Baubericht Beobachtungsbecken Pheidologeton


Post 17668 - 25.02.2012 20:00:23

Hi,


ich wollte euch hier einmal zeigen, wie ich mir vorgestellt habe mein Pheidologeton-Becken zu realisieren.
Die Oberste Prämisse war hier die Möglichkeit der Nesteinsicht. In der Arena will ich Pflanzen und Moose haben welche das ganze natürlich aussehen lassen sollen. Da die Pheidologeton aber so winzig sind, kann die Erdschicht für die Pflanzen nur wenige mm dick sein. So dünn geschichtete Erde trocknet aber extrem schnell aus. Deshalb mein jetziger Entwurf, den ich schon etwa 10 mal um geplant und dabei auch ebenso viele Ytongsteine verbraucht habe.



Das ganze Becken hat die Ausmaße 60x40x40. Einen Schlauchanschluss mit 20mm Durchmesser für den Anschluss an andere Becken habe ich bereits hinein gebohrt.
Die Ausstattung besteht hauptsächlich aus Ytong. Dieser wird für das Nest und den Boden verwendet. So ist das ja relativ einfach zu realisieren, ich bin aber schon Ewigkeiten am Planen und habe mir dieses Mal deutlich mehr Zeit genommen. Auch jetzt ist das Becken noch nicht fertig, ich werde auch noch ein wenig brauchen. Aber die Ameisen sind ja auch noch nicht da :)
Ein Feature des Beckens ist die bereits eingebaute Erweiterung des Nestbereichs sowie die (hoffentlich funktionierende) Bewässerung des ganzen Beckens und ein Teil des Nestes. Aber jetzt genug mit Theorie. Ich fange jetzt mal an mit ein paar Bildern und erkläre dann bissal was man sehen kann.


Also zunächst einmal das Ytong-Nest



Das Ytongnest ist, wie ihr seht über die gesamte Breite des Beckens eingebaut worden.
Die Kammern sind etwa 1cm tief. Auf dem Bild war noch kein Eingang eingebaut. Diesen werdet ihr später dann sehen. Der Haupteingang soll aber exakt in der Mitte verlaufen.
Wer genau hinschaut kann aber schon die Einschnitte in den Ytong erkennen.





Diese Einschnitte sind mit der Stichsäge exakt so hineingeschnitten worden, dass ich einen Objektträger hineinschieben und damit die einzelnen Bereiche voneinander separieren bzw nach einander öffnen kann.
Zunächst soll der rechte Bereich des Nestes für die kleinen geöffnet sein. Darin haben sie erstmal etwas Zeit zu wachsen und sich zu stabilisieren. Durch die Auftrennung des Nestes ist es möglich eine Verlagerung von Müll in die ungenutzten Teile des Ytong zu verhindern. Bei meiner ersten P.d. hatte ich am Anfang das Problem, dass ich erstens ein zu großes Nest angeboten hatte und dieses als Müllhalde missbraucht wurde. Diesem wollte ich hier entgegenwirken und ich finde auch dass des gar nicht schlecht aussieht :)


So nun das Becken von oben:



Im linken Bereich sieht man nun das Nest von oben. Die Eingänge habe ich in der Mitte des Nestes bereits eingefügt. Diesmal habe ich darauf geachtet, den Eingang den Vorlieben von P.d. anzupassen. Diese haben meistens etliche kleine Eingänge um ihren Haupteingang herum. Manche gehen senkrecht nach unten, manche fast waagerecht. Das habe ich mithilfe von etwa 20 Bohrungen mit verschiedenen Durchmessern nachahmen wollen. Die meisten Eingänge werde ich zunächst mit Erde etc verstopfen, da können sie sich dann selber rausbuddeln.


Durch die Positionierung der Eingänge zwischen den beiden "Nesthügeln" besteht die Möglichkeit mit etwas Nistmaterial die von mir so oft bewunderten Wälle und Türme um die Eingänge zu bauen.


Im Bild über dem Eingangsbereich sieht man einen Holzdübel. Dieser führt in den höchsten Bereich des Nestes und soll einmal als Ein-/Ausgang dienen, wenn dieser Bereich von mir geöffnet wird.


Den Hauptteil des Beckens nimmt mittlerweile ein großer,fast unbearbeiteter Ytongblock ein. Dieser liegt flach aus dem Glas und wird später mit einer Zementmischung befestigt.
In den Ytong habe ich unzählige Löcher gebohrt welche späteren Kleinstpflanzen wie Moos und Gras aber auch Springschwänzen etc einen leichteren Zugang zu Wasser bieten sollen. Die Gangartige Struktur soll einen kleinen Teichlauf darstellen. Hier soll, wenn das Becken fertig ist, Wasser "stehen". Das bedeutet, dass in dem Becken immer soviel Wasser eingefüllt ist, dass es die obere Kante von dem liegenden "Arena"-Ytong fast erreicht, also die Arena nahezu unter Wasser steht.


Hierfür sind auch die beiden Anschlüsse



Anschluss 1


Anschluss 2


Die Anschlüsse habe ich mit einem 15mm Glasbohrer in das Glas gebohrt. Danach ersteinmal provisorisch entsprechende Schlauchstücke hineingesteckt. Danach das ganze Becken mit Wasser geflutet um zu schauen ob das Becken dich hält und ob die Bewässerung des Nestbereichs so funktioniert wie ich gehofft habe.


Anschluss 1 ist für die Entwässerung des Beckens gedacht. Hiermit will ich gewährleisten dass in dem Becken nichts gammelt und in regelmäßigen Abständen ein Austausch des Wassers möglich ist. Hier nochmal eine Sicht von außerhalb des Beckens:




Anschluss 2 ist hingegen für die Bewässerung des Beckens gedacht. Die Öffnung ist exakt auf die Höhe des Wasserstandes abgestimmt. Wenn das Wasser fast den Ytong überschwemmt wird dadurch die Öffnung des Zuflusses geschlossen.



Da ich vermute, dass durch die spätere Erhitzung des Beckens und des Nestbereichs, ziemlich viel Wasser verdunsten wird, wollte ich einen automatischen Zufluss bauen.
Ablaufen soll das ganze so:


An den Schlauch des Anschlusses 2 werde ich eine 1Literflasche anschließen. Diese soll seitlich über dem Anschluss hängen und einen stetigen Zufluss gewährleisten sofern der Wasserstand unterhalb des Anschlusses 2 ist und dadurch Luftblasen in die Wasserflasche steigen können. Wenn der Wasserstand die Schlauchöffnung wieder erreicht hat, können keine Luftblasen in die Flasche steigen und somit kann kein Wasser nachfließen.
Theoretische sollte dies funktionieren. Ist eigentlich das gleiche Prinzip wie bei jeder einfachen Vogeltränke. Das Wasser fließt nur so lange in den Napf nach bis dieser wieder voll ist und damit die Öffnung verschließt.




Nun zur Bewässerung des Nestes.
Das Becken ist ja etwa 4 cm mit Wasser aufgefüllt und der Wasserspiegel liegt damit exakt auf Höhe des Arena-Ytongs.
Die Kammern des Nestytongs sind alle so angeordnet, dass sie knapp über dem erhofften Wasserspiegel liegen. Eine Kammer links und eine Kammer rechts habe ich aber etwas tiefer eingegraben. Im Nachhinein muss ich sagen dass des ein Fehler war. Die Kammern wären ständig überschwemmt und würden sich für die Müllablagerung anbieten. Deshalb habe ich das Nest etwas erhöht angebracht. Also Abstandshalter eingebaut die das Nest etwas höher positionieren sollen.



Wenn man genau schaut, kann man schon den Wasserstand erahnen und sehen, dass die untersten Kammern jetzt nur von einem feinen Feuchtigkeitsfilm überzogen sind. Genauso habe ich mir das vorgestellt.



Im Moment prüfe ich gerade die Dichtigkeit des Beckens. Wenn dies abgeschlossen ist, werde ich den Zement einfüllen, die Ytongsteine darauf drapieren und dann anfangen für die Bepflanzung sorgen.


Bezüglich Bepflanzung noch ein Bild:



Ich werde hauptsächlich Moose und kleine Äste ins Becken geben. Dazu noch etwas Erde ausm Komposthaufen. Diese will ich in die Poren und Bohrlöcher des Ytongs einreiben. Die Bohrlöcher sind so fein, dass sich dort keine Ameise eingraben wird, für Wurzeln von kleinen Bodendeckern werden sie allerdings genug platz bieten.


Die kleinen Becken an den Enden des Aquariums sind bei optimalen Füllstand mit Wasser bis zum Rand aufgefüllt. Dadurch erreiche ich eine natürliche Wasserstelle für die Ameisen.
Nächste Woche geh ich in den hiesigen Botanischen Garten und frag mal nach ob ich aus einem Teich dort etwas von diesen linsenförmigen kleinen Schwimmpflanzen mitnehmen kann. Ich habe keine Ahnung wie die heißen, aber man kann sie eigentlich in jedem stehenden Gewässer finden. Kennt ihr sicherlich. Diese Pflänzchen setze ich dann in die "Teiche" ein. Im Botanischen Garten werde ich auch noch nach anderen kleinen Pflänzchen fragen, allerdings ist das mit einem erhöhtem Risiko verbunden diese sogenannte Ghost-Ant (Plagiolepis sp soweit ich weiß) in mein Becken zu schleppen. Diese habe ich dort in den Gewächshäusern schon in Unmengen beobachten können. Meterlange Straßen auf denen diese fast nicht zu erkennenden, fast durchsichtigen Ameisen laufen. Immer zusammen mit mehreren Königinnen welche wohl alle paar Tage umziehen. Um dies zu verhindern werde ich mal wieder mein Mikroskop aufbauen und das ganze Material sehr genau durchleuchten.


Das war es erstmal von mir. Ich hoffe das ihr die Bildqualität verschmerzen könnt (Handybilder) und das ihr den Bericht interessant fandet. Ich werde hier natürlich noch die Fertigstellung des Beckens mit Bilden etc dokumentieren. Vllt kann ich ja dadurch jemandem helfen ein optimales Becken zu gestalten.


Achja, falls ihr Fragen oder Anregungen habt (das Ganze ist ja noch nicht wirklich ausgereift und basiert fast ausschließlich auf Theorie) dann schreibt diese einfach hier hinein. Ich glaube nicht, dass wir da ein eigenes Thema brauchen werden.


Liebe Grüße
Niko