Nachdem ich mich schon einige Zeit für Messor Arten interessiere bin ich , nach dem Studium aller Berichte die ich im Netz gefunden habe , darangegangen ein Formikarium ,das den Bedürfnissen der Tiere einigermaßen gerecht werden kann, zu entwerfen und zu bauen.
Die angehängten Bilder und die Freihandzeichnung (aufgewachsen noch ohne Zeichenprogramme!) verdeutlichen die Anlage hoffentlich zur Genüge.
Ein paar Worte noch:
Ausgangsmaterial war ein ausrangiertes Aquarium ohne Frontscheibe. Die neue Scheibe bekam zwei 20mm Bohrungen um den Anschluß eines um das Becken herumlaufenden Rohrsystems zu ermöglichen. Dadurch haben die Tiere mehr Auslauf und man kann ihnen im kleinen dazwischengeschalteten Becken Futter anbieten das sie sich erarbeiten müssen.
Beleuchtung (LED) und drei ,auf der Abdeckung verschiebbare, 60W Keramikheizelemente ermöglichen eine Temperatursteuerung über das ganze Becken von 22 bis 32°. Zusätzlich, als Grundwärme für nachts ist eine Heizmatte in der oberen Abdeckung integriert.
Die Feuchtigkeit kann durch ein ,in jedes Ytongnestelement eingearbeitetes Rohr das bis zum Seramisboden reicht, reguliert werden. Zwei ,der Glasscheibe vorgehängte ,Heizmatten können bei Bedarf in Betrieb genommen werden. Die Ytongnestblöcke stehen in einem Graben, eine Glasleiste trennt den feuchten Bereich vom Rest. Hinter den Niststeinen ist eine Schüttung Blähton, sie füllt den Zwischenraum zwischen Holzwinkel und stabilisiert die Nistblöcke. Der eigentliche Boden ist aus bearbeiteten, mit Gips vergossenen und mit Wüstensand bedeckten Ytongplatten gestaltet.
Wir werden sehen wie sich das ganze bewährt.
Das Becken in Gesamtansicht
Die verschiebbaren Heizelemente
Und ein Übersichtsplan:
Über Kommentare und Verbesserungsvorschläge freut sich mit
lG
Volker
Hallo Volker,
na da hast Du Dir aber wirklich Mühe gegeben. Sieht echt toll aus, und funktioniert bestimmt! Fehlen nur noch die Bewohner, würde ich mal sagen
Grüße, Phil
ALTER, da fällt mir glat die Kinnlade runter runter Warnsinn`s Becken..
Da hst du dir echt viele gedanken gemacht. Ich denke auch das die Tiere sich dort gut machen...
Wünsche dir VIEL ERFOLG !!
Mfg Christopher
Hey Volker,
super tolles Becken!
Sieht richtig gut aus.
Grüße
Ein Traum von Becken
Ich habe die Messor arenarius Kolonie von Cephalotus übernommen und werde den Sommer über ein neues Becken für diese Kolonie basteln. Da wird dein Becken ganz klar das Vorbild sein
Noch ein Hinweis, der meiner Meinung nach positive Auswirkungen auf das Koloniewachstum hat. Schau dir mal den Aufbau des derzeitigen Beckens an, in dem meine Kolonie lebt: http://www.eusozial.de/viewtopic.php?f=14&t=1148&start=10
Da siehst du, dass das Nest auf der rechten Seite über die eigentliche Oberfläche hinausgeht und somit der Kolonie nochmal weitere Temperaturzonen zur Verfügung stehen. Die Brut wird bei mir in allen Temperaturzonen gelagert, jedoch die Mehrheit der Eier, Larven und Puppen befindet sich stehts in der obersten Kammer, die direkt (!), jedoch durch eine Scheibe (Antstore-Deckel für Rahmenbecken), bestrahlt wird. Da sich jedoch die Königin und Teile der Brut fast immer in kühleren Nestregionen aufhalten, scheint, neben der Bereitstellung von trockenen und feuchten Nestregionen, das Vorhandensein unterschiedlicher kühlerer und wärmerer Nestbereiche von wesentlicher Bedeutung zu sein.
Hast du noch zufällig Fotos zu den einzelnen Bauabschnitten
.............
Saubere Arbeit, Volker. Ein sehr schönes Becken und handwerklich richtig gut umgesetzt.
Gefällt mir auch sehr, wie du die verschiedenen Fagen bedacht hast und an verschiebbare Heizelemente und an die vorgehängten Heizmatten gedacht hast. Besonder diese vorgehängten Heizmatten gefallen mir, in Zeiten des Verschwindens der guten alten Glühbirne fällt diese ja zunehmend als billige Wärmequelle weg. Die Rotlichtglühbirnen waren immer praktisch, aber diese Art des Vorhängens der Heizmatten mit der Möglichkeit, sie hochzuklappen bei der Beobachtung der Tiere im Nest ist eine ebenfalls tolle und praktikable Alternative.
LG, Frank.
Danke für eure positiven Kommentare!
Vom eigentlichen Bau der Anlage habe ich keine Bilder, aber das war unspektakulär. Brettwinkel zusammenschrauben, Scheibe und Glaswinkel mit Silikon kleben , Nistblöcke mit selbstgefertigtem Werkzeug aushöhlen (hauptsächlich ein stabiler Löffel, dessen Ränder ich scharf geschliffen habe, und ein modifizierter Schraubenzieher, auch die Bohrmaschine kam zum Einsatz), beim Deckelrahmen und den Aluwinkeln muß man halt genau messen, aber generell traten keine Probleme auf.
Der Gesamtenergieverbrauch liegt, wenn alle Verbraucher eingeschaltet sind, bei 240 W, aber da ich eine 4,5 kWp Fotovoltaikanlage am Dach habe ist mein schlechtes Gewissen nicht ganz so groß. Leidenschaften waren noch nie billig zu haben! und wenn ich mir manche von euren Anlagen anschaue (Glashäuser im Wohnzimmer zB) so bin ich ja direkt bescheiden.
Übrigens heute ist die kleine Gruppe Messor arenarius (Gyne +13 Arbeiterinnen+etwas Brut) gut bei mir gelandet.
Als erstes haben sie gleich eine halbe Schokoschabe und ein halbes Heimchen eingeschleppt und eine A. hat einen langen Spaziergang im Becken unternommen.An der Tränke waren auch schon einige.
So wohnen sie übrigens. Unter der halbierten Rolle neben der Tränke ist eine zweite Eprouvette mit einem größeren Wasservorrat , falls sie sich lieber da bedienen wollen. Ich habe halbierte Kartonrollen statt roter Folie genommen, so kann man sehr schnell einen Blick auf das ganze werfen (wovor ich mich die nächste Zeit hüten werde).
Ein Haltungsbericht wird folgen.
LG
Volker
Moin,
wirklich sehr schöne Anlage! So soll ein gutes Wüstenbecken doch aussehen
Wenn ich mal eins meiner Wüstenbecken neu einrichte, werd ich mir auf jeden Fall ein Beispiel an deiner Arbeit nehmen.
Gruß
Felix
Hi,
Echt starkes Becken und ne gut durchdachte Planung, Respekt !
Freut mich, daß du das so siehst, im jetzt über einjährigen Betrieb hat sich jedoch gezeigt, daß es keine gute Idee war die Ytongneststeine auf Seramis zu stellen (Idee : Feuchtigkeitsspeicher).
Die Messor haben nämlich den Ytong durchlöchert wie nichts und die ganze Seramispackung (2kg!) herausgeräumt und entsorgt. Die Ytongziegel stehen jetzt in der Luft (4cm Abstand) und in diesem Zwischenraum wimmelt es nur so vor Tieren. Sie ziehen dort auch den Großteil ihrer Brut auf dem nackten Glasboden auf, ihrer gewaltigen Vermehrung hat es keinen Abbruch getan.
Mittlerweile haben sie auch nach hinten in die Lecafüllung gegraben , das ganze ist ein einziger sprichwörtlich wimmelnder Ameisenhaufen. Es müssen so an die 1500 Tiere sein . Zur Befeuchtung kippe ich einfach in Abständen von 3 Wochen einen Liter Wasser durch eine Bohrung in den Teil der mit Leca gefüllt ist. Das funktioniert prima.
LG
Volker
Das hört sich abenteuerlich an
Aber Ameisen machen einem meist einen Strich durch die Rechnung!
Wäre ja auch langweilig, wenn nicht...
So hat man immer noch was zu verbessern.
Trotzdem tolle Anlage!
LG
Denjo