*Haltungsbericht - Harpegnathos venator


Post 18488 - 23.04.2012 17:26:40

Hallo zusammen


Ich möchte hier meinen ersten Haltungsbericht in diesem Forum schreiben.
Ich habe mich für Harpegnathos entschieden, da ich die Art relativ frisch habe und die Kolonie noch sehr klein ist.
Somit kann ich euch von anfang an berichten. Diese Ameisen vermehren sich eher langsam, weshalb ich nicht alle Tage ein Update posten werde.
Ein weiterer Punkt dafür, dass ich mich für diese Art entschieden habe ,ist das sehr Interessante Jagdverhalten der Tiere und ihr gutes Sehvermögen.


Die Kolonie habe ich vor 3-4 Wochen bekommen.
Wie Ihr auf den Fotos erkennen könnt, besteht die Kolonie aus einer Gyne und einer Arbeiterin.
In den letzten 2-3 Wochen, hat die Gyne ca 9 Eier gelegt die ersten dürften sich bald zu kleinen Larven entwickeln.
Für den Anfang muss das eher spärlich aussehende kleine Nest reichen. Ich halte sie in einem einfachen Ytong Block mit einer Kammer und einem Wassertank. Das ganze steht in einer PVC Box .
Da über diese Art verschiedenes geschrieben wird/wurde hab ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen und halte die Kammer ziemlich feucht.
An den gelegten Eiern, scheint es der Gyne so passen. Sie bewacht Ihre Eier 24 Stunden und weicht Ihnen kaum von der Seite.
Ihre Arbeiterin ist oft auch in der Kammer nur in der Nacht wagt sie sich raus.
Zum essen gibts bis jetzt nur Heimchen. Tot werden sie leider nicht angenommen somit gestaltet sich bei einer so kleinen Kolonie das füttern etwas aufwändiger.
Damit ich sicher gehen kann, dass das Heimchen nicht aus der Box entwischt halte ich nachts der jagenden Arbeiterin das lebende Futter vor die Nase. Das Futter wird ca 1x die Woche dankend angenommen und in die Kammer gebracht.
Zuckerwasser wird eigentlich gar nicht angenommen und biete nur noch Wasser an.
Mehr gibts eigentlich im Moment nich zusagen ich berichte sobald die ersten Larven da sind :drehen:


Viel Spass in Zukunft beim lesen und ich hoffe mal das beste Grüsse


Cama



Anregungen,Fragen,Diskussionen bitte Hier http://www.eusozial.de/viewtopic.php?f=33&t=1742








Post 18721 - 05.05.2012 17:38:39

Endlich ist es soweit.
Die erste Larve ist zu sehen. Auf den ersten Blick konnte ich sie kaum erkennen. Natürlich freu ich mich nach ca 6 Wochen Wartezeit sehr über die erste Larve. Etwas bedenken hatte ich anfangs, da immer wieder weisse Eier vorhanden waren. Bei fast allen Ameisenarten sind frisch gelegte Eier weiss und werden mit der Zeit gelb. Laufend waren neue Eier da, andere wiederrum sind verschwunden.
Da jetzt definitiv eine Larve geschlüpft ist muss ich keine Angst mehr haben , dass nur Futtereier gelegt werden.
Der Nesteingang wurde verschlossen undwird nur sehr selten aufgemacht. Ich vermute auch, dass die Eieranzahl bewusst höher als die Schlüpfrate ist, damit sich die Gyne und Arbeiterin weniger nach draussen in Gefahr begeben müssen. Wirds mit dem Futter knapp wird ein Ei gefressen.
Ist die Kolonie erstmal grösser ,werde ich schauen was es aufsich hat mit diesen Futtereiern. Gut möglich, dass die Ameisen genug jagen und keine Futtereier mehr benötigen.


Ansonsten gibts eigentlich nix neues zu berichten. Die Ameisen sind zu 90% in der Kammer und brauchen wenig Pflege.
Auf dem Foto kann man gut die Grossen Augen erkennen und die kleine mini Larve.
Mir gefallen die kleinen Dornen der Larve sehr gut mal etwas anderes als einfach glatt.
Hab leider noch kein gutes Makro gekauft und konnte nicht näher mit der Kamera hin.
Werde später sobald die Larve grösser ist ein neues Foto machen.





Post 18820 - 10.05.2012 17:48:03

In den letzten 5 Tagen sind weitere 3 Larven geschlüpft.
Die Ameisen zeigen jetzt sichtbar mehr Intresse an Futtertieren. Durch die sehr kleine Kolonie gestaltet sich das Füttern etwas schwieriger.
Die Ameisen nehmen nur Lebendfutter an. Ich verfüttere oft kleine und mittlere Heimchen. Ist die Ameise per Zufall draussen, verfüttere ich direkt lebend von der Pinsette. Oft jedoch sind sie im Nest und kann das Heimchen durch leichtes anheben der Plexiglasscheibe direkt reingeben.
Die Ameisen greifen sofort an und legen das gelähmte Heimchen zu den Larven.Ich kann bei dieser Art keinen, kaum Stress erkennen und bin mir durch diese Art zu füttern sicher, dass die Ameisen auch genügend erwischen. Ist die Kolonie mal etwas grösser kann ich auf diese extra Pflege verzichten.


Koloniestand:


1 Gyne
1 Arbeiterin
4 Larven
5 Eier




Post 18851 - 12.05.2012 16:05:27

Heute hab ich mir ein richtiges Makro Objektiv gekauft und natürlich gleich losgelegt.
Hier mal meine ersten Versuche:









Post 18889 - 15.05.2012 19:14:02

Heute gibts leider schlechte Nachrichten.Von den 4 Larven sind nur noch 2 vorhanden.
Ich dachte anfangs, dass 2 irgendwo versteckt sind doch leider sind die nicht mehr aufgetaucht.
Die 2 noch vorhandenen Larven fressen täglich an einem Futtertier und sind sichtbar gewachsen.


Jetzt frag ich auch, habt ihr schon ähnliches beobachtet bei dieser oder einer andern Art?
Wäre das möglich, dass anfangs nur die stärksten und besten Larven überleben oder die Ameisen absichtlich dafür sorgen?
Eigentlich wäre Futter für alle genügend vorhanden gewesen.
Bitte nuzt hierfür meinen Disskusions Thread.


http://www.eusozial.de/viewtopic.php?f=33&t=1742



Post 18930 - 20.05.2012 18:23:49

Die Lage hat sich nicht verbessert, im Gegenteil die einzige Arbeiterin ist gestorben :(
Sie war die letzten 2 Tage vermehrt ausserhalb des Nestes und sah auch etwas plump aus. Sie starb langsam, jedoch ohne Gleichgewichtsstörungen oder sonstigen komischen Anzeichen welche zb durch einen Pilz oder Vergiftung auftreten können.
Da die Ameisen alles Wildfänge sind könnte es durchaus sein, dass sie altershalber gestorben ist.


Schon wie in meinem letzten Beitrag beschrieben, ist die Brutpflege sehr schlecht und durch diesen Verlust wird die Brut noch schlechter versorgt.
Die Gyne ist jetzt auf sich allein gestellt. Mittels einer feinen Federpinzette konnte ich den mittelgrossen Larven ein kleines Heimchen dazulegen welches auch angenommen wurde.


Ich hoffe sehr die Gyne hält durch und lässt ihre Brut nicht im Stich.


Koloniestand:


1 Gyne
2 Larven
5 Eier


Da die Ameise tot ist, hab ich die Möglichkeit in Ruhe Fotos zu machen ( wenigstens etwas erfreuliches )











Post 18999 - 25.05.2012 19:00:35

Weiterhin versorge ich die Larve selber mit einer Pinzette. Die Gyne ist oft in ihrer Nähe aber die Versorgung scheint nicht sehr gut zu sein.
Fast jeden Abend heb ich vorsichtig die auf dem Nest liegende Plexiglasplatte ab. Atem anhalten und schnell ein kleines Futtertier neben die Larve platzieren. Die Larve beginnt selbständig zu fressen . Die Gyne scheint es nicht zu stören und lässt der Larve das Futter.
Läuft es weiter so gut mit der Fütterung hat die Gyne evt bald wieder eine Arbeiterin :)
Wie auf dem Foto zu erkennen, hat die Larve jetzt nach ca 20 Tagen die grösse einer Fliege.





Post 19027 - 28.05.2012 15:58:50

Gestern Abend wollte ich ein neues Futtertier der Larve hinlegen. Kaum hab ich die Abdeckfolie entfernt, sah ich, dass sich die Larve sich am verpuppen ist :feiern: .
Ich hab nicht damit gerechtnet , da die Larve eigentlich noch nicht sehr gross ist . Normalerweise kommt die Länge einer Puppe ca einer Ameisenlänge gleich. Aber trotzdem freu ich mich natürlich über die erste Puppe.


Von den 5 Eiern ist eine 2 Larve geschlüpft welche auch wieder an meine hingelegten Futtertiere geht.
Da oftmal die Eier verschwinden oder versteckt werden, werde ich nicht mehr über jedes Ei Buch führen.
Es kommt durchaus mal vor, dass die Gyne die Eier versteckt oder 1-2 gefressen werden diese wiederum werden schnell ersetzt durch neue.
Durch meinen Haltungsbericht, kann ich jetzt ca die Entwicklungszeit der Larven bestimmen.


Ei zur Larve ca 3-4 Wochen
Larve zur Puppe ca 3 Wochen
Puppe zur Ameise ca 4 Wochen



(Werte bei Zimmertemp. ca 20-22 Grad )


So wie ich sehen konnte, ist die Larve nicht auf die Hilfe der Gyne angewiesen und konnte sich selber einpacken.
Die Zeit zwischen den 2 Fotos beträgt nur etwa 5 Stunden. Von einer leicht mit Erde zugepackten Larve in 5 Stunden zu einer Puppe ist ziemlich schnell?


Die kleine grösser der Puppe, macht mich schon etwas misstrauisch. Bin gespannt was da rauskommt :denken:





Post 19428 - 30.06.2012 16:29:48

:feiern: die Puppe ist geschlüpft :rock:


Zu meiner Freude ist die geschlüpfte Ameise gesund und munter. Die Gyne hat wieder Unterstützung und ich muss selbst nicht mehr eingreifen.
Es scheint wie bei andern Ameisenarten üblich eine Pygmäe zu sein. Sie ist sehr klein vorallem die Gaster ist extrem kurz.
Anfangs hatte ich auch Angst, es könnte ein Bock schlüpfen :)
Von der Puppe zur Ameise geht es ca 4 Wochen. In dieser Zeit ist es mir nicht mehr gelungen die Larven ,die immer wieder da waren selbst gross zu ziehen.
Die geschlüpfte Ameise kümmert sich von nun an um die Brut .
Die Fotos werden nicht mehr wirklich klar, da die Ameisen die Scheibe zugesaut haben und die Feuchtigkeit zusammen mit Dreck auch nicht gerade hilfreich ist.
Ich werde in den nächsten Wochen ein kleines neues Nest basteln , damit die kleinen wieder ein sauberes Zuhause haben.
Diese Art ist ja ohnehin schon anfällig auf Milben.


Ich hatte auf dem liegenden kleinen Nest immer 2 Stück rote Folie übereinander. In Foren und Sendungen hört man immer, dass Ameisen Rotlich nicht wahrnemen können. Ich glaub eigentlich nicht wirklich mehr dran. Die Ameisen haben ständig versucht mit der vorhandenen Erde die Plexiglasscheibe zu zudecken. Das Nest steht kaum in der Sonne und trotzdem bauen sie im Nest selber richtige kleine Iglus. Da ich ab und an eingreifen musste, um die eine Larve zu füttern, sind diese auf dem Foto nicht mehr sichtbar.
Ich werde in Zukunft keine rote Folie verwenden und es komplett abdecken. Das kann ich euch ebenfalls empfehlen.





Post 19578 - 10.07.2012 20:05:45

Wie angekündigt, habe ich das dreckige Nest neu gemacht. Die Ameisen haben sich ganz gut an das alte Nest gewöhnt und hab darum nix geändert. Anfangs wollte ich ein ganz neues basteln hab mich aber entschieden , dass alte Nest richtig zu reinigen und neuen Sand einzufüllen.
Das ganze geht natürlich nicht mit Ameisen drin. Ich hab die 2 vorsichtig mit der Ferderpinzette geschnappt und in ein RG geschlossen.
Auch die Eier und Larven wurden auf diese weise aus dem Nest genommen. So konnte ich das leere Nest aus der PVC Box nehmen und alles richtig reinigen und neu machen.
Der Sand ist jetzt rot dadurch kann ich die Tiere besser vom Bodengrund unterscheiden :) . Die ganze Übung dauerte 15min und die Ameisen warteten ruhig in dem RG auf ihr sauberes Zuhause. Die Larven/Eier wurden wieder in das Nest gelegt und um den Ameisen etwas Arbeit abzunehmen ein frischer Heimchenkopf. Zum Schluss kommt die Plexiglasplatte drauf und fertig die Ameisen können das Nest wieder beziehen.


Zur Kolonie selbst:


Seit der Arbeiterin entwickeln sich wieder besser Larven und die Fütterung klappt besser. Leider seh ich trotzdem immer wieder das eine Larve die andere daneben frisst. Kommt das anfangs öfter vor, nach dem Motto der stärkste überlebt? Was habt ihr für Erfahrungen bei Gründerkolonien?
Es ist für mich schwierig euch auf dem genauen Stand zu halten da ständig neue Eier gelegt werden andere wiederum verschwinden. Das selbe gilt auch für die Larven. Gutes Zeichen für mich: Es sind immer Eier und Larven vorhanden.
Man braucht echt viel Geduld bei dieser Art.


Hier einige Fotos vom gesäubertem Nest








Post 19687 - 22.07.2012 13:16:20

Ca 12 Tage sind seit meinem letzten Eintrag vergangen und die Larven wurden richtig gross in dieser Zeit. Am besten vergleicht ihr die Fotos vom letzten Eintrag mit den jetzigen Fotos.
Die Pygmäe versorgt die Larven gut mit Futter, so dass die Gyne kaum mehr was zu tun hat. Alle 24 Stunden bekommen sie ein Heimchen direkt ins Nest geworfen, damit ich sicher bin, dass genügen gefangen wird. In der Zeit von 24 Stunden wird das Heimchen ganz gefressen oder nicht mehr akzeptiert, da es schon zu alt ist. Die Ameisen sind in dieser Hinsicht ziemlich heickel.
das Nest scheint noch etwas zu gross für die Ameisen zu sein, da der Abfall in einer Ecke gelagert wird und nicht aus dem Nest transportiert wird. auf dem Foto weiss markiert. Den Dreck wegzumachen bleibt natürlich an mir hängen :tapping:



Hoffe der Bericht wird nicht langweilig jedoch braucht es bei dieser Art echt Geduld und Zeit bis es richtig losgeht.





Post 19860 - 05.08.2012 16:53:53

Wie ihr evt schon wisst, war ich 8 Tage im Urlaub in Thailand. Es war sehr schön zu sehen, dass nach meiner Rückkehr 2 neue Puppen da waren.
Bei einer solchen Art zählt für mich jede einzelne Ameise und ist was besonderes speziell natürlich auch in der Zeit wo die Kolonie noch sehr klein ist. Bei kleinen Ameisen wie zb Pheidole freut man sich nicht so sehr ,über jede einzelne Ameise aufs neue ( Ist jedenfalls bei mir der Fall )
Ich füttere jetzt oft gerne 2-3 kleine Grillen, da die dann aufgeteilt werden und so die Larven besser versorgt sind und nicht nur die grossen was abbekommen dadurch hab ich logischerweise schneller verpuppungsfähige Larven.


Hier noch ein Foto von heute




Post 19915 - 10.08.2012 15:05:15

Was denn das?


Bei meiner täglichen Fütterung endeckte ich eine sehr seltsame Puppe. Was wächst da raus? Ein Parasiet? Die Larve die rauskommt?
Evt hat jemand eine Idee? :tapping:
Das aus dieser Puppe keine Ameise mehr wird ist mir klar. Schade um die verlorene Arbeiterin.





Post 20026 - 19.08.2012 15:10:30

4 Tage Festival überstanden und jetzt gleich nach den Venator geschaut.
Die oben im Bericht gezeigte seltsame Puppe lag vor dem Festival ausserhalb des Nestes. Es sah so aus, als wollte die Larve aus der Puppeschale ausbrechen und ist gestorben. Blöderweise, wurde 1 Tag danach auch die 2 Puppe aus dem Nest geworfen. Von den 3 Puppen war demnach nur noch 1 übrig. Sehr schade bei dieser kleinen Kolonie und es heisst wieder Geduld haben.
Da es einen Grund für das Puppensterben geben muss, hab ich angefangen weniger das Nest zu befeuchten und es scheint zu funktionieren.
Die letzte der 3 vorhanden Puppen wurde nicht aus dem Nest geworfen. Da ich nur eine Kammer habe ist es natürlich um so wichtiger die richtige Feuchte zu haben, da sie die Brut nicht gross verteilen können. Ich habe nur einen kleinen Wassertank ( ca 1dl ) und hab darum jeden Tag befeuchtet, was anscheindend doch zu viel war....Ich befeuchte seit einigen Tagen nur noch alle 2-3 Tage.
Wie gesagt bin ich heute nach dem Festival die Ameisen besuchen gegangen und konnte sehen, dass ich wieder 3 Puppen habe :feiern:
2 ganz frische und die eine ältere, die die die zu hohe Feuchte als einzige überlebt hat. Das ganze wirft meine Kolonie wieder zurück um 1-2 Monate.
Koloniestand:


1 Gyne
1 Arbeiterin
3 Puppen
5-10 Eier
0 Larven


Dass sich die Kolonie sehr langsam entwickelt wusste ich und hab ich auch anfangs erwähnt. Dass die Tiere aber wenig Arbeit machen nehm ich zurück. Es braucht sehr viel Fingerspitzengefühl und ständige Kontrolle. Das gleiche gilt für das Füttern.
Oft werden von 4 angebotenen Heimchen am gleichen Tag 3 nacheinander aus dem Nest getragen. Das heisst solange etwas anbieten bis etwas angenommen wird. Selbst frische Fliegen werden nicht immer angenommen.
Versucht hab ich bis jetzt Würmer, Heimchen, Fliegen, Spinnen, Heimchen, Grillen... angenommen wird eigentlich alles, aber wie oben beschrieben oft erst nach 2-3 Versuchen. Die nicht verwerteten Futtertiere, die aus dem Nest fliegen, werf ich den Pheidologeton rein, welche alles verdrücken, was kommt.
Ein anderer Punkt bei so einer kleinen Kolonie ist das Sauber Halten des Nestes und des Beckens. Ich musste ja schonmal die Kolonie rausnehmen um das ganze zu reinigen und es sieht so aus, als wäre das bald wieder nötig. Ich habe natürlich auch Angst vor Milben und versuch das ganze sehr sauber zu halten.
Ich würde sagen, man sollte sich diese Art nur zulegen, wenn man schon einige Exoten gehabt hat und das nötige Fingerspitzengefühl entwickelt hat. Es muss natürlich auch unterschieden werden , wie gross man anfängt. Mit einer einzelnen Gyne schätze ich ist es sehr schwer ein, überhaupt was zustande zu bringen. Mit 1-4 Tieren, etwa so wie ich hier gestartet habe, könnte es mit etwas Glück und Können hinhauen. ( Wir werden sehen... )
Grössere Kolonie 20 Tiere und mehr denke ich sollte gut klappen.
Trotz diesem schwierigem Start sind diese Tiere nachwievor meine Lieblinge und freue mich jedesmal, wenn was neues passiert ist.
Da in den nächsten 1-2 Monaten die Kolonie auf 3-5 Tiere steigen sollte und ein Nest-Putz sowiso ansteht, plan ich bereits ein 30x40 Becken einzurichten. Die Tiere können sich dann selbst mit Futter versorgen und ich kann ihr Jagdverhalten besser beobachten.
Für die, die es evt noch nicht wissen, diese Ameisen sind sehr gute Jäger, welche die Beute oder auch mich selbst mit den grossen Augen sehr weit sehen können. Bei bewegenden Futtertieren oder wenn ich zb die Nestabdeckungen abnehme, richten sich die Ameisen mit den Köpfen sofort nach dem Objekt. Sehr schön geht das wenn man mit dem Finger in ca 10cm Abstand hin und her geht. Die Ameisen folgen dem Finger mit fixiertem Blick und schwenken dabei den Kopf hin und her. Immer wieder verblüffend wenn man bedenkt, dass es Ameisen sind. Ich würde das Sehvermögen mit Myrmecia pavida vergleichen.
Ist also ein Futtertier erstmal erkannt, laufen die Ameisen ihnen nach. Steht das Futtertier still, bewegt sich die Ameise bis ca 5cm an das Tier ran und bleibt stehen. Ab jetzt fangen die Ameisen oft an mit dem Gaster zu wackeln ( sieht aus wie ein schwanzwedelner Hund ) und näheren sich geduckt dem Beutetier, es sieht fast wie schleichen aus. Jetzt schnappt die Ameise zu und lässt nicht mehr los bis der Giftstachel das Tier gelähmt hat ( Beute wird nicht getötet sonder lebend konserviert ). Die andere Variante ist, dass die Ameise anstelle von Anschleichen einfach von ca 10cm die Beute anspringt. Eine weitere sehr schöne Eigenschaft der Art. Ich selbst hab bis jetzt Sprünge von bis zu 20cm gesehen.
Auch vor dem Absprung wedelt die Ameise mit dem Gaster. Dasselbe gilt auch bei Bedrohung. Warum genau diese Ameisen mit dem Gaster wedeln kann ich nicht sagen. Ich könnte mir vorstellen, die Ameise macht sich dadurch optisch grösser oder irritiert damit Feinde.
Ich kenne das ganze Jagdverhalten, da ich mal eine etwas grössere Kolonie ohne Gyne hatte und alles selbst beobachten konnte. Hoffe konnte auch Lesern mit weniger Erfahunrg diese Art ein bisschen näher bringen.



Post 20081 - 24.08.2012 17:17:08

Glaube das Bild erklährt alles, freu mich sehr





Post 20267 - 02.09.2012 14:42:45

Seit einigen Wochen und dem letzten Bild hat sich leider nix mehr bei der kleinen Kolonie getan.
Es werden einfach keine Larven mehr aufgezogen. Es sind immer 5-10 Eier vorhanden, aus welchen sich ab und an Mini-Larven entwickeln, jedoch innert 2-3 Tagen wieder verschwinden. Ich erkenne nix auf dem Abfallhaufen und sehe keine Reste.
Ich hab im Moment nicht vor, die Haltungsbedinungen zu ändern, da ich noch 2 Puppen habe, welche bald schlüpfen und ich diese nicht verlieren möchte.
Sobald die beiden Puppen geschlüpft sind, werde ich ein 40x30 Becken für die Ameisen einrichten. Ich erhoffe mir dadurch, dass wieder Larven aufgezogen werden und die Kolonie wächst. Problem bei dem jetztigem Nest im Moment ist, dass es nur 1 Kammer gibt, was sie auch in der Natur mögen. Der Nachteil ist jedoch, dass immer gleiche Bedinungen herrschen... Die Ameisen haben nicht die Möglichkeit, zb falls es zu feucht ist, sich weiter als 2-3cm vom Befeuchtungspunkt zu entfernen. Im neuen Becken wird sich das ändern.
Ich werde in den nächsten Tagenmit dem Becken anfangen und die Fotos natürlich hier vorstellen.


Der Umzug erfolgt dann mit 4 Arbeiterinnen und 1 Gyne



Post 20433 - 22.09.2012 12:31:04

Das neue Becken




Wie angekündingt hab ich meinen lieblingen ein neues Zuhause eingerichtet. Das Becken welches ich verwendet habe, hat die Grösse 40x30x20cm.
Für das Nest habe ich einen Ytong verwendet, welchen ich auf die Grösse des Beckenbodens zugeschnitten habe und liegend eingebaut habe.
Liegend aus dem Grund, da ich die Sicht auf das Becken durch einen stehenden Block nicht verdecken wollte. Weiterer Grund ist , ich kann so das Becken gut und lange feucht halten in dem ich einfach den Boden ( Ytong ) alle paar Tage über die ganze Fläche etwas feucht mache. Der Ytong kann dank seiner Grösse jetzt auch wenn ich in die Ferien gehe lange Feuchtigkeit abgeben.
Für die eigentliche direkte Nestbefeuchtung, auf der linken Seite noch ein Wassertank eingearbeitet. Dieser befeuchtet hauptsächlich die darunterliegende Nestkammer . Wie man sieht hab ich 3 Kammern gemacht sie sind je ca 7cm lang und 2-3cm tief. Von links nach rechts reicht es von fast nass bis trocken. Der Wassertank wird noch mit kleinen Steinen geschmückt so das die Ameisen gefahrlos trinken können.



Auf den Ytong hab ich eine dünne schickt Thongranulat vermischt mit Sand verteilt. Diese einmal feucht gemacht wird ziemlich fest und soll den Ameisen einen natürlichen untergrund ausserhalb des Nestes bieten. Im Hintergrund einpaar Kunstpflanzen :) brauchen kein Wasser und keine Pflege. Ich erwarte noch ein Paket darum sieht das Becken noch etwas leer aus. Es sollten noch einpaar Ästchen mit Moos rein und sonstigem Kleinkram.
Da es langsam aber sicher kühler wird, bekommen sie noch eine kleine Heizmatte von vorne an eine Kammer geklebt und auf den Deckel stell ich noch eine 25 Watt Lampe die die Temperatur zum Zimmer noch um 2-3Grad anheben soll.
Fotos vom ganz fertig eingerichtetem Becken folgen in den nächsten Tagen.


Zur Kolonie


Da ich das neue Becken mehr oder weniger fertig hatte, hab ich die Kolonie von Hand doch schon vor dem Schlupf der noch 2 vorhandenen Puppen umgesetzt. Die Ameisen versteckten sich zuerst aus Angst in den Kunstpflanzen und liessen die Brut zurück. Im Schutz der Dunklheit sind sie aber über Nacht in die Kammern gezogen. Die 2 Puppen und ihre Eier natürlich inklusive. Es ging nicht lange und die 2 Puppen schlüpften und somit hab ich jetzt 4 Arbeiterinnen. Zu meiner Freude klappt es auch wieder mit Larven. Seit den 2 Wochen im neuen Becken sind schon 3 Larven vorhanden welche auch nicht mehr einfach verschwinden. Da die Ameisen ausschliesslich in der Kammer ganz links leben (unter dem Wassertank) samt Brut, vermute ich, hatte ich die Ameisen zu trocken gehalten und somit ein Grund warum im alten Nest keine Larven mehr überlebten.


Ansonsten ist nicht sehr viel aktivität zu sehen. Trotz jetzt 4 Arbeiterinnen kann man das Typische Jagen der Tiere noch nicht beobachten.
Sie verbringen 99% der Zeit in der Kammer . Kleine Futtertiere werden vermutlich Nachts eingetragen. Damit sie sicher was finden leg ich ihnen jeden 2 Tag etwas frisches direkt an den Eingang.
Selbst der Gang zu den andern Kammern im Nest selbst wird verschlossen . Die Ameisen benötigen noch sehr wenig Platz.
Schön zu sehen ist jetzt ihre gute Sehfähigkeit. Beim Foto machen kommt es oft vor das sie mich direkt anschauen :)







Zum Abschluss möchte ich sagen es ist wieder alles in Ordnung mit der Kolonie und Freue mich euch weiter zu berichten in Zukunft


Grüsse Cama



Post 20514 - 26.09.2012 16:51:30

Die restlichen Sachen sind eingetroffen und ich konnte das Venatorbecken fertig einrichten.
Die Deko besteht jetzt noch aus einigen Steinen und Ästen. Ich mag es lieber schlicht dafür kann ich die Ameisen besser beobachten.
Weiter hab ich eine kleine Heizmatte an eine der 3 Nestkammern geklebt. Zusammen mit der Lampe oben drauf, hab ich eine konstante Temperatur von 26 Grad.


Hier das versprochene Foto des fertigen Beckens





Post 20706 - 13.10.2012 14:35:29

Im neuen Becken läuft es nach wie vor gut.
Sie befinden sich immer noch ganz links in der ganz feuchten Kammer und verlassen diesen Ort auch nur sehr sehr selten.
Die rechte Kammer an der eine Heizmatte klebt wird gar nicht besucht. Sie haben in den letzten Wochen trotz Abdeckung des Nestes ,angefangen eine Art Bunker mit Sand zu bauen.
Das ganze erinnert mich an die Vespe die aus Erde einen Bunker baute um ihre Beute vor andern Tieren zu verstecken.





Wie man sieht ist der Bunker recht klein und hat ein ca 6-8mm grosses Eingangsloch. Es sieht immer sehr lustig aus, wenn eine Ameise da rausschaut und sich erkundet ob alles in Ordnung ist. Sie handeln in dieser Beziehung sehr bedacht. Oft sieht man auch nur die Fühler einer Ameise aus dem Loch ragen. Wie ein Radar wird die Luft geprüft um sich und die Brut zu schützen. Es ist sehr spannend zu schauen wie diese Tiere alles wahrnehmen.
Für die Fütterung steck ich ein lebendes kleines Heimchen oder auch mal ne kleine Schabe lebend in das Haupteingangsloch und verschliess dieses wieder. Die Futtertiere sind dann im Nest gefangen. Auch in diesem Fall dienen die Fühler der Ameisen ( Nase ) schon nach einer Minute kommen 1-2 Ameisen aus dem Bunkerloch raus und suchen gezielt nach dem Futtertier welches dann gestochen und ins Loch gezogen wird.
Leider kann ich jetzt keine schönen Fotos mehr machen und habe keine genaue Kontrolle über die Brut. Ich kann aber davon ausgehen das es gut läuft ja ständig neues Futter benötigt wird und einmal als der Bunker etwas defekt war konnte ich kurz 4 ausgewachsende Larven sehen.



Post 20872 - 03.11.2012 08:45:58

Zugabe von 6 H.venator Königinnen


Da ich durch einen guten Kontakt an 6 Königinnen gekommen bin, die alle zusammen in einem kleinen Ytong lebten, ist mir die Idee gekommen, diese Tiere meiner Kolonie dazuzugeben.
Es war schon sehr spannend zuzuschauen als ich die neuen Königinnen direkt in das Nest meiner kleinen Kolonie laufen liess. 4 Stück gingen als ich sie vor dem Nesteingang losliess, direkt rein in die Kammer der Kolonie und wurden nur kurz begutachtet... im 5 Sekundentakt, liess ich eine nach der andere in die fremde Kolonie laufen. Bei den letzten 2 gab es gleich nach dem ersten Kontakt Panik auf beiden Seiten. Die Arbeiterinnen meiner Kolonie gingen auf diese 2 los und schnappten auch nach ihnen. Die Königinnen sahen ziemlich unterwürfig aus und duckten sich mit den Köpfen vor den Arbeiterinnen welche immer wieder zuschnappten. Sie wurden schlussendlich auch gestochen oder zumindest wurde es versucht.
Zum Glück besitzen Ameisen eine gute Panzerung und die Angriffe der Arbeiterinnen konnte meinen Königinnen nix anhaben. Nach 5-10 Minuten liessen die Arbeiterinnen von den 2 Gynen ab und es kehrte Ruhe ein. Die erschöpften Königinnen liefen erstaundlicherweise nach dem Kampf nicht aus dem Nest sondern gingen erneut in die Brutkammern und wurden schlussendlich akzeptiert :)


In der zwischenzeit sind alle Tiere auch aus diesem kleinen Bunker den sie gebaut haben ausgezogen (Platzmangel) und sind in die Kammer in der Mitte gegangen.
In den letzten Wochen ( Noch ohne neuen Gynen ) entwickelten sich ohne meine Einsicht 6 Puppen.
Die Kolonie besteht jetzt aus 7 Königinnen weiterhin 4 Arbeiterinnen 6 Puppen und einigen Larven.




Die neue Kolonie mit den vielen Königinnen


Das Jagdrevier ist weiterhin nur das eigene Nest selber. Die Tiere sind noch sehr vorsichtig was das erkunden ausserhalb des Nestes angeht.
Lebendfutter bekommen sie daher immer noch direkt ins Nest.
Die Kolonie lebt jetzt schon gut 1 Woche mit den neunen Königinnen zusammen und es gibt keine Kämpfe oder dergleichen..
Gestern konnte ich neue Eier endecken und bin jetzt gespannt ,wie sich die Kolonie mit 7 Königinnen vermehren wird. Ziel der sache ist es evt auch , diese schönen Ameisen züchten zu können. Ob später die Kolonie zu spliten oder Versuche mit Inzucht zu machen weiss ich noch nicht.


Grüsse Cama



Post 20891 - 05.11.2012 01:10:07

Milben!!!!!!


Kaum den Haltungsbericht aktualisiert was muss ich da sehen? Milben !!!
Ich weiss nicht, ob die neuen Königinnen diese eingeschleppt haben, oder ob diese durch Futtertiere und die Feuchte entstanden sind.
Ich muss zugeben,dass das Becken einen sehr dichten Deckel mit extrem feinem Gitter hat. Die Luft ist da drin immer sehr stickig und ich konnte nur Abends nach der Arbeit lüften damit auch keine entkommen kann.
Die Milben haben wie bekannt die Augen und den Mund der Ameisen befallen. Die Milben sind hauptsächlich auf den 4 Arbeiterinnen zu sehen die Königinnen sind fast ( noch ) Milben frei.





Tot den Milben !!!


Da ich bis jetzt so viel Energie und Zeit in diese Kolonie gesteckt habe, geb ich nicht so schnell auf. Milben vermehren sich schnell und können die Ameisen töten. Da ich die Kolonie auf keinen Fall überbrühen wollte, hab ich das Nest aufgebrochen und alle Ameisen eingesammelt und in eine leere Heimchenbox gesteckt.
Da ich schonmal Milben entfernen musste, wusste ich, dass diese am besten mechanisch zu entfernen sind. Als Werkzeug benötigte ich einen Make-Up Pinsel ( Dankeschön an meine Freundin) eine Aale und eine Federpinzette.





Die Milben sind sehr klein und eine Lupe wäre eine grosse Hilfe gewesen. Ich hatte leider keine und musste sehr nah ran, damit ich die Milben genau sehen konnte. Ich legte mich darum auf den Bauch. Vor mir eine kleine Stehlampe ebenfalls auf dem Boden die Arme abgestüzt auf dem Boden somit hatte ich einigermassen zitterfreie Hände.
Phase 1: Die Tiere hab ich einzeln mit der Federpinzette genommen und richtig mit dem Pinsel gebürstet. Einige Milben gingen ziemlich gut runter.
Die Milben sind wie kleine Wassertropfen die sich auf der Ameise schieben lassen jedoch nicht gut anheben lassen ,darum war es wichtig immer gegen aussen zb zum Gaster Ende zu schieben somit konnte ich die Milben richtig runterwischen. Sobald eine Rille gekommen ist steckten die Milben wieder fest und ich musste die Wischrichtung ändern.Nach dieser Behandlung waren ca 50% der Milben runter.
Phase 2: Als ich alle Ameisen einmal durch hatte, nahm ich erneut von vorne jede Ameise nachd er andern und zog sie mit der Pinzette durch trockenen Sand . Die Ameisen wurden richtig in den Sand gesteckt. Natürlich muss man da das nötige Feingefühl haben damit man die Ameisen nicht verletzt. Gefallen haben die Ameisen daran nicht gefunden aber es ist halt notwenig.
Nach der Tauchfahrt im Sand wurden die Ameisen wieder richtig mit dem Pinsel gebürstet. Der Sand auf den Ameisen wirkte wie ein Peeling und hat die hartnäckigen Milben weggerissen. Einige Ameisen musste ich 2-3 mal im Sand baden oder den Pinsel richtig mit Sand einsauen.
Es brauchte eine gewisse Härte mit dem Pinseln, damit alle weggingen. Diese grossen Tiere sind sehr robust und die Methode ist bei kleinen Ameisen bestimmt nicht zu empehlen.
Phase 3 Die staubigen Ameisen wurden mit einem nassen Pinsel nochmals gebürstet und unter der Lampe kontrolliert.
Letzte Milben wurden noch gezielt mit der spitzen Aale entfernt. Nach der ganzen Arbeit war ich ziemlich fertig da es schon ziemlich ansträngend war und man muss sich extrem konzentrieren . Der ganze Arbeitsplatz hab ich danach mit Seife gereinigt damit keine Milben auf dem Boden überleben. Die Werkzeuge abgekocht.





Das ganze dauerte ca 1-2 Stunde für die 11 Ameisen. Mir war es das wert und wie ich unter der Makrokamera erkennen kann, sind total noch an 2 Ameisen 2 Milben vorhanden.
Den Ameisen hab ich ein kleines Ytong Nest gemachtwelches ich 1-2 Wochen trocken lassen, damit sich keine Milben mehr bilden.
Es ist ein liegendes Nest wie ganz am Anfang damit ich eingreifen kann.


Das neue Zuhause





Das ganze war ein extremer Stress für die Tiere und habe dadurch auch die neuen Eier und einige Puppen verloren. Ich bin aber sehr erstaunt wie robust die Ameisen sind. Keine einzige wurde verletzt und schon nach 2 Stunden nach dem harten Eingriff, fressen die Ameisen im neuen Nest und sogar ein 1 Ei wurde gelegt. Bei andern Ameisenarten konnte ich oft nach so einer Störung Tage langes Futter verweigern beobachten. Von Eier legen will ich gar nicht erst sprechen. Also hut ab vor den tapfern Tierchen :feiern:
Ich achte in Zukunft auf mehr frisch Luft und versuche sie ohne geschlossenen Deckel zu halten.Der Ytong kommt in eine offene Box mit Ausbruchschutz.Ein liegendes Nest mit abnehmbarem Plexiglas ist ein zusätzlicher Schutz .


Zum Abschluss noch das Foto mit dem gelegtem Ei



VIDEO


https://www.youtube.com/watch?v=TuZffauZL8Q&feature



Post 21025 - 17.11.2012 17:00:48

Seit ca 2 Wochen leben die entmilbten Ameisen nun im liegendem Ytongnest, welches vorübergehend trocken gelegt wurde.
Die Milben scheinen wirklich weg zu sein, weshalb ich wieder mit mit dem Befeuchten angefangen habe.
Bei eher trockener Haltung entwickelten sich die Eier nicht zu Larven und wurden oft gefressen. Die Zugabe der 6 Gynen zeigt Wirkung in der Eierproduktion. Als ich die Tiere vor 2 Wochen umsetzte, waren keine Eier dabei, jetzt sind es bereits wieder 20-25 Eier :)
Ansonsten gibts nicht viel neues zum Verhalten der Tiere. Alle Gynen verstehen sich prächtig und verzehren deutlich mehr Insekten als die Arbeiterinnen.
Die Aussenaktivität ist immer noch gleich null. Sie verbringen Tag und Nacht in der gleichen Kammer und vermehren sich langsam aber sicher.
Ich muss dazu vielleicht sagen, dass ich sie so gut versorge, dass sie gar keinen Grund haben aus dem Nest zu gehen.


Heute gibts nicht viel zu schreiben, darum mal etwas mehr Fotos.


Eine Gyne beim Ei legen ( auf dem einen Pic sieht man sehr gut den voll ausgefahrenen Giftstachel)






Hier 2 Fotos einer Larve auch diese scheinen ein Gesicht mit Augen zu haben :)




Larve möchte sich verpuppen:



Hier sieht man eine aufgesprungene Puppe. Die Arbeiterinnen versuchen zu helfen bis sie merken, dass diese tot ist daraufhin, wird sie von den Kannibalen gierig aufgefressen. ( vermutlich wurde aus der Puppe nix, da ich diese vor 2 Wochen von Hand umsetzen musste )





Und zum Schluss paar Nestfotos allgemein:







Post 21561 - 30.12.2012 19:12:54

Lange habe ich nix mehr über meine H.venator Kolonie geschrieben. Es lief nicht mehr sehr gut mit den 7 Gynen zusammen.
Die Ameisen zeigten untereinander keinerlei Agressionen. Ich bemerkte jedoch, dass ich wieder neue Milben hatte. Es waren eher harmlose Futtermilben, aber es wurden mit der Zeit schon recht viele und ich bemerkte, dass die Ameisen dadurch die Brut, hauptsächlich die Eier, vernachlässigten. Die Eier lagen nicht mehr schön auf einem Haufen, sondern lagen in Abständen von 1-2cm im Nest rum.
Auch die vielen Gynen in der Kolonie machten Ärger. Sie frassen sich gegenseitig die Eier weg und die Anzahl der Eier schrumpfte von anfangs 25 Stück auf 2-5.
Hier ein Foto der Futtermilben:


Die Milben gingen nicht auf die Ameisen, jedoch fühlten sich die Ameisen gestört. Ich beschloss, die Gynen wieder bis auf eine zu entfernen und brach damit das Experiment ab.


Fazit:
Der Koloniewachstum wird durch mehrere Gynen bei dieser Art nicht beschleunigt. Im Gegenteil: es werden eher fruchtbare Eier gefressen.
Gut zu wissen ist jedoch, dass man sehr einfach Gynen bei H.Venator dazugeben kann. Bei längerer Haltung und plötzlichem Tod der Königin, ist also nix verloren und man kann einfach eine neue Gyne der alten Kolonie hinzufügen. 2 Kolonien mit bereits vorhandenen Ameisen zusammenwerfen ist auch möglich, jedoch muss anfangs mit Kämpfen und evtl. Verlusten gerechnet werden und von daher eher nicht zu empfehlen.
Laut einem Kontakt, den ich kenne, legt bei einer Kolonie mit mehreren Gynen nur immer eine Gyne Eier bis zu ihrem Tod. Erst dann wird durch Rangkämpfe eine neue Gyne bestimmt, welche Eier legen darf. Ich konnte das nicht beobachten, da ich schlecht sehen konnte, welche Gyne genau ein Ei gelegt hat.


Ich hab die Kolonie jetzt also wieder normal mit einer Königin. Die anderen Gynen hab ich einzeln in kleinen Boxen mit einem Rg und lasse sie da gründen.
Damit in Zukunft weniger Futtermilben entstehen, hab ich das Ytongnest jetzt mitten in einem Haufen Bioerde. Im Boden leben diverse Kleintiere, die ich mal versucht habe zu fotographieren.


Silberfischchen


ein kleiner Tausendfüssler ( keine ahnung ) die roten Punkte bemerkte ich erst unter dem Makro, sieht eigentlich ganz nett aus


Springschwänze


Auch einige Heimchen und Grillen hüpfen um den Ytong und ab und an gehen die Venator schon selber jagen und tragen etwas ein.
Durch das Gynen-Experiment hab ich wieder das Wachstum der Kolonie gestört. Ich bin aber trotzdem froh über meine neuen Erkenntnise über diese Art .
In der letzten Zeit sind trotz allem noch 3 neue Arbeiterinnen geschlüfpt und die Kolonie besteht jetzt aus 8 Arbeiterinnen und 1 Königin.
1 Arbeiterin ist gestorben, was nach so langer Zeit auch normal ist, denke ich .


Hier noch ein Bild einer frischen Arbeiterin




Post 22090 - 05.02.2013 21:25:25

Ein guter Monat ist vorbei und wieder Zeit für einen Bericht. Die ganzen Gynen, die ich aus der Kolonie entfernt hatte, bildeten in einer Box kleine Grüppchen und legten nach und nach Eier. Zu meinem Erstaunen blieben diese Eier und verschwanden nicht, obwohl es mehrere Gynen waren.
Ich wartete einige Tage ab und es wurden immer mehr Eier. Ich muss mein Fazit zurücknehmen, dass mehrere Gynen sich gleich konkurrenzieren und die Eier wegfressen.
Da es nun doch zu funktionieren schien, setzte ich die Gynen nochmals mit der Kolonie zusammen und gab der Kolonie gleich noch ein natürliches Becken. Das alte Nest war mit Bioerde optisch doch sehr fad. Ich habe im jetzigen Becken unten 2-3 cm Kies und drüber eine Schicht Walderde. Durch das Kies können sie sich nicht eingraben und Kleintiere finden da unten Unterschlupf. H.venator scheinen allgemein sehr grabfaul zu sein und nahmen ohne Umwege das liegende Ytongnest gleich an. Fürs Auge hab ich noch eine kleine Pflanze aus dem Baumarkt reingepflanzt.
Der Rest der Deko besteht aus Ästchen aus dem Wald und einem Stück Moos. Das Becken läuft nun sehr gut. Springschwänze und co vermehren sich extrem. Von Schimmel oder Milben keine Spur.
Die Ameisen fühlen sich wohl und ab und an erkunden sie das Becken.






In diesem Becken und Nest scheint alles zu funktionieren. Es leben 7 Gynen mit in der Kolonie und es wurden ca. 40-50 Eier gelegt. Die Eier haben eine schöne orange Färbung, was darauf schliessen lässt, dass diese Eier schon einige Wochen alt sind. Es verschwinden auch keine Eier mehr, was damals mein Grund war, die vielen Gynen aus der Kolonie zu nehmen. Was jetzt noch das Problem ist: es schlüpfen keine Eier. Von der Zeit hier sind die Eier bereits über 2 Wochen überfällig. Seit ich damals mit der Zugabe von Gynen angefangen habe, seit da läufts eigentlich schlecht mit der Vermehrung. Ich hab die Kolonie nun soweit, dass viele viele Eier gelegt werden, keine mehr verschwinden und die Ameisen gut fressen. Ich will das nicht schon aufgeben und übe meine Geduld.
An den Haltungsbedingungen scheints auch nicht zu liegen. Es herrschen am Tag um die 25 Grad im Becken in der Nacht ca 20 Grad.
Die Ameisen leben vorwiegend im Nest und lassen sich selten ausserhalb blicken. Der Nesteingang ist oft bis 2 cm dick mit Erde zugemauert. Um schnell raus und rein zu kommen, zwängen sie sich zwischen Plexiglasscheibe und Erde durch.
Die Gynen verlassen nie das Nest um zu jagen. Da die Kolonie aus ca 50% Königinnen besteht, ist evtl. die Nahrungsausbeute der jagenden Ameisen zu gering, weshalb ich oft auch direkt ins Nest füttere. Momentan bekommen sie jeden Abend 1-2 kleine Heimchen direkt ins Nest, wobei sich dann auch gleich bis zu 4 Ameisen draufstürzen. Im Becken freilebende Heimchen werden eher selten erlegt und eingetragen.
Ich hoffe, es ändert sich bald und es entstehen wieder Larven. Ansonsten weiss ich im Moment keine weitere Möglichkeit, was ich noch ändern könnte.




Wenn man genau schaut sieht man wie einige Ameisen an einem Heimchen nagen und das ganze Nest mit Springschwänzen besiedelt ist



Post 22189 - 17.02.2013 12:16:28

Die Eier hatten nun definitiv genug Zeit zu schlüpfen. Ich hab den Gynen und ihren Eiern über 6 Wochen Zeit gegeben und nix passierte. Ich nahm vor einigen Tagen zum letzten Mal alle Gynen ausser eine aus dem Nest. Eigentlich wollte ich meinen Haltungsbericht beenden, da ich keinen Sinn mehr darin sah und einfach keine Larven entstehen wollten. Heute Morgen steh ich auf, schau ins Nest und seh 7 Larven. :shock::feiern:
Nach x Versuchen und ca. 2 Monaten endlich wieder Larven. Nach diesen Beobachtungen und der ganzen vorhergehenden Geschichte kann ich jetzt endgültig und definitiv sagen, es ist nicht möglich, H.venator mit mehreren begatteten Gynen zu halten. Als mehrere Gynen in der Kolonie lebten, gelang es nicht einmal, dass 1 Larve aus einem Ei schlüpfte. Königinnen dieser Art wissen also ganz genau, welches Ei wann genau schlüpfen wird. Anders würde es nicht möglich sein, bei einem Eierhaufen von 30-40 Stück, der ständig grösser wird, zu verhindern, dass nicht 1 einzige Larve je zu sehen ist. Das Konkurrenzverhalten hab ich durch Wegnahme aller Gynen eingestellt.
Dieser Art scheinen richtige Haltungsbedinungen auch sehr wichtig zu sein, denn beim ersten Mal, als ich auch die vielen Gynen entfernt hatte, entstanden keine Larven.
Ich bin jetzt gespannt, was aus dem Mix der vielen Eier der verschiedenen Gynen wird. Da die vielen Gynen zusammen schön gelegt haben, hat meine Kolonie jetzt ne schöne Menge Eier und sie schlüpfen nach und nach. Im Moment sind es schon 7 kleine Larven und ich rechne in den nächsten Tagen mit einigen mehr. Ich bin echt überglücklich, dass ich diesen Haltungsbericht doch nicht abbrechen muss.
Damit die Ameisen sicher immer genug Insekten haben, habe ich gleich ne kleine Packung Heimchen im Becken ausgesetzt. Die Ameisen scheinen regelrecht zu hamstern und tragen diverse Heimchen ein.







Ganz vergessen die eine matte Schutzfolie von der Plexiglasscheibe zu nehmen hier ein paar schärfere Fotos:






Post 22402 - 10.03.2013 13:13:19

Das Glück hält nicht lange an.
Die geschlüpften Larven haben sich in den letzten 3 Wochen mit Insekten vollgefressen und sind richtig gut gewachsen.
Eigentlich ist der Zeitpunkt gekommen, sich zu verpuppen, doch es kommt anders. Die Ameisen fangen an die adulten Larven aus dem Nest zu tragen und zu entsorgen. Es werden auch nur immer die grossen Larven rausgetragen. Die Larven bewegen sich und sind optisch gesund, trotzdem werden sie entsorgt. Ich konnte es nicht fassen und legte einige Larven wieder zurück ins Nest jedoch ohne Erfolg, die Ameisen warfen sie erneut auf den Müll. Das ganze dauerte einige Tage, bis alle Larven weg waren. Ich kann es nicht verstehen den auch die Haltungsbedinungen wurden nicht geändert und die kleinen mini Larven gedeien.
Die Larven auf dem Müll werden nach und nach von Springschwänzen gefressen. Ich hab es mit dieser Art entgültig satt. Ich hab keine Lust mehr nach so vielen Rückschlägen die Kolonie weiterhin zu pflegen und werde sie abgeben. Das Leere Becken soll dann eine neue Ameisenart beziehen.


Ich denke bei dieser Art kommt es extrem auf die Kolonie und Königin an. Nur passende Haltungsbedinungen scheinen nicht zu reichen. Meiner Meinung nach kommt es extrem auf die Kolonie an. Fast schon eine Glücksache, was für eine Kolonie man bekommt. Anfangs als die Kolonie noch im Ytong lebte mit einer Gyne lief alles gut, bis zum Zeitpunkt als Milben gekommen sind und ich die Kolonie ausgraben musste.Einige schreiben sie sind anspruchslos andere schreiben kaum haltbar. Es kann beides zutreffen doch scheint ein kleines Problem schon ausreichend zu sein das ganze zu kippen.
Ich werde es evt später nochmal mit einer anderen Kolonie versuchen doch mit dieser hab ich endgültig abgeschlossen und schliess hier diesen Haltungsbericht.





Post 23142 - 26.05.2013 16:27:02

:servus: Ich möchte mich mit meinem Venator-Haltungsbericht zurück melden.
Vor ca. 2 Monaten hab ich diesen Bericht eigentlich abgebrochen, da keine Puppen mehr entstanden sind, trotz x Versuchen etwas zu ändern.
Da jetzt wieder etwas Hoffnung in Sicht ist, möchte ich diesen Thread wieder aufrollen.
Nach Abbruch des Hbs und des Umziehens in meine neue Wohnung, bekamen die Venator nur noch einen Platz auf dem Boden in einer Ecke.
Ich war etwas enttäuscht und gefrustet über die Kolonie und liess sie da stehen. Ich brauchte die (besseren) Plätze für die anderen Becken.
Da ich aber kein Unmensch bin und die Tiere nicht einfach sterben lassen wollte, warf ich jede 1-2 Wochen einige Heimchen lebend ins Becken und ein bisschen Wasser. Die Kolonie lebte für sich hin, ohne dass ich ständig kontrollierte und nach ihnen sah.
Der Kolonie ging es in dieser Zeit nicht schlechter und nicht besser. Es blieb alles beim Alten: Larven wurden aufgezogen, schafften aber nach wie vor keine Verpuppung.
Vor 1 Woche, als ich das Zimmer aufräumte, stand mir das Terrarium am Boden wieder einmal im Weg. Ich beschloss, die übrigen Ameisen in eine PVC Box zu packen und legte noch ein Rg rein. Somit war das Becken endlich aus dem Weg, denn die kleine Box stellte ich einfach auf ein anderes Terrarium.
Einige Tage später staunte ich nicht schlecht, als sich eine Larve verpuppt hatte, Eier vorhanden waren und einige kleine Larven :)
Es sind immerhin noch 6 Arbeiterinnen und 1 Gyne am Leben, evtl. schaffe ich es, daraus doch noch eine grössere Kolonie zu ziehen.






Post 23254 - 02.06.2013 17:45:52

Ganz kurzes Update:


Die Puppe ist geschlüpft und es ist eine normale Arbeiterin und kein Männchen :)
Ich hatte ja vor Monaten bis auf eine Gyne alle entfernt und verkauft, da sich mehrere Gynen sich in der Kolonie nur Konkurrenz machten.
Ich hab damals die Gynen erworben mit dem glauben, dass alle begattet sind jedoch weiss man das nie genau und bin jetzt froh, dass die Gyne in meiner Kolonie sicher begattet ist.