lange und schon kommt ein Arbeiter, nimmt die Nymphe behutsam auf und trägt sie wieder zu ihren Geschwistern.



    Auch erste Soldaten hat die Kolonie hervorgebracht - diese haben im Gegensatz zu den Arbeitern einen orangenen/ vmtl ausgehärteten Kopf mit starken, spitz zulaufenden, Mandibeln.



    Habe ich es mit meiner Neugier mal wieder zu bunt getrieben und zu lange den kleinen Staat bestaunt, hat sich doch ein Großteil der kleineren Arbeiter mit den Nymphen verkrochen und es erscheinen immer mehr Soldaten und ausgewachsene Arbeiter.


    Gruß

  • Leider nicht ihre Majestät, nur eine aus dem Volk! Aber trotzdem majestätisch!!!! Myrmecia pavida Arbeiterin. Die Kolonie stammt von Alex Pilz und ich durfte sie vor einem Jahr übernehmen:


    Gruß, Steffen

  • Nach 3/4 Jahr ohne Erfolge, diese Ectatomma tuberculatum Königin gründen zu lassen, hab ich sie in ein 20x2cm Rg mit Erde gesteckt.
    Dieses habe ich in ein Tropen-Terrarium gelegt. Die Königin musste sich Futter selbst besorgen und ihre Nachbaren waren Paraponera clavata und 4 Pfeilgiftfrösche.
    Nach einem weitern 1/4 Jahr hat sie es doch noch geschaft hat erfolgreich gegründet :)
    Erstaundlich für mich ist, dass sich die Königin so an ihr Rg gehalten hat und dort geblieben ist. Sie hatte in dem 150cm grossen Becken eine riesen Auswahl an verschiedenen feuchten und warmen Verstecken.


    Leider hab ich beim umsetzen die frische noch sehr weiche Arbeiterin am Gaster verletzt :/ ich hoffe sie wirds überleben. Die Fotos sind von gestern.




  • Hallo,


    da mir momentan die Zeit für eine Aktualisierung des Haltungsberichtes über meine Camponotus nicobarensis fehlt, wenigstens hier eine kleine Zwischenstandsmeldung: Die Kolonie entwickelt sich prächtig; momentan sind sieben Arbeiterinnen vorhanden. Dazu kommen ca. 15 Larven und Puppen sowie ein kleines Eipaket.


    Liebe Grüße,
    Christian

    Wanting people to listen, you can't just tap them on the shoulder anymore. You have to hit them with a sledgehammer, and then you'll notice you've got their strict attention. (Seven)

  • Phrynus marginemaculatus, eine wundervolle Geißelspinnenart, die im Vergleich zu anderen Vertretern der Geißelspinnen eher klein ist.
    In meinem Besitz befinden sich ein Männchen und ein Weibchen welches ein schönes Eierpaket mit sich trägt. Ich warte sehnsüchtig auf den Schlupf.




    Die Fussel, das ist Watte. Das Weibchen hat sich auf einen Kampf mit selbiger eingelassen.





    Die Tiere befinden sich seit mehreren Tagen in meiner Obhut, erhalten habe ich sie von Christian Ludwig. :)
    Bilder des Beckens werden folgen, sobald es fertig ist. Bis dahin wohnen die Tiere getrennt in je einer größeren Dose.

  • Als ich gestern meine Camponotus gigas umsetzte und dann das alte Terrarium ausräumte, fand ich noch vier letzte Gigantiops meiner dahingeschiedenen Kolonie.
    Die vier Tiere, zwei Königinnen, die wahrscheinlich nicht begattet sind und zwei Arbeiterinnen setzte ich natürlich dann auch in das neue Terrarium mit um.


    Sie haben nun einen Unterschlupf gefunden und bauen sich ein Nest.
    Das kann man bei den Gigantiops wörtlich nehmen, denn ihnen genügt ein kleiner Unterschlupf unter einen Ast, der sogar teilweise noch offen sein kann. Um die offenen Stellen zu verschliessen, suchen die Gigantiops gezielt nach feuchten Lehm am Boden, nagen dann feuchte Brocken ab und tragen sie zum Nest, um sie dort zu vermauern und offene Stellen so zu schliessen.


    Hier eine der Jungköniginnen am Terrariumboden mit einem Lehmbrocken, unterwegs zum Nest.



    LG, Frank.

  • Die Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia (Clerck, 1757)).
    Eine so skurril aussehend und heißende Spinne, dass man sich einfach nicht für ein Bild entscheiden kann.
    Die Bilder lichten die Spinne interessanter weise weit ab von weißen Blüten auf der Pirsch nach Rhododendronzikaden (Graphocephala fennahi
    (Young, 1977)) ab.



    Gruß
    Kaj

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