Hallöchen,
leider bin ich mir grad überhaupt nicht sicher wo ich hier so eine Frage stellen könnte. Falls ich also das richtige Unterforum dafür übersehen hab bitte ich darum, dass Thema einfach zu verschieben.
Also, ich habe mit einen klitze kleinen (vielleicht 35 cm großen) Ficus b. gekauft. Dieser ist für den Aufenthalt in einem meiner Formicarien bestimmt. Leider ist er jedoch ein ganzes Stück zu hoch und dementsprechend muss ich ihn etwas trimmen. Nun ist meine Frage wo ich da am besten das Schneidwerkzeug ansetze.
Das Bäumchen würde ich am liebsten auf ca. die halbe Höhe kappen, denn dann hätte er im Nachhinein etwas platz nach oben zum wachsen und ich erhoffe mir das er etwas in die Breite wächst. Gerade Ficus b. ist ja für kräftiges, buschiges Blattwerk bekannt. Kann ich jetzt problemlos den suaberen Seitenschneider ansetzen und rabiater Weise die obere Hälfte wegschneiden, oder hab ich dann nicht so lange was von der Pflanze? Weil, eigentlich sollte der Baum jetzt erstmal nen gutes Jahr in dem Glaskasten verbringen.
Ich hab mal gelesen das er bei Schnitten in Holz, also das was ich eigentlch vorhabe, schön stark in die Breite austreibt. Das wäre für mein ästhetisches Wohlbefinden auch das beste. Breit darf er sein, Licht darf er sich nehmen. Nur zu hoch wird problematisch. Mir ist klar, dass der Tag kommen wird an dem der Baum einfach zu groß für einen kleinen Glaskasten wird aber bis dahin soll er leben und gesund aussehen!
Grüße
kkloete
hi!
Ficus benjamini sind super geeignet, die kannst du schneiden wie du willst. Wenn du ihm die Spitze raus nimmst, wird es einen neuen Trieb nach oben wachsen lassen. die Wachsen ja immer zum Licht, also nach oben
Schneid ihn einfach so wie er dir gefällt. das ist kein thema bei denen!
Hallo Kkloete,
ein 17cm hohe Ficus? Ich denke das ist nicht gut für den Baum. Denn genau das ist ein Ficus. Und Bäume sollte man, abgesehen von Bonsais oder einigen veredelten Bäumen, nicht so klein halten. Zur Erinnerung: Diese Art wird in wärmeren Regionen als Straßenbaum eingesetzt! Du wirst vermutlich keinen buschigen 17 cm Ficus erhalten. Eher wenige dünne Triebe, die du immer wieder kürzen musst, da diese viel zu lang werden würden. Ich würde lieber gleich eine kleinbleibende Pflanze bestellen. Mit diesem Shop habe ich gute Erfahrungen gemacht -> http://www.xaxim-shop.de/ Da findet man auch viele epiphytische Arten. So entsteht gar nicht erst die Gefahr, dass die Ameisen sich einbuddeln (was nicht nur den Halter ärgert, sondern schlecht für die ohnehin schon durch zu starken Beschnitt geschwächte Pflanze ist).
Beste Grüße,
Benjamin
Hallo und vielen Dank für die Antworten!
Ich habe mich mitunter für diesen Baum entschieden, da er vielfach und in sehr schönen Variationen als Bonsai zu bestaunen ist. Und diese kleinen Bäumchen werden über Dekaden hinweg als kleines Bäumchen gepflegt. Das es also durchaus möglich ist einen kleinen und gleichzeitig auch schönen (also was man auch immer als schön bezeichnen mag) Ficus zu pflegen ist durchaus möglich. Und die ca. 17cm Höhe ist natürlich nur für das zurückschneiden angepeilt. Er kann auf prächtige 25cm (ca.) Größe heranwachsen und sein mächtiges Kronendach entfalten ;).
Wenn meine Meisis Lust haben zu buddeln fände ich das auch kein bisschen schlimm, als semi-erfahrener Ameisenpfleger bin ich mir um die "Problematik" von Substraten in denen gegraben werden kann ja durchaus bewusst. Meine Pachycondyla villosa werden das Becken beziehen. Die werden vielleicht auch ein wenig graben, aber nur dann, wenn das Nest zu klein wird oder das Becken oder beides. Und selbst dann werden nach meiner bisherigen Erfahrung diese Gänge ich kein bisschen bewohnt. Höchstens belaufen.
Super, dann werde ich doch gleich mal das Schneidwerkzeug betätigen und ihn etwas trimmen.
Grüße
kkloete
Ich glaube einen Baum zum Bonsai wachsen zu lassen ist nicht gerade einfach. Für die Bonsai-Wuchsform bei Ficus b. werden meistens bestimmte Sorten benutzt, welche kleinblättriger sind als der gewöhnliche Ficus b.
Aber ganz abgesehen von der Machbarkeit: Wo hast Du diesen Baum gekauft? Du solltest Dir sicher sein, dass nicht gespritzt wurde. Auch von Dünger würde ich in Verbindung mit Ameisen Abstand halten.
Beste Grüße,
Benjamin
Hi Benajamin,
einen richtigen Bonsai aus einem kleinen Bäumchen oder Sämling zu machen ist eine Kunst. Natürlich wird mein kleiner Ficus nicht auch nur Ansatzweise an eines solcher Kunstwerke herranreichen. Aber er bleibt bei der Größe gesund und produziert Laub und das auf lange Sicht (für meine Asseln und Springschwänze). Also genau das richtige für mein Becken.
Dieser F. benjamina ist übrigens ganz hervorragend zum Bonsai geeignet - oder wie im meinen Fall einfach für eine sehr kleine Wuchsform.
Der ist aus einer Zoo-Fachhandlung und wurde garantiert nie mit pestizieden bearbeitet oder die letzten Monate gedüngt. Auf sowas achte ich natürlich ganz besonders. Als Einrichtungslebewesen für ein von INSEKTEN bewohntes Terrarium (in dem Fall Formicarium) versteht sich das doch von selbst :). Ob ich ihn überhaupt jemals düngen muss.. nun.. das wird die Zeit wohl zeigen. Eigentlich sollte sich das durch ein gut laufendes becken doch von selbst erledigen. Es gibt reichlich Detrius Verwerter die neuen, nährstoffreichen, Humus erzeugen und so weiter, und sofort. Und falls es wirklich nögtig wird, gibts mit Sicherheit eine Alternative die meine Meises nicht weiter belastet. Muss ja nicht immer die heftige Nitratkeule sein, oder was auch immer meine kleinen Ficuse so benötigen :).
Greetz
kkloete
Hallo,
ich pflege selbst seit etwa 7 Jahren diesen Ficus microcarpa, er ist dem F. benjamina nicht unähnlich und in der Natur werden es ebenfalls meterhohe Bäume. Auch die Blattgröße ist vergleichbar.
Ich habe selbst die Erfahrungen gemacht die auch Leonardgeorg schreibt - ein Zurückschneiden zu jeder Zeit wird gut verkraftet, ich Aste auch jedes Jahr sehr grob aus, habe ich doch nicht den Platz für einen Urwaldriesen. Zumal er mit seiner Stammverdickung doch sehr sympatisch aussieht.
Bei mir läuft es wie folgt, ein Ast an dem sich mehrere Blattpaare befinden wird kurz über dem untersten Blattpaar abgeschnitten, sofort tritt weißer Milchsaft aus, abtrocknen oder abspülen sollte man diesen jedoch nicht, er verschließt die Wunde. innerhalb von wenigen Wochen bilden sich nun neue Triebspitzen und der Ast verzweigt sich mehrfach.
Ich würde die Pflanze radikal einkürzen, vlt so, dass nurnoch 1-2 belaubte Äste unter der Schnittstelle sind, diese Wunde ausheilen lassen und abwarten ob sich auch am Stamm neue Triebspitzen bilden. Im Anschluss (sobald der Stamm verheilt ist!) würde ich die vorhandenen Äste nach oben beschriebenem Muster einkürzen.
Die Pflanze wird dadurch immer Bonsai ähnlicher. Zu weich gezogene Ficus (-se) reagieren jedoch teilweise mit kompletten Blattverlust und sind sehr empfindlich, ich pflege meine Pflanze etwa 7 Monate im Garten und nur im Winter steht sie am Fenster. Eine weitere Pflanze steht jedoch schon seit 2 Jahren im Tropenbecken und verträgt jeden Rückschnitt anstandslos.
Beste Grüße
Klasse, vielen Dank für die Antwort!
Ich hab den Ficus jetzt um ca. 2/3 gekappt, nur ein kleines bisschen mehr Laub hat er noch, als von dir empfohlen Leviathan. Wenn sich das kleine Bäumchen dann in 2 oder 3 Wochen etwas erholt hat, und hoffentlich auch etwas ausgetrieben hat, werd ich nochmal das Trimmwerkzeug schwingen und etwas gestalterisch tätig ;).
Sagt mal, gibt es eine Möglichkeit Luftwurzeln zu provozieren? Hat doch ne ganz charmante Optik, wenn die Luftwurzeln es bis auf den Boden schaffen und so ein bisschen mehr Urwaldflair erzeugen. Oder ist der F. benjamina einfach nicht so der Luftwurzler? (LF liegt zwischen 50 - 60%)
Greetz
kkloete
Einen Ficus microcarpa habe ich auch. Allerding in einer etwas größeren Form (vgl. http://bilder3.eazyauction.de/exotenherz/artikelbilder/50.jpg)
Das der botanische Ficus m. sehr groß wird ist richtig. Doch ist der Baum, den du und ich haben, eine gärtnerisch verdelte Sorte. Die Blätte sind auch deutlich kleiner als beim "echten" Ficus m.. Du kennst das vielleicht: Aus dem dicken Stamm wachsen manchmal Triebe. Lass so einen Trieb mal 1-2 Monate wachsen. Die Blätter dieser Triebe sind deutlich größer und die Triebe wachsen um ein Vielfaches schneller als die der Krone. Was ich damit sagen will: Meiner Meinung nach lassen sich diese beiden Bäume nicht miteinander vergleichen, da der eine gärtnerisch veredelt wurde, mit dem Ziel einen kleinbleibenden Baum zu haben, der andere aber nicht. Dieser "gefakte" Bonsai würde sich für ein nicht allzu bodenfeuchtes Terrarium tatsächlich eignen. Beim Ficus benjamini bin ich skeptisch. Aber versuche es und berichte doch auch in einem Jahr nochmal.
Beste Grüße,
Benjamin
Klar, ich muss mal meine Digicam wieder finden und dann gibts erstmal nen kleines Update meines HB. Und dieser wird nach wie vor weitergefürt. Du kannst also, nach und nach, den Werdegang des Formicariums verfolgen. Das beinhaltet natürlich auch eine Berichterstattung über die Bepflanzung welche sich aus einem F. pumila, dem F. benjamina und auch einem F. pumila var. minuta zusmmensetzt.
Jedenfalls kann ich deine Skepsis nachvollziehen und hoffe einfach, dass meine Naivität über deinen Erfahrungsschatz siegt..
Greetz
kkloete