Haltungsbericht Ectatomma tuberculatum
Hier startet also mein Bericht über diese äußerst hübsche Art aus Französisch Guyana.
Ich habe die Gründerkolonie vor knapp einem Monat, eine Königin mit zwei Arbeiterinnen, ohne Brut bekommen. Ich habe sie
direkt in das vorbereitete Becken gesetzt, wo sie den angebotenen Ytong auch wie geplant bezogen haben. Diesen habe ich mit
mehreren Schichten eines Lehm-/Humus-/Wassergemischs eingepinselt, sodass er sich nicht mehr von der Erde unterscheidet;
ein einfach weißer Ytong hätte mir zu unnatürlich ausgesehen.
Beleuchtet und beheizt wird das Becken durch einen 50W LED-Scheinwerfer, durch die isolierende Wirkung des Xaxims komme ich
auf konstant 26-28°C. Das Becken ist sehr feucht, die Ectatomma scheint das aber nicht zu stören - im Gegenteil, sie sitzen in der
untersten (und feuchtesten) Kammer des Nestes. Nach wenigen Tagen konnte ich die ersten Eier entdecken, leider gibt es bis jetzt
noch keine Larven, aber ich denke das dürfte sich in den nächsten Tagen ändern.
Generelle Informationen:
Unterfamilie:Ectatomminae
Gattung: Ectatomma
Art: tuberculatum
Verbreitung: Neotropis; Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, Franz. Guyana, Guatemala, Guyana, Honduras, Mexiko, Panama, Brasilien, Paraguay, Suriname, Trinidad und Tobago, Venezuela.
Habitat: tropischer Regenwald
Nestbau: Erdnester an der Stammbasis junger Bäume; aus organischen Materialien und Erde wird ein charakteristischer "Schornstein" am Stamm empor gebaut, der bei älteren Kolonien bis zu einem Meter in die Höhe reichen kann.
Kolonie: monogyn oder auch polygyn, einige hundert Tiere
Gründung: wohl semiclaustral
Arbeiterinnen: 9-12mm (Königin: 18mm)
Nahrung: Zucker- bzw Honigwasser (in der Natur Honigtau und Pflanzensäfte), jagen aber auch Insekten
Wissenswertes: In der Natur verharren die Arbeiterinnen oft stundenlang regungslos und mit gespreizten Mandibeln im Blattwerk. Diese Art kann stechen.
Das recht dicht bepflanzte Becken:
Zuckerwasser wird in Ermangelung eines Sozialmagens zwischen den weit geöffneten Mandibeln gehalten und eingetragen:
LG, Phillip
Juhu, der Bann ist gebrochen, die erste Larve ist gestern geschlüpft - so langsam hatte ich mir echt Sorgen gemacht.
Da das erste Ei am 24.08. gelegt wurde, ergibt sich bei ~28°C am Tag und ca. 24°C nachts eine Entwicklungsdauer vom Ei zur Larve von 26 Tagen. Haben sich ganz schön Zeit gelassen, aber da die Eier kurz nacheinander gelegt wurden, gehe ich vom Schlupf weiterer Larven in den nächsten Tagen aus. Ich denke mal, dass sich die Larven deutlich schneller entwickeln werden, bin mal gespannt.
Auch ansonsten macht die Kolonie überhaupt keine Probleme, jeden Tag sehe ich eine der Arbeiterinnen wie für diese Art typisch oben auf den Blättern der Pflanzen herumsitzen. Im Nest hängen sie lieber lässig von der Decke, letztens konnte ich beobachten wie die Königin bloß an einem Bein hing und sich entspannt die Tarsen geleckt hat.
Spinnen und andere kleine Insekten, die ich vor den Nesteingang lege, werden immer innerhalb der nächsten Stunden eingetragen und im Nest zerlegt. Ich mache mir wirklich keine Sorgen, was die Haltung dieser wunderschönen Art angeht.
Das Becken ist währenddessen zu einem kleinen Dickicht verkommen, und das obwohl ich durch Zurückschneiden der Pflanzen und mithilfe von Draht versuche alles etwas in Zaum zu halten, geordnete Wildnis ist einem ja doch lieber als lauter Triebe die bis zum Deckel wachsen. Für die kletterfreudigen Ectatomma ist ein recht dicht bewachsenes Becken natürlich toll:
Ein schnell gemachtes Bild der ersten Larve, wollte sie nicht zu sehr stören:
Eine Arbeiterin auf Tour:
LG, Phillip
Was soll ich es sagen; es läuft wirklich bestens!
Inzwischen sind sieben Larven geschlüpft und diese wachsen wirklich schnell, wie man sehen kann hat die erste Larve schon ordentlich an Größe zugenommen. Die hohe Feuchtigkeit in dem Nest scheint diese Art nicht zu stören, trotzdem habe ich seit Einrichtung des Beckens nicht gegossen und wische regelmäßig die Scheibe trocken, damit keine Staunässe entsteht; zur Zeit ist mir das Becken noch etwas zu feucht.
Hier ein Bild von heute, immer schwierig bei den Lichtverhältnissen ein passables Foto hinzubekommen:
Die gute Beleuchtung macht sich im ebenfalls hervorragenden Pflanzenwachstum bemerkbar, ich schneide allerdings die schnellwachsenden Pflanzen regelmäßig zurück um auch den etwas langsamer wachsenden, wie etwa dem tollen kleinblättrigen Ficus, eine Chance zu geben:
Das Becken in seiner Gesamtheit:
Eine mir unbekannte aber sehr hübsche Rankpflanze, die seit einem Dreivierteljahr wie tot schien, wächst im Becken plötzlich hervorragend:
Ich hoffe bald über die erste Puppe berichten zu können.
LG, Phillip
Find das Becken sehr toll die Pflanzen und die Ameisen haben eine coole Farbe
Muss ich ebenfalls sagen. Sehr schönes Becken, toll bepflanzt.
Ein schöner kleiner Lebensraum für diese Ameisen.
LG, Frank.
die Bepflanzung gefällt mir auch sehr.. Schön wie sie auch ihre Brut sortiert haben.. Schon aber auch komisch das bei vielen Südamerikanischen Arten die Entwicklung vom Ei zur Larve doch etwas länger dauert . Bei meinen eigenen geht es auch Berg auf mit der Brut. Wenn du mal Zeit findest könntest du auch mal die Entwicklung vom Ei zum worker festhalten
werde das selbst auch noch machen.. Können es dann ja vergleichen
Danke euch für das Lob zur Beckengestaltung! So ganz zufrieden war ich immer wieder nicht, sodass ich an der Bepflanzung kleinere Dinge zwischendurch geändert habe; wie vielleicht aufgefallen ist, habe ich zum Beispiel die bunte Nessel entfernt, weil sie zu groß wurde.
Wenn du mal Zeit findest könntest du auch mal die Entwicklung vom Ei zum worker festhalten werde das selbst auch noch machen.. Können es dann ja vergleichen
Klar, mach ich auch bereits, vom Ei zur Larve hat es bei mir 26 Tage gedauert bei ca. 28°C am Tag und 24°C in der Nacht. Ich werde die
Entwicklung auch weiterhin anhand der größten Larve verfolgen. Bin gespannt ob wir ungefähr ähnliche Werte herausbekommen!
Viele Grüße, Phillip
Zeit für eine Aktualisierung!
Am 16.10. hat sich die erste Larve verpuppt, die Entwicklung der Larve hat also ca. 27 Tage gedauert. Inzwischen gibt es drei Puppen, von denen die erste in den nächsten Tagen schlüpfen dürfte, und acht Larven. Auch einige Eier sind vorhanden, lässt weiterhin Gutes verhoffen.
Die Ectatomma tuberculatum sind tolle Ameisen für die Haltung - groß, hübsch gefärbt und unkompliziert, zumindest sobald die Gründung geschafft ist. Ich bin froh, dass ich sie mit bereits zwei Arbeiterinnen bekommen habe, einzelne Königinen scheinen etwas empfindlicher zu sein, wie es nach Berichten anderer derzeit aussieht!
Übersicht über die aktuelle Brut (eine von zwei genutzten Kammern):
Auch die Königin konnte ich diesmal erwischen:
Das Becken selber gefällt mir trotz der geringen Größe immer noch sehr gut, der Ficus begrünt inzwischen dicht die Rückwand und ich habe eine zweite, leicht rötliche Bromelie ins Becken gepflanzt, die mir sehr gut gefällt. Ich scheine es mit dem Ytong echt gut getroffen zu haben, denn trotz der hohen Erde und zahlreichen Versteckmöglichkeiten, bleibt die kleine Kolonie wie gewollt im vorgesehenen Nest.
Es grünt und grünt:
Von Roger habe ich netterweise einen kleinen Zuchtansatz Schokoschaben bekommen, der meine Kolonien hoffentlich gut über den Winter bringen wird. Die Ectatomma tragen die Schaben zumindest sehr gerne ein; natürlich füttere ich keine adulten Tiere, sondern nur in der angemessenen Größe. Im Moment füttere natürlich noch nicht lebend, sondern frisch getötete Futterinsekten; vor den Nesteingang gelegt werden sie innerhalb weniger Stunden ins Nest geschleppt, zerlegt und die Einzelteile an die Larven verteilt.
Ich bin gespannt, wann die erste Arbeiterin schlüpft - bis dahin bleibt eine leichte Spannung, dass auch alles gut geht. Ich melde mich dann wieder!
Bis dann, Phillip
Was für Schlafmützen!
Sieben Wochen ist es her, dass sich die erste Larve verpuppt hat - eine Arbeiterin ist noch nicht geschlüpft; gerade bei Ectatomma hatte ich mit einer derart langen Puppenruhe nicht gerechnet. Dennoch werden die Puppen umsorgt und immer wieder umgestapelt, sollte eigentlich alles in Ordnung sein. Und es sind seit einiger Zeit immerhin schon fünf Puppen und wieder einige Larven. Wenn dann alle Puppen erfolgreich schlüpfen, bedeutet das also auch direkt einen großen Sprung für die Kolonie.
So schaut's heute bei der Brut aus (die schlechte Qualität ist den schwierigen Lichtverhältnissen geschuldet):
Die Versorgung gestaltet sich ansonsten nach wie vor problemlos, eingetragen wird fast alles an Insekten und auf Zuckerwasser sind sie sowieso total scharf. Ich konnte interessanterweise noch nie beobachten dass die Futtertiere direkt an die Larven gelegt wurden, sondern sie werden scheinbar erst zerlegt und dann in kleinen Stücken an die einzelnen Larven verteilt.
Bleibt nur zu hoffen dass nach einer so langen Puppenruhe bald der freudige Moment kommt...ihr wisst schon - dann gibt es auch hier wieder was zu lesen.
LG, Phillip
Moin,
schöner Bericht bisher! Macht Spass zu lesen und das Becken sowie die Ameisen lassen sich schön ansehen.
Oh man 7 Woche ist ja mal eine lange Zeit. Hätte ich auch nicht gedacht, dass die so lange brauchen mit den Puppen. Hoffentlich tut sich da bald mal was
Die Art gefällt mir auch sehr gut. Wo hast du die eigentlich her?
Gruß
Felix
Hallo Felix,
ich bin auch verwundert über die lange Entwicklungszeit der Ectatomma! Gerade weil sich das Becken eigentlich ordentlich aufheizt.
Wo hast du die eigentlich her?
Ich hatte die kleine Kolonie Anfang August von Rene (ohrene) bekommen.
Viele Grüße und einen besseren Wochenstart als meiner,
Phillip
P.S. Schade eigentlich, dass es kein eigenes Unterforum für Ectatomma gibt, wo doch einige Arten im Umlauf sind.
Das Warten hat ein Ende!
Gestern war es soweit, endlich ist die erste Arbeiterin geschlüpft. Vielleicht sind es sogar zwei, denn es sind zwei Puppen verschwunden; eine der Kammern haben sie komplett mit Erde zugekleistert, dort habe ich keine Einsicht. Ich kann nun Aufatmen, die Königin ist begattet und die Puppen sind trotz der langen Entwicklungszeit nicht tot.
Für mich aber auch der Zeitpunkt, das Ganze kritisch zu betrachten - die Puppenruhe hat über zwei Monate gedauert, schwer vorstellbar dass das tatsächlich die normale Entwicklungszeit ist. Mir stellt sich da die Frage, ob es im Nest selbst nicht doch zu kühl ist. Die Lufttemperatur im Becken ist zwar hoch genug, aber sie sitzen ja in der untersten Kammer des Ytong-Nestes mit gut 5cm Erde über ihnen. Leider habe ich keine Möglichkeit dort die Temperatur zu messen. Ich bin aber am Überlegen, ob ich nicht eine kleine Heizmatte am Nest anbringen soll, wäre interessant zu sehen, ob sich damit die Entwicklungszeit verkürzen würde - ich gehe mal fast davon aus.
Ein Bild der wie frisch aus dem Ei gepellten und noch sehr hellen Arbeiterin schulde ich euch natürlich auch:
LG, Phillip
Die kleine Kolonie wächst stetig!
Inzwischen sind weitere Puppen geschlüpft und es sind nun fünf Arbeiterinnen plus die immer noch selbst sehr aktive Königin. Immer wieder kann ich sie in den oberen Kammern beim Nesteingang erwischen, nur Verlassen tut sie das Nest nicht mehr. Nicht nur die Entwicklung der Arbeiterinnen ansich dauert recht lange, auch dauert es, bis die Ameisen ausgefärbt sind. Selbst die als Erstes bei mir geschlüpfte Arbeiterin ist noch deutlich heller und nicht so kräftig orange wie die älteren.
Ein kleines, aber nerviges Problem stellen die doch recht zahlreichen einheimischen Asseln dar, denn anstatt sich mit Pflanzen und deren Resten zu begnügen, schnappen sie den Ectatomma geradezu das Futter weg. Wenn ich eine tote Schabe ins Becken lege, sind innerhalb weniger Minuten zahlreiche Asseln mit dem Zerlegen beschäftigt. Ich vermute dass einige der abends hinein gelegten Futtertiere auch gar nicht von den Ameisen über Nacht eingetragen wurden wie gedacht, sondern schlichtweg von den Asseln gefressen wurde. Daher stehe ich mit den kleinen Landkrebsen derzeit auf Kriegsfuß und entferne sie, wenn ich sie denn erwische - Versteckmöglichkeiten bietet das Becken ja genug und nicht zuletzt das Nest selber, in dessen oberen Kammern sich auch einige Asseln aufhalten.
Trotz der Futterrivalitäten entwickelt sich die Kolonie aber völlig normal, sodass ich keinen Grund zur Sorge habe. Drei Puppen sind es derzeit noch, auch diese sollten in Kürze schlüpfen, außerdem einige Larven und zahlreiche Eier. So langsam wird sich auch die Außenaktivität natürlich steigern, dann kann mehr eingetragen werden und es geht vielleicht noch schneller voran. Wobei ich gar nicht mal ein schnelles Wachstum der Kolonie als oberstes Ziel habe, denn ich möchte sie gerne noch für längere Zeit im extra für diese Kolonie eingerichteten Becken halten. Die Pflanzen im Becken wachsen glücklicherweise nach wie vor super und der Ficus hat inzwischen fast die ganze Xaxim-Rückwand in ein grünes Dickicht verwandelt.
Ich denke ich werde mich darauf einstellen, dass es auf lange Zeit noch ungemütlich werden wird, im Becken herum zu hantieren; schon jetzt werden die Arbeiterinnen sofort aggressiv, wenn ich den Deckel abnehme und gerade eine im Becken unterwegs ist. Sie richten sich dann in der typischen Drohstellung auf, die Mandibeln weit gespreizt dem potentiellen Feind entgegengerichtet. Bei einer großen Kolonie muss das ziemlich fies aussehen.
Aber bis dahin wird ja noch etwas Zeit vergehen wie es ausschaut und ich bin wirklich froh darüber.
Kommentare sind immer willkommen!
Hi,
dieses Verhalten ( Drohhaltung ) konnte ich bei meinen Tieren seinerzeit auch beobachten. Auch in der Natur sitzen die Arbeiterinnen in dieser Haltung auf den Sträuchern und Gräser.
Mir kam es eher wie eine Lauerhaltung als eine Drohgebärde vor.
Mit den Asseln ( seien es jetzt die Einheimischen oder die tropischen ) habe ich ja schon meine Probleme und Ärger gehabt....
da kann ich nur sagen : die taugen nichts !
Viel Spaß und Erfolg weiterhin
Fred
Hallo Fred,
diese lauernde Stellung konnte ich auch schon oft beobachten, manchmal stundenlang. Es mag eine passive Art der Jagd sein, oder aber sie warten auf den Blättern in der Nähe von Nektarien. Eine nektarienbildende Pflanze habe ich aber leider nicht im Becken. Es ist aber auch deutlich zu sehen, dass sie diese Haltung zur Verteidigung und Drohung einnehmen, wenn man ihnen zu Nahe kommt.
LG, Phillip
Es bleibt weiterhin ruhig bei den Ectatomma
Die kleine Kolonie wächst vor sich hin, wie viele Arbeiterinnen es genau sind, kann ich gar nicht sagen - sie haben einen Teil der Nestkammern komplett mit Erde zugebaut. Es sind aber immer ein bis zwei Arbeiterinnen unterwegs im Becken auf der Suche nach Futter.
Brut gibt es auch in allen Stadien, aber so richtig loslegen wie andere Ectatomma Arten wollen sie irgendwie nicht. Ein Problem, das weiterhin besteht sind die Asseln in dem Becken; obwohl ich seit zig Wochen beinahe täglich große Mengen an Kellerasseln herausfange, werden es gefühlt nicht weniger. Und das obwohl ich ursprünglich nur etwa 20 einheimische Kellerasseln hineingesetzt hatte - nie wieder!
Sollte ich dieses Problem weiterhin nicht in den Griff kriegen, werde ich über ein neues Becken nachdenken müssen, es ist mir sehr wichtig dass die Ectatomma tuberculatum gut mit Proteinen versorgt werden. Wenn die Kellerasseln ihnen aber immer alles wegfressen, ist es kein Wunder wenn sich die Kolonie nur schleppend entwickelt.
Das Becken
Das kleine Terrarium sieht immer noch sehr schön aus, die Pflanzen und das Moos haben sich ausgebreitet und begrünen fast jeden Fleck.
Gerade macht wieder eine der Bromelien einen Ableger:
Eine kleine Fotoserie von den leuchtend orange gefärbten Bewohnerinnen des Beckens
Durch die vom Kondenswasser feuchte Scheibe war es gar nicht so leicht, ordentliche Aufnahmen hinzubekommen, hier die kleine Auswahl der Bilder, die die "Vorprüfung" bestanden haben:
Dann kam ihr die Kamera doch zu nahe:
LG, Phillip
Ein unerfreulicher Vorfall
Vor einigen Tagen fiel plötzlich der LED-Strahler des Beckens aus. Er war erst wenige Monate alt und so kam das Ganze recht unerwartet, irgendetwas am Vorschaltgerät scheint defekt zu sein. Der Verkäufer hat mir gegen Übernahme der Versandkosten die Zusendung einer neuen Lampe versprochen, auf die ich nun warte. Ich hoffe sie kommt in den nächsten Tagen, für die Pflanzen ist es ohne Licht natürlich schlecht. Ich habe daher das Becken temporär am Fenster platziert.
Bisher sieht aber alles gut und grün aus:
Um die Ameisen bleibt es weiterhin ruhig, lediglich zwei neue Arbeiterinnen sind seit dem letzten Update geschlüpft.
LG, Phillip
Echt schön das Becken, mir gefallen die vielen grünen Pflanzen. Die hohe Feuchte scheint das Wachstum der ganzen Pflanzen sehr voranzutreiben.
Wie sieht es mit dem Nest aus, sind die Ameisen immer noch im Sichtnest ? Kannst du noch kontrollieren was läuft, oder kannst du nur schätzen was an Brut vorhanden ist?
Echt wunderschöne Ameisen hoffe es gelingt dir weiterin.
Grüsse Cama
Hey camaross,
die Pflanzen machen sich echt gut, die Bromelien machen schon wieder Ableger, die werde ich aber in ein anderes Becken pflanzen müssen, irgendwann wird es zu eng.
Die Ectatomma Kolonie ist weiterhin brav im Ytongnest geblieben, was nicht ganz so brav ist, sie haben die meisten Scheiben mit Erde zugekleistert. Dadurch sehe ich zwar schon noch etwas von ihnen und der Brut, aber Fotos kriege ich leider aus dem Nest nicht hin.
LG, Phillip
Die hohe Feuchte scheint das Wachstum der ganzen Pflanzen sehr voranzutreiben.
Achso, da muss ich natürlich noch zu sagen, dass ich gerade gesprüht hatte, bevor ich die Fotos gemacht habe, es ist nicht immer derart feucht.
LG, Phillip
Eine taunasse Arbeiterin auf der Lauer:
Die Ameisen werden nicht länger in dem bisherigen Ytongnest bleiben. Die Kammern sind zu tief, sie bauen die Scheibe mit Erde zu, ich habe zu wenig Überblick über die sich ohnehin recht langsam entwickelnde Kolonie. Eventuell werde ich auch das Becken etwas umgestalten, der hohe Bodengrund ist eigentlich nicht notwendig und nimmt nur Platz. Das neue Nest wird dann wieder an der Scheibe stehen, allerdings nicht komplett in den Bodengrund versenkt sein, um auch höhere Temperaturen zu erreichen. Ich denke die umliegende Erde sorgt dafür, dass von der hohen Lufttemperatur des Beckens im Nest nichts ankommt - eventuell auch eine Ursache für die schleppende Entwicklung der Kolonie.
LG, Phillip
Moin Günther, konstruktive Kritik ist in meinen Augen nie negativ!
So nass wie auf manchen Fotos ist das Becken gar nicht, das kommt nur so rüber, weil ich alles in "einem Abwasch" mache; also Deckel auf Sprühen und wenn der Deckel schon auf ist, dann mache ich auch gleich ein paar Fotos. Womit du Recht hast und das schrieb ich ja auch bereits im Update, das Becken ist nicht so gut geworden, die LED spendet zwar gutes Licht für die Pflanzen und erwärmt die Luft des Beckens auch auf circa 26°C, bis 10cm in die Erde hinein kommt die Wärme aber nicht. Ich denke das wird auch bei jeder anderen Lampe so sein. Denn eigentlich bin ich mit den SMD-LED ansonsten völlig zufrieden, auch für mein Gemeinschaftsbecken mit Pachycondyla striata und Meranoplus bicolor leistet eine solche Lampe gute Dienste und sorgt für die passenden Bedingungen.
Die einzige und einfachste Lösung ohne direkt am Becken etwas zu ändern wäre es gewesen, das Nest von außen durch die Scheibe mit einer kleinen zusätzlichen Lampe zu erwärmen. Da mir das Nest aber sowieso nicht mehr gut gefallen hat, weil der Einblick zu schlecht war, habe ich mich entschlossen die Sache anders anzugehen. Zugegebenermaßen war es auch ein kleiner Versuch, nämlich mal hohen Bodengrund in ein Tropenbecken einzubringen, in den anderen Becken habe ich nur wenige Zentimeter, was eigentlich auch völlig ausreicht.
Ich werde das gleich in den Bericht rein editieren; direkt nachdem ich das Update geschrieben habe, habe ich die Tiere samt Nest aus dem Becken genommen und sie erst einmal in eine Box mit Reagenzglas verfrachtet. Ich bin jetzt am Überlegen, was ich mit dem Becken mache und ob die Ectatomma dort wieder reinkommen oder nicht. Auf jeden Fall kommt der hohe Bodengrund raus.
LG, Phillip
Ich habe nicht lange gefackelt, die Ameisen sind raus aus dem Becken!
Vorsichtig habe ich das Ytongnest von der Scheibe genommen und aus dem Becken gehoben, die Ameisen sind ruhig darin geblieben. So konnte ich sie ganz in Ruhe heraussammeln und in eine kleine Box mit Reagenzglas setzen. Eine kleine negative Überraschung gab es dabei auch, es sind tatsächlich nur fünf Arbeiterinnen gewesen, weniger als gedacht. Immerhin gibt es einige Larven.
Ich habe die Gelegenheit genutzt und ein paar schöne Bilder von den leuchtend orangen Schönheiten gemacht (eins ist jetzt auch das Titelbild im ersten Beitrag des Haltungsberichtes):
Die Ameisen haben sich sehr schnell orientiert und das bereitgestellte Reagenzglas bezogen. Weil es erfahrungsgemäß sehr gut angenommen wird und feuchtigkeitsliebende Arten davon profitieren, habe ich den Boden des Reagentglases wieder ein wenig mit Lehm bedeckt, der durch die Watte immer Wasser nachzieht und feucht bleibt:
Die Box habe ich nun so platziert, dass sie tagsüber konstant gute 27°C haben. Es wurde sofort offensichtlich, wo monatelang das Problem lag: es war einfach zu kalt für die Ameisen. Wie die meisten tropischen Ameisen reagieren sie nicht direkt auf die Kälte, sondern fouragieren weiterhin normal und ziehen Brut auf, nur halt extrem langsam. Ich traue meinen Augen kaum, wenn ich sie jetzt in der Box herumlaufen sehe; völlig andere Ameisen! Plötzlich sind sie richtig flott unterwegs, haben bereits eine kleine Spinne eingetragen und sind richtig aktiv.
Bin gespannt, wie es weitergeht, wie sich sich bei den verbesserten Bedingungen entwickeln werden!
Hey Günther,
hatte ganz überlesen, dass die HCI, die du Vorschlägst nur 36W hat, irgendwie hatte ich an einen deutlich höheren Stromverbrauch gerechnet. Vielleicht hole ich mir mal probeweise eine und teste es aus, wenn ich das Becken neu eingerichtet habe. Auf jeden Fall vielen Dank für den Tipp!
LG, Phillip
Möglicherweise sind sie auch nur so munter, weil sie eine neue Anlage zum Erkunden haben.
Der Nachwuchs dieser Art entwickelt sich nur langsam.
Auf ihre Larven trifft das noch nicht einmal zu.
Geschlüpfte Larven werden nicht alle gleich aufgezogen, einige wachsen schnell heran bis zur Verpuppung.
Andere werden erst dann weiter aufgezogen.
Die Puppenzeit dieser Ameisen kann bis an die 6 Wochen dauern.
Schöner Bericht.
Grüße Wolfgang
Möglicherweise sind sie auch nur so munter, weil sie eine neue Anlage zum Erkunden haben.
Hm, scheinbar habe ich es etwas missverständlich formuliert, du bist schon der zweite der mich darauf anspricht. Meine Beobachtungen waren weniger auf die Aktivität der Arbeiterinnen bezogen; auch im alten Becken waren fast ständig ein oder zwei der Arbeiterinnen unterwegs (deshalb war ich auch davon ausgegangen, dass sich in den nicht einsehbaren Kammern mehr Tiere befinden würden).
Was sich aber enorm verändert hat mit den höheren Temperaturen ist die Art, wie sich die Arbeiterinnen bewegen. Sie wirkten sonst eher fast ein wenig unbeholfen und waren nur extrem langsam unterwegs. Jetzt sind sie richtig flink und bewegen sich schnell und gezielt. Das deckt sich nach dem was ich gehört habe auch eher mit den Beobachtungen in freier Wildbahn; sie sitzen zwar gerne und lange herum, wenn sie sich aber bewegen dann sind sie doch ganz flott auf den Beinen.
LG, Phillip
Inzwischen gibt es bereits drei Puppen:
Kleinere Heimchen und Spinnen tragen sie problemlos ein und versorgen damit die Larven.
LG, Phillip
Zwei weitere Puppen sind dazu gekommen:
Die Königin drückt sich bei Störung eng an den Boden, um nicht aufzufallen:
Diese Art liebt Zuckerwasser, sie haben teilweise so viel eingetragen, dass die Gaster der Königin derart lang wurde (bei Ectatomma dehnt sich die Gaster ganz besonders in die Länge), dass ich im ersten Moment dachte etwas stimmt nicht.
Die Box ist natürlich nicht dasselbe wie ein schönes Becken, aber ich ziehe die Kolonie lieber noch ein wenig auf. Eine Arbeiterin hält am Nesteingang Wache:
LG, Phillip
Zwei neue Arbeiterinnen
In den letzten Tagen sind zwei neue Arbeiterinnen geschlüpft; wie auch viele Ponerinae brauchen sie sehr lange, bis sie sich in ihrer Färbung nicht mehr von den älteren Arbeiterinnen unterscheiden, noch immer sind sie deutlich heller und noch nicht so kräftig orange:
Auffällig ist, wie sehr die Ectatomma tuberculatum auf Zuckerwasser fixiert ist; in der Natur klettern diese flinken Ameisen schließlich auf Bäume und ins Gebüsch, um den süßen Honigtau von Schildläusen, Buckelzikaden und Ähnlichem und von Nektarien aufzunehmen. Dazu dienen auch ihre recht auffälligen Mandibeln (davon gibt es in älteren Beiträgen meines Berichtes auch schöne Bilder); da sie die Flüssigkeit nicht in einem Sozialmagen speichern und transportieren können, tragen die Arbeiterinnen sie zwischen den weit gespreizten Mandibeln ins Nest und verharren dort auf öfters noch stundenlang auf diese Weise. Da der Bedarf an Zuckerwasser sehr groß und für diese Art denke ich enorm bedeutend ist, haben sie einen kleinen Napf, der viel Zuckerwasser enthält. Es sitzt eigentlich immer mindestens eine der Arbeiterinnen neben dem Napf - ein ähnliches Verhalten wie in der Natur, wo diese Ameisen oft stundenlang neben den Nektarien auf den Blättern warten.
Natürlich bekommen sie außerdem auch regelmäßig kleine Insekten, denn die Larven brauchen zwangsweise tierische Nahrung. Wird auch immer alles problemlos angenommen und an die Larven gelegt (aktuell sind es allerdings nur noch wenige kleine). Die Box der Ectatomma tuberculatum ist ansonsten denkbar simpel eingerichtet, ich achte nur darauf, dass das Bodensubstrat stets ein wenig feucht bleibt. Ist zwar nicht wirklich schön als Nest, aber für die Tiere ist es zweckmäßig und die Kolonie entwickelt sich bei den konstanten und genauer kotnrollierbaren Bedingungen bisher sehr zufriedenstellend:
Ihr dürft bei Anmerkungen, Fragen, etc. auch gerne direkt hier reinschreiben.
LG, Phillip
Hey Phillip,
freut mich, dass es so gut läuft bei den doch recht hübschen Tieren. Komisch eigentlich, dass sie so selten in der Haltung zu finden sind, wo sie doch in ihrem Heimatland eine der dominanteren und häufigeren Ameisenarten darstellen.
Kleine Anmerkung noch; Ectatomma sind keine Ponerinen, sondern gehören zur Unterfamilie der Ectatomminae (genauso wie Gnamptogenys).
Grüße, Phil
Kleine Anmerkung noch; Ectatomma sind keine Ponerinen, sondern gehören zur Unterfamilie der Ectatomminae (genauso wie Gnamptogenys).
Danke für den Hinweis; hast Recht, seit 2003 werden Ectatomma nicht mehr zu den Ponerinae gezählt, da muss ich wohl auch meinen Infoteil im ersten Post dieses Berichtes mal schnell abändern! Immer diese nervigen Änderungen in der Klassifizierung der Arten.
LG, Phillip
Hallo Phil,
das liegt wohl daran, dass Königinnen nicht so einfach zu finden und Kolonien sehr schwer auszugraben, dazu kommt noch, dass sie auch nicht so begehrt sind.
Grüße
Sven
Hell-O!
Damit Herr Gronski Ruhe gibt, hier nun meine Weiterführung dieses HB.
Ich habe die Kolonie mit 13 Tieren oder so im Juli 2014 erhalten. Damals war auch etwas Brut dabei.
Ich entließ sie in ein kleines Tropenbecken mit Sand/Lehm/Humus, wo sie sich sofort vergruben und von da an waren immer mal 1-3 Tiere vorm Nest und prollten mit gespreizten Mandibeln, wie sie es ja immer tun. Nesteinsicht hatte ich keine.
Im Dezember 2014 konnte ich nicht anders und grub die Kolonie aus. Ich dachte eigentlich, es wäre was passiert und alle wären tot oder so.
Da hab ich mich aber getäuscht, denn die Kolonie war inzwischen auf etwa 40 Tiere angewachsen und hatte ordentlich Brut.
Ich fing sie alle ein und setzte sie anschließend in ein herumstehendes Hochterrarium mit Ytongnest.
Hatte nix anderes frei.
So sieht das aus:
Noch etwas sparig, ich weiß aber die hocken ja eh fast nur im Nest und werden sich wohl nicht an der kargen Einrichtung stören.
Scheint ihnen auch zu gefallen, denn Mutti hat prompt etwa 20 Eier gelegt.
So schauts im Nest aus:
Sorry, bessere Bilder waren bei der Beleuchtung nicht drin.
Larven und Eier zählen werde ich nicht.
Mir genügt es, wenn immer von Allem was da ist und alles funktioniert.
Das Lüftungsgitter auf dem Becken habe ich etwa zu 3/4 abgedeckt, damit es nicht so schnell austrocknet.
Ich befeuchte alle paar Tage. Zusätzlich steht noch eine Tränke im Becken.
Das wars für diesmal.
Gruß,
Tarsus
Ich wusste doch ich krieg dich weich - Spaß beiseite, schön dass du ein bisschen weiterberichtest über die Kolonie!
Bin gespannt ob sie irgendwann aktiver werden, aber es ist wohl typisch für diese Art sich nicht allzu viel zu bewegen.
Viele Grüße, Phillip
Tolle Kolonie echt. Ich pflege selber diese Art jedoch hab ich erst eine Hand voll Arbeiterinnen. Die Königin dieser Art ist echt gross wie sieht es aus bei deinen Arbeiterinnen? Sind sie immer noch relativ klein? Da ich erst eine kleine Kolonie habe, konnte ich bis jetzt noch keine grosse Arbeiterinnen sehen wie sieht es bei dir aus?
Hi,
ja, ich mag sie auch sehr.
Die Arbeiterinnen sind weit kleiner als die Gyne, die schon ein echter Brummer ist.
Aber wirklich klein sind auch die Arbeiterinnen nicht.
Ich weiß aber auch nicht, wie groß eine "große" Arbeiterin sein muß
Gruß,
Tarsus
Hey,
hier mal wieder ein kleines Update der Ex-Kolonie von Herrn Gronski.
An den Haltungsparametern hat sich praktisch nichts geändert, nur habe ich öfter mal vergessen, das Becken zu befeuchten.
Hatte aber keinerlei negative Auswirkungen aufs Koloniewachstum - eher im Gegenteil! Es läuft richtig gut!
Durch die angebotene Tränke befeuchten sie wohl das Nest selbst. Umso besser, denn dann brauche ich mich nicht so drum zu kümmern.
Ich gieße praktisch nur immer mal die Pflanzen.
Ein Ytongnest funktioniert bei dieser Art ganz prima, wie sich an den Bildern gut erkennen läßt
So long, Tarsus
Moin,
mal wieder ein kleines Update.
Der Kolonie gehts gut.
Ich hab die Befeuchtung komplett eingestellt. Klappt super.
Aber seht selbst:
Da kann man wohl nicht meckern
Gruß, Tarsus
mal wieder ein kleines Update.
Klein ist gut... würde das als winzig beschreiben. Eine Monomorium unter den Updates
Super dass es der Kolonie so gut geht. Mal sehen wie viele du am Ende hast.
Wie viel fütterst du derzeit?
Grüße Nils
Hey,
ich füttere sie, wie alle, 2x pro Woche.
Sie bekommen 2-3 Tropfen Zuckerwasser und ne halbwüchsige Schabe.
Diese lege ich meist direkt in den Nesteingang und sie wird dann recht schnell ins Nest gezogen und verarbeitet.
Absolut pflegeleicht, diese Art.
Gruß,
Tarsus