Hallo Eusozialer,
ich plane derzeit die Einrichtung eines Beckens für eine Kolonie Cataglyphis. Dazu soll das alte Becken meiner C. substitutus (Maße (b/h/t): 80x50x35cm) dienen.
An die Frontscheibe soll ein 60x10x20cm (b/h/t)Block (rot) kommen, an die linke Seite dann entsprechend ein weiterer Block (grau) (35x10x20) und an die rechte Seite dann ein dritter Block (15x10x20cm) (grün), damit ich dahinter kein "Tal" habe, wollte ich eine PVC-Platte (gelb) (48x18cm)über die entstandene Lücke kleben.
Zur Verdeutlichung einmal eine Skizze (die allerdings von den Proportionen nicht ganz stimmt):
MIr ist klar, dass die Maße nicht exakt stimmen, da die Scheibe selbst ja auch noch ein wenig breit ist. Aber das ist in der Planung schon grundsätzlich bedacht.
Darüber hinaus ist eine Styroporrückwand (Maße von 80x20x4cm ) geplant, die mit Expodydharz und rotem Sand bestrichen werden soll. Das gleiche gilt für die PVC Platte.
In den YTONG wollte ich natürlich jeweils an der Scheibenseite Kammern kratzen, aber auch oben drauf, was ich dann mit Plexiglas abkleben wollte und evt. Holz oder Grasbüschel drüberlegen wollte. Über den Rest soll eine dünne Schicht Sand kommen, damit die Ameisen wenigstens ein wenig Gestaltungsmöglichkeiten haben.
Es soll dann also - ähnlich wie bei meinen Messor- eine Kombination aus liegendem und stehenden Nest werden, damit ich auch möglich effektiv den Platz nutzen kann.
Zur Umsetzung habe ich ein paar Fragen:
1. beim linken Block (grau in der Skizze) werde ich auf der Breite von 20cm ca. 1cm der Breite entfernen müssen, damit es passt. Irgendwelche Tipps, wie ich das möglichst passgenau hinbekomme?
2. den YTONG würde ich gerne rötlich einfärben. Sollte ich dazu lieber roten Sand, rotes Lehmpulver oder eine entsprechende Mischung nutzen? Wie trage ich die Mischung am besten auf und wieviel brauche ich dafür in etwa?
3. Sowohl die Styroporrückwand als auch die PVC-Verkleidung sollen mit Epoxydharz und rotem Sand bzw. Lehm eingestrichen werden. Würde der hier für das Projekt reichen? Würdet ihr Lehmpulver, Sand oder ein Gemisch (also quasi Frage 2) benutzen?
4. Seht ihr noch irgendwelche Probleme bei dem Projekt?
Hallo,hört sich gut an,jedoch finde ich die Größe etwas grenzwertig falls es das Endbecken wird .Da diese Art ja doch relativ grosse Kolonien hervorbringt und zu dem noch sehr agil bzw. viel unterwegs ist!?!mfg.
Hi, Holger.
Zu Punkt 1 : Ich verwende dazu meistens eine Stichsäge, und da das nicht immer Ganz gerade schneidet, Nehme ich dann Schleifpapier um es plan zu
bekommen.
Zu Punkt 2 : Ich würde dazu Roten Lehm benutzen, aber das Lehmpulver ist meistens eher Rotbraun, und sehr dunkel. Ich habe immer etwas Gips mit
dazugegeben, um ihn heller zu machen, und es hat den vorteil das nicht gleich alles so schnell aufgesogen wird. Wird zwar schnell hard,
aber man kann es soballt es Dickflüssiger wird Nachverdünnen. Ich habe immer Kammer für Kammer gemacht, und solange es noch feucht
war, Sand draufgestreut.
Zu Punkt 3 : Das habe ich auch vor. Ich würde dir aber zu diesem Raten http://www.ebay.de/itm/SONDERPREIS-1-6-kg-E45TM-Epoxidharz-Versiegelung-Terrarium-Aquarium-zahflussig-/251868974989?hash=item3aa48f8f8d:g:LyEAAOSwNSxU-gUi . Dieser ist Zähflüssig, und daher besser geeignet, da der Dünnflüssige dier von den Kanten zu schnell wegläuft, und dort keine richtige versigelung statfindet, und eventuel die Ameisen sich dort hinein fressen können. Berufsbedingt (Fahrzeuglackierer) kenne ich dieses material ganz gut. Ich würde dir empfehlen, erst einen dünnen anstrich zu machen ohne etwas anderes beizumischen. 20-30 Min anziehen lassen , und dann eine dicke schicht auftragen, auf die du dann Sand streust, Schön großzügig seien mit dem sand, alles was zuviel ist Fällt dann wieder ab. Wenn das ganze gertocknet ist, würde ich es Nach eigenem gefallen, mit verschiedenfabigen Lehmen einstreichen.
Aufkeinen fall würde ich Lehm oder Ähnliches in den Epoxidharz mischen, da er dann seine Härte verliert.
Punkt 4 : Hatte mal sowas Ähnliches gebaut, und mir sind die Ameisen in den Mittleren Hohlraum gezogen, Das lag daran das der Y-Tong unten bei der Silikonnaht Nicht ganz passig war. Würde daher vieleicht den unteren Rand beim Einsetzen Mit Silicon verkleben, oder den Y-Tong so zurechtschleiffen, das er genau mit der Naht im Becken Abschließt.
Hoffe ich konnte dir da etwas weiterhelfen.
LG Daniel
Hallo Daniel,
vielen Dank für die Hilfe!
Zum Sägen:
Ich habe leider keine Stichsäge, sondern mus sdas Ganze von Hand machen. Glaubst du, man könnte das "abschleifen", indem ich die Stelle an einem 20cm breiten Stück YTONG, was ich nicht mehr brauche, "reibe" bis es passt?
Zum Ton:
Wenn es etwas dunkler ist, kann ich damit leben. Es soll vor allem nicht mehr klinisch weiß wie im "Rohzustand" sein.
zum Epoxydharz:
Ist die große Menge wirklich notwendig? ich habe ein recht enges Budget (der Spaß soll nicht mehr als 50€ kosten...) eingeplant und 24€ ist schon echt viel.
Zur Silikonnaht:
Auf das Problem der passgenauigkeit bei der Silikonnaht bin ich auch beim C. substitutus-Becken gestoßen. Da habe ich die Naht aber einfach mit einem Cutter verkleinert, das ging dann. Ansonsten hatte ich in der Tat vor, einfach unten die Kante "abzuschrägen", sodass es davor passt. Dazu werde ich dann auch deinen Vorschlag umsetzen und den Stein hinten festkleben, das sieht man ja am Ende eh nicht mehr.
Hi Holger,
Nein die Menge dürfte bei deinem Becken nicht nötig seien. Das war nur das was Ich benötige
Dieses Sollte bei Dir völlig ausreichend seien http://www.ebay.de/itm/400-g-E45TM-Epoxidharz-Versiegelung-Terrarium-Aquarium-zahflussig-/251868747120?hash=item3aa48c1570:g:Oj0AAOSweW5U-dim
Und das Mit dem Schleifen geht eigendlich sehr gut. Mach dir an der seite eine Kennzeichnung, damit du nicht zu weit schleiffst. Zu empfehlen ist Schleifpapier mit 80ger Körnung, 60ger und 40ger ist zu grob, und es platzen oft die Kanten ab. Am besten geht es mit einem Exenter- oder Bandschleiffer, aber bei 1-3cm ist das auch mit der Hand schnell geschliffen. Nehme aber lieber ein Stück Dachlatte wo du das Schleifpapier rumwickelst, nur mit der Hand Schleift man dellen rein, und die Fläche ist ungleichmäßig.
LG Daniel
Gegen dellen hilft es, das Schleifpapier auf Ringen Ebenen Untergrund aufzuspannen und den Block gleichmäßig darüber zu schieben.
So haben wir früher mittels Glasplatte auch Zylinderköpfe Plan bekommen.
LG Franz
Hallo,
mal ein kleines Update aus der "Bastelecke":
Langsam aber sicher nimmt es Gestalt an. Das unglaublich staubige und nervige Schleifen (habe mir so einen "Halter" für das Schleifpapier gekauft, was ein Segen war) ist hinter mir und jetzt passen alle YTONG-Stücke in das Becken - sogar relativ genau.
Ich habe mich gegen die Horizontal-Vertikal-Nestvariante entschieden und die YTONG-Steine "aufgestellt". Es wird also eine Fläche von insg. 130x20cm zum Nest umfunktioniert werden. Ich freue mich schon rieeeesig aufs Auskratzen ;).
Der nächste Schritt ist der Bau der Kammern und das Bepinseln.
Die passende Platte und das Epoxydharz sind auch schon bestellt, ich bin mir noch nicht sicher, ob ich noch neues Silikon brauche, habe noch etwas "in meinem Vorrat" gefunden.
Wenn die Sachen da sind, wird das Becken nochmal richtig gereinigt, die Rückwand gebaut (passendes Styropor hatte ich glücklicherweise auch noch da) und die Platte eingesetzt sowie mit Sand und Epoxydharz beklebt. Danach kommt noch eine fingerdicke Schicht Sand-Lehmgemisch ins Becken und natürlich auch Dekoration. Um die Platte zu stützen, werde ich auch noch zwei kleine YTONG-"Säulen" einsetzen. Dann kann ich sicher auch Steine als Deko verwenden. Außerdem wollte ich alle Ritzen im YTONG mit Silikon beschmieren, damit die Ameisen möglichst nicht in den Hohlraum kommen (falls es doch passiert, habe ich eben Pech gehabt )
Ich halte euch auf dem Laufenden und Danke nochmal für all die Tipps!
Hallo Colophonius,
danke erstmal für diesen Bericht. Zum Auskratzen der Ytongsteine lohnt es sich diese etwas anzufeuchten, damit es leichter und staubfreier geht. Einfacher ist es, wenn man sogar vorher noch den Bohrer mit entsprechenden Aufsätzen ähnlich der Holzverarbeitung benutzt. Beim direkten Schaben mit so einem Schaberdingsbums musst du jedenfalls höllisch aufpassen, dass du nicht abrutschst und dir dicke Wunden in die Finger presst. Hatte selber mal nach 2h BohrKratzSchaberrei die Konzentration verloren und zack war das Ding blutrot. - Pausen einlegen!
gutes Gelingen!
Hey Alex,
danke für den Tipp. Ich habe selbst keine Bohrmaschine, daher wird hier alles noch mit Liebe und der Hand gemacht.
Zum Bearbeiten lege ich den YTONG meistens vorher ein bis zwei Stunden in die Badewanne, wenn er richtig schön nass ist, geht die Bearbeitung auch besser von Hand. Die Frontkammern sind auch schonmal grob fertig und werden noch - sobald der Stein wieder trocken ist - mit Sandpapier bearbeitet, damit sie schöner aussehen. Insgesamt habe ich gut eine Stunde daran gesessen.
Heute habe ich den Fernsehabend mit meiner Freundin dazu genutzt, den YTONG mit einem Lehmpulvergemisch (2 Tassen roter Lehm, 1/2 Tasse weißer Lehm)vollzupinseln. Ich denke, dass es nach dem Trocknen noch ein wenig heller sein wird, aber auch so gefällt es mir schon wirklich gut.
Morgen kommt vermutlich das Epoxyd-Harz an, dann geht es an den Bau der Rückwand und sobald auch die Platte da ist, kann ich das Becken vervollständigen. Bisher läuft alles ziemlich nach Plan, was für mich bei handwerklichen Angelegenheiten wirklich was Neues ist.
Die Holgers in diesem Forum sind echte Bastel-talente.
Noch ein kleines Update, bis die Tage dann hoffentlich die Bilder des fertigen Beckens folgen:
Heute kam sowohl das Harz als auch die Bodenplatte. Daher habe ich heute die Rückwand gebaut und die Bodenplatte mit Sand beklebt (damit man kein hässliches Weiß am Boden sieht, wenn die Ameisen den Sand umschichten). Beides trocknet gerade und morgen wird dann nochmal die Rückwand ausgebessert, eher ich alles ins Becken setze.
Damit die Bodenplatte schön stabil im Becken liegt, habe ich sieben Säulen aus YTONG gesbastlet und als Stützpfeiler eingesetzt.
Ich bin schon sehr gespannt, wie alles am Ende aussehen wird!
So,
nach langer, mühevoller Arbeit ist endlich das Becken so gut wie fertig und kann gezeigt werden.
Es hat wirklich fast alles hervorragend geklappt, nur mit der Rückwand bin ich nicht 100% zufrieden, sondern nur so ca. 95%, da es ein paar helle Stellen gibt. Die Arbeit mit dem Epodxyd fiel mir auch nicht ganz leicht, muss ich gestehen und da ich kein Aceton hatte, kann ich den verwendeten Pinsel jetzt als Hammer benutzen (was aber nicht dramatisch ist).
Aber genug der Worte, hier die versprochenen Fotos:
Hier seht ihr die YTONG-Säulen und den Rohentwurf der Rückwand.
Hier ist die Platte, die ich mit Sand beklebt habe, damit ich keine weißen Flecken im Becken habe, wenn die Ameisen buddeln wollen.
Das Becken mit Rückwand, dadurch dass ich mit Blitz fotografiert habe, wirkt es so, als seien im YTONG sehr viele weiße Flecken. Ist aber mit dem Auge weitaus weniger auffällig. Leider macht meine Cam das Helligkeitsgefälle ohne Blitz nicht mit.
Ein wenig Deko gibt es auch schon, es sollen noch zwei getrocknete Grasbüschel folgen, die links und rechts der Rückwand "eingepflanzt" werden.
Rechts:
Hier sieht man auch, dass ich den Deckel mit alufolienummantelten Styropor beklebt habe, damit die Heizwirkung der Aquarienlampen stärker wird.
Und links:
Das gesamte Nest hat in etwa die Maße von 140x20cm, die Kammern sind im Schnitt etwa 2cm tief. Es sollte also einer großen Kolonie ziemlich viel Platz bieten.
Jetzt muss noch das Epoxyd gut ausgasen und dann fehlen nur noch die Ameisen!
An dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön an alle, die mit ihren Ratschlägen geholfen haben!