Saubere Zuckertränke.


Post 4148 - 12.04.2010 16:54:01

Viele Arten verschmutzen die bereitgestellten Zucker- oder Wassertränke mit Sand oder Substrat. Der Zucker gerinnt dann, wird für die Ameisen unbrauchbar und grosse Kolonien mit hohen Kohlehydratbedarf beginnen zu hungern, wenn der Halter die Tränken nicht täglich wechselt und überprüft.
Auch die gemeinhin als kletterfaul geltenden Cataglyphis klettern mehr und öfter, als man denkt. Im Freiland beobachtete ich diese Ameisen beim Erklettern niedriger Blütenpflanzen, wo sie Nektar sammelten. Es ist also für sie "normal" und gehört zum Verhaltensrepertoire, niedrige Vegetation zu erklimmen und dort nach Blüten und deren süssen Nektar zu suchen. Eigentlich ist dies die einzige Möglichkeit für diese Ameisen, an Kohlehydrate heran zu kommen. Mit der Kultivierung von Blattläusen geben sich diese Ameisen nicht ab..;)
Leider graben diese Ameisen wie viele andere Arten gut, ausdauernd und gerne, was zur Folge hat, dass sie das bewegte Erdreich auch gerne in offene "Wasserflächen" wie Wassertränken oder Zuckertränken ablegen, um diese "trockenzulegen". Um dem vorzubeugen, benutze ich Zuckertränken, die ich in niedriges Zweigwerk im Terrarium hänge. Glücklicherweise sind diese Ameisen zu faul, den Sand auch noch kletternd nach oben zu tragen, um ihn hier, den liebevollen Halter ärgernd :tapping::D , wiederrum in die Zuckertränke abzulegen. Auf diese Weise sind die Ameisen, die mit Graben und Scharren beschäftigt sind, nicht mit dem Zucker konfrontiert und kommen auch nicht auf dumme Ideen. Andere Ameisen, die mit dem Transport und Finden von Kohlehydraten beschäftigt sind und im Zweigwerk klettern, graben nicht. Sie finden die Tränke, erlernen deren Standort, nutzen sie und die Tränke bleibt sauber.
Zwei Bilder der sehr einfachen Tränke, gebastelt aus einem Plastikreagenzglas und den Deckel eines Getränkekartons. So ein Reagenzglas süffelt diese Kolonie übrigens in drei bis vier Tagen leer. Solange und etwas länger bleibt der Zucker auch in jedem Fall frisch und geniessbar. Das ist also wirklich eine einfache Sache, sicher auch bei anderen Arten anwendbar und eine zuverlässige Langzeitnahrungsquelle, abhänigig von der Grösse der Kolonie, der Tiere und der Tränke.



Naja, hier noch ein Foto eines Tieres... :love:



LG, Frank.



Post 4156 - 12.04.2010 18:23:31

Schöner Bericht, hast du vielleicht ne Bauanleitung zu so ner Tränke?
LG



Post 4157 - 12.04.2010 18:31:00

Hallo Frank,


alter Cataglyphis Fan.....


Ich nutze für solche Futterstellen die Plastikvogeltränken aus dem Handel. Klappt auch bestens.
Ich habe bei Deiner Reagenzglasmethode Angst wegen der Instabilität.


Oder ist die Tränke standfest ?


Gruß aus Koblenz


Fred



Post 4159 - 12.04.2010 18:38:33

Na die hängt mit 'nem Stück Draht in Geäst, Fred. Ist auch ausreichend stabil, der Deckel klemmt fest am Reagenzglas. Aber klar, auch die Vogeltränken sind gut, nur etwas gross für Ameisen. Gehen aber auch, für Wasser benutze ich auch eine.
Die Art der Tränke ist eigtl. auch gar nicht so wichtig, das Problem ist eher die dauernde Verschmutzung der Futterstelle bzw. die Vermeidung dessen bei grabenen Ameisen. Dem kann man vorbeugen, indem man eine Tränke benutzt und diese etwas höher installiert. Ich hab das nur mal versucht zu schildern, weil ein Halter mich fragte und nicht so recht wusste, wie er das Problem lösen kann.
He Tim, das erklärt sich doch von selbst...:)


LG, Frank.



Post 4185 - 13.04.2010 13:04:00

Ja, habs jetzt gescheckt und auch eine gebaut :hammer: