Lasius fuliginosus


Post 43388 - 10.08.2018 11:56:53

Hallo, ich halte nun seit ein paar Monaten erfolgreich eine Lasius fuliginosus Kolonie mit 2 stark und über 600 (bald 700 laut Brut).


Ich wollte zuerst keinen Haltungsbericht machen, da ich dachte ach es wird schon wieder nichts und dies ist schon mein mind. 6. Versuch diese Art erfolgreich zu halten.
Davor hatte ich sehr viel ausprobiert, Lasius flavus puppen dazu geben, Lasius flavus , Lasius niger Puppen, Lasius fuliginosus Arbeiterinnen zur adoption, Lasius niger Arbeiterinnen, nichts funktionierte.
Am erfolgreichsten waren meine die Lasius niger Arbeiterinnen bekamen, welche zuvor mindestens 1 Woche ohne Brut und separat gehalten wurden und somit einen schwachen Geruch hatten.
Das Problem bei diesen Königinnen war aber immer, dass sich die Brut nicht gut entwickelte manchmal überhaupt nichts schlüpfte oder nur einzelne Arbeiterinnen und ich vermutetet das Lasius niger die Brut töteten. Ich vermute folgendes passiert in der Natur bei erfolgreich gegründeten Lasius fuliginosus Kolonien und ich testete das in der Haltung aus: Eine Lasius fuliginosus findet ein Lasius platythorax (schwarze Wald-Lasius, welche im Totholz leben und oft falsch als Lasius niger bestimmt werden) die um die tausend Arbeiterinnen groß ist und fängt an Eier zu legen. Aus den Eiern entsteht haufenweise Brut, da es sich schon um eine viel größere Kolonie handelt kommen die Arbeiterinnen beim Brut töten nicht hinterher und können das Massenschlüpfen nicht verhindern, da die Brutmenge so riesig ist, dass schon bald die Kolonie mit haufen Lasius fuliginosus Arbeiterinnen unterwandert ist. Irgendwann ist der Geruch so stark, dass die Lasius platythorax freiwillig das Nest verlassen und sterben.


Dieses Jahr machte ich also folgenden Versuch: Ich besorgte mir ca. 70 Arbeiterinnen von Lasius niger aus unserem Garten und hielt diese in einem Reagenzglas für 2 Wochen. Danach ging ich in den Wald und besorgte mir ein paar Lasius fuliginosus Königinnen, davon wurden 2 erfolgreich adoptiert. Nun überlegte ich wie ich es hinbekommen könnte einen extremem Lasius fuliginosus boost hinzubekommen, so dass die Lasius niger Arbeiterinnen denen nichts anhaben können oder die Puppen zu früh aufbrechen. Ich ging also in den Wald zu einer von 3 Kolonien die ich bei Baumstümpfen entdeckt hatte und broch das Nest ein wenig auf. Ich entfernte dabei etwa 300 Puppen von Lasius fuliginosus und gab diese meiner 70 Arbeiterinnen großen Kolonie. Neben den Puppen gab es auch einige noch graue frisch geschlüpfte Arbeiterinnen welche teilweise adoptiert wurden. Nach wenigen Wochen schlüpften über 200 Arbeiterinnen.


Also die beste Methode war doch mein Gedanke den ich schon lange hatte: eine riesige Menge Brut auf einer kleineren Menge Lasius niger. Ist ja natürlich auch unlogisch warum eine Lasius fuliginosus in der Natur bei einer nur 50-100 Arbeiterinnen großen Kolonie sozial-parasitisch gründen würde, dass machen ja nur wir Halter, indem wir eine so kleine Menge der Arbeiterinnen den Königinnen anbieten.


Nun zu der Nestform: Ich hörte mich um und suchte im Netz nach Leuten, die eine Lasius fuliginosus Kolonie die größer war schonmal längerfristig gehalten hatten oder dies noch tun und in welcher Nestform das war/ist. Ich fand leider extrem wenig Infos, da es kaum Halter gab die diese Art längerfristig und auch mit größerer Arbeiterinnenzahl(mind. 1000+) gehalten hatten.
Ich stolperte dann zufällig auf einen Plastik Eimer beim Putzen und mir kam eine geniale Idee von dem Ort von dem ich die Puppen hatte. Das Nest war ja in einem Baumstumpf und teilweise in der Erde, dann kam mir der Gedanke einen richtig dicken nicht zu morschen Ast im Wald zu suchen und diesen in den Eimer zu stecken und wie eine (Bloß in Zylinderform) außen herum mit Erde zu füllen. Nach einigen Tagen zog dann sogar die Kolonie ein und hatte sich vergraben und man sah einige Kammern von außen durch das Plastik. Am Anfang hatte meine Kolonie noch Lasius niger Arbeiterinnen mittlerweile fand ich keine mehr, bis auf ein paar Tote in den Ecken vom . Ob es an dem zunehmenden Duft lag oder diese von den Lasius fuliginosus Arbeiterinnen getöteten wurden bleibt ein großes Mysterium.


Hier mal ein Bild zu dem Nest:


Lasius fuliginosus ist außerdem echt mega gut im Rekrutieren und bildet tolle lange Straßen und verzehrt echt alles mega schnell, selbst wenn es noch lebt.
Hier mal ein Foto wie meine Kolonie eine Sub-adulte argentinische Schabe verspeist:



Hier kann diskutiert werden:
Lasius fuliginosus - Diskussion


Mit freundlichen Grüßen


Marcel