Hallo zusammen,
wie man der Überschrift entnehmen kann, will ich mir hier ein paar Gedanken machen, wie man ein zukünftiges Gemeinschaftsbecken gestalten könnte...(und nein Thalric, ich wollte dir nicht einfach deine Überschrift deines "Gedanken für die Zukunft"-Threads klauen )
Bisher spielen sich alle Planungen in meinem Kopf ab und ich denke, dass hier, in diesem Forum, der richtige Platz ist, um diese Gedanken, mit eurer Hilfe, ein bisschen weiterzuspinnen und vorallem einmal festzuhalten.
Ich bin noch relativ frisch dabei, wenn man sich vergleichend hier ein paar andere User anschaut, aber das mindert nicht meinen Wissensdurst über Ameisen oder darüber, wie man sie richtig hält. Momentan halte ich die typischen "Anfangsarten" wie Lasius niger, Myrmica rubra, C. ligniperdus usw. Zusätzlich noch den Standard-Exoten schlechthin: Messor barbarus aus Marokko. Versteht mich nicht falsch, ich liebe meine Arten! Wollte euch nur ein kleines Bild von mir geben.
Eure wunderschönen Gemeinschaftsbecken haben es mir sehr angetan, und so ein Becken, das ist wohl der Traum eines Halters. Für mich hat Ameisenhaltung auch viel mit Ästhetik zu tun und daher arbeite ich eigentlich immer mal wieder an den Becken, soweit ich die Mittel dafür habe. Jetzt, wo die europäischen Arten Winterruhe haben, sitze ich auch wieder an den Becken oder ich denke darüber nach, wie man es einrichten könnte.
Für ein Gemeinschaftsbecken stelle ich mir die Maße von 40x80x40 (Breite x Höhe x Tiefe) vor. Die Höhe habe ich extra gewählt, weil ich so Arten mit verschienden ökologischen Nischen unterbringen kann. Ebenfalls dachte ich daran, erstmal zwei Arten in das Becken zu setzen. Logischerweise eine Bodenbewohnende und eine die auf den zukünftigen Ästen in luftiger Höhe ihr Nest errichten würde. Um die Frage zu klären, welche Arten denn letztendlich in Frage kommen, muss ich mir natürlich erstmal im klaren sein, ob es ein tropisches Becken werden soll, oder ein trockeneres. Momentan tendiere ich zu ersterem. Zum einen, weil die Möglichkeiten einfach sehr vielfältig sind in Betrachtung der Bepflanzung und Arten. Außerdem leben meine europäische Arten, sowie die Messor in einem trockenen Terrarium. Ein bisschen Abwechslung kann nicht schaden.
Gleichzeitig ist mir aber auch bewusst, dass ein tropisches Terrarium schwieriger zu pflegen sein wird. Und in der Anschaffung wird es ebenfalls teurer sein. Dennoch werden meine weiteren Überlegungen von einem tropischen Becken ausgehen. Welche Arten könntet ihr mir dafür empfehlen? Sie sollten nich zu den teuersten gehören, oder riesige Kolonien bilden. Es müssen auch nicht unbedingt Exoten sein. Einheimische Temnothorax kann ich mir genausogut als Bewohner vorstellen - es sollten halt Arten sein, die schön zusammen in ein tropischen Terrarium passen.
Das waren erstmal so die Gedanken, momentan halte ich Ausschau nach güstigen Becken, habe da auch schon einige Preise verglichen und warte auf den richtigen Moment zuzuschlagen (http://kleinanzeigen.ebay.de/anzeigen/s-anzeige/schoenes-grosses-terrarium-top-preis/34591159). Eine Frage zu den Becken hätte ich noch: Vorne an den becken unter den Türen gibt es immer diesen Öffnungsschlitz für die Belüftung, auf der so ein Gitter für groben Ausbruchsschutz sorgt. Wie macht ihr diese Öffnung Ameisendicht? Und ebenfalls die Schiebetüren? Stelle ich mir irgendwie schwierig vor, aber anscheinend habt ihr es ja geschafft ;).
Wenn ihr Fragen oder sonstiges loswerden wollt, dann immer her damit. Dafür habe ich den thread ja eröffnet
Schonmal danke für Eure Hilfe!
lg Jonas
PS: Ich wusste nicht, ob dies hier der richtige Bereich ist, oder ich doch lieber in den Einsteigerbereich gepostet hätte. Ansonsten einfach verschieben.
Häy Jonas..
Um so ein Terrarium Ameisendicht zubekommen kannst du die Lüftungsbleche mit einer sehr feinen Gaze abkleben, z.b. sowas
http://kerf.belongs2.me/Zubehoer/Terrarienbau/Edelstahlgaze::93.html
und zwischen die Schiebetüren kann man einen Dichtungsstreifen einkleben zb sowas
http://www.world-of-ants.com/de/zubehoer/dichtungsband-silikon.html
So habe ich zumindest das Problem gelöst. XD
Es gibt aber auch schon fertige Terrarien, die "Drosidicht" sind (also Drosophila dich) die sind aber auch recht Teuer.
Schöne Grüsse
Christopher
Hallo Christopher,
habe mir diese beiden Dinge ebenfalls überlegt, aber vorallen bei den Schiebetüren, hätte ich nicht gedacht, dass so ein Dichtungsband ausreicht.
Sicherlich ist das ganze dann auch einfacher zu lösen, wenn das Terra erstmal bei mir zuhause steht :).
Danke für die Tipps!
Für die Bepflanzung werde ich mich wahrscheinlich an den anderen Tropenbecken-Berichten orientieren. Da muss man ja eh mal schauen, was gerade so angeboten wird.
Es gibt doch sicher auch ein paar exotische Camponotus spp., die sich hervorragend für so ein Becken eignen würden, oder?
lg Jonas
Heyho Jonas,
keine Sorge, dachte nicht, dass du mir da den Namen streitig machen wolltest
Ich kann dir leider wenig Tips zum Gemeinschaftsbecken geben, wünsche dir aber viel Spass und Erfolg beim Bau der Anlage!
Gruß
Felix
Danke Felix.
Also das oben in den Kleinanzeigen aufgegebene Terrarium ist sogar noch erhältlich. Habe da mal nachgefragt.
Was haltet ihr denn von den Maßen?
lg Jonas
Die Maße sind als Größe für ein tropisches Gemeinschaftsbecken ok Jonas. Wobei größer natürlich immer besser ist und dir mehr Spielraum bei den Arten lässt. Es kommt eben ganz darauf an, welche Arten du darin halten möchtest.
Manche Arten bilden Kolonien von 200 Tieren und manche von 200.000. Auch Größe, Verhalten, Lebensraum sind entscheidend. So pauschal kann man da leider nicht antworten. Auch exotische Camponotus spec. gibt es sehr unterschiedliche Arten.
Was würdest du denn gerne in dem Terrarium halten?
Dann können wir sicher besser beantworten was passt, was passen könnte, und was vielleicht nicht so sinnvoll ist.
LG
Marcel
Hallo Marcel,
danke für deine Überlegungen.
Die Maße sind auch deswegen so gewählt, weil ich dafür schon einen Platz im Zimmer hätte. Außerdem dachte ich, dass ich erstmal klein anfange und mich an das Gebiet "Tropen-/Gemeinschaftsbecken" erstmal einmal langsam rantaste.
Ich dachte wie gesagt an eine Art, die in der Höhe auf Ästen bzw ursprünlich auf Bäumen lebt und eine, die ihr Nest in Bodennähe anliegt, um zwei unterschiedliche Lebensräume anzubieten.
Ist es möglich eine kleinbleibende Kolonie von Polyrhachis sp. (in etwa so, wie deine Roten, Marcel) mit einer noch nicht näher definierten Camponotos sp. zu halten? Oder sollte ich bei dieser Größe des Terrariums eher nur eine Art einsetzen?
lg Jonas
Ich stimme Marcel da zu, für einen Anfang ist das ein gutes Becken, Jonas. Und auch da stimme ich zu, etwas grösser ist etwas besser..;)
Und solche Tropenbecken sind gar nicht so arbeitsintensiv, wenn sie einmal eingefahren sind. Bei meinen Gigantiopsbecken muss ich praktisch nichts tun, ausser ab und zu bewässern (mit Regenwasser), den Nebler befüllen und die Tiere füttern. Klar, dann und wann die Scheiben putzen, aber dass mus man bei jedem Becken. Letztens habe ich kleinen einen Lüfter installiert, es weht nun tagsüber ein sanfter warmer Wind, aber das war auch nur Spielerei.
Ein gut laufendes Tropenterrarium ist nicht sehr aufwendig in der Pflege. Es genügt bei mir vllt. eine halbe Stunde Pflegearbeit pro Woche. Heruntergefallene Blätter entfernen, Pflanzen auslichten (sehr selten), reingucken..;). Futterabfälle, die die Ameisen entsorgt haben, werden von dankbaren Springschwänzen und Weissen Asseln verwertet, ich muss da überhaupt nicht eingreifen. Es sind lediglich die Paraponera, die ich noch direkt am Nesteingang füttere, das ist ein Eingriff, den ich etwa alle zwei Tage vornehme und er macht keine Umstände. Alle anderen hier lebenden Ameisen erjagen ihre Beute selbst, die Gigantiops erbeuten Stummelfliegen und Drosophila.
LG, Frank.
Schön sowas von einem erfahrenen Halter zu hören, Frank.
Ich habe mir schon ein wenig gedacht, dass sich so ein Tropenbecken ähnlich verhält, wie ein eingelaufenes Aquarium: Ist der Minikreislauf des Stoffwechsels erstmal vorhanden, erfordert es nur noch recht wenig Eingreifen von seiten des Halters.
Fällt euch denn spontan eine Kombination von kleinbleibenden arboricolen sowie bodenbewohnenden Arten ein? Ist auch gar nicht so einfach, einen Überblick über die verschiedenen Arten zu bekommen, die in Frage kämen.
lg Jonas
Finde es mit dem momentanen Angebot an lieferbaren Arten etwas schwer ein Terrarium dieser Größe zu besetzen.
Da muss man evtl. auch etwas Geduld haben, sowie ggfs. testen.
Pseudomyrmex pallidus ist sicher eine arboricole Arten die für ein Gemeinschaftsterrarium geeignet ist.
Ebenso Meranoplus als bodenbewohnende Art, dauerhaft aber nur in größeren Terrarien oder mit einer nicht-bodenbewohnenden Art dazu.
Einige kleinere Polyrhachis-Arten sind sehr geeignet. Genauso Diacamma, wenn die zweite Art sehr klein ist bzw. sich passiv verteidigen kann (Temnothorax, Meranoplus).
Schau dich mal in Ruhe in den Shops und den Marktplätzen um, ruhig auch der letzten Wochen. Und in die Gemeinschaftbecken-Threads hier im Forum und in anderen Foren.
Bei der Größe von 40x60x40 ist unter Umständen etwas mehr Geduld gefragt, zwei Arten zu finden die passen und erhältlich sind, als z.b. bei einem 100x80x50 Terrarium.
Es kommt letzten Endes aber auch entscheidend noch darauf an, welche Arten dich überhaupt interessieren und faszinieren. Ein guter Ausgangspunkt ist eine Art, die du auf jeden Fall gerne hättest und die potentiell vergesellschaftbar ist. Und dann dazu eine zweite Art zu suchen die sich mit der ersten ergänzt von den Ansprüchen her.
LG
Marcel