Na das sieht doch richtig gut aus, ich freue mich auf den Bericht wenn deine Harpegnathos da sind! Ich denke ein Erdnest ist das Beste für Harpegnathos venator, ist das Einzige was bei mir richtig gut geklappt hat.
Sag mal, beschlägt dir die Frontscheibe nicht? Oder dient dazu gerade die LED in Kombination mit den kleinen Lüftungslöchern und verhindert, dass sich Kondenswasser bildet?
LG, Phillip
Ich denk auch das ein Natur bzw.Erdnest das beste ist,schon alleine wegen der Milben die sich gerne in Kunstnestern breitmachen
Das war bei meiner Kolonie sehr interessant; als sie noch in einem Ytongnest waren, musste ich nach einiger Zeit feststellen, dass die Arbeiterinnen extrem vermilbt sind. Da es auch immer mehr wurde, habe ich die ganze Kolonie rausgenommen, mit einem Borstenpinsel und Biosa Pet jede einzelne Arbeiterin von den Milben befreit - eine sehr stressige Aktion für die Ameisen und auch für mich.
Wenige Wochen später dann wieder das selbe Bild, die Milben haben sich trotzdem wieder breit gemacht. Als ich die Kolonie dann in ein Erdnest ziehen lies, und zwar ohne sie vorher wieder von den Milben zu befreien, konnte ich nach einiger Zeit immer weniger und zum Schluss gar keine Milben mehr auf den fouragierenden Arbeiterinnen entdecken. Außerdem entwickelten sie sich in der Erde gut und hatten schließlich eine ganze Menge Puppen. Man mag es glauben oder nicht, aber die Haltung im Naturnest hat bei meiner Kolonie zumindest einen großen Vorteil bedeutet.
Der Nachteil ist vielleicht, dass man von den Tieren nicht so viel sieht. Die ersten Wochen waren sie ununterbrochen damit beschäftigt, Erde aus dem Nest zu schaffen. Als die Kammern fertig waren habe ich dann wochenlang gar nichts mehr gesehen. Die Kolonie war durch die Probleme zuvor aber auch schon stark geschrumpft.
Daher würde mich interessieren wie groß die Kolonie ist, die du bekommen wirst?
LG, Phillip
Hallo Günther.
Ein Beobachtungsnest schliesst ja natürlichen Bodengrund nicht aus, finde ich. Ich ziehe ein solches, einsehbares Beobachtungsnest immer vor, weil ich so den Zustand der Kolonie sehen kann und weiss, wie es ihnen geht, ob sie brüten usw.. Nicht zuletzt ist das für mich das Wesentliche bei der Ameisenhaltung, Einblick in das Nest und ins Familienleben dieser Tiere zu haben.
Ich denke, es ist auch bei fast jeder Art möglich, die Tiere in einem speziell an die Bedürfnisse der Ameisenart und vllt. auch die der nützlichen Mitbewohner wie Springschwänze etc. angepassten Beobachtungsnest zu halten.
Aber natürlich kann das jeder tun, wie er mag. Es ist nur so, dass ich es eben für wichtig halte, den Zustand der Kolonien zu kennen. Ich kenne so manchen Halter, der seine Ameisen in uneinsehbaren Erdnestern hielt und dessen Kolonien dann eben einfach verschwanden, wegstarben. Kennt man den Zustand einer Kolonie zB. durch Einblick in das Nest, kann man bisweilen noch rechtzeitig eingreifen.
LG, Frank.
Hi
Ich weiss nicht, ob du meinen Haltungsbericht über diese Art auch schon gefunden hast?
http://eusozial.de/viewtopic.php?f=50&t=1743&hilit=venator
Ich habe dort ziemlich viele Fotos/Infos über diese Art zusammengetragen. Du findest dort auch einige gute wie ich finde, naturnahe Nester mit Einblick. Die Art ist leider nicht ganz einfach, auch eine grössere Kolonie, kann nach langer sorgenfreier-Zeit Probleme bereiten.
Zum Schluss, hatte ich die H.venator zusammen mit den Meranoplus spec aus Australien und der Erde in der sie waren, in die Thuja-Büsche auf der Dachterrasse gekippt ( ausversehen natürlich ) . Ich hab die Ameisen in einer Wurzel vermutet in der sie lange lebten und als ich den Irrtum bemerkte, war es schon zu spät und ich fand die Tiere draussen nicht mehr. So kann man auch Euros verballern....
Mir was das ganze so peindlich, dass ich das bis heute nie bei meinem Haltungsbericht erwähnt habe und der Thread verwunden ist
Tolle Art hast du dir ausgesucht und ich werde mit bestimmt auch nochmal so eine Kolonie zulegen.
Hallo Günther,
ich wollt nur an der Stelle sagen, dass man wohl jede Art in Beobachtungsnestern halten kann. Man muss nur versuchen, optimale Bedingungen für die jeweilige Art zu schaffen. Das sollte aber keine Kritik sein an anderer Haltung, zB. in uneinsehbaren Erdnestern.
Das mit den Störungen durch Nesteinblick würde ich nicht überbewerten. Die Tiere fühlen sich in ihren Nestern sicher und geborgen, auch mit Nesteinblick. Störender als Nesteinblick durch eine meist abgedunkelte Scheibe sind Erschütterungen jeder Art. An Halbdunkel im Nest kann man fast jede Art "gewöhnen".
Auch Ameisen, die sehr gut sehen können, verhalten sich im Nest absolut ruhig, auch wenn mal etwas Licht einfällt. Ich habe das bei den Cataglyphis, den Gigantiops und auch den Myrmecia immer wieder erlebt. Die Ameisen lassen sich kaum stören, wenn man sensibel vorgeht und die Bedingungen im Nest nicht schlagartig und völlig ändert. Vor allem eben Erschütterungen vermeidet.
Ramon hat nun auch mit dieser Art Erfahrungen gemacht und geschildert. Die Art gilt als schwierig, Ramon hat es nochmal betont. Wohl auch im Hinblick auf ihre Anfälligkeit in Hinsicht auf Milbenbefall. Ich könnte mir auch vorstellen, dass naturnahe Haltung mit allem möglichen Bodengetier wie Springschwänzen auch dieser Art gut tut und die Widerstandsfähigkeit erhöht gegen Parasiten bzw. diese teilweise verdrängt, wie wir es ja schon bei vielen anderen Arten festgestellt haben.
He Ramon, das ist ja wirklich bitter. Kann aber passieren...:) Finde ich gut und stark, dass du dein Malheur hier geschildert hast.
Wir alle machen Fehler. Nicht jeder steht zu seinen Fehlern...
LG, Frank.