*Camas Paraponera clavata Gründung

  • Wieder mal ein kurzes Update über die Entwicklung der Kolonie.
    Die Gründung ist nun schon ein gutes Jahr her.
    Wie man gesehen hat, sind die Ameisen richtig gefrässig geworden und machten leider auch keinen Halt vor den Fröschen.
    Ich schätze die Kolonie auf ca 100 Tiere. Der Futterbedarf ist sehr hoch. Nach 2 Tage ohne Futter werden die sonst ruhigen Ameisen richtig aggressiv und durchkämmen stundenweise das ganze Becken. Oft sind es dann 20-30 Ameisen die ausserhalb des Nestes sind.
    Keine Ecke wird bei der Erkundung ausgelassen.
    Es geht soweit, dass sie an manchen Stellen sehr nervös anfangen zu buddeln, in der Hoffnung auf Beute zu stossen.
    Bei Nestgrabungen sind sie viel weniger Ameisen und sie tun dies eher gelassen. Vor kurzem hat eine Gruppe Arbeiterinnen das Nest der unbegatteten P.apicalis Königin entdeckt. Das Nest wurde aufgegraben und die ungeschützte Gyne wurde von einer Paraponera Arbeiterin am Genick gepackt und abtransportiert. Manche Dinge scheinen die Paraponera gerne in kleinen Grüppchen zu verrichten. Oft treffen sich an gewissen Stellen 5-6 Arbeiterinnen.


    Es kann sein, dass es an dem Becken liegt weil die Ameisen in der Natur viel mehr Platz haben. Ich stelle einfach fest, dass die Ameisen nichts mehr dulden was sich bewegt und evt zum fressen ist.
    Ich stelle auch fest, dass die Ameisen sehr nachtaktiv sind. Schwärmen in der Nacht 20-30 aus um Nahrung zu suchen, riskiere sie am Tag nur sehr wenig und schicken 2-3 Scouts los um Nahrung zu suchen. Die Rekrutierung ist aber auch am Tag sehr schnell und zielstrebig.
    Findet eine Scout ein Futtertier, welches ich mit einer Nadel festgemacht habe, beisst sich die Ameise ein Stück raus, trägt es ins Nest und kommt mit 2-3 anderen Arbeiterinnen auf dem kürzesten Weg zurück zum Fundort. Nach 2 min sind es bereits um die 20 Ameisen.
    Leergeräumte Futterplätze werden dann noch ca 30min genau untersucht in einem Radius von ca 30cm.


    Die Ameisen fressen alle 2-3 Tage ca 5-7 grössere Schaben oder Heimchen von den Stecknadeln ab und der Inhalt eines kleines Zuckernäpfchens wird nebenbei in Form von Tropfen abtransportiert. Durch die restlose Futteraufnahme alle paar Tage schliesse ich darauf, dass die Kolonie sehr gut am wachsen ist.


    Hier noch 2 hübsche Videos von einer Fütterung, einmal mit Makro.


    Am besten gleich auf HD schalten





  • Das Becken läuft jetzt ein gutes Jahr und die Pflanzen sind richtig gewachsen. Ich hab von anfang an geschaut, dass ich eher flächendeckende Pflanzen verwende, damit ich alles schön grün hab aber trotzdem noch gute Einsicht habe.






    Das Ameisenvolk wächst weiter stark an . Es sind bis zu 40 Tiere auf Nahrungssuche und langsam muss ich aufpassen, wann ich das Becken öffne


    Auf dem Video verfüttere ich als Abwechslung Brut von C.fulvo.. nach 3 Tagen ohne Futter bildet sich schnell eine Ameisenstrasse


  • Hallo Sascha


    Jo meiner Kolonie geht es immer noch gut. Sie ist sehr stabil und unkompliziert. Das Becken ist nun richtig grün, so wie ich es mir gewünscht habe.
    Ich denke, ich werde langsam anfangen müssen, die Pflanzen etwas zu schneiden.
    Die Kolonie hat geschätz um die 200 Arbeiterinnen. Es ist sehr schwehr zum schätzen, doch sind an Spitzenzeiten bis zu 70 Arbeiterinnen draussen um Futter zu sammeln.
    Leider habe in meiner , ich sag mal Sommerpause nie mehr Fotos gemacht . Ich hab für diesen Beitrag auf die schnelle neue gemacht, sie zeigen den Alltag im Becken. Bei regelmässiger Fütterungen kommen um ( nur ) 20-30 Tiere aus dem Nest.
    Diese Ameisen rekrutieren sehr schnell , finden 1-2 Arbeiterinnen Futter, wird das im Nest mitgeteilt und innert 2 min schwärmen die Ameisen in Scharen aus und tragen das Futter ein... sehr beeindruckend...
    Ich verfüttere ab und an auch andere Ameisen zb Camponotus .Die Paraponera scheinen sehr gut mit anderen Ameisen klarzukommen. Beim Kampf gibt es keine verletzen auf der Paraponera Seite. Gezielt schnappen sie zu und teilen nicht selten die Gegner mit einem Biss in 2 teile obwohl man meinen könnte , ihre Mandibeln sind nicht für sowas geeignet. Die getöteten Ameisen werden tot oder halblebendig ins Nest getragen und verwertet.
    Soll kein Vergnügen für mich sein, sondern eher eine Abwechslung für die Ameisen , sie scheinen es sehr zu schätzen und können auch mal heickel werden.
    Zuckerwasser ist natürlich auch sehr beliebt ob Zucker in Kristallform oder gelöst in Wasser spielt keine Rolle. 2-3 Bierdeckel mit Zuckerwasser werden innert 10min fast vollständig geleert.
    Der Erdboden ist schon ziemlich an vielen Stellen durchlöchert. Die Eingänge haben Grössen von 2-5cm . An der Seite das Becken entstehen manchmal Kammern mit Einsicht .
    Ordentlich Brut scheint immer vorhanden zu sein. Ich hoffe das Becken wird noch eine weile genug Platz bieten .







  • Hallo cama :),


    Wie immer eine Augenweide dein Bericht. Sieht wirklich wie im Dschungel bei dir aus. Ich habe mal gehört das Termiten auch gern zur Leibspeise der Paras gehören. Schade das man die nicht so einfach zur Verfügung hat ( Preis). Bald solltest du ja auch Geschlechtstiere haben denke ich? Es wäre sehr interessant zu wissen ob deine beiden Königinnen noch leben.
    Wie stellst du dir eine Erweiterung deiner Anklage vor ?


    Grüße
    Sascha

  • Kann natürlich nicht in das Nest schauen aber denke schon, dass noch beide Königinnen leben . Tote Ameisen die ich finde ,werden aus dem Becken entfernt dabei war nie eine Königin. Ich habe bis jetzt ca 25 tote Ameisen gefunden in ca 1.5 Jahren einige werden auch in der Erde verrotet sein.
    Ob ich das Becken überhaupt jemals erweiteren werde weiss ich nicht. Das Becken ist allgemein schon ziemlich gross. Falls doch könnte ich oben bei der Lüftung ein Schlauch reinziehen und in ein 2 Becken verlegen.
    Von Geschlechtstiere bin ich noch weit entfernt wenn man bedenkt, dass diese Ameisen Kolonien von einigen tausend Workern bilden.
    Evt bilden sie früh welche, dank der guten Fütterung in der Haltung .

  • Hey Ramon,
    also das Terra hat defintiv was. Beneide dich darum ;). Schön mal wieder was von dir zu lesen^^
    Scheint ja wirklich gut bei dir zu laufen. In so einem Becken kommen solche Ameisen natürlich viel besser zur Geltung. Schade dass sie so unverträglich mit anderen Tieren sind, aber wie du geschrieben hast macht es auch sicher die Größe des Terrariums aus. Bei so großen Tieren kann man wahrscheinlich das normale Verhalten außerhalb vom Nestbereich kaum noch simulieren.
    Noch eine Frage zu dem Terra:
    Wie genau ist deine Beregnungsanlage eigentlich aufgebaut?


    Grüße Nils

    "Ein Experte ist ein Mann, der hinterher genau sagen kann, warum seine Prognose nicht gestimmt hat" - Winston Churchill

  • Hallo


    Danke Nils.
    Da hast du natürlich recht. Alles was im Becken ist wird nicht mehr toleriert und von den Ameisen als Gefahr angesehen.
    Die Ameisen tragen manchmal Abfall stundenweise durch das Becken, da ihnen alles zu nah am Nest scheint. Zum Glück seh ich sowas selten und Reste werden im Normalfall verwertet und sofort von der Natur vernichtet.


    Ich hab eine Regenanlage. Der Tank ist im Schrank unter dem Terrarium und fasst um die 25L das reicht sehr lange.
    Eine Digitale Zeitschaltur und 5 Düsen die mit Saugnäpfen im Becken montiert sind sorgen für den nötigen Regen.
    Vor ca 5 Monaten als ich das Becken innen gereinigt habe , entfernte ich die Anlage aus dem Becken.
    Ich sprüh 1x am Abend ca 1/2 Wasser von Hand das scheint zu reichen.
    Ist ein Becken mal richtig zugewachsen braucht es weniger Wasser. Anderst ist es bei noch kleinen/jungen Pflanzen welche ständig feucht brauchen um schön anzuwachsen.
    Sobald ich wieder in Urlaub fahre, werde ich die Anlage wieder montieren.
    Vorteil ist natürlich die Menge Erde im Becken (ca 80L in meinem Fall) diese speichert sehr lange Wasser.
    Porblem ist bei mir, dass die Wände schnell austrocknen weshalb ich täglich sprühe.

  • Die Ameisen sind viel zu gross, als könnte so eine Pflanze etwas den Tieren anhaben und ganz blöd sind diese Ameisen auch nicht ;)
    Bei sehr kleinen Ameisen welche sich evt verkleben könnten würde ich evt auch vorsichtig sein doch selbst diese werden nicht einfach in Massen in die Falle rennen.

  • Ich wollte nochmals testen, ob mir eine weitere Gründung von Paraponera Königinnen gelingt. Ich habe von Dommsen eine Königin zur pflege bekommen und mir selber nochmals 2 Gynen gekauft. Leider ist nach ca 1 Monat eine von meinen Königinnen im Zuckerwassernapf verklebt und gestorben.
    Dommsen seine Königin hatte immer mal Eier und auch mal 2-3 Larven jedoch wurde daraus nie etwas. Meine Gyne die ich noch hatte, legte ab und an Eier welche jedoch nicht lange gehalten haben.
    Ich habe beschlossen, die 2 Gynen zusammen zu halten und nach einigen Hürden , sieht es jetzt ganz gut aus.





    Auf dem Foto sieht man eine Puppe ist schon vorhanden und es werden gut Eier gelegt.
    Es gibt auch weitere kleine Larven und einen ganzen Haufen Eier
    Ich hoffe es gelingt mir nochmals eine stabile Kolonie aufzuziehen.Wie bei der ersten Gründung scheint eine Gyne sich um die Brut zu kümmern die andere bewacht oft den Eingang.


    Das Nest ist ca gleich aufgebaut , wie ich es bei der ersten Kolonie gemacht habe. Eine Art Mulde mit Plexiglasscheibe einzig sie haben noch ein Tunnel zu einem Rg als Rückzugsmöglichkeit.
    Die Parameter bei der Gründung müssen bei dieser Art stimmen. Der optimale Bereich scheint klein zu sein doch trifft man diesen, funktioniert es.
    Um schon von einer weiteren erfolgreichen Gründung zu reden ist es noch etwas früh aber bin denke ich auf gutem Kurs.


    Die grosse Kolonie ist munter und wächst weiter..

  • Soo nach gut 4 Wochen ist es soweit, die Puppe der Gründerkolonie ist geschlüft und eine gesunde Arbeiterin ist auf die Welt gekommen.
    Die kleinen Larven sind auch gut gewachsen und die ersten verpuppen sich. Es scheint als wäre die Gründung erneut mit 2 Königinnen erfolgreich gewesen. Ich denke ich werde die Kolonie wenn es draussen wieder warm wird zum Verkauf anbieten.



  • Hallo Zusammen


    Bin leider hier nicht mehr so aktiv da ich in letzter Zeit anderen Dingen meine Zeit Geschenkt habe.


    Ich wollte mal verkünden, dass es der grossen Paraponera Kolonie sehr gut geht. Wieviele hundert Tiere es jetzt sind kann ich nicht sagen.
    Durch die hohe Aussenaktivität ist es oft nicht mehr möglich die Schiebetüren zu öffnen ohne das diverse Ameisen versuchen auszubüchsen.
    Um das Becken zu reinigen und die Ameisen zu versorgen hab ich deshalb nicht mehr viele Gelegenheiten. Ich öffne das Becken nur noch 1x in der Woche und kipp eine grosse Ladung Heimchen/Grillen lebend rein. Egal wie gross die Futtertiere sind die Ameisen kommen damit klar und innert kurzer Zeit sind auch die Futtertiere die sich versuchen zu verstecken erlegt. Schaben werden seit fast 1 Jahr nur noch getötet und entsorgt weshalb ich wieder auf Heimchen/Grillen gewechselt habe.
    Trotz der 150cm Beckenlänge ist das Becken schon zu klein und Futterreste und tote Arbeiterinnen werden sehr lange durch das Becken getragen
    ( es scheint als wären die äussersten Beckenecken immer noch zu nahe an ihrem Nest )
    Schlussendlich werden die Reste an den Ecken vorne bei dem Lüftungsgitter deponiert und alles was möglich ist zerhackt und durch die Lüftungslöcher rausgedrückt. Nicht selten sammelt sich so einen ganzen Berg Müll auf meinem Fussboden an :)


    Heute konnte ich zum ersten mal sehen, dass ein Geschlechtstier geschlüpft ist .



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