Guten Tag Eusozialer,
Ich halte eine stetig wachsende Kolonie Messor minor hesperius (Bericht siehe Signatur) und Messor sind ja dafür bekannt, dass sie ziemlich flott wachsen. Daher möchte ich mir frühzeitig Gedanken um ein neues Nest machen und habe derzeit den Plan, ein "Nestbecken" zu basteln.
Eigentlich bin ich ein großer Fan von externen Nestern, allerdings sind Messor dafür bekannt, dass sie auch Ytong zerbeißen können - und ich möchte ungern Ameisenstraßen in meiner Wohnung haben. Da ich für meine Messor keine Winterruhe vorsehe, werde ich auch keinerlei Probleme mit dem Transport der Ameisen haben.
Ich wollte ein Becken kaufen und dort mehrere "Schichten" Ytongplatten reinlegen, in deren "Rand" und "Unterseite" ich dann Gänge und Kammern kratze. So habe ich ein sehr platzsparendes Nest mit vielen Kammern und trotzdem noch ein wenig Nesteinsicht. Ich denke, dass die Messor generell als schlechte Kletterer ohnehin liegende Nester bevorzugen.
Um a) nicht millimetergenau arbeiten zu müssen und b) um das Nest einfach bewässern zu können, möchte ich außerdem einen kleine "Steingraben" an der Rückseite haben, den ich bewässern kann.
Anbei eine sehr simpel gehaltene Konzeptzeichnung.
Rot = Umrisse der Ytongsplatten
Grau = Steingraben
Schwarz = Glas
Unter das Formicarium soll dann eine starke Heizmatte kommen, meine Messor minor hesperius lieben Temperaturen von >30°C...
Glaubt ihr, das kann funktionieren? Habt ihr irgendwelche Tipps und/der Verbesserungsvorschläge? Kennt ihr Baumärkte, in denen man sich Ytong passend zurechtsägen lassen kann?
Edit:
Mir ist gerade aufgefallen, dass ich die Bohrungen für die Schlauchverbindung vergessen habe, daher wird es am Ende wohl eher so aussehen:
An die Seite, die an die Scheibe angrenzt, möchte ich übrigens noch eine Plexiglasscheibe ansetzen oder denkt ihr, dass das unnötig ist und dass das Nest nicht verrutscht?
Von unten würde ich nicht beheizen, Holger. Die tieferen Bereiche eines Ameisennestes sind bei erdbewohnenden Arten immer die kühlsten und feuchtesten.
Den Ytong kannst du gut selbst zurechtschneiden. Ich hab für solche Zwecke eine Ytongsäge, sie ist ein sehr gut geeignet. Ersatzweise, wer kauft sich schon eine Ytongsäge für drei Steine, macht es auch ein Fuchsschwanz. Die Ytongs genau aufmessen, mit einen Bleistift Linien ziehen und entlang der Linien sägen, geht eigentlich ganz einfach und ist nicht schwierig.
Messor sind keine sooo schlechten Kletterer. Sie erklettern auch Pflanzen ohne weiteres, um an Samenstände heranzukommen. Im Nest durch Kammern und Gänge zu klettern macht ihnen gleich gar nichts aus, ihre Erdnester im Freiland haben schliesslich auch grosse vertikale Ausdehnungen. Daher sind stehende Nester durchaus eine Alternative, ich benutze sie zumindest immer. Ist aber Geschmackssache.
LG, Frank.
Hallo Frank,
derzeit beheize ich mein Ytongnest auch von unten, die Ameisen scheint es nicht zu stören, die Brut wird auch dort an der wärmsten Stelle gelagert. Eine Beleuchtung kommt bei mir nämlich leider nicht in Frage.
Wenn ich die Ytongplatten stapeln möchte, müssen die Schnitte ja absolut gerade sein, sonst kann die Konstruktion schnell rutschen o.ä. Das traue ich mir leider nicht zu und auch sind meine Werkfähigkeiten und mein Zubehör sehr begrenzt. Für ein externes Nest reicht es, aber hier möchte ich gerne sehr präzise vorgehen.
Ich benutze selbst auch aktuell ein stehendes Ytong-Nest, allerdings fallen dort immer wieder Ameisen von oben runter. Das schadet denen zwar nicht, aber wirklich schön ist das auch nicht. Meine Idee ergibt ja eher ein "Mischnest", bestehend aus vertikalen und horizontalen Kammern.