Zu den Gigantiops wurde schon einiges geschrieben, von mir und von anderen Haltern. Um aber etwas Ordnung in das Ganze zu bringen, will ich mit dieser kleinen Kolonie einen neuen Bericht starten.
Zwar wurde über die Kolonie an anderer Stelle bereits berichtet, doch nun wird es Zeit, dieser Kolonie einen gebührenden Platz auch im Internet einzuräumen. Bis vor einiger Zeit hielt ich die Kolonie in einen kleinen, behelfsmässigen Terrarium, in dem sie leidlich gedieh. Nun halte ich diese Kolonie in einem grösseren Terrarium, einen Meterbecken, das tropisch gestaltet ist.
Nochmal kurz zur Geschichte dieser Kolonie. Die Königin stammt aus meiner damaligen Gigantiopszucht, ihre Begattung fand im April des Jahres 2009 statt. Diese Königin zog einigermassen zügig wie auch andere erste Arbeiterinnen auf. So richtig konnte ihre Kolonie bisher jedoch nicht wachsen, einfach, weil die Haltung sehr einfach und die Versorgung eher spartanisch war. Einige Arbeiterinnen verstarben früh, wohl infolge der Haltungsbedingungen. Die ersten Monate verbrachten die ersten Tiere in einer Plastikbox, später bezogen sie das kleine o.e. Terrarium.
Diese Kolonie ist die letzte aus meiner ersten, mehrjährigen Gigantiopszucht aus der früheren grossen Mutterkolonie, neben ihr gibt es bei einigen wenigen Haltern weitere gedeihende Kolonien. Die meisten der abgegebenen Kolonien gingen jedoch leider bei den Haltern zugrunde, ebenso wie die meisten der bei der Abgabe noch alleinlebenden, gründenden Königinnen. Alle Kolonien und Jungköniginnen, die von mir direkt an Privathalter gingen, wurden verschenkt.
Die Kolonie, aus der ursprünglich die Zucht hervorging, war eine wildgefangene Kolonie aus Frz. Guayana. Diese Kolonie ging mittlerweile zugrunde, die Königin war im Alter von etwa 6 Jahren verstorben und die letzten Tiere der Kolonie starben im Mai diesen Jahres.
Diese junge Kolonie wird nun, wenn alles gut geht, eine neue Dynastie begründen. Ich werde versuchen, aus diesen Zuchttieren heraus neue sich reproduzierende Generationen zu ziehen. Es wird natürlich spannend sein, ob diese dann wiederum in Inzucht begatteten Königinnen es wenigstens zum Teil fertigbringen, ordentliche Kolonien zu gründen.
Dies gelang ja zumindest bei der ersten gezüchteten Generation. Etwa 30 % der jungen Königinnen waren fähig, hier bei mir Arbeiterinnen aufzuziehen. Natürlich konnte ich nicht allen Platz und Möglichkeiten einräumen, richtige Kolonien zu gründen. Diese Ameisen kann man leider nicht dauerhaft in Reagenzgläsern unterbringen, sie brauchen etwas Auslauf und trop. Bedingungen sowie optimale Versorgung.
Wenn man also von etwa 30 % ausgeht, so sind das natürlich Werte, die im Freiland nie erreicht werden können. Hier werden allenfalls etwa 1 % der gründenden Jungköniginnen Erfolg haben. Denn natürlich sind die Tiere hier anderen Gefahren ausgesetzt, sie gründen ja offenbar semiclaustral und jeder Ausflug zum Nahrungserwerb birgt erhebliche Gefahren.
Bei meinen Versuchen erschien es mir jedoch so, als ob bestenfalls, also unter wirklich guten, geschützten Bedingungen, wie sie in der Gefangenschaft herschen, es trotzdem maximal diese vllt. 30 % schaffen. Die Königinnen wurden dunkel und warm, mit ständiger Eiweiss- und Proteinversorgung gehalten. Trotzdem schienen einige wenige völlig zu versagen, andere gründeten sehr langsam, zogen nur wenig Brut auf, einige jedoch gründeten hervorragend, nutzten die Möglichkeiten optimal.
Vor Jahren erhielt ich zwei Jungköniginnen, begattet und wildgefangen in Frz. Guayana. Beiden gelang die Gründung in meiner Haltung nicht, sie legten Eier, aus denen nichts schlüpfte. Ihr Verhalten war völlig normal, sie bauten und bezogen ein Nest, legten Eier, erjagten Beute. Ihnen gelang aber nicht die Aufzucht eigener Arbeiterinnen. Das waren wildgefangenen Tiere, also in jedem Fall nicht in Inzucht begattet.
Inzucht scheint nicht das wichtigste Problem zu sein bei Schwierigkeiten bei der Gründung und Jungenaufzucht. Offenbar, mir erschien es zumindest so, spielt individuelle Anlage und „Talent" der Tiere eine noch viel grössere Rolle.
Meine kleine Kolonie bewohnt nun einen Teil des alten Gigantiops-Nestes. Bilder desselben mit der alten Mutterkolonie dürften im Ameisenforum in meinen alten Berichten zu sehen sein.
Seit die Kolonie das grössere Becken bewohnt, in dem ich ständig Taufliegen anbieten kann, wächst sie sehr gut. Es gibt nun bereits einiges mehr an Brutstadien als beim Einzug vor einer Woche.
Soweit für heute.
LG, Frank.
Fotos der kleinen Kolonie. Die Kolonie hat schon jetzt zwei Jungköniginnen aufgezogen, das haben diese Ameisen bei mir immer wieder getan. Eine der gründenden Jungköniginnen hatte sogar als erstes eine winzige, geflügelte Jungkönigin aufgezogen.
Wahrscheinlich beteiligen sich bei dieser Art auch im Freiland bereits junge, noch kleine Kolonien auf diese Weise an der Fortpflanzung und ziehen bereits im ersten Jahr mit den ersten Arbeiterinnen oder nach ihnen erste Geschlechtstiere auf. Gerhard Kalytta berichtete mir, dass er im Freiland kleine Kolonie fand neben manchmal recht grossen. Es gibt königinnenlose Kolonie, Zweignester und daneben grosse Kolonien mit recht zentralen Nestern, oft in der Nähe von Paraponera-Nestern.
So, jetzt aber wie versprochen die Bilder der kleinen Kolonie dieser schönen Ameise. Man sieht bei genauen Hinschauen, dass einer der beiden Jungköniginnen die Flügel entfernt wurden.
Leider sind die Bilder etwas gross und nicht alle sind sehr scharf. Das ändert sich beim nächsten Mal..:)
LG, Frank.
Hallo Frank!
Schön mal wieder was von deinen Gigantiops zu lesen und vor allem zu sehen!
Wie es aussieht bist du mit der Kolonie aus dem gröbsten raus, ich hoffe du wirst mit der Kolonie auch einige Jahre glücklich sein.
Zumindest ist es wohl eine Eigenheit dieser Art das sie so früh schon mit Geschlechtstier Produktion beginnen. Ist mir zumindest recht Unbekannt das es andere Arten gibt die schon im ersten Jahr Geschlechtstiere aufziehen. Die Ameisenhaltung gibt ein doch immer wieder spannende Einblicke in die Welt dieser kleinen Wunder.
LG, Mathias
Hallo Mathias, ja, ich bin auch sehr froh, dass ich diese kleine Kolonie seinerzeit dann doch hier behalten habe. Ich stünde ohne sie jetzt ohne Gigantiops da.
Die Art ist im Freiland ihrer Heimat zwar nicht selten, aber leider auch sehr schwer zu zu fangen und die Wildtiere sind beim Einfangen wohl sehr verängstigt, bringen sich dann voller Angst gegenseitig um. Es genügt, wenn eine der Ameisen in Panik gerät und Gift verspritzt, sofort geraten andere Tiere ebenfalls in Panik und spritzen Gift. Alle Tiere sterben so wohl oft schon beim Einfangen oder Sammeln, wie mir Gerhard Kalytta mehrmals berichtete.
Erstaunlicherweise reagieren diese Tiere, die ich hier seit langem in Gefangenschaft halte, bei all meinen Eingriffen und Manipulationen sehr ruhig und zeigen selten Angst. Sie sind wohl, auch wenn das unwahrscheinlich klingt, an Eingriffe usw. gewöhnt. Immerhin lebten gerade diese hier lange Zeit in einer kleinen Plastikbox. Aber auch andere Kolonien wie die Mutterkolonie liessen sich recht gut umsetzen oder in anderer Weise "behandeln", es kam nie zu Panik bei eingesammelten Tieren.
Der kleinen Gigantiops-Kolonie geht es nach wie vor sehr gut. Sie versorgen sich sozusagen selbst, jagen Taufliegen. Aber auch das Terrarium wächst sich langsam ein, selbst kleine Orchideen blühen, was mich sehr freut. Es gibt weitere blühende Pflanzen, Bilder kommen demnächst. Die Moose wachsen, ebenso kleine Farne, Tillandsien und kleine Palmen, alles läuft gut, wenn man bedenkt, dass das Terrarium vor etwa vier Wochen eingerichtet wurde.
Ein Nebler sorgt zweimal am Tage für eine hohe LF, insgesamt vier starke Leuchtstoffröhren scheinen den Lichtbedarf der Pflanzen decken zu können. Natürlich gibt es einen Wasserlauf, der das gesamte Wasser im Becken umwälzt. Das gesamte Becken ist wie immer bei mir eine Hydrokultur.
LG, Frank.
Bilder der kleinen Kolonie. Ich glaube, es ist zu sehen, dass es weiter voran geht bei ihnen.
Alles, was ich im Terrarium anbiete, wird genutzt. Natürlich der Zucker, ebenfalls die Taufliegen. Ab und zu erschlage ich eine allzu freche Stubenfliege, wenn ich diese vor den Nesteingang drapiere, wird sie sofort hineingezogen.
Interessanterweise nutzen die Gigantiops wie auch andere Ameisen regelmässig die Bananen- und Apfelstückchen, die ich für die Taufliegen ausgelegt habe. Frische Obststückchen werden dann beleckt. Vitamine..:)!
Jetzt einige Fotos des Lebensraumes. Langsam wächst alles sehr schön ein. Anfangs gab es unter den Gigantiops Verluste, zwei der Gigantiops ertranken leider. Dann passierte das zum Glück nie wieder, die Tiere sind vorsichtiger und verzichten auf riskante Sprünge oberhalb des Teiches. Zwei der Pflanzen blühen, das freut mich sehr. Moose, Tillandsien und Farne wachsen. Bei den Farnen handelt es sich um kleine einheimische Arten, die hier an der Mosel an schattigen Stellen der Weinberge und Trockenmauern wachsen. Ich hätte nicht geglaubt, dass sie so lange im trop. Terrarium gedeihen, aber zwei von ihnen pflege ich schon seit fast einem Jahr, sie lebten schon im kleineren Vorläuferterrarium.
Neben den Gigantiops leben zur Zeit hier verschiedene Temnothorax- und Leptothorax-Arten. Leptothorax mit seinen Duloten Harpagoxenus, die brachte mir der Phil mit, vielen Dank nochmal. Man sieht an einigen Stellen den Aushub der holzbewohnenden Arten, feine Holzspänchen unter ihren Nesteingängen.
Auch wenn kleine Ameisen durchaus von den Gigantiops als Beute angesehen werden, ist hier das Zusammenleben ohne Konflikte. Die relativ gut gepanzerten kleinen Leptothorax und Temnothorax sind einfach zu "unverdaulich".
LG, Frank.
Hallo Frank,
schöne Bilder! Vor Allem eine schöne Zwerorchidee die Du da hast.
Vermutlich eine Stelis-Art.
Wenn es dich interessiert, um welche Art es sich handelt, kannst Du mal hier nachschauen:
http://www.pleurothallids.com/index.php?option=com_content&view=article&id=157:stelis&catid=39:currently-recognized-genera&Itemid=58
LG, Heiko
Danke Heiko.
Die Schöne wuchs wie auch einige andere trop. Pflanzen, die ich hatte und habe, aus etwas Regenwaldbodenstreu, den ich mal von Gerhard Kalytta erhielt. Es was erstaunlich, wieviele Pflanzen daraus wuchsen, u.a. etliche grosse Farne verschiedener Arten, ich ich noch in der Biosphäre kultivierte, Bromelien und eben diese Orchideen.
LG, Frank.
Schön nochmal was von diesen bezaubernden Ameisen zu hören und toll das du eine Kolonie durchbekommen hast.
Ich hoffe, sie entwickeln sich weiterhin so positiv und dass du noch viel Freude an ihnen hast.
LG
Sehr schöner Bericht
Schöne Ameisen. Kannte diese Gattung bis eben noch garnicht.
Weißt du zufällig, wie alt diese Königinnen in der Natur werden?
Lg
Georg
P.S. Mein erster Post hier
Hallo Frank!
Mann kann dir nur Gratulieren, es sieht ja wirklich gut aus. Auch das Becken das nun langsam wieder „Verwildert” sieht einfach Klasse aus.
Ich wünsche weiterhin viel Erfolg.
@Georg
Willkommen im Forum
Danke Mathias und Sobek.
Hey Sobek, ich freu mich sehr, mal wieder von Dir zu hören. Bist ja schon viele Jahre dabei, aber ich hab leider lange nichts von Dir gehört oder gelesen.
Ich schätze mal, dass die Königinnen maximal etwa vier bis sechs Jahre alt werden. Dieses Alter ungefähr erreichte die Königin der Mutterkolonie, die Anfang diesen Jahres verstarb. Die war ein wildgefangenes Tier, man kann also nicht mit letzter Sicherheit sagen, wie alt sie bereits war, als sie eingesammelt wurde.
LG, Frank.
Die Kolonie nimmt weiterhin eine gute Entwicklung, es geht stetig bergauf. Das Ganze aber nicht allzu schnell, die Art hat eine recht lang andauernde Brutentwicklung.
Meine Gigantiops sind rechte Drosophila-Junkies, die Drosophila werden in grossen Mengen erbeutet und weggefuttert. Die kleinen Fliegen scheinen prächtig ins Beuteschema zu passen, gibt es welche im Terrarium, sehe ich die Gigantiops ausschliesslich nach diesen jagen.
Die Jungköniginnen bleiben im Nest, sie befassen sich hier mit der Brutpflege. Möglicherweise sind sie längst zu Arbeiterinnen im Innendienst degradiert und vielleicht aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters nicht mehr begattungsfähig. Für Formicinen scheint mir das fast einzigartig zu sein, dass voll ausgebildete, normale und geflügelte Jungköniginnen im Mutternest bleiben, sich teilweise entflügeln und zu funktionellen Arbeiterinnen werden. Zumindest wüsste ich auf Anhieb keine weitere Art, bei der Jungköniginnen auf diese Art der Möglichkeit entsagen, selbst eine Kolonie zu gründen.
Bei Myrmicinen gibt es viele Beispiele und Arten, bei denen es geschehen kann, dass Jungköniginnen im Mutternest bleiben und hier oder auch im Aussendienst Arbeiterinnenaufgaben für den Rest ihres Lebens übernehmen. Die Ursachen können verschieden sein, einige sind bei manchen Myrmicinen bekannt.
Hier mal wieder einige Bilder der schönen Ameisen. Einige sind etwas unscharf, aber es ist einfach faszinierend, von den Ameisen angeschaut zu werden. Sie fixieren den Beobachter mit ihren grossen Augen...
Ich staune immer wieder selbst, wie einfach und anspruchslos diese Kolonie eigentlich in der Haltung ist. Sie gedieh auch recht gut im viel kleineren Vorläuferterrarium. Die Ansprüche der Art sind nicht allzu gross. Besonders traurig dabei, dass es so viele Jungkolonien und Jungköniginnen leider nicht geschafft haben in der Haltung anderer Halter und auch bei mir. Diese Kolonie nun macht im Moment überhaupt keine Probleme.
Wichtig scheint mir zu sein, dass die Tiere ein tropisches Umfeld haben und etwas Auslauf in tropischen, pflanzen- und abwechslungsreichen Umfeld, in dem sie jagen können und sich anderen arttypischen Betätigungen wie den Sammeln und Eintragen von Baumaterial widmen können. Das trifft insbesondere auf die jungen Kolonien zu, einzelne, gründende Jungköniginnen waren unter solchen naturnahen Bedingungen in Gefangenschaft leider nie erfolgreich.
LG, Frank.
Hallo Frank,
danke für die tollen Bilder. Die machen sich wirklich richtig gut, und das Terrarium, welches ich ja schon live gesehen habe, ist wirklich wundervoll, die Gigantiops passen so richtig gut da rein, und es scheint ihnen ja sehr dort zu gefallen.
Vielleicht warten Deine Jungköniginnen nur auf die passenden Männer? Kleiner Scherz. Sind wirklich einzigartig, die Gigantiops.
Grüße, Phil
Ja, das sind sie, Phil. Du weisst ja, dass ich Ameisen und andere sozialen Insekten sehr mag, vllt. steht mir diese Zuneigung manchmal im Weg und lässt mich Dinge bei ihnen sehen , die ein kalter, objektiver und neutraler Beobachter so nicht sehen würde.
Aber bei aller Begeisterung für die sozialen Insekten, gerade diese Ameisen sind sozusagen die Krönung all dessen. Zumindest für mich. Jedesmal, wenn ich mich an das Terrarium setze und sie beobachte, überraschen sie mich aufs Neue.
Bei all ihrer Unscheinbarkeit, ihrer grauschwarzen Färbung, ihrer nur mittleren Körpergrösse verfügen diese Ameisen über spektakuläre Sinne und einzigartige Verhaltensweisen.
Als ich die Tiere zum ersten Mal vor etwa 6 oder 7 Jahren bei Gerhard Kalytta sah, war es um mich geschehen. Umso trauriger und niederschmetternder war, dass die ersten Jungköniginnen, das waren Wildfänge aus Frz.Guayana, die Koloniegründung in Gefangenschaft einfach nicht schafften.
Nun aber läuft es zum Glück seit Jahren recht gut mit dieser Art und ich bin wirklich glücklich, diese Art hier zu haben.
LG, Frank.
Hallo Frank,
ich bin begeistert von deinen Bildern und deiner langjährigen erfolgreichen Haltung dieser Art.
Tolle Art und ich kann deine Faszination verstehen.
lg
roger
Hey Frank,
verzeih, bin gerade nicht mehr so aufnahmefähig und hab nicht alles gelesen. Was für ein Material ist das da im Nest? Ein eingefärbter Ytong? Sieht spitze aus!
Gruß & Nacht
Danke Roger.
Raimund, das ist Kunststoff. Uraltes Material, das war ursprünglich so etwas wie ein Surfbrett oder irgendein ähnliches Badespielzeug. Fand ich im Schuppen, der zu meiner früheren Wohnung gehörte. Das Zeug ist etwas biegsam, nicht sehr hart, dabei aber trotzdem fest. So kann man nette Nester draus anfertigen, die sich sehr schön an die Glasscheibe pressen lassen. Ich verwende es schon seit Jahren für diese Art, schon die frühere, sehr grosses Gigantiops-Kolonie bewohnte ein Nest aus dem Material. Bilder von der Kolonie und ihrem Nest gibt es im AF.
LG, Frank.
Auch so ein relativ kleines Terrarium kann sich zu einen Lebensraum auswachsen. Die Pflanzen haben sich offenbar eingelebt, Moose gedeihen, eine blühende Pflanze (Männertreu), die irgendwie bei der Einrichtung mit rein geriet, breitet sich langsam aus und blüht fleissig.
Mittlerweile hat sich trotz der ständigen Nachstellungen durch die Gigantiops fast eine stabile Population von Drosophila gebildet, die Fliegen haben ein aufrecht stehendes Stück einer Banane regelrecht "versaftet" und balzen darauf eifrig..:).
Die Gigantiops vermehren sich weiter recht gut, leider ziehen die Mädels neben Arbeiterinnen immer wieder junge Königinnen auf, wohl eine Folge des reichlichen Eiweissangebotes.
Einige neue Fotos. Die ersten drei zeigen das Terrarium. Auf dem letzten sieht man eine Arbeiterin, die mit stoischer Geduld ständig den Nesteingang von innen bewacht. Der Nesteingang wird auf diese Weise ständig überwacht, bei grösseren Kolonien werden später alle Nesteingänge ständig bewacht.
LG, Frank.
Und wieder tolle Bilder und schöne Einblicke von Deinem Terrarium, gefällt mir richtig gut.
Mach weiter so und natürlich drück ich Dir die Daumen dass es weiterhin alles so gut läuft.
LG
Holger
Dankeschön, Holger.
Ich hoffe natürlich, dass es mit den Hübschen weitergeht und bin guter Dinge, aber man weiss nie, wie lange es so gut läuft. Viele der Jungköniginnen und Jungkolonien sind bei den Haltern ja verstorben und die, die noch welche halten, berichten leider kaum. Naja, so ist das.
Ich werde natürlich über diese Kolonie und ihr Habitat weiter berichten von Zeit zu Zeit.
LG, Frank.
Hallo Frank,
die Kolonie hat sich ja bisher gut entwickelt.
Ich denke mal, das doch alles stimmt und das Habitat den Ameisen gefällt.
Eigentlich sollte jetzt doch nichts mehr passieren.
Wie alt ist die Kolonie denn jetzt?
Dein Terrarium wirkt jetzt immer natürlicher. Nur die Tillandsia duratii am Wasserbecken würde ich höher anbringen.
Die lieben es doch sehr hell und eher trockener. Ansonsten riskiert man Fäulnis.
In dieser Hinsicht sind die atmosphärischen Tillandsien wirklich zickig.
LG, Heiko
Danke Heiko. Mir gefällt es auch zunehmend. Selbst die kleinen Palmen, die sich anfangs zickig gaben, beginnen neue Blätter zu schieben. Die Tillandsie bekommt glaube ich, ganz gutes Licht, sie bewohnt sozusagen einen Sonnenfleck. Auch sie schiebt neue Blätter. Aber Du hast recht, es ist ziemlich nahe am Wasser. ich werde sie weiter beobachten, die Tillandisen gehören sowieso zu meinen Lieblingen :), und wenn es ihr weniger gut dort geht, werde ich sie umsetzen. Sie wurzelt aber auf ein relativ fest im Boden integriertes Ästchen, dass sie schon in der Biosphäre, da aber in höheren Regionen "bewohnte".
Übrigens stamt diese Tillandsie neben anderen aus Paraguay, ein Mitbringsel eines lieben Freundes.
LG, Frank.
Die Gigantiops teilen sich das Terrarium mit anderen Ameisen, so kommt es oft zu Begenungen an den Futterstellen. Da es für de Gigantiops ständig Fruchtfliegen in ausreichender Zahl zu erjagen gibt, zeigen sie sich an den anderen kleineren Ameisen bestenfalls freundlich interessiert. Selbst an Zuckernapf gibt es keine Auseinandersetzungen, man kennt sich mittlerweile und respektiert sich irgendwie.
Natürlich aber schauen die neugierigen Gigantiops immer ganz genau hin, es bleibt aber beim Schauen.
Hungrige Gigantiops sind durchaus in der Lage, andere Ameisen der Grösse dieser Leptothorax und sogar etwas grössere zu erbeuten. Diese satten und zufriedenen Arbeiterinnen jedoch führen nichts im Schilde..:)
Einige Fotos von zuckerbeladenen und neugierigen Arbeiterinnen und von Begegnungen am Zuckernapf. Nicht alle sehr scharf, aber teilweise recht niedlich, finde ich...
Begegnungen...
LG, Frank.
Hi^^
Wirklich toller Bericht und schöne Fotos, das erste Bild wo sie die Leptothorax sieht finde ich mega knuffig^^
Ich hätte zugegebenermaßen nicht gedacht, dass sie so sozial sind...
lg, doc
Ach doch Doc, die sind munter und neugierig. Das liegt in ihrer Natur, sie sehen halt hervorragend und bemerken alles und wollen es dann "durchschauen". Bis jetzt war jeder, der hier war und diese Ameisen ein Zeitlang beobachten konnte, schwer beeindruckt von ihrer Aufmerksamkeit.
Sie beobachten den Beobachter aus angemessener Entfernung und haben dann auch keine Scheu. Wenn ich reinschau, dann schaut ein Augenpaar hinein und etlich schauen auf mich zurück. Und die schauen nicht einfach nur doof, sondern wirklich wach und aufmerksam.
Diese Ameisen machen einfach grossen Spass...:)
LG, Frank.
Ich darf den Frank niemals besuchen, ich darf den Frank niemals besuchen, ich darf den Frank niemals besuchen, ich darf den Frank niemals besuchen, ich darf den Frank niemals besuchen.
HIILLFFFEE, wenn ich diesen Bericht lese werde ich schon richtig schwach, was gibt das erst, wenn ich Sie mal in natura sehe.
LG
Holger
...
das bekommen wir auch noch hin, Holger, vllt. ja noch in diesem Jahr...
LG, Frank.
Heute mal einige Fotos des Terrariums. Ich finde, es ist ganz ordentlich eingewachsen, alle Pflanzen treiben und stellenweise macht es einen wunderschönen, tropischen Eindruck. Es ist nicht nur schön, es scheint den Gigantiops auch darin zu behagen, die Kolonie wächst weiterhin, zwar langsam, aber nachhaltig..:).
Impressionen...
Blick über den Bach, wunderbares, sauberes und weiches Braunwasser.
Im "Wald"..;)
Fleissig blüht das Männertreu, die Pflanze ist irgendwie beim Einrichten unbeabsichtigt hineingeraten ins Terrarium. Heute freu ich mich natürlich sehr darüber, besser hätte ich es gar nicht hinbekommen können. Links daneben, nur an den Blattspitzen erkennbar ein Sommerflieder oder Schmetterlingsbaum, ebenfalls zufällig hineingeraten und nun stark wachsend. Würde mich nicht wundern, wenn auch der bald anfängt, zu blühen...
LG, Frank.
Die Gigantiops mussten den Cataglyphis bombycinus weichen, diese bewohnen jetzt das grössere Terrarium. Die Cataglyphis brauchen den Platz dringender, den Gigantiops genügt ein kleineres Terrarium völlig. Es muss zumindest genügen, der Platz ist leider begrenzt.
Also habe ich ein neues Becken eigerichtet und den Gigantiops darin ein neues, schöneres Nest gegönnt. Mit mehreren kleinen Kammern ist es für diese Ameisen wohnlicher und die Gigantiops sind auch problemlos eingezogen.
Überhaupt fiel mir wieder auf, wie wunderbar entspannt der Umgang mit ihnen war. Zweimal musst ich die Tiere bei dieser Aktion umsetzen, beide Male verhielten sich die Gigantiops ruhig und abwartend, blieben im provisorischen Nest und äugten nur etwas nervös daraus hervor, wenn ich das Nest von der Glasscheibe des provisorischen "Zwischenterrariums" abrücken musste und anhob, um es umzusetzen samt der Belegschaft.
Ich stellte das kleine Nest ins neue Terrarium, woraufhin die Arbeiterinnen das neue Terrarium erkundeten und schnell das neue Nest fanden. Nach einer Stunde war die kleine Kolonie dann umgezogen.
Die Ruhe und Ausgeglichenheit der Tiere ist wirklich verblüffend, wenn ich mich an die ersten Gigantiops erinnere, die ich vor etwa sechs Jahren von G. Kalytta erhielt. Dies waren Wildfänge und die Tiere waren extrem ängstlich und immer bereit, Gift zu spritzen. Man musste sehr vorsichtig mit ihnen umgehen, denn sie waren so immer bereit, sich gegenseitig zu vergiften. Die ängstlichen Tiere bespritzten alles mit Säure, was sich in ihrer Nähe bewegte, wenn sie beunruhigt waren. Leider auch die Nestgenossinnen und das war gefährlich.
Diese Ameisen der ja gleichen Art hier sind einfach ruhiger und nicht so leicht zu beeindrucken. Naheliegend ist die Vermutung, dass diese Tiere einfach ohne Angst sind und gelernt haben, dass sie nichts Schlimmes zu erwarten haben. Nur was würde das bedeuten? Nicht weniger, als das die Tiere ihre Umwelt mit ihren hervorragenden Augen sehr genau wahrnehmen, lernfähig sind und Ereignisse aufgrund ihrer Erfahrungen einschätzen können.
Das ist für derart kleine Insekten phänomenal und mehr, als mancher erwarten würde.
Übrigens ist diese Art seit etwa 2004 in meinem Besitz, damals erhielt ich die ersten Tiere von G. Kalytta, die leider keine lebensfähige Kolonie waren. Die erste Begegnung mit Ameisen dieser Art war so beeindruckend für mich, dass ich die Tiere unbedingt halten und beobachten wollte, möglichst mit einer lebensfähigen Kolonie. Es dauerte dann Jahre, bis eine wirklich lebensfähige Kolonie zu bekommen war. Zwar ist die Art alles andere als selten in ihrer Heimat, jedoch sind Kolonien mit Königinnen wohl schwer zu finden und die Ameisen schwer zu fangen und zu transportieren aufgrund ihrer ausserordentlichen Nervosität und Sensibilität.
Es gab dann einige Gründungsversuche mit wildgefangenen Jungköniginnen, die leider fehlschlugen.
Die mittlerweile längst verstorbene Mutterkolonie dieser Kolonie hier erhielt ich 2007 von moglie. Aus begatteten Jungköniginnen, die in dieser Kolonie neben Männchen aufgewachsen waren, zog ich einige junge Kolonien nach, eine davon ist diese. Man muss das vllt. mal erwähnen, weil es ja Diskussionen gibt, die andeuten, die meisten Halter würden ständig wechselnde Kolonien erwerben.
Bilder der kleinen Kolonie im neuen Nest. Es müssen nicht immer Fliegen sein.
Gut gefüllte Brutkammern. Es gibt einige geflügelte Jungköniginnen, jedoch im Moment keine Männchen.
Das Nest ist kein Ytongnest, es ist ein Teil jenes Nestes, in dem die frühere Mutterkolonie in der Biopsphäre wohnte. Uralter Bauschaum, ein wunderbares Material für die Nester solche Ameisen.
LG, Frank.
Junge Arbeiterinnen sind heute geschlüpft. Noch ganz blass und etwas tolpatschig ruhen sie und putzen sich inmitten ihrer Nestgenossinnen.
LG, Frank.
Hallo Ameisenfreunde,
es wird mal wieder Zeit für einen kurzen Zwischenbericht. Die wundervollen Gigantiops erweisen sich immer mehr als besonders pflegeleicht und sogar robust. Die Kolonie wächst, das Nest, dass sie vor kurzem bekamen, wird langsam eng. Während meiner Abwesenheit für einige Tage genügte es, eine geöffnete Box mit Drosophila ins Terrarium zu stellen sowie ein Schälchen mit Zuckerwasser. Das und etwas Wärme, mehr brauchen die Gigantiops nicht.
Es scheint so, als ob die Koloniegründung eben die schwierigste Phase im Leben einer solchen Gigantiops-Kolonie ist. Leider gibt es ja nur wenige derart gut entwickelte Kolonien, die aus all den jungen Gründerköniginnen aufgezogen wurden.
Nun ja, aller Anfang ist eben schwierig. Auch der einer Gigantiops-Kolonie.
Hier aktuelle Fotos.
LG, Frank.
Hallo Frank!
Das sieht ja ganz gut aus bei der Kolonie. Mir ist nicht bekannt das noch jemand diese Art hält, was aber nicht viel heißen muss da ja doch einige nicht über ihre Tiere Berichten wollen.
Das kleinere Becken scheint jedenfalls nicht schlechter zu sein als das Alte. Ich frag mich gerade nur wie viele kleine Fliegen wohl verfüttert werden mussten um diesen Berg an Brut zu versorgen .
Ich wünsche noch viel Erfolg!
Gruß
Mathias
Ich kenne natürlich noch Halter, aber manche möchten halt nicht öffentlich über ihre Tierhaltung reden. Aber haste ja schon angedeutet, Mathias. Ist ja auch okay für mich, kann ja jeder halten, wie er möchte.
Die Ameisen fangen täglich dutzende dieser kleinen Fliegen, Mathias. Ich stelle eine solche handelsübliche Fliegenaufzucht-Box einfach ins Becken, leicht geöffnet. So sind immer etliche Fliegen im Terrarium unterwegs. Nebenher gibt es manchmal eine kleine Schabe oder Grille, frisch geschlachtet in dem Falle. Das wird alles sehr gerne genommen von den Gigantiops.
LG, Frank.
Hallo Ameisenfreunde.
So ganz ohne ein Tropenterrarium komme ich dann doch nicht aus...;)
Die Gigantiops haben nun wieder ein etwas grösseres Becken erhalten, Seitenlänge 80 cm, Höhe und Tiefe 50 cm. Ein ausgedientes Aquarium. Zwar ging es der Kolonie im kleineren Becken zuvor gut, aber irgendwie taten sie mir etwas leid, denn sie pirschen tagsüber gerne durchs "Unterholz" und so ist etwas mehr Abwechslung und Landschaft sicher gut, wie sie nun das grössere Becken bietet.
Die Kolonie zog ohne grosse Probleme und Irritationen in das bereitgestellte neue Nest, wie zuvor ein Nest aus alten, verwitterten Bauschaum. Natürlich aber grösser, so dass die Kolonie weiter wachsen kann. Die Bilder zeigen ein paar Einblicke, man kann erkennen, dass die Tiere bereits das Nest nach ihren Bedürfnissen umgestalten und Spalten und Ritzen mit Lehm und anderen Substrat vermauert haben.
Dabei sind diese wundervollen Ameisen sehr reinlich , sie verschmieren bei ihren "Bau- und Renovierungsarbeiten" in der neuen Wohnung nicht die Sichtscheibe, man kann das Nest also sehr gut einsehen und fotografieren.
Heute gab es fette Stubenfliegen, mal was anderes als die mickrigen Drosophila. Obwohl diese Beutetiere grössenmässig die Obergrenze als Beute für Gigantiops darstellen dürften, wurden die Fliegen ungestüm verfolgt, teils über längere Strecken gejagt und irgendwann gepackt und getötet. Immer erstaunlich, mit welcher Vehemenz die Gignatiops bei der Jagd zu Werke gehen, man traut ihnen das mit ihren grossen unschuldigen Augen und den kleinen Kiefern kaum zu. Aber, wenn sie bzw. ihre Larven hungrig sind, sind sie Killer .
Gerne wird Zucker genommen, er sollte ständig zur Verfügung stehen. Auf den letzten Bildern zwei Arbeiterinnen, die am Näpfchen Zucker naschen.
Gewohnte Einblicke ins Nest, naja, zufriedene Ameisen halt..;)
Blicke ins Terrarium, vor zwei Wochen eingerichtet. Alles wächst bereits. Die Vegetation ist noch sparsam, aber es wachsen bereits wieder Moose, was mich immer besonders freut.
Naschen am Zuckernapf.
Das Becken steht auf dem Fensterbrett eines Ostfensters. So scheint vormittags die liebe Sonne hinein. Temperaturen im Becken, auch dank der darunterliegenden Heizung stets um 27 Grad. Das Becken ist teilweise mit Glasscheiben abgedeckt, die einen guten Lichteinfall ermöglichen und zum Teil mit Gaze abgedeckt. Als zusätzliche Lichtquelle, auch für den Einblick am Abend gibt es eine kleine Leuchtstofflampe über den Becken. mit der Gazeabdeckung wird einer Überhitzung bei starker Sonneneinstrahlung vorgebeugt. Ausserdem gibt es einen geringen, aber permanenten Luftaustausch, der Stocken und ungünstiger Verpilzung vorbeugt.
Es scheint gut zu funktionieren, alles sieht gut aus auch dank einer Armee von Springschwänzen, die ich aus dem alten kleineren Becken hinübergerettet habe und sich bereits wieder fortzupflanzen scheint.
LG, Frank.
Edit: Kurz vor den Aufnahmen hatte ich gesprüht, es ist nicht immer so klatschnass im Becken.
Die Gigantiops erjagen nicht alle Fliegen, sie fangen nur soviele, wie sie vertilgen können. So kommt es dazu, dass einige der Fliegen ein kurzes Dasein fristen können und dabei manchmal die Gigantiops etwas ärgern. Zum Beispiel hier bei der Zuckeraufnahme, die Gigantiops reagieren etwas genervt und versuchen, die Fliegen vom Zucker zu vertreiben, um ungestört trinken zu können.
Das ist aber aussichtslos..:)
Am Ende einigt man sich drauf, so zu tun, als sähe man sich gegenseitig nicht für einen Moment...
LG, Frank.
Hallo Frank,
schön, dass die Gigantiops ein neues, größeres Terrarium bekommen haben. Haben sie ja auch sicherlich verdient. Bin gespannt, wie es aussieht, wenn alles gut gewachsen ist.
Schöne Einblicke in den Alltag einer Gigantiops-Kolonie!
Grüße, Phil
Ja,das haben sie sicher, Phil. Obwohl man sagen kann, dass das kleinere Becken durchaus gereicht hat für ein normales Leben der Kolonie. Aber weil sie nun immer wieder Königinnen aufziehen, hoffe ich, dass nun irgendwann auch mal wieder Männchen dabei sind und das würde heissen, dass sie ein etwas grösseres Becken brauchen.
Es könnte dann ja eine nächste Generation von in Deutschland "gezeugten" Gigantiops geben...
Das grössere Becken hat nun einen weiteren Vorteil, weil es mehr Platz bietet, können dort weitere Ameisen leben. Ich habe hier noch zwei sehr schöne, junge apicalis-Königinnen von Roger, die nisten nun gemeinsam in diesem Becken in einem selbstgegrabenen Nest. Bisher lebten die beiden jeweils allein in Beobachtungsnestern, leider brachten beide es immer nur bis zum Puppenstadium bei der Jungenaufzucht. Dann verschwanden die Puppen immer wieder, leider. Nun leben sie in fast natürlichen Bedingungen, mal sehen, was das gibt. Aber egal, ob sie es noch schaffen, Nachwuchs aufzuziehen oder nicht, es sind sehr schöne Tiere und sie sollen es nun einfach gut haben..:)
Ich will sie also mal machen lassen, sie haben nun ein schöneres Leben mit etwas mehr Freiraum und dass sich die apicalis mit den Gigantiops recht gut "verstehen", habe ich ja schon in meiner damaligen Gigantiops-Biosphäre beobachten können.
Das Becken ist wieder recht einfach eingerichtet. Einige schöne, teilweise moosbewachsene Lavabrocken, die Hohlräume dazwischen habe ich mit Split und Kies aufgefüllt. darauf eine dünne Erd- und Waldstreuschicht, alles möglich organische Pflanzenmaterial. Das sind beste Voraussetzungen für ein Gedeihen aller möglicher Kleinorganismen. Zwischen den Lavasteinen steht weiches Wasser (Regenwasser), der Split wird also zum Teil davon geflutet. Alles Inventar stammt aus der freien Natur. Die Lavasteine, die im Freien an der Bodenoberfläche herumlagen, sind teilweise bereits mit Moos bewachsen, teilweise mit Sporen infiziert, so dass auch an vielen Stellen junges Moos wächst. Das Wachstum von Moosen erfreut mich immer besonders, es zeigt, dass die Bedingungen gut sind.
Ausserdem gibt es natürlich diverse Äste und einige Pflanzen. Wer genau hinschaut, erkennt auch an einigen Ästen holzzehrende Pilze, das ist bei mir nicht unerwünscht.
Weil das Becken etwas mehr Platz bietet, kann ich hier immer ein paar Fliegen reingeben, die auch einige Tage Spass haben, bis sie dann irgendwann mal erlegt werden. Die Gigantiops-Kolonie wie auch die Pachycondyla sind so einigermassen permanent mit Futter versorgt. Zucker wird natürlich ständig angeboten.
Ich konnte es mir nicht verkneifen, nochmal mit der Knipse herumzufuchteln..;) Auf den ersten zwei Bildern Gigantiops, die am Nesteingang herumlungern und ihre Freizeit geniessen.
Blicke in die "Landschaft".
LG, Frank.
Den beiden apicalis-Königinnen geht es im Terrarium der Gigantiops offenbar ganz gut. Beide haben sich gemeinsam ein kleines, verstecktes Nest gebaut, für mich nicht einsehbar. Das ist in dem Falle erlaubt, die zwei dürfen machen, was sie wollen.
Heute ertappte ich eine der beide bei der Fliegenjagd. Fast immer ist es das grössere Weibchen von beiden, dass sich draussen ab und zu sehen lässt. Hier mal Suchbilder.
LG, Frank.
Weil wir an anderer Stelle gerade über unterschiedliche Beobachtungsnester reden, hier Bilder des Beobachtungsnestes der Gigantiops.
Das Nest besteht aus altem Bauschaum, ist teilweise innen und aussen mit einem Lehm/Erde-Gemisch bestrichen (..Lehm geht bei den Gigantiops, weil die brav sind und nicht die Scheiben verschmieren wie viele andere Arten...:)..) Das Nest steht am Boden in der stets feuchten Kieselschicht, die als Wasserspeicher für den Lebensraum dient. So steigt ständig Wasser im Nest nach oben durch die Kapillarwirkung des porösen Schaums und es herscht ein günstiges Klima im Nest für die tropischen Ameisen. Wie alle meine integrierten Nester ist es auf einfache Weise fixiert, einige verkeilte Stöcke, Steine und Äste pressen es an die Panoramascheibe des ausgedienten Aquariums, das hier als Gigantiops-Terrarium herhalten muss.
Wie man sieht, wird das Nest erst zu einem Viertel etwa von der Gigantiops-Kolonie bewohnt, dicht gedrängt sitzt die Kolonie in zwei grossen Kammern des Nestes. Es ist also noch Platz für den zu erwartenden Zuwachs bei dieser Kolonie. Allerdings verstehen es die Gigantiops, den relativ weichen Schaum zu benagen und vergrössern so nach und nach die Kammern im bewohnten Nestteil, was dazu führt, dass es kaum Druck für die Kolonie gibt, weitere Kammern zu besiedeln. Sie dürfen das aber, können machen, was sie wollen, solange sie im Beobachtungsnest bleiben und mir Einblick in ihr Familienleben gewähren.
Aber wie gesagt, sie sind einfach brav und bleiben auch drin ... Auch weil es hier kuschelig warm ist durch die darunterlegende Raumheizung.
Entschuldigt bitte die Bildqualität und die Reflexionen, das Becken steht auf einem recht hohen Fensterbrett wegen des Tageslichts und ich musste auf der Couch rumklettern, um von oben durch die Deckscheibe hineinzuknipsen. Ich denke aber, man erkennt, wie das aussieht.
LG, Frank.
Na Frank,
da erwartest du noch einiges an Nachwuchs! Find das schon Klasse, dass dieses Volk sich so gut entwickelt. Zeigt es doch, dass bei einigen Arten eine "Zucht" durchaus möglich ist und auch produktive, sich normal entwickelnde Kolonien hervor bringt.
Natürlich ist der Aufwand extrem, den man dafür betreiben muss, aber alleine das Ergebnis rechtfertigt den Versuch. Auch wenn ich verstehen kann wenn du in dieser Richtung keine weiteren Unternehmungen mehr starten möchtest, kostet ja doch einiges an Nerven und Zeit!
Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg!
LG, Mathias
Hallo Mathias, die Haltung der kleinen Kolonie allein macht ja kaum Aufwand.
Das ist ja das Gemeine , die Haltung einer Kolonie inst recht einfach und unkompliziert, wenn man Grundlegendes richtig macht, schwierig und langwierig ist es, eine Kolonie aus einer gründenden Königin aufzuziehen. Das hat ja nicht bei allzu vielen geklappt, leider.
Auch diese Kolonie zieht ja ständig Jungköniginnen auf. Leider aber im Moment keine Männchen. Sollte es aber wieder dazu kommen, werde ich auf jedem Fall wieder begattete Jungköniginnen separieren und gründen lassen.
Es ist aber ungewiss, ob das nochmal gelingt. Und ist ja eigentlich auch nicht so wichtig, es konnte bei dieser Art ja deutlich gezeigt werden, dass die Nachzucht in der Haltung möglich ist.
Und sie war ja auch wirklich nicht unergiebig, es waren mindestens 150 Jungköniginnen, die ich aus der Zucht erhielt in gut anderthalb Jahren. Mit etwas mehr Zeit und noch mehr Aufwand wären sicher sehr viel mehr Kolonien aufzuziehen gewesen, als es jetzt im Moment bei den wenigen Haltern gibt.
Auf jedem Fall bleibe ich bei den Gigantiops schon aus dem Grund dran, weil ich diese Ameisen nicht verlieren möchte durch den natürlichen Tod der Königin, mit dem natürlich irgendwann zu rechnen ist. Ich hoffe schon sehr, nochmal Geschlechtstiere beider Geschlechter zu erhalten, denn es muss ja weitergehen mit diesen wundervollen Tieren hier bei mir.
LG, Frank.
Die Sonne geht im Gigantiops-Reich auf, der Nachtnebel liegt noch schwer zwischen Pflanzen und Steinen am Boden. Ein magischer Moment...
Jeden Morgen lass ich den Nebler eine halbe Stunde arbeiten, Moose und Pflanzen gedeihen ganz wunderbar bei dem durch das Fenster einfallendem Sonnenlicht. Auch den Gigantiops geht es nach wie vor sehr gut. Trotzdem, diese Kolonie hat zwar ständig Nachwuchs, wächst aber trotzdem immer noch langsam. Mir soll es recht sein, so genügt das Terrarium völlig für die Kolonie.
Es gibt im Wechsel Drosophila und flugunfähige Stubenfliegen, ab und zu eine frischtote Grille am Nesteingang. Alles wird angenommen und restlos verzehrt.
Das Terrarium wird immer mehr zu einem kleinen, aber schönen Biotop, es macht Freude, hineinzuschauen und überall neue, winzige Pflänzchen zu entdecken.
Mal wieder ein paar Bilder.
Auf dem ersten Bild in voller Schönheit die Königin der Kolonie, bei mir in der Haltung aufgewachsen und sogar gezeugt...
LG, Frank.
Nichts geht über Frisches.
So gab es heut lecker Räupchen und die Gigantiops waren begeistert. Die Kleine, die ich hier fotogafierte, sass mindestens eine halbe Stunde an der Stelle, an der sie das Räupchen erbeutet hatte und kaute verträumt darauf herum. Dabei liess sie sich nicht einmal durch meine Bemühungen ablenken oder beeindrucken, als ich mich näherte und sie fotografierte. Ich hatte ausnahmsweise richtig viel Zeit bei ihr und durfte ganz nah heran, sie war hin und weg und lutschte an ihrem Räupchen...;), mich zwar bemerkend, aber kaum beachtend.
Nach einiger Zeit besann sie sich, erinnerte sich wohl an die "Kollegen" und trug das Räupchen in das Nest.
LG, Frank.
Wirklich tolle Bilder der hübschen Gigantiops!
Grüße, Phil
Danke Phil. Ja, ich bin immer sehr froh, die hier zu haben. Sie sind einfach immer wieder erstaunlich, auch für mich, obwohl ich sie seit mehreren Jahren hier habe.
Wundervolle, elegante und schöne Tiere .
LG, Frank.
Hallo Ameisenfreunde,
die drei Fotos weiter oben von der glücklichen Gigantiops-Arbeiterin mit Raupe entstanden bereits im neuen Terrarium der Gigantiops. Das hatte ich am Karfreitag her- und eingerichtet für sie.
Die Einrichtung ging recht zügig vonstatten, alles Nötige hatte ich mir am schon Morgen besorgt. Einige schöne Lavasteine, Lavasplit aus der hiesigen Umgebung, Waldstreu und Äste zum Befestigen und Verkeilen des innen an der Scheibe stehenden Nestes, ein paar Moose usw. waren schnell gesammelt und im Auto verstaut.
Der Boden des Pflanzenbeckens besteht aus den Lavabrocken, die Zwischenräume sind mit Lavasplit aufgefüllt, hierin wurzeln die grösseren Pflanzen. Im Becken steht Wasser, etwa 3 bis 4 cm hoch. So hoch ist der Boden natürlich geflutet, aber natürlich ist er höher geschichtet und so für die Ameisen und anderen Kleintiere überall "begehbar". Auf einen Wasserlauf oder Teich habe ich diesesmal verzichtet.
Die Bepflanzung mit grösseren Pflanzen ist sparsam, ich will diesesmal einfach ein hellereres Becken erhalten, mehr Licht soll den Boden erreichen. Es gibt eine Kaffeepflanze, sehr schön für solche Terrarien, es gibt ein Zitronenbäumchen, beide snd schon lange bei mir und lebten schon in der Gigantiops-Biosphäre, ausserdem einige Orchideen, auch von diesen wie auch der Farn lebten einige bereits in der Biosphäre. Hinzu kommen ein paar Tillandsien und ein kletternder Ficus.
Aus dem vorherigen Gigantiops-Becken habe ich die moosbewachsenen Steine natürlich wiederverwendet, ausserdem weitere Moose gesammelt und gesetzt. Als ich Waldstreu sammelte, habe ich mal gezielt die Sporenkapseln verschiedener Waldmoose gezupft und als Streu auf den Terrarienboden verteilt, mal sehen, was das bringt. Ich gehe davon aus, dass die feuchten und hellen Stellen des Bodens von weiteren Moosen besiedelt werden. An einigen Stellen wächst das Moos bereits sehr schön, besonders natürlich auf den Steinen, die bereits im vorherigen Gigantiops-Becken im Einsatz waren.
Es mag manchen etwas übertrieben erscheinen, sich den Moosen mit solcher Hingabe zuzuwenden. Aber sie sind ein sehr schöner Blickfang und ausserdem ein guter Lebensraum für die diversesten Kleinstinsekten, die den Gigantiops als zusätzliche Nahrung dienen können. Weisse Asseln und Springschwänze der unterschiedlichsten finden Unterschlupf, Schutz und Nahrung und vermehren sich hier. Sind die Gigantiops hungrig, sehe ich sie das Moos aufmerksam absuchen, hier und da nach Springschwänzen pickend.
Bisher, nach nun einer Woche sieht alles sehr gut aus, selbst ältere Moospflänzchen, die ich gesammelt und verteilt habe, scheinen zumindest bis jetzt zu überleben und vllt. sogar anzuwachsen. Mal sehen, wie das nun weitergeht. Ich bin aber optimistisch, man kann auch einheimische Moose in tropischen Terrarien halten und kultivieren. Das zeigen meine älteren Becken und auch die Terrarien einiger anderer Halter wie das apicalis-Becken von Jacky. Auch wenn heimische Moose vllt. in diesen Terrarien nicht "blühen" und keine Sporenkapseln ausbilden, vermehren sie sich mit etwas Glück über Ableger und bilden so kleine Rasen.
Vorausetzung ist sauberes Regenwasser und gutes Licht, hilfreich ist regelmässige Befeuchtung durch Benebelung oder Beregnung. Und natürlich ein fester Grund, der verhindert, dass Tiere graben und die Moose mit Abraum verschütten und verschmutzen.
An einigen wenigen Stellen wachsen im Moment sogar Flechten. Aber das will ich selbst noch nicht so recht glauben, dass das lange gut geht. Flechten haben schon recht hohe Ansprüche .
Die Beleuchtung übernimmt eine 150 Watt-HQI-Lampe. Sehr schönes, durchdringendes und intensives Licht. Zweimal am Tag, am Morgen und am Abend läuft ein Nebler (Frog?) und sorgt für hohe LF und Kondenswasserbildung auf allen Pflanzen und Bodenpartien.
Neben den Gigantiops leben im Becken die Leptothorax/Harpagoxenus und einige andere Kolonien von Temnothorax. Diese kleineren Arten lebten bisher mit den Cataglyphis im Wüstenterrarium. Das war aber natürlich suboptimal für diese waldbewohnenden Arten. Auch um v.a. den Harpagoxenus einen für sie günstigeren Lebensraum bieten zu können habe ich mich zu der Veränderung entschieden. In diesem Terrarium werden die Harpagoxenus nun einen guten und beutereichen Sommer verleben.
Die ganze Sache macht mir schon wieder richtig Spass... . ich stell am Wochenende ein noch paar Bilder ein.
LG, Frank.
Heute habe ich meine gärtnerischen Aktivitäten ausgedehnt und weitere Moospflänzchen gesetzt sowie einige Kleepflanzen, die ich im schattigen Wald fand. Ich glaube, das Pflanzen aus relativ dunklen, schattigen Wäldern den geringsten Lichtbedarf haben und so am längsten in Terrarien durchhalten können.
Als erstes habe ich heute morgen das Nest der Gigantiops etwas begrünt. Das war recht einfach, einfach einige winzige Moospflänzchen separieren und mit einer Federstahlpinzette greifen und in das Material des Beobachtungsnestes stecken. Dies an tagsüber hellen Stellen, die regelmässig durch den tropfenden Ausströmer des Neblers befeuchtet werden, so könnten einige der Pflänzchen sogar anwachsen. So erhält das Nest einen etwas natürlicheren Eindruck, was mir sehr gefällt.
Hier einige Blicke auf den Boden des Terrariums und in die "Baumwipfel". Die Einrichtung mit Lavaseinen und Split erfüllt eine wichtige Voraussetzung für viele kleine bis winzige und vor allem langsamwachsende Pflanzen, der Boden bleibt relativ unverändert trotz der gegenwärtigen Ameisen über lange Zeit. Das sehe ich besonders auf den alten, schon im vorherigen Terrarium mit Moos besiedelten Steinen, das Moos gedeiht hier weiterhin und diese Steine sind praktisch Ausgangsstellen für die weitere natürliche Besiedelung mit Moosen der näheren Umgebung.
Aber natürlich genügt mir das nicht und geht mir zu langsam voran. Also habe ich überall weitere Moospflänzchen und andere, auch eben heimische Pflänzchen verteilt wie schon beschrieben und hoffe nun, dass einiges davon sich behauptet. Auf einigen Fotos sieht man am Boden, an einem Stein sogar hellgrüne Flechten, die seit einiger Zeit tatsächlich wachsen.
Den Klee, den ich heute setzte, hielt ich bereits in meiner ehemaligen Gigantiops-Biosphäre. Ich habe damal gute Erfahrungen mit ihm gemacht, er ist ausdauernd und gedeiht auch an schattigen Stellen. Diese kleine Pflanze kann als Bodendecker fungieren, ohne dabei einen allzu dichten Bewuchs zu erreichen. An hellen Stellen blüht er unter Umständen sogar, das kann ja recht hübsch sein..:)
Mit natürlichen Bodenstreu und Waldboden sind natürlich jede Menge weiterer Pflanzensamen eingeschleppt worden, die nun allerorten keimen. An einer Stelle wachsen kleine Birken, naja, ich lasse sie gerne. Überall recken sich kleine Keimlinge ins Licht, ich lasse sie vorerst, was wächst, das wächst.
Ich lass mal das langweilige Labern , hier noch ein paar Bilderchen.
LG, Frank.
EDIT; Hab grad gesehen, dass ich zweimal das selbe Bild hochgeladen hatte. Habs korrigiert..:)
Freu mich das Du wieder eine schön grünes Becken hast.Die sahen im klasse bei Dir aus und den Ameisen ging es super dort,ihnen fehlte an nichts.Mit deiner neuen Beleuchtung sollte das Becken noch grüner werden.
Sind die apicalis königinnen mit umgezogen?
lg
rog
Ja klar, Roger, die beiden haben sich dort ein Nest gebaut und ich sehe sie von Zeit zu Zeit bei der Jagd auf die kleinen Drosophila.
Die beiden leben ja nun schon geraume Zeit zusammen, erstaunlicherweise scheint die grössere der beiden dabei die Aufgabe zu haben, für den Nahrungseintrag zu sorgen. jedenfalls sehe ich die Grössere oft jagen.
Ab und zu schauen sie bei den Gigantiops vorbei, aber deren Eingang ist ständig bewacht und die apicalis wissen, was die Gigantiops für allzu neugierige und ungebeten Besucher bereithalten...:)
Jedenfalls haben sie einen Heidenrespekt vor den Gigantiops, auch, wenn sie diesen im Freien begegnen. Man rspektiert sich und geht sich aus dem Weg..:)
LG, Frank.
Heute hab ich mal wieder für abwechslungsreiches Futter gesorgt und auf dem Rasen hinterm Haus etwas an Kleininsekten gekeschert.
Neben kleinen Fliegen, Blattläusen und Raupen gerieten auch einige kleine Spinnen in den Kescher, das gesamte Sammelsurium beförderte ich in das Terrarium. Die Gigantiops waren sofort überall auf der Jagd, selbst Spinnen, die fast die Grösse einer Gigantiops erreichen, wurden ergriffen und getötet. So grazil und elegant die Gigantiops wirken, bei der Jagd sind sie knallhart und verfolgen entschlossen alles, was sich bewegt und ihnen als Beute überwindbar erscheint.
Alles geht sehr schnell, so dass es schwierig ist, den Zugriff zu knipsen.
Das erste Foto ist ein Suchbild, wer sucht, sieht eine Arbeiterin mit erbeuteter und bereits teilweise "entbeinter" Spinne beim Heimweg. Auf dem zweiten Foto hat sie den Nesteingang erreicht.
Mal wieder einige Einblicke in das kleine Nest der Gigantiops. Ich finde, die gucken recht zufrieden...
LG, Frank.
Hallo Frank,
kann mich da Roger nur anschließen: finde es auch sehr schön, das du wieder ein grün und reichlich bepflanztes Becken hast für die Gigantiops. Bin ja schon länger am grübeln, wie und wo ich deine Methode mit dem Kies und den 3-4 cm Wasser umsetze. Dabei geht es mir darum, einen dauerhaft feuchten Boden für Moose und Pflanzen zu schaffen ohne die Nester der Ameisen zu fluten. Meine bisherige Methode, Seramis, Abdeckfließ und Erde eignet sich da nicht so für. Da das Seramis/Blähton doch irgendwann auch umgegraben und besiedelt wird. Ist einfach zu leicht zu transportieren.
Denke in dem Terrarium das ich gerade für die Oecophylla zusammenbaue werde ich das mal so umsetzen. Ne dumme Frage: Du nimmst 3-4 cm Kies und dann direkt Erde? Wird die Erde nicht durchs bewässern langsam in den Kies reingespült und bildet so wieder ein Substrat zum graben? (also generell, nicht jetzt auf die Oecophylla bezogen )
Lg
Marcel
Hallo Marcel.
Erde oder Waldboden und anderes Zeugs aus der freien Natur benutze ich immer nur als ganz dünne Streuschicht über den eigentlichen Bodengrund. Das Ganze dient dem v.a. optischen Eindruck und als Lebensraum für Kleinstlebewesen, Weissen Asseln, Springschänzen etc.. Ausserdem als Baumaterial für die Gigantiops, die manchmal Erde sammeln, um damit Zwischenwände im Nest zu errichten oder den Eingang zu verengen und ähnliches. Weiterhin als Wurzelgrund für Jungpflanzen, gerade hab ich ein Fleissiges Lieschen eingesetzt, eine gute Pflanze für trop. Terrarien dank ihrer Nektarien und dank ihrer Robustheit und Wuchswilligkeit. Junge Pflanzen können hier erstmal wurzeln, es ist ja ständig leicht feucht, sind sie etabliert, werden sie den noch feuchteren Untergrund aus Steinen bewurzeln und hier Nährstoffe entziehen, was den kleinen Lebensraum sauber und gesund erhält.
Als Boden hab ich hier bei diesem Becken dicke, schöne und bereits teiweise moosbewachsene Lavasteine genommen (gibt es hier in Mengen in der Eifel und in deren Umgebung.;)..) und eben Lavasplit mit einer Körnung von 10 bis 3 mm etwa. Also erstmal die Steine ins Becken, dann die grossen Zwischenräume mit Lavasplit aufgefüllt. Darin gräbt keine Ameise ohne weiteres, der Lavasplit ist scharfkantig und ineinander verkeil, ausserdem recht schwer etc.. Dieser Boden hat eine Höhe von etwa 8 bis 15 cm, halt unterschiedlich, um so eine gewisse "Landschaft" zu erreichen. Hierin steht Regenwasser etwa 3 bis 4 cm hoch im Moment, schätze ich. Die Pflanzen wurzeln darin, teilweise, bis in den "Grundwasserspiegel" hinein, das mögen die auch sehr, das Ganze ist halt eine Hydrokultur. Das funktioniert mit den richtigen Pflanzen, gutem Licht und Wärme hervorragend.
Ich will halt, dass meine Meisen möglichst naturnah leben und "wohnen" und dass ich andererseits unbedingt Einblick in das Nest der wichtigsten Arten habe. Das gelingt auf diese Weise sehr gut, es gelang auf diese Weise sogar in meinem Wohnzimmertreibhaus (...der Gigantiops-Biosphäre), dass eine Grundfläche von etwa 10 Quadratmetern hatte, dicht bepflanzt war und naturnah eingerichtet war. Auch hier siedelten die apicalis und die Gigantiops in einsehbaren Beobachtungsnestern und gediehen dabei prächtig.
LG, Frank.
Hallo Frank,
dankeschön für deine Antwort. Jetzt kann ich mir die Umsetzung schon besser vorstellen.
Eine Frage bleibt mir noch: gießst du dann immer an einer Stelle bzw. füllst den Grundwasserspiegel wieder auf? Warum frage ich? Stell mir halt vor, wenn ich mit der Gießkanne gerade am Anfang drüber geh über den Boden, dann schwämmt es die Erde zwischen die Steinschicht, da diese ja noch lose auf der Steinschicht aufliegt anfangs.
LG
Marcel
Hallo Marcel. Jeden Tag läuft der Nebler zweimal, ansonsten sprühe ich noch manchmal am Tage einmal, irgendwie geht so eigtl. kaum Wasser verloren. Wenn ich doch mal eine etwas grössere Menge nachfüllen muss, giese ich das über die Steine, halt nicht sehr schnell, da passiert dann auch nichts. Die Weissen Asseln und die Springschwänze überleben einen solchen kurzen "Gewitterguss".
Im Moment gibt es jede Menge Taufliegen, die blöden Viecher schlüpfen ja dummerweise alle auf einmal . So tragen die Gigantiops davon Unmengen ein, mehr, als sie verwerten können, aber das macht nichts. Bei ihnen sind viele Larven geschlüpft, da schadet ein gewisser Überfluss nicht.
Auch die Temnothorax und Leptothorax erweisen sich als nicht ungeschickte Fliegenjäger. Dass die kleinen Ameisen auch geschickte Jäger von kleinen Bodentieren wie Springschwänzen sind, ist ja seit langem bekannt. Sie trauen sich aber auch an gleichgrosse Beutetiere wie die Drosophila und töten und fangen diese.
Hier zwei nicht sehr scharfe "Beweisfotos", es musste schnell gehen, zum Fotografieren musste ich das Terrarium öffnen, was zur Folge hatte, dass einige der Drosophila es verlassen konnten . Damit es nicht allzuviele wurden, musste ich mich beim Knipsen sputen.
Man sieht eine der Sklavinnen der Harpagoxenus, eine Leptothorax-Arbeiterin auf dem Heimweg nach der erfolgreichen Jagd.
Hallo Frank,
das große Tropenbecken bei mir ist ja etwa einen Meter über der Heizung. Da verdunstet schon etwas mehr. Die Sprühanlage die täglich läuft ist da eigentlich nur für die Epiphyten und für die Luftfeuchtigkeit. Muss da öfter mal 3-4 Liter Wasser nachfüllen, damit die Erde nicht austrocknet. Daher hacke ich so nach. Aber ein Umbau auf einen anderen Bodenaufbau kommt zumindest für dieses Becken erst nach einem Umzug in Frage. Für das neue Oecophylla-Becken werde ich deine Art der Bodengestaltung aber umsetzen. War beim Vereinstreffen einfach beindruckt von den Moosen etc. in dem damaligen Gigantiops Terrarium.
Magst noch ein Gesamtbild des neuen Gigantiops Terras reinstellen? Sind die neuen Temnos auch darin angekommen oder hälst du sie in einem anderen Becken?
LG
Marcel
Ich mach das mal heute abend und versuche, das Becken insgesamt zu fotografieren, Marcel. Es ist aber nicht soooo dicht bepflanzt, weil ich versuchen will, den Moosen ein Chance zu geben. Die brauchen etwas Licht am Boden. Naja, ich knipse das nachher.
Die Temnos sind auch bereits da drin, sie haben gute Wohnmöglichkeiten gefunden und wuseln nun überall herum. Ich staune immer wieder, dass die Harpagoxenus die so gar nicht beachten und auch die Leptothorax die in Ruhe lassen. Vllt. liegt es daran, dass es einfach genug Platz hat für diese kleinen Arten und sie sich so aus dem Wege gehen können.
LG, Frank.
Hallo Marcel, ich hab mal ein paar Bilder gemacht.
Wie gesagt, die Bepflanzung mit hochwachsenden Pflanzen ist spartanisch und soll es hier wohl auch bleiben. So fällt mehr Licht bis auf den Boden des Terrariums. Einige Ästen und Knüppel aus dem Wald ersetzen die Lauffläche, die hochwachsende Pflanzen bieten und bieten den kleinen baumbewohnenden Ameisenarten Unterschlupf und Reviere. Auf Rückwände habe ich auch verzichtet, Tillandsien können ja gut auf den Ästen wachsen und genügen mir als Bepflanzung in den "höheren" Etagen. Es wächst ausserdem ein Kaffeebaum und ein Zitronenbäumchen im Terrarium, weiter ein kletternder Ficus und einige Orchideen sowie ein fleissiges Lieschen etc.. Dann noch viele einheimische Pflanzen, einige davon wie die Moose und den Klee habe ich aus schattigen Wäldern geholt, Pflanzen von dort sind an wenig Licht gut angepasst und gedeihen meist sehr gut in Terrarien.
Ich finde, der Boden sieht jetzt, nach gut drei Wochen schon mal sehr schön und naturnah aus, er ist dicht besiedelt mit Springschwänzen und weissen Asseln, weitere Bewohner werden noch hinzukommen wie heim. Springschwänze aus dem Wald.
All diese Winzlinge haben hier Lebensraum, Nahrung und genügend Schutz, auch wenn die Gigantiops ständig Springschwänze erjagen. Diese gleichen das ohne Weiteres durch Vermehrung aus.
Der Boden ist "ameisensicher", die können ihn nicht so schnell mal verändern, Moose und andere kleine Pflanzen verschütten mit Grabaushub, der Boden ist für diese Ameisen nicht grabbar und es gibt auch nirgends im Moment Versuche der Gigantiops, Nebennester anzulegen, auch wenn das an der Basis der in etwas Moos eingebundenen Orchideen durchaus möglich wäre.
Es ist natürlich nicht ganz günstig, wenn der Boden erwärmt wird und eine Heizung sich darunter befindet. Dann verdunstet ständig viel Wasser aus ihm und ein warmer und vllt. sogar stellenweise abtrocknender Boden animiert die Ameisen, dort zu graben. Es ist wahrscheinlich besser, wenn der Boden lediglich durch die Beleuchtung tagsüber erwärmt wird, er so immer etwas kühler bleibt als der Innenraum des Terrariums und auch wie ein Temperaturpuffer wirkt, so dass Nebel und Wasser auch auf dem Boden kondensiert und von ihm aufgenommen wird.
Meine Gigantiops nisten ja in dem Nest, dass rechts zu sehen ist, und zwar hier im Moment in den obersten Bereichen desselben. Hier haben sie eine sehr angenehme Temperatur, sogar so etwas wie eine Tagesamplitude, nachts, wenn das Licht aus ist, wird es etwas kühler und im Nest herschen Temps um die 20 Grad. Tagsüber gehen die etwa auf 25 bis 27 Grad hinauf im Nest, im Terrarium dann auf 26 bis 30 Grad. Ich denke, das ist optimal, zumindest scheint es ihnen zu gefallen, denn, wie gesagt, es gibt keine Bautätigkeit anderswo im Terrarium. Durch die erhöhte Lage ist es dort etwas trockener, nur wenn ich sprühe von Zeit zu Zeit, auch um den dort lebenden Moosen Wasser zu geben, wird es etwas feuchter. Ab und zu regnet es halt im Lebensraum der Gigantiops...:)
Das erste Foto ist eine Draufsicht auf den Boden. Leider sind die Scheiben etwas beschlagen von der noch immer erhöhten LF aufgrund des abendlichen Sprühens von gestern abend.
LG, Frank.
Hallo Frank,
hey, promte Lieferung von Bildern.
Ein dickes Dankeschön schonmal an dieser Stelle für all die Infos, die du hier gegeben hast.
Finde dein Gigantiops Terrarium sehr schön so wie es ist. Muss schon sagen, schlicht, hell, offen und natürlich. Der Lebensraum im Regenwald sieht ja in der Bodennähe wohl auch häufig so aus. Zumindest ist mir das in Sekundärwäldern in Südostasien so begegnet. Könnte mir für die Äste bei dir noch epiphytische Moose vorstellen.
Das Oecophylla Terrarium wird mehr größere Pflanzen enthalten müssen, damit die Kolonie weben kann. Aber ich dachte an eine feuchtere Lichtung mit Moosen. Und eben an die gleiche Bodengrundvariante wie du sie beschrieben hast. Werde das einfach mal ausprobieren. Klingt alles sehr gut und sah auch gut aus beim Treffen.
Für das große Tropenbecken gab es einfach keinen anderen Platz als etwa einen Meter über der Heizung. Du kennst ja die Bilder aus dem Tropengemeinschaftsbecken-Thread von mir. Die Pflanzen gedeihen also trotzdem. Das die Kolonien im Boden nisten war so beabsichtigt. Klar ist es vorallem für Pflanzen im Winter nicht ganz ideal, wenn sie etwas zu warme Füße haben von unten. Und einen wirklich nassen Boden hätte ich wohl auch nicht einrichten können. Denke dann wären die Scheiben ständig beschlagen. So muss ich zwar auf Moose verzichten, andere Pflanzen wachsen aber sehr gut. Mal sehen wie ich das in der nächsten Wohnung organisiere. Denke wenn es da wieder einen Heizungsplatz gibt, würden da eher die trockenen Becken hinkommen.
Wobei ich ja sowieso am Besten ein achteckiges Wohnzimmer bräuchte...die jetzigen vier Ecken sind schon voll.
LG
Marcel
Hallo Frank!
Das ist wirklich ein hübsches Becken geworden. Es ist schon erstaunlich wie schnell die ganzen Pflanzen wachsen. Das es den Gigantiops dort drinnen gefällt kann man sich gut vorstellen.
Viel Erfolg mit der weiteren Haltung!
Bei dem Becken fällt mir immer eine alte Show von früher ein. Die Miniplayback Show. Eben war es noch ein Wüstenformicarium, jetzt ist es ein Tropenformicarium .
Lg, Mathias
Hallo Frank,
ich muss mich dem Allem anschließen.
Für die Zeit, die das Becken läuft, hat sich die "Einrichtung" schön natürlich entwickelt.
Der Mauerpfeffer passt zwar nicht gerade in ein Tropenbecken, scheint sich aber dennoch recht wohl zu fühlen.
In ein paar Wochen wird dann das Ganze zum Dschungel werden.
Gefällt mir das Ganze. Also weiter so.
LG, Heiko
Danke Heiko und, ....ich habe es geahnt! Irgendwer, oder besser gesagt, genau Du wird mich mit dieser kleinen Schummelei erwischen...
Hast recht, der Mauerpfeffer passt da nicht so gut hin und braucht eigentlich auch mehr Licht und ein trockeneres Umfeld. Aber Frau Nachbarin hat jede Menge dieser kleinen Pflanzen entsorgt und da hab ich im Vorbeigehen einige mitgenommen und eingesetzt. Naja, er vergeilt nun natürlich, aber eigentlich ist das ja egal. Ich lass ihn mal.
Aber nochmal, natürlich hast Du recht und ich freue mich, wie genau Du hingeschaut hast.
Ja, Heiko, ich bin auch sehr zufrieden mit der Entwicklung in dieser kurzen Zeit. Eigentlich macht so ein Becken auch wirklich wenig Arbeit. Ich glaub, das Wichtigste ist halbwegs gutes Licht und sauberes Regenwasser. Ansonsten viel Leben im Boden, es ist unglaublich, wie stark sich die Springschwänze bereits vermehrt haben, ich habe sie vor etwa zwei Wochen erst eingesetzt.
LG, Frank.
Hallo Ameisenfreunde,
wie viele andere tropische Arten sind die Gigantiops wahre kleine Baukünstler, sie verstehen es, unter Zuhilfenahme von feuchten Lehm oder Ton und verrrottenden kleinteiligen Pflanzenmaterial ihre oft nicht zur Gänze selbstgebauten Nester umzugestalten. Sie passen diese so ihren Bedürfnissen und ihren Körpermaßen, verkleinern zB. den Eingang oder errichten Wandungen in zu grossen Wohnkammern, dichten Spalten und verkleiden Ritzen im Nest mit solchen Materialien ab.
Ebenso wie anderen tropischen Arten wie zB. den Odontomachus oder den schönen Pachycondyla apicalis traut man diesen Ameisen soviel "handwerkliches" Geschick und so viel Kreativität oft nicht zu. Diese Ameisen wie auch viele andere Arten bauen jedoch oft recht kunstvolle Nester, bekannt sind die Ameisengärten. Wenn Gigantiops auch keine solchen grossartigen Nester in Alleinarbeit anlegt, sondern hier bestenfalls Mitbewohner ist, versteht es die Art jedoch, vorgefundene Nisträume durch eigene Bautätigkeit abzuändern und anzupassen. Dabei wird eben nicht nur gegraben und ausgeräumt, sondern Material wird auch eingetragen und an passender Stelle verbaut. Gerhard Kalytta zeigte mir kunstvolle ausgebaut Cola-Dosen und berichtete von anderen Zivilisationsresten, die diese Ameisen als Behausung im Freiland umgestaltet haben. Gründende Jungköniginnen in meiner Haltung verbauten Material in Reagenzgläsern und verengten so Eingang und Innenraum.
Bei den Gigantiops scheint es nun auch so zu sein, dass neues, besonders geeignetes Material offenbar zur Nestbauaktivität animiert.
Heut hatte ich ein neues kleines Pflänzchen gesetzt, einen rotblättrigen, kleinem Klee, den ich mit etwas toniger Lehmerde einpflanzte. Nach dem Pflanzen sprühte ich die Stelle ausgiebig, der Lehm war nun also sehr feucht und schön klebrig .
Sehr bald entdeckte eine neugierige Gigantiops-Arbeiterin die Stelle und untersuchte diese Neuerung im Terrarium. Nach einiger Zeit begann sie, kleine Lehmklümpchen anbzunagen und in das Nest wegzutragen. Hier verbaute sie den feuchten Lehm am Nesteingang und im Nest.
Hier nun zwei Bilder der neuen "Pflanzung" und einige Bilder der schwer arbeitenden Ameise. Das vorletzte Foto zeigt sie auf dem Heimweg zum Nest mit Lehmklümpchen in den Kiefern. Zuletzt ein Foto des Nesteingangs, man erkennt etwas des neu verbauten Lehms. Schemenhaft erahnt man im Dunkel des Nesteingang das Gesicht einer Wächterin.
LG, Frank.
Hallo Ameisenfreunde,
zurück zum "Ameisen-Alltag". Ich hab ja nun erstmal zu den Cataglyphis einiges berichtet, das heisst aber natürlich nicht, dass meine geliebten Gigantiops, diese wunderbaren Formicinen von der anderen Seite des südl. Atlantiks, irgendwie "hintendran" sind.
Die Gigantiops haben fast drei Wochen ohne die übliche, ständige Zufütterung mit Taufliegen zugebracht, das hat ihnen aber nicht geschadet. Das Terrarium ist mittlerweile so gut eingefahren, dass es genug Bodentierchen "produziert" für eine Fütterungspause, die einige Tage dauern kann. Die Brutmenge der Kolonie hat nicht abgenommen, es gab also keinen Mangel an Eiweiss während meiner Abwesenheit. Die Arbeiterinnen konnten ausreichende Mengen an Springschwänzen erbeuten, die im Boden und auf ihm überall herumwuseln.
Zuckerwasser gab es in einer Vorratstränke, gebastelt aus einem kleinen Reagenzglas und einem Kunststoffdeckel.
Auch die anderen Mitbewohner wie die Temnothorax- und Harpagoxenus/Leptothorax-Kolonien haben diese Zeit gut überstanden, ich seh die kleinen Meisen überall nach Fressbaren suchen und Nektar am Fleissigen Lieschen sammeln.
Das Terrarium selbst hat die Zeit ebenfalls gut überstanden, alle Pflanzen, tropische wie auch heimische, haben die Zeit genutzt und sind sehr schön gewachsen. Sehr erfreulich, wie alles wächst. Für mich besonders faszinierend, die Moose bilden immer dichtere, kurze und sich ausbreitende Rasen.
Hier einige Fotos des gegenwärtigen Zustands. Auf einigen Fotos sieht man eine Gigantiops-Arbeiterin mit Beute, am Fleissigen Lieschen sind Jungköniginnen von Leptothorax zugange. Sie wurden von ihren Herrenameisen, den Harpagoxenus zu Arbeiterinnen "degradiert" und erfüllen Arbeiterinnenaufgaben, indem sie Nahrung für die Kolonie sammeln und eintragen.
Die Bilder sind unbearbeitet. Leider wirken sie teilweise recht dunkel, ist es aber nicht, es ist wirklich sehr schön hell im Becken .
LG, Frank.
Auweh! Hier nur ein gut gemeinter Tipp: Ich sehe auf den bildern diesen einheimischen rötlichen Klee. Versuch ihn loszuwerden, solange du noch kannst. Er sieht wunderschön aus, keine Frage. Bei meinen Freiland-Carnivoren wuchert das Zeug jedoch in allen Töpfen und egal wie rigoros ich vorgehe, ich kriegs nicht weg. Wobei ich aufgrund großer Wurzeln auch nicht an jeden Pflanzenfitzel komme.
Grüße
Stephan
Nööö, nö, Stephan, diese Kleearten halte ich seit Jahren in meinen Terrarien, auch in der Biosphäre wuchs solcher Klee, aber nur sehr zurückhaltend ;), das passt schon. Im Terrarium wuchert er auch nicht, wahrscheinlich ist das Licht dann für diese Pflanze doch zu schwach.
Dass er im Garten oder in Freigehegen Ärger machen kann, ist mir bewusst, aber in einem Terrarium kann er das nicht. Und wollte er es, wäre es ja ein Leichtes, ihn einzudämmen.
Aber so wie er da steht, steht er seit Wochen schon, er wächst nur sehr langsam und ausserdem, er gefällt mir als niedrige Bodenpflanze...
LG, Frank.
Hallo Stephan,
den Klee kenn ich auch zur Genüge!
Schlimm ist, dass er auch unterirdische Ausläufer macht und sich dazu noch aussaatet wie bekloppt.
Aber in einem Ameisenbecken wirds wohl nicht ganz so schlimm sein. Da kann er auch nicht so in die Tiefe gehen.
Wenn man dann hauptsächlich noch Epiphyten hält, stört das wohl auch nicht weiter.
Aber im Karnivorensumpf ist er wirklich eine Katastrophe, wie Weiden- und Birkensämlinge und die allgegenwärtigen Binsen auch!
LG, Heiko
Hallo Frank,
jetzt hab ich hier schon meinen Senf zu dem Klee gegeben und habe es glatt versäumt, was über Dein Terrarium zu schreiben.
Das hat sich jetzt doch schon sehr schön entwickelt.
Vor Allem dass die Moose jetzt langsam beginnen, den Boden zu überziehen, lässt Deine Anlage noch viel natürlicher erscheinen.
Gefällt mir echt gut.
Was die Ameisen betrifft, da kann man sehen, dass sie sich auch in einem gut `eingewachsenen´ Biotop-Terrarium mal eine Zeit lang
selbst versorgen können.
LG, Heiko
Danke Heiko. Zu den Klee-Pflänzchen. Ich habe hier sogar zwei Arten drin... Und wie gesagt, bewusst angesiedelt. Kleine Birken glaube ich auch wachsen zu sehen, aber Du hast natürlich recht, in einem so kleinen Terrarium kann sowas nicht zur Plage werden.
Nochmal zurück zum Klee. Es gibt ja viele Arten . Diese beiden hier im Terrarium (langsam) wachsenden Arten hier sind auch im Freiland sehr kleinwüchsig. Die rote Form wächst eigtl. hier in der Gegend überwiegend solitär an vollsonnigen Standorten. Die grüne Form wächst in kleinen Polstern in schattigen Wäldern. Beide blühen gelb, glaube ich.
In meinen früheren Garten hatte ich mir einen anderen Klee aus der Eifel mit Thymian eingeschleppt, der war insgesamt grösser, viel kräftiger und wuchsfreudiger und vermehrte sich tatsächlich rasend über dicke Ausläufer und lange Wurzeln. Ihm war nicht Herr zu werden, riss man ihn aus, lief man Gefahr, den schönen, wilden Thymian und alles mögliche mit auszureissen.
Der war wirklich eine Plage...
LG, Frank.
Mal wieder Bilder der Gigantiops-Arbeiterinnen. Der Kolonie gehts natürlich nach wie vor gut. Heute gab es frischen Zucker, der sofort auf Interesse stiess.
Ein moos- und pilzbewachsener alter Eichenknüppel. Wer genauch hinschaut, sieht noch den Hintern einer Pachycondyla apicalis-Königin, die hinter den Ast verschwindet. Gerade hat sie die Gigantiops in einen unbewachten Moment beklaut; sie raffte ein kleines Heimchen von deren Nesteingang weg, dass ich dort für die Gigantiops hingelegt hatte..:)
Zwei sich fütternde Gigantiops-Arbeiterinnen am Nesteingang.
LG, Frank.
Meine netten Gigantiops haben nun neue Nachbarn, die auch schon im Parterre eingezogen sind. Ich hab lange überlegt und ein bissel gehadert, aber dann doch mir selbst nachgegeben und mir einen Wunsch erfüllt und so ist eine kleine Kolonie der Paraponera clavata nun im Terrarium.
Wunderbare, absolut ruhige und bärige Ameisen. Alles, was sie tun, scheinen sie mit Vorsicht und Bedacht zu tun, selten, dass sie mal in Hektik geraten. Die kleine Kolonie kam am letzten Wochenende hier in einem Topzustand an, vielen Dank an dieser Stelle an Stefan von world-of-ants.
Laut den Schilderungen und persönlichen Mitteilungen von Gerhard Kalytta lebt diese grosse Ameise im Freiland wohl oft in unmittelbarer Nachbarschaft mit Gigantiops, es scheint evtl. sogar so etwas wie eine Wechselbeziehung zwischen beiden Arten zu geben. Mal schauen, ob ich da etwas in meinem Terrarium beobachten kann. In jedem Fall sind die Arten beim Aufeinandertreffen unter normalen Umständen ohne jede Agression, es gibt seitens der Gigantiops bestenfalls freundliches Interesse. Die haben am Anfang schon recht neugierig geschaut, was das da für Brocken sind, die nun durch ihren kleinen Dschungel tapsen. Für die Paraponera sind die flinken und mit Übersicht ausgestatteten Gigantiops eh unerreichbar, sie behandeln die Gigantiops mit wenig Interesse. Lediglich am ersten Tag, als die Paraponera einzogen und infolge des Freisetzens etwas erregt waren, steckte eine der Paraponera den Kopf in den Eingang des Gigantiopsnestes und zog eine Arbeiterin heraus, die dort wachte. Sie tat ihr aber nichts, kam wohl auch nicht dazu, denn die Gigantiops verstand es, sich mit einer gespritzten Ladung Ameisensäure aus der Affäre zu ziehen.
Hier mal ein Foto einer sich "sonnenden" Paraponera-Arbeiterin auf dem Nest der Gigantiops und Paraponera.
LG, Frank.
Coooles Bild, Frank
Finde die Paraponera ja echt klasse, und ich finde die passen perfekt in Dein großartiges Terrarium hinein. Bin sicher, dass Dir die Haltung keine Probleme bereiten wird.
Grüße, Phil
Hallo Frank!
Ach bei dir ist das immer so Man denkt sich nichts böses und "schwupps" hat der Frank wieder einen raus geholt. Find ich cool
Da setzt der Frank doch mal eben zwei absolut seltene Arten zusammen in ein Becken und schaut was passiert. Den Mut hat sicher nicht jeder. Aber ich denke das man mit etwas Risiko auch anständig belohnt werden kann. Es bringt natürlich nichts jetzt einfach Arten zusammen zu würfeln, da gehört auch eine anständige Portion Erfahrung dazu, das haben hier ja einige, sonnst würden die ganzen Gemeinschaftsbecken nicht so gut laufen.
Ich wünsche weiterhin viel Erfolg!
LG, Mathias
Danke Euch für die netten Worte. Ich hab eigentlich insgeheim schon lange mit den Paraponera geliebäugelt, eben um sie mit den Gigantiops zusammen zu halten. Nur waren die Erfahrungen früherer Jahre mit Paraponera nicht sehr ermutigend, zwei Jungköniginnen, die ich mal für einige Zeit hielt, schafften die Gründung nicht, verhielten sich auffällig unruhig, pflegten Brut nicht und verstarben schliesslich nach einiger Zeit. So eine noch einsame Jungkönigin wollte ich nicht wieder haben.
Es sollte also mindestens eine kleine Kolonie sein, die damit wenigstens das Risiko der Gründung bereits hinter sich hat und es sollte vor allem eine Königin sein, die eindeutig die Mutter der Arbeiterinnen ist. Stefan hat mir das zugesichert und die Königin verhält sich auch sehr ruhig und bleibt im Nest, wo sie sich um ihre Eierchen kümmert, wie sich das gehört und wie man es erwartet von einer guten Königin.
Überhaupt sind die Tiere sehr ruhig und verbringen viel Zeit mit gegenseitigen Putzen im Nest.
Es sind schon erstaunliche Ameisen mit eigentlich extrem martialischen Aussehen, ungeheuer massiven Kiefern und robusten Körpern und Gliedmassen. Faszinierend dabei ihre Ruhe und Gelassenheit. Selten mal, dass sie erregt sind und dann zirpen..:). Ich habe immer das Gefühl, dass staatenbildende Insekten mit zunehmender Körpergrösse einfach ruhiger und gelassener werden, die Paraponera erinnern dabei an Hornissen.
LG, Frank.
Hallo Frank,
Glückwunsch zu den tollen Ameisen,die werden es richtig gut in deinem Becken haben.Bin gespannt was Du die nächsten Monate berichten kannst.
Leben die apicalis noch im Becken,wenn ja haben Sie schon Bekanntschaft mit den clavata gemacht?
lg
rog
Hallo Roger, von den apicalis habe ich zum letztem Male was gesehen, als ich die Bilder machte Anfang Juli. Seitdem nichts mehr, und die Paras sind seit dem letztem WE erst drin. Ob sie Schuld an deren Verschwinden sind, sei dahingestellt und ist eigentlich auch nicht wichtig.
Aber auch dann sah ich ja immer nur eine der beiden Königinnen. Die beiden lebten ja nun seit Oktober, glaube ich, hier. Wenn ich darüber nachdenke, kann ich mir nicht vorstellen, dass so eine apicalis-Königin eine Begegnung mit den Paraponera schadlos übersteht, zu ähnlich sind sich die Ameisen in Lebensweise und Grösse. Die Paraponera werden die apicalis nicht dulden, sie als direkte Konkurrenten in einem so kleinen Lebensraum knallhart bekämpfen. Ich habe zwar keine Auseinandersetzungen gesehen, habe aber eben auch die apicalis seit ein paar Tagen nicht mehr gesehen.
Ich wusste auch nie genau, wo die beiden nisten. Irgendwo in einer kleinen Mossbulte, denke ich. Sie umzusetzen aber war mir zu aufwendig, ich bin ja recht froh, dass alles so schön wächst.
Zu guter Letzt muss man natürlich sagen, hätten die apicalis etwas zuwege gebracht, was mich sehr gefreut hätte, hätte ich nie die Paraponera hinzugesetzt. Leider aber haben sie in all der Zeit nichts hinbekommen. Vielleicht sind beide eines natürlichen Todes gestorben oder zumindest eine von ihnen, während die andere vielleicht den Paras über den Weg lief.
Wer weiss .
LG, Frank.
Mal wieder Fotos der erstaunlichsten und grossartigsten Ameisen überhaupt, der schönen Gigantiops. Arbeiterinnen nach erfolgreicher Jagd und während dieser. Auf den ersten beiden Bildern eine Arbeiterin mit erbeuteter Drsosophila, die teilweise gleich vor Ort verspeist wird, auf dem letzten Bild eine Arbeiterin mit Springschwanz in den Kiefern. Obwohl diese Arbeiterin bereits Beute trug, jagte sie unverdrossen weiter und versucht, auf dem Heimweg sozusagen im Vorbeigehen weitere Springschwänze einzusammeln und aufzupicken.
Die Kolonie macht mir im Moment etwas Kummer. Nie hatte die Kolonie die Grösse ihrer Mutterkolonie erreicht, die zu ihren Glanzzeiten in 2007/2008 sicher etwa 1000 Individuen hatte. Diese Kolonie, ein der Tochterkolonien aus der Zucht mit der alten Mutterkolonie, kam nie über etwa 100 Arbeiterinnen gleichzeitig. Jetzt sind es sehr viel weniger, etwa noch dreissig Tiere im Nest. Die Entwicklung stagniert oder ist besser gesagt, rückläufig. Es schlüpfen im Nest erste, noch wenige Männchen. Lange Zeit hatte ich diese sehnsüchtig aus gewissen Gründen erwartet, jetzt macht mir ihr Auftauchen eher Sorgen denn Hoffnung.
Trotzdem, es besteht noch Hoffnung, noch lebt die Königin.
LG, Frank.
Hallo Frank,
da drück ich Dir ganz fest die Daumen, dass sich die Kolo wieder stabilisiert.
Wäre sehr Schade, wenn dem nicht so wäre.
Sind sehr schöne und beeindruckende Tiere.
LG
Holger
Danke Holger.
Ich bin zur Zeit dabei, das Terrarium umzugestalten, es wird nach einigen Umbaumassnahmen um einiges höher sein. Also muss ich das gesamte Inventar umsetzen, auch die bewachsenen Lavasteine, die Pflanzen tc. sowieso. Nötig ist das, weil ich den Gigantiops und den Paraponera genügend Platz bieten möchte.
ich war ziemlich überrascht und erfreut
, als ich beim Rausklauben der Pflanzen ein recht ordentliches Zweignest meiner frechen Gigantiops fand. Sie hatten es sich in einem Moospolster unter einer Orchidee gemütlich gemacht. Geahnt habe ich sowas schon lange, denn die Paraponera haben an dieser Stelle oft herumgeschnüffelt und auch Gigantiops trieben sich hier immer wieder herum. Aus gutem Grund, wie ich jetzt weiss. Und kein Wunder, hier befand sich ein grosser Teil der Kolonie, etliche Jungköniginnen, einiges an Brut und auch die alte Königin.
Nun sieht es schlagartig also wieder sehr viel besser aus bei den Gigantiops, das macht mich sehr, sehr froh. Ich habe mich immer gewundert, wieviel Beutetierchen die Gigantiops erjagen und wieviel Zucker sie verbrauchen, nun weiss ich, warum.
Naja, so ist es besser.
Und man sieht, dass man es kaum vollständig verhindern kann, dass die Tiere sich "ganz private", nicht einsehbare und sogar gut versteckte Nester anlegen. Im gewissen Umfang dürfen sie das ja auch bei mir, jedoch nicht vollständig, ich will halt schon gern wissen, wie es um die Kolonien steht.
Die Gigantiops haben mich wiedermal recht clever getäuscht, aber ich bin natürlich sehr froh, dass es so ist und nicht so, wie ich es befürchtet habe.
Bilder folgen, wenn das Projekt abgeschlossen ist.
LG, Frank.
Hallo Frank,
das freut mich wirklich sehr! Hab schon befürchtet, dass es bald keine Gigantiops mehr beim Frank zum gucken gibt.
Schon irgendwelche interessanten Interaktionen zwischen Gigantiops und den Paraponera beobachten können?
Grüße, Phil
Nö, Phil. Die Gigantiops sind halt neugierig wie immer, verfolgen die dicken Paras und starren ihnen dann manchmal lange nach und die Paras übersehen die flinken Gigantiops geflissentlich bei ihren "Besorgungen", die sich meist mit dem Besuch der Zuckertränke erschöpfen. Was sollen sie auch sonst tun, die Gigantiops sind ihnen weit überlegen in Beweglichkeit und Schnelligkeit bei der Navigation und sowieso auch nicht sehr interessant für die Paras. Ausserdem haben die Gigantiops ja für andere Insekten unangenehme Waffen, die sie schonmal einsetzen, wenn sie sich bedroht fühlen und das aus der Distanz.
Aber man ist wie gesagt friedlich, ignoriert sich bzw. beobachtet sich, wenn sonst nichts zu tun ist. Bisher friedliche Koexistenz. Das soll natürlich so bleiben, deswegen will ich etwas mehr Platz anbieten.
LG, Frank.
Hallo Frank,
das sind ja tolle Nachrichten!
Hatte mir nach deinem letzten Bericht über die schrumpfende Gigantiops-Kolonie schon Sorgen gemacht.
Wäre wirklich sehr schade gewesen, wenn diese schöne Art aus der Haltung verschwindet. Deine Lieblinge.
Und jetzt sogar eine Kolonie die wieder Geschlechtstiere aufzieht. Einfach schön.
LG
Marcel
P.S. Bin schon auf Fotos und Berichte vom umgebauten Terrarium gespannt.
Ja, die Gigantiops halten mich seit über fünf Jahren der Haltung weiter in Atem. Nichts ist bei dieser Art gewöhnlich oder wenigstens vorhersehbar. Zum Glück.
Jedenfalls hat sich die Kolonie nun im neuen Nest zusammengefunden und siehe da :o, es sind zum Glück noch eine ganze Menge Tiere und es werden auch weiter junge Arbeiterinnen aufgezogen, es gibt neben jungen Königinnen auch junge Arbeiterinnen im Nest. Fleissig werden Fliegen erjagt, sowohl Drosophila wie auch Stummelfliegen, die Bande macht mir einfach viel Spass. Hauptaktivitätszeit der Jägerinnen ist gegen 11 Uhr, man steht halt etwas später auf als Herrchen..:) Das neue Nest befindet sich nun in 1,4 Metern Höhe über den Terrarien-Erdboden, das macht das Fotografieren der Vorgänge im Nest nicht leichter. Höhe über den Zimmerboden nun ja etwa 2 Meter.
Aber es geht, einige Fotos habe ich gemacht, leider sind sie etwas unscharf, auch wegen des Kondenswassers an der Scheibe. Aber es ist wohl erkennbar, dass es der Kolonie dann doch recht gut geht, es gibt zum Glück Brut in allen Stadien und die Altkönigin scheint auch topfit zu sein.
In diesem Nest war die Kolonie übrigens während der Erweiterungsarbeiten am Terrarium eingesperrt, das geht mit den eigentlich geduldigen und friedlichen Gigantiops sehr gut. Weil ich ja nun doch nicht ganz zufrieden bin mit der Gestaltung und an weitere Baumassnahmen denke, werden die Gigantiops dies noch mindestens einmal aushalten müssen. Aber das ist kein Problem für diese Ameisen, die sind eben absolut brav. Lass ich früh das Licht nicht angehen, bleiben alle Tiere artig zu Hause und so ist der Umgang mit dieser Art bei zeitlich begrenzten Arbeiten am Becken kein Problem.
Aktuelle Bilder aus dem neuen Nest.
LG, Frank.
Hallo Frank,
nun kannst Du ja endlich aufatmen! Also alles doch noch im Lot.
Mein Glückwunsch. Freue mich schon auf weitere Berichte!
LG, Heiko
Danke Heiko. Und doch war ich nicht zufrieden . Wie so oft zeigt sich erst am Ende, ob ein Vorhaben und dessen Umsetzung wirklich eine kluge Sache ist. Ich habe die Idee wieder verworfen und das Terrarium zurückgebaut. Es war mir einfach zu hoch, insbesondere der Eingriff durch die Türen, der sich ja um 50 cm erhöht hatte, missfiel mir. Alles war irgendwie unhandlich und ich kam nur schwer an den Boden. Also habe ich das Becken, das ich als Unterbau verwendet hatte, wieder entfernt und eine neue Bodenplatte in das alte Terrarium eingebaut. Das Becken steht nun wieder in alter Pracht da, mit handlicher Höhe.
Wäre ja alles nicht so schlimm gewesen, aber die armen Gigantiops mussten immer während der Baumassnahmen im Nest bleiben und einiges aushalten. Ich musste einiges an Chemie verwenden, Kleber, Terpentin, um Silikon und Kleberreste zu entfernen und so weiter. Alles ist gutgegangen, nach gründlicher Reinigung wurde das Becken wieder eingerichtet und steht nun nett da..:)
Die ganze Bastelei hat einiges an Zeit und Nerven gekostet, immerhin war das erhöhte Becken ja auch schon komplett ein- und hergerichtet, aber es wollte mir dann einfach nicht gefallen. Zu hoch. Dadurch auch zu wenig Licht auf dem Boden, der mir ja immer wichtiger wird...;)
Nach einigen Tagen des Zweifelns ging es also nochmal ans Werk. Nochmal das Substrat entsorgen und einiges Inventar, das waren drei Eimer Kram, nochmal Neustart.
Hier drei Fotos des gerade neu eingerichteten Beckens, Detailaufnahmen des Bodens und Blicke durch das Becken.
Meine neuen, etwas dicklichen Freunde durchstreifen nachmittag ab etwa 17 Uhr das Becken und dessen Vegetation.
Die Paraponera haben mir bisher grosse Probleme gemacht. Die Arbeiterinnen rannten den ganzen Tag und die ganze Nacht aufgeregt, wie Furien, durch das Terrain. Vor etwa zwei Wochen habe ich sie in Quarantäne gesetzt, sie bewohnten in dieser Zeit ein kleines, moosbewachsenes Terrarium. In dieser Zeit starben leider zwei der fünf Arbeiterinnen. Vielleicht aber waren dies die Unruhestifter, jetzt jedenfalls sind die Tiere ruhiger geworden und ich konnte sie wieder in dieses Terrarium zurücksetzen, wo sie nun, wie angedacht, mit den Gigantiops zusammenleben. Es passt jetzt in den ersten Tagen hervorragend, die Gigantiops sind am Vormittag bis Mittag aktiv, jagen und tragen Zucker ein, die Paraponera werden erst am späten Nachmittag aktiv. Jedoch gibt es auch dann keine Probleme, wenn die Tiere aufeinandertreffen. Man weicht sich aus und ignoriert sich grösstenteils.
Die Paraponera bewohnen ein Ytongnest, natürlich einsehbar. Vor einiger Zeit (....und einigen Umbauten..;)..)waren sie nicht dazu zu bewegen, hier einzuziehen, nun haben sie es bereitwillig akzeptiert und scheinen recht zufrieden zu sein.
Die Tiere haben ihr Verhalten nun völlig verändert, ich hoffe, es bleibt nun so. Ich war schon sehr verzweifelt und hatte die kleine Kolonie fast aufgegeben. Etwas Glück und einige gute Tips vom guten moglie halfen über diese Durststrecke.
Fotos der Paraponera-Arbeiterinnen am Nesteingang.
LG, Frank.
Noch ein paar Bilder aus dem Nest der Paraponera. Leider nicht sehr scharf, denn die Glasscheibe ist beschlagen. Das erweckt den Eindruck, es sei nass im Ytongnest. Das Nest aber ist nur etwa erdfeucht. Es wird nicht von aussen beheizt, deswegen das Kondensat an der Sichtscheibe.
Der Ytong ist mit einfacher Abtönfarbe gestrichen, ausserdem und zusätzlich von aussen und vor allem von innen mit einer steinchendurchsetzten Lehm/Waldboden/Mooshäcksel-Mischung eingerieben und bestrichen. Alle Stoffe wie das gesamte Inventar bis auf exotische Pflanzen direkt aus dem Wald. Es steht direkt auf dem Boden des Beckens, so wird es von unten her ständig befeuchtet. Es gibt viele Springschwänze und Weisse Asseln, diese werden das Paraponera-Nest sicher bald entdecken und bevölkern. Die Paraponera wohnen ja erst seit gestern in diesem Nest im neu hergerichteten Terrarium.
Wie fast immer sitzt die Königin allein bei ihrem Eigelege, zwei Arbeiterinnen geben sich der gegenseitigen Körperpflege hin. Die Arbeiterinnen tun dies aber auch bei ihrer Königin und kümmern sich auch natürlich um deren Brut. Neben der Königin liegt irgendwo eine Fliege, diese haben die Arbeiterinnen immerhin erjagt und eingetragen.
Alle Tiere machen einen entspannten Eindruck, was mich sehr froh macht..:)
LG, Frank.
Hallo Frank,
danke für das Update. Da hat sich ja nun einiges geändert, sieht wie immer top aus. Ich drücke Dir mal ganz fest die Daumen, dass es mit den Paraponera nun endlich klappt.
Schaffst das schon irgendwie!
Grüße, Phil
Jetzt läuft mein Terrarium so gut, dass es mir auch schon wieder langweilig wird .
Die Paraponera sind ruhig und sitzen brav im Nest, ab und zu durchstreift eine Arbeiterin bedächtig das Terrarium, den Gigantiops geht es sowieso bestens.
Das Becken schaut schon wieder aus, als würde es seit Jahren so dastehen, dabei ist es so erst etwa drei Wochen alt. Alle Pflanzen gedeihen gut, selbst die Orchideen recken sich und wachsen. Auch die aufsitzenden Tillandsien gedeihen, es macht mir schon Spass, hier reinzuschauen... Nur..., was ist noch zu tun???
Hier mal zwei Ansichten des Terrariums.
Für die Vergesellschaftung mit unseren Ameisen eignen sich nicht nur andere Ameisenarten, es können auch schonmal andere, auch etwas grössere und auch heimische Insekten sein. Heute habe ich einige Waldgrillen eingefangen und ins Terrarium entlassen. Solche Grillen bevölkerten schon einmal vor Jahren eines meiner Waldterrarien. Die Tiere werden etwa bis maximal einen Zentimeter lang, die Männchen sind etwas kleiner und zierlicher. Leider sind die flinken Tierchen im tiefen Laubstreu von Eichen- und Mischwäldern nicht ganz leicht zu fangen.
Sie leben durchaus einige Zeit in einem solchen Becken und pflanzen sich mit etwas Glück sogar fort. Die männlichen Tiere zirpen tagsüber und am Abend dezent leise, ein sehr angenehmes, leises Zirpen.
Nicht zuletzt sind die Grillen ein gutes Jagdobjekt für grössere Ameisen, sie sind also auch eine Art lebender Nahrungsvorrat. Die Grillen ernähren sich überwiegend vegetarisch und naschen an Bananenstückchen, die für die Drosophila sowieso von Zeit zu Zeit ausgelegt werden.
LG, Frank.
Wirklich ein schönes Terrarium Frank! Ist man bei dir ja fast schon gewöhnt. Freue mich daher umso mehr, die Gesamtansicht des Beckens zu sehen.
Das Gefühl, alles ist eingerichtet, was soll ich jetzt tun?: kenne ich gut. Auch ein Grund, warum ich zwischendurch zuviele Arten gehalten habe. Bissl lässt sich das lösen, wenn man noch weitere Bereiche "mit angliedert". Bei mir Fotografie und Pflanzen an sich. Das ergänzt sich gut mit der Ameisenhaltung.
LG
Marcel
Danke Marcel :).
Ich will mal wieder ein paar Bilder meiner Gigantiops einstellen, auch wenn es wenig Neues gibt. Wenn ich vor ein paar Wochen befürchtete, dass ich diese Kolonie verlieren könnte, weil die alte Königin nicht mehr am Leben ist, so sieht es doch nun sehr gut aus, die Königin lebt ja zum Glück und die Kolonie ist gesund und wächst. Wenn auch nur langsam, kein Vergleich zur Mutterkolonie, von der die Königin dieser Kolonie stammt.
Das ist nicht schlimm, bleibt diese Kolonie eben recht klein. Aber den Tieren geht es richtig gut, es werden einigermassen viele Nachkommen aufgezogen, die Arbeiterinnen sind regelmässig auf der Jagd und pirschen durch das Terrarium.
Immer wenn ich diesen Ameisen bei der Jagd und bei "kollegialer" Interaktion im Terrarium zusehe, bin ich begeistert. Aber das will ich lieber nicht noch mal ausführen. Diejenigen, die mich hier mal besucht haben und die Tiere kurze Zeit beobachten konnten, wissen, wovon ich schreibe.
Erstaunlich ist auch immer die absolute Ruhe, mit der diese Ameisen meine Aktivitäten am Terrarium beobachten und ertragen. Wenn ich mich nur daran erinnere, dass ich das Becken in letzter Zeit mehrmals umgebaut habe und die Ameisen das alles ertragen mussten. Sie waren zwar eingesperrt in ihrem Nest, dass ich in einer oberen Ecke des Beckens befestigt habe, trotzdem blieben ihnen die Erschütterungen und mein Hantieren mit Chemie wie Kleber, Silikon und Terpentin (!) sicher nicht verborgen. Am Abend hatte ich immer das Nest geöffnet, damit die Arbeiterinnen am Morgen, wenn ich bei der Arbeit war, Zuckerwasser und Nahrung eintragen konnten. Kam ich am frühen Nachmittag heim, hatten die Gigantiops ihre Arbeiten erledigt, waren sämtlich brav ins Nest zurückgekehrt und liessen es nun zu oder schienen es fast schon zu erwarten, dass ich das Nest wieder versperren konnten und meine Bastelei fortsetzen konnte. So ging das einige Tage.
Naja, ist alles gutgegangen, nun leben sie wieder in einen grünen Terrarium und können nach Herzenslust jagen und spähen...
Ein Blick in eine "Puppenstube" des Nestes.
Jagende Arbeiterinnen.
LG, Frank.
Abendimpressionen aus dem Terrarium. Jeden Abend läuft der Nebler für eine Stunde.
LG, Frank.
Manchmal zahlt Geduld sich aus. Bei den süssen Paraponera läuft es ja schon einige Zeit ganz gut, man hat die Wohnung bezogen und scheint sich wohlzufühlen. Kaum mal, dass eine Arbeiterin das Nest verlässt, wenn dann nur, um Zuckerwasser zu holen. Die Tiere haben sich also völlig beruhigt und eingelebt, kein Vergleich zu den wirren, ziellosen Umherlaufen, das anfangs das Verhalten der Arbeiterinnen bestimmte.
Hier einige Suchbilder mit Arbeiterin. Auf dem ersten Foto noch schlechtgelaunt.
Ennnnnnnndlich habe ich nun vor drei Tagen die ersten Lärvchen entdeckt. Die Königin ist ständig dabei, die Eier und Lärvchen zu putzen und die Lärvchen zu füttern. Ich bin sehr froh. Ich war auch ziemlich aus dem Häuschen, als ich die Entdeckung machte. Hat ja lange gedauert und ich konnte schon gar nicht mehr so recht glauben, dass es noch Nachwuchs geben würde.
Leider habe ich das Nest so an- und eingebaut, dass ich schlecht hineinfotografieren kann. Ein Regal stört etwas, ebenso der Schlauch des Neblers. Naja, man sieht was und das ist das Wichtigste. Wer genau hinsieht, sieht (unscharf) die gelblichen runden Eier und winzige weisse Babylarven dazwischen. Das Weisse sind halt die Larven..:D...
LG, Frank.
Ja genial Frank!!! Das freut mich unheimlich für dich!
Schön dass das warten und bangen ein Ende hat und sich bei deinen Paraponera Nachwuchs angkündigt.
LG
Marcel
Klasse Frank......
ich hab Sie ja bei Dir gesehen und die hatten ja wirklich Hummel im Hintern,keine Ruhe haben Sie gefunden.
Jetzt wird es wirklich interessant und freue mich auf deine weiteren Update´s und wünsche Dir ganz viel Glück das es weiterhin gut läuft.
lg
rog
Danke Euch beiden.
Hier noch ein Bild der Königin. Das sieht doch sehr zufriedenstellend aus.... Ich freu mich sehr.
LG, Frank.
Hallo Frank,
ich finde deine Terrarium echt klasse sieht sehr natürlich aus. Sowas in der Art wollte ich auch gern machen.
Nur mit Lasius niger, naja die sind ja etwas grabfreudiger... Deswegen wollte ich fragen, wie dick du genau die Streuschicht gemacht hast. Du hattes ja geschrieben nur ganz dünn. Sind das 0,5 cm oder doch eher 2cm? Was würdest du für Lasius niger empfehlen? Und welche Beleuchtung nimmst du genau für deine Pflanzen?
LG
freiheitskaempferin
Hallo Freiheitskaempferin, tut mir leid, aber bei diesen Arten (..wie lasius niger) würde ich diese Haltung nicht empfehlen. Die Tiere sind halt kleiner und wesentlich grabfreudiger. Die werden verschwinden im Split. Feinkörnigerer Split geht nicht, dann wäre es halt schon Sand. Und Sand befeuchtet ist wunderbar zum Graben..:)
Grober Split und ähnliches Material funktioniert aber nur bei Arten mit Arbeiterinnen ab einer bestimmten Körpergrösse. Zudem sollten es halt Arten sein, die nicht übermässig aktiv graben. Bei meinen Arten hier funktioniert es so ganz gut. Das kann sich aber ändern, wenn die Kolonie der Paraponera grösser wird. Darüber denke ich aber nach, wenn es Zeit dafür ist. Das hat bei dieser Art noch Zeit, die brauchen einige zeit für die Aufzucht von nachkommen.
LG, Frank.
Och schade!!! Aber trotzdem danke für die Antwort.
Ich dachte zwischen dem Splitt kriegen sie kein richtiges Nest hin. Selbst wenn sie da zwischen kommen, können sie doch gar keine Kammern bauen?? Oder meinst du sie nutzen die kleinen Zwischenräume als Kammern, die sind doch zu klein?? Und zum wegtragen ist der Splitt doch zu schwer und zu verkeilt..??? Ich sah eher die Gefahr, dass sie versuchen zwischen Splitt und Erde ein Nest zu bauen. Kannst du mir trotzdem sagen, wie dick du die Streuschicht machst, falls ich das später mal bei einer anderen Art machen möchte.
LG
freiheitskaempferin
Unterschiedlich dick. Die Streuschicht ist auch nicht das einzige "Problem". Nicht nur hier könnten selbst grösseren Arten bauen. Es wachsen hier auch Moose, die kleine Polster bilden, auch hier können die Ameisen Nebennester anlegen. Ebenso morsches Totholz etc... Kleinere Arten sind natürlich effektiver bei dem Anlegen ungewollter Erdnester als grössere. Meine Gigantiops (...die ja nichtmal klein sind..) taten das auch schon und in gewissen Umfang bin ich auch bereit, das bei ihnen zu dulden. Sie sollen sich ja wohlfühlen und sich entfalten dürfen. Allerdings will ich auch immer den Status der Kolonie kennen und notfalls eingreifen können, beobachten und dokumentieren sowieso, deswegen sind Erdnester bei mir weitgehend"verboten", zumindest bei einigen Arten.
Je naturnäher man ein solches Becken gestaltet, desto mehr Siedlungsmöglichkeiten bieten sich den Arten. Es bleibt also ein Kompromiss und ein Balanceakt.
...aber es geht, die Beobachtungsnester müssen eben sehr, sehr attraktiv sein, dann werden sie meist benutzt. Das wird aber schwierig bei kleineren, ausschliesslich erdbewohnenden Arten wie lasius niger. Hier wäre mehr Zwang und weniger Vielfalt und Ausweichmöglichkeiten im Terrarium angebracht, um solche Arten in einem Beobachtungsnest zu halten. Geht auch, es gibt ja Beispiele, und auch so kann man Ameisen so halten, dass es ihnen gutgeht und ihnen an nichts mangelt.
LG, Frank.
Hallo Frank,
danke für die Infos. Bin mir nicht so ganz sicher ob ich das hier in deinen Bericht schreiben soll. Naja nur kurz:
Hab jetzt lange nachgedacht und mir überlegt, dass ich es trotzdem versuchen werde. Falls ich erfolgreich bin werde ich es berichten. Ich will die Ameisen nicht ohne Pflanzen und so halten, dann doch lieber gar nicht. Ich werde versuchen das Nest so attraktiv wie möglich zu machen und das Gelände so schwer zum graben wie möglich. Dann werd ich ja sehen ob es klappt.
LG freiheitskaempferin
Hey, klar kannste hier schreiben. Das freut mich doch, belebt den Thread.
Und schreib über Deine Versuche bitte nicht nur, wenn Du erfolgreich bist im Sinne unseres Austausches. Schreib also ruhig, wie es läuft. Vllt. kann man helfen, wenn was nicht so gut funzt und andere können mitlesen.
Eines noch. Man kann den Boden auch so gestalten, dass das bepflanzte Becken wie eine Hydrokultur funktioniert. Also mit einem gewissen Wasserstand im Boden, der eben aus einem Aufbau aus Kieseln oder Split besteht. Wo das Wasser steht und wo es einfach zu feucht ist, werden die Ameisen nicht so gern siedeln wollen. Das muss dann nicht bedeuten, dass sie sich unwohl fühlen, sie werden dann eben andere Nistmöglichkeiten bevorzugen, zB. eben das Beobachtungsnest.
Viele Pflanzen wachsen gut auf einer Hydrokultur, viele andere kann man daran gewöhnen. Bei feuchten Boden immer auf Bodenheizung verzichten. Heizen möglichst über Lampen. Braucht man eh, halbwegs gutes Licht, wegen der Pflanzen. Schau Dir mal meine damalige "Gigantiopsbiosphäre" an, das war eine grosse Hydrokultur in einem kleinen Treibhaus. Es geht also einiges. Den Thread findest Du unter den Namen. Hier und wohl auch im Ameisenforum.de.
LG, Frank.
Mal wieder Bilder der Paraponera-Königin und ihrer Brut. Es geht langsam voran mit der Brutaufzucht, einige Larven haben bereits eine gewisse Grösse erreicht. Es ist meist die Königin allein bei der Brut, die Arbeiterinnen halten sich oft am Nesteingang auf. Selten nur verlassen sie das Nest tagsüber, das Terrarium gehört am Tage allein den Gigantiops.
Leider ist eine weitere der Arbeiterinnen verstorben. Es verbleiben also zwei Arbeiterinnen. Es wird nun wirklich Zeit, dass junge Arbeiterinnen aufgezogen werden.
Wenn ich in das Nest leuchte, um zu fotografieren, wuseln die vielen Springschwänze erschrocken umher. Das wiederum macht die Königin etwas nervös. Es ist also immer nur ganz wenig Zeit und so sind die Fotos nicht besonders gut. Ich muss mich beeilen und will in dieser Phase nichts riskieren.
Ich habe noch nie Ameisen mit einer derart langsamen Brutentwicklung beobachtet. Selbst die Myrmecia-Arten waren viel schneller in dieser Hinsicht. Diese langsame Entwicklung macht die Haltung der Ameisen wirklich schwierig und auch riskant. Es wird noch mindestens sechs Wochen dauern, wohl eher noch länger, bis mit viel Glück die ersten Arbeiterinnen der neuen Generation schlüpfen. Das ist eine relativ lange Zeit, in der noch viel geschehen kann. Stirbt noch eine Arbeiterin oder gar beide letzten Arbeiterinnen in dieser Zeit, wird die Versorgung der Königin und ihrer Brut schwierig. Sie lebt ja im Beobachtungsnest, fest integriert im Terrarium. Es ist schwierig, ihr hier Futter zu reichen.
Andererseits kann man hoffen, dass diese Königin wohl in der Lage ist, das Nest zur Nahrungssuche zu verlassen, wenn es nötig wird. Vermutlich bleiben die Königinnen dieser Art für lange Zeit auch nach der Koloniegründung relativ selbstständig und können im Notfall sich selbst versorgen.
LG, Frank.
Wird wohl wieder mal Zeit, dass ich über die Hauptdarsteller in diesem Terrarium einige Worte schreibe. Es gibt nicht viel zu berichten, zumindest nichts Neues. Das ist an sich schon eine gute Nachricht, denn es geht sehr gut weiter mit der Gigantiops-Kolonie. Das Nest ist gut gefüllt mit allen Brutstadien und mit Ameisen, langsam gerät das Nest an seinen Grenzen. Das hatte ich vor einigen Wochen nicht erwartet, nun aber sieht es so aus, als ob die Kolonie wächst und ihre Stagnation überwunden hat.
Das Nest wird also langsam eng, aber das sind Probleme, die ich liebe und die mir lösbar erscheinen ;), gerade bei meinen Gigantiops. Bekommen sie halt demnächst ein zweites Nest in der Nähe des Alten.
Die Kolonie zieht also ordentlich Nachwuchs auf. Entsprechend eifrig jagen die Arbeiterinnen tagsüber. Es gibt Drosophila und alle möglichen Kleininsekten, die am und im Boden leben. Ab und zu gibt es Stummelfliegen, die werden dann besonders eifrig verfolgt. Mit diesen etwas grösseren Fliegen haben die "zerstörerischen" Gigantiops aber ihre Probleme bei der raschen Töten der Beute, es ist immer ein mehrminütiger Ringkampf. Sie sind bei diesen Fliegen aber sehr hartnäckig, stellen den Fliegen ausdauernd nach und verfolgen sie oft durch das ganze Becken. Diese Fliegen erscheinen wohl als besonders attraktive, lohnende Beute.
Hier drei Bilder einer jagenden und schliesslich erfolgreichen Arbeiterin. Nicht ganz scharf wiedermal, ich hab durch die nicht ganz saubere Seitenscheibe in der Nähe des Bodens fotografiert. Aber man sieht, was geschieht.
Gerade habe ich es ordentlich regnen lassen, ein kräftiger, tropischer Schauer. Deswegen ist der Boden an der Oberfläche recht feucht.
LG, Frank.
Hallo Frank,
dankeschön für die beiden Updates.
Du gehst mit den Paraponera und den Gigantiops ja in letzter Zeit durch ein Wechselbad der Gefühle.
Freue mich, das es mit den Gigantiops jetzt wieder so gut läuft. Sind faszinierende Tiere, mit denen du ja schon schöne Erfolge erleben konntest bei der Fortpflanzung und die dich schon lange begeistern. Wäre wirklich schade gewesen, wenn die Haltung unglücklich geendet wäre, weil die Tochterkolonie nicht mittel- und langfristig stabil wäre.
Dafür ist die Leidenszeit bei den Paraponera noch nicht vorbei. Drück dir da sehr die Daumen, das die Larven einen guten Schub hinlegen und keine weitere Arbeiterin stirbt, bevor der erste Nachwuchs kommt.
LG
Marcel
Hallo Frank,
wirklich schade um die dritte Paraponera Arbeiterin, aber ich drücke dir wirklich ganz fest die Daumen, dass es bei der Brutaufzucht keine Komplikationen gibt und du uns dann Bilder einer jungen Generation von Arbeiterinnen präsentieren kannst. Wenn du sagst, dass die Entwicklung im Vergleich zu Myrmecia Arten langsam ist, dann kann ich nur mein Beileid aussprechen
Die Entwicklung der Gigantiops liest sich richtig gut, ich freue mich für dich! Ich muss ehrlich sagen, dass ich das Becken mit seinen Bewohnern bald gern mal live sehen möchte!
Danke Euch beiden. Und Dominik, weisst ja, wo es steht...:D. Kannste Dir hier ansehen.
Ja, es ist sehr schade um diese Paraponera-Arbeiterin. Es ist ja auch die Dritte, die ich verloren habe, seit die kleine Kolonie hier ist. Aber man kennt nicht die Umstände, unter denen die Tiere eingesammelt wurden und wie gross die ursprüngliche Kolonie war. Es kann also gut sein, dass die Tiere einfach alt waren. Ich gehe davon aus.
Alles halb so wild, wenn es so gut weitergeht bei den Paraponera. Mittlerweile gibt es vier oder fünf Larven, mittelgross bis gross, daneben ein paar Eier. Die Paraponera geben sich also alle Mühe, durchzukommen. Ich unterstütze sie natürlich, täglich lege ich der wachenden Arbeiterin am Eingang frischtote Stubenfliegen vor's "Maul". Die landen dann umgehend bei den Larven. Die ollen Grillen verschmähen sie im Moment leider völlig und schmeissen sie angewidert raus, aber da habe ich durchaus Verständnis. So gibt es nur das Beste für die Paraponera.
Die haben mich also gut erzogen, ich bin täglich auf Jagd für sie .
LG, Frank.
Die haben mich also gut erzogen, ich bin täglich auf Jagd für sie
Was für ein armes Ameisenhalterleben, wer steht den so was durch?
Frank hast Du versucht, die Grillen ein wenig feuchter anzubieten?
Mit feuchter denke ich daran, die Grillen vorab mit Wasser aufzupeppeln.
Wie auch immer, gibt es doch Informationen die, jedenfalls von mir, gerne nachgelesen werden.
Grüße Wolfgang
Danke Wolfgang. Hm, eigentlich hab ich alles probiert mit den Grillen. Die werden auch von allen anderen meiner Ameisen gern genommen, von den Cataglyphis, der Pogonomymrex und auch von den Gigantiops (wenn ich sie bei denen am Nesteingang deponiere). Ich füttere die Grillen mit Weintrauben, Banane usw.. Die sind schon gut gemästet. Aber die Paras mögen sie einfach nicht im Moment, sie sind ihnen wohl einfach zu "matschig". Ich denke aber, wenn die Kolonie mal mehr Brut aufzieht, wird sie da nicht mehr so mäkelig sein.
Jetzt ist das ja kein Problem, soviel brauchen sie nicht und die paar Fliegen, die sie brauchen, lassen sich beschaffen bzw. bereitstellen. Sie sammeln ja auch selbst, erjagen die Stummelfliegen in der nacht und Dämmerung, die ja auch Stubenfliegen sind. Zumindest finde ich am Morgen immer, wenn Stummelfliegen im Terrarium sind, einige tote Exemplare bei den Larven der Paraponera.
LG, Frank.
Wenn wir schon vom Essen reden... Heute gabs bei den Paraponera mal wieder eine Blumenfliege. Die werden gern genommen. Im Moment scheinen Fliegen in allen Varationen am beliebtesten zu sein. Anderes wird verschmäht. Vor kurzem bot ich eine kräftige Hausspinne an, frischtot und frisch aufgetaut, aber auch die wurde nicht akzeptiert. Kann ich aber gut verstehen, würd ich wohl auch nicht wollen...:)
Leider ist die Scheibe mittlerweile wirklich ziemlich verschmutzt von den Bastelarbeiten der Ameisen bei ihrem Innenausbau. Zwar ist das Nest gut einsehbar, aber es ist schwer, gute Fotos hinzubekommen.
Ein Überblick über die Brutkammer, links die Königin bei den jüngeren Larven. Rechts eine Arbeiterin mit den älteren Larven und der Beute.
LG, Frank.
Ich bin grad ganz schön erstaunt, wieviel die Larven in den 6 Tagen gewachsen sind, das sieht richtig gut aus! Wenn die so weiter machen wird es bis zur Verpuppung gar nicht mehr so lange dauern. Ich bin guter Dinge, dass du es hinbekommst
Ich meine es dauert ziemlich genau 2 Wochen bis sie sich verpuppen und 4 Wochen bis zum Schlupf der Ameisen.
Danke Sven. Die Larvenzeit aber dauert hier bei mir schon etwas länger. Kann sie aber auch, stört mich nicht, geht ja sichtbar vorwärts. Ich finde die Situation nun sehr zufriedenstellend, den Paraponera scheint es richtig gut zu gehen. Das, nachdem es ja wochenlang nicht gut voran ging und es anfangs solche Probleme gab mit der Unruhe der Arbeiterinnen.
Jeden Abend werden fleissig Fliegen erjagt und ins Nest getragen, die Larven wachsen und ich erwarte die Verpuppung der ersten Larven in den nächsten Tagen.
Zwei Fotos von vorhin. Immer ist es die Königin, die sich vor allem um die Brut kümmert und sie pflegt und füttert.
LG, Frank.
Hm, eigentlich haben die Paraponera längst einen eigenen Thread verdient. Andererseits geht es hier v.a. um das Terrarium mit seinen Bewohnern, da gehören sie ja dazu. Vllt. muss ich mal den Titel ändern.
Nun trat das ein, womit ich vor ein paar Wochen schon gar nicht mehr rechnete, dass es jemals eintritt. Am 31. Oktober am Abend begann die grösste Larve damit, sich zu verpuppen, am 01. November am Morgen lag dann eine grosse Puppe im Nest und wurde von einer Arbeiterin von den Substratresten gereinigt, die der Larve beim Weben als Anhängungspunkte gedient hatten. Immer wieder ein Wunder, wie aus einem Haufen Sand, Erde und anderem ein strahlender Kokon wird. Noch mehr ein Wunder bei so grossen Ameisen.
Die wunderbare Terminierung, die diese Larve für den Beginn ihrer Metarmophose gewählt hat, macht es leicht, die Dauer der Puppenruhe und Verwandlung zu messen.
In den nächsten Tagen werden sich weitere Larven verpuppen.
LG, Frank.
Hallo Frank,
das sieht ja schon recht gut aus bei Deinem Paraponera-Völkchen.
Ich drücke Dir auch weiterhin ganz feste die Daumen, dass sich die Kolonie gut entwickelt
und die Kolonie bald neue Arbeiterinnen zur Verstärkung erhält.
LG, Heiko
Suuuuper Frank, gratuliere. Freut mich wirklich, dass es jetzt so gut zu laufen scheint, auch die anderen Larven haben ja eine beachtliche Größe.
Grüße, Phil
Hallo Frank!
So wie es den "Grünen Daumen" für die Pflanzenwelt gibt, müsste man dir einen für die Ameisenwelt geben. Bei dir scheint ja zurzeit alles zu gelingen
Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg!
LG, Mathias
Dankeschön, Mathias, Phil und Heiko..:)
Es sieht gut aus, aber man ist ja nie gegen Überraschungen gefeit.
Und bei den Gigantiops warte ich seit Monaten, dass sie das aufziehen, was die meisten Halter eher ungern sehen, nämlich Männchen. Die Kolonie wächst sehr schön, die Arbeiterinnen erbeuten Fliegen zu dutzenden jeden Tag, aber Männchen sind leider nicht in Sicht.
Aber ich kann warten.
LG, Frank.
Hallo Frank!
Das sind halt Weiber, die bleiben lieber unter sich
Das wird schon, irgendwann werden die das schon machen, die Ursprungskolonie hat ja auch beides Aufgezogen. Oder gibt es da Infos das es in der Natur auch Kolonien gibt die nur das eine oder andere Aufziehen?
LG, Mathias
Ich glaub, da gibt es wenige Informationen zu der Art, Mathias. Es gibt wie immer taxonomische Informationen, aber wohl wenig zur Biologie der Art. Ich denke jedoch, grosse Kolonien können beide Geschlechter aufziehen, u.U. in Zweignestern im Freiland, aber ob sie es immer tun, wer weiss. Getrennte Zweignester sind aber hierzu nicht unbedingt nötig, das konnte ich bei der Mutterkolonie schonmal beweisen.
Es wäre sehr interessant, was bei einer erneuten Zucht hier rauskäme und ob auch diese (...wieder von ihren Brüdern) begatteten Jungköniginnen in der Lage wären, selbstständig zu gründen und lebensfähigen Nachwuchs aufzuziehen. Immerhin wäre es Inzucht in der zweiten Generation. Das ist an sich nicht schlimm und wird allgemein als Problem überschätzt, aber es wäre ein interessanter Versuch.
LG, Frank.
Hallo Frank,
Das sieht doch schon mal gut aus. Wünsch dir viel Glück, das was schlüpft und auch das richtige.
MfG Sven
Es sieht nach wie vor recht nett aus bei den Paraponera. Sie ziehen ganz langsam und mit grosser Ruhe ihre Nachkommenschaft auf. Die Ameisen sind wirklich erstaunlich, es gibt keinen Stress, alles wird mit grösster Ruhe und auch mit Vorsicht unternommen. Selten mal sehe ich die Arbeiterinnen unterwegs im Terrarium, wenn, dann erst am Abend und immer nur ganz kurz.
Die Tage verbringt man daheim und gibt sich der gegenseitigen Pflege hin... Eine Arbeiterin putzt eine Gefährtin, daneben die Königin.
Wie fast immer, die Königin allein bei der Brut. Mittlerweile gibt es drei Puppen. Die erste seit dem 1.11., die anderen beiden Puppen lagen am Morgen des 6.11. im Nest.
Ich hoffe auch, Sven, dass das "Richtige" schlüpfen wird...
Diese Paraponera machen mir wirklich grosse Freude...:D
LG, Frank.
Seit neuestem gibt es weitere Mitbewohner im Terrarium. Eine kleine, flinke Pseudomyrmex spec., die ich von Phil erhielt. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal, lieber Phil.
Nun gibt es also weitere Bewohner mit hervorragenden Sehsinn und guten Integrationsmöglichkeiten neben den Gigantiops, den Paraponera und den anderen Arten im Terrarium. Anfangs machte ich mir Sorgen um sie, weil die Gigantiops sehr gerne auch kleine Ameisen erbeuten und auf ihren "Geschmack" testen. Aber die Sorge ist wohl unbegründet, die Pseudomyrmex sind extrem scheu und vorsichtig und weichen flink aus. Sogar sich gegenseitig, wenn sie aufeinandertreffen oder sich begegnen. Sie trauen niemanden über den Weg, sprichwörtlich..:). Selbst den Leptothorax und den Temnothorax weichen sie aus, sie gehen jeden evtl. möglichen Konflikt aus dem Wege.
Die kleine Kolonie ist sofort in einem bereitgestellten Krautstengel eingezogen, der stellenweise bereits hohl war und mit kleinen Eingängen präpariert wurde. Am ersten Tag war infolge des Umzugs und der neuen Umgebeung einiges los, aber bald hatten sich die kleinen Meisen eingelebt und schon am zweiten Tag war es sehr ruhig. Man sieht die Ameisen am Zucker, ansonsten auch mal am Boden, hier nach Springschwänzen u.ä. suchend, ansonsten scheint die Kolonie zufrieden zu sein, wenn man das so sagen darf.
Das Nest, also den Stengel habe ich weit hoch in Becken unterhalb der HQI-Lampe angebracht, so wird es hier am "vollsonnigen" Standort tagsüber schön warm und sehr trocken, ich denke, das kommt den Bedürfnissen dieser Ameisen am nächsten.
Demnächst mach ich mal ein paar Fotos.
LG, Frank.
Hallo Leute.
Hm, die Paraponera machen es wirklich spannend. Die erste Puppe wurde leider am 1.12, also punktgenau nach einem Monat Puppenruhe, entsorgt. Die anderen Puppen liegen noch im Nest und es scheint so, als ob ihre Metarmophose bisher gut verläuft. Wenn ich mich richtig erinnere, verpuppte sich die zweite Larve am 7.11., die dritte einen Tag später, das heisst, dass die Metarmophose bei ihnen nun schon gute sechs Wochen andauert. Die Puppen sind gesund, sonst hätten die Ameisen sie längst entsorgt. Warten und hoffen...
Ich bin aber guter Dinge. Einige Fotos von vorhin. Aud dem ersten Bild die Puppen, auf den beiden folgenden Fotos füttern die Königin und eine Arbeiterin die Larven.
Was den wenigsten Ameisenhaltern Grund zur Freude ist, ist es mir hier bei meinen wunderbaren Gigantiops unbedingt.
Es gibt die ersten zwei jungen Männchen im Nest und glücklicherweise, wie zur Beruhigung für mich ebenfalls neben ihnen junge, frischgeschlüpfte Arbeiterinnen. Es lebt also die Koloniemutter, sie legt offenbar befruchtete Eier und trotzdem wird in der Kolonie damit begonnen, erste Männchen aufzuziehen. Es gibt ja seit längerem in der Kolonie junge, unbegattete Weibchen, aber auf Männchen wartete ich bisher vergeblich.
Ich hoffe darauf, dass nun weitere Männchen aufgezogen werden und es im Frühjahr wieder möglich ist, Gigantiops nochmals nachzuziehen. Aber noch ist das nur eine vage Hoffnung.
Allerdings, der Anfang ist gemacht, seht selbst. Hier auf den ersten beiden Fotos die Söhne der Kolonie.
LG, Frank.
Hallo Frank,
schön zu lesen, dass die Entwicklung beider Kolonien so positiv verläuft.
Die Gigantiops machen ja echt Hoffnung, dass die Nachzucht noch ein weiteres Mal gelingen könnte.
Weißt du etwas darüber, wie alt die Arbeiterinnen bei den Paraponera werden? Bei den Entwicklungszeiten sollten sie ja doch auch ein recht hohes Alter erreichen, damit die Kolonien der Art sich entwickeln können.
LG
Marcel
Hallo Marcel, dass weiss ich leider nicht, die Kolonie habe ich ja erst seit ein paar Monaten und dabei bereits drei Arbeiterinnen verloren schon zu Anfangszeiten. Ich hatte dazu berichtet. Wahrscheinlich waren dass keine jungen Tiere.
Sicher werden diese Ameisen aber schon zwei bis drei Jahre alt, in Gefangenschaft können es vllt. sogar noch mehr werden.
Ja, die Gigantiops machen mir wirklich Hoffnung und ich bin seit Jahren sehr, sehr froh, sie bei mir zu haben. Sie sind die erstaunlichsten Ameisen, die mir bisher begegnet sind und ich habe einige gehalten und gesehen. Ihrer werde ich nie überdrüssig werden und ich fürchte den Moment, wo sich der Untergang dieser Kolonie ankündigt. Ich hoffe sehr, bis dahin für den Fortbestand durch eine weitere Nachzucht gesorgt zu haben.
LG, Frank.
Hallo Frank,
danke dir für deine Antwort. Klar, hab mitgelesen wie es am Anfang mit den Paraponera lief bei dir. Die Frage richtete sich auch eher darauf, ob du irgendwo schonmal Infos bekommen hast zum Alter von Paraponera-Arbeiterinnen. Aber wenn das mit der Kolonie weiter gut klappt, werden wir es ja vielleicht über deinen Bericht herausfinden.
Ja die Gigantiops sind schon was besonderes. Kann mir gut vorstellen, dass du da schon einiges bibern und bangen hattest, als es nur mittelprächtig lief. Daher freue ich mich, dass diese Kolonie jetzt wieder so groß und stabil ist, dass sie Männchen und Jungköniginnen aufzieht.
LG
Marcel
Dazu müsste man mal so erfahrene Leute wie Gerhard Kalytta, Fred oder Sven zB. befragen, Marcel. Die beschäftigen sich ja schon seit Jahren mit der Art. Vielleicht können die was dazu sagen.
Weiss ich doch, Marcel, dass Du mitgelesen hast...;), ich wollte es doch nur nochmal erwähnen, um auch anderen Mitlesern nochmal zu zeigen, wie schwierig es ist mit denen mitunter und dass solche Rückschläge nicht immer ausbleiben. Auch jetzt ist ja noch nichts sicher bei den Paraponera.
LG, Frank.
Hallo Frank,
zunächst war ich etwas erschrocken, als ich las, dass aus der ersten Puppe nichts geworden ist. Die Bilder entschädigen aber gleich wieder und zeigen, warum dir das so wenig Sorgen bereitet. Das sieht richtig gut aus bei dir und ich drücke ganz fest die Daumen, dass bald der erste gesunde Nachwuchs schlüpft!
Die Gigantions nochmals erfolgreich zu züchten wäre natürlich ein Traum, bitte berichte weiter, das ist spannender als jeder Krimi!
Danke Dominik. Nee, wirklich Sorgen mach ich mir nicht um die Paraponera, ich denke, sie haben es nun wirklich ganz nett und die Bedingungen scheinen ihnen zuzusagen. Das Ganze in einem einsehbaren Nest, ich glaub, das ist schon was bei dieser Art. Sorgen machten sie mir am Anfang sehr viel mehr, als sie wochenlang durch das Terrarium rannten, aufgeregt und durch nichts zu beruhigen. Jetzt sind sie absolut gelassen, abgesehen von manchen Begegnungen mit den frechen Gigantiops, die ihnen schonmal ein Ladung Säure ins Gesicht sprühen, wenn die Paraponera es wagen, sich tagsüber im Revier der Gigantiops zu zeigen. Das kommt selten vor, meist ziehen es die Paraponera wohl aus guten Gründen vor, am Abend nach Nahrung zu suchen, wenn die Gigantiops sich bereits in ihr Nest zurückgezogen haben.
Mal sehen, ich erwarten nun mit Spannung jeden Tag den Schlupf der ersten jungen Paraponera-Arbeiterinnen, eigentlich ist der längst überfällig, denn wie gesagt, die Puppen, die von denen am längsten liegen, die nun da sind, die liegen bereits gute sechs Wochen im Nest. Aber das kann man nur abwarten...
Bei den Gigantiops wäre das sehr spannend, das stimmt. Es wäre immerhin die zweite Generation, die in "Inzucht" entsteht, mal sehen, wie sich die Jungköniginnen dann machen bei ihren Gründungen. Aber noch sind es viel zu wenig Männchen und es ist keineswegs sicher, dass die Kolonie nun weitere Männchen in ausreichender Zahl aufzieht. Ich hoffe es sehr, denn es wäre ein sehr interessanter, weiterer Nachzuchtversuch dieser tollen Art.
LG, Frank.
Hallo,
wo ich das hier grade lese mit der Entwicklungszeit, habe da glaub ich beim letzten mal falsche Angaben gemacht, habe ich wohl mit Myrmecia verwechselt, Ei bis Larve ziemlich genau 6 Wochen, Larve bis Puppe 4-6 Wochen und Puppenruhe 6 Wochen. ich hoffe jetzt habe ich die richtigen Errinnerungen rausgekramt, würde sich zumindest auch mit deinen Beobachtungen decken.
Weiterhin viel Erfolg.
MfG
Danke Sven, das bringt mir wirklich Erleichterung... Hab schon gedacht, ich "brüte" hier ganz besondere Aliens aus...:D
Das ist wohl erstaunlich, oder? Scheinbar hat gerade diese Art wirklich eine der längsten Entwicklungszeiten vom Ei zum vollentwickelten Insekt unter den Ameisen. Es dauert ja bei den Myrmecia-Arten schon recht lange, aber hier bei den Paraponera ist das nochmal eine andere Kategorie...
LG, Frank.
Tja Frank, dafür schlüpfen dann auch der Entwicklungzeit gerechte halbe fast menschliche Embryobrocken aus den Puppen
Drücke Dir ganz fest die Daumen, dass es mit der Gigantiopszucht nochmal klappt, und dass keine weitere Puppe stirbt bei den Paraponera.
Grüße, Phil
Genau Phil, und,... es ist heute soweit!
Wäre heute nicht ein ansonsten trister, grauer und trüber Montag, sollte ich vllt. ein Fläschchen Sekt köpfen...:)
Als ich heute von der Arbeit kam und meinen obligatorischen, erwartungsvollen und zugleich bangen Blick ins Paraponea-Nest machte, sah ich endlich Beglückendes und Erleichterndes: Das erste Paraponera-Jungtier endlich ist geschlüpft... Noch sehr tapsig und unbeholfen, kauert sie im Nest, dicht bei der Brut und bei der Königin. Manchmal versucht sie sich zu putzen, aber noch ist sie sehr matt.
Naja, ich bin sehr zufrieden und froh, da gibt es am kommenden Wochenende tatsächlich einen wirklichen Grund zum Feiern. Bis dahin dürfte auch die zweite Paraponera geschlüpft sein, wenn auch bei ihr alles gutgeht.
Diese Paraponera schlüpfte nun aus einer Puppe, die am 7. November früh im Nest lag. Das sind glatte sechs Wochen Puppenruhe. Eine ungewöhnlich lange Zeit für Ameisen.
Hier Bilder der jungen, unausgefärbten Ameise, ein richtig süsses Riesen-Baby..:D
LG, Frank.
..und alle Feiern mit!
Glückwunsch!
Super Sache! Freut mich, das eine gesunde Arbeiterin geschlüpft ist und es langsam aber kontinuierlich mit der Kolonie weiter vorwärts geht.
LG
Marcel
DA IST DAS DING!
Glückwunsch Frank, da hast du das schönste Weihnachtsgeschenk ja schon bekommen!
Naja, ich bin sehr zufrieden und froh, da gibt es am kommenden Wochenende tatsächlich einen wirklichen Grund zum Feiern.
Genau, wer war eigentlich dieser Jesus?, ist ja egal, ne Paraponera ist geboren Ich würd mich aber nochmal beim Händler erkundigen, vielleicht hat er Dir da tatsächlich ne Jungfrau angedreht.
Man merkts, ich bin gut gelaunt, noch zwei Tage dann sind Ferien.
Grüße, Phil
Heut hab ich mal wieder das Terrarium geputzt, also die Glasscheiben desselben, einige Pflanzen zurückgeschnitten wie die wunchernden Farne und den Klee und dabei immer wieder gestaunt, wie vielfältig und nischenreich dieser winzige Lebensraum mittlerweile geworden ist. Überall wachsen Moose, nun selbst auf den Ausströmer des Neblers. Erstaunlich, dort müssen tatsächlich Sporen gekeimt haben und nun gedeihen winzige Pflänzchen und recken sich ins Licht. Der Boden sieht gerade etwas unaufgeräumt aus, ich habe vor ein paar Tagen etwas hellen Sand gestreut, um den Boden etwas zu schliessen. Das hat den Vorteil, dass der Boden nun noch heller ist und Licht reflektiert. Eine Spielerei, denn wirklich nötig war es nicht, alles wächst.
Nun ein erstes Bild, die aktuelle Gesamtansicht des Beckens. Links oben das Nest der Gigantiops, links unten das der Paraponera. Es wird geheizt mit einer Rotlichtlampe. rechts eine kleine Drosphila-Zucht. Beleuchtung 150 Watt HQI und ein Leuchtdiodenstrahler zur besseren Ausleuchtung der rechten Seite, wo Kaffee und Fleissiges Lieschen neben anderen Pflanzen wachsen. Allein bringt so eine Strahler gar nichts, als Zusatz ist er okay, schönes helles und weisses Licht. Links oben, vorne ein Lüfter, der die Luft im Becken tagsüber umwälzt.
Noch ein paar Bilder mit Ansichten von Details. Zuerst der moosbewachsene Auströmer des Neblers. Anschliessend der Nesteingang der Leptothorax/Harpagoxenus-Kolonie.
Jetzt noch Bilder und Ansichten der Pflanzen und Blicke ins Terrarium. Auf dem letzten Foto der Ytong des Paraponera-Nestes. Besonders schön für mich, auch er wird langsam von Moos-Pflanzen besiedelt, an seiner Basis schieben sich die ersten Ausläufer der Moose hinauf. Wenn Ihr fragen zu den Fotos habt, fragt einfach hier im Thread, wie gewohnt und gewünscht...
LG, Frank.
Die ersten Gigantiops-Männchen haben das Nest verlassen, auf der Suche nach begattungsbereiten Weibchen. Die zeigen aber noch wenig interesse, vermutlich sind es noch zu wenige Männchen, die schwärmen.
Die Männchen sind immer wieder mal aktiv, durchfliegen das Terrarium und suchen es nach Weibchen ab. Diese Phasen ermüdender Aktivität werden von langen Ruhepausen unterbrochen, in denen die Männchen irgendwo im Terrarium ruhen. Auf diese Weise überstehen die Männchen einige Tage, ohne zu fressen und verausgaben sich nicht in allzu kurzer Zeit. Fotos zweier ruhender Männchen.
Die munteren, jagenden Gigantiops-Arbeiterinnen. Faszinierend, ihnen zuzusehen. Behende werden die Fliegen erbeutet, manchmal dabei über lange Zeit verfolgt. Eine Arbeiterin, obwohl bereits beladen mit Beute, hat nun die nächste Fliege erspäht und scheint zu überlegen, wie sie nun auch diese noch erbeuten kann.
Immer um den späten Vormittag sind die Jägerinnen am aktivsten. Eine schlechte Zeit für die im Terrarium lebenden Fliegen.
Soweit für dieses Jahr in diesem Thread. Bei allen Bewohnern dieses Terrariums sieht es gut aus für das kommende Jahr.
LG, Frank.
Bei Familie Paraponera läuft es nun sehr gut; weiterer Zuwachs kam hinzu. Insgesamt sind nun drei junge Arbeiterinnen aufgezogen worden, damit hat die kleine Kolonie wieder die Stärke, mit der sie zu mir kam. Weitere Puppen, Eier und Larven lassen hoffen, ich bin zuversichtlich für die nächste Zeit.
Nachdem anfangs zwei Puppen entsorgt wurden und wohl krank waren, gibt es nun kaum noch Probleme. Heute Nacht ist eine weitere junge Arbeiterin, die dritte nun also, geschlüpft. Unscharf ist sie rechts auf dem Foto in typischer, gekrümmter Haltung zu erkennen, das junge Tierchen ist noch schwach und matt.
Tolle, ruhige Ameisen, die das Terrarium mit den Gigantiops und zwei kleinen Kolonien amerikanischer Pseudomymicinen und den weiteren Kolonien von Harpagoxenus und Temnothorax-Arten teilen. Während ja alle anderen Ameisen fast ausschliesslich tagaktiv sind, gehen die Paraponera im Moment erst am Abend und in der Nacht auf Nahrungssuche. Sie erbeuten nun schon aktiv Grillen, von denen ich wenige ins Becken gegeben habe. Den Heimchen habe ich zuvor die Sprungbeine amputiert, um so ihre Beweglichkeit etwas zu dämmen. Das scheint ihrem Wohlbefinden aber nicht zu schaden, sie haben ein gutes Leben, bis sie halt im Magen der Paraponera landen.
Apropos Grilen. Es gibt nun einige junge Waldgrillen im Becken, ein bescheidener Nachzuchterfolg aus den im Herbst im freiland gesammelten Waldgrillen. Sympatische, muntere Tierchen, die keinen Schaden machen..;)
Ein schnell geschossenes Foto aus der Brutkammer der Paraponera. Die Königin verspeiste gerade eine kleine Grille.
LG, Frank.
Als ich heute allen Ameisen frisches Futter gab, erwischte ich auch beinahe mal eine Paraponera, die dann aber doch zu schnell mit der Grille im Nest verschwand. Als ich die Kamera zur hand hatte, war sie bereits im Eingang verschwunden, nur noch der sexy-Hintern ist zu sehen..;)
Das ist übrigens ein Ytongnest, etwas gefärbt und mit verschiednesten Substrat bestreut. Langsam wachsen die Moose hinauf.
Da dachte ich mir, dann kannste ja mal wild mit der Kamera rumfuchteln und fotografieren. Sozusagen als Ersatzhandlung. Leider sieht es auf den Fotos nie so lebensecht und saftiggrün aus, wie es wirklich ist. Ich muss eigentlich oft zurückschneiden, auch am Boden muss ich von Zeit zu Zeit Unkraut "jäten". Kein Problem, es gefällt mir ja sehr.
Den Boden habe ich letzte Woche mit einer Schicht gemahlener Pinienrinde bestreut. Die Rindenstücken habe ich mit einer ollen Kaffeemühle gemahlen, das ging richtig gut...:D. Ich hoffe, so ein noch saureres Bodenklima zu erhallten. Ein niedriger PH-Wert ist wohl recht gut für das Mooswachstum, das in den letzten Wochen etwas zurückging. Mein Fehler, ich hatte etwas vor Wochen Sand gestreut, um den Boden und die Zwischenräume zwischen den Lavasteinchen etwas mehr zu schliessen. Für die Moose war der Sand nicht das Richtige. Nun aber spriessen sie an verschiedenen Stellen neu, es ist es noch nicht wert, fotografiert zu werden, aber es wird.
Jetzt mal Blicke durch die lichten Höhen des Regenwaldes..;)
Mal ein Blick auf das Gigantiopsnest in einer der oberen Ecken des Terrariums. Es wird umwachsen von einer Porzellanblume, kletternden Ficus und selbst Farne klettern hier hinauf. Auch das sieht auf den Fotos trockener und anders aus als in der Realität. Es ist aber schön warm und auch etwas feucht hier oben, den Gigantiops gefällt es hier seit langem gut. So gut, dass sie kaum nach Möglichkeiten suchen, Zweignester anzulegen, obwohl das eigentlich eine arttypische Verhaltensweise zu sein scheint bei dieser Art.
LG, Frank.
Meine Paraponera haben jetzt einen guten Lauf, es gibt bereits sechs Arbeiterinnen.
Nun ist die Kolonie grösser wie sie war, als sie zu mir kam. Es gibt ausserdem drei Puppen, von denen zwei bald schlüpfen dürften, weiterhin Larven und Eier. Sehr schön. Es läuft nun wie von selbst, so wie es ja auch sein soll. Abends gehen die alten Arbeiterinnen für einige Zeit auf Fliegenjagd und sammeln Kohlehydrate, alles läuft mit grosser Ruhe und Selbstverständlichkeit ab. Wenn ich an die erste Zeit denke, an die wild herumlaufenden, völlig konfusen Arbeiterinnen, dann wundert es mich immer wieder. Mir ist bis heute unklar, was die Tiere wohl hatten. Aber vermutlich hing es mit den Umständen des Einfangens, des Zwischenhaltens beim Fänger und beim Händler und des Transports zusammen.
Auch bei den Gigantiops ist heute einiges los.
Die Jungköniginnen des Völkchens schwärmen wie wild. Leider gibt es im Moment wiedermal keine Männchen, sehr schade. So werden die Arbeiterinnen die unbegatteten Jungköniginnen wieder einsammeln müssen, unverrichteter Dinge.
Ich hoffe noch immer, dass auch diese Kolonie endlich beginnt, viele Männchen und nicht nur drei Jungs wie letztens neben den Jungköniginnen und den Arbeiterinnen aufzuziehen. Nur mit einer Überzahl an Männchen wird eine weitere Zucht mit dieser Kolonie gelingen. Mal sehen, was das Frühjahr bringt.
LG, Frank.
Seit einigen Tagen habe ich eine Pseudomyrmex gracilis-Kolonie hier. Die Tiere hab ich vom guten Roger bekommen, vielen Dank nochmal, Roger.
Es sind wie alle Pseudomyrmex wunderbar wache und aktive Ameisen, ständig sind tagsüber einzelne Arbeiterinnen unterwegs und jagen Drosophila oder Springschwänze, holen Zuckerwasser oder paroullieren die Nektarien der Pflanzen ab. Als ich die Kolonie erhielt, bewohnte sie ein kleines Schlauchnest und dieses bewohnt noch immer ein Teil der Kolonie. Als erstes hatten sie damals das Terrarium erkundet, Nahrung eingetragen und dann alsbald mit dem Vermauern und Verengen des Nesteingangs begonnen. Die Pseudomyrmex trugen hierzu feuchtes Bodenmaterial, Erde und Moosteilche zum Nesteingang und verengten diesen damit. Später bezogen sie ein neues Nest, ein noch markgefüllter, trockener und stabiler Krautstengel wurde auserkoren. Zwischen beiden Nestteilen herscht reger Verkehr, manchmal wird Brut umhergetragen.
Hier der Nesteingang des neuen Nestes.
Insgesamt passen die Ameisen bisher gut zu den bisherigen Bewohnern. Die Pseudomyrmex sind zwar durchaus selbstbewusst und neugierig, aber weichen letztlich doch immer den Gigantiops aus. Anders als eine Tetraponera-Kolonie, die ich vor einigen Jahren hielt, versuchen diese Pseudomyrmex bisher nicht, anderen kleinere Ameisen zu erbeuten wie bespielsweise die Temnothorax. Teraponera ging da äusserst rabiat vor und öffnete sogar Nester anderer kleinerer Arten im harten Holz. Auch eine andere, viel kleinere Pseudomyrmex-Art, die ebenfalls im Terrarium lebt, bleibt bisher unbehelligt. Sicher auch deswegen, weil diese ebenfalls flink sind und alles sehen und mitbekommen, was sich in der Umgebung tut.
Die Gigantiops haben sich schnell an die neuen Mitbewohner gewöhnt, wie sie es immer tun..;) Sie gucken in der ersten Zeit zwar neugierig, flitzten anfangs den neuen Mitbewohnern hinterher, jetzt zeigen sie kaum noch Interesse, man kennt sich halt und versucht, sich zu ignorieren.
Ich habe bisher gezögert, die Pseudomyrmex zu fotografieren. Die Tiere sind flink, hellwach und können sehr scheu sein. Meine Möglichkeiten und Kenntnisse sind in der Fotografie bescheiden und so ist es sehr schwer, die behenden und stets laufenden Tiere bei ihren Alltagsgeschäften zu erwischen. Heute aber beobachtete ich einige Zeit eine Arbeiterin, die auf dem Fleissigen Lieschen dessen Nektarien absuchte und versuchte, sie dabei zu fotografieren.
Hier die Ausbeute. Die Bilder sind nur leidlich, aber sie zeigen eine Arbeiterin bei ihrer Tätigkeit. Es wird im Freiland nicht viel anders aussehen, wenn für die Pseudomyrmex dort solche Pflanzen erreichbar sind.
Eine sehr schöne und interessante Ameise. Sie fügt sich in den ersten Wochen bisher wunderbar in dieses Terrarium ein. Sollte es irgendwann Probleme geben mit dieser Art, weil vllt. die Kolonie doch zu gross wird und diese Art damit dominanter wird, wird es nicht schwierig sein, die Kolonie umzusiedeln. Wenn man einiges beachtet, werden diese Ameisen immer in den ausgewählten Nestangeboten nisten. Diese kann man nach "Einbruch der Dunkelheit" mitsamt der Kolonie umsetzen. Aber ich hoffe, dass es dazu nicht kommt, denn diese Ameisen sind wiedermal eine Bereicherung für das Terrarium.
LG, Frank.
Hallo Frank,
wie immer ein sehr schöner Bericht. Die Arten in deinem Terrarium sind wirklich alle ein Highlight. Wenn du nicht soweit weg wohnen würdest, würde ich mich für einen Besuch anmelden. Live sind die Arten und dein Terrarium nochmal ein ganz anderes Erlebnis.
So schlecht ausgerüstet bist du fototechnisch doch gar nicht. Ohne dein Objektiv jetzt genau zu kennen, kann ich dir aber wie dem Holger vor einiger Zeit, die Raynox-Linsen empfehlen. Für recht wenig Geld (rund 45-48Euro) bekommt man da eine gute Vergrößerung und kann schöne Fotos machen. Auf vielen Objektiven passen sie, da die Linse in einer Schnappfassung geliefert wird und dann sozusagen nur drangeschappt wird ans Objektiv. Modellbezeichnung ist DCR-150 und DCR-250. Der Unterschied beider liegt im Vergrößerungsfaktor und das die 150 etwas leichter zu bedienen ist, da der Vergrößerungsfaktor etwas geringer ist. Finde die eine gute Alternative zum teureren Makroobjektiv, wenn man nicht gleich 200-300Euro ausgeben möchte, aber denoch schicke Ergebnisse will.
LG
Marcel
Danke für die Tips, Marcel. Aber ich bin ein Banause, ich bevorzuge die Kompaktkameras, die mir fast alles abnehmen ud manchmal trotzdem Brauchbares liefern. Sie sind so herrlich praktisch und kompakt, auch im Freiland...
Die Paraponera kommen richtig gut voran und es scheint, als ob die Bedingungen im Terrarium und im Beobachtungsnest stimmen. Diese Ameisen sind wahre, kraftstrotzende Bulldozer, sie könnten eigentlich auch anderswo im Terrarium leicht ein Zweignest anlegen und Split und Substrat unter Pflanzenwurzel abräumen, aber sie tun es nicht. Das liegt sicher nicht dran, dass sie sich unsicher fühlen im Terrarium, wenn sie sich hier zeigen, dann ruhig und selbstsicher. So scheint es zumindest.
Wenn es den Ameisen gutgeht und die Kolonie Nachwuchs aufzieht und hungrig ist, werden sogar Proteine genommen, die sonst ja gern unbeachtet bleiben. In diesem Fall Mehlwürmer. Eigentlich hab ich die für die Cataglyphis geholt, die ja so ziemlich alles fressen, aber nun nehmen sogar die Paraponera Mehlwürmer. Das ist doch positiv...:)
Wiedermal ein paar Blicke ins Nest, gerade werden zwei Mehlwürmer verwertet. Schnellgeschossene Fotos mit Reflexion und Unschärfe, aber sie geben genug Einblick in das Nest.. .
Die beiden letzten Bilder zeigen den Nesteingang von innen. Er wird ständig bewacht von einer Arbeiterin. Ich habe ihn noch nie ohne Wächterin gesehen...
LG, Frank.
Hallo Frank,
schöne Entwicklung bei den Paraponera. Und das jetzt eine kleine Kolonie Camponotus singularis bei dir Einzug gehalten hat in einem anderen Terrarium, ist auch eine feine Sache. Sind wirklich beides tolle Arten mit beeindruckender Größe.
Wollte dich fototechnisch auch nicht missionieren. Weiß nur das du eine Spiegelreflex rumliegen hast. Deine Fotos sind schön und dokumentarisch auch immer sehr aufschlussreich. Vorallem muss einem das bedienen der Kamera auch Spaß machen und gut von der Hand gehen, ob nun Kompakt, Bridge, oder Spiegelreflex ist da erstmal zweitrangig. Und wir sind ja auch kein Fotoforum, sondern ein Ameisenforum.
LG
Marcel
Ich hab das so auch nicht verstanden, Marcel. Das sind ja gute Tips und irgendwann werde ich auch wieder umstellen, nur bin ich im Moment einfach zu faul. Die kompakten sind so herrlich bequem und man kann auch im Freiland recht gut aus der Hüfte schiessen. Sie nehmen einen vieles ab und liefern brauchbare Ergebnisse, und wenn man sich etwas bemüht, m.E. sogar manchmal richtig gute Ergebnisse. Phil z.B. hat ja wunderbare Beispiele geliefert.
Vor einigen Jahren haben wir noch mit SRs wie der guten alten EXA und der Practica (alles Spitzenqualität made in GDR) rumgefuchtelt. Gar nicht lange her. Das waren tolle Kameras, aber es war eben auch immer Glückssache mit den Zelluloid-Fotos. Man musste alles manuell einstellen und sich mit den empfindlichen Dingern beschäftigen und mit ihrer Handhabung, den Blitz einrichten usw... Nach Tagen erhielt man die Fotos und mehr als die Hälfte war Sch...se.
Eines aber konnten die natürlich wirklich gut, sie lösten einfach sofort aus..:) Die Tiere liefen einen nicht davon in der Zeit, die die heutigen Kameras brauchen, um scharfzustellen. Aber auch die werden ja immer besser in dieser Hinsicht und die sofortige Verfügbarkeit der digitalen Fotos ist ein riesiger Fortschritt.
Vielleicht probiere ich mal eine Kompromiss, eine Kompakte mit Wechselobjektiven erscheint mir derzeit recht charmant. Ich bin halt oft im Freiland unterwegs und möchte nur ungern eine umfangreiche Fotoausrüstung mit mir schleppen. Klein und kompakt ist mir lieber, immerhin hat man ja noch einiges andere dabei, Sammelutensilien usw..
LG, Frank.
Naja, bei den Paraponera läuft es glänzend. Heute wollte ich ihnen etwas besonders Nettes bieten, dicke Larven von Bockkäfern, aber diese wurden verschmäht und aus dem Nest geworfen. Sie waren ihnen wohl zu fett und weich. So landeten sie bei den Cataglyphis, die haben die nicht verschmäht.
Die Paraponera fütterte ich dann am Nesteingang mit Mehlwürmern und Mehlwurmpuppen, die nehmen sie im Moment wirklich sehr gern. Wundert mich etwas und hätte ich noch vor Monaten nicht für möglich gehalten, aber es ist natürlich sehr erfreulich. Die Larven sind halt hungrig und so nehmen die Paraponera selbst die Mehlwürmer gern.
Es gibt nun bereits neun Arbeiterinnen, vier Puppen und etliche kleine bis mittelgrosse Larven. Es sieht also wirklich sehr gut aus. Leider basteln die Paraponera ständig am Mobiliar ihrer Wohnung und verbauen hier Erde und Moos an allen möglichen Stellen. So ist die Einsicht durch die Scheibe zwar manchmal etwas begrenzt, aber immer noch gut vorhanden.
Ich glaub, denen geht es richtig gut. Hier zwei aktuelle Bilder.
Auch die Pflanzenwelt gedeiht recht gut. Drei Orchideen wollen blühen in der nächsten Zeit. Es gibt an ihnen bereits dicke Blütenknospen.
LG, Frank.
Die erste Orchidee blüht nun fleissig, ein schöner Anblick. Es handelt sich wohl um eine Phalaenopsis, ich hatte mal einige Zwergformen gekauft und drei von ihnen ins Terrarium gepflanzt. Die wachsen gut, haben etliche Haftwurzeln und wollen nun alle blühen. Es macht schon Spass, wenn auch die Pflanzen gut gedeihen in so einem Terrarium.
Von den Gigantiops habe ich schon einige Zeit nicht berichtet. Es läuft weiter gut bei ihnen, es gibt Nachwuchs in allen Stadien. Leider beginnen die frechen Gigantiops nun damit, doch Zweignester anzulegen, ich lasse sie aber erstmal gewähren. Eines haben sie im Wurzelbereich der jetzt schon blühenden Orchidee erichtet, ein weiteres befindet sich im Bodenbereich des Beckens. Das alte Nest aus Kunsstoff ist jedoch weiterhin das Hauptnest, hier befindet sich ein grosser Teil der Kolonie und hier habe ich natürlich weiter Einblick.
Jeden Tag schwärmen Jungköniginnen, leider aber gibt es keine Männchen im Moment. Warum die Kolonie vor einiger Zeit einige Männchen aufzog und mir so Hoffnung machte, bleibt ein Rätsel.
Aber egal, es geht den Gigantiops hervorragend und das ist ja das Wichtigste. Drei Blicke in das Nest, in die Brutkammern des alten Nestes.
Diese Bilder sind in gewohnt mässiger Qualität, aber es ist schwierig, in das Nest reinzufotografieren. Sie zeigen wenigstens, dass es ganz ordentlich weitergeht bei dieser Kolonie.
LG, Frank.
Auch wenn das jetzt ein bischen ins "Grüne" abdriftet, es ist schön, diese Pflanzen blühen zu sehen und dass sie blühen, muss wohl bedeuten, dass es ihnen ganz gut geht bei den Licht-, Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen im Terrarium.
Also nochmal Bilder von den Blüten der Orchideen, nun ist eine zweite aufgeblüht und die ist einfach noch schöner als die erste weissblühende.
LG, Frank.
Ich bin bei den Pseudomyrmex in der letzten Zeit nicht ganz sicher, ob die Haltungsbedingungen, tropisch, warm und mit hoher Luftfeuchte, für sie die optimalen sind. Zwar wuseln die Tiere überall herum, aber doch sehe ich ab und zu auch kranke Ameisen. Das muss nichts bedeuten, wer weiss schon genau, wie alt diese Arbeiterinnen werden und die Kolonie hat einen gesunden Hunger und scheint auch weiter zu wachsen, Geschlechtstiere schwärmen ab und zu und doch erinnert mich das Ganze ein wenig an einen früheren Haltungsversuch unter ähnlichen Bedingungen mit Tetraponera rufonigra.
Die nahm ich damals raus aus einen solchen Terrarium und gab sie an Herrn Kalytta zurück. Es schien damals so zu sein, dass ihnen das Klima einfach zu feucht war und die Tetraponera kamen damit nicht so gut zurecht. Auch wurden die Tetraponera von den frechen Gigantiops ständig und überall beobachtet und oft bei den Begegnungen mit Gift beschossen, das gab einigen der Tetraponera den Rest. Es war damals das Beste, die Tiere aus dem Terrarium zu entfernen.
Viele Pseudoyrmicinen leben wohl in eher trocken-heissen Biotopen.
Bei diesen hier werde ich das natürlich noch eine Zeitlang beobachten, denn die Tiere sind wirklich sehr schön und beobachtenswert.
Hier eine Arbeiterin am Nesteingang.
Blumenkinder.
Offenbar werden manchmal auch Blüten besucht und vllt. der Pollen gesammelt oder der Nektar. Dieses Tier bewachte lange Zeit diese Blüte und verliess die Blüte auch nicht, als ich mit der Kamera näher kam.
Sehr schöne Tiere mit riesigen Augen, wie zu sehen ist und mit fantastischen Reaktionen. Auch mitunter mutige, ausdauernde und agressive Jäger, die auch vor Stummelfliegen nicht haltmachen und diese packen und abstechen.
LG, Frank.
Heut war wieder so ein Tag, an dem man so kleinere Arbeiten macht. Bissel neuer Bodenstreu, Pflanzen zurückschneiden, neu ausrichten, sprühen und saubermachen. Alles langweilig. Und fast langweilig ist auch, dass alles so von selbst läuft. Ich hab nix zu tun...
Hätt ich vor knapp einem Jahr nicht geglaubt, dass auch die Paraponera irgendwann so ruhig und selbstverständlich ihr Ding machen. Die Kolonie ist weiter gewachsen. Nachts sind die Arbeiterinnen unterwegs, am Tage wird am Eingang gewartet und dieser bewacht. Gewartet wird vor allem auf die tägliche Grille, die wie von Zauberhand frischtot plötzlich im Nesteingang liegt. An diese Fütterung hat man sich gewöhnt, es gibt keine Aufregung, wenn die Grille gereicht wird. Mit grosser Selbstverständlichkeit wird die Grille der Verwertung zugeführt. Heut haben die Paras nach der Fütterung eine halb ausgefressene grosse Assel entsorgt, ich staunte nicht schlecht, dass sie auch Asseln nehmen. Offenbar aber mit geringer Begeisterung, die Grille war wohl attraktiver.
Es dürften nun etwa 10 bis 15 Arbeiterinnen sein, genau kann ich das nicht zählen. Es gibt alle Brutstadien und langsam füllen sich die ersten beiden Kammern des Nestes.
Hier einige aktuelle Fotos. Wie immer nicht ganz leicht, in das Nest hineinzufotografieren, aber ich habe eben Einblick und sehe den Stand der Kolonie. Die Ameisen haben einiges an Material in das Nest getragen und das Innere nach ihrem eigenen Geschmack umgebaut. Es ist zu sehen, dass die Königin lebt und gemeinsam mit den Arbeiterinnen mit der Brutpflege beschäftigt ist.
LG, Frank.
EDIT: Interessant war für mich die Beobachtung, dass die jungen Arbeiterinnen ohne Probleme an der Glasscheibe klettern können.
Dies konnte von den Tieren, die damals bei mir ankamen, nur die Königin. Offenbar ist bei den alten Arbeiterinnen die Kletterfähigkeit an glatten Flächen eingeschränkt, möglicherweise infolge eines gewissen Verschleiss. Vielleicht stumpfen bei den alten Tieren einfach die winzigen Krallen ab bzw. nutzen sich ab. Zumindest konnten die alten Arbeiterinnen, die mit der Königin hier vor knapp einem Jahr ankamen, an der Glasscheibe überhaupt nicht klettern. Erstaunlich aber dabei, dass gerade die Königin es konnte, sie war sicher das älteste Tier der Gruppe.
Ich fand das eigentlich ganz angenehm. Nun werde ich mich darauf einstellen müssen, dass die Ameisen, zumindest die jüngeren, ganz hervorragend am Glas laufen können. Das macht zukünftige Umsetzungen der Kolonie um einiges spannender. Aber nicht unmöglich...
Eine am Zuckernäpfchen naschende Gigantiops. Der Zuckernapf steht nun an anderer Stelle, aber für die Gigantiops kein Problem, schnell ist der neue Standort ausgemacht und erlernt.
Erkennbar, die starken Sprungbeine der Arbeiterin.
Ein Blick ins Gesicht der Gigantiops. Was für ein Blick, fast verträumt nach dem Zuckergenuss... Zuckerwasser ist das Grösste...
Beim Naschen ist ein Vorderbeinchen in den Zucker geraten, ein Tröpfchen Zuckerwasser hängt daran.
LG, Frank.
Trophallaxis, Körperpflege und Jagd bei den Gigantiops.
Die Jungköniginnen, die sich tagsüber im Terrarium herumtreiben und derzeit auf leider umsonst Freiersfüssen wandeln, werden oft gefüttert und betreut von Arbeiterinnen, die ihnen begegnen.
Stets finden die Fütterungsrituale nach einem arttypischen Begrüssungszeremoniell statt, in dem die sich begegnenden Tiere seitwärts hin und her laufend, sich dabei gegenseitig fixierend und tänzelnd aufeinander zu bewegen. Puh, ein komplizierter Satz, ...
Jedenfalls ist es immer wieder zauberhaft und selbst für mich nach etlichen Jahren der Haltung dieser Art immer wieder überraschend, wie sich die Tiere visuell auf Distanz gegenseitig als Artangehörige erkennen. Wahrscheinlich erkennen sie sich natürlich nicht an der Gestalt, sondern am arttypischen Tänzeln, mit dem sie Entgegenkommende erwarten und womit sie ihnen begegnen. Das Ritual erinnert an die Balzrituale mancher Springspinnen oder exotischer Fruchtfliegen. Der Zweck ist zum Teil sicher der Gleiche, das gegenseitige Erkennen als Artangehörige im Freiland auf Distanz. Denn, wird das Ritual vom entgegenkommenden Tier nicht erwidert oder beantwortet, wird entweder angegriffen, bei kleineren Insekten oder geflohen, bei grösseren Insekten wie den Paraponera. So erspart es unangenehme Überraschungen, erspart ein Zunahekommen möglicher gefährlicher Feinde. Immer sind die Gigantiops so Herr der Lage, ermöglicht wird ihnen das wie auch anderes durch ihr hervorragendes Sehvermögen.
Fütterung einer Jungkönigin im "Freien".
Bei der Jagd kommen den Gigantiops die guten Augen ebenfalls zugute. Wie hetzende Hunde verfolgen sie manchmal hochkonzentriert Beutetiere über längere Distanzen, dabei immer etwas vorsichtig und nur im günstigsten Moment zuschnappend. Selbst wenn sie das mögliche Beutetier eingeholt haben und bereits im Lauf befühlern können, packen sie noch nicht sofort zu. Immer sind sie vorsichtig und versuchen, Risiken oder gar eigene Verletzungen zu vermeiden. Haben sie die Beute einmal gepackt, wird sie meist sofort mit Ameisensäure besprüht. Das genügt, die Beutetiere zu betäuben oder zu töten und macht sie transportfähig.
Manchmal aber scheinen die Gigantiops unlustig zu jagen und spielen eher mit der Beute. Besonders dann, wenn die Kolonie bereits seit Tagen im Überfluss lebt. Dann wird die Beute meist nicht getötet, sondern nur für eine Zeitlang gepackt und geprüft.
Diese Gigantiops liess die Fliege nach einiger Zeit wieder los. Sie hatte offenbar keine recht Lust, ernsthaft zu jagen...
Danach putzte sie sich ausgiebig und verschwand dann in Richtung Nest.
LG, Frank.
Das kann ich mr jetzt nicht verkneifen, es ist einfach toll, wie die Paraponera sich machen.
Noch dieses Bild für heute aus ihrer Kinderstube.
LG, Frank.
Hallo Frank,
die Augen dieser Tiere sind ja wirklich gigantisch ! Kannst du sagen auf welche Entfernung etwa die Tiere mögliche Beutetiere (oder auch Feinde oder Artgenossen ) ausmachen können? Bei meinen Cataglyphis ist etwa 10 cm die Maximaldistanz aus der sie auf ein zB. am Boden liegendes Beutetier aufmerksam werden. Manchmal rennen sie auch in 3cm Entfernung vorbei und bemerken es nicht. Möglich aber auch, daß die Aufmerksamkeit mit dem Hungergefühl zunimmt (die satten Trägen..).
Heute habe ich bei "meinen" wildlebenden Camponotus vagus auf ihrem Baumstumpf Heimchen platziert , 5cm im Schnitt war der Abstand bei dem sie sofort reagiert haben. Wobei ich nicht weiß ob etwa der Geruch von frisch getöteten Heimchen auch eine Rolle spielt.
LG
Volker
Das ist schwer zu sagen, Volker. Die Gigantiops sehen natürlich am besten sich bewegende Objekte. Werden liegende Beutetiere wahrgenommen, würd ich meist vom Geruchsinn ausgehen oder von der Kombination beider Sinne. Das der Geruchssinn über grosse Distanzen sehr gut funktioniert bei den Insekten mit ihren scharfen Sinnen, wissen wir ja.
Das Tänzeln wird sicher auf Distanzen von bis zu 20 cm wahrgenommen. Dabei immer abhängig davon, womit die Ameise beschäftigt ist, ob sie aktiv sucht, auf etwas anderes konzentriert ist oder ob sie verängstigt ist. Verängstigte Tiere nehmen ihre Umgebung mit besonderer Schärfe wahr und registrieren jede Bewegung. Und Angst haben die Gigantiops oft, so sind die guten Augen auch ein Handycap :D. Wer viel sieht, nimmt viel wahr und nicht immer versteht er alles, was er sieht.
Aber, die Gigantiops können ihren Sehsinn oder zumindest ihre Aufmerksamkeit konzentrieren. Jagen sie oder sind mit irgendwas intensiv beschäftigt, nehmen sie Handbewegungen, die ich mache, um sie zu testen und zu sehen, ob ich sie ablenken kann, oft nicht wahr oder ignorieren mich einfach. Es ist immer wieder erstaunlich. Manchmal fühle ich mich ignoriert..:)
Beutetiere werden auf Entfernungen von 10 bis 20 cm wahrgenommen, natürlich abhängig von der Grösse und vom Sichtfeld. Wobei diese Fliegen hier an Beutetiergrösse sicher das Maximum ist, was die Gigantiops als Einzeljäger erjagen wollen und können. Sie sind keine Samurais, nie besonders mutig. Aber eben sehr clever, fast einfallsreich und auf jedem Fall individuell lernfähig. Bevorzugt wird ja eigentlich kleinere Beute, im Freiland Termiten oder Kleininsekten. Aber diese Fliegen werden auch gern genommen und ein bischen Balgerei mit den relativ grossen, aber harmlosen Fliegen ist ohne Risiko, das lernen die Tiere schnell.
LG, Frank.
Jagd und neugieriges Zusehen.
Eine Arbeiterin hat eine Fliege erwischt, eine andere guckt ungläubig und anfangs ängstlich geduckt. Dann neugieriger...
Upps, die Fliege ist entwischt, wehmütig wird ihr nachgesehen...
LG, Frank.
Hallo Frank,
hab mich sehr gefreut, die letzten Tage wieder etwas zu deinen Gigantiops lesen zu können. Ist ja wirklich ein hochkarätiger Besatz an wundervollen Arten in deinem Terrarium. Da ist jede alleine schon einen Bericht wert. Zusammen wirklich toll! Das deine Berichte und Bilder gefallen, weißt du ja inzwischen sicher. Immer wieder schön, Updates davon im Forum zu entdecken.
LG
Marcel
Danke Marcel. Stimmt sicher, das sind sehr interessante Arten, da sind die Paraponera, die Pseudomyrmicinen mit immerhin zwei Arten, einige Leptothorax und Temnothorax. Aber die Art, die mich immer wieder absolut beeindruckt und immer wieder einfach umwirft, sind die Gigantiops. Die sind tatsächlich wundervoll und ungemein unterhaltsam.
Es ist gefährlich und man gerät sehr leicht ins Schwärmen, neigt dann zu Vergleichen, die vllt. unangemessen sind. Aber diese Ameisen sind nicht einfach nur Ameisen, sie sind anders.
Es gibt Momente, das erinnern sie im Wesen an Katzen, dann wieder an hartnäckige, hetzende und niemals aufgeben wollende Hunde. Manchmal erscheinen sie spielerisch, manchmal todernst. Immer aber hellwach, aufmerksam und mit einer Mischung aus Vorsicht und Neugier. Hellwach sind sie übrigens auch dann, wenn sie mich und meine ablenkenden Bewegungen ignorieren, die ich manchmal am Terrarium mache, um sie zu testen und ihre Konzentration zu prüfen. Es ist sicher nicht sehr glaubhaft, aber dann meint man leicht, sie würden einen schon kennen und sich auf das Wichtigere, die Jagd konzentrieren und die Albernheiten des Halters hinter dem Glas einfach ausblenden.
Ebenso sind Begegnungen mit anderen Ameisen wie den Paraponera. Die werden kurz inspiziert, erkannt und dann hoheitsvoll, fast verächtlich ignoriert. Oder mit einer spielerischen Lässigkeit manchmal umtänzelt, die nur aus dem "Selbstbewusstsein" der absoluten, eigenen Überlegenheit erwachsen kann, aus dem "Wissen" der Gigantiops, dass es keine andere Ameise in ihrem Lebensraum gibt, die ihr wirkliche Schwierigkeiten machen kann. Und sei sie dann noch so gross.
Anders können aber Begegnungen mit Gleichwertigen, mit Artangehörigen, aber Fremden ausgehen. Koloniefremde Gigantiops werden mit unbarmherziger Beharrlichkeit verfolgt und später auch angegriffen. Das machen auch viele andere Ameisen, aber nicht so wie die Gigantiops. Man verfolgt sich, stellt sich, tänzelt einander gegenüber und erkennt dann die Fremdheit des Gegenübers. Nun folgen ritualsierte Kommentkämpfe, Drohen mit unter dem Leib vorgereckter Gasterspitze, bereit zum Sprühen von Ameisensäure, nach denen die Fremde meist zu flüchten versucht. Sie wird aber verfolgt und das Ganze wiederholt sich. Sie wird auf lange Strecken verfolgt, in einer Art, die andere Arten nicht zeigen können, eben visuell auf Distanz gesehen und auf Distanz verfolgt. Nach einigen Hetzen und mehrmaligen Gegenüberstehen wird die Fremde bald ernsthaft angegriffen und es folgt ein Kampf.
Es ist wohl anzunehmen, dass diese Art, die im tropischen Tiefland Südamerikas dichte Populationen bildet, dort klare Reviere mit deutlichen Grenzen bildet. Zumindest sind die Kolonien sehr unduldsam gegenüber arteigener Konkurrenz.
Aber dabei sind es bemerkenswert friedliche Ameisen. Nur im Jagdeifer verfolgen die Gigantiops auch schon mal andere Ameisen wie die Pseudomyrmicinen. Manchmal über längere Distanz, bis sich die wirklich ja flinken Pseudomyrmicinen nicht mehr anders zu helfen und zu retten wissen als mit einen scheinbaren Gegenangriff. Die Gigantiops sind einfach viel schneller, holen die Pseudomyrmicinen leicht ein, hetzen die manchmal eine Zeit, sie wohl für Beute haltend, bis diese stehenbleiben und sich umdrehen und mit offenen Kiefern nun drohen. Dann schauen die Gigantiops kurz und etwas verdutzt, lassen aber erstmal von den Pseudomyrmicinen ab.
In früherer Zeit hielt ich die Gigantiops mal eine Zeitlang mit asiatischen Tetraponera rufonigra zusammen. Diese wollten oder konnten die Überlegenheit der Gigantiops nicht anerkennen und liefen ihnen laufend nach. Ameisen gehören zur Beute der Tetra und so verfolgten auch die alles, was sich bewegte und habhaft erschien. Auch die Tetraponera haben hervorragende Augen und sind es wohl nicht gewohnt, ebenbürtigem gegenüberzustehen. Mit den Gigantips fanden sie daher leider keinen Frieden. Und ihren Meister. Jede Bedrängnis und Verfolgung, der die Gigantiops sich ausgesetzt sahen, die dabei aber nie wirkliche Not für die wenigeren Gigantiops war, quittierten die Gigantiops mit Sprühen von Gift. Die Tetraponera litten bald sehr, einige starben sogar und ich musste die Arten wieder trennen.
Diese Gigantiops sehen nicht so aus. Sie sind aber ungemein wehrhaft in der Auseinandersetzung mit anderen Insekten und Gliedertieren. Keine einzelnjagende andere Ameise kann je eine gesunde Gigantiops gefährden. Nicht umsonst gehört diese wundervolle Ameise wohl im trop. Tiefland Südamerikas zu den am weitesten verbreiteten und häufigsten grösseren Arten. Eben eine Formicine. Verdammt schade, dass es weltweit nur eine Art des Tribus gibt. Aber vllt. ist auch dass ein Resultat ihrer Dominanz und ihres Erfoges.
Oft wird darauf hingewiesen, dass Gigantiops neben anderen trop. Formicinen zu den primitiveren Vertretern der Formicinen gehört. Primitiv ist dabei natürlich ein völliger Unsinn, zumindest wenn man die landläufige Interprteation zugrunde legt, die dieser Begriff hat. Ich habe noch keine Ameise beobachtet, die über eine solche Palette an Verhaltensmöglichkeiten, Kommunikationsmöglichkeiten und offenbar auch Lernmöglichkeiten verfügt. Würd ich aufzählen, woran ich dabei denke, würd ich diesen Thread sprengen, der auch den anderen schönen Tieren gewidmet ist.
Diese Tiere sind ein Schatz und ich fürchte den Tag, an dem ich sie verliere. Vermutlich wird eine Königin nur einige Jahre alt. Meine hier, eine eigene Nachzucht aus 2007 aus der damaligen Mutterkolonie, ist ja nun auch nicht mehr ganz jung. Aber, die Kolonie macht noch immer einen sehr guten Eindruck und zieht etliche Arbeiterinnen auf. Daneben Jungköniginnen, leider aber keine Männchen im Moment.
Spätestens nach dem Tod der Königin, spätestens dann werde ich mich wohl selbst mal in die Region begeben müssen, woher die Tiere stammen.
Kriegt ja niemand hin, diese Tiere wieder einzuführen... Ist aber auch schwierig, die Gigantiops sind schon nicht so leicht zu händeln. Aber auch das ist ein weites Feld.
Heut mal ohne Bilder..:)
LG, Frank.
Hallo Frank,
ich weiß was du meinst mit: ist gefährlich das Verhalten menschlich zu deuten oder mit Hund und Katze etc. zu vergleichen. Für mich gilt das aber nur, wenn es dazu führt, das man Tieren eben diese vermenschlichten Eigenschaften absolut zuspricht und auch die Haltung der Tiere entsprechend anpasst bzw. verkorkst. Wenn Hundi dann ein Lätzchen und eine Tragetasche bekommt und zum Friseur muss etc.
Solange man sich bewusst ist, um welches Tier es sich handelt und welche Haltungsbedürfnisse sich daraus ergeben: finde ich Assoziationen die einem Einfallen im Umgang mit den Tieren ganz normal. Und es gibt bei uns in der Ameisenhaltung ja auch immer wieder so wundervoll interessante Verhaltensdetails zu beobachten. Und die Unterschiede von Art zu Art und Situation zu Situation. Für mich macht dies einen Hauptreiz unseres Interesses aus und daher liegt mir auch die naturnahe Haltung nahe, was wir ja neulich als Thema des Monats hatten.
Dieses Gewöhnen an das Verhalten des Halters kann ich u.a. für Diacamma bestätigen. Sicher nicht so komplex wie bei den Gigantiops, aber vorhanden. So lernen Diacamma rugosum am Verhalten des Halters, ob dieser eine Bedrohung darstellt oder ignoriert werden kann oder gar Futter bedeutet. Ruhige Handgriffe im Terrarium haben ruhige Tiere zur Folge. Allerdings braucht man nur einige Male hintereinander aggressiv im Terrarium herumzufuchteln. Mehrere schnelle Fütterungen und Reinigungen des Beckens über einige Tage oder ähnliches. Und sie betrachten einen als Eindringling in ihr Revier und reagieren auch Tage später noch entsprechend agressiv auf erneute Eingriffe ins Terrarium, selbst wenn diese Eingriffe inzwischen wieder ruhig durchgeführt werden.
Kannst du noch nachvollziehen bei welchen Temperaturen, Temperaturschwankungen, Luftfeuchtigkeit die Gigantiops damals Männchen großgezogen haben? Sprich: Was vlt. damals anders war von den Bedingungen her als jetzt.
LG
Marcel
Hallo Marcel, das ist m. E. völlig richtig und deckt sich mit den Beobachtungen, die ich an Diacamma vor einigen Jahren machte. Ich hab genau das Gleiche beobachtet und fand die Diacamma auch ganz erstaunlich. Ich wollte die Gigantiops auch nicht "abheben" von anderen Arten, nur sind Ihre Sinne, allen voran der Sehsinn wirklich einzigartig in der Ameisenwelt. Und die Tiere, die gut sehen können, haben meist auch weitere entsprechend komplexe, individuelle Möglichkeiten, zumal, wenn sie wie unsere Ameisen auch noch in sozialen Gemeinschaften leben. Schon dieses Zusammenleben erfordert ja sicher einiges.
Diese Kolonie hier ist ja eine Nachzucht und entstand aus Inzucht. Inzucht in der ersten Generation ist sicher nicht unbedingt und zwangsläufig Problem, auch wenn es immer wieder so dargestellt wird. Aber doch wird diese Kolonie schonmal lange nicht so gross und stark wie die Mutterkolonie und zieht eben weniger Nachkommen auf. Das kann normal sein oder auch eine Folge der Inzucht. Auch freilebende Kolonien sind oft klein, deswegen kann es normal sein.
Bei manchen komplexen Formicinen ziehen Kolonien entweder Männchen oder Weibchen auf, nicht beide Geschlechtstiergruppen. Dafür gibt es unterschiedliche Faktoren, wie vermutet wird. Grund kann sein, so Inzucht in Folge zu vermeiden. Vllt. ist es auch bei den Gigantiops so und die frühere Kolonie, die sehr stark war, war ein Sonderfall.
Aber das ist nur Stochern im Nebel..;)
Ich werde also weiter versuchen, die Kolonie zu pflegen und es ihr an nichts fehlen zu lassen. Sollte doch gelacht sein, wenn das nicht noch was wird..:D Ich versuche zumindest alles. Und es sieht einfach gut aus, wenn man in das Nest schaut und die Gigantiops haben frecherweise und entgegen den Auflagen ihres Halters zwei weitere Zweignester angelegt, die ich nicht einsehen kann.
Ich stell am Wochenende mal Bilder ein.
LG, Frank.
Hallo Frank,
nein so hab ich das auch nicht verstanden, dass du die Gigantiops abheben möchtest. Was auffällt bei verschiedenen Arten ist, das manche eher über starke individuelle Eigenschaften und Fähigkeiten verfügen und manche Arten eher über starke Fähigkeiten in Kombination mit einer großen Arbeiterinnenanzahl.
Die Gigantiops sind eine der Arten mit besonders ausgeprägten individuellen Fähigkeiten. Ihr Sehvermögen ermöglicht ihnen da ganz eigene Verhaltensweisen. Du hast das ja sehr schön beschrieben. Diacamma, als ebenfalls jagende und optisch manchen anderen Arten überlegene Art, hat ebenfalls einen Teil dieser besonderen individuellen Fähigkeiten. Hierzu zählt meiner Meinung nach auch das ausgeprägte Lernverhalten einzelner Arbeiterinnen, von dem wir beide sprachen.
Während bei Camponotus cf. rectangularis z.B. das zusammenwirken vieler Arbeiterinnen sehr ausgeprägt ist. Sie sind extrem effektiv im rekrutieren und dem besetzen von Futterstellen. Auch ihre Ameisensäure wissen sie sehr effektiv einzusetzen, oft reicht hier das Drohverhalten. Diese Art liefert sich keine/kaum Kämpfe an den Futterstellen direkt. Sondern besetzt gezielt die Nestausgänge anderer Arten, schließt ihre Konkurrenz damit im Nest ein. Und sichert sich so die Ressourcen, die die Kolonie benötigt.
Es sind einfach äußerst bemerkenswerte Tiere, die wir halten können/dürfen.
LG
Marcel
Hier mal einige neue Fotos der Gigantiops. Das erste zeigt eine Arbeiterin bei der erfolgreichen Jagd. Auf dem Blatt einer Orchidee kauernd prüft sie wohl den Geschmack der Beute.
Zwei Fotos zweier Brutkammern des Beobachtungsnestes.
Die Gigantiops machen mir immer wieder etwas Hoffnung auf eine weitere Nachzucht, gestern entdeckte ich wiedermal wie vor einigen Wochen ein junges, frischgeschlüpftes Männchen. Sie müssten aber einige Dutzend aufziehen, die dann die Jungköniginnen begatten könnten.
Aber die Kolonie sieht allgemein sehr gut aus, die Ameisen machen einen munteren Eindruck. Es scheint also so, als ob die Kolonie noch einige Zeit hat. Und vllt. ziehen sie in der nächsten Zeit neben Arbeiterinnen und Jungköniginnen endlich auch einige Männchen auf...
LG, Frank.
Der Eingang eines Zweignestes unter den Wurzeln einer Orchidee. Auch dieses Nest wird lebhaft frequentiert mittlerweile, es müssen sich hier etliche Ameisen mit Brut aufhalten. Jetzt, nachdem es "geregnet" hat, ist eine Arbeiterin damit beschäftigt, den Eingang mit Substrat, Lehm und Erde zu verschönern.
...eine andere Arbeiterin auf der nachmitäglichen Pirsch.
LG, Frank.
Hallo Frank!
Ja die Gigantiops sind schon ein lustiges Völkchen. Ist schon erstaunlich wie lange du sie jetzt schon hältst (in 2. Generation) und trotzdem findet man doch immer wieder neues. Das die Kolonie nun ein Zweignest hat würde ich positiv sehen. Wenn mich nicht alles täuscht machen sie das in ihrer Heimat ja auch. Für mich ein Indiz das sie sich "Heimisch" fühlen und eben auch das verhalten "Heimisch" ist.
Ich wünsche dir weiterhin viel Freude mit ihnen, das mit den Männern klappt sicher auch irgendwann
LG, Mathias
Hey, danke Mathias.
Ja ich glaub auch, dass die Tiere in diesem Becken ganz gut zurecht kommen. Und wenn ich wie jetzt gerade von der Arbeit heimkomme und da reinschaue und mich eine Gigantiops-Arbeiterin mit grossen Augen anstarrt, dann hab ich richtig gute Laune..:D
Mit den Männchen und einer weiteren Zucht sehe ich das ja auch ganz entspannt. Es wäre halt schön und ein netter weiterer Versuch, immerhin wäre es auch Inzucht in der zweiten Generation. Wäre eben interessant, ob diese Weibchen es dann packen würden und ob sie gute Arbeiterinnen aufziehen würden. Es könnte ja auch Probleme geben, wäre ja nicht verwunderlich bei Inzucht in der zweiten Generation.
Probleme gab es ja natürlich auch mit den Weibchen der ersten Generation, nicht allen gelang die Koloniegründung. Aber dafür gibt es immer viele mögliche Gründe. Haltungsfehler (...von mir bei der Gründung..:).), unzureichende Ernährung usw.. Aber immerhin konnte ein guter Teil der Weibchen erfolgreich gründen, was dafür sprach, dass diese Inzucht in der ersten Generation keine besonderen "Behinderungen" mit sich brachte. Auch im Freiland wird nicht allen Weibchen die Gründung gelingen, selbst bei optimalen Bedingungen. Und diese Weibchen im Freiland werden in den seltensten Fällen aus Inzucht hervorgehen, auch wenn diese aber immer vorkommen kann. Wobei es wohl "optimale Bedingungen" im Freiland kaum geben kann, sicher haben diese Ameisen viele Feinde und Gefährdungen in ihrem Lebensraum.
Es wäre halt schön, wenn es nochmal hinzubekommen ist, ich arbeite halt dran, zusammen mit meinen Gigantiops..:D Es gibt ja einige Halter, die diese Art auch gern mal halten würden.
LG, Frank.
Hi Frank,
EIne wirklich interessante Art die du halten darfst.
Es würde mich interessieren ob du schonmal Kontakt mit anderen Haltern aufgenommen hast aufgrund der Zucht.
Sind also schon Andere soweit mir der Art gekommen, dass sie Geschlechtstiere aufziehen?
Ich denke es wäre ein Versuch wert, wenige Geschlechtstiere auszutauschen, falls sich vielleicht Gynen/Männchen mit koloniefremden Geschlechtstieren besser paaren als mit kolonieeigenen.
Hast du schonmal sowetwas versucht oder ist allgemein der Transport dafür viel zu heikel?
Andere Halter sollte es ja eigentlich schon geben, so weiß ich wenigstens von einer Person, die Gigantiops anbietet.
Ich finde das größte Ziel das man sich setzten kann, wäre dauerhaft genügend NZ (Nachzuchten) zur Verfügung zu stellen, eben weil dann keine Transporte aus Südamerika getätigt werden müssen.
Grüße Nils
Hallo Nils, ich kenne nur Halter, die die Art auch von mir erhalten haben. Das sind dann Schwestern meiner Königin. Würde also wenig ändern.
Klar sind Nachzuchten interessant, um freilebenden Bestände schonen zu können. Bei den Gigantiops aber dürfte das kein dringendes Problem sein, die Art gilt wohl nicht als gefährdet und ist eine weitverbreitete, häufige Art im trop. Tiefland Südamerikas. Trotzdem wäre es gut, denn Transport und Fang ist schwierig bei den Gigantiops, die "wilden" Gigantiops sind wohl sehr schreckhaft und nervös und schiessen sofort mit Ameisensäure. Dabei bringen sie sich leicht gegenseitig um in Fangboxen. So hat mit Gerhard Kalytta mal seine Fangerfahrungen mit der Art geschildert. Es ist wohl schwierig im Freiland, sie zu sammeln, dann verlustlos aufzubewahren und zu transportieren und sie sind eben recht empfindlich.
Verschickungen mit Post usw sind auch schwierig und eher unratsam. Die kommen meist tot an. Sie sind einfach zu empfindlich und schreckhaft. Ich hab meine Tiere meist selbst an die Halter abgegeben, persönlich. Oder sie jemanden mitgegeben. Verschickt hab ich keine Gigantiops, aufgrund von schlechten Erfahrungen, die andere machten.
LG, Frank.
Ich muss mal wieder Fotos aus dem Hauptnest der Gigantiops einstellen. Es ist einfach erfreulich, da hineinzusehen.
Die Kolonie ist stabil und zieht immer wieder junge Arbeiterinnen und Jungköniginnen auf. Erstaunlich ist, dass in letzter Zeit recht kleine Arbeiterinnen aufgezogen werden. Man könnte daher meinen, dass sich eine begattete Jungkönigin im Nest neben der Altkönigin aufhält. Die Nachkommen junger Königinnen sind oft etwas kleiner als die von älteren Königinnen. Das ändert sich auch nicht unbedingt bei ausreichender, reichlicher Futterversorgung. Vor einigen Wochen gab es ja ein paar Männchen, die im Terrarium schwärmten und möglicherweise kam es zu einer Begattung.
Es wäre aber wirklich erstaunlich, denn bisher habe ich bei keiner Gigantiops-Kolonie erlebt, dass mehrere begattete Königinnen nebeneinander im Nest über lange Zeit lebten. Möglich aber ist es durchaus, dass die Art manchmal polygyn ist. Oder dass zumindest in den unterschiedlichen Zweignestern einer Kolonie sich mehrere reproduktive Königinnen aufhalten.
In diesem Nest halten sich neben der Altkönigin auch entflügelte Jungköniginnen auf. Leider entflügeln sich immer einige der Jungköniginnen bei ihren aus Männchenmangel meist vergeblichen Schwärmversuchen. Einige kehren in das Nest zurück, andere sterben irgendwann unbegattet im Freien. Es könnte jedoch durchaus sein, dass eine der Jungköniginnen vor einigen Wochen begattet wurde, als die Männchen schwärmten und danach in das Mutternest zurückkehrte und hier von der Kolonie als zweite Königin akzeptiert wurde.
Zurückkehrende, aber begattete Jungköniginnen habe ich auch früher bei der Mutterkolonie dieser Kolonie hier beobachtet. Diese begatteten, von der Kolonie selbst aufgezogenen Jungköniginnen wurden jedoch von der Vorgängerkolonie nur noch wenige Tage im Nest geduldet, dann hinausgeworfen oder gar manchmal getötet.
Es wäre erstaunlich, wenn sich dieses Verhalten bei dieser Kolonie nun geändert hätte. Ich werde genauer hinschauen müssen.
Blicke in das Nest. Reichlich Brut, jede Menge gesammelter Drosophila und Jungköniginnen neben Arbeiterinnen.
LG, Frank.
Heute mal ein kurzer Zwischenbericht mit drei gaaaanz schlechten Fotos . Es musste schnell gehen, daher sind die Schnappschüsse unscharf. Die halten ja nicht still, hat man sie einmal focussiert, sind sie auch schon weg.
Trotzdem, das sind Bilder, die Anlass zur Hoffnung geben und daher sind sie trotz schlechter Qualität es wert, gezeigt zu werden. Die Fotos sind von gestern, am Morgen schien die Sonne ins Terrarium und da war einiges los.
Die Kolonie zog ja immer junge Weibchen und wenige Männchen auf, nun aber scheinbar auch wieder ein paar Männchen mehr. Immerhin waren gestern einige Männchen gleichzeitig unterwegs und es kam zu mindestens einer Kopulation. Dabei ist das Ganze aber lange nicht so ergiebig wie bei der Mutterkolonie dieser Kolonie.
Aber warten wir es ab. Die Klonie wächst im Moment und hat wohl noch einiges vor. Es steht eine Veränderung an, ich werde das Becken umgestalten. Das wird der Kolonie zugute kommen und sie wird noch besser gedeihen.
LG, Frank.
Gratuliere, dann kannst du ja bald schon "Zuchtbericht" schreiben! Etwas wachsen und sich vermehren zu sehen bereitet immer ganz besondere Freude, das sitzt ganz tief in uns.
LG
Volker
Hallo Frank,
klasse Ergebnis perfekter Haltung! Dann heißt es jetzt Daumen drücken, dass es weiter so gut vorran geht mit der Geschlechtstier"produktion". Kann mir deine freudig-zittrige Hand und die schnellen Gigantiops lebhaft vorstellen, wenn ich die Fotos sehe.
LG
Marcel
Seit anderthalb Wochen sind alle Pflanzen und Tiere im neuen Terrarium, alles Pflanzliche wächst bereits wieder, die Ameisen haben sich gut eingelebt und die bereitgestellten Nester bezogen. Die Gigantiops erhielten ein neues, grösseres Nest, wieder direkt an der Scheibe, in einer der höheren Ecken des Terrariums. Das Nest hat sieben grössere Kammern, drei davon sind nun bezogen und bewohnt, wenn die Kolonie wächst, und alles deutet darauf hin, wird sie auch die anderen Kammern nutzen.
Ein Blick auf die untere, bewohnte Hälfte des Nestes.
Es war nicht leicht, die Gigantiops dazu zu bewegen, dieses neue Nest zu beziehen. Ich musste einige Kunstgriffe anwenden, darunter auch recht grobe. Das war ziemlich schweisstreibend und fummelig, es durfte nichts schiefgehen. Ich hatte die Kolonie für den Umzug vorbereitet, sie befand sich mitsamt der Brut in einer Kunststoffbox. Diese hängte ich dicht unter das neue Nest, aber die Ameisen waren zu ängstlich und zu misstrauisch, sie wagten sich kaum mal und wenn, dann nur vereinzelt in dieses neue Nest und untersuchten lieber das Terrarium nach anderen Möglichkeiten zum Nestbau. Das galt es natürlich unter allen Umständen zu vermeiden. Bei solchen Gelegenheiten sind die Gigantiops immer sehr vorsichtig, wenn sie allzu geeignete Nistmöglichkeiten vorfinden. Mit sicher guten Grund, in ihrer Heimat wird es kaum unbewohnte Höhlen und Nistgelegenheiten geben und ein Betreten solcher fremden Nester ist hochgefährlich.
Also wandte ich einen alten, recht groben, aber sehr überzeugenden Trick an. Ich sammelte mit einen Kunststoffschlauch einiges an Brut und altem Nestinventar aus der Box zwischen den Ameisen, nahm das andere Ende des Schlauches in den Mund und blies die Brut und das alte Nestsubstrat durch einen Nesteingang in das neue Nest. Einige Arbeiterinnen fing ich in einem Reagenzglas, das ich vor den Nesteingang propfte, so dass nur der Weg in das Nest offen war. Diese gingen nun auch bereitwillig hinein, den Nestgeruch wahrnehmend. Ich konnte das Glas wegnehmen und nun wurden die anderen Ameisen mutiger, erkannten jetzt ebenfalls den Nestgeruch des alten Nestes, fanden die Brut und einige Arbeiterinnen im Nest, fassten Vertrauen und begannen jetzt bald, den Rest der Kolonie in das neue Nest zu tragen. Es war eine Freude, ihnen dabei zu zusehen.
Jetzt, nach anderthalb Wochen im neuen Nest ist dieses nach Gigantiopsart hergerichtet und die Ameisen kennen natürlich längst die neue Umgebung.
Zwei aktuelle Blicke in die Nestkammern.
Bei den Paraponera lief es ebenso gut. Dazu später mehr.
LG, Frank.
Hallo Frank,
wie immer ein schöner Bericht! Und ein toller Tipp mit der Brut und dem Nistmaterial fürs neue Nest.
Fehlt nur noch eine Gesamtansicht des neuen Terrariums.
LG
Marcel
Kommt bald, Marcel. Muss sich aber erst noch alles ein wenig einwachsen...;) Danke für dein Lob.
LG, Frank.
Manches kann man tatsächlich nur mit Bildern richtig gut zeigen. Jede Beschreibung mit Worten ist nur blass und unzulänglich, verglichen mit der Realität, die Fotos plastischer wiedergeben können.
Die Gigantiops sind nun wunderbar verfressen und jagen nun im gesamten Terrarium. Leider habe ich im Moment keine Fliegen zum Verfüttern, so muss ich geteilte frische Mehlwürmer reichen und einige, wenige erschlagene Stubenfliegen, die es wagen, meine Wohnung zu befliegen.
Dies sind für mich die schönsten Ameisen, aufmerksam, dabei nervös und leicht abzulenken :), grazil und zugleich kräftig, manchmal sehr flink und dann wieder sehr bedächtig.
Notfutter... Den Gigantiops gefällts, sie schleppten letztens sogar zerteilte, tote Heimchen ab.
Mahlzeit.
LG, Frank.
Hallo Frank,
deine ersten beiden Sätze sprechen mir aus der Seele, gut, daß du sie gesagt hast.
Wegen der Fliegen, du weißt sicher, daß Anglergeschäfte Fliegenmaden verkaufen. Ich wende auch folgende Methode mit Erfolg an : ein Stück Fleisch (oder Fisch) auf eine Holzplatte gelegt und ab in die Sonne damit in eine verschwiegene Ecke des Gartens. Eine gute Fliegenklatsche und : voila! Natürlich gibt es auch die vertracktesten Fangvorrichtungen wenn man will. Diese Gigantiops sind wirklich toll!
LG
Volker
Danke Volker. Das mit den Schmeissfliegen hab ich schon probiert, aber es war mir einfach zu eklig.... Kräftige Schmeissfliegen sind wirklich zwar so ziemlich das Beste, was man seinen Ameisen anbieten kann, aber die Imagines leben nicht allzu lange. Ich hielt mal eine zemlich grosse Horde solcher Schmeissfliegen in einem Terrarium, als Futtervorrat, aber selbst da, mit Platz und Durchlüftung, selbst mit nur Zucker und Honig als Futter, wuchs sich das Ganze recht schnell zu einem stinkenden sterbenden Fliegenhaufen aus...brrr.
Es waren einfach zu viele, die aus solchen handelsüblichen Maden geschlüpft waren. Ich konnte sie nicht alle verfüttern. Eine Schmeissfliege, die man so erwischt und die in "Freiheit aufwuchs", scheint auch attraktiver für die Ameisen zu sein, als so eine gezüchtete, recht schwache Schmeissfliege ohne wirklich gut trainierte Flugmuskeln.
Ich verwende nun meist die gezüchteten, flugunfähigen Stubenfliegen, die Terflys, die haben eigentlich auch die maximale Grösse von Beutetieren, die die Gigantiops fangen und leicht überwältigen können.
LG, Frank.
Hallo Frank,
Echt super, dass es mit deinen Gigantiops so gut läuft.
Ich wünsche dir auch weiterhin viel Erfolg damit (vielleicht klappt ja bald nochmal die Nachzucht).
Die Terflys sind wirklich eine gute Lösung. Ich hatte mir auch eine Zeit eine Packung gekauft, und da in den mitgelieferten Substrat immer noch Eier und Larven sind und sich nach und nach neue Generationen bilden, hat man auch eine längere Zeit etwas von den kurzlebigen Fliegen.
Allerdings sind diese Fliegen nicht sehr....anspruchsvoll für die Jäger. Auch meinen Diacamma cf. ceylonese sind die Fliegen nicht entkommen, obwohl sie sich mit mittleren Heimchen schwer tun. Ich führe dies auf die schlechte Gegenwehr zurück, die die Fliegen ohne Flügel entgegenbringen können.
Auf jeden Fall noch viel Spaß mit den Tieren!
Grüße Nils
Danke Nils.
Oh Gott, ich muss mich mal entschuldigen. Ich hatte oben Sch...ssfliegen geschrieben, das war natürlich ein Tippfehler. Gemeint waren selbstverständlich Schmeissfliegen...
Hallo Frank,
ich fand das einen sehr amüsanten Tippfehler, der auch nicht unbedingt korrigiert werden musste. War so ein freudscher Versprecher, im gleichen Atmenzug genannt mit der Ekligkeit der Haltung dieser Fliegen. Was ich sehr gut nachvollziehen kann. Gerade die Maden kann man schlecht füttern und muss man auch komplett dicht halten, da sie sich durch kleinste Spalten quetschen können.
Deswegen hole ich mir öfter Pinkies oder Angelmaden kurz vor der Verpuppung, lass sie dann nur verpuppen, wasch die Puppen aus und gebe sie in ein Glas. Sie schlüpfen ja fast alle gleichzeitig innerhalb von 24-36Stunden. Dann gehts ab in den Froster mit dem Glas. Ist ein beliebtes, einfach zu beschaffendes und billiges Futter. Für die Gigantiops als Jäger taugt es natürlich nicht im toten Zustand. Aber für sehr viele andere Arten ist es nahezu perfekt. (Natürlich nicht als einziges Futtertier auf Dauer, aber das ist ja selbstverständlich)
LG
Marcel
Hallo Marcel, wenn die Gigantiops hungrig sind, und dass sind sie eigentlich immmer und ihr ansonsten ja stets Halter ausnahmsweise mal keinen Bock hat, Fliegen zu beschaffen, nehmen die auch gern mal frischtote Grillen und sogar Mehlwürmer. Sie jagen gern und sehr gut, aber weisst ja, in der Not... Also, so wählerisch sind die gar nicht.
Ich hab mal drei Bilder gemacht vom neuen Terrairum. Das Becken hat mir Roger geschenkt, wofür ich ihn sehr danke. Ich wollte sowieso ein höheres Becken haben, in dem auch hochwachsende Pflanzen sich ein wenig recken können und hätte eines gekauft, aber günstiger als geschenkt geht ja nun mal nicht..;) Das Becken ist 120 hoch, 90 breit und schöne 60 tief.
Nun läuft es seit zwei Wochen etwa, langsam wachsen die Pflanzen besser ein, selbst die gesetzte Moose machen sich richtig gut im Bereich, in dem sie vom Nebler regelmässig versorgt werden.
Die Einrichtung bzw. der Aufbau der "Landschaft" ist simpel. Es gibt einen baumstammähnlichen Aufbau aus Bauschaum an der Rückwand, der mit Fliesenkleber, Lehm und Substrat überzogen ist. Hier wurzeln einige Orchideen, Farne, Moose natürlich und andere Pflanzen. Von oben wird der "Baumstamm" benebelt, der Nebler tropft dabei etwas, eine wunderbare, perfekte und regelmässige Bewässerung. Der Boden besteht aus einer Wanne aus Bauschaum, um evtl. Undichtheiten zu vermeiden. Das Becken war natürlich nicht ganz neu, aber trotzdem in einen sehr guten Zustand. In der Wanne Flußsplit, darin wurzeln in einer Hydrokultur (Regenwasser!) die Pflanzen des Bodens. Mit den relativ schweren Kieseln des Splits vermeide ich, dass sich die Ameisen uneinsehbare Nester im Terrarienboden bauen.
Zu den wichtigsten Bewohneren. Die Gigantiops bewohnen ein Nest in der oberen, rechten und fensterabgewandten Ecke des Terrariums, die Paraponera sind räumlich getrennt und bewohnen ein Ytongnest im unteren Bereich des Terrariums. Alle scheinen sich wohl zu fühlen, alles ist glatt gegangen beim Umzug und bei der Wiederannahme des Nestes bei den Paraponera und wie oben beschrieben bei der Neubesiedelung eines Nestes bei den Gigantiops.
Es läuft alles so gut, ich hab schon wieder nichts so recht zu tun... naja, ein paar Pflanzen müssen noch rein, auch grössere. Aber zuwachsen lasse ich auch dieses Becken nicht, Licht muss möglichst alle Stellen erreichen.
Soweit erstmal. Nun drei Fotos von einigen Details, leider etwas dunkel anmutend. Real ist es viel heller...:)
Dies in aller Kürze, jetzt kommt Fussball.
LG, Frank.
Ich hab grad mal noch 'nen Schnappschuss gemacht, damit man sieht, wie das Terrarium eingerichtet ist und im Moment aussieht. Wie gesagt, einiges wird noch hinzukommen, vor allem an Pflanzen. Rechts unten das Nest der Paraponera, rechts oben das der Gigantiops.
An Pflanzen gibt es zur Zeit den Kaffee rechts unten, einen Ficus und einen kletternden Ficus, diverse Orchideen, Tillandsien, eine Passiflora, Fleissiges Lieschen, versch. Bromelien, weitere kletternde Pflanzen, Farne, Moose usw... Alles beginnt gut zu wachsen im Moment.
LG, Frank.
Nun läuft das Becken vier oder fünf Wochen und die Natur beginnt es zu erobern, natürlich mit meiner Unterstützung. Besonderes Augenmerk hab ich auf das obere Ende des "Baumstumpfes" aus Bauschaum gelegt und hier reichlich gepflanzt und bemoost. Hier tut der Nebler sein tägliches Werk sehr direkt, es ist zudem hier tags sehr hell und so sind die Bedingungen hier optimal für alle möglichen noch kleinen Pflanzen.
Die ersten beiden Bilder zeigen diese Stelle im Terrarium, das letzte Foto den Boden des Beckens. Leider gibt es Reflexionen, sorry. Auf dem zweiten Foto rechts das Nest der Gigantiops.
LG, Frank.
Du hast einfach ein Händchen für schön eingerichtete Tropenbecken, Frank! Musst doch mal in Berlin vorbeikommen ;), hätte da noch ein hohes 50x50x100cm Becken, mit dem ich optisch noch nicht so recht zufrieden bin.
LG
Marcel
Gigantiops beim Zuckernaschen. Unter einigen Verrenkungen gelangt diese Arbeiterin an den Zucker.
LG, Frank.
Vor ein paar Wochen hab ich über eine Gigantiops-Jungkönigin hier berichtet, die von Männchen begattet wurde und ein Foto von der Kopulation eingestellt. Diese Jungkönigin habe ich einige Tage später separiert und sie gründet nun allein in einem Reagenzglasnest. Regelmässig bekommt sie frischen Zucker, ansonsten ernährt sich sich vor allem von Springschwänzen, die massenhaft in ihrem Auslauf leben.
Nun sind erste Larven geschlüpft. Hoffentlich schlüpfen aus den späteren Puppen auch Arbeiterinnen, aber das wird die Zukunft zeigen. Es sieht aber gut aus, bisher. Die Königin verhält sich vorbildlich, sitzt meist in ihrem Nest.
Hier ein Foto dieser Jungkönigin in ihrem Nest bei ihrer Brut.
LG, Frank.
Die Jungkönigin erstaunt mich schon immer wieder. Sie verhält sich absolut ruhig beim Öffnen der Box. Keine Spur von Angst oder Panik.
Als ich heute die Jungkolonien fütterte und damit auch sie, schaute sie mich schon hungrig an. Die Springschwanzpopulation in ihrem kleinen Auslauf hat sie mittlerweile stark dezimiert, so dass sie wohl kaum noch Jagderfolge hat. Also hab ich erstmal eine kleine Steppengrille spendiert, die auch sofort untersucht wurde und später ins Nest transportiert wurde.
Vielleicht ist ja diese kleine Königin die Nachfolgerin in meiner kleinen Gigantiops-Zucht. Wenn ihre Gründung gelingt, wäre dies immerhin die dritte Generation, die in Gefangenschaft lebt und aufwächst und von einer ursprünglichen Kolonie abstammt.
Zwei Bilder der jungen Königin.
LG, Frank.
Hallo Frank!
Ein tolles Biotop hast du deinen Ameisen da wiedereinmal geschaffen, das gefällt mir schon sehr.
Bei der Gründung scheint es ja recht gut zu laufen, ich drücke dir die Daumen das es so bleibt. Wäre ja schon eine Art Sensation wenn man eine Art über so viele Generationen hinweg weiter Züchten kann.
Gruß
Mathias
Danke Mathias. Dann liefer ich gleich mal eine Totale des Terraiums nach. So sieht es hier jetzt aus, von der Couch gesehen und alles wächst weiter. Besonders schön, wie es oben auf dem "Baumstumpf" wächst und gedeiht. Da wachsen Farne, Orchideen, Moos usw.. Auch eine Fuchsie wächst nun da und rankt langsam nach unten. Sie hat sogar schonmal geblüht.
Das Becken läuft erst seit End Mai, dafür ist es schon gut eingewachsen.
LG, Frank.
Es wird Zeit, dass ich mal wieder kurz über die Paraponera berichte.
Bei ihnen läuft alles sehr entspannt und sie ziehen weiter Nachkommenschaft auf. Alles geht aber sehr langsam voran, was mir durchaus gefällt. Manchmal geniessen die dicken Larven eine Einzelbehandlung durch die Ammen.
Wirklich aktiv werden die Paraponera erst bei Eintritt der Dämmerung, es ist selten, dass sich tagsüber eine Arbeiterin ausserhalb des Nestes zeigt. Am Abend und in der Nacht geht es dann im Terrarium wohl machmal weniger entspannt zu, beide Heupferde verschwanden binnen einiger Tage, wurden von den Paraponera erbeutet und fanden sich als Beute im Nest wieder. Als ich die beiden vermisste, fand ich sie nacheinander im Abstand von wenigen Tagen im Nest der Paraponera.
Immerhin hat das Weibchen an eingen Abenden Eier im Boden abgelegt, mal sehen, ob ich irgendwann junge Heupferdbabys im Terrarium habe.
Sicher werden die Paraponera irgendwann auch am Tage aktiver werden, spätestens dann, wenn die Kolonie grösser ist. Aber vermutlich bleiben sie auch dann tagsüber etwas scheuer und zurückhaltender. Die Art lässt sich wunderbar mit solchen tagaktiven und selbstbewussten Arten wie den Gigantiops zusammenhalten. Zumal beide Arten aus dem gleichen Herkunftsgebiet stammen und sich sozusagen "kennen". So haben die vergleichsweise riesigen und kräftigen Paraponera wirklichen Respekt vor den Gigantiops und scheinen um deren Wehrhaftigkeit zu wissen. Es gibt so keinerlei Agression zwischen den Arten, zumindest nicht ausgehend von den Paraponera, man weicht sich aus und foragiert (noch) zu verschiedenen Tageszeiten.
LG, Frank.
...und weiter gehts.
Die Paraponera sind wirklich anspruchslos, wenn die Bedingungen zu stimmen scheinen. Immer noch selten, dass eine Arbeiterin tagsüber das Nest verlässt, umsomehr sind sie in der Nacht und am Morgen unterwegs. Am heutigen Morgen ertappte ich diese Arbeiterin an der Zuckertränke.
Zeitgleich besuchte eine andere Arbeiterin die Nektarien der Passiflora, es sieht fast komisch aus, wenn die grossen Ameisen die zierlichen Nektarien der Pflanze behutsam ablecken.
Im Nest ist einiges los, obwohl ich den Paraponera selten wirklich grosse Beuteinsekten anbiete. Sie sind in der Lage, Grossinsekten zu erbeuten, immerhin hatten sie die beiden Heupferde bald erlegt, jedoch scheint es auch zu genügen, regelmässig dafür zu sorgen, dass einige Fliegen im Terrarium herumwuseln. Die werden in der Nacht dann "gesammelt". Ansonsten werden gern Grillen von der Pinzette am Eingang des Nestes entgegengenommen, man ist ja nicht sehr verwöhnt. Aber, Eiweissnahrung ist für die Paraponera attraktiv und wird gern genommen, wichtiger scheint jedoch zu sein, dass Kohlehydrate immer verfügbar sind.
Ich beginne, mir Sorgen zu machen, die Kolonie wächst langsam, aber sie wächst. Es gibt wieder etliche neue Puppen und Larven.
Auf dem letzte Foto die etwas schüchterne und verstörte Königin. Nicht sehr scharf, aber im Licht so schön rot schimmernd.
LG, Frank.
Hallo Ameisenfreunde. Diesen Thread möchte ich an dieser Stelle beenden. Ich trenne mich von den Paraponera und den Pseudomyrmicinen.
Es bleiben von den wichtigeren Arten, die hier im Thread beschrieben wurden, nur die Gigantiops destructor und die Myrmoteras bei mir in der Haltung. Die Myrmoteras wurden bereits vor einiger Zeit umgesetzt und bewohnen mit einer anderen, jungen und noch kleinen Gigantiops-Kolonie ein kleineres Terrarium, die ältere Gigantiops-Kolonie aus diesem Thread bekam vor kurzem ein eigenes, ebenfalls etwas kleineres Terrarium, dass sie von nun an weitgehend allein bewohnt.
Über beide Gigantiops-Kolonien werde ich von Zeit zu Zeit im Thread: "Gigantiops, Nachzucht..." berichten.
Ich danke Euch für die vielen Besuche, Bedankungen und Diskussionen in diesem Thread hier und bitte um Verständnis, wenn ich den Thread jetzt hier von meiner Seite beende, was die Haltung der Paraponera und Pseudomyrmicinen anbetrifft.
LG, Frank.