Lasius niger - Diskussion

  • Ein wenig habe ich schon herum gelesen und finde die Sache mit einer sozial parasitären Art doch recht gut. Nur könnte es dabei doch Probleme mit einer größeren Kolonie für die Königin geben, wenn ich richtig las. Die Sache ist die, dass bei mir mehr Brut vorhanden ist als gedacht. Ein großer Teil muss fast unsichtbar an der Watte gewesen sein. Nun liegt alles wie ein breiter Teppich aufgeteilt im Reagenzglasnest.


    Ich habe nun einige Puppen, sehr viele Larven und dennoch mindestens 50 Eier. Wenn sich dies alles noch entwickelt und es keine größeren Verluste geben wird, dann stehe ich hier mit ca. 100 Arbeiterinnen. Von den 20 Ursprungsarbeiterinnen vor zwei Monaten ausgehen ist dies ja schon eine explosive Vermehrung. Wäre mit 100 Ameisen denn auch noch die Möglichkeit einer sozial parasitären Königin hoch? Zumindest sollten sie dann bis Juni/Juli lang genug ohne Königin leben und auch die restliche Brut müsste fast vollständig entwickelt sein.

  • Das meine ich auch, und wenn die Arbeiterinnen nun eine Zeitlang ohne Königin sind, ist die Kolonie dann geradezu ideal geeignet für eine "Übernahme" durch eine Chthonolasius-Königin.
    Natürlich wird die fremde Königin nicht nur auf Begeisterung stossen bei den niger-Arbeiterinnen und die werden sie angreifen, das tun sie aber in jedem Fall. Damit können Königinnen temp. sozialparasitischer Arten umgehen. Das gehört zu ihrem Lebensrisiko. Manchmal schaffen sie es auch nicht und gehen zugrunde. Aber eine weisellose Kolonie von Wirtsameisen ist am ehesten geeignet für eine solche fremde Königin, sie kann am ehesten übernommen werden und hier wird es sicher auch beim ersten Versuch gelingen.


    LG, Frank.

  • So nach einer längeren Pause, melde ich mich auch wieder zurück.


    Ich kann mich da Frank nur anschliesen, versuch es und halte uns bitte auf dem Laufenden. Die Chancen stehen auf Jeden Fall recht gut bei einer weisellosen Kolonie. Toi toi toi


    LG Eric

  • Hi,


    Quote

    Diese Kolonie lies ich über den Winter nur im ungeheiztem Zimmer bei 12-15°C, eigentlich zu warm, aber ohne die Königin dachte ich es wäre vertretbar. (?)


    da würde ich mir keine Sorgen machen.
    Leider ist ja keine Königin mehr da bei der sich das Eier legen und Entwicklung der Brut negativ auswirken könnte.
    Erne hat übrigens auf seiner Homepage einen Bericht, in dem er lasius über einen längeren Zeitraum ohne Winterruhe hält.
    http://ameiseninfos.de/html/lasius_o__winterruhe.html



    Schade, dass es die vagus auch nicht geschafft hat.



    Warte mal ab.
    Wenn die Kolonie der barbarus größer ist, wird sie bestimmt forscher.
    War zumindest bei meinen meridionale so.


    LG
    Holger

  • Bin heute über diesen alten Haltungsbericht von mir gestolpert.


    Vielleicht interessiert es ja jemanden, dass ich seit dem Sommer 2019 wieder eine Lasius niger Kolonie halte. Eine im Hinterhof der Stadt selbstgefangene Königin, welche die Kolonie 2020 explosionsartig vergrößerte auf geschätz 500 Arbeiterinnen. Die Winterruhe ist jetzt so gut wie beendet bei mir.


    Ich hatte die Kolonie zunächst in einer Styroporbox auf dem Balkon. Dann kamen richtig kalte Nächte am Stück mit -10 bis -12 Grad (glaube Anfang/Mitte Februar) da habe ich sie in den Kühlschrank gepackt. Da ich im Netz wenig dazu gefunden habe wie sehr tiefe Temperaturen ausgehalten werden. In meinem Formicarium in der Styroporbox haben sie -2 Grad für eine Nacht ohne Probleme überstanden. Dauerhafte Temperaturen von 1-3 Grad waren auch kein Problem. Da alle Ameisen zusammengekuschelt waren und keine Aktivitäten stattfanden konnte ich das komplette Nest ganz einfach aus dem alten Formicarium in ein kleiners umpacken und im Kühlschrank verstauen.


    Wünsche euch allen einen guten Start in die neue Saison :)

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