30. Mai 2013
753. TagWie versprochen folgt ein Sommerupdate. Die Kolonie tätigte eine leichte Diapause so wie ich das erkennen konnte. Brut war nur in Form von wenigen Larven vorhanden. Da die Kolonie zum Teil in Sand- Styropornestern in mitten des Beckens lebt fehlt mir die allumfassende Übersicht. In den Ytong Nestern, gab es zumindest nur mittlere Larven, keine Eier und Puppen. Die Gyne die lange als vermisst galt, ist auf alle Fälle nicht tot, ich fand sie vor einigen Wochen in dem Ytongnest an der Stirnseite des Beckens. Dort verweilt sie aktuell immer noch mit einer prall gefüllten Gaster. Brut ist aktuell nicht viel vorhanden, aber die Brut die vorhanden ist, ist z.T. sehr besonders.
Die ersten zwei Prinzessinen sind geschlüpft.
Es werden also Geschlechtstiere aufgezogen. Ich bin heute gleich in den Baumarkt gefahren und habe mir einen Deckel aus Holz fertigen lassen. Wieviel Geschlechtstierbrut vorhanden ist, könnt ihr hier auf diesem Bild sehen. Es könnte sein das in den anderen Nestern noch mehr vorhanden ist, oder auch in den Erdnestern wo ich keinen Einblick habe. Ich habe den Bereich hinter Heitzmatte abfotografiert, für gewöhnlich lagern sie dort am meisten Brut. Dieses sind aber nur neun Kammern von insgesamt
71 wo sie Brut lagern können:

Und hier nochmal eine Nestkammer im Zoom:

Die weiblichen Geschlechtstiere werden streng umsorgt. Ich habe bis jetzt nur zwei weibliche geflügelte Tiere ausfindig machen können, jedoch liegen noch einige große Puppen im Nest. Die Kokons der weiblichen Geschlechtstiere sind wie auf den Bildern zu erkennen, genau wie die Kokons der Majorarbeiterinnen stark oval. Am Caput breiter und der Kokon verjüngt sich in Richtung Gaster.
Ob nun noch männliche Geschlechtstiere folgen bleibt aktuell noch offen, da muss ich abwarten. Die weiblichen Geschlechtstiere sind auch noch nicht vollständig ausgefärbt und frühestens vorgerstern geschlüpft. Gestern sind noch einmal viele weiße Kokons hinzu gekommen. Sprich frisch eingewebte Larven.
Hier sehen wir noch mal eine der beiden Prinzessinen, sie ist noch sehr hell im Thoraxbereich, das Bild wurde ursprünglich auf dem Kopf aufgenommen, die Tiere befinden sich ausschließlich an der Decke der Kammer, im Nachhinein habe ich das Bild gedreht:

Das Volk an sich ist an warmen Tagen extrem aggressiv und ruck-zuck in Alarmbereitschaft. Fülle ich Wasser auf schwärmen schnell einige Tausend Arbeiterinnen aus und wuseln herum. Aktuell haben alle Tiere in den Nestern prall gefüllte Gaster, das Volk steht nun in den Startlöchern viel Brut zu produzieren. Ansonsten bewegen sie viel Material im Becken. Die großen Steine im Becken sind fast vollstänig vergraben. Legt man beispielsweise getrocknete Blätter in das Becken graben die Ameisen diese ein und schaffen unter dem Blatt einen Holraum, dort kauern sie dann bis sie in Alarmbereitschaft gesetzt werden. Solche Forts gestalten sie sich überall im Becken. Fast handgroße Nesteingänge haben sie in den trockenen Sand gegraben.
Hier noch ein Schnappschuss:

Die Kolonie ist jetzt seit dem 18. Mai 2011 bei mir. Anfangs waren es sechs Arbeiterinnen. Eine wirklich tolle Art!
Link zur Diskussion