*Gigantiops destructor Gemeinschaftsdiskussion


Post 2148 - 11.02.2010 20:42:55

Hallo Gigantiops destructor Halter!


Frank hatte die tolle Idee, einen Gemeinschaftsdiskussionsthread zu erstellen.


Die Gründung dieser Art gestaltet sich bekanntlich ja ga nicht so einfach. In Sinne des Erfolgs, könnne wir hier frei über unsere Haltungsbeobachtungen diskutieren und uns gegenseitig unterstützen.


Haltungsparameter
Brutstatus
Koloniestatus
Allgemeine Informationen


Alles über Gigantiops destructor ist hier gern gelesen.


Ich fang am besten gleich mal an!


Also ich habe meine Gyne nun seit einigen Tagen, genaugenommen seit Montag, den 08. Februar. Mathias brachte mir die Gyne von Frank mit (Danke Frank, danke Mathias ;) ) Da ich in der Nähe von Bremen war, holte ich die Gyne dann bei Mathias ab. War auch schön, den Mathias mal wieder zu sehen und seine Ameisen :thumbup:


Also kurz gesagt, die Gyne war schon viel unterwegs, was sie aber gut verkraftet hat. Meine Freundin war so lieb und hat die Tuppa in der die Gyne samt Reagenzglas und etwas Erde war, diszipliniert bis Göttingen festgehalten.


Aktuell steht die Tuppa jetzt mit leichtem Abstand über einer Heizmatte. In der Tuppa habe ich einen Wärmefühler angebracht, so habe ich die Temperatur immer im Griff. Die Basistemperatur händel ich über die Heizmatte, das Feintuning mit der Heizung. Ich halte die Dame zwischen 26 und 29°C. Es ist aktuell auch Brut vorhanden. Ich denke es handelt sich um Eier, wollte nicht zu lange stören, ich spürte die bösen Blicke der Gyne, förmlich auf meiner Haut!


Das Reagenzglas hat die Gyne von innen zum Teil mit Erde ausgekleidet und der Eingang besteht aus einem wirklich exakt runden kleinen Loch am Reagenzgzglaseingang, welcher sozusagen mit der Erde verängt wurde.


Verfüttern tu ich kleine Mehlwurmstückchen, ab morgen gibts aber frischtote Mikroheimchen. Das zieht wohl besser, meint Frank :thumbup: Ich habe aktuell auch mal wieder eine Bestellung bei Antstore aufgegeben. Und mir ist aufgefallen, die Bestellungen werden von Mal zu Mal teurer :wtf::shifty::shh::lol: (wird eigentlich gern noch mehr Smilies machen, aber ich muss mich auch mal ein bissel einschränken).


Ich habe mir mal 2 dieser Lichtaufsätze für die Becken bestellt, welche man einfach oben auf die Gaze der Deckel drauflegt, das gibt Licht :D
Lampenfassungen
Ich hoffe die taugen auch was.


Auch ne Heizmatte ist mal wieder bestellt und auch ein digital Thermo-Hygrometer ist evtl. oder eher hoffentlich bald von Nöten. Natürlich gabs noch Glühlampen, Näpfe und Sand und Lehmmischung und all son Kram. Verblüfffend was für einen Wahn diese Gyne bei mir wieder ausgelöst hat. Hehe super :thumbup:


Ich würde mich freuen, wenn wir alle gemeinsam diesen Thread lesenswert machen würden!


LG Imago



Post 2193 - 12.02.2010 15:26:12

Hallo,


habe sie etwa ein viertel Jahr lang gehalten. Bekommen habe ich die Kolonie damals mit 2 Arbeiterinnen und etwas Brut. Gehalten wurde sie in einem 20x30 Terrarium, und sie sind recht schnell in ein neues Nest, das ich von Frank bekommen habe, umgezogen.
Temperaturen in der Arena waren tagsüber immer so um die 26°C, im Nestbereich eigentlich konstante 26-30°C (wegen Heizmatte unterschiedliche Wärmebereiche). Nachts sank die Temperatur in der Arena auf 20°C ab, im Nest war sie immer gleich.
Ihre erste Brut zogen sie gut auf, gefüttert wurden Fliegen und Mücken. Sie hatten zum selberfangen auch öfters Fruchtfliegen im Terrarium. Zuckerwasser wurde immer angeboten. Bald hatte ich 4 Arbeiterinnen, und danach ging es bergab mit der Kolonie. Es wurden immer Eier gelegt und Larven großgezogen, aber kurz vor der Verpuppung wurden die größten Larven immer wieder getötet. Durch einen Unfall mit einer anderen Ameisenart starb auch eine der Arbeiterinnen.
Als ich von meinem Thailandurlaub wiederkam, fand ich das gesamte Volk tot in der Arena auf. Gründe hierfür konnte ich nicht erkennen.
Das Terrarium war mit vielen lebenden Pflanzen ausgestattet, die Giantiops kletterten und sprangen sehr gerne auf ihnen herum.


Grüße, Phil



Post 2197 - 12.02.2010 16:13:07

Ich habe jetzt mal einer kleinen Kolonie, die ich hier aufgezogen habe, ein kleines Terrarium spendiert. Die Kolonie hat jetzt 7 oder 8 Arbeiterinnen. Winzige Erstlingstiere. Genaues kann ich noch nicht sagen, die sind ungeheuer ängstlich und trauen sich kaum aus ihrem schmutzigen Reagenzglas, in dem sie bisher wohnten in ihr neues Beobachtungsnest.
Wenn sie das endlich getan haben, werde ich Fotos einstellen.
Auffällig bei der Art ist immer die grosse Vorsicht und Ängstlichkeit. Vielleicht wurde auch dem bisher zu wenig Beachtung geschenkt. Die Tiere meiner grossen Kolonie sind sehr viel selbstbewusster und weniger ängstlich.
Das zeigt mir wiedermal die Lernfähigkeit solcher Insekten. Phantasielose Menschen nennen solche Effekte sicher eher Gewöhnung oder Anpassung, ich bevorzuge in dem Zusammenhang den Begriff Erlernen. Die Tiere der grossen Kolonie, die sozusagen die Freiheit kennen und auch die Störungen durch mich, lassen sich durch mich kaum beirren, sie bemerken mich und schauen kurz, gehen dann aber weiter ihrer Wege. Die jungen Ameisen der Kleinkolonie, die jetzt zum ersten Mal den Duft der Freiheit schnuppern, sind ängstlich, ungeheuer vorsichtig und fixieren mich minutenlang, wenn ich mich bewegt habe.
Vielleicht muss man mit diesen Kleinkolonien sehr viel vorsichtiger umgehen, als das bisher manchmal geschah. Diese Ameisen haben nunmal extrem scharfe Sinnesorgane und reagieren oft panisch auf Störungen.


LG, Frank.



Post 2259 - 13.02.2010 22:10:25

Hallo!


Ich pflege nun auch eine Königin dieser schönen Art!


Bei mir sieht das alles nicht so gut aus, da es in der Box vom Frank leicht anfing zu schimmeln habe ich der Königin eine neue kleine Box fertig gemacht. Als Bodengrund dient mir ein Gemisch aus Sand, Blumenerde und Pinienrinde. Das ganze habe ich noch gut angefeuchtet und steht bei mir nun auf dem Cataglyphis Becken. Dadurch wird die Box von unten erwärmt und hat Tagsüber spitze 27°C im Mittel dann 23-25°C. Ein Temperaturgefälle habe ich auch von ca. 2-3°C (zur Lampe hin ist es wärmer).


Trotz dieser eigentlich nicht allzu schlechten Bedingungen (könnte eventuell etwas wärmer sein) will die Gyne nicht in das von mir vorbereitet RG ziehen. Sie sitzt die ganze Zeit draußen, trinkt hin und wieder an einem tropfen Zucker/Honig Lösung und läuft dann wieder durch die Box!


Ich werde mir das noch eine Weile anschauen dann mache ich eine Veränderung mal sehen was mir da einfällt, dachte eventuell an ein "mini" Gasbeton Nest. Ich halte euch auf dem Laufenden!


Gruß
Mathias



Post 2295 - 14.02.2010 16:37:04

Ich würde Dir empfehlen, die Königin dunkel aufzubewahren. Und Ytongnester und andere Beobachtungsnester, sowas wurde alles schon ausprobiert, Mathias, auch von mir schon etliche Mal auch mit Jungköniginnen, sogar welchen aus Südamerika. Darüber habe ich ja schon einiges geschrieben. Also Auslauf, Licht usw.. war einfach bisher völlig ohne Erfolg, so paradox das für diese wahrscheinlich semiklaustral gründenden Ameisen erscheinen mag.
Ebenso ist Wärme von unten nicht so toll. Kann sein, dass es ihr sogar zu warm ist am Boden in der Box, wenn die auf einem beheizten Terrarium steht.
Das Sicherste ist einfach absolute Dunkelheit (evtl. Rotlicht), Wärme und regelmässige Fütterung. So habe ich bisher einige Kolonien auf Arbeiterinnenzahlen bis zu einem Dutzend gebracht, die dann an Halter gingen.
Ab einer gewissen Arbeiterinnenzahl kann man die Kolonien dann sicher in kleinen Terrarien halten. Aber auch dann muss man den weiteren Verlauf kritisch beobachten, viele Kolonien brachen ja bei Haltern zusammen. Zur Not, wenn man bemerkt, dass Arbeiterinnen versterben, dann sofort wieder einfangen und die ganze Bande noch für einige Zeit in Dunkelhaft.


LG, Frank.



Post 2794 - 26.02.2010 18:38:24

Hallöle!


Also meine Gigantiops-Gyne scheint sich Mühe zu geben. Sie hat drei Larven, welche auch wachsen. Obwohl ich ein digitales Thermo/Hygrometer habe, muss ich gestehen, habe ich es noch nicht benuzt. Ich bewässere nach Gefühl. An der Tupper läuft stetig Kondenzwasser herunter und der Boden ist fast immer feucht. Manchmal lasse ich ihn auch etwas austrocknen. Kondenswasser ist trotzdem noch an den Tupperwänden vorhanden. Ich versuche ganz einfach kein stehtiges, konstantes Klima zu simulieren. Die Temperaturen schwanken zwischen 26 und 29°C. Je nach Tageszeit. Nachts ist der kälteste Punkt erreicht. Vormittags der wärmste. Ab Mittag ist die Temperatur konstant bis abends.


Füttern tu ich Heimchen. Gekauft habe ich Mikroheimchen, welche ich in einem 30x20 Becken halte. Man die Viecher wachsen wiedermal ungeahnt oder besser wieder mal unterschätzt schnell. Also Mikroheimchen sind es nicht mehr. Das frischtote Heimchen schiebe ich direkt durch die kleine Öffnung am Reagenzglas. Die Gyne hat den Eingang, bis auf ein kleines perfekt rundes Löchlein mit feuchter Erde zugebaut. Zuckerwasser gibt es in Nestnähe (5cm entfernt).


Kürzlich entdeckte ich kleine Tierchen im Reagenzglas :tapping:


Frank beruhigte mich jedoch, Nützlinge, die Reste verwerten. Frank hatte diese extra dazugetan.


Aus der Erde schlüpfen ab und zu mal Trauermücken, leider entkommen sie meistens wenn ich den Deckel öffne. Sie wären ja ein super Futter für die Gyne.


Also bis jetzt läuft alles ganz gut, nur etwas zögerlich aber dennoch gut!


LG Imago



Post 2798 - 26.02.2010 18:52:22

He Stevie, wie gesagt, das sind kleine, weisse Springschwänze. Die schaden nicht.
Mal sehen, wie es bei Dir dann mit der Verpuppung der Larven klappt. Aber es sieht ja erstmal insgesamt recht gut aus.


Achso, die blöden Trauermücken... Hm, weiss ich nicht, ob die überhaupt jemand fressen mag. Die sind auch recht flink, selbst für die Gigantiops schwer zu erjagen. Wenn Du der Königin wirklich was Gutes geben willst, fang die ersten Fliegen des Jahres draussen, zerdrück sie etwas und biete sie (frisch!) an. Solches Futter ist immer viel besser als gezüchtete Futtertiere.
Bin ich mal gespannt, ob sie es schafft. Sie können es ja, es gab einige schöne Kolonien und gibt auch noch welche zur Zeit bei Fred und bei Gamb, bei mir natürlich auch. Auch bei connor sieht es ja noch ganz gut aus.
Sonst meldet sich ja leider kaum jemand, schon schade. Als es die Tiere umsonst gab, haben sich mehr Leute gemeldet. Woran das wohl liegt... :no::sleep:


Weiter viel Glück, Stevie, mit dieser einzigartigen Ameise!


LG, Frank.



Post 3175 - 08.03.2010 03:25:58

Bei mir geht es der Gyne so weit gut.
Ich füttere nur Fruchtfliegen aus meinem Gesellschaftsbecken, die haben den Vorteil, dass sie gut genährt sind, die sitzen fast immer auf den Bananen und futtern den ganzen Tag. Die Gyne fängt sie schon recht gut. Auch füttere ich manchmal Bohnenkäfer auch aus eigener Zucht, die werden aber eher ungerne angenommen. Die Fütterung mit den Heimchen und anderem toten Getier habe ich aufgegeben, in der geschlossenen Box wurde es viel zu stickig und es schimmelte sehr schnell.
Die Gyne liegt bei mir total dunkel. Sie steht in einer Styroporbox mit einigen anderen Ameisen und ist mit Alufolie abgedeckt, es kommt wenig Licht heran. Da ich ohnehin eine rote Beleuchtung habe um alle meine Ameisen nach einbruch der Dunkelheit gut beobachten zu können, da ich eh Mensch der Nacht bin, füttere ich nur bei Rotlicht, die Gyne hat es also immer dunkel.
Trotz dieser Dunkelheit schafft sie es immer wieder die Futtertiere zu erjagen, was mich denken lässt, dass sie in dieser orangen Box von Frank verdammt gut sehen kann!
Ich halte die Gyne bei einer stätigen Temperatur von 25-25.5°C.
Wie ich sehe werdet ihr das alle für zu niedrig halten?^^
Die Gyne hat bei mir nun 5 Eier gelegt, da die die sie bei Frank hatte nicht bei mir angekommen sind nach einigen stunden Bahnfahrt.
Die Eier lässt sie je nachdem wann ich gesprüht habe ganz nah am RG Ausgang liegen oder sie legt sie an den Wassertank.
Wenn ich die Box aufmache merkt sie es sofort, sie tastet mit ihren Fühlern dem Luftstrom entgegen und packt die Brut etwa 1-2cm weiter nach hinten.
Einige werden es zwar eher als lächerlich empfinden, aber ich habe bisher sehr oft die Beobachtung gemacht, dass vorallem Formicinae egal ob in der Haltung oder nicht, immer wenn sie auf meiner Hand waren den salzhaltigen Schweiß abgeleckt haben, wozu dies auch immer dienen mag ich habe seither (seit ich eine geschockte und fliehende Gigantiops destructor Arbeiterin in Franks Biospähre auf der Hand hatte, die trotz ihres Weglaufens anhielt um zu trinken) immer einen kleinen Splitter Himalaja-Salz in einer kleinen Schale in meinen Formicinae-Formicarien stehen, habe auch schon oft gesehen wie dieser geleckt wird!
Eigentlich denke ich, dass es der Gyne ganz gut geht.



Post 3190 - 08.03.2010 16:02:32

Es könnte am Tage etwas wärmer werden. 25 Grad sind etwa die untere Grenze für dauerhafte Temps tagsüber. Bei meiner kleinen Kolonie geht es tagsüber schonmal über 30 Grad, die Kolonie lebt jetzt in einem kleinen Terrarium auf dem Fensterbrett, hier wird es schonmal recht warm, wenn die Sonne scheint. Es sollten auch bald Larven schlüpfen, sonst wird es schwierig. Ich hatte ja schon beschrieben, wie es mit meinen wildgefangenen Gigantiops-Jungköniginnen lief. Die legten nur Eier, aus denen sich in meiner Haltung nichts entwickelte. Sie hatten Auslauf in ein kl. bepflanztes Terrarium. Alles sah sehr schön aus, sie jagten, trugen die Beute und Zuckerwasser ins Nest, legten eben Eier und sassen meist "Zuhause" im Nest. Aber es wurde so halt nichts. Es schlüpften nie Larven.
Jungköniginnen in Alleinhaltung haben in Gefangenschaft bisher nur in dunklen, warmen Boxen Arbeiterinnen aufgezogen. Dies gelang zuerst bei Sven (Moglie).
Das gilt sowohl für wildgefangene Königinnen wie auch für die Königinnen, die aus meiner Zucht stammen. Bei den Königinnen, die meiner Zucht stammen, ist es bei vielen Haltern später leider zum Untergang der kleinen Kolonien gekommen. Jedoch zum Glück nicht bei allen, Fred Priebe pflegt eine der Kolonien seit Oktober 2008 und es gibt eine weitere sich gut entwickelnde Kolonie, von der ich weiss. Ausserdem hat Gamb noch eine, leider berichtet Gamb wenig und hat kaum Zeit. Auch Connor und einige weitere Freunde pflegen seit einiger Zeit eine Königin, die aber bei Connor leider ihre einzige Arbeiterin verloren hat.
Die Beobachtung mit dem Salz ist interessant. Man weiss ja von vielen Lebewesen des trop. südamerikanischen Regenwaldes, dass sie Mangel an Mineralien leiden, vielleicht rührt daher die Neigung dieser Ameisen, Salz zu lecken bzw. den Schweiss auf der Haut. Ich denke aber, dass die Tiere in der Haltung grundsätzlich weniger als ihre Artgenossen im Regenwald an Mangel leiden, weil sie vllt. etwas abwechslungsreicher oder besser ernährt werden. Kleine Grillen oder andere Futterinsekten sind sicher "gesund" und mit den entspr. Spurenelementen versehen. Aber das ist eine interessante Beobachtung, ich werde das mal probieren mit diesem Salz.


LG, Frank.



Post 3191 - 08.03.2010 16:34:52

Hallo,


Stevie


Wenn es ok ist, werde ich hier auch mal über meine Gigantiops destructor schreiben. Falls nicht bitte kurze PN, dann verschieben wir es in einen neuen Thread.


Ich habe meine Ameisen ja jetzt seid Oktober 2008. Die Kolonie ist auf ca. 30-35 Tiere angewachsen. Im Juni 2009 sind sie dann in mein großes Regenwaldterrarium umgezogen. Da lief auch anfangs alles bestens. Nach ein paar Monaten hatte ich das Gefühl das die Anzahl der Arbeiterinnen schrumpfte. Um Gewissheit zu habe wurde das Nest ( sie lebten in einem Holzstück ) aus dem Becken geholt. Hier liefen mir dann auch gleich eine Menge Männchen und ca. 10-15 Arbeiterinnen über die Hände. Die Königin konnte ich nicht finden. In der nächsten Zeit sah ich immer seltener eine von den Arbeiterinnen. Für mich war die Kolonie eigentlich schon verloren


Seid ca. 2 Monaten beobachte ich immer wieder Arbeiterinnen im Becken bei der Nahrungssuche. Mindestens 6 Tiere konnte ich beim Außendienst ausmachen. Sie sind sehr aktiv und tragen die Beute auch immer wieder in das Nest. Das heißt es ist Brut zu versorgen. Jetzt besteht die Möglichkeit das nur Männchen gezogen werden. Das wollte ich vor meinen Bericht hier auch noch mal überprüfen. Leider nisten in diesem Holzstück insgesamt 3 verschiedene Ameisenkolonien. Die will ich nicht alle raustreiben. So bleibt jetzt nur abzuwarten was die Zukunft bringt. Entweder habe ich eines Abends männlichen Schwarmflug im Becken oder es werden wieder mehr Arbeiterinnen.


Ich möchte noch dazu erwähnen das ich ja eine sehr aggressive Ectatomma spec. im Becken hatte.....kann sein das diese die eine oder andere Gigantiops erwischt hat.


Wie auch immer : sobald sich etwas markantes ergibt werde ich Euch berichten.


Gruß


Fred



Post 3722 - 28.03.2010 16:32:59

Hallo!


@Fred!


Ich bin froh und dankbar für Deine Informationen!


Bei meiner Gyne hingegen sieht es nicht mehr so gut aus. Milben haben sich nun doch durchgesetzt. Die Larven verschwanden nach und nach. Aus welchen Grund war mir anfangs nicht ersichtlich. Nun bin ich klüger. Milben haben der Gyne das Leben schwer gemacht, die Larven brachte sie nicht durch. Anfangs dachte ich es läge am Klima. Die Gyne lebte in einem kleinen Reagenzglas welches kaum Einsicht erlaubte, somit war es schier unmöglich Milben in geringer Zahl ausfindig zu machen. Mir viel es wirkliche erst auf, als die Gyne das Nest aufgab. In der Tuppa war Erde drin. Aus dieser schlüpften regelmäßig Trauermücken. Zu guter letzt ging die Gyne nur noch auf Jagt und versuchte die Mücken zu fangen, Brut gab es keine mehr. Da vielen mir die Milben auf, ca. 8-10 setzten der Gyne zu.


Ich bereitete also ein neues Nest vor, neue Erde und als ich die Gyne zum Umzug bewegte hatte sie wie geschrieben ca. 8-10 Milben. Nach einer Woche in dem neuen Behältnis waren es schon weniger. Mit blosem Auge kaum zu erkennen da sich die Tiere wirklich flink und ruckartig bewegen.


Aktuell nach dem Umzug sind die Milben deutlich zurück gegangen.


Also machte ich mit meiner Kamera ein Zeitlupenvideo im Supermakrobereich. Hm! Auch darauf erkannte man nur vereinzelt Milben. Also machte ich zu guter letzt Fotos. Die Gyne hatte wenig Probleme damit, sie spiegelte sich in der Linse und posierte gerne und es bereitete ihr keinen Stress.


Sie zeigte kein Fluchtverhalten, sondern lief der Kamera sogar langsam hinter her, wenn ich sie vorsichtig von ihr weg bewegte. Naja war auf alle Fälle sehr interessant. Aufgrund der guten visuellen Aufnahme und Verarbeitung der Tiere, schreibt man ihnen vom Verhalten her eine wesentlich höhere Intelligenz zu. Die Umwelt nehmen die Tiere wesentlich aktiver und aufschlussreicher war, was deren Verhalten stark beeinflusst.


So, nun hier die Fotos:


Etwas in Szene gerückt:


Es sind wirklich atemberaubend, schöne Tiere!


Eine Milbe erkennt man noch auf ein/zwei Fotos an der Gaster der Gyne, die im Augenbereich der Gyne sind vollkommen weg.


Ob die Gyne einen weiteren Gründungsversuch unternimmt ist fraglich. Aktuell nimmt sie das neue Nest nicht an und bewegt sich munter in der Box, ein schlechtes Zeichen!


Ich hoffe jedoch das Beste!


LG Imago



Post 3769 - 30.03.2010 06:21:09

Hallo Zusammen!


Also bei mir läuft es nicht besonders gut. Meine Gyne nimmt zwar Zuckerwasser und kleine Fliegen an, aber sie macht keine Anstalten sich in das RG zu setzen und Eier zu legen. Eventuell sind meine Haltungsbedingungen auch nicht so gut. Aber zur Zeit habe ich nicht die Möglichkeit daran etwas Grundlegendes zu ändern. Ich hoffe das ich das aber in naher Zukunft kann.
Milben konnte ich an meiner Gyne nicht beobachten, was ja aber nicht zu 100% ausschließt das sie nicht doch welche hat.


Ich halte euch auf dem laufenden!


LG, Mathias


P.S Hier mal noch ein Bild:



P.P.S. Ich sehe gerade das die Gyne doch zwei Eier hat, zoomt mal ins Bild, habe es gerade erst bei der Bearbeitung gesehen! Das Freut mich, nur blöd das sie das Außerhalb des RG´s macht!



Post 3770 - 30.03.2010 06:58:20

Ganz kurz, bietet ihnen andere Nester an, etwas morsches Holz aus dem Wald oder ein kleiner Moosballen oder ähnliches, worunter sie ein Nest bauen können. Wenn sie die Reagenzgläser nicht mögen, müsst Ihr versuchen, ihnen artgerechtere Nistmöglichkeiten zu bieten. Die wollen gründen, nur brauchen sie die Möglichkeit dazu! Gerade die von Mathias sieht richtig gut aus!
Also zur Not etwas ändern, nicht zu lange damit warten.


LG, Frank.



Post 3832 - 01.04.2010 17:05:37

Hallo,
ich würde gerne wissen, wie genau es bei euch mit der Brut aussieht. Bei mir hat die Königin immer mehr als sie verwerten kann in der Box aber aus fünf Eiern sind nur drei Larven geschlüpft. Was mich wirklich überrascht ist, dass sie keine weiteren Eier legt, sie hat nur diese Larven, die wachsen zwar auch schön aber sie zieht keine neue Brut auf. Mich würde interessieren ob das bei euch genau so ist, oder ob ich einen Fehler mache.


Hast du eigentlich schon die Sache mit dem Salz ausprobiert, Frank?



Post 3833 - 01.04.2010 17:35:01

Nee, hab ich net. Wollt ich zwar, aber es läuft ja ganz gut hier bei der kleinen Kolonie.
Apropos, drei Larven, das ist doch gut! Sieh Dir mal die Königin an, die ist verhältnismässig betrachtet sehr viel kleiner als eine Königin irgendeiner klaustral gründenden Art. Sie kann nicht sofort dutzende Arbeiterinnen auf einmal aufziehen wie zB. eine Camponotus-Königin. Also, ich wäre zufrieden mit drei Larven. Das ist ein guter Start.


LG, Frank.



Post 3835 - 01.04.2010 20:47:37

Ich habe der Königin nun 2 oder 3 Wochen mehr gegeben als sie realistischer Weise hätte verwerten können. Ich habe einige Fruchtfliegen-Zuchten komplett nur an sie verfüttert. Sie hat immer alles getötet was ich reingetan habe, was sie gefressen hat weiß ich nicht, es scheint als hätte sie Spass dabei gehabt.
Nun habe ich wegen meinem Geburtstag zwei Tage wenig Zeit gehabt. Ich habe sie einen Tag nicht gefüttert in dieser Zeit hat sie eine Larve gefressen! Also sind es nur noch zwei. Dieser eine Tag hat gereicht um sie so auszuhungern, dass sie es nötig fand ihre Nachkommen zu töten? Wachsen diese Larven so stark, dass sie ihre Vorräte nach einem Tag verbrauchen?!
Haben diese Ameisen eigentlich Vorräte? Ich habe einige male 30 Fruchtfliegen am Tag verfüttert (die größten nicht die kleinen hiesigen) und die hat sie an einem Tag getötet und ins Nest geschleppt. Was dann war habe ich nie beobachtet.
Ich würde einfach gerne wissen wie schnell der Stoffwechsel dieser Tiere ist.



Post 3837 - 02.04.2010 07:37:25

Hallo Zusammen!


Also ich habe mal bei meiner (eigentlich ist es ja gar nicht meine) das Reagenzglas raus genommen und zwei Stückchen Rinde hinein gelegt. Ich habe sie so rein gelegt das die Eier, deren 4-5 es nun sind, geschützt sind. Die Königin habe ich dann wie immer mit drei kleinen Fruchtfliegen gefüttert. Mehr nimmt sie bei mir nicht an. Den Rest muss ich dann immer wieder raus nehmen da es sonnst recht schnell schimmelt.
Die Königin hat fünf Minuten gebraucht um ihre Eier wieder zu finden, aber sie scheint damit zu Frieden zu sein wie es jetzt aussieht. Sie hat sich jetzt eine kleine Höhle gebaut. Mal sehen wie es sich nun entwickelt!


LG, Mathias



Post 3879 - 03.04.2010 07:50:05

Hallo!


Meine Gyne ist nun in eine Heimchenbox heimisch. Eigerichtet mit "normaler Erde" aus dem Garten, keine Blumenerde oder ähnliches. Außerdem habe ich Samen gestreut von meinem Messor Samenmix und ein Stück altes Holz hineingelegt. Abgedeckt ist die kleine Heimchenbox mit einem Glas, Gage, Aluleistendeckel. Dieser sorgt für Luftaustausch.


Nach drei Tagen zog die Gyne unter das Holz.
Füttern werde ich jetzt alle 2 Tage.


Die Temperatur liegt bei 25°C. Sollte in der nächsten Woche trotz guter Fütterung keine Eier hervorgebracht, werde ich die Temperatur erhöhen.


Ich habe sie entwas runtergeschraubt, da die Gyne sonst so viel Aktivität zeigt, ohne das sie Nahrung aufnimmt.


Warten wirs ab!


LG Imago



Post 3935 - 05.04.2010 11:30:52

Hallo Leute!


Leider habe ich große Probleme mit Schimmel, das ganze Behältnis schimmelt nun deutlich!
Ich muss da unbedingt wieder bei und das ändern und die Gyne umsetzen.


Wie sieht es bei euch aus mit der Schimmel Bildung? Wie haltet ihr euch den Schimmel vom Leib?


Gruß
Mathias



Post 3938 - 05.04.2010 15:40:03

Setz doch mal Springschwänze ein



Post 3940 - 05.04.2010 16:12:42

Ja, wenn da genügend Tierchen drin sind futtern die eigentlich den Schimmel recht schnell weg.


Grüße, Phil



Post 3945 - 05.04.2010 17:29:45

Hallo Leute!


Die Frage ist "Woher nehmen wenn nicht stehlen" :)


Weiß nicht wo ich die her nehmen soll, bei uns im Blumenkasten sind keine!


LG, Mathias



Post 3950 - 05.04.2010 17:53:41

In den Wald gehen und etwas Erde aussieben ;)


Grüße, Phil



Post 3952 - 05.04.2010 18:06:00

Hi Mathias!


Ich habe das Schimmelproblem erfolgreich mit diesem selbstgebauten Deckel in den Griff bekommen:


[mitte][/mitte]


Außerdem habe ich einen Körnermix ausgesäht. Die Pflanzen speichern die Flüssigkeit aus der Erde und regulieren die Luftfeuchtigkeit, welche jetzt wesenlich konstanter ist.


LG Imago



Post 4330 - 17.04.2010 21:30:17

Hallo,
ich habe eine Frage bezüglich dem Futterspektrum von Gigantiops.
Seit ich die Königin habe habe ich noch nie beobachtet, dass sie an einem Heimchen knabbert bzw sind die Heimchen so unangetastet geblieben wie sie reingekommen sind. Werden die Heimchen dann aber von Springschwänzen, von denen es in dem Becken viele gibt, angefressen, dann zeigt die Gigantiops Königin reges Interesse aber auch nur an den Springschwänzen.
Liegt dies nun daran, dass der Ameise das Heimchen zu groß ist, oder frisst sie nur lebendiges Futter?


Übrigens fütter ich die Königin sehr oft mit Spritze oder Pipette mit Zuckerwasser und muss sagen, dass sie garnicht scheu ist, wenn es um Futter geht. Sie springt oft auf die Pipette und saugt am daran hängenden Tropfen. Wenn man die Box öffnet, wenn sie nicht gerade in ihrem Nest ist, dann ist sie sehr neugierig und kommt schonmal zu einem hoch wenn man sie lässt. Ist dann aber etwas vorsichtiger wenn sie weiter oben in der Box sitzt. Also so feige wie sie alle hier beschreiben sind die Königinnen nicht finde ich.



Post 4332 - 18.04.2010 07:51:41

"Also so feige wie sie alle hier beschreiben sind die Königinnen nicht finde ich."
Wer schreibt denn sowas? Natürlich sind sie neugierig und das besonders, wenn sie hungrig sind. Zuckerwasser würde ich übrigens permanent anbieten.
Grillen werden schon angenommen, aber von einer Jungkönigin nur ganz kleine Junggrillen, frischtot. Am besten sind Drosophila als Futter, in einem kleinen Becken, in dem ich zur Zeit eine Jungkolonie aufziehe, lass ich ständig ein paar der Fliegen herumhüpfen.


LG, Frank.



Post 4677 - 29.04.2010 13:39:35

Hallo Leute!


Für mich endet nun schon das Abenteuer "Gigantiops" ..leider muss man sagen. Da es doch eine wirklich schöne Ameisenart ist!
Viel schlimmer ist ja eigentlich das die Gyne gar nicht für mich war sondern für den lieben *Claus*, die Enttäuschung war natürlich groß, auf beiden Seiten!


Die Gyne ist mir leider während meines Krankenhaus Aufenthalts gestorben. Ich wollte ihr eigentlich noch einmal frisches Wasser, kleine Fliegen und Zuckerwasser anbieten. Habe es aber in der Hektik vergessen, dummer Fehler. Naja wie dem auch sei, als ich dann wieder zurück kam war sie leider schon tot, wohl aus Wassermangel. Ich könnte mir die Haare raufen.


Mein Projekt ist hier nun leider Vorbei!


LG, Mathias



Post 4855 - 06.05.2010 18:21:40

Das tut mir sehr leid, Mathias.
Leider berichten oft nur die Halter, bei denen es suboptimal läuft oder es solche Unfälle gab. Das ist schade, weil es auch einige gut gedeihende Kolonien gibt. Eine davon ist meine Jungkolonie ;), die ziehen jetzt, mit erst etwa 20 Arbeiterinnen, bereits Jungköniginnen und sogar Männchen auf. Das scheint für die Art typisch zu sein, mehrere Halter berichteten mir von früh auftretenden Geschlechtstieren.
Naja, wie gesagt, sehr schade, Mathias, aber es gibt immer ein nächstes Mal.


LG, Frank.



Post 4886 - 07.05.2010 06:38:15

Hallo Frank!


Das es mit der Gyne nicht geklappt hat ist sehr schade, aber es lag eher an mangelnder Zeit als an ihr.
Wenn ich sie noch versorgt hätte wäre sie wohl noch am leben. Solche Dinge ärgern mich aber in dem Falle konnte ich nichts dafür hatte nur noch Tunnelblick auf meine OP, schlecht geschlafen und in Gedanken versunken habe ich sie schlicht vernachlässigt.
Ist sehr schade, hoffe da tut sich noch einmal die Möglichkeit auf, zumal die Gyne ja für unseren lieben Claus war!


@ Imago!


Beim nächsten mal wollte ich es auch anders machen, gute Idee das mit den Pflanzen! Das werde ich dann auch mal testen.


LG, Mathias



Post 5337 - 18.05.2010 15:16:39

Auch meine Gigantiops Königin ist unerwartet gestorben.
Eines Tages machte ich die Box auf um zu sprühen und war wiedermal erleichtert, denn es waren 2 Larven da und die Königin hatte zwei Tage zuvor wieder angefangen Eier zu legen.
Allerdings lag neben der sich immernoch bewegenden Brut die tote Königin.
Der Tod der Königin ist mir immernoch ein Rätsel, ich versuche mich aber damit zu vertrösten, nicht der einzige zu sein, dem diese sehr interessanten aber auch höchst empfindlichen Tiere eingehen.
Die Königin hatte immer Futter, sowhol Zucker als auch Bohnenkäfer und manchmal Fruchtfliegen, Schimmel konnte ich keinen entdecken und die Temperatur war stets konstant. Es scheint allerdings die Eigenart dieser Tiere zu sein, in der Gründung sehr empfindlich zu sein, so wie vieles an diesen Tieren eine Eigenart ist...



Post 27331 - 06.05.2014 19:29:05

Wann hat diese Art eigentlich ihren Schwarmflug und wie teuer ist diese Art?


Lg Rafael



Post 27336 - 06.05.2014 19:46:36

Wann hat diese Art eigentlich ihren Schwarmflug und wie teuer ist diese Art?


Hallo Rafael,


einen genauen Preis anzugeben ist natürlich nicht möglich, da Gigantiops nicht ständig und wie andere Arten auch zu unterschiedlichen Preisen angeboten werden. Es sind aber - und das denke ich auch zu Recht - nicht gerade günstige Exoten, die auch in der letzten Zeit noch für mindestens 200-300€ gehandelt wurden.


Von einer festen Schwarmflugszeit ist mir nichts bekannt; wie die meisten tropischen Arten (wo es ja nicht unsere Jahreszeiten zur Orientierung gibt) dürfte sich auch diese Art an die Regenzeit anpassen und zu diesem Zeitpunkt schwärmen. In der Haltung mag das aber wiederrum anders aussehen, da die natürlichen Bedingungen mit Regenzeit nicht synchron und exakt nachgeahmt werden können oder es zumindest meist nicht werden.


LG, Phillip



Post 27339 - 06.05.2014 21:07:21

Danke Phillip für die schnelle Antwort. Ich habe die Gigantiops bei Antstore bzw. Antdealer noch nie Angeboten gesehen. Scheint wohl auch für Händler nicht so einfach sein diese Art zu bekommen.


lg Rafael