Liebe Ameisenfreunde.
Meine ältere Gigantiops-Kolonie stammt ja bereits selbst aus der Nachzucht aus einer Kolonie, die ich vor Jahren hielt (ab 2006). Diese Mutterkolonie zog damals viele Geschlechtstiere auf, die bei mir im Terrarium schwärmten und viele der Jungköniginnen gründeten bei mir in der Einzelhaltung mit guten Erfolg. Nicht alle aber waren erfolgreich mit ihrer Koloniegründung, aber immerhin die meisten. Das halte ich für normal, auch im Freiland bei selbst günstigen Umständen gelingt längst nicht jeder Königin die Gründung. Einige der Kolonien leben heute noch bei verschiedenen Haltern. So auch bei mir...
Eine dieser Jungkolonien behielt ich (zum Glück!) selbst, sie zieht nun seit längerem selbst ab und zu einige Geschlechtstiere auf, die auch ab und zu, leider aber im Moment sehr selten, schwärmen. Alles spielt sich nicht in dem grossen Umfang ab wie bei der ursprünglichen Mutterkolonie, aber immerhin gibt es nun die erste Jungkönigin, die erfolgreich ihre erste eigene Arbeiterin aufgezogen hat.
Diese Jungkönigin gründet seit etwa Mitte Juli, in meinem Gigantiops-Haltungsthread habe ich über die Kleine berichtet. Es existiert dort sogar ein Foto, auf dem zu sehen ist, wie sie von einem Männchen begattet wird.
Sie machte sich in der Zeit der Gründung einfach hervorragend, ernährte sich und ihren Nachwuchs mit trop. Springschwänzen und Zuckerwasser und saß fast immer, wenn ich nach ihr sah, brav in ihrem Nest bei ihrer Brut.
Heute war meine Freude gross, als ich beim Füttern meiner Jungkolonien die erste Arbeiterin im Nest der Jungkönigin sah. So richtig hab ich das nämlich selbst nicht für möglich gehalten, immerhin handelt es sich ja um Inzucht in der dritten Generation. Inzucht kann zu Schäden führen bei der genetischen Ausstattung eines Tieres oder im Verhalten eines Tieres, bei dieser Jungkönigin ist das offensichtlich nicht der Fall. Ebenso kann Inzucht völlig ohne Auswirkungen bleiben oder in seltenen Fällen sogar zu günstigen Veränderungen führen. Aber das wäre Evolution, die betreibe ich hier nicht...;) Ich züchte hier nur Ameisen.
Hier ein Foto meiner Heldin.
Wie gesagt, ich freu mich sehr über dieses mittlerweile langjährige Zuchtergebnis mit dieser wunderbaren Ameise. Es bleibt nun die weitere Entwicklung der Jungkolonie abzuwarten, sind erstmal weitere Arbeiterinnen geschlüpft, bekommt die kleine Kolonie natürlich ein artgemässes Zuhause in einem kleinen Terrarium.
Ich werde über die Entwicklung der Kolonie hier weiter berichten. Sie verdient ja nun einen eigenen Thread.
Anregungen und Bemerkungen bitte hier im Thread.
LG, Frank.
Hi Frank,
einfach genial, dass die Zucht wieder gelungen ist.
Es freut mich sehr und ich kann richtig nachfüllen, dass Du dich richtig happy fühlst.
LG
Holger
Danke Holger.
Ich muss mich berichtigen. Inzucht liegt ja eigentlich erst in der zweiten Generation vor. Die erste Kolonie wurde ja von einer im Freiland begatteten Königin gegründet. Deren Tochter, die von einen Bruder und damit Sohn der gleichen Mutter begattet wurde, ist nun die Mutter dieser Jungkönigin her, die ihrerseits von einem Bruder und damit Sohn dieser ersten in Inzucht begatteten Jungkönigin nun der zweiten Generation begattet wurde.
So, nun habe ich es wohl ausreichend komplizert dargestellt. Eigentlich ein ganz einfacher Sachverhalt, aber es ist mir nun gelungen, ihn möglichst unverständlich rüberzubringen...:D
LG, Frank.
Hallo
Interessanter Bericht! Mich würde dein Vorgehen wundernehmen! Hattest du Geschlechtstiere beiden Geschlechtes und sie schwärmten in deinem Becken? Oder hast du die Geschlechtstiere separiert und so gewartet bis diese Inzucht begehen, oder wie muss man sich das vorstellen?!
Gibt es viele Arten wo nachzucht möglich ist oder gibts da keine Info da zu wenig Versuche gemacht wurden?
Hallo Frank,
meinen Glückwunsch zum erneuten Erfolg bei der Nachzucht dieser fantastischen Art Hoffe du bleibst weiter am Ball und kannst zukünftig noch weitere Erfahrungen sammeln, um entsprechende Methoden weiter zu verfeinern.
Gruß,
Chris
Danke Euch beiden. Chris, bei denen bleib ich dran, sie sind für mich die erstaunlichsten Ameisen überhaupt. Seit ich sie einmal bei Gerhard auf dem Küchentisch herumflitzen sah und wie sie alles um sich herum beaugapfelten, seitdem bin ich diesen Ameisen verfallen... Sie sind wunderschön und haben ein ungeheuer facettenreiches Verhaltensrepertoire.
Geschlechtstiere vor der Kopulation separieren ist sinnlos. Die Tiere sind nicht blöd und werden von solchen Eingriffen, Fangaktionen und Umsetzungen so traumatisiert, dass sie lange Zeit nicht mehr an den Geschlechstakt "denken". Zumindest ist es bei den Gigantiops so. Ist ja auch unnötig, weil sie es ja im naturnah eingerichteten Terrarium tun. Entflügelte, begattete Weibchen werden später herausgenommen und dann seperat in Aufzuchtbehältern zur Koloniegründung gehalten.
Sicher kann man auch einige weitere Ameisenarten züchten und es gibt dazu Versuche von unterschiedlichen Haltern. Es gibt dazu auch Berichte, hier und in anderen Foren.
LG, Frank.
Ja, wirklich toll, Frank - da kann ich mich den anderen nur anschließen! Es macht immer Mut, über erfolgreiche Zuchtversuche zu lesen, und vielleicht klappt es dann auch mit weiteren Arten.
Grüße, Phil
Meinen herzlichen Glückwunsch zu diesem bemerkenswerten Erfolg, Frank!
LG
Volker
Einfach genial Frank! Freu mich sehr für dich und deine Nachzuchterfolge.
Immer schön weiter berichten, dass ist spannend und ja leider sehr selten, da viele Arten sich leider nicht so recht vermehren lassen wollen.
LG
Marcel
Hallo Frank,
Das freut mich, das es wieder geklappt hat mit deinen Lieblingen!
Lg
Rog
Hallo zusammen
Glückwunsch für diesen Erfolg ich bin etwas neidisch
ich versuche schon seit einem Jahr bei meiner pheidole megacephala eine nachzucht zu bekommen aber ohne Erfolg die Königinnen werden zwar begattet von mehreren Männchen aber wenn ich sie anschließend raus fange und in ein rg packe passiert nichts. sie gründen einfach nicht.
myinsecta.de schaut vorbei
...dankeschön an euch alle!
Eliteant: Das wird auch schwierig bis unmöglich bleiben bei deinen Pheidole, denke ich. Die Königinnen solcher volkreichen Arten werden oft von vielen Männchen begattet, zumindest von mehreren. Sie unternehmen zudem wahrscheinlich relativ weite Schwarmflüge, das macht es schwierig in Gefangenschaft.
Nachzuchten und Begattungen in Gefangenschaft gelingen aus versch. Gründen oft gut bei Arten, die in kleinen Kolonien leben. Einheimische Beispiele sind die Temnothorax und Leptothorax, Harpagoxenus. Ausserdem Polyergus, auch die haben bei mir vor Jahren erfolgreich kopuliert. Es gibt sicher weitere Arten. Kopulationen in Gefangenschaft erfolgten ausserdem bei Cataglyphis-Arten und eben hier bei den schönen Gigantiops. Königinnen all dieser Arten werden von einem oder von wenigen Männchen begattet. Und sicher kann Nachzucht bei weiteren Arten mit nicht allzu grossen Kolonien gelingen und ist sicher auch schon gelungen... Aber das ist keine Regel, sicher gibt es Ausnahmen und auch manche Arten mit volkreichen Kolonien können auf diese Weise nachgezüchtet in Gefangenschaft werden. Mir fällt nur grad keine ein.
LG, Frank.
Hallo Eliteant,
belasse die Königinnen doch einfach in der Kolonie. Pheidole megacephala ist eine invasive, stark polygyne Pheidole. Eigentlich müssten die Königinnen in der Kolonie aufgenommen werden. Es ist sinnvoller, entweder die Kolonie aufzuspalten, oder einfach zu den begatteten Königinnen Arbeiterinnen hinzu zusetzen. Das ist aber etwas OT, wie wäre es, wenn Du einen eigenen Thread dazu eröffnest?
Grüße, Phil
Yeah FranK!
Das freut mich ebenso, und auch ich wünsche dir mit der Kolone VIEL glück.
Es ist so wunderbar das diese genialen Ameisen sich nachziehen lassen, das macht mir für meine Kolonie wieder ein stück mehr Hoffnung =)
Leider bleiben bei meiner Kolonie die masse an Männer`n aus,...
MfG Christopher
Phil :
Meine eigene Homepage reicht mir als beschäftigung wenn ich noch in einem Forum Haltungsberichte schreiben würde wäre es doppet und dreifache arbeit. Soviel Zeit hab ich leider nicht. Aber wie gesagt auf meiner Homepage ist ein Haltungsbericht von meiner Kolonie.
Dies ist meine Homepage http://myinsecta.de
Einen Haltungsbericht habe ich ja auch gar nicht erwartet. Egal, ist Deine Sache, zurück zu den Gigantiops.
Grüße, Phil
Danke Christopher und nochmal, wie schon in den PNs, ich freue mich sehr, dass du diese Ameisen nun auch hältst. Das kommt schon mit den Männchen, warte einfach ab.
He Phil und andere, ihr könnt hier ruhig diese Themen diskutieren, das passt wunderbar hierher.
Und stimmt, das hatte ich überlesen, offenbar klappen die Kopulationen und Begattungen bei diesen Pheidole in der Haltung bei Eliteant. Damit ist doch die grösste Hürde genommen, versteh ich gar nicht, dass sich das nicht ausbauen lässt bei diese offenbar stark polygynen Art, die scheinbar gerne Jungköniginnen aufnimmt und adoptiert in den Kolonien.
So müsste es doch mit dem Zusetzen einiger junger Arbeiterinnen und etwas Brut zu den jungen begatteten Königinnen erledigt sein.
LG, Frank.
Hi
Wirklich super, dass wieder eine neue Kolonie entstanden ist.
Wenn das so weiter geht, können sich die Händler bald das Importieren sparen (;)).
Glaubst du Frank, dass es mit Geschlechtieren verschiedener Kolonien (wenn du jetzt z.B. eine weitere im Freiland gefangen Kolonie hälst) noch öfter und besser funktioniert hätte?
Bei Skorpionen geht das ganze auch auf jeden Fall etwas länger gut. F3 Tiere haben auf jeden Fall keine größeren Probleme...
Ich denke bei Säugetieren, Vögeln und Reptilien kann das schon anders aussehen.
Meines Wissens ist eine weitere Art, bei der die die Nachzucht bzw. Inzucht versucht wurde und funktioniert hat Harpegnathos saltator. Ich meine das ganze wäre in der Schweiz passiert.
Diacamma wurde bisher wohl versucht aber hat scheinbar nicht geklappt. Mir liegen auf jeden Fall keine positiven Infos vor.
Grüße Nils
Hallo Frank!
Auch noch mal von mir alles gute zu diesem Erfolg. Da kann man ruhig auch mal stolz drauf sein, auch wenn man sonst eher bescheiden ist.
Die Nachzucht von Ameisenarten wird aber leider trotzdem ein eher seltenes Schauspiel sein, wie lange machen wir das mit der Ameisenhaltung schon. Trotzdem gibt es relativ wenig positives aus der Nachzucht zu berichten. Einige wenige Versuche haben es zu einem Erfolg gebracht, denke da spontan noch an die Cataglyphis bicolor/desertorum. Es bleibt jedenfalls ein Spannendes Thema.
Hoffen wir mal das Frank noch ein paar mehr Gynen selektieren und zur Gründung bewegen kann. Dann haben wir alle was davon und leben einen Traum
So eine Gigantiops Kolonie macht sich sicher in jedem Tropenbecken ganz gut.
Gruß
Mathias
Danke Nils und Mathias.
Hallo Nils, das weiss ich nicht, aber vorstellbar ist es sicher. Zwei "Zucht-Kolonien" wären in jedem Fall produktiver. Der Aufwand, den das Ganze aber verursachen würde, würde sich gewissermassen verdoppeln. Schon das Zusammenbringen der Geschlechtstiere wäre viel aufwenidger, es müsste in einem gesonderten Terrrarium stattfinden mit Regenwaldbedingungen. Das würde bedeuten, mindestens drei grosse terrarien für die Gigantiops. Aus versch. Gründen würde es dabei schlechter funktionieren; umgesetzte Männchen und Weibchen werden nicht sehr bald kopulieren, besonders die Männchen aber versterben binnen kurzer Zeit ohne die Versorgung durch die Arbeiterinnen. tagelang hungernde Jungköniginnen, separiert in einen solchen Becken, werden auch nicht kopulieren wollen, alles sehr schwierig. Im Kolonie-Terrarium können alle schwärmenden Geschlechtstiere ins Nest zurückkehren, die Königinnen tun dies allein, die Männchen werden von den Arbeiterinnen oft wieder eingesammelt und heimgebracht ins Nest, wo sie weiter versorgt werden und so viel länger leben, als wenn sie das Nest endgültig verlassen hätten.
Da wir alle das hobbymässig betreiben und manchmal wenig Zeit haben, ist es fraglich, ob sich das wirklich lohnt. Es ist auch ganz sicher so, dass solche gezücheten Ameisen nicht unbedingt günstiger wären als welche, die im Freiland gefangen wurden.
Natürlich gab es zB. Anfragen, ob ich diese werdende Gigantiops-Kolonie hier verkaufen würde. Werd ich aus verschiedenen Gründen nicht, und ich wüsste auch nicht, wie man die bewerten sollte. Sie sind eigentlich unverkäuflich. Zwar ist diese Kolonie ein "Nebenprodukt" meiner Ameisenhaltung, trotzdem hab ich immer gehofft, dass ich wieder solche Jungkolonien aufziehen kann und der ja noch übersichtliche Aufwand, den ich mit meiner Gigantiops-Haltung betreibe ist ja u.a. auch darauf ausgerichtet, wieder neue Kolonien in dieser dritten Generation in meiner Haltung aufzuziehen. Das ist aber bisher mit dieser Mutterkolonie noch recht unergiebig, deswegen ist diese kleine neue und erste Kolonie dieser dritten Generation besonders wertvoll für mich.
Hallo Mathias, du hast natürlich recht. Man kann sowieso nur manche, wenige Arten züchten, von denen man einiges zu ihrer Biologie weiss und die aus versch. Gründen eben auch dazu geeignet sind. Beispiele hast du ja genannt und einige habe ich auch merhfach genannt. Aber auch bei diesen Arten, besonders bei den Cataglyphis-Arten, ist das Sammeln im Freiland meist "billiger" und wirtschaftlicher als das Züchten und Begattungsversuche in der Haltung (...ich weiss, diesen Aspekt hast du nicht gemeint, er spielt aber natürlich auch eine Rolle). Geht ja einfach schneller, wenn man weiss, wann und wo. Und nur selten sind solche Sammlungen eine Gefahr für Bestände einer Ameisenart. Zumindest, wenn Hobbymyrmekologen wie wir sammeln. Dabei geht es ja immer nur um wenige Tiere und nicht um viele Kolonien für endlose Versuchsreihen...;).
Bei den Zuchtversuchen in der Haltung aus gehaltenen Kolonien geht es also nicht um wirtschaftliche Aspekte, die können ein angenehmer Nebeneffekt sein und die weitere Haltung fördern und unterstützen, mehr nicht. Interessant ist vor allem, dass die Zucht bei manchen Arten gelingt und dass man so den gesamten Lebenszyklus einer solchen Art erleben kann. Denn man muss ja sagen, dass von vielen Arten wenig bekannt ist ausser taxonomische Vermessungen der toten Tiere. Was findet man schon zu den Gigantiops und zu ihrer Lebensweise, Nestbau, Koloiegründung usw..
LG, Frank.
Ich hab am Wochenende gefüttert und neuen Zucker gereicht und siehe da, eine zweite Arbeiterin ist zu meiner Freude geschlüpft. Ich bin eigentlich noch immer etwas überrascht, denn als ich diese Jungkönigin "eintopfte" in ihr Aufzuchtbehältnis, machte ich mir ehrlich gesagt wenig Hoffnungen und jetzt läuft es so gut bei ihr.
Schade, dass sie bis jetzt die einzige neue und begattete Jungkönigin ist ihrer Generation.
Ein Belegfoto, leider nicht sehr gut, aber man sieht die zwei Arbeiterinnen und die Königin.
Ich werde die kleine Bande wohl bald in ein kleines bepflanztes Terrarium mit Beobachtungsnest setzen.
LG, Frank.
Ich mach meine Drohung wahr und langweile Euch weiter mit dieser kleinen Kolonie....:)
Am Wochenende haben die Kleinen ein eigenes kleines Terrarium bezogen, bepflanzt mit ein paar Orchideen und den bei mir allgegenwärtigen Fleissigen Lieschen. Mit etwas sanften Druck konnte ich die kleine Kolonie am zweiten Tag dazu bewegen, endlich das Nest zu beziehen. Nun haben sie sich bereits häuslich eingerichtet.
Ein Blick in die Kinderstube der Kolonie.
Erstaunlich ist das Verhalten der Tiere. Sie haben wenig bisher gesehen und hatten nur wenige Eindrücke im früheren Aufzuchtbehältnis, alles ist jetzt für sie noch völlig neu und ungewöhnlich. So kommt es, dass diese Tiere im Vergleich zu den Tieren der anderen Gigantiops-Kolonie sehr scheu und aufmerksam sind gegenüber allem, was im Umfeld des Terrariums geschieht. Bei jeder Bewegung sind sie fluchtbereit, furchtsam drehen sie sich nach einigen Schritten um und taxieren die vermeintliche Bedrohung, dabei sich auf der Stelle hin und her bewegend, wohl um Entfernungen und Grösse der "Bedrohung" besser einschätzen zu können.
Am Verhalten dieser Tiere und im Vergleich zu den Tieren der anderen, älteren Mutterkolonie ist zu sehen, dass die Tiere lernen und sich an Umweltbedingungen und -veränderungen gewöhnen können, zB. mit vermeintlichen Bedrohungen leben lernen und diese nach einiger Zeit als nicht gefährlich einschätzen können und dann auch kaum noch beachten.
Ich glaube, diese Kolonie hier hat viel vor. Die wenigen Tiere, es sind nun übrigens schon drei Arbeiterinnen, ziehen ordentlich Brut auf.
LG, Frank.
Ich glaube Frank, nicht nur die Kolonie hat viel vor! Jedenfalls ein toller Erfolg (auch wenn ich mich hier wiederhole).
Was hast du eigentlich "mit etwas sanftem Druck..." gemeint?
LG
Volker
Hallo Volker. Die Gigantiops sind Gewohnheitstiere und geben ungern ein bekanntes Nest auf. Selbst, wenn es ungemütlich wird darin, wenn zB. Licht einfällt usw., wollen die nur ungern ein neues, unbekanntes Nest beziehen. So war es auch bei diesen hier.
Sie bewohnten ja noch ihr Reagenzglas, dass sie sehr nett ausgebaut hatten mit Zwischenwänden und enger "Eingangspforte", aber das sollten sie nun natürlich zugunsten des neuen Nestes an der Glasscheibe des Terrrariums verlassen. Nachdem ich zwei Tage gewartet hatte und sie immer noch nicht aus dem mittlerweile beleuchteten Reagenzglas ausgezogen waren, musste ich sanfte Gewalt anwenden und sie da rausholen. Sie also rausschütteln, was mir immer selber weh tut und mir etwas grob vorkommt. Ich mach das so sehr ungern. Ging aber schnell, und bei solchen Manövern sind diese Ameisen auch immer sehr umgänglich. Ihre guten Augen verführen sie dann geradezu dazu, erstmal zu verharren und zu gucken, nachdem man sie in solcher Weise aus dem Nest befördert hat. Sie rennen also nicht weg, reagieren nicht agressiv oder ähnliches. Eher erstmal scheu und abwartend, was nun wohl kommt. Sie gucken.. .
Dann habe ich die wenigen Ameisen in ein anderes Reagenzglas gesetzt, die Brut in den Eingang des neuen Nestes befördert und mit einem kleinen Schlauch hineingeblasen. Anschliessend das Reagenzglas auf dem Eingang des neuen Nestes gesetzt und fixiert, nun begannen die Arbeiterinnen schüchtern und erst nach einiger Zeit den Eingang zu untersuchen. Offenbar rochen sie nun die Brut und Partikel des alten Nestes. Nach einiger Zeit erkundeten sie das Nest vorsichtig, fanden die Brut und nun zog die kleine Kolonie endlich um.
Manchmal scheint mir, die Gigantiops zahlen auch einen Preis für ihre guten Augen. Sie sind damit im Aussendienst Einzelkämpfer und verstehen es weit weniger schlecht wie andere Arten, zu rekrutieren, auch dann, wenn es nötig und hilfreich ist wie bei Nestumzügen. Ihre Stärken in der Kommikation zwischen den Tieren der Art sind auf anderen Gebieten dafür wieder absolut einzigartig unter den Ameisen. Ihre Sehsinn aber lenkt sie immer wieder für lange Zeit von wichtigen Arbeiten ab, das passierte anderen Arten so nicht. Es kann dabei passieren, dass sie "vergessen", was sie tun "wollten" und sich einer anderen Sache zuwenden. Aber dieser Sehsinn und ihr etwas zerstreutes Wesen macht gerade die Gigantiops so einzigartig und auch liebenswert.
LG, Frank.
Hallo Frank,
vielen Dank für die ausführliche Antwort, gerade solche Dinge stehen nicht im "Lehrbuch" und können doch über Erfolg oder Mißerfolg entscheiden.
LG
Volker
Das stimmt, Volker. Man macht halt seine Erfahrungen beim Umgang mit den verschiedenen Arten und die können sehr unterschiedlich sein bei den verschiedenen Arten. Die Gigantiops sind am Anfang recht schwierig für einen mit der Art noch unerfahrenen Halter. Ihr Kommunikationsverhalten und besonders ihre "mangelhafte" Rekrutierung macht es schwierig, die Tiere umzusetzen usw.. Andere Arten wie Cataglyphis oder die vielen auf Strassen spurenden Ameisenarten organisieren sich viel schneller und effizienter, was es mitunter dann leichter macht, mit ihnen umzugehen. Manchmal aber auch schwieriger....;)
Vergleichen könnten man das Rekrutierungsverhalten der Gigantiops fast mit dem ebenfalls rudimentären Rekrutierungsverhalten der Myrmecia-Arten. Aber, immerhin ist es bei den Gigantiops üblicher und viel weniger selten, dass Nestgenossinnen getragen werden und diese Tiere scheinen den Weg während des Getragenwerdens zu erlernen. Myrmecia trägt auch Nestgenossinnen, aber ungeordneter und nicht immer in "bequemer" Paketstellung der Getragenen. Getragen wird aber, wie bei den Myrmecia nur bei Kolonieumzügen und so ist dies die einzige Form und Gelegenheit der Rekrutierung bei den Gigantiops. Futterstellen und Jagdgründe werden individuell erkundet und nicht gemeinsam ausgebeutet, höchstens durch Zufall bei gemeinsamen Auffinden der Nahrungsquelle.
Manchmal werden solche Ameisen wie die Myrmecia oder Gigantiops als urtümlich bezeichnet. Das ist natürlich falsch und zu vereinfachend. Die Tiere können das, was sie können müssen und was sie in ihrem Lebensumfeld benötigen. Sie sind dabei erfolgreich und die Arten haben bis heute überlebt. Und sie können manchmal eben einiges, was anderen Arten nicht möglich ist. Da ist bei den Gigantiops das visuelle Erkennen von Artgenosen auf Distanz, optische Kommunikation auf Distanz zwischen den Artgenossen, Kommunikation bei der rituellen Begrüssung durch Austausch von Futter und Pheromonen.
LG, Frank.
Manchmal werden solche Ameisen wie die Myrmecia oder Gigantiops als urtümlich bezeichnet. Das ist natürlich falsch und zu vereinfachend.
Interessant dabei ist ja, dass zwar das Verhalten der Ameisen zum Teil recht urtümlich ist/erscheint, allerdings der Körperbau durchaus sehr hoch entwickelt sein kann.
Zum Beispiel die Mandibeln von Myrmecia. Mit urtümlichen Mandibeln von Wespen oder Ameisen haben diese extrem verlängerten, spezialisierten Kiefer nichts mehr gemeinsam. Würde mich schon interessieren wie es zu dieser Entwicklung gekommen ist, da es bei vergleichbaren auch jagenden Arten nicht der Fall ist.
Ähnlich ja auch bei Gigantiops, deren Augen und ihr Körperbau wirken alles andere als urtümlich.
Primitives Verhalten und spezialisierte Körpermerkmale vereint, finde ich persönlich sehr spannend bei Ameisen.
Eine Überlegung noch zu diesem Thema, ist die Fähigkeit zu springen, welche ja bei beiden Gattungen vorhanden ist, auch ein urtümliches Verhalten? Immerhin kommt es bei "modernen" Arten, so weit mir bekannt ist, nicht vor.
Hallo Markus. Das mit dem Springen dieser Arten hat sicher auch mit ihren überlegenen visuellen Möglichkeiten zu tun, sie sehen gut und vor allem räumlich hervorragend auf solche kurzen Distanzen. Grosse, weit auseinanderliegende Augen ermöglichen das, denke ich. Ein leistungsfähiges Gehirn berechnet die Entfernung und den Sprung, ebenso, wie andere Insekten fliegend navigieren oder eben laufend. Ähnliches wie das Springen der Gigantiops und einger Myrmeciinen findet sich ja auch bei einigen anderen Arten wie den Harpegnathos, einigen anderen Ponerinen und auch Formicinen. Was diese kleinen Insekten können, besonders die sozialen oder wenigstens die brutpflegenden, nestbauenden, und unter denen vllt. wieder ganz besonders die fliegenden, die alle immer wieder zu ihrem Nest zurückkehren und mit traumwandlerischer Sicherheit im Raum navigieren, ist einfach beeindruckend und wird oft zu wenig gewürdigt.
Über die Kiefern der Myrmeciinen hab ich auch manchmal nachgedacht, als ich in der glücklichen Lage war, solche Tiere hier zu beherbergen. Ich finde aber schon, dass es auch zu ihnen Parallelentwicklungen bei anderen Arten geben könnte. Wieder bei manchen Ponerinen und Formicinen, auch bei Myrmicinen. Vllt. entstanden solche verlängerten Kiefern in einer Zeit, als die Arten klein waren und wie zB. die Myrmoteras Springschwänze jagten oder eben zumindest auf ähnliche Weise jagten, wer weiss. Dabei waren dann auch gut entwickelte Augen oder Tastorgane, wie sie manche Arten ausgebildet haben, vorteilhaft. Manche Arten wurden vllt. grösser und die verlängerten Kiefer erwiesen sich weiterhin als vorteilhaft. Es ist ja immer erstaunlich, wie sanft, geschickt und vorsichtig diese Ameisen wie die Myrmecia oder auch Odontomachus mit diesen Kiefern umgehen können, wenn sie ein winziges Ei vorsichtig aufnehmen oder fragile Nestbauarbeiten verichten. Und wie kräftig sie damit zuschnappen können und eine Beute oder den Halter packen können.
Ich finde auch das Spekulieren und Nachdenken über solche Sachen sehr spannend. Und legitim. Denn niemand wird je ganau sagen könen, warum nun alle diese Myrmecia solche verlängerten Kiefern ausbildeten, warum sie nur in dieser Region der Erde überlebten und hier sogar dominieren konnten, obwohl doch auch hier alle anderen konkurrierenden Ameisenverwandten mit etlichen Arten vorkommen und sogar noch einige andere, ebenfalls nur hier lebende usw.. Es wird immer nur Theorien geben, gute, nachvollziehbare und weniger gute. Wenn sich überhaupt jemand die Mühe und die Umstände macht, über diese Dinge nachzudenken und an ihnen zu forschen.
Die Ameisen sind wie alle Tiere für sich genommen wunderbar, besonders und beeindruckend. Alles, was wir über sie wissen, ist nur unser menschliches, beschränktes und von unserem Bewusstsein und unserem Drang nach Orientierung gefärbtes Wissen und für sie, ihre Evolution und für das Leben allgemein völlig unwichtig. Selbst die Unterteilung in Arten ist genau genommen nur ein kleiner Unfug und völlig irrelevant, den wir Menschen eben unternehmen, um eine Ordnung in die Dinge zu bekommen, die unser winziges Intellekt übersehen kann. Die Natur kennt keine Arten und keine Ordnung. Aber lassen wir das lieber... Denn natürlich ist es wichtig für uns, "unser" Wissen zu vermehren und zu versuchen, tieferen Einblick zu bekommen.
LG, Frank.
Die Party geht weiter und die Kolonie hat Nachwuchs. Heute schlüpfte wieder eine Arbeiterin, fürsorglich wurde sie von den Schwestern und der Mutter aus der Kokonhülle befreit.
Leider ist es im kleinen Terrarium noch sehr feucht, scheint dann den ganzen Tag die Sonne durchs Fenster, schlägt sich auch im Nest Wasser an der Glasscheibe nieder und so ist es schwierig, halbwegs gute Fotos zu bekommen. Trotzdem, ich habs versucht und man erkennt die junge, blasse Arbeiterin inmitten der sie putzenden anderen Tiere.
Übrigens sind die Gigantiops richtige Saubermänner, oder besser gesagt, -frauen. Obwohl die Glasscheibe im Nest so nass ist, wird sie nicht verschmutzt und mit Erde und Substrat zugebaut, um so das Wasser zu binden, wie das viele andere Arten dann gern tun.
LG, Frank.
Die Haltung der jungen Kolonie macht weiterhin viel Freude.
Nun war ich eine Woche nicht da, trotzdem bereitete die Versorgung überhaupt keine Probleme. Einige Drosophila und ein Näpfchen mit Zucker genügte, um die Kolonie diese Zeit gut überstehen zu lassen. Ausserdem erjagen die Arbeiterinnen ständig Springschwänze, die es massenhaft im Terrarium gibt und so kann man eine solche Kolonie auch schon mal einige Tage unbetreut lassen.
Heute gab es mal eine frischtote, halbwüchsige Grille, auch die wurde sehr gern genommen und sofort ins Nest geschleppt.
Ich stelle fest, dass die Haltung im Artenbecken durchaus auch ihren Charme hat. Hier sind die Gigantiops nicht der Futterkonkurrenz durch andere Arten ausgesetzt. In diesem Becken leben neben dieser kleinen Gigantiops-Kolonie ja nur die schüchternen Myrmoteras, sie sind keineswegs eine ernstzunehmende Konkurrenz oder eine Beunruhigung für furagierende Gigantiops-Arbeiterinnen.
In mir reift langsam der Entschluss und die Überzeugung, dass es besser ist, wieder auf die Haltung in solchen Artenbecken umzustellen. Ich werde wohl auch die Mutterkolonie dieser jungen Gigantiops-Kolonie wieder in einem etwas kleineren Artenbecken halten. Die grossen Gesellschaftsbecken sind interessant, man beobachtet manchmal Interaktionen zwischen den Arten, doch sind diese nicht immer friedlicher Natur und schaden u.U. die Ameisen auch dann, wenn es nicht zu Kämpfen und Verlusten infolge irgendwelcher direkten Auseinandersetzungen kommt. Die Schäden können dann indirekt sein, Konkurrenz und gegenseitige Verdrängung an den Futterplätzen, Stress infolge agressiver Begegnungen, Futtermangel trotz ausreichend vorhandenen Futters eben als Folge gegenseitiger Vertreibung und gegenseitigen Mobbings.
Es ist ja klar, dass zB. solche Arten mit durchaus ähnlicher Lebensweise wie die Gigantiops und die Pseudomyrmicinen in der Terrarienhaltung oft aufeinandertreffen und da beide Arten ähnlich stark sind und ähnlich dominant, kann das zu Ausfällen führen und zu Auseinandersetzungen, die in der Haltung nicht erwünscht sind. Auch wenn sie und Mortalitäten durch sie im natürlichen Lebensraum normal sein werden, sind sie natürlich vom Halter nicht erwünscht. Niemand will ja Kämpfe und Konkurrenz, ob direkt oder indirekt, in seinem Terrarium provozieren.
Problematisch ist dabei auch, dass schwärmende Geschlechtstiere der Gigantiops, insbesondere deren kleine Männchen, von den visuell und aktiv jagenden Pseudomyrmicinen leicht erbeutet werden könnten. Das muss verhindert werden.
Ich werde also wohl in der nächsten Zeit das Gesellschaftsbecken abbauen und dann beide Gigantiops-Kolonien in seperaten Artenecken halten. Die Haltung der anderen tropischen Arten wie der Paraponera und der Pseudomyrmicinen werde ich dann aufgeben.
LG, Frank.
Hallo Ameisenfreunde,
hier mal Bilder der älteren Kolonie, also der Mutterkolonie der bisher in diesem Thread beschriebenen Jungkolonie.
Auch diese Kolonie habe ich nun in ein kleineres Artenbecken umgesiedelt. Zwar schienen die Gigantiops immer gut im grösseren Terrarium neben den Paraponera und den Pseudomyrmicinen zurecht zu kommen, trotzdem wuchs die Kolonie nie wirklich. Das die Kolonie so klein blieb bisher, ist mir ein Rätsel, die Kolonie, aus deren Brut die Königin dieser Kolonie aufgezogen wurde, war in ihren Glanzzeiten um ein Vielfaches grösser und hatte sicher etwa 1000 Tiere.
Diese Kolonie hier hat nun etwa 40 Arbeiterinnen und einige Jungköniginnen und wenige Männchen. Dazu gibt es Brut in allen Stadien und es schlüpfen regelmässig junge Arbeiterinnen, von denen auf den Bildern auch welche zu sehen sind.
Fotos.
Ich habe die Kolonie nun umgesetzt, weil ich natürlich hoffe, dass sie nun doch noch einmal etwas wächst und vllt. weitere Geschlechtstiere aufzieht. Die Alleinhaltung ist da sicher förderlich. Sie hat aber auch den Grund, dass mir diese Ameisen doch als besonders interessant und wichtig erscheinen. Dass sie für mich einzigartig sind, habe ich ja schon mehrfach gesagt.
LG, Frank.
Glaubst du, daß ihnen irgendetwas fehlt, das in ihr Verhaltensspektrum gehört ?
Sei es nun Klima (Herkunftsort?), Niststandort (kleinklimatische Bedingungen -hell-dunkel, polydom)Möglichkeit zu arteigenem Fouragierverhalten , Futter , oder da deine Ausgangsbasis ja sehr schmal war einfach eine schwächere Königin. Soweit ich deine Haltungsberichte gelesen habe dürfte es ihnen ja an nichts fehlen.
Aber manchmal machen es Kleinigkeiten in der Tierhaltung aus. Ich habe lange Kakadus gezüchtet und erinnere mich noch als es bei einem Paar nicht und nicht klappte. Erst als ich einen Naturstamm mit ganz bestimmter Einflugslochgröße und abschälbarer Rinde (Roßkastanie) in die Voliere stellte klappte es. Die Tiere schälten als erstes die Rinde unterhalb des Einflugloches ab und puderten die blanke Stelle dick mit Federpuder ein, das dient dazu Schlangen (Australien!) den Weg zum Einflugloch zu erschweren. Ab da klappte es , sie fühlten sich sicher.
LG
Volker
Hallo Volker,
das ist eine tolle Geschichte mit den Kakadus und sie zeigt, wie sensibel Tiere sein können und wie individuell.
Das ist wohl gut möglich, dass auch bei den Gigantiops irgendwas fehlt.
Auch bei ihnen würde ich meinen, dass es besonders schwierig sein kann, ihnen alles zu bieten, was sie im Freiland, in ihrer Heimat bekommen, erleben und v.a. erbeuten. Diese Ameise erlebt ihre Umgebung sicher anders als die meisten anderen Ameisen anderer Arten, einfach weil diese Ameisenart sich in ganz besonderer Weise auf ihre visuellen Möglichkeiten verlässt. Das sogar so sehr, dass andere Möglichkeiten bei der Kommunikation und Orientierung im Raum, die andere Ameisenarten sehr erfolgreich machen wie die chemische Rekrutierung usw., bei den Gigantiops nicht vorhanden sind oder verloren wurden im Verlauf der Evolutiion.
Schon die Jagd zeigt, wozu diesen Ameisen fähig sind. Sie jagen kleine Beutetiere, hetzen diesen sogar. Sie laufen davonhüpfenden Springschwänzen hinterher, versuchen diese aufzupicken und wenn sie wieder davon springen, verfolgen sie diese weiter. Sie flitzen hinter den Taufliegen oder Stummelfliegen hinterher, die ich ihnen anbiete und das manchmal über weite Strecken. Sie verfolgen ihre Beute optisch und laufen ihr dann nach, um sie zu packen. Das ist eine ganz andere Jagdtechnik als die Lauer- und Anschleichjagd anderer Ameisenarten mit guten visuellen Sinnen. Die Gigantiops verstecken sich nicht bei der Jagd, tarnen sich nicht durch Stillhalten, sie verfolgen erlegbare Beute offensiv und mit Selbstbewusstsein, wenn man das so sagen kann. Werden sie von grösseren Tieren oder hier dem Halter entdeckt und bemerken das ihrerseits, verstecken sie sich ebenfalls nicht, versuchen erstmal nicht zu fliehen, sondern verlassen sich wohl auf ihre chem. Waffen und fixieren den Beobachter, um festzustellen, was der wohl vorhat. Kennen sie den bereits und haben das bereits mehrmals erlebt, gucken sie dabei nicht allzu lange und wenden sich bald wieder dem zu, was sie so vorhatten.
Die erste Kolonie, die ich hielt und die die Mutterkolonie der älteren hier gezeigten Kolonie ist, hatte neben diesen Beutetieren eine weitere Beutetierart dauerhaft zur Verfügung. Im Terrarium lebte eine Kolonie kleiner, südamerikanischer Termiten. Termiten scheinen eine Hauptnahrung der Gigantiops zu sein. Es war immer interessant, zu beobachten, wie die Termiten erbeutet wurden. Die Gigantiops lernten, an den Enden der Tunnels der Termiten zu warten und dann zuzupacken, wenn eine Termite einen neuen Erdklumpen vermauern wollte und dabei unvorsichtigerweise den Kopf zu weit vorstreckte. Das war also eine andere Jagdmethode. Manchmal hockten mehrer Gigantiops-Arbeiterinnen an diesen Tunnelenden und beobachteten gemeinsam die Termiten, dabei abwechselnd miteinander kommunizierend und das Tunnelende beobachtend.
Die ständige Versorgung der Gigantiops-Kolonie mit Termiten als Nahrung war vllt. der wichtigste Grund für das gute Gedeihen dieser Kolonie.
Bei Gesprächen mit Gerhard Kalytta, der diese Ameisen ja sehr oft im Freiland beobachten konnte, erzählte mir dieser manchmal, dass starke Gigantiops-Kolonien oft in unmittelbarer Nähe zu Paraponera-Kolonien leben würden. Eine Wechselwirkung zwischen den beiden Arten konnte ich, zumindest bei mir in der Terrarienhaltung nicht feststellen, sie mag es aber im Freiland geben.
Ich denke, dass es den Gigantiops in jedem Fall zugute kommt, wenn sie jetzt ihr Terrarium allein bewohnen können. Insbesondere die frechen und draufgängerischen Pseudomyrmex waren manchmal eine Störung und irritierten die Gigantiops, die es offenbar nicht gewohnt sind, dass kleinere Ameisen ihnen bei Begegnungen im Terrain oder an den Futterstellen nicht ausweichen und sogar Gegen- und Scheinangriffe machen. Mehr als einmal kam es wohl auch zu Kämpfen, es gab einige sterbende Gigantiops-Arbeiterinnen, die wahrscheinlich von Pseudomyrmex gestochen waren. Einmal beobachtete ich eine Gigantiops, die eine getötete Pseudomyrmex als Beute ins Nest eintrug. Beides ist unerwünscht, Auseinandersetzungen zwischen den Arten sind ja nicht Ziel meiner Haltung.
LG, Frank.
Danke Frank für diese spannenden Informationen ,die man so nur durch intensive Beschäftigung mit Tieren erlangen kann. Ein goldenes Händchen wünsch ich dir mit deinen Augenjägern!
LG
Volker
Die jüngere Kolonie wächst weiterhin. Bleibt es bei dieser guten Entwicklung, wird sie etwa in einem halben Jahr ihre Mutterkolonie überholen, was die Individuenzahl angeht. Vorausgesetzt, die ältere Kolonie macht nun unter den geänderten Bedingungen nicht doch noch einen Sprung und legt wieder zu.
In dem kleinen Terrarium der jüngeren Kolonie wachsen einige Pflanzen. Die wichtigste Pflanze ist das Fleissige Lieschen. Auch wenn diese Pflanze nun wirklich nichts Besonderes ist und für jedem Gärtner und Pflanzenfreund fast etwas "Schnödes" hat, so erfüllt sie hier doch hervorragend ihren Zweck. Immer wieder sehe ich die Arbeiterinnen der Gigantiops und der Myrmoteras die Nektarien der Pflanze abpatroullieren und absammeln. Die Pflanze bietet den Ameisen also Nahrung. Zudem ist sie ungeheuer robust, wenig lichthungrig und lässt sich leicht vermehren.
Einige kleine Orchideen und andere Pflanzen wachsen hier ebenfalls, die Orchideen eher langsam und zögerlich, ihre Wurzeln sind im stets feuchten Boden, das ist natürlich nicht optimal, aber im kleinen Becken nicht anders hinzubekommen.
Jedenfalls ist das Becken schön grün, alle Pflanzen sind gut eingewachsen, einige heim. Kräuter tummeln sich ebenfalls ungewollt aber gern gesehen darin und der kleine Lebenraum ist facetten- und nischenreich. Springschwänze verschiedener Arten tummeln am Boden und im Zwergendschungel sich neben Weissen Asseln und neben immer vorhandenen Drosophila.
Wiedermal ein Blick in die Brutkammer des Nestes der Kolonie. Es gibt nun sieben Arbeiterinnen und wie man sieht, einige Puppen, wenige Larven und einige Eier. Das Nest und die Sichtscheibe ist natürlich recht feucht, fotografieren daher nicht leicht.
LG, Frank.
Bei der grösseren und älteren Kolonie gibt es tatsächlich Grund zur Hoffnung. Es gibt bereits ein recht grosses Eipaket mit wirklich frisch gelegten Eiern, das ist wohl der wichtigste frühe Indikator, der anzeigt, dass es nun wieder mit dieser Kolonie aufwärts gehen kann.
Eigentlich stand die Kolonie unter den bisherigen Haltungsbedingungen wohl vor dem Zusammenbruch. Warum das so ist und warum diese Kolonie immer so schwach blieb, die doch immerhin eine erfolgreiche Jungkönigin aufgezogen hatte, bleibt mir ein Rätsel.
Vielleicht hat die jüngere Kolonie die ältere gerettet, denn ihre gute Entwicklung hatte sicher auch damit zu tun, dass ihr kleines Terrarium recht warm steht, nämlich auf einem Fensterbrett über einen Heizkörper. Die ältere Kolonie dagegen bewohnte ein Terrarium, das lediglich von der HQI-Lampe tagsüber erwärmt wurde und in dem die Temps zwischen tagsüber um 25 und nachts um 20 Grad schwankten. Zudem war das Klima eher trockenwarm, das kommt diesen tropischen Regenwaldbewohnern vllt. nicht wirklich zugute und ist nicht ganz optimal. Mit warmer, fast nasser Haltung mache ich bei der Art die besseren Erfahrungen. Ausserdem befand sich das Nest an einer äusseren Scheibe des Beckens, kann sein, dass hier auch mal die Temperaturen auf Zimmertemperatur sanken für einige Zeit. Das kann bereits zu kalt sein.
Wie dem auch sei, das gute Gedeihen der jüngeren Kolonie brachte mich auf den Gedanken, die Haltung umzustellen und auf die Haltung anderer Arten in Gesellschaftsbecken zusammen mit den Gigantiops vorerst zu verzichten. Denn, wenn ich die Haltung meiner Gigantiops-Kolonien in den letzten sechs Jahren überdenke, stelle ich fest, dass die Art am erfolgreichsten war und die Kolonien am besten gediehen, wenn ich sie allein in feucht-warmen Terrarien hielt. Seit meinen Versuchen mit dem Treibhaus, das natürlich einen grossen Spass gemacht hat und andere schöne Beobachtungen vermittelte und seit ich die Gigantiops mit anderen grossen Arten zusammen halte, habe ich kaum noch Nachzuchten und die Kolonien bleiben eben klein. Das liegt sicher v.a. daran, dass in einem grösseren Terrarium oder gar in einem Treibhaus das Klima schwer konstant warm zu halten ist. Und natürlich brauchen Tiere aus den tropischen Breiten Wärme und manchmal auch Licht.
Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, und dass mit mehreren Arten, dass tropischen Ameisen nicht die Wärme so gezielt suchen wie das andere Ameisen aus subtrop. oder gemässigten Breiten so erfolgreich tun. Es kann geschehen, dass trop. Arten in zu kühlen Nestern ausharren und der Halter meint, na gut, wenn ihnen das gefällt, wird es wohl richtig sein. Immerhin könnten sie ja an die Wärmelampe ziehen oder in einen andere warme Ecke. Das tun sie aber oft nicht. Möglicherweise fehlt vielen trop. Arten der Instinkt in der starken Ausprägung, der Ameisen aus anderen, winter- und manchmal sommerkühlen Breiten mitgegeben ist. Arten, die in Breiten leben, in denen es eine kühle Jahreszeit gibt, müssen den Sommer nutzen und beginnen manchmal so früh wie möglich mit der Brut. Sie suchen nach warmen, besonnten Brutplätzen im Frühjahr, manche Arten ziehen dafür zeitweise sogar um.
Tropische Arten haben dieses Problem nicht in dem Umfang, überall ist es ausreichend warm und das ist es das ganze Jahr. Zeit und Wärme genug, überal an vielen halbwegs günsitgen Nistplätzen Nachkommen aufzuziehen. Daher könnte manchen trop. Arten der Instinkt in dieser starken Ausprägung fehlen, wie er anderen Arten mitgegeben ist, gezielt nach warmen Nistplätzen zu suchen. Trop. Ameisen können mit anderen Gefährdungen gut umgehen, Wassereinbrüchen im Nest, Bedrohungen durch andere Arten am Nest usw..
Ich verlasse mich nun nicht mehr bei meinen trop. Arten darauf, dass die Tiere in einem Nest bleiben. Das ist für mich nicht ausreichend als Beweis dafür, dass sie in einem optimalen Nest mit optimalen Bedingungen wohnen. Und gerade, wenn es um Nistplatz-Opportunisten wie die Gigantiops geht, die sicher auch mal im Freiland warme Nistplätze bewohnen und nicht im tiefen Erdreich nisten, sondern eher in Baumhöhlen, hohlen Ästen, sogar leeren Bierdosen usw., gerade bei solchen Arten könnte Wärme besonders wichtig sein. Nicht zuletzt haben die Gigantiops-Kolonien im Freiland oft etliche Nebennester, so gibt es immer genügend Alternativen, auszuweichen und in den meisten der Nebennester werden die Bedingungen stimmen und werden sicher erfolgreich Nachkommen aufgezogen.
Meine beiden Gigantiops-Terrarien stehen nun wie bereits gesagt auf einem Fensterbrett über einem Heizkörper. So ist auch jetzt im Winter sichergestellt, dass es nicht zu "Kälteeinbrüchen" in den Nestern kommt. Um eine zu starke Erwärmung des Terrarienbodens zu vermeiden, habe ich die Becken auf eine 5 cm starke Styroporplatte gestellt. So ist der Boden im Auslauf immer gleichwarm und wärmetechnisch gepuffert. Die Nester befinden sich dabei für mich einsehbar an der fensterabgewandten Rückseite der Terrarien, also zum Zimmer hin. Die vom Heizkörper erwärmte, hier noch sehr warme Luft streicht an dieser Scheibe vorbei und so ist es in den Nestern mollig warm, durchgehend über 25 Grad.
Erstmal scheint das gut zu funktionieren, denn wie gesagt, es gibt nun auch bei der älteren Kolonie ein neues, schönes Eipaket, was mich hoffnungsvoll stimmt...:) Hier mal zwei Beweisbilder.
LG, Frank.
Sag einmal Frank wie vermeidest du, daß sich in diesem feuchtwarmen Milieu im Boden Schimmel bildet? Ist zwischen Bodengrund(auf Flies möglicherweise?) und Terrarienboden ein Hohlraum in den die überschüssige Feuchtigkeit ablaufen kann? Sonst beginnt doch alles irgendwann zu modern. Oder hast du Entlüfter installiert , aber so ein kleiner Raum neigt ja zu heftigen Schwankungen was Temperatur und Luftfeuchtigkeit betrifft.
Ich kenne das von kleinen Aquarien.
LG
Volker
Hallo Volker,
es gibt eine Lüftung, diese Becken sind von ExoTerra. Also oben Stahlgaze, an den Türunterseiten Lüftungen. Beide Belüftungen habe ich aber zum grossen Teil zugeklebt und versperrt, um dauerhaft eine hohe LF im Terrarium zu haben und dabei immer noch einen gewissen Luftaustausch.
Meine Tropenterrarien sind immer so eine Art Hydrokultur. Im grossen Stil war das auch mein Treibhaus damals. Untere Bodenschichten grober, sauberer Split und Steine, darüber feinerer Split und auch Lavakies, als Bodenoberfläche Waldstreu, Moose, etwas Erde usw. So ist der Boden immer ein grosser Wasserkörper, in diesen kleinen Becken natürlich nicht sehr gross. Es ist natürlich wichtig, in die unteren Schichten bei der Einrichtung des Terrariums nicht zuviele organische, tote Pflanzenteile zu verbringen, es wäre ungünstig, wenn die dann im Wasser verrotten.
Wasser steht immer im Boden, Höhe zwischen 1 und 3 Zentimeter, je nachdem, ob ich gerade nachgefüllt habe und wie gross die Becken sind resp. wie hoch der Boden ist. Es gibt also sozusagen Grundwasser im Boden. Ähnlich wie bei einer zu feuchten Hydrokultur.
Die Pflanzen wurzeln dabei im Boden bis in die wasserführenden Schichten und bauen hier alle möglichen organischen Abbauprodukte ab. Was dann noch verwertbar ist in den oberen Schichten, übernehmen tausende Springschwänze, Weisse Asseln usw. Die füttere ich auch zu mit etwas Flockenfutter ab und an.
Der Boden lebt also, es gibt keinen Schimmel und wenn er mal auftritt, zB. an liegengelassenen toten Futtertieren, wird er samt dieser von den kleinen Bodentierchen weggefuttert.
Flies oder Gaze verwende ich nie im Boden. Käme für mich auch nur in Frage, wenn ich damit das unkontrollierte Anlegen von Zweignestern im Boden bei meinen Ameisen verwenden wollte, denn ich will ja, dass die Pflanzen die wasserführenden Schichten mit kräftigen Wurzeln erreichen.
Das Unterbinden grosser, tiefgehender Zweignester im Boden erreiche ich aber mit den schweren Kieseln, in diesem Boden kann kaum eine Ameise ein Nest anlegen und so sind die Kolonien brav in ihren Beobachtungsnestern und die Ameisen haben trotzdem einen naturähnlichen, reich strukturierten und nischenreichen Lebensraum. Trotzdem treten schonmal kleine Nebennester bei den Gigantiops auf in Moosschichten usw., die dulde ich dann auch, wenn sie nicht zu gross werden und wenn sie nicht eine Konkurrenz für das Beobachtungsnest werden.
LG, Frank.
Ich hab mal ein paar Bilder gemacht, die Teile des Bodens und der Schichtung zeigen. Neben schweren Kielselsteinen im unteren Bodenbereich sieht man kleinere Steine, darüber Sand und Erdmaterial. Untere Teile der Beobachtungsnester stehen manchmal im Wasser, macht nix, die unteren Kammern werden sowieso nicht bewohnt von den beiden kleinen Kolonien. Die Nester müssen aber feucht sein bei dieser Ameisenart, also stehen sie bei mir immer mit den "Füssen" im Bodenwasser.
Auf dem ersten Bild im Hintergrund der Nebler, der zweimal am Tag für eine halbe Stunde arbeitet. Noch etwas weiter im Hintergrund die schöne Mosel....:D !
Das sind nur mal schnell geschossene Fotos, die zeigen sollen, wie ich Ameisen halte, die aus trop. Regenwäldern stammen. Diese Haltung kommt besonders den Gigantiops entgegen, weil sie hier ständig nach Springschwänzen und anderen Bodentierchen jagen können und sich so zum Teil selbst versorgen können.
Mit solchen Terrarien mache ich eigentlich seit vielen Jahren richtig gute Erfahrungen. Die Pflanzen wachsen gut, selbst so anspruchsvolle Arten wie Moose. Natürlich benutze ich nur Regenwasser oder weiches Wasser mit niedrigen PH-Wert aus meinem Aquarium für die Bewässerung.
LG, Frank.
Hallo Frank,
vielen Dank für deine letzten 2 Beiträge, die (wahrscheinlich nicht nur für mich) aufschlußreich , interessant und auch" appetitanregend " sind. So wie die Becken aufgebaut und geschichtet sind kann ich mir vorstellen , daß die Sache funktioniert - Ecosphere ähnlich.
LG
Volker
Es wird wohl nicht mehr allzu lange dauern, dass die junge Kolonie ihre Mutterkolonie überholt hat, was die Koloniestärke angeht. Spätestens dann muss ich neu nachdenken, ob ich beide Kolonien erneut umsetzen muss, die jüngere in das grössere Becken, die ältere in das kleinere.
Das Wachstum der jungen Kolonie ist weiterhin sehr gut. Einige junge Arbeiterinnen sind geschlüpft, es gibt weitere Puppen und Larven. Ich bin jedes Mal aufs neue erstaunt, wie gut es bei der Kolonie läuft, wenn ich an die vielen Probleme denke, die es früher manchmal bei dieser Art gab. Diese Kolonie ist fast ein "Selbstläufer". Ein neuer Blick in die Nestkammer.
LG, Frank.
Aber auch die ältere Kolonie beginnt nun zu wachsen und zuzulegen. Mir fiel in den letzten Tagen auf, dass die Arbeiterinnen vermehrt nach Taufliegen und Springschwänzen jagen. Vor einigen Tagen gab es Fotos von Eipaketen, nun gibt es recht viele Larven und weitere Eipakete. Daneben natürlich auch einige Puppen.
Ein Blick in die wichtigste Brutkammer, es sieht wieder recht gut aus, wie ich finde.
Leider werden kaum mal Männchen aufgezogen. Allerdings schlüpfen immer wieder Arbeiterinnen und natürlich auch einige junge Weibchen, das zeigt, dass die Kolonie noch immer vital ist. Mal sehen, was die neuen Bedingungen im neuem Jahr bringen, der Jahresausklang ist vielversprechend und es scheint, als ob mich diese Ameisen noch ein Weilchen begleiten werden.
Ich bin kein Freund von Formulierungen, die vor allem auf die Attraktivität und den Unterhaltungswert einer Ameisenart in der Haltung abzielen, aber diese Ameisen sind eine Freude für mich. Diese Ameisen sind weder besonders gross, besonders bunt und auch sonst nicht übermässig spektakulär. Sie sind nur anders. Das allerdings dann doch besonders.
Neben interessanten Beobachtungen erlebt man mit ihnen auch immer wieder Überraschendes und Erstaunliches. Im Moment ist Zucker oder Honig zB. wenig attraktiv, ständig werden die Fleissigen Lieschen abgesucht und deren Nektarien abgesammelt. Dann sieht man fast schwerfällige Arbeiterinnen mit angeschwollenen Gastern und vollen Kröpfen recht ungelenk im Geäst herumturnen. Nichts bleibt von der Eleganz und Leichtfüssigkeit, mit der sie sonst im Laubwerk turnen und herumhüpfen. Ihre Übersicht und Wachsamkeit jedoch behalten sie. Und so bin ich jedesmal selbst überrascht, wenn ich dann bemerke, dass die Tiere bald auch mich beobachten und fixieren, wenn ich in das Terrarium schaue.
Noch zwei Einblicke in die Brutkammer.
LG, Frank.
Es ist eigentlich eine nicht enden wollende Lovestory, die ich hier mit meinen Gigantiops destructor erlebe. Beide Kolonien machen sich weiter sehr gut, das neue Jahr wird für sie und für mich ein Gutes...:)
Die Versorgung der Kolonien ist denkbar einfach und unproblematisch. Wenn sich die Ameisen sicher und wohl fühlen, kann ich ihnen fast alles anbieten. Die jüngere Kolonie erhielt heute einen halben Mehlwurm. Das erinnert mich schon fast an die Stammkolonie, aus deren Nachzucht diese Kolonien stammen und die ich ab 2007 hielt und die in 2008 auf etwa 1000 bis 2000 Individuen angewachsen war. Zu ihren Glanzzeiten verspeiste die Kolonie ganze frischtote, ausgewachsene Heimchen, eine absolut untypische Beute und Ernährung für diese Ameisen, die eigentlich vor allem Kleinstinsekten, Termiten und andere Bodentierchen erbeuten.
Trotzdem bin ich auf der Suche nach Termiten, um den Gigantiops artgemässeres und gehaltvolleres Futter anzubieten. Vermutlich wird eine solche Ernährung das Wachstum der Kolonien beschleunigen.
Neue Fotos aus der Brutkammer der jüngeren Kolonie. Weitere Arbeiterinnen sind geschlüpft, es gibt dazu alle Brutstadien im Nest. Zucker oder Honig biete ich übrigens nur noch gelegentlich an, die Gigantiops sammeln tagsüber die Nektarien der Pflanzen ab und versorgen sich hier weitgehend selbst und ausreichend mit Kohehydraten.
LG, Frank.
So ein kleiner Lebensraum kann sehr vielfältig und nischenreich werden, wenn man etwas Geduld hat und ein glückliches Händchen. Soviel Zeit braucht es dabei gar nicht, das Becken steht ja erst wenige Wochen.
Gutes Licht (SMD Led-Lampen, insgesamt nur 70 Watt), regelmässiger Nebel, dazu vllt. etwas Tageslicht vom Fenster, und die Planzen wachsen. Regenwasser tut ein übriges. Für Sauberkeit und Verwerten von allen Abfällen und toten Tieren und Pflanzen sorgen unzählige Springschwänze verschiedener Arten und Grössen.
Hier einige "Suchbilder", Momentaufnahmen aus dem Terrarium der älteren Kolonie. Auf einigen Blättern der Orchideen und anderen Pflanzen sieht man hässliche Kleckse, Fliegenschisse der Stummelfliegen...:) Naja, das regnet ab in den nä. Tagen. Die Gigantiops jagen wie bekloppt und verkonsumieren etliche Fliegen jeden Tag.
Es wachsen im Terarium mindestens sechs verschiedene Arten von Moosen. Wundert mich im Moment selbst, dass selbst die heimischen Arten gut gedeihen und zum Teil jetzt sogar Fruchtkörper ausbilden. Moose sind hervorragende Bodendecker und bieten den Kleinsttieren des Bodens einen guten Lebensraum.
LG, Frank.
Sie machen mir einfach Spass, diese Gigantiops. Und viel anderes gibt es ja im Moment auch nicht zu berichten.
Die Arbeiterinnen haben dutzende Fliegen erjagt und im Nest "eingelagert". Da enststehen dann Dreckecken in manchen Nestkammern, in denen sich die teilweise bereits verwesenden Fliegenkadaver stapeln und in denen sich Springschwänze tummeln und die dort entsorgten Kadaver verwerten und regelrecht abbauen. Die Gigantiops können das Jagen nicht lassen, obwohl sie bereits mehr als genug Proteine eingetragen haben. In ihrer Gier, alles haben und ausbeuten zu wollen, erinnern diese Ameisen mich etwas an meine Artgenossen. Nur sieht es bei den kleinen Ameisen eher drollig aus und sie werden den Planeten wohl nicht verwüsten mit ihrer Gier, die ihnen scheinbar innewohnt trotz des relativen "Wohlstandes", in dem sie leben.
Seit einigen Wochen geht es besser voran und es gibt viele jungen Ameisen und einiges an Brut. Die Umstellung und neue Haltung zeigt gute Ergebnisse. Die Altkönigin sieht gut aus und guckt recht munter...:) Sie ist auf dem ersten der kommenden Bilder zu sehen.
Es gibt, wie fast immer, etliche Jungköniginnen. Ich denke, es wird in diesem Jahr auch wieder Männchen geben und dann sehen wir weiter...:)
LG, Frank.
Hallo zusammen,
der Frank war ja so lieb und hat mir seine junge Gigantiops Kolonie überlassen.
Sie stehen zurzeit auf der Fensterbank und bekommen ihre notwendige Wärme von der Heizung.
Zusätzlich zum Tageslicht gönne ich ihnen noch Licht von einer LED-Leiste mit 8 LEDS,diese macht ein schönes helles Licht und die Ameisen bleiben auch nach Sonnenuntergang außerhalb des Nestes auf Futtersuche.
Leider bekam ich keine Fliegen im Moment um sie damit zufüttern und versuchte ob sie an Heimchen gehen.An diese gingen sie aber nicht ran,da blieb mir nur eins über, es mit Schaben zuversuchen und siehe da an diese gingen sie dran.Das war aber nur eine Notlösung,der tuffi hat mir letztes Wocheende Erbsenläuse mitgebracht.Er füttert sein Gigantiops Kolonie auch mit den Läusen und ich muss sagen das ist ein perfektes Futter und leicht zuzüchten.
Über die Zucht muss Marcel umbedingt mal einen Thread schreiben.
Die Kolonie wächst schnell ,fast jeden Tag schlüpft eine neue Arbeiterin.Sie haben sehr viel Brut und ca. 20 Puppen.
Hier noch ein Video aus dem Nest der Kolonie.
lg
rog
Seit meinem und Rogers letzten Beitrag ist viel geschehen.
So ist es nun so, dass die ältere Kolonie leider das Zeitliche segnet. Die Kolonie hat seit längerem keine weitere Entwicklung gehabt, die Koloniestärke stagnierte und schrumpfte schliesslich sogar. Nun ist es soweit, die letzten Arbeiterinnen dieser Kolonie sterben gerade in meiner Haltung. Sehr schade. Immerhin entstammte die Königin dieser Kolonie meinen Zuchtversuchen aus den Jahren 2008/09 mit der ersten Kolonie, die ich damals hielt. Sie dürfte damit zu den ganz wenigen Kolonien gehören, die es aus dieser Generation noch gibt.
Während damals aus diesen Zuchtversuchen etliche Jungköniginnen hervorgingen, die in der Haltung im Terrarium von Männchen begattet wurden und in meiner Haltung eigene Kolonien gründeten, ging aus den nachfolgenden Versuchen mit dieser nun dahinscheidenden Kolonie nur eine Jungkönigin hervor, die auch im Terrarium begattet wurde und in der Folge dann völlig problemlos in seperater Haltung eine eigene Kolonie gründete. Die so entstandene Kolonie landete dann letztlich bei Roger.
Nun aber befiel mich angesichts des Dahinscheidens meiner zweiten Gigantiopskolonie natürlich die Panik, weil ich mir ein Leben ohne meine Gigantiops schwer vorstellen kann. Um es etwas abgeschmackt mit den grossartigen Loriot zu sagen, in leichter Abwandlung: Ein Leben ohne Gigantiops ist zwar möglich, aber sinnlos.
Roger ist der Letzte, der jemanden lange leiden lässt und so war es gar nicht nötig, ihn zu bitten. Er bot mir an, die Kolonie, die ich ihn vorher gegeben hatte, wieder zu mir zu holen.
Nun hätte ich mir sicher auch eine andere Kolonie der Art beschaffen können, es sind einige wenige Kolonien dieser Art ins Land gekommen und bei verschiedenen Haltern vorhanden. Ich wollte aber sehr gern eine Kolonie halten, die aus den Zuchten meiner Haltung stammt, um diese Zuchtlinie möglichst weiter betreiben zu können mit den Tieren, die aus ihr stammen. Es ist ja interessant, zu beobachten, ob und wie sich die Zucht, die ja nun einmal eine Inzucht ist, auf die Tiere in den folgenden Generationen auswirkt.
Nun sind diese Ameisen seit längerer Zeit bereits wieder hier bei mir und die Kolonie entwickelt sich gut. Es ist erstaunlich, im Moment sieht es so aus, als ob nun diese Kolonie sich wieder zu einer grossen Kolonie entwickeln kann mit vielen hundert und mehr Tieren. Dieses Potential war bei der Vorgängerkolonie nie so recht vorhanden. Allerdings war es bei der ersten Kolonie vorhanden, der sozusagen "grossmütterlichen" Kolonie, die noch ein Wildfang war, gesammelt in Franz. Guayana. Diese Kolonie hier zieht fleissig Nachkommenschaft auf und es wird Zeit, dass ich ihr ein grösseres Terrarium spendiere. Das geschieht auch bald, nach meinem Umzug im Sommer diesen Jahres.
Hier mal ein Bild in die Brutkammer der Kolonie.
Natürlich weiss man nicht, wie sich diese Kolonie in der Zukunft entwickelt. Jedoch sind die Zeichen im Moment gut und ich bin optimistisch und sehr zufrieden. Und heilfroh, solche Ameisen dieser besonderen Art, besonders solche aus der Nachkommenschaft meiner ersten Gigantiopskolonie weiter bei mir beherbergen zu können, sie sind nach wie vor die für mich erstaunlichsten und interessantesten Ameisen überhaupt.
LG, Frank.
Nach langer Pause mal wieder Neues von den Gigantiops.
Nun bin ich endlich dazu gekommen, meinen geliebten Gigantiops ein neues, grösseres Terrarium einzurichten und ein neues, natürlich einsehbares Nest zu spendieren. Hier handelt es sich nun um die junge Kolonie, die ältere Mutterkolonie aus der zweiten Zuchtgeneration ist nun leider weggestorben.
Das Terrarium ist noch spartanisch eingerichtet und bepflanzt, mit einigen Tillandsien, Orchideen und einem grossen Fleissigen Lieschen. Ausserdem Moose etc.. Alles muss erstmal wachsen, Aufnahmen lohnen sich noch nicht..;)
Die Kolonie ist heute eingezogen. Ich war erstaunt, wie schnell die Arbeiterinnen das neue Nest entdeckten und akzeptierten, der Einzug ging, für Gigantiops eigentlich untypisch, sehr schnell und zielstrebig voran. Nach etwa zwei Stunden waren alle Tiere im neuen Nest. Irgendwie erscheinen die Tiere dieser Kolonie etwas cleverer und konzentrierter, aber das kann natürlich täuschen. Ein bewundernder Liebhaber solcher Tiere wird solche Eigenschaften wohl immer bereitwillig "entdecken".
Aus der winzigen Kolonie mit wenigen Arbeitern ist eine mittlere Gigantiops-Kolonie geworden. Mich freut besonders, dass alle Kasten aufgezogen werden, momentan im gesunden Zahlenverhältnis. Es schlüpfen verhältnismässig viele Arbeiterinnen, aber auch Weibchen und auch Männchen. Ich erwarte, dass es in der nächsten Zeit wieder Schwarmflüge und Kopulationen gibt. Mit etwas Glück kann ich dann die vierte Generation in direkter Folge und mit einer genetischen Herkunft aus der ursprünglichen Wildfangkolonie in meiner Haltung aufziehen.
Eine Aufnahme aus dem Nest. Noch etwas unaufgeräumt und dichtgedrängt, alle Nestkammern werden noch nicht genutzt. Es ist zu sehen, dass die Tiere reichlich Nachwuchs aufziehen.
Eine tolle Truppe.
LG, Frank.
Nun bewohnt die Kolonie das Terrarium schon wieder einige Zeit.
Das Terrarium hat sich gut entwickelt, die Pflanzen wachsen, Springschwänze bilden grosse Populationen. ich füttere im Moment kaum zu, nur einige Drosophila, die Gigantiops leben weitgehend von den Springschwänzen, die sie überall finden und von Zuckerwasser. Auserdem suchen sie ständig die Nektarien des Fleissigen Lieschen ab. Hier finden sie tagsüber immer süsse Nahrung.
Überhaupt ist diese Pflanze einzigartig. Mich wundert, dass sie sich nicht auch schon längst in vielen anderen Tropenterrarien findet. Die Pflanze ist robust, lässt sich leich vermehren, wuchert nicht so stark wie etwa die auch viel lichthungrigere Pasiflora und ist meines Erachtens weit produktiver mit einer viel grösseren Zahl an ständig produzierende Nektarien an Blättern und Blattstielchen. Zudem blüht sie auch noch regelmässig im Terrarium, das ist ja auch ganz nett...;)
Hier Fotos der Landschaft im kleinen Terrarium. Es dominiert das Fleissige Lieschen, jedoch blühen auch kleine Orchideen und es wachsen überall verschiedenartige Moose.
Das Terrarium wurde damals kurz nach meinem Umzug auf die Schnelle hergerichtet, ohne viel Schnickschnack. Trotzdem sieht es jetzt ganz gut aus, gutes Licht sorgt für Pflanzenwachstum, gutes Pflanzenwachstum sorgt für ein gesundes Mikroklima.
Den Gigantiops geht es gut. Sie ziehen weiter Jungtiere aller Fraktionen auf, Arbeiterinnen, Jungköniginnen und Männchen. Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich mich in der letzten Zeit wenig um sie kümmern konnte.
Weil es ihnen an nichts wesentlichen fehlt, hat ihnen das nicht geschadet. Die fetten Zeiten, in denen ich ihnen am Tage fünf bis zehn frischerschlagene Stubenfliegen am Nesteingang reichen konnte, sind lange vorbei. Es macht ihnen nichts, sie jagen nun vermehrt nach Springschwänzen und nach den Drosophila.
Sie haben einiges an Brut.
Wie immer bei den Gigantiops sind die Sichtscheiben des Nestes beschlagen, was richtig scharfe Fotos aus dem Nestinneren fast unmöglich macht. Macht nichts, es ist ja was zu erkennen...:D
Einfach tolle Ameisen, die eigentlich gut und ohne viel Aufwand zu halten sind, wenn die Kolonien einmal einigermassen stabil sind.
LG, Frank.
Hey Frank,
echt schön zu sehen wie deine Kolonie wächst
Ich habe mich schon vor ner weile nach dem Fleissige Lieschen umgeschaut habe aber nur welche im Baumarkt und Gartencenter gesehn die sicher net gerade ungedüngt ungespritzt waren.
Wo hast du den deine Pflänzchen her?
liebe grüße Matthias
Hallo Mathias. Meine Pflanzen habe ich schon seit Jahren. ich ziehe mir eben immer wieder neue Ableger von ihnen, so kann man die Lieschen eigentlich unbegrenzt vermehren. Einfach einen kleinen Seitentrieb abbrechen, in feuchte Erde damit und anfangs bei so jungen Pflanzen mit wenig Wurzeln auf eine hohe LF achten. Dann wachsen die immer an.
Ich denke, Lieschen kann man schon im Baumarkt kaufen. Wer sicher gehen will, hält so ein gekauftes Pflänzchen für eine Zeitlang in Quarantäne, die Pflanze ist schnellwachsend und wenn man regelmässig mit Wasser sprüht, dürften eventuelle Pestizide sich bald verflüchtigen.
Ich weiss, das Pflanzen in Baumärkten und in Gärtnereien wohl oft mit Mitteln behandelt sind. Aber ich selbst habe noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, obwohl ich auch nicht immer der Geduldigste bin und Orchideen oder Tillandsien sehr schnell in meine Terrarien verfrachte.
Man sollte vllt. bei guten Pflanzenmärkten, bspw. Dehner einkaufen und die Verkäufer befragen. Und ein bischen Gottvertrauen wird auch nicht gleich schaden...;)
LG, Frank.
Hallo Ameisenfreunde.
Meine Gigantiops-Kolonie lebte nun fast ein Jahr in einem kleineren Becken. Es ging ihr gut dabei, sie ist etwas gewachsen und es wurden Arbeiterinnen und Geschlechtstiere aufgezogen.
Die Zeiten in diesem kleinen Becken waren anfangs turbulent, nachdem das Becken sich sehr gut entwickelte, hatte ich mir leider irgendwie Xaximwürmer eingeschleppt, die sich schnell und unkontrollierbar massenhaft vermehrt hatten und die ich dann mit einem Mittelchen bekämpfte, was zur Folge hatte, dass viele der Würmer verendeten und sich das Becken in eine Kloake verwandelte. Vorher hatten die Würmer so gut wie alle Springschwänze und sonstige Bodenorganismen vertilgt, sogar Drosophila und Terflys erbeuteten die Würmer irgendwie.
Na gut, das Wurmproblem bekam ich mit einer Neueinrichtung in den Griff. Seither lief das Leben der Gigantiops, die übrigens selbst nie unter den fiesen Würmern direkt litten, normal und ruhig.
Nun hatte ich letzten Freitag frei, ebenso natürlich das Wochenende und dann kam dieser laaange Feiertag in dieser Woche. Zeit zum Nachdenken, aber nicht zum Müssiggang. Meine Blicke wanderten immer unruhiger werdend zwischen den recht grossen, aber auch irgendwie recht leeren Cataglyphis-Becken und dem kleinen, gutbepflanzten Gigantiops-Becken hin und her.
...und ja, ich war ein böser Junge und hab kurzerhand alles geändert.
Die Catas gehen sowieso bald in eine kurze Winterruhe, da sollte dann doch erstmal ein kleineres Terrarium genügen. Die Gigantiops aber können etwas mehr Platz gut brauchen, ebenso mehr Licht, Wärme und Nahrung.
Also bekamen nun die Gigantiops ein Meterbecken und dazu insgesamt satte 200 Watt Licht. Das Becken wurde in der bei mir üblichen Weise hergerichtet, eine Lavasplit-Schicht dient als Boden, darauf etwas Streu aus dem Wald. Das Ganze reichlich mit trop. und heimischen Springschwänzen geimpft, ebenso tropische Weisse Asseln. Bepflanzt wurde mit Moos, Tillandsien, Orchideen, Fleissigen Lieschen natürlich und einer Begonville, die als schöne tropische Pflanze auch etwas hermacht und jetzt, nach einen Sommer auf dem Balkon, einen schönen neuen Platz gefunden hat. Eigentlich alles grosse Pflanzen, aber im neuen Becken haben sie noch viel Platz und sehen noch fast kümmerlich aus.
Die Gigantiops fanden sich gut und schnell zurecht. Ich bin immer wieder etwas überrascht, wie gut sie in der Haltung zurecht kommen. Mit ihrem manchmal nervösen Wesen gelten sie bei vielen als ängstlich und neigen angeblich zu panischen Reaktionen bei Eingriffen des Halters, aber wenn man ruhig und besonnen mit ihnen umgeht, gucken sie drollig und lassen sich so einiges gefallen. Sie lassen sich sogar helfen und sich mit kleinen Tricks den Weg weisen...:) Jedenfalls haben meine lieben Gigantiops sehr schnell, binnen weniger Stunden den Einzug in das neue Nest hinbekommen und alles geschah mit ziemlicher Ruhe.
Sie sind sehr clever. Arbeiterinnen, die von anderen bereits ortskundigen Arbeiterinnen in das neue Nest getragen wurden, wussten schnell, was zu machen war, waren sofort im Bilde über die Örtlichkeiten und beteiligten sich umgehend am Transport der verbliebenen Kolonieangehörigen und der Brut.
Erstaunlich ist dabei immer wieder die visuelle und taktile Kommunikation. Während jene Arbeiterinnen, die das Nest bereits kannten, natürlich bald ohne Hemmung in dieses ein und aus gingen, blieben andere, die das Nest noch nicht kannten, extrem vorsichtig und betraten das Nest nur dann, wenn sie diese anderen Arbeiterinnen am Nesteingang sahen oder taktil bemerkten. Eine Arbeiterin, die das neue Nest nicht kennt, wird es nicht betreten, sie tut es erst dann, wenn sie von anderen Arbeiterinnen davon überzeugt wird, dass dies ungefährlich ist. Eben dann, wenn sie diese andere Arbeiterin sieht oder sie taktil bemerkt oder aber von ihr durch Aufforderungsverhalten animiert wird, hineingetragen wird oder unter Fühlertrillern und Schubsen ein kleines Stück in die Richtung des Nesteingangs gezogen wird.
Es scheint, als ob es bei den Gigantiops überhaupt keinerlei chemische Kommunikation in Nesteingangsnähe gibt, anders als bei vielen anderen Formicinen. Cataglyphis zB. markieren den Nesteingang chemisch in dessen unmittelbarer Nähe. So finden andere Arbeiterinnen der Kolonie den Nesteingag, wenn sie ihn noch nicht kennen. Die Gigantiops scheinen sich bei der Orientierung in Nestnähe wie überhaupt bei ihrer Orientierung und Navigation allein auf ihre visuellen Fähigkeiten zu verlassen und auf ihre Möglichkeiten der Kommunikation und des individuellen Lernens.
Natürlich ist es müssig, diese Arten zu vergleichen, aber es handelt sich um hochentwickelte, extrem spezialisierte Formicinen mit guten visuellen Fähigkeiten, die jedoch in jeweils völlig unterschiedlichen Lebensräumen leben.
Jedenfalls läuft diese Terrarium nun ganz gut an. Die Moose beginnen bereits zu wachsen, ebenso das Lieschen. Im hellen Licht scheinen sich alle Pflanzen zu recken und zu strecken. Ich freue mich auf neue Eindrücke und freue mich darauf, was meine Gigantiops aus dieser neuen Situation machen werden.
Am Wochenende werde ich ein paar Bilder einstellen .
LG, Frank.
Hier mal ein Bild des Terrariums, eine Aufnahme vom letzten Wochenende.
Ich habe auf eine reichliche Bepflanzung mit grossen Pflanzen verzichtet, das tue ich eigentlich immer mehr. Lieber weniger grosse Pflanzen, dafür mehr Licht am Boden und in allen Bereichen des Beckens. So bleibt auch immer noch ein Plätzchen frei für die eine oder andere interessante junge Pflanze, wenn man etwas findet.
Links die Begonville, die allerdings wirklich riesiges Potenzial hat und die sicher sehr bald beginnen wird, recht ordentlich zu wachsen. Ich werde sie dann im Auge behalten müssen und rigoros zurückschneiden müssen. Rechts das Fleissige Lieschen, das nun mehr Licht und Platz bekommen hat, so ebenfalls reichlich Platz zum Wachsen hat und das für mich der zuverlässigste Lieferant von natürlichen Zuckern ist und diesen an hunderten kleinen Nektarien ameisengerecht anbietet.
Die Gigantiops besuchen das Lieschen am Tage, ebenso andere Ameisen wie etwa einige Temnothorax, die ebenfalls hier leben.
Der Boden besteht aus Lavasplit, über den ich unregelmässig und dünn eine Schicht Streu, etwas Sand und Lehm verteilt habe. Nicht überall ist der Split völlig abgedeckt. Einige Moospolster aus dem alten Becken wurden ebenfalls eingebettet und werden sich hoffentlich bald weiter ausbreiten, das Ganze sieht auf diesem Foto noch unfertig aus und wenig perfekt, aber das wird sich binnen weniger Wochen mit dem Einwachsen ändern.
Den Waldstreu habe ich an Wegrändern im Wald gesammelt, auch er ist "infiziert" mit winzigen Moospflanzen und Flechten und auch aus ihm wird einiges wachsen. Angenehmer Nebeneffekt ist beim Sammeln im Freiland immer, dass winzige Bodentierchen wie Springschwänze versch. Arten und auch Milben oder Hunderfüsser und andere Bodentierchen mit eingesetzt werden. Jene Tiere dieser Fauna, die mit den Bedingungen im Terrarium für längere Zeit zurechtkommen und eine passende Nische finden, werden sich etablieren und gerade Springschwänze jeder Art sind in einem Waldterrarium sehr willkommen. Aber nicht alle Tiere des Waldbodens sind gleich willkommen, Asseln werden von mir aussortiert, obwohl man es nie vollkommen vermeiden kann, dass man sich welche als winzige Jungtiere einschleppt und sie dann früher oder später problematisch werden können.
Soweit erstmal.
LG, Frank.
Niemand weiss genau, warum diese Art den Namen destructor erhielt.
Besonders gewalttätig oder gar zerstörerisch benehmen sich diese Ameisen eigentlich nie und es fehlt ihnen dazu auch an der schieren Kraft und Agressivität. Ihre Stärke ist ihre visuelle Überlegenheit über die meisten anderen Tiere in ihrem Lebensraum, dazu ihre Geschicklichkeit in den Bewegungen und ihre Behendigkeit. So machen sie Beute und so weichen sie stärkeren Kontrahenten aus. Oft, ohne von diesen überhaupt bemerkt zu werden.
Bei der Jagd können die Gigantiops aber durchaus draufgängerisch und zupackend werden. Wenn sie sich "überzeugt" haben, dass die potenzielle Beute ungefährlich ist und zu überwältigen ist, gehen sie beharrlich und knallhart zu Werke. So jagen sie zB. Fliegen, die fast gleichgross mit ihnen sind und auch andere Insekten.
Dabei habe ich den Eindruck, dass eine neue Beute erst kennengelernt werden muss, sie wird beobachtet, fixiert, es werden wenig entschlossene erste Angriffe gewagt, immer dabei auf Rückzugsmöglichkeiten bedacht und wenn die Ameise sicher ist, dass der Angriff lohnt und erfolgversprechend ist sowie einigermassen ungefährlich, wird zugepackt. Manchmal wird die Beute sogar gehetzt.
Hier hat eine Arbeiterin ein junges, mittelgrosses Heimchen gegriffen.
LG, Frank.
Niemand weiss genau, warum diese Art den Namen destructor erhielt.
Den Namen bekamen sie von dem frühen Forscher Johann C. Fabricius (1745-1808), der sogar eine zeitlang mit dem Erfinder der heute noch gültigen binären Nomenklatur zusammen gearbeitet hat, Carl von Linné. Er hat die Gigantiops destructor im Jahre 1804 beschrieben, damals als Formica destructor.
Der berühmte [url=http://gap.entclub.org/taxonomists/Wheeler,%20W.M/index.html]William M. Wheeler[/url] schreibt darüber:
Fabricius, when he first described the insect in 1804 as Formica destructor, certainly knew nothing of it's behavior and probably gave it what seems to him an approprioate specific name for any ant measuring a centimeter in length.
Also nur wegen der Größe der Ameise wurde sie "Zerstörer" genannt. Interessant ist des weiteren (das geht auch aus dem hochinteressanten Text von Wheeler hervor), dass die Ameise ein weiteres Mal beschrieben wurde, diesmal von [url=http://gap.entclub.org/taxonomists/Smith,%20F/index.html]Frederick Smith[/url] im Jahr 1858. Auch dieser hat die Art nicht selbst gesammelt, sondern von dem berühmten Henry W. Bates zugeschickt bekommen. Bates ist ein großes Idol für mich, und war damals mit dem Mitentdecker der Evolutionstheorie und Begründer der Biogeographie, Alfred R. Wallace, über mehrere Jahre am Amazonas und dessen Seitenflüssen unterwegs um vorwiegend Insekten zu sammeln.
Da er dazu diesmal sehr passende Freilandbeobachtungen schilderte, wurde die Art als Formica solitaria beschrieben. F. solitaria deshalb, weil er die Tiere vorwiegend einzeln ("solitär") hat beobachten können, und nie ein Nest fand.
Den Gattungnamen Gigantiops erhielt sie schließlich, als der deutsche Julius Roger (1819-1865) 1863 erkannte, dass F. solitaria und F. destructor synonym waren. Nach den Regeln der Nomenclatur ist der Name des Erstbeschreibers gültig, also der von Fabricius, auch wenn solitaria der passendere Name gewesen wäre.
Die hochinteressante wissenschaftliche Arbeit von Wheeler über die Gigantiops "Observations on Gigantiops and other leaping ants" ist sehr lesenswert und frei zugänglich: http://gap.entclub.org/taxonomists/Wheeler,%20W.M/1922c.pdf
Grüße, Phil
Hoffe darf mich mich hier auch ein wenig beteiligen? Für einen Haltungsbericht sind meine Kolonien hier ungeeignet. Die Nester sind nicht einsehbar :D. Die Tiere leben entweder unter der Baumrinde oder aber auch eine andere Kolonie direkt im Holz. Von meinen Ytong Steinen hielten sie nicht viel
Heute gefüttert mit zerschnittenen Schokoschaben.
Da hat sie wohl ein wenig Respekt vor den Fruchtfliegen
Hier meint jemand sein Opfer noch töter als Tot zu machen
Hallo Rene, klar kannste dich hier beteiligen.
Interessant und erstaunlich sind ja manchmal die etwas "missratenen" oder missgestalteten Tiere, die in einer Kolonie von Zeit zu Zeit aufwachsen. Oft sieht man verkrüppelte Beinchen oder fehlende Gliedmaßen.
Heute sah mich eine leicht schielende Gigantiops-Arbeiterin aus ihrem Terrarium an . Die Arbeiterin scheint ansonsten gesund zu sein, ein Fühler ist zwar etwas verkrüppelt und verkürzt, was sie aber ebenso wie ihr leicht irrer Blick scheinbar wenig beeinträchtigt. Die Arbeiterin muss jung sein, ich sah sie heute zum ersten Male im Terrarium. Sie jagte Fliegen, die sie ins Nest eintrug und trank Zucker. Minutenlang putzte sie sich auf einem Blatt einer Orchidee, sie scheint sich wohl zu fühlen.
Hier einige Fotos. Vergleicht man das "Gesicht" dieser Arbeiterin mit dem anderer, normaler Arbeiterinnen zB. auf den besseren Bildern oben von Rene, dann fällt auf, dass der Kopf bei ihr eigenartig schmal ist, die Augen dagegen scheinbar vergrössert und oben, auf der Stirn untypisch zusammen laufend.
Das Ganze ist nichts Besonderes, aber schon interessant und es wert, erwähnt zu werden.
Mal sehen, wie lange ich dieses Tier mit einem wirklich individuellen Gesicht erleben und beobachten werde. Meist werden Ameisen mit kleinen Beeinträchtigungen, die sie aber nicht an einen scheinbar halbwegs normalen Leben hindern, ja nicht besonders alt.
Aber bei den Gigantiops ist ja so vieles etwas anders...
LG, Frank.
Hallo Ameisenfreunde.
Wieder mal ist die Kolonie heute umgezogen. Das alte Terrarium gefiel mir nicht mehr und so hab ich heute ein neues und grösseres vorbereitet und die Gigantiops am Nachmittag umgesetzt. Alles hat gut geklappt. Die Gigantiops machen überhaupt keine Probleme und bleiben bei Eingriffen erstaunlich ruhig. Naja, sie sind ja einiges gewohnt bei mir.
Aber auch Freilandkolonien werden wohl von Zeit zu Zeit umziehen und so ist das für die Ameisen nicht ungewöhnlich und sie können damit gut umgehen.
Bei ihren Einzug in das neue Nest habe ich die Ameisen heute lange Zeit beobachtet. Immer wieder begeistert mich ihre absolut präzise Kommunikation, die scheinbar völlig ohne Duftspuren oder ähnlichem funktioniert. Die Ameisen verlassen sich völlig auf ihr gutes Sehen und kommunizieren miteinander bereits auf "Sichtweite".
Als die ersten Arbeiterinnen das neue Nest entdeckt und auskundschaftet hatten und wohl für geeignet befunden hatten, begannen sie, die Kolleginnen und die Brut der Kolonie einzusammeln. Ich habe es schon mehrmals versucht zu beschreiben, bin aber immer wieder selbst begeistert, wenn ich den Tieren bei ihrem emsigen Tun zusehe.
Begegnen sich zwei Arbeiterinnen, beginnen sie auf bereits Sichtweite, manchmal über Distanzen von bis zu 20 Zentimetern, einander zugewandt zu tänzeln und mit hochgereckten, goldglänzenden Fühlergeisseln zu vibrieren. Dabei machen die Arbeiterinnen manchmal einige Schritte seitwärts hin und her, recken den Hinterleib schlangenartig zur Seite und starren die Partnerin an. Langsam schreiten beide Arbeiterinnen aufeinander zu, dabei das tänzelnde Ritual fortsetzend und mit den Fühlern flimmernd. Ich denke, dass die Gigantiops einander so genau erkennen und so schon auf Distanz den Gegenüber als artzugehörig indentifizeren können. Erwidert also das andere Insekt die Gestik und die tänzelnden Bewegungen, kann die Ameise sicher sein, es mit einer Artzugehörgen zu tun zu haben. Ob die andere Ameise auch der eigenen Kolonie angehört, kann eine Arbeiterin natürlich erst mit dem Fühlerkontakt eindeutig feststellen. Nun erst wird der Kolonieduft geprüft, so wie auch bei anderen Ameisen. Aber das gegenseitige, visuelle Erkennen auf grösserer Distanz mithilfe ritualsierter Tanzbewegungen ist wohl einzigartig bei den Ameisen.
Bei meinen Ameisen konnte ich heute eine weitere Beobachtung machen. Es scheint so zu sein, als ob sich die Arbeiterinen konkret Mitteilung machen können über ihren "Wissensstand" in Bezug auf den Standort des neuen Nestes. Zumindest konnte ich beobachten, dass Ameisen, die noch nicht den neuen Neststandort kannten, nach der Begrüssung, die immer nach dem oben geschilderten Schema ablief, sich gegenüber einer anderen, bereits ortskundigen Arbeiterin duckten und niederkauerten. Die Trägerinnen schienen so erkennen zu können, welche der anderen Arbeiterinnen in das neue Nest zu tragen waren. Begegneten sich zwei Trägerinnen, die das neue Nest beide kannten, blieb es bei einer Begrüssung mit kurzen, symbolhaften Futteraustausch und keine der Arbeiterin zeigte die kauernde Geste. Versuchte nun doch eine der beiden, die andere zu packen und zu tragen, liess dies die andere nicht zu und wandte sich brüsk ab.
Interessant ist, dass das tänzelnde Ritual, mit dem sich zwei Arbeiterinnen einander nähern, jedesmal vollzogen wird, wenn sich zwei Arbeiterinnen abseits einer Gruppe treffen. Noch interessanter aber ist, dass es nur kurz und flüchtig wiederholt wird, wenn sich die selben Arbeiterinnen ganz kurze Zeit später wieder im Terrain treffen. Aber eben nur sehr kurz und flüchtig, so als ob sich beide aneinander erinnern, vllt. sogar an das Gesicht der anderen Arbeiterin und sich ja ohnenhin kennen. Nun wird bei einer zweiten oder dritten Begegnung nicht mehr der ganz grosse Aufwand betrieben und man verzichtet auch meist auf das kurze gegenseitige Füttern.
Die Gigantiops verlassen sich bei ihrer Kommunikation völlig auf ihr gutes Sehen und ihre physischen Besonderheiten. So, wie diese Ameisen den Kopf drehen können, um nach etwas zu schauen oder einer Kollegin nachzuschauen, kann das keine andere mir bekannte Ameise. Dies zusammen mit ihren Springen von Ästchen zu Ästchen oder mit der Art, wie sie kleine Insekten erjagen lässt mich immer wieder schmunzeln, wenn ich ihnen zusehe.
Auch wenn ich mich da immer wieder wiederhole, für mich sind dies die erstaunlichsten Ameisen überhaupt.
LG, Frank.
Die Kolonie hat sich eingelebt und begonnen, ihr neues Nest anzupassen. Mit Lehm und anderen Substrat, sogar mit den Teilen der verzehrten Fliegen werden Ritzen und Spalten abgedichtet und vermauert. Den grossen Nesteingang haben die Gigantiops ordentlich verengt und mit Lehm vermauert.
Es ist ein Auf und Ab mit der Kolonie. Dabei wurde auch sie bisher nie wirklich gross, kein Vergleich zur "grossmütterlichen" Kolonie, von der diese Kolonie und ihre Vorgängerin, die Mutterkolonie dieser Kolonie hier abstammt. Es mögen jetzt etwa dreissig Arbeiterinnen sein, einige Jungköniginnen und im Moment keine Männchen. Diese waren vor einigen Tagen ausgeschwärmt und hatten das Nest verlassen.
Die Kolonie ist klein. Aber, muss ich mir Sorgen machen? Mach ich nicht, denn die Kolonie macht einen fidelen Eindruck.
Ich habe mit dem neuen Nest etwas Neues ausprobiert. Zum ersten Mal habe ich einer so kleinen Kolonie ein eigentlich viel zu grosses Nest angeboten mit sehr grossen Nestkammern. Die Gigantiops sind bei der Nestwahl absolute Opportunisten und beziehen so ziemlich jedes geeignete Domizil, wie mir Gerhard Kalytta mehrfach berichtete, der ja umfangreiche Freilanderfahrungen mit südamerikanischen Ameisen hat. So beziehen sie im Freiland auch schonmal leere Bierdosen und alle möglichen Unterschlüpfe.
Der Gedanke war, vllt. motiviert die Kolonie ein so grosses Nest auch mal dazu, wirklich viel Brut aufzuziehen. Immerhin können die Kolonien der Art manchmal recht gross werden, die erste Kolonie, die ich hielt, eben die grossmütterliche Kolonie dieser Kolonie, bewohnte zu ihren Glanzzeiten ein etwa 40 Zentimeter hohes Beobachtungsnest und hatte sicher über 1000 Individuen.
Zwei Blicke in das Nest.
Auch wenn die Kolonie klein ist, sieht es gut aus. Die Königin lebt und ist vital, die Arbeiterinnen jagen fleissig und es gibt für so wenige Ameisen eine ganze Menge an Brut.
Mal sehen, wie es weitergeht...
LG, Frank.
Hallo Ameisenfreunde.
Naja, ich musste mir wohl doch Sorgen machen. Aber so ist das nun einmal, auch Ameisen leben nicht ewig.
Nun halte ich meine Gigantiopskolonien seit dem Jahre 2007, in dieser Zeit gab es Nachzuchten aus der ersten Kolonie, die von einer im Freiland gefangenen Jungkönigin in der Haltung gegründet wurde und diese Kolonie, von der hier berichtet wurde, ist die dritte Koloniegeneration dieser Gigantiops in meiner Haltung seit dieser Zeit.
Nun scheint diese letzte Kolonie der kleinen Dynastie jedoch leider an ihrem Ende angelangt zu sein. Die Zahl der Arbeiterinnen nimmt nun mehr und mehr ab. Jungköniginnen, die sich ohne Begattung entflügelt haben, versuchen die Lücken zu füllen und übernehmen Arbeiterinnenaufgaben und Brutpflegearbeiten in der geschrumpften Kolonie. Das wird die Kolonie nicht retten, denn ich vermute, dass die Altkönigin dieser Kolonie bereits gestorben ist und damit kein Arbeiterinnennachwuchs mehr zu erwarten ist. Die Hoffnung ist also gering, trotzdem werde ich diese Kolonie natürlich weiterpflegen, immerhin gibt es eine geringe Chance, dass eine der Jungköniginnen doch begattet ist, denn vor einigen Wochen gab es noch Männchen in der Kolonie.
Die Kolonie befindet sich seit einiger Zeit in einer Art Quarantänehaltung, ich habe sie zur Beobachtung in einem kleinen Terrarium einquartiert. In der Hoffnung, sie durch gezielteres Füttern und unter möglichst optimalen Bedingungen retten zu können. Allein, die Hoffnung war gering, denn als ich die Kolonie umsetzte, gab es zwei entflügelte Königinnen und mir schwante bereits, dass keine der beiden die Altkönigin war.
Die letzten Arbeiterinnenpuppen, die es noch gab, entnahm ich zu diesem Zeitpunkt der Kolonie und gab sie einer gründenden Jungkönigin, die ich von einen Freund hier hatte. Aber auch das war zwecklos, wie sich herausstellte, diese Jungkönigin verstarb leider kurze Zeit später. Das kommt vor, ist sehr schade, aber niemand weiss, ob diese Jungkönigin gesund war. Sie wurde von einen Sammler aus Südamerika mitgebracht.
Nach fast neun Jahren ununterbrochener Gigantiopshaltung wird es nun Zeit, ein zwischenzeitliches Fazit zu ziehen. Eines vorweg, ich werde die Haltung dieser Ameisen natürlich nicht aufgeben und mich um andere Tiere der Art bemühen, diese Ameisen sind einfach zu interessant und ihre Beobachtung macht zuviel Freude, als dass ich auf ihre Haltung langfristig verzichten möchte.
Bei meiner Haltung dieser Art habe ich die Beobachtung gemacht, dass eigentlich nur die Gabe von Termiten als Futtertiere es einer Gigantiopskolonie ermöglicht hat, wirklich zahlreiche Nachkommenschaft aufzuziehen und zu einer wirklich stattlichen Kolonie heranzuwachsen. Nur meine erste Kolonie erreichte eine beträchtliche Koloniegrösse, die Kolonie lebte im Terrarium gemeinsam mit einer Termitenkolonie und hatte so ständigen Nachschub an Proteinen. Die Gigantiops ernährten sich dabei nicht ausschliesslich von den kleinen Termiten, sie nahmen auch Fliegen, sogar getötete Grillen, aber sie bejagten ständig die kleinen Termiten, lauerten ihnen auf an den Nestausgängen des Termitennestes und hatten hier immer wieder Jagderfolg. Es gab so eine beständige und zuverlässige Zufuhr an geeigneten Proteinen für die Gigantiopskolonie. Diese erste Kolonie erreichte eine beachtliche Grösse, auf dem Gipfelpunkt der Kolonienentwicklung gab es sicher um die zweitausend Tiere im Nest. Es wurden hunderte von Geschlechtstieren aufgezogen und die Zucht war dann eher eine zwangsläufige Entwicklung, zu der ich selbst kaum beitragen musste. Ich musste nur die jungen, begatteten Königinnen entnehmen und ihnen geignete Nestgründungsmöglichkeiten anbieten. Es entstanden damals einige junge Kolonien aus diesen Koloniegründungen begatteter Jungköniginnen, unter anderem auch meine zweite eigene Kolonie aus dieser Zucht, die dann die Vorläuferin dieser Kolonie war, über die ich hier in diesem Thread berichtet habe.
Diese zweite Kolonie wie auch die Kolonie, die von einer Jungkönigin gegründet wurde, die später von dieser zweiten Kolonie aufgezogen wurde und ebenfalls in Gefangenschaft begattet wurde und dann eine eigene, dritte Kolonie gründete, über die ich dann hier berichtet habe, nun, diese zweite und auch die dritte Koloniegeneration erreichte nie das Grössenwachstum, dass die erste Kolonie vorlegen konnte. Trotz guter Fütterung mit allen möglichen scheinbar geeigneten Futtertieren gab es nie diese Mengen an aufgezogenen Nachkommen. Mir bleibt nur die Vermutung, dass die erste Kolonie nur deshalb so gross werden konnte, weil ihr mit den Termiten eine geeignete und für ein gutes Gedeihen vielleicht notwendige Nahrung zur Verfügung stand. Diese Kolonien, die der zweiten und dritten Generation erreichten nur Individuenzahlen von etwa maximal 100 bis vielleicht 150 Tieren. Dies schien dabei nicht einmal nur der Fruchtbarkeit der Königin geschuldet gewesen zu sein, denn Brut gab es ja oft reichlich in den Nestern, vielmehr schien es so, als ob die Arbeiterinnen einfach nicht das Alter erreichten, das notwendig gewesen wäre, dass die Zahl der Arbeiterinnen wirklich stark ansteigt. Das kann geschehen, wenn Arbeiterinnen eben ihr maximal mögliches Alter erreichen können, wie es gerade in der Haltung in Gefangenschaft ja oft erreicht wird. Aber irgend etwas, vielleicht Essentielles schien immer zu fehlen. Auch bei den kleinen Kolonie gab es immer wieder kranke und sterbende Arbeiterinnen, die sich langsam und untypisch zeitlupenhaft durchs Terrarium schleppten, of mit aufgetriebenen Gastern. Die Arbeiterinnen wurden einfach zu früh alt.
Verluste und sterbende Ameisen sind nicht ungewöhnlich. Schwierig aber wird es, wenn die Verluste fast ebenso hoch oder höher sind wie die Zahl der Nachwachsenden. Dann tritt Stagnation ein.
Ich habe immer wieder an den Haltungsbedingungen geschraubt und versucht, diese zu ändern. Natürlich hatte ich auch immer Parasitenbefall erwogen. Den gab es auch ab und zu, deutlich bemerkbar. Milbenbefall war keine Seltenheit, manchmal trugen die Gigantiops Milben, vermehrt traten diese Milben in der Gesichtsregion auf und fielen hier natürlich besonders auf. Dieser Milbenbefall ging immer wieder zurück und war nie anhaltend. Er schien die Gigantiops auch nicht sehr zu beeinträchtigen, denn er war, wie bereits gesagt, war nie anhaltend und verschwand immer wieder völlig. Offenbar waren die Gigantiops als Wirtstiere oder die Bedingungen im Lebensraum nicht optimal für diese parasitischen Milben.
So hielt ich die Gigantiops mal in trockenen Nestern, mal in sehr feuchten. Die wechselnden Bedingungen hatten aber keinen bemerkbaren Einfluss und trugen in keinem Fall dazu bei, dass eine spürbare Verbesserung eintrat. So war die Haltung der zweiten und dritten Koloniegeneration eigentlich immer etwas unbefriedigend, denn natürlich hatte ich immer die erfolgreiche Haltung der ersten Kolonie vor Augen mit deren Koloniegrösse und deren Nachzuchtergebnissen.
Heute muss ich annehmen, dass es nicht genügt, diese Ameisen ausreichend oder reichlich mit Futter, vor allem mit Proteinen zu versorgen, ich denke, es kommt auch auf die Zusammensetzung an. Termiten scheinen eine wichtige Rolle in der Ernährung der Gigantiops zu spielen, neben vielen anderen Kleininsekten. Die Gigantiops können leben und überleben ohne diese Nahrungsquelle, ein wirklich gutes Koloniewachstum scheint aber leichter möglich zu sein, wenn Termiten zur Verfügung stehen. Vielleicht sind es nicht einmal die Termiten im Besonderen, die als Nahrung diesen Einfluss haben, vielleicht ist es vielmehr eben die Beständigkeit und Verlässlichkeit, die eine solche Futterquelle bietet und die für die Gigantiops wichtig ist. Diese Zuverlässigkeit bei der Proteinernährung kann ich als Halter in einem Terrarium mit keinen anderen Futterinsekt, bestenfalls noch mit kleinen Springschwänzen, die sich permanent fortpflanzen und so immer verfügbar sind, gewährleisten. Hinzu kommt, dass andere Futtertiere, Terflys oder Drosophila, manchmal nach einiger Zeit nicht mehr angenommen werden, weil die Gigantiops sie einfach "satt" haben. Termiten wurden immer begeistert erjagt und oft kauerten und lauerten die Jägerinnen stundenlang angespannt wartend an den Nestausgängen der Termiten, warteten hier hochkonzentriert auf eine vorwitzige Termite, die unvorsichtigerweise den Kopf herausstreckte.
Termiten als Beutetiere, gleich welcher Art, sind nach meinen Beobachtungen eine wichtige Proteinquelle für diese Ameisen. Natürlich kleine, nicht zu wehrhafte Termiten in einer geeigneten Grösse. In Frage kommen so auch die kleineren südeuropäischen Termitenarten. Eine kleine Gruppe solcher Termiten, die ich vor Jahren aus der Türkei mitgebracht hatte und die ich im Terrarium aussetzte, wurden schnell von den Gigantiops erbeutet und waren bald restlos verschwunden.
Die Haltung solcher tropischen Ameisen stellt einen ja immer wieder vor neue Fragen und Probleme. Anders als Ameisen der gemässigten und subtropischen Breiten suchen viele tropische Arten zB. nicht gezielt nach warmen Nistmöglichkeiten. Sie meiden oft sogar die seperate Erwärmung ihres Nestes, verlassen es sogar unter Umständen dann, Rotlichtlampen und ander Wärmequellen kommen nur bedingt in Frage.
Warum ist das so? Ich erkläre es mir so, dass tropische Ameisen es im Gegensatz zu Arten aus anderen Breiten mit jahreszeitlichen Temperaturschwankungen eben in aller Regel einfach nicht nötig haben, gezielt warme, zB. sonnenbeschienene Plätze zu suchen, in ihrer Heimat ist es fast überall und zu allen Zeiten des Jahres warm und so sind andere Bedingungen, passende Feuchtigkeit des Nestplatzes, Abwesenheit von potentiellen Feinden, Erreichbarkeit von Futterplätzen und Wasser usw. viel wichtiger. Und natürlich leben die Arten in ihrer tropischen Heimat genau in den Regionen, die ihnen die passenden Verhältnisse bieten, die Gigantiops leben im äquatorialen, tropischen Tiefland des Amazonasbeckens. Für Halter tropischer Ameisen besteht die Gefahr, dass sie das Verhalten ihrer tropischen Arten dann missverstehen und auf eine Erwärmung auf wirklich tropische Temperaturen verzichten. Wärme ist aber wichtig und bei vielen tropischen Arten wie den Gigantiops muss eben der gesamte Lebensraum die geeigneten, von der Art bevorzugten Bedingungen aufweisen.
Die Gigantiops scheinen dabei ein erdfeuchtes bis sogar nasses Nestsubstrat zu bevorzugen. Das bedeutet, dass man das Nest eben nicht seperat und gezielt beheizen kann, es würde dabei abtrocknen. Das darf sicher kurz- oder mittelfristig mal geschehen, wäre langfristig aber für die Brutentwicklung ungünstig. Die Wärme sollte also mehr oder weniger indirekt zugeführt werden. Glücklicherweise sind die Gigantiops sehr dankbare Ameisen für die Haltung in Beobachtungsnestern und verschmieren die Sichtscheiben ihrer Nester nicht Erde und Lehm, auch wenn diese mit Kondenswasser beschlagen.
Meine Gigantiopshaltung war eigentlich nur anfangs einigermassen erfolgreich. Nur die gemeinsame Haltung mit den Termiten, die merkwürdigerweise nicht litten unter den Jagderfolgen der Gigantiops und immer zahlreich blieben, nur bei dieser gemeinsame Haltung erlebte ich eine wirklich grosse Kolonie dieser Ameisen in meiner Haltung und nur zu dieser Zeit gab es eine wirklich nachhaltige Zucht. Die Entwicklung der beiden späteren Kolonie war im Vergleich eher kläglich, die Kolonien blieben immer relativ klein. Für eine wirklich gute Haltung, und das schliesst die Nachzucht in dem Falle mit ein, scheinen Termiten als Proteinnahrung wichtig zu sein. Zucht ist daher nötig, weil nach meinen Beobachtungen und Haltungserfahrungen die Königinnen kaum älter als fünf Jahre werden dürften, eher dürfte ihre mögliche Lebensspanne noch kürzer sein. Will man dies faszinierende Ameise also langfristig halten und beobachten, muss man versuchen, zu züchten.
Die Zucht ist dabei keine Zauberei. Das machen diese Ameisen ganz allein, wenn die Bedingungen halbwegs stimmen. Sie ziehen sehr bald in noch kleinen Kolonien Geschlechststiere auf. Jedoch scheinen es sich nur grosse und gutgenährte Kolonien leisten zu wollen, unnütze Männchen in grosser Zahl aufzuziehen. Und in grosser Zahl braucht man die Männchen, denn die Königinnen werden von etlichen Männchen nacheinander begattet.
Hochzeitsflüge fanden bei mir immer im Terrarium der Kolonie statt. Meist in den späten Morgenstunden, meist war die Aktivität gegen 11 Uhr am grössten. Zu den besten Zeiten, bei meiner ersten Kolonie schwärmten dann hunderte Männchen und dutzende Weibchen und es fanden überall Kopulationen statt. Begattete Weibchen entflügelten sich und kehrten in das Nest zurück. Später, nach Stunden oder manchmal Tagen, verliessen sie das Mutternest und ich konnte die ungeflügelten Weibchen im Terrarium einsammeln, ich konnte dann sicher sein, dass diese Jungköniginnen begattet waren. Etliche der Jungköniginnen (nicht alle waren erfolgreich) gründeten später in seperaten Boxen eigene, kleine Kolonien. Dies dauerte einige Zeit, die ständigen Fütterungen der semiclaustral gründenen Königinnen machte einigen Aufwand, aber einige immerhin schafften die Koloniegründung.
Soweit einige vorerst abschliessende Betrachtungen von mir. Es scheint so, als ob es für diese Kolonie dem Ende zugeht, aber, man soll niemals nie sagen.
Natürlich kann ich nicht auf alles eingehen, was ich in den letzten Jahren mit dieser schönen Ameise erlebt habe. Oft haben mich diese Ameisen erstaunt, mehrmals gab es Wendungen und Begebenheiten, die ich nicht erwartet hatte oder die mich, auch wenn ich das Verhalten bereits kannte, immer wieder überrascht und beeindruckt haben. Immer haben mich diese Ameisen begeistert, insbesondere dann, wenn sie mich mindestens ebenso konzentriert beobachteten wie ich sie. Oder, wenn sie einander im Habitat begegneten, sich tänzelnd einander näherten, dann, nach langem Hin und Her die Köpfe zusammenführten und sich scheinbar wie zum Grusse küssten. Natürlich tauschten sie jetzt Nahrung aus, ebenso Pheromone und damit Informationen. Auch, wenn sie Hindernisse oder Abgründe taxieren, dabei hin und her wippend, um die nötige Sprungweite genau berechnen zu können. Und nicht immer springen sie, auch, wenn es ihnen möglich wäre, sie sind durchaus vorsichtig. Wenn sie am Boden umher springend und doch konzentriert Springschwänze jagten und man ihnen den Missmut und die Enttäuschung förmlich ansah, wenn sie, was vorkam, erfolglos waren...
Das sind schon einzigartige Ameisen, die Arbeiterinnen haben sich in jeder Beziehung einen Grad an Selbstständigkeit und Unabhängigkeit bewahrt, wie er selten ist bei den Ameisen. Dabei ist es aber nicht so, wie manchmal behauptet wird, dass sie zu Kooperation nicht fähig sind. Es ist bei diesen Ameisen nur nicht so offensichtlich, denn sie laufen nicht auf Duftstrassen hintereinander her. Sie jagen nicht in Gruppen, sondern jede Arbeiterin jagt allein (...und doch sind sie natürlich in der Lage, gemeinsam eine schwere Beute zum Nest zu transportieren oder zu zerteilen, mit grossen toten Grillen taten sie das oft bei mir.). Dabei will ich meinen, dass die Beutejagd durch einzelne, alleinjagende Arbeiterinnen nicht bedeutet, dass wir es mit einer Art zu tun haben, die ein "primitiveres" Gruppen- oder Sozialleben hat. Einzeljäger stehen vor anderen, schwierigeren Aufgaben als Gruppenjäger und müssen diese allein lösen, angefangen bei der Orientierung im Feld, weiter bei der Beutewahl und des Erlernens der richtigen, erfolgversprechenden Taktik. Wenn man Arten anhand des Nahrungserwerbs, Jagdverhaltens oder der Rekrutierung nach solchen Kriterien ordnen möchte, müsste man gleichzeitig den Grad der Spezialisierung und der Fertigkeiten der Art wie der Individuen betrachten.
Die Kommunikation und auch die Kooperation der Gigantiops findet auf anderen Ebenen statt, sie ist möglich, weil diese Ameisen andere, vorwiegend visuelle Möglichkeiten haben. Ich habe weiter oben versucht zu beschreiben, wie die Ameisen bei Nestumzügen vorgehen und offenbar voneinander lernen. Und schliesslich, bei aller Selbstständigkeit, dienen sie ihren Kolonien bis in den Tod und sind ihnen stark verbunden wie es alle Ameisen sind mit ihren Kolonien, kehren immer zum Nest zurück, tragen Nahrung ein, pflegen den Nachwuchs und die Schwestern hingebungsvoll.
Mit Neugierde begegnen sie allen Änderungen, besonders aufmerksam werden andere Ameisen untersucht. Dies vorsichtig und gerne aus der Distanz, das erlaubt ihnen ihr gutes Sehen.
Ich verkneif mir jede weitere Schwärmerei, auch wenn das schwerfällt. Hier noch einmal ein Blick in die Brutkammer dieser Kolonie in ihrer wahrscheinlich letzten Lebensphase. Arbeiterinnen und Jungköniginnen, teilweise entflügelt, mit Brutstadien.
Wenn Ihr Fragen, Bemerkungen oder Beobachtungen habt, die meinen entsprechen oder ihnen widersprechen, immer her damit. Hier können wir über diese Ameise plaudern.
LG, Frank.
Es ist schon etwas ganz Besonderes so kompetent aus erster Hand über diese, zweifellos faszinierende , Ameisenart berichtet zu bekommen. Ich habe diese Tiere zwar noch nie mit eigenen Augen gesehen, trotzdem aber durch deine Beiträge, Frank, über die Zeit mit der Kolonie sozusagen mitgelebt und Gelegenheit gehabt Einblicke zu gewinnen die nicht alltäglich sind.
Dafür herzlichen Dank!
LG
Volker
Ein neuer Beginn.
Seit einiger Zeit lebt eine junge Gigantiops-Kolonie bei mir. Ich habe sie als kleine Kolonie mit einigen ersten
In den letzten Wochen lebten die Gigantiops in einem kleinen Terrarium. Ich besaß noch ein winziges, altes Nest aus jenem alten Bauschaum, den ich vor einigen Jahren als Nest für diese Ameisen verwendet hatte. Es war uralter Bauschaum, natürlich längst ausgegast und biologisch unbedenklich.
In der letzten Zeit zermarterte ich mir den Kopf, was ich nun als ähnliches Material für diesen Zweck, für ein Beobachtungsnest für diese Ameisen verwenden könnte. Ich wollte keinen Ytong oder anderes Material verwenden, auch kein Holz. Neuer Bauschaum kam nicht in Frage, das Zeug gast sicher über Monate oder länger aus und ist ganz sicher dann gefährlich.
Im Bauhaus fand ich jetzt endlich ein geeignetes Material. Ein poröses, dabei festes Material, das dem Zeug ähnelt, das ich damals verwendet habe. Das Material ist dabei noch etwas fester, wäre damit ganz sicher auch für andere tropische und subtropische Arten gut geeignet. Ich denke, ich werde es auch bei meinen Cataglyphis einsetzen. Die Struktur lässt mich hoffen, dass das Material auch etwas Feuchtigkeit zieht und so an den Oberflächen auch von Moosen etc. bewachsen wird mit der Zeit. Ausserdem erlaubt die poröse Oberfläche, das Material relativ stabil mit Lehm zu überziehen. Lehm lieben die Gigantiops, sie sammeln ihn gerne und tragen ihn in das Nest und basteln damit an der Innenausstattung der Wohnung. Dabei haben sie die wundervolle Eigenart, nie die Glasscheiben mit dem Lehm zu verschmutzen. Ich würde bei keiner anderen Ameisenart so großzügig Lehm anbieten. Bei den Gigantiops kann ich das aber tun.
Um es ihnen leicht zu machen, das neue Nest zu akzeptieren, habe ich auch die Wandungen der Nestkammern mit Lehm überzogen. Es dauerte nicht lange, und die Gigantiops hatten selbstständig das neue Nest entdeckt, akzeptiert und bezogen. Das ging natürlich schnell, denn die Kolonie ist noch klein.
Blick in eine Nestkammer des Nestes.
Im Moment hat die Kolonie wenig Brut. Es gibt Eipakete und junge Larven.
Zum ersten Mal benutze ich nun eine Beregnungsanlage. Es ist erstaunlich, wie schnell Moose und Pflanzen anwachsen und gedeihen, wenn es ab und zu regnet. Ich freue mich darauf, bald ein grünes
Blick durch das Becken auf das Nest. Der Lehm gestattet es, kleine Moospflänzchen an die Außenwand anzubringen. Ich bin sicher, dass diese dort wachsen werden und das Nest bewachsen werden.
Soweit erstmal.
LG, Frank.
Hallo Frank,
der Einblick in das
Bei dem Material für das Nest bin ich neugierig! Ich muss noch einige Nester gestalten, eine Arbeit, die ich nicht so gern mache und viel zu oft aufschiebe...
Ich bearbeite Ytong nicht sehr gern! Um welches Material handelt es sich und wie/womit hast du es bearbeitet?
Könnte vielleicht etwas für mich sein!
Danke dir und liebe Grüße
Dominik
Hi Dominik. Ich habe dieses Material verwandt :https://www.bauhaus.info/hartschaumplatten/ursa-hartschaumplatte-xps-d-n-iii-pz-i/p/13892741
Das Zeug ist gut geeignet für Beobachtungsnester für solche Arten, die nicht ständig nagen. Also, für Messor zB. würde ich es wohl nicht benutzen, ebenso nicht für Arten, die ihre Nester in hartem Holz anlegen. Wohl aber für solche Opportunisten, wie die Gigantiops es sind und sicher auch für apicalis, für Myrmecia usw. könnte ich es mir auch vorstellen.
Das sind Hartschaumplatten, die in meinem Falle schon lange offen und unverpackt im Lager des hiesigen Bauhauses lagen. Sie sind längst ausgegast, biologisch also ungefährlich. Meine Gigantiops leben nun seit einer Woche in diesem Nest und es geht ihnen gut. Man kann das Material gut bearbeiten, ihm eine natürliche Struktur geben, es mit Lehm oder Farbe überziehen usw.. Das Nest habe ich mit dem Messer und mit Schraubenzieher herausgebrochen, wie ich es bei Ytong auch tue. Diese Platten kann man auch einzeln kaufen: Ich glaube, ich habe für meine Platte acht Euro gelöhnt. Dafür habe ich jetzt Material für Generationen von Gigantiops ua., die Platte ist 125 cm lang, 60 cm breit und 6 cm stark.
Es gibt auch stärkere Platten. Mit ihnen könnte man gut Rückwände usw. im Terrarium errichten, wem so etwas gefällt.
Wie gesagt, benutze ich hier eine kleine Beregnungsanlage. Ich hatte darüber nachgedacht, wie ich einen geschlossenen Wasserkreislauf im relativ kleinen
Am Ende meiner grandiosen Überlegungen kam ich auf einen Aquariumfilterschwamm, der den Boden komplett bedeckt und etwa 6 cm stark ist. Der grobporige Schwamm filtert das Wasser und wird sicher bald von entsprechenden nützlichen Bakterien besiedelt sein, er speichert es und trägt im Terrarium die gesamte Einrichtung. Unter dem Schwamm befindet sich das Ansaugrohr der Pumpe, sie saugt hier sauberes, gefiltertes Wasser an. Darüber eine Schicht Lava und Splitt, Walderde und Streu, etwas Lehm und weiterer Kiefernrindestreu. Einige noch junge Pflanzen und Moose runden das Ganze ab. Auf den Ästen meine geliebten Tillandsien, die übrigens gerade blühten.
Natürlich benutze ich nur Regenwasser und destilliertes Wasser. So sieht das jetzt aus. Noch ein bisschen kahl, aber das wird sich ändern.
Nach einer Woche läuft es gut. Die Gigantiops haben bereits hungrige Larven und die
Es macht Spaß, diese Tiere wieder beobachten zu können. Das sind für mich die schönsten Ameisen überhaupt.
... aber das sieht natürlich jeder anders und das ist auch gut so.
LG, Frank.
Die
Von dem bereitgestellten Nest hat die Kolonie nur eine der Kammern bezogen. Noch genügt ihr diese eine Kammer, es stehen aber insgesamt vier relativ große Kammern zur Verfügung.
Das Nest ist relativ trocken. Das ist offensichtlich gut so und scheint den Bedürfnissen der Gigantiops zu entsprechen. Zumindest sieht es so aus und dafür spricht auch, wie schnell die Ameisen selbstständig hier einzogen, nachdem sie das Nest entdeckt hatten. Es gefiel ihnen...
Im Terrarium ist es ja sehr viel feuchter, schon aufgrund des wie eine Hydrokultur aufgebauten Bodens. Jetzt zeigt sich, dass der Kunststoffschaum des Nestes (noch) nicht sehr intensiv Wasser zieht. Jedoch ist es im Nest nicht völlig trocken, zwischen Nest und Glasscheibe entsteht eine Kapillarwirkung und etwas Feuchtigkeit zieht bis in die Nestkammern. Ebenso an der Außenwand des Nestes, der dünn aufgetragene Lehm sorgt hier dafür, dass das Nest nicht völlig trocken ist.
Ich denke, dass es ganz gut wäre, wenn es so bleibt und der Kunststoff weiter nur wenig Wasser aufnimmt. Ein trockeneres Nest wird für Milben weniger geeignet sein als ein sehr feuchtes Nest. Auch die Gigantiops leiden schnell unter Milben, die man ja leicht mit Futterinsekten einschleppt.
LG, Frank.
Hallo Frank,
auch ich kapere einfach mal deinen Thread
Unser Phil hat mir aus franz. Guyana eine schöne Gigantiops Kolonie mitgebracht.
Als er ankam war noch kein Terrarium frei weshalb sie vorerst in eine Dose mit etwa 30*30*30cm umziehen mussten. Dies schien ihnen allerdings nicht geschadet zu haben. Am Freitag konnten sie dann in ein anderes Terrarium einziehen (80*40*40).
Das Terrarium wurde ursprünglich von den Meranoplus bewohnt. Ihre andauernden Anstregungen dieses zu verlassen, bereiteten mir aber zunehmend Unmut und da es derzeit das
Fast die gesamte Einrichtung habe ich übernommen dazu gehörten Äste und Rindenstücke und einige Pflanzen: zwei Bromelien, zwei Tillandsien, an Orchideen eine Dendrobium lamyaiae, Cattleya sp. und Phalaenopsis sp. sowie Myrmecodia spp., Hydnophytum spp. sowie eine Sansevieria und unbestimmte Knollenpflanze aus Südafrika. Dementsprechend sollten dort keine giftigen Rückstände vorhanden sein.
Für die Pflanzen (insbesondere Orchideen und
Mittlerweile haben die G. destructor das Terrarium gut erkundet und angefangen an einer anderen Stelle hinten links zu buddeln. In ihrem alten Nest sind allerdings immer noch die meisten der Tiere. Beim Umsetzten konnte ich erkennen, dass alle Stadien an Brut vorhanden sind inkl. 10 sichtbare Puppen. Das heißt es können durchaus noch mehr Puppen dabei sein, da ich nur in das alte Nest hinein geleuchtet habe.
Als Hauptfutter reiche ich
Das wars erstmal von meiner Seite. Falls es Neuigkeiten gibt werde ich mich entsprechend melden.
Hallo Nils,
freut mich sehr, dass die Gigantiops so ein schönes Zuhause bei Dir bekommen haben! Viel Erfolg bei der weiteren Haltung der hübschen Tiere,
Grüße, Phil
Hallo Nils, mich freut das auch sehr. Und mich freut auch, dass du diesen Thread "gekapert" hast. Bitte schreib hier weiter über deine Gigantiops-Kolonie.
LG, Frank.
Die Gigantiops sind ja eigentlich keine Jäger größerer Insekten. Sie sind eher scheu, beobachtend und ziehen sich zurück, verstecken sich sogar, dann manchmal hinter einem Blatt o.ä. hervor schauend, wenn ihnen das Risiko groß erscheint, beim Kampf mit größeren, potentiellen Beutetieren verletzt zu werden.
Aber sie sind clever und lernen schnell, wie mir scheint. Und wenn im Nest viele hungrige Larven nach Fleisch, Proteinen "schreien", gehen die
Aber immer bleiben sie anfangs sehr vorsichtig und taxieren die Situation ausgiebig. Bei mir haben sie nun gelernt, dass die jetzt häufig zu findenden Schnaken zwar groß sind, sogar kräftig, aber absolut harmlos und nicht wehrhaft. Nach anfänglichen vorsichtigen Angriffen, denen die ausgiebige, visuelle Untersuchung von allen Seiten vorausging, gehen meine Gigantiops nun schon recht herzhaft auf die Schnaken los, wenn sie sie sehen. Wie gesagt, die Larven sind hungrig und die Gigantiops scheinen gelernt zu haben, wie sie mit diesen großen Beutetieren umgehen können.
Sie tun sich jedoch schwer, im kooperativen Zusammenwirken ein großes Beutetier abzutransportieren. Die Beute wird mühevoll an Ort und Stelle gemeinsam zerlegt und die Teile werden dann abtransportiert. Herankommende Artgenossen werden bereits auf Distanz bemerkt und mit taktilen Kontakt, aufeinander zulaufend begrüßt, verirrt sich eine andere Ameise in die Nähe der Beute, wird diese mit Nachdruck vertrieben.
Eine Schnake wurde gepackt und wird jetzt zerlegt.
LG, Frank.
Es macht mir einfach einen Heidenspaß, den Gigantiops am Abend zuzusehen.
Wenn ich am Nachmittag heim komme, schauen mich oft große Augen fragend an. Dann wird es Zeit, eine Grille der Verwendung zu zu führen, wofür ich diese Grillen erstanden habe und sie dann frischtot den Gigantiops vorzulegen. Die Grille wird dann von ihnen mühevoll und umständlich zerteilt und ins Nest abtransportiert.
Das kleine Terrarium, Grundfläche 60 mal 45 mit einer Höhe von 60 cm, hat sich in der Zwischenzeit als Lebensraum ganz gut entwickelt.
Besonders freut mich immer das Wachsen von Moosen. Es gibt überwiegend heimische Arten darin und einige kleine Moospflanzengruppen von tropischen Moosen am Boden.
Ich finde es immer erstaunlich, wenn selbst die heimischen Moose unter solchen Bedingungen gut wachsen. Immerhin ist es ja ständig warm, tagsüber bis 28 Grad, nachts etwa 20 Grad. Kann sein, dass diese heimischen Arten ihren Jahreszyklus unter diesen Bedingungen nicht wirklich durchleben können; egal, Hauptsache, sie bilden eine dünne Schicht Bodenvegetation und begrünen einige Äste und Zweige.
Dass am Boden und auf Ästen flach wachsende Moos sieht nicht nur nett aus im Terrarium, ich denke, es bietet auch einen guten Lebens- und Rückzugsraum für kleine Bodeninsekten, die ja auch eine Nahrungsgrundlage der Gigantiops sind.
Ich experimentiere auch immer mit anderen niedrig wachsenden Pflanzen herum. Ein kleiner, nicht sehr lichthungriger Sauerklee aus dem Wald wächst so auch im
In den oberen, helleren Bereichen wachsen ebenfalls Moose an den Zweigen, Flechten und natürlich die Tillandsien.
Es ist entspannend, hier am Abend reinzuschauen und manchmal auch erheiternd, den Gigantiops zuzuschauen.
LG, Frank.
Ich will auch kurz hier berichten. In Französisch-Guayana habe ich eine Die Art gründet offensichtlich
Da Gigantiops während der Gründung wohl durchaus heikel sein können, wollte ich sie bestmöglich unterstützen und habe ihr ein paar Puppen aus einem anderen Nest gegeben. Die meisten dieser fraß die Königin auf, aber zwei behielt sie. Die ersten Eier tauchten bereits in Franz. Guayana auf, wo ich die Königin in einer Dose mit etwas Moos hielt.
Der lange Transport nach Hause ging überraschend gut, und bald schlüpften die ersten beiden
Ich gab ihnen eine Heimchendose als Auslauf, und ein Reagenzglas mit etwas Eierkarton als Untergrund. Das Setup funktioniert super - sie trinken wie die Verrückten Zuckerwasser (
Funktioniert alles wie am Schnürchen! Ich halte sie bei Zimmertemperatur, und sie bekommen einen regelmäßigen Tag-Nacht Zyklus durch die Beleuchtung eines Terrariums neben ihnen.
Grüße, Phil
Eine kleine Gruppe südamerikanischer, hochinteressanter Cephalotes spec. lebt seit einiger Zeit ebenfalls in meinem Gigantiops-
Ich wage es noch nicht, von einer Kolonie zureden; ich habe die Tiere nicht nach ihrer Ankunft aus dem von ihnen besiedelten, morschem Holz herausgeholt und die Kolonie auf die Anwesenheit einer
Dies taten sie auch anfangs ausgiebig. Offenbar waren sie es gewohnt, weite Strecken auf Bäumen zurückzulegen und so sind einige der
Seit einiger Zweit ist es ruhiger geworden, vielleicht haben sich die Ameisen daran gewöhnt, dass es nicht nötig ist, weite Strecken zu wandern. Futter finden sie oft vor der Tür, zumindest Proteine, Zucker ist nur wenige Zentimeter entfernt.
Das Foto ist nicht der Hammer, aber die kleinen, käferartigen Ameisen machen es mir nicht so leicht.
Dass die Ameisen gerne an Proteine naschen und diese auch eintragen, macht mir etwas Hoffnung. Vielleicht ist eine Königin im Nest und Brut wird aufgezogen.
Die Ameisen sind in diesen hohlen Nussbaumzweig eingezogen, der Nesteingang ist auf dem Bild zu sehen.
Heute gab es einen halben kleinen Mehlwurm, der wird gern angenommen. Selbst die Gigantiops trugen heute Mehlwürmer ein.
Das Zusammenleben der Arten ist absolut optimal, die Cephalotes verlassen das Nest immer erst nach Einbruch der Dunkelheit. Das hier heute ist eine Ausnahme, ich habe sie zum Verlassen des Nestes provoziert mit diesen halbierten Mehlwurm am Eingang des Nestes.
Die Gigantiops ziehen sich etwa eine halbe Stunde vor dem Dunkelwerden in ihr Nest zurück. Normalerweise kommt es so nie zu Begegnungen.
Beide Arten verfügen über gute Augen und über Strategien, Zusammenstöße zu vermeiden oder zumindest nicht zu eskalieren. Es ist also ein fast ideales Zusammenleben.
LG, Frank.
Das Pflegen der Gigantiops ist nicht sehr aufwendig... Sie leben in ihrem Mini-Regenwald, suchen nach Springschwänzen und nehmen ansonsten das, was ich ihnen anbiete. Im Moment sind geteilte Mehlwürmer sehr angesagt.
Die Zuckerstelle wird regelmäßig aufgesucht, alle zwei Tage ist eine neue Füllung nötig. Das und das Reichen der geteilten Mehlwürmer ein bis zwei mal in der Woche, schon sind die Gigantiops offenbar zufrieden. Das zeigt sich vor allem am Wachstum der Kolonie, es sind jetzt etwa 40
Die Ameisen haben gelernt, dem "Regen" auszuweichen, wenn es am Mittag um 12 Uhr und am Abend um 18 Uhr für zwei Minuten regnet, haben sich alle Arbeiterinnen bereits verdrückt. Die anderen täglichen "Niederschläge" geschehen in der Nacht, die stören die Gigantiops eh nicht.
Ein Teil des Nestes.
LG, Frank.
Der "Miniregenwald" ist nun etwas größer, aber auch lichter und heller geworden, die Gigantiops haben ein neues, größeres Terrarium bekommen.
Etwas mehr Platz für die Kolonie, die jetzt wächst. Die Kolonie lebt hier nun etwa ein halbes Jahr, bereits jetzt werden Geschlechtstiere aufgezogen. Typisch für die Art, für mich als Halter nicht so schön. Aber daran kann man nichts ändern.
Wiedermal ein Blick in das Nest.
Probleme habe ich im Moment mit meiner Beregnungsanlage. Da ich das Sprühwasser direkt aus dem Terrariumboden hole, wo es zwar gefiltert wird, kommt es häufig vor, dass ich die Sprühdüsen ausbauen und reinigen muss. Winzige Microsandkörnchen kann der Filter offenbar nicht ausreichend aufhalten, sie genügen dann jedoch, um die Sprühdüsen mit der Zeit versagen zu lasse. Ich werde dieser Tage mit einem weiteren Feinfilter experimentieren, den ich dann zusätzlich in den Ausaugtrakt einbaue.
Das sollte dann funktionieren.
LG, Frank.
Hallo Frank,
ich würde es nicht mit einem Filter versuchen, sondern mit einem "Absetzbecken". So dass sich der Feststoff absetzen kann und du das Wasser darüber entnimmst.
Grüße Sven
Danke Sven, für den wertvollen Hinweis. Ich hatte das nicht auf den Schirm. Aber ich habe es heute umgesetzt, es funzt nun, genial!
In meinem Terrarium steht etwa 10 cm hoch das "Grundwasser", nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren habe ich einen Behälter neben dem Terrarium platziert, in dem das Wasser nun ebenso hoch steht, beide Wasseroberflächen sind also gleich, beide Behälter, Terrarium und Wassertank, sind miteinander verbunden durch einen dünnen Schlauch.
Der Behälter fungiert als Absetz- und Speicherbecken, aus ihm saugt die Pumpe nun das Wasser. Ich habe festgestellt, dass es wohl daran lag, dass die Pumpe nicht ausreichend und genügend Wasser ansaugen konnte und daher die Düsen nicht ordentlich sprühen konnten, der hier ankommende Wasserdruck reichte einfach nicht. Nun kann die Pumpe reichlich und genügend sauberes Wasser ansaugen und befördern, jetzt bin ich zufrieden und kann es mehrmals am Tage regnen lassen...
Angenehmer Nebeneffekt, ich habe den Wasserkörper dadurch vergrößern können. Waren es bisher ca 20 Liter Wasser, die im Umlauf waren und im Boden des Beckens stehen, sind es nun doppelt so viele Liter Wasser.
LG, Frank.
Die Ameisen haben sich im neuen Terrarium natürlich gut eingelebt und kennen bereits jeden Winkel. Überall wird nach Springschwänzen gejagt. Die winzigen tropischen Springschwänze werden von den
Größere Beutetiere wie junge Grillen oder halbierte Mehlwürmer werden natürlich sofort zum Nest transportiert. Meist etwas umständlich und selten in Kooperation mehrerer Arbeiterinnen.
Eine
LG, Frank.
Meiner Kolonie geht auch super. Im letzten Post waren es nur Larven, inzwischen hat die Kolonie bereits 6
Einziges winziges Problem ist, dass die Kolonie doch sehr wählerisch ist, und jetzt gerade gar keine größeren Larven da sind. Fast alles was ich an Insekten anbiete (kleine Schaben und
Inzwischen hat die Kolonie ein kleines Terrarium, aber leider sehe ich sie nur selten aktiv, vielleicht vor allem weil ich tagsüber eben auf der Arbeit bin. In dem Terrarium wächst eine Passiflora, die mir Nils gegeben hat. Diese hat viele extraflorale
Heute habe ich ein kurzes Video gemacht. Dort sieht man, wie unglaublich gut die Gigantiops tatsächlich sehen; eine Milbe, die über das Reagenzglas rennt, wird erkannt und von einer
Grüße, Phil
Jetzt beginnt im neueingerichteten Terrarium langsam alles zu wachsen. besonders die Moose machen sich gut, aber auch andere Pflanzen. Sieht alles gesund aus und das Licht scheint gut zu sein. Alle Pflanzen und Pflänzchen recken sich, es ist ein Fest für die Augen, wenn man immer wieder neue, entstehende Details entdeckt.
Meine Rückwand besteht aus Flexkleber von PCI und aus Tuff. Ein Anstrich aus Lehm, Abtönfarben und allem möglichen Zeugs gibt ihr eine naturähnliche Anmutung, finde ich. Eine leichte, wasserspeichernde Mischung, haltbar und schön porös. Die Rückwand sollte nicht das gesamte
Das Wasser wird in einem Kreislauf geführt, so kann ich es regnen lassen, soviel ich will. Dabei wird es gefiltert und über ein Absetzbecken, in dem es ruhen kann und Schwebstoffe sich setzen können (ausgezeichete Idee von Mogilie!) angesaugt. Ein kleiner Teich im
Ein Blick auf das Becken. Als Hintergrund habe ich eine blaue Mülltüte angebracht, das Ganze bekommt einen noch sonnigeren Anstrich.... Blauer Himmel, die Sonne scheint.
Beleuchtet wird mit zwei LED-Lichtbalken und mit zwei HQI-Strahlern. Alle zwei Stunden regnet es tagsüber für drei Minuten. Das gefällt auch den Tillandsien.
Blicke auf und in den kleinen Teich. Der Teich ist klein, aber, aber er ist nur die winzige Wasseroberfläche einer umlaufenden Gesamtwassermenge von etwa 40 Litern.
Alles ist noch unfertig, hier und da werde ich noch Hand anlegen. Aber es macht einen Heidenspaß und ich denke, es wird gut funktionieren.
LG, Frank.
Hm, ich will nicht verschweigen, dass ich mit dem Wasser übelriechende Probleme habe. Der Wasserkreislauf ist sehr langsam, die Beregnungsanlage befördert ja nicht viel Wasser bei jedem Arbeitsgang. So steht viel Wasser im Terrarium und ist dort den Prozessen ausgesetzt, die nun mal im feuchten Boden natürlicherweise ablaufen. Auf dieses Wasser habe ich wenig Einfluss, ich kann es nur impfen mit nützlichen Bakterien und hoffen, dass mit weiter laufenden Betrieb die Wasserwerte besser werden. Diese Wasserwerte sind dabei jedoch nicht allzu schlecht, immerhin leben Wasserflöhe im kleinen Teich. Aber das Wasser wird dunkel und beginnt dann im Absetzbecken, wenn es dort hin befördert ist, zu "duften". Denn hier steht sehr viel Wasser für relativ lange Zeit und es steht still, dabei angereichert mit organischen Stoffen. Wenn ich nicht jede Woche hier das Wasser wechsle, riecht das Wasser, dass die Düsen der Beregnungsanlage versprühen, nicht so richtig gut.
Also habe ich nun einen neuen, noch größeren 40 Liter-Behälter als Absetzbecken integriert. Darin Aquariumschwämme und eine Belüftung zur Anreicherung mit Sauerstoff, die von einer Membranpumpe aktiviert wird. Mal sehen, ob das die Verhältnisse, Wasserwerte verbessert. Klarwasserbakterien und Belüftung sollten dabei helfen, denke ich.
LG, Frank.
Hallo Frank,
denke das wird daran liegen, dass sich zum einen anaerobe Zonen gebildet haben und dazu noch keine richtigen Verbraucher im Wasser befinden. Ich würde das Aquarium mit einem tschechischen Luftheber (ist schnell und günstig gebaut) und Hamburger Mattenfilter ausstatten. Hinter dem HMF würde ich dann das Wasser zur beregnung absaugen (sollte das Wasser mit den wenigsten Partikeln sein. Den Rest vom
Das schöne an so einem
Schönen Sonntag
Sven
P.s. Es kann auch sein, dass sich die anaeroben Zonen im Hauptbecken bilden und von da der Gestank kommt. Dann würde ich mir überlegen ob du nicht irgendwie die Zirkulation mit Hauptbecken verstärkst (Pumpe + Schlauch).
Und um so länger ich über dein ganzes System nachdenke denke ich das dies die Ursache ist. Du hast mit dem ganzen Wasser und dem Filtermatten ein System geschaffen was Nährstoffe sehr gut abbauen sollte, allerdings kann es durchaus sein, dass es dabei zu Sauerstoffmangel kommt.
Wieder ein interessanter Anstoß. Danke, Sven.
Darüber habe ich schon nachgedacht, das Brauchwasser in einen weiteren, aquatischen Lebensraum einzuleiten. Ein ausgedehntes Filterbecken, mit submersen Pflanzen, Wasserpflanzen und auch mit Tieren wie den Wasserflöhen und eventuell mit Garnelen. Solche Aquarien habe ich ja eine Zeitlang auch hier gehabt, gerade Wirbellose wie die Garnelen sind interessante, liebenswerte Wasserbewohner. An Pflanzen wie Zyperngras habe ich auch bereits gedacht. Schnellwachsende Pflanzen sind in der Lage, viele Stoffe abzubauen. Aber das Ganze würde einige Ausdehnung bekommen, ich muss es noch durchdenken, wie ich es hier anlegen könnte und ich muss natürlich auch eine gewisse "Überzeugungsarbeit" leisten, denn alles spielt sich bei mir/uns im Wohnzimmer ab und daher muss ich ein wenig darauf achten, dass die Akzeptanz dessen, was ich hier treibe, nicht gefährdet wird...
Ich glaube auch, dass im Terrariumboden, also im Hauptbecken der Schwerpunkt der Prozesse liegt, die dazu führen, dass das Wasser ist, wie es ist. Nun will ich aber mal abwarten, wie gesagt, ich habe bereits etwas geändert mit der Belüftung im Absetzbecken. Hier ruht das Wasser nun nicht mehr, wird belüftet und ständig umgewälzt.
Es wäre gut gewesen, im Hauptbecken einen Bach zu installieren. Das war aber schwierig, weil die Grundfläche doch etwas gering ist. Bei meinen früheren Treibhaus war das kein Ding, dort konnte ich eine Pumpe einbauen und so das gesamte Grundwasser bewegen. Du hast aber recht, ich werde, wenn sich die Wasserqualität nicht bessert, an einen Bach arbeiten. Wird das Wasser erst mal bewegt und das ständig, wird sich auch im Terrarium einige bessern.
Pflanzen fehlen natürlich. Ich habe aber bewusst auf große Pflanzen im Terrarium verzichtet, weil ich möglichst überall Licht bis zum Boden haben will. Für Moose usw.. Große Pflanzen verstoffwechseln große Mengen an Abbauprodukten und sorgen für gesunde Bodenverhältnisse.
LG, Frank.
Jedenfalls läuft es erstklassig bei den Gigantiops, ihnen machen die eventuell nur mittelprächtige Wasserwerte nichts aus.
Die Kolonie wächst ständig und besetzt nun alle vier Kammern des Nestes. Die Brut lagert dabei getrennt, an der wärmsten und trockensten Stelle die Puppen, an einer etwas weniger warmen Stelle Eier und junge Larven, in einer tieferen, feuchteren und kühleren Nestkammer die älteren, teilweise verpuppungsreifen Larven.
Hier ein Blick auf einen Teil der Kammer, in der die Kokons gelagert werden.
LG, Frank.
Ich habe über Moglies Vorschlag nachgedacht und der Pumpe, die Luft in das Absetzbecken befördert und hier das Wasser belüftet, einen Abzweig verpasst. Einen Teil der Luft leite ich nun direkt und gezielt auch in den Boden des Terrariums.
Der Boden des Terrariumgrundes besteht ja aus einem großen Aquariumfilterschwamm, der Schwamm bildet dabei das Grundwasserreservoir und soll als Siedlungsfläche für Bakterien dienen. Das hat bisher nur bedingt geklappt, weil wohl Sauerstoff fehlte. Die nützlichen Bazillen brauchen Sauerstoff, um arbeiten zu können und um Schadstoffe und Abfallprodukte abbauen zu können.
Für einen kleinen Wasserlauf ist das
Ich glaube, es klappt. Das Wasser habe ich noch nicht wieder wechseln müssen. Zwar wird es dunkel, aber es riecht nicht mehr nach Nitraten. Weder muffelt es aus dem Absetzbecken, obwohl da die Luftperlen ständig empor sprudeln, noch muffelt es am Terrariumboden, wo nun auch im Teich Luftperlen nach oben sprudeln. Das macht mich erst mal froh.
LG, Frank.
Seit einiger Zeit läuft nun ununterbrochen die kleine Pumpe, die das Wasser im Terrarienboden und das Wasser im Absetzbecken belüftet. Der Effekt ist, dass es nun zu keiner Geruchsbildung mehr kommt. Das Wasser ist sowieso klar, nun aber auch wirklich sauber.
Irgendwie haben es die Wasserflöhe geschafft, sich auch im Absetzbecken anzusiedeln. Mir schleierhaft, wie sie das hinbekommen haben, aber es freut mich. Das sie nun auch hier und nicht nur im Terrariumteich leben und mopsfidel sind, bedeutet für mich, dass das Wasser absolut sauber ist.
Auch den Pflanzen und Pflänzchen scheint es gut zu gehen, die heimischen Moose breiten sich aus und bilden langsam Polster oder kleine "hängende Gärten".
Mir macht es Spaß, hier reinzugucken.
Auf dem Foto sieht man unten, wie die Luft im kleinen Teich empor perlt und dabei kurzlebige Luftblasen entstehen. Diese Luft bewegt und belebt das Wasser im Boden nun ausreichend, ich bin zufrieden, dass das funktioniert.
Den Ameisen geht es sowieso richtig gut. Die Gigantiops-Kolonie zieht
LG, Frank.
Hallo Frank,
freut mich, dass sich das
Wer genau hinschaut kann sehen, dass im Hintergrund etwas lila blüht
Vielleicht verrätst du uns ja was das ist, sofern du es weißt
Hallo
Aus einem solchen Balkonkasten stammen auch diese Ableger...
Für Männertreu ist das regenreiche Terrarium eigentlich ein wenig geeigneter Lebensraum, die Lobelien mögen es sonnig und nicht zu feucht. Deswegen wuchert die Pflanze auch nicht im Terrarium, so gut geht es ihr halt nicht. Aber sie lebt und blüht, ein hübscher Farbtupfer.
LG, Frank.
Bilder aus dem Nest der Gigantiops. Wurden anfangs fast nur Weibchen aufgezogen, sind es nun überwiegend Männchen.
Der Kolonie geht es gut, jeden Tag werden zwei bis drei mittelgroße Grillen verspeist.
Weitere Fotos aus dem Terrarium. Moose, Tillandsien und Orchideen wachsen.
Manche bodenwachsende Moose sind eingegangen, an anderer Stelle regt sich neues Leben und neue Moose wachsen. Selbst einige Tillandsien sind teilweise mit Moos bewachsen, es ist für sie ein wenig zu feucht. Den kommenden Sommer werden die meisten Tillandsien auf dem Balkon verbringen. Dort werden sie sich erholen.
Heute habe ich ein wenig geputzt und dabei fiel mir auf, dass die Schläuche der Beregnungsanlage (Superrain 2) an einigen Stellen undicht wurden und feine Wasserstrahlen versprühen. Im Terrarium wäre das ja noch unproblematisch, aber solche Stellen finden, oder fanden sich auch außerhalb des Terrariums. Die Anlage ist noch nicht lange im Betrieb, ich finde es absolut enttäuschend, dass diese Schläuche so unzuverlässig sind und nach kurzer Zeit bereits undicht sind.
Murks, nicht empfehlenswert. Die Pumpe ist gut und funktioniert leise und zuverlässig, aber die Schläuche sind eine Schwachstelle. Hätte ich nicht erwartet.
LG, Frank.
Heute habe ich ein wenig geputzt und dabei fiel mir auf, dass die Schläuche der Beregnungsanlage (Superrain 2) an einigen Stellen undicht wurden und feine Wasserstrahlen versprühen. Im Terrarium wäre das ja noch unproblematisch, aber solche Stellen finden, oder fanden sich auch außerhalb des Terrariums. Die Anlage ist noch nicht lange im Betrieb, ich finde es absolut enttäuschend, dass diese Schläuche so unzuverlässig sind und nach kurzer Zeit bereits undicht sind.
Murks, nicht empfehlenswert. Die Pumpe ist gut und funktioniert leise und zuverlässig, aber die Schläuche sind eine Schwachstelle. Hätte ich nicht erwartet.
Ähnliches hattte ich auch neulich, glaube aber nicht, dass es anden Schläuchen , sondern am Benutzer liegt (zumindest bei mir). Ich interpretiere das Versagen meiner Schläuche so, dass sie entweder nicht UV beständig sind, oder das das Led-Licht zu viel UV aussendet. Eine weitere Möglichkeit wäre noch, dass die Schläuche nicht für Wasser geeignet sind.....
Sollten die Schläuche also bei dir an Stellen undicht sein, die dem Licht ausgesetzt sind, liegt es vermutlich daran.
Grüße Sven
Hallo Sven. Das hatte ich mir auch überlegt. Aber die Undichtigkeiten traten auch an Stelle auf, die keineswegs der Strahlung der Lampen oder dem Sonnenlicht ausgesetzt waren. Sie traten einfach an Stellen außerhalb und innerhalb des Terrariums auf, die weder geknickt, überdehnt waren oder irgendwie sonst einer besonderen Beanspruchung ausgesetzt waren.
Das Wasser ist sehr weich und vielleicht sauer, ich habe den Ph-Wert nicht geprüft. Vielleicht hat das den Schläuchen zugesetzt.
Trotzdem, das sind Schläuche, die für diese Verwendung verkauft werden. Nichtmal ein halbes Jahr haben sie gehalten, das ist enttäuschend.
LG, Frank.
Die Schläuche habe ich ausgetauscht, gegen robustere, etwas dickwandigere Druckluftschläuche aus dem Fachhandel. Funktioniert gut, auch die Kupplungen sind dicht. Perfekt...
Der Phillip hat mir da ziemlich verrücke Ameisen geschickt und geschenkt. Heute habe ich sie in das
Dankeschön, Phillip. Macht Spaß, weiteren interessanten Ameisen in diesem kleinen Biotop zusehen zu können.
Zwei Bilder einer
Interessante kleine Ameisen und eigentlich meine erste Begegnung mit Pilzzüchtern. Bisher haben die mich nicht sehr interessiert. Aber hier, als zusätzliches, belebendes Element sind sie eine wunderschöne Bereicherung und mal sehen, vielleicht ssehe ich mir die Pilzzüchter mal genauer an.
LG, Frank.