Lasius niger - Haltungsbericht


Post 23997 - 18.08.2013 13:35:18

[mitte]Hallo Forum !


18.08.2013


Mitte Juli habe ich ein paar Lasius niger Gynen von der Straße mitgenommen und hab mich jetzt entschieden ein Haltungsbericht über eine Gyne zu veröffentlichen. Ich bin kein Mann des Schreibens deshalb werde ich mehr mit Bildern sprechen als mit Buchstaben :).


Ca. 3 Tage nach dem Fang legte die Gyne sofort los mit der Koloniegründung, es erschien ein kleines Eierpacket.



Einmal mit Zuckerwasser aufgetankt und in die Schublade gelegt hab ich mich nach zwei Wochen stark gewundert wie schnell doch die Ei-Larve-Puppe Entwicklung bei niger ist wenn sie viel ruhe hat.



Ich füttere sie manchmal unregelmäßig mit Zuckerwasser obwohl es nicht nötig ist. Ich muss aber schon sagen im vergleich zu anderen Lasius niger Gynen zieht diese am meisten Brut auf...
Viel mehr zu sagen gibt es eigendlich auch nicht nur dass ich jetzt schon mal angefangen habe ein Gibsnest du bauen und ein großes, neues Formikarium einzurichten.


Zurzeit wurden alle Larven zu Puppen und sie hat schon ein neues Eierpacket gelegt, es ist kaum zu glauben dass eine Königin soviel Energie in sich hat und soviele Arbeiterinnen auf einmal aufzuziehen.



Was ich ziemlich komisch finde ist dass seit die Gyne ins RG eingezogen ist sich der Wassertank um die hälfte verkleinert hat.


Gruß Daniel


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Post 24109 - 02.09.2013 14:18:53

[mitte]Hallo Forum !


02.09.2013


Die Kolonie wächst problemlos und ausergewöhnlich gut. Ich konnte keinerlei tote Puppen oder Larven auf
dem Müllhaufen entdecken.Denn seit meinem lestem Eintrag fingen aus den Puppen die ersten Pygmäen an zu schlüpfen, und dass wie am
laufenden Band.Ich wusste ja schon dass sich Lasius sehr schnell vermehrt und sehr viele Arbeiterinnen aufziehen kann aber
diese Kolonie erstaunt mich.


Wegen des rasanten Koloniewachstum habe ich mir vorgenommen ihnen jetzt schon ein Becken mit Gibsnest
anzubieten aber dabei hat sich herausgestellt dass es doch zu früh war und mein Plan sie vor der Winterruhe noch in ein 60x30x30cm Formikarium umzunisten sinnlos war.
Also hab ich der Kolonie den Stress abgenommen und ließ sie im Reagenzglas weiterleben.


Ich füttere sie jeden dritten Tag mit Zuckerwasser und ab und zu mal mit einem Heimchenkopf oder kleinen
Fliege. Die Nachfrage nach Proteinen hält sich in Grenzen aber dafür werden Kohlenhydrate immer
angenommen.


Seit die Arbeiterinnen geschlüpft sind verhält sich die Gyne eher zurückhaltend und kaum noch aggressiv, bei
Neststörungen lief sie eigentlich immer wild durch das RG doch jetzt setzt sie sich einfach auf die Brut und
überlässt den Pygmäen das wild sein.


Haltungsbedingungen:


Die Nesttemperatur variiert zwischen 22 und 25 Grad.
Da ich kein LF-Messgerät habe kann ich nicht sagen wie viel Prozent Luftfeuchtigkeit im Nest ist, ansonsten lager ich das Reagenzglas im Schrank.
Die Kolonie stellt mir sonst keine weiteren Anforderungen - Sehr leicht zu haltende Art.




Gruß Daniel


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Post 24913 - 05.11.2013 15:18:36

[mitte]Hallo Forum !


05.11.2013


Die Kolonie hat sich prächtig entwickelt, alle Puppen und Eier sind geschlüpft und inzwischen gibt es nur noch Larven die überwintern werden. Ich füttere sie circa jeden dritten Tag mit Honigwasser, denn Kohlenhydrate nehmen sie wie immer, immer auf :). Nur bei Proteinen hakelt es noch ein bisschen aber dass ist auch zu verstehen bei der bevorstehende Winterruhe.


Hier sind etwas ältere Bilder als die Puppen noch nicht geschlüpft waren. Leider sind die Ameisen etwas verschwommen da das RG eine runde Form hat.




Hier sind die neueren:




Hier könnt ihr sehen wie viel Larven die Kolonie beherbergt, unter der Gyne und den Arbeiterinnen sind die großen,fette Larven die ich leider nicht aufnehmen konnte.



Ich werde sie jetzt in die Winterruhe legen. Sie kommen bei mir in den Keller, ich lege sie in eine Kiste mit Styroporkugeln und habe das Reagenzglas in Alufolie eingewickelt. Ich hoffe sie kommen ohne Verlust durch die Winterruhe :) .


Gruß Daniel


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Post 25805 - 10.02.2014 15:03:00

Hallo Forum!


Die Winterruhe verlief bis jetzt problemlos und es gab bis jetzt keine einzige tote Ameise/Arbeiterinn ! :)
Ich denke dass ich sie noch circa 1 Monat auswintern werde. Mein Plan ist es sie innerhalb von 3 Tagen komplett auszuwintern, d.h. sie in verschiedenen Temperaturstufen zur "Normaltemperatur" - (24 ºC) zu bringen.
Wahrscheinlich bekommen meine Lasius niger zum Frühjahr endlich ihren Auslauf, denn bisher hielten sie sich ausschließlich nur im Reagenzglas auf. Im Plan ist eine einfache Plastikbox mit Deckel und etwas Sand/Erde, das sollte für den Anfang reichen ..


Dann heisst es für einen Monat ; abwarten und die Geduld bewahren. :drehen:


Gruß Daniel


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Post 26024 - 01.03.2014 12:49:12

[mitte]Hallo Forum !


Ich konnte mich einfach nicht mehr gedulden und hab vor 2 Tagen mit der Auswinterung der Kolonie begonnen. Ich denke die 10 Tage Unterschied zum eigentlichen Plan machen nicht so viel aus. Zudem bin ich heute mit dem neuem Becken fertig geworden und hab euch eine Bauanleitung vorbereitet ;).
Als Schüler hat man ja wie jeder weiß nicht so viel Geld auf der Tasche und versucht mit dem Vorhandenen etwas einigermaßen Ordentliches zu basteln. Zum Glück ist mein Vater ein leidenschaftlicher Handwerker und hat in seinem Gartenhaus die Grundwerkzeuge für meine Arbeit. Das einzige was mich etwas gekostet hat war das Aquarium, mit den Maßen 20cm x 30cm und einem Kaufpreis von 7 Euro.


Für das Nest schnitt ich erstmal eine Milchverpackung in zwei Hälften auf und warf die obere Hälfte weg, weil es nicht die Form hatte die ich benötigte.


Dannach füllte ich es mit dickflüssigem Gips auf und ließ es eine Nacht lang zum Aushärten stehen.


Sobald es ausgehärtet war schälte ich die Milchverpackung ab und befeuchtete den Gips nochmal damit er leichter zu bearbeiten war.


Als nächstes benutzte ich ein einfachen Schlitzschraubenzieher und eine Schleife um den Gips zu bearbeiten, nach 10min kam das hier raus:


So ein weißer Gipsblock sieht natürlich nicht ganz hübsch aus, deshalb mischte ich Erde mit etwas Wasser damit es eine matschartigen Zustand hat um es auf den Gips zu schmieren. Bisher hielt die Erde (bei anderen Nestern) ganz gut und bestand auch ständige trocken-feucht Perioden .. Zudem sieht es auch noch schön und natürlich aus.


Das Becken hab ich spartanisch und unspektakulär eingerichtet. Ich hab Erde mit etwas Sand vermischt und damit eine dünne Schicht ins Becken eingetragen.


Zuletzt hab ich dann das Nest eingesetzt, mit einem kleinen Stöckchen an die Scheibe gepresst und die letzten Lücken mit dem Substrat gefüllt.
Fertig ist das neue Becken ! :)


Der Kolonie geht es bisher ganz gut, sie sitzen zwar noch teilweise in der Wintertraube, doch die ersten Arbeiterinnen fangen schon an die neue Umgebung zu erforschen. Deren Gastern sind noch gut gefüllt und die Larven leben auch noch^^ ich denke dieses Jahr werden sie richtig loslegen, ich freu mich schon :).


Gruß Daniel


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Post 26286 - 15.03.2014 17:09:58

Hallo Forum !


Die Auswinterrung verlief ohne Probleme und die Kolonie lebte sich gut in ihrer neue Umgebung ein. Die Kolonie ist erstaunlicherweise schnell umgezogen, denn nach nur 7 Tagen war die komplette Kolonie schon im neuem Gipsnest. Etwas eigenartig, weil Lasius niger als besonders umzugsfaule Art gilt. Ich muss aber gestehen dass ich etwas nachgeholfen habe indem ich z.B. Die Alufolie, die um das Reagenzglas gewickelt war, entfernt habe und das Gipsnest etwas erwärmt habe.


Insgesamt hat das Gipsnest 3 Kammern von denen 2 genutzt werden. Die oberste Kammer wurde mit Sand zugestopft und in der mittleren Kammer hält sich die Gyne mit etwas Brut auf. Der Rest der Brut befindet sich in der untersten Kammer:



Hier die mittlere Kammer mit der Gyne:


Und hier die unterste Kammer:


Ich kann im Becken immer eine Arbeiterin herrumlaufen sehen, doch die Aussenaktivität erscheint mir bei dieser Kolonie immernoch etwas zu wenig. Deshalb stecke ich ihnen die kleinen gefangen Fliegen diereckt ins Nest und es wird auch immer komplett verarbeitet. Anders als Proteine werden Kohlenhydrate nur selten angenommen, da ich ihnen das Zucker-/Honigwasser nicht ins Nest spritzen kann ..


Bisher lief alles ganz gut; kein Verlust einer Arbeiterin, ständig neue Nachkommen und keinerlei Schwierigkeiten bei der Haltung .. Ich kann mich nicht beklagen :) !


Zu guter letzt noch ein Abschlussbild:


Gruß Daniel


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Post 26683 - 07.04.2014 14:03:21

Hallo Forum !


Die Kolonie entwickelt sich prächtig :) ! Alle überwinternde Larven sind nun verpuppt, es gibt nur noch zwei Brutstadien; Puppen und jede menge Eier.
Ich bin sehr zufrieden mit dieser noch kleinen und fleißigen Kolonie. Bisher ist alles wie gewohnt, wöchentlich befeuchte ich das Nest und gebe nach Bauchgefühl Heimchen ins Nest, Kohlenhydrate in Form von Ahornsirup steht für sie immer bereit. Die Gyne hat nie eine richtig volle Gaster, aber dennoch werden Eier in Massen produziert.


Hier einmal die zwei bewohnten Kammern:



Hier Königin samt Brut:



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Gruß Daniel