Ich habe eine grosse Dachterrasse zu Verfügung und möchte ein Bienenhotel aufstellen. Auf der Dachterrasse wird es im Sommer sehr heiss doch hab ich gelesen, das solche Nester an warmen Stellen stehen sollten? Was heisst jetzt warm? Hat jemand von euch schonmal so ein Hotel aufgestellt. Ich dachte ich könnte es zwischen unsere Thuja Töpfe stellen halb Sonne halb Schatten so wäre das ganze auch etwas geschützt.
Es gibt zb bei Ebay viele günstige, fertige Hotels zu kaufen, taugen diese was oder besser etwas selber bauen? Hier in der Schweiz wüsste ich jetzt nicht wo ich das Material bekomme und denke das lohnt sich kaum von den Kosten.
Am liebsten hätte ich,dass einige kleine Wildbienen Völker einziehen. Habt ihr schon Erfahrungen mit solchen Nestern gesammelt?
Hallo
Die im Handel angebotenen Nisthilfen für Wildbienen und andere Insekten taugen nur bedingt etwas. Und meist nur für Arten die es eh sehr häufig gibt.
Hier eine gute Seite mit Infos:
http://www.wildbienen.info/artenschutz/nicht-geeignete-nisthilfen.php
Ich habe allerdings so eine Nisthilfe aus dem Handel, welche ich geschenkt bekommen habe. Die hängt übrigens Mittags auch in der prallen Sonne und in geschützter Lage an der Terrasse wo es eh wärmer ist.
Wird auch angenommen, allerdings nur von den typischen nicht selten Arten.
Dafür ist mein Garten reichhaltig bepflanzt, so dass auch andere Arten gefördert werden.
Welche Arten ziehen denn bei deinem Hotel ein ? Hast du ein Foto, wie deines aussieht, welches du bekommen hast? Ich wäre denke ich schon froh, wenn überhaupt etwas einziehen wird.
Hallo cama,
man kann die Hotels eigentlich gnz gut selberbauen, und großartig Material brauchst Du dafür auch nicht. Ein Holzstücke zum Anbohren, Bambusstückchen usw. kann man sich ja recht gut zusammenklauben. Im Netz findet man jede Menge Anregungen zu dem Thema, ansonsten gibt es auch ganz brauchbare Bücher.
Am liebsten hätte ich,dass einige kleine Wildbienen Völker einziehen
Vorsicht, dass hier kein Missverständnis entsteht. Die Wildbienen, die dort einziehen, sind ausschließlich solitär lebend, also sie bilden keine Völker. Neben der Honigbiene und Hummeln gibt es in Mitteleuropa nur noch Arten der Gattung Lasioglassium u. Halictus (Furchenbienen), welche Kolonien unterschiedlichen Sozialitätsgrades bilden.
Dass überhaupt etwas einzieht ist sehr wahrscheinlich, jetzt im Frühjahr sind etliche Wildbienen auf der Suche nach Nestgelegenheiten und die häufigeren Arten sind da auch nicht wäherlisch (bei mir wollte eine unbedingt z.B. in den Plastikfensterrahmen einziehen).
Grüße, Phil
Hallo,
aktuell treiben sich nur die Roten Mauerbienen dort herum. Wie Phil schreibt, sind die nicht sehr wählerisch und nisten in fast allen Löchern mit geeigneter Größe.
Später im Jahr kommen sicherlich noch andere Arten hinzu.
Letztes Jahr hat eine mir nicht bekannte Art, welche auf den ersten flüchtigen Blick fast wie Gigantiops aussah, selbst den Holztisch auf meiner Terrasse als Nistplatz genutzt. Eine kleine Nut reicht da schon aus.
Mein Kasten ist ansonsten nichts besonders, hat auch so nutzloses Zeug drinnen wie Kiefernzapfen und Rindenstücke. Soll glaube ich für Marienkäfer und Flohfliegen zum Überwintern gut sein. Das werde ich noch entfernen und durch weitere Bambusstücken ersetzen. Als Grundgerüst ist so ein gekaufter Kasten ja auch nicht schlecht, wenn man nicht extra Holzbretter kaufen will und selber so ein Ding zusammenschrauben möchte.
Ich habe im letzten Winter auch so ein billiges "Insektenhotel" gekauft. Es ist ein kleiner Kasten, aus Holz gezimmert mit einen Giebel, so dass Regenwasser abläuft.
Einige der kleinen Fächer waren relativ zweckmässig mit geschnittenen Bambus eingerichtet und andere der Fächer waren mit, für meine Zwecke, sinnlosen Krimskram wie Kiefernzapfen, Holzspänen usw. gefüllt. Dieses Zeug habe ich entfernt und die leeren Fächer mit gleichlang geschnittenen Krautstengeln aufgefüllt. Die Stengel habe ich rückwärtig im Kasten in ein Bett aus nassen Lehm gedrückt, so sind sie hinten verschlossen.
Teilweise mit sehr dicken, verholzten Krautstengeln, ich hoffte, dass auch irgendwann mal eine Holzbiene einzieht. Bisher ist keine eingezogen, aber der Sommer ist noch lang.
Das funktioniert nun eigentlich ganz gut, es nisten einige Wildbienen hier, kleine solitäre Faltenwespen und auch parasitische Goldwespen lassen sich sehen.
Über den Sommer werden Wegwespen hinzukommen und weitere Bienenarten.
Also, wie Markus schrieb, die im Handel angebotenen Nisthilfen taugen nur bedingt etwas. Man kann sie aber aufwerten und dann sind sie eine gute Basis...
Auf meinen Balkon habe ich weitere einfache Nisthilfen drapiert. Zwei Holunderstämme mit schönen grossen Bohrlöcher warten auf Untermieter und werden bei sonnigen Wetter von diversen Bienen untersucht und angeflogen. Das Holz wird von sozialen Wespen benagt und so für den Nestbau verwandt. An einigen Stellen habe ich trockene Äste und Zweige vom Walnussbaum befestigt, auch dessen Zweige sind hohl und es gibt innen eine markartige Substanz, die von manchen holznistenden Insekten nach Bedarf herausgenagt wird. Ausserdem sind die handelsüblichen Schilfmatten, die oft als Sichtschutz Verwendung finden, gute Nistplätze für viele kleine solitäre Bienen und Wespen.
Hinzu kommen auf meinen kleinen Balkon viele blühende Pflanzen, sie ziehen die Insekten magisch an und so kann ein Balkon eine Oase sein für die Insekten und für den Beobachter.
Jetzt schon blüht bei mir das Löwenmäulchen, die Pflanzen sind bereits drei Jahre alt und überwintern hier im Rheinland in geschützten Lagen ohne Probleme. Der Thymian und auch der Lavendel beginnt bereits zu blühen...
LG, Frank.
Danke für eure Erfahrungen.Ich denke, ich kaufe mir so ein billigs Häuschen, damit ich die Grundlage hab mit einem Dach drauf. Ich werde es dann noch selber einbisschen umbauen und hoffe es zieht was hübsches ein.
liebe Herrschaften,
wie sind eure Erfahrungen, oder Tipps bezueglich der Aufstellung einer Insektenunterkunft. Liege ich da richtig, daß es sonnig, trocken & windstill stehen sollte?
Zusatzfrage: gibt es vernuenftige Bauanleitungen fuer Hummel-nistplaetze, wie Bombus lapidarius?
liebe Grueße
alex
Ich hab eigentlich immer gelesen, dass es am besten ist sowas an warme/heisse zu montieren, nach Süden ausgerichtet. Wichtig ist ein Dach drüber um das Nest vor Regen zu schützen. Zudem sollte der Abstand zum Boden min 1Meter betragen.
Hallo.
So, jetzt hängt das Insektenhotel im zweiten Jahr und es ist sehr viel mehr los. Es zeigen sich auch endlich weitere Arten die die kleinerer Röhrchen beziehen.
ABER! Leider muss ich ein Aber hinzufügen, da auch Vögel auf den Kasten aufmerksam wurden.
Während die Meisen nicht an die Bienenlarven rankamen, hat ein Buntspecht an einem Tag alles leer gefuttert. Er hat auch nichts beschädigt, sonder feinsäuberlich die Stöpsel aus Lehm von jeder besetzten Röhre aufgehackt und sich an den Larven bedient.
Schade, aber der hatte sicher selber hungrigen Nachwuchs zu versorgen.
Hey Cama,
Ich hab dieses Frühjahr auch ein Insektenhotel selber gebaut.
Das Ganze ging bei mir ganz fix; ich fand ein altes Brett und einige Holzklötze im Garten und begann mit Hammer, Säge und Nägel das ganze zusammen zu basteln.
In der Zwischenzeit sind schon viele Löcher mit den Nachkommen der Maurerbienen gefüllt, dabei konnte ich einige unterschiedliche Maurerbienen-arten erkennen, aber nicht identifizieren.
Man kann fast immer mindestens eine Maurerbiene dabei beobachten wie sie die Nistlöcher einrichten :).
Sogar manche kleine Löcher sind schon gefüllt, wobei ich aber nicht weiß welche Insekten es waren ...
Hab hier noch ein paar Bilder für dich/euch.
Schönes Insektenhotel, toll gemacht, Daniel, und scheinbar gut bewohnt.
Ich habe dieses Frühjahr mir mal einen alten Balken geschnappt und mit Bohrern verschiedenen Durchmessers etliche Löcher reingebohrt. Der Balken ist bewohnt und wird genutzt, aber weil ich nicht im Parterre wohne, kommen nicht allzuviele Wildbienen. Ich hoffe noch auf dem Sommer, wenn Wegwespen und solitäre Faltenwespen aktiver sind.
Trotzdem, einige Bienen haben hier gebaut und einige der Löcher wurden verschlossen. Ab und zu sehe ich hübsche Goldwespen, Parasiten, die versuchen, in die Nester einzudringen. Manchmal schaut eine Holzbiene vorbei.
LG, Frank.
Es ist mir ein hübscher Beitrag im Bayrischen Rundfunk - Sendung QuerBeet zu diesem Thema aufgefallen, dass man durchaus mal gesehen haben sollte.
Werner David berichtet von seiner kleinen Balkon-oase "BALKONIEN" und den diversen Nistmöglichkeiten für solitäre Bienen und Wespen.
https://www.br.de/mediathek/video/sendungen/querbeet/wildbienen-100.html
(Sendeterim: Montag, den 04.07. von 19.00 bis 19.30 Uhr)
zu seinem privaten Blog geht es hier: http://www.naturgartenfreude.de/blog/naturgartenbalkon-blog/
eine Zusammenfassung zur Bauart von Nistmöglichkeiten: http://www.naturgartenfreude.de/wildbienen/nisthilfen/
(-> besonders Unterpunkt http://www.naturgartenfreude.de/wildbienen/nisthilfen/baumarktgrauen/ )
sehr schön übersichtlich und inspirierend!
liebe Grüße nach Erding & Danke für den interessanten Einblick!