Tropenterrarium ausbruchssicher gestalten


Post 16615 - 25.12.2011 09:18:07

Hallo miteinander,

Winterzeit ist Bastelzeit bzw Exotenzeit.

Passend hierzu suche ich nach einer Möglichkeit ein "Tropenterrarium" (eiun paar Pflanzen, integrierte Beleuchtung, Luftbefeuchter) einzurichten und dieses ausbruchssicher zu gestalten.

Ich wollte mir ein Standardterrarium für Echsen etc besorgen mit Schiebetüren an der Front und einem Belüftungsgitter unter den Schiebetüren. In dieses soll dann ein kleiner Wassefall mit einem Fogger eingebaut werden um für ausreichend Luftfeuchtigkeit zu sorgen.

Soweit alles kein Problem…
…Wenn die Ameisen nicht Pheidologeton diversus wären und somit teilweise winzig klein und mit einer ungeheuren Volksstärke.

Meine Frage ist nun, wie ich das Terrarium ausbruchssicher gestalten kann, ohne Einbußen bei der Benutzung zu haben. Damit meine ich, dass ich gerne die Schiebetüren weiterverwenden würde um besser Fotos etc machen zu können. Durch die beweglichen Teile in der Front sind dort aber zwangsläufig Freiräume, welche sofort genutzt würden um die WOhnung aus zu kundschaften.
Zudem will ich nicht,dass wenn ich die Türen geöffnet habe, die Ameisen ausbüchsen können.

Somit brauch ich einen Ausbruchsschutz um die Schiebetüren herum. Alle mir bekannten Ausbruchssicherungen fallen aber durch die hohe Luftfeuchtigkeit aus bzw werden von P.d. einfach irgnoriert. Fluon etc wird bei der Luftfeuchte nicht mehr zu verwenden sein. Vaseline oder anderes ölhaltige Mittel als Sicherung wurden bei meinem ersten Volk vor Jahren wunderschön ignoriert. Die Ameisen konnten dadurch schön im Deckel herumfuhrwerken, was natürlich blöd war, wenn ich diesen abnehmen wollte.

Vielleicht liegt des Rätsels Lösung ja Nahe, ich komme einfach nicht drauf.

Die einzige Idee, die ich habe, kann ich im Moment nicht austesten.
Ich hatte mir gedacht, dass ich ja Fluon benutzen könnte und dieses, durch ein außen an der Scheibe angebrachtes Heizkabel, erhitzen könnte. Durch die erhöhten Temperaturen der Glasscheibe um das Heizkabel herum, dürfte die Scheibe ja eigentlich nicht beschlagen und ergo müsste auch das Fluon wieder funktionieren oder?

Hat das vllt schonmal jemand ausprobiert oder hat eine viel bessere Idee?

Liebe Grüße

Nikolas



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Post 16819 - 09.01.2012 01:41:44

Hallo Nikolas,


auch wenn die Antwort leicht verzögert kommt:


Ich hab mir zur gleichen Problematik auch schon öfter den Kopf zerbrochen. Und eine ideale Lösung nicht gefunden.
Eine interessante Umsetzung hat aber das Terrarium, das Dominik von einem Terrarienbauer erworben hat.
Du siehst es hier im Thread:


http://www.eusozial.de/viewtopic.php?f=14&t=1612#p16803


Um die Tiere zusätzlich vom "Gang zur Öffnung" abhalten zu können, ist an den Innenseiten der Leisten eine Schicht Öl möglich. Diese hält, wie du auch schon festgestellt hast, aber nur eine Weile. Also müsste sie alle 1-2 Wochen erneuert werden. Normalerweise strömen aber keine hunderte Ameisen Richtung Öffnung, wenn du mittig und nicht direkt an der Öffnung fütterst und feste Fütterungsstellen beibehälst.


Ganz ideal sind die Front-Schiebetürenterrarien aber für so volkreiche Arten wie Pheidologeton auf Dauer nicht. Mit ein paar Kompromissen aber sicher einsetzbar.


LG
Marcel



Post 16838 - 10.01.2012 09:49:47

Hallo Marcel,
Danke dir für deine Antwort, ich glaube es wird bei der Frage einfach immer Probleme geben. Vorallem bei Ameisen mit geringer Körpergröße, wie ich sie halt will. Ich hab mich auch mittlerweile wieder für ein normales Becken entschieden. Da ist es einfacher den ausbruchsschutz, welchen man ja definitiv braucht für Pheidologeton diversus, zu garantieren.
Für meine Harpegnathos habe ich ein gewöhnliches "Spinnenterrarium" mit Falltür. Hier gibt es nicht mal ansatzweise ein Problem. Und Mann kann tolle Fotos machen, wenn sie nicht schnell wegspringen ;)





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Post 16839 - 10.01.2012 10:29:51

Hallo Nikolas,


ich denke du hast da eine gute Entscheidung getroffen. Für ein Art mit so kleinen Arbeiterinnen wie Pheidologeton ist einfacher in eine "Standardbecken" zu halten. Für andere Arten sind die Schiebetüren oder Falltürterrarien einfach besser geeignet, wie du es bei deinen Harpegnathos ja auch siehst. Kleine Arten gehen in Schiebetürenterrarien gut, wenn die Terrarien recht groß sind und die Art eine geringe Ausbruchstendenz hat. Meine Meranoplus bicolor- Kolonie hat z.B. nicht den Drang auszubrechen.


LG
Marcel



Post 17672 - 26.02.2012 02:34:28

servus,


da ich ja anfangs diese Frage gestellt habe und keine toten Beiträge mag, möchte ich hiermit die Frage abschließen.


Die Ausbruchssicherung für das einfache Aquariumbecken wird relativ einfach gestaltet sein. Lediglich ein einfacher Rahmen aus 2 cm breitem Aluminiumprofil welches ich zurecht gesägt habe, welcher an die Innenseite des Beckens geklebt wird und auf der Unterseite mit Fluon und auf der Innenseite mit Talkum eingepulvert wird.
Innerhalb des Profils werde ich ein kleines Heizkabel verlegen, welche die Temperatur des Aluminiumprofils gegenüber der Raumluft anheben wird. Dadurch erhoffe ich mir, dass sich die Kondensationsbildung verringert und damit der Ausbruchsschutz unbrauchbar gemacht wird.
Nach dem Einlegen des Heizkabels wird das Ganze noch mit Paraffinöl oder ähnlichem eingeschmiert um eine dritte Ausbruchssicherung ein zu bauen.
Theoretisch wäre es auch möglich Spülmittelwasser in das Profil einzufüllen. Das wäre wohl die sicherste Variante, aber leider auch etwas Aufwändiger zu warten. Wie ich es im Endeffekt machen werde weiß ich noch nicht, ich werde aber berichten.


Aber ich glaube diese einfache Kombination kann schon recht hilfreich sein. Die Ameisen müssen ja jetzt erstmal die Scheibe hoch, dann über Kopf die Unterseite des Profils Über- bzw Unterqueren um dann die Kante zum senkrechten Aufstieg zu meistern. Das darauf folgende Paraffinöl bzw das Spülmittelwasser sollte das Ausbrechen unmöglich machen. Hoffe ich zumindest:)


Infos zum Becken gibts ab jetzt hier:


http://www.eusozial.de/viewtopic.php?f=77&t=1667



Lg Niko



Post 17679 - 26.02.2012 13:07:02

Hallo Niko,


klingt nach einer interessanten Variante. Bin gespannt auf einen Bericht, wie das ganze dann aussieht und später wie es funktioniert.


Neulich hab ich ja ein Standardaquarium mit zwei eingeklebten Leisten versehen, welche mit Öl gefüllt sind.
Für die Kolonie Camponotus cf. rectangularis hat sich das erste, schmalere Profil als nur halbwegs nützlich herausgestellt. Mittelgroße Tiere können von einem Rand an den nächsten "übergreifen" und sich somit darüberhangeln. Das zweite, breitere Profil ist jedoch sehr effektiv. Zusätzlich werde ich aber wohl doch noch direkt unter das Profil einen ca. 3-4cm breiten Glasrand kleben und diesen mit Öl einschmieren, sodass gar nicht erst so viele Tiere bis zu den Profilleisten gelangen. Allerdings muss man auch sagen, dass gerade diese Camponotusart wahre und furchtlose Künstler sind, beim suchen von Schwachstellen im Ausbruchsschutz und die Kolonie auch einige tausend Tiere umfasst. Für weniger geschickte Tiere reichen wohl ein-zwei der Profilleisten sehr gut aus, um unüberwindbar zu sein.


LG
Marcel



Post 17707 - 28.02.2012 16:01:25

Hi Marcel,


Ja ich denke auch das die Effizienz des Ausbruchsschutzes durch die Größe/Breite der Leiste in Relation zu der Ameisengröße gegeben ist. Mit einem Mittel stellt man
Einfach mehrere Hindernisse auf. Ich denke, dass bei P.d die Breite von 2cm auf jeden Fall ausreichen sollte. Die kleinen dürften keine Chance haben und die großen sind zu behäbig:). Zumindest soweit ich mich noch richtig an meine Kolonie erinnern kann. Ach ich liebe diese Tiere:)



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