*Camponotus fellah - Haltungsbericht

Re: *Camponotus fellah - Haltungsbericht

Beitragvon Imago » Mi 15. Feb 2012, 19:56

15. Februar 2012
275. Tag


In der letzten Zeit konnte ich einige ganz interessante Beobachtungen machen. Ich habe meine Camponotus fellah extra mal graben lassen und musste feststellen das sie lockeren, trockenen Sand den sie aus den Kammern haben wollen, ähnlich wie Cataglyphis mit den Forderbeinen in einer zügigen Bewegung nach hinten richtung Gaster abtragen. Dieses Verfahren der Kammererweiterung ist bei lockerem Sand, wie er in warmen trockenen Gebieten zu finden ist, natürlich äußerst zeitsparend im Gegensatz dazu, jeden Korn einzeln abzutragen.

Außerdem habe ich nach gut einem Monat zum ersten mal an einem anderen Platz die Proteine angeboten. Das Schälchen mit den Heimchen, stellte ich wohl überlegt auf einen Ast, der ca. 10cm über dem Arenaboden war und auch nur von einer Seite und zwar genau über diesen Ast zu erreichen war. Dieser Platz ist knapp 120cm vom Nesteingang entfernt und fast doppelt so weit weg wie der vorherige Futterplatz für Proteine. Das Ergebnis war ein wenig beschämend für die Kolonie und sehr lehrreich für mich. Es bestätigte für mich den Sinn dieses kleinen Experimentes.

Nach ca. 10min. erst war die erste Arbeiterin an den Heimchen angelangt. Sonst dauerte dies gerade mal 2min. Lange irrten mehrere Arbeiterinnen umher. Den Duft der Proteine hatten sie längst aufgenommen, nur konnten sie diese nicht genau orten. Am gewohnten Platz waren die Heimchen diesmal nicht und sichtlich irritiert schauten immer wieder einige Arbeiterinnen dort vorbei und streckten die Fühler in die Luft. Wie bereits geschildert, führt wirklich nur der Weg an dem Ast entlang zu den Proteinen. Wobei man bedenken muss, unterwegs kreuzen sich auch mehrere Äste, jedoch führt nur ein Weg zum Ziel. Nach ca. 15min. waren dann endlich fünf Arbeiterinnen bei den Heimchen angelangt. Vier von ihnen machten sich nach und nach auf den Weg zurück ins Nest. Eine Arbeiterin zerlegte weiter die Heimchen. Jedoch wurde die Duftspur auf dem Rückweg bei weitem nicht so konsequent gelegt, wie sonst von dem alten Platz aus. Eigentlich völlig unlogisch, schließlich hätte doch die Spur verstärkt gelegt werden müssen, da sie neu ist. Es machte den Eindruck, als wüssten die vier Arbeiterinnen selbst nicht den richtigen Weg zurück, somit wurde allem Augenschein nach nur dann eine Duftspur gelegt, wenn sie sich wohl des Weges sicher waren.

Zurück im Nest angekommen rekrutierten diese vier Arbeiterinnen nun ca. 20 Schwestern aus dem Nest und ahnt ihr wo die Reise hinging?

Richtig, zum alten Futterplatz. Das Ding ging komplett in die Hose und somit liefen insgesamt vier kleine Grüppchen mit jeweils einer Leitameise die nun permanent Duftspuren legten, Kreuz und Quer durch das Becken und das ganze anscheinend unter einem kompletten Orientierungsverlust. Für mich war das natürlich toll anzusehen wie dir Grüppchen durchs Becken irrten und immer wieder und wieder den alten Futterplatz anliefen. Die Duftspuren zu dem alten Platz waren wohl eindeutig noch viel intensiver, als gedacht.

Nach weiteren 10min. schaffte es dann eine Gruppe doch noch die Heimchen aufzuspüren, von dort an ging dann alles seinen Weg, bis auf einen kleinen Zwischfall:

Ein Heimchen viel direkt von der Futterschale in die darunter gelegene Wasserschale samt einer Ameise, welche sich gerade in dem Heimchen festmandibelt hatte. Die Ameise krabbelte im Wasser dann schnell auf das Heimchen und war vorerst vor dem Wasser in Sichherheit. Die Fühler gingen gleich wieder in die Luft, nachdem zügig erkannt wurde: Nahrung ist vorhanden, die schwimmt auch und gibt eine gute Insel ab, nur gibt es keinen Weg trockenen Fußes richtung Festland.

Nach ca. 1min. Ameisenrafting auf dem Heimchen wurde ein Entschluss gefasst und eine Entscheidung gefällt, ab durch das Wasser. Die Ameise hat zwar gerade mal drei Zentimeter Wasser überbrückt aber sie ging auf dem Weg nicht unter und es machte zu dem auch noch den Eindruck, es sah zumindest so aus, als wüsste sie was die tut. Am Ufer angekommen wurde sie von ihren Schwestern in Empfang genommen, diese fühlerten die eine Minute die ganze Zeit nach ihr.

Ich war überrascht und um eine Erfahrung reicher.

Die zweite Fütterung an der neuen Futterstelle war zwar noch chaotisch, lief aber schon etwas koordinierter ab!

So weit so gut, über das Wachstum der Kolonie verliere ich immer noch kein Wort aber es gibt gute Nachrichten: Die Kammer ganz links unten von dem Nest, welche so stark mit Dreck an der Scheibe beklebt wurde, haben die Ameisen wieder einigermaßen sichtfrei gemacht. In dieser Kammer werden jetzt neben Puppen auch Larven gelagert:
Bild

Weitere Kammern des Nestes:
Bild Bild Bild

Auf diesem Bild sieht man eine kleinen Major- eine große Mediaarbeiterin von ca. 13mm:
Bild

Auf diesen Bildern sieht man Brut in allen Stadien:
Bild Bild Bild
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Re: *Camponotus fellah - Haltungsbericht

Beitragvon Imago » Sa 18. Feb 2012, 18:44

18. Februar 2012
278. Tag


Auf Anfrage und wie versprochen gibt es endlich mal ein Foto des Nestes. Viele Arbeiterinnen sitzen leider für die Kamera unsichtbar, unter der Decke der Kammern:
Bild

Ein Bild das die Gyne zeigt, die Gaster ist leicht geschwollen, jedoch nicht dick:
Bild

Bilder einiger Kammern, teils werden in manchen Kammern nur einige Larven gelagert, Brut ist massig vorhanden:
Bild Bild Bild

Lasst euch von dem Gewusel der Minorarbeiterinnen nicht ablenken, schaut mal weiter nach oben, dort ist eine riesige Majorarbeiterin. Diese überragt die Gyne in der Größe, allgemein in dem ganzen Volumen ohne einen Zweifel offen zu lassen. Es ist ein wirklich riesiges Tier. Die Media- und Majorarbeiterinnen sind sehr lichtscheu. Sie verstecken sich bei dem kleinsten Lichteinfall an den Decken der Kammern und werden von den anderen Tieren verdeckt, diese Aufnahmen waren lediglich ein glücklicher Zufall. Dieses Tier ist wirklich riesig.
Bild Bild

Auf diesen Fotos sieht man Minor- wie Mediaarbeiterinnen:
Bild Bild

Zu guter letzt, noch gut gelungener Schnappschuss einer wirklichen vollen Kammer:
Bild

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Re: *Camponotus fellah - Haltungsbericht

Beitragvon Imago » So 4. Mär 2012, 17:00

04. März 2012
293. Tag


Ich möchte euch das Becken vorstellen, in dem die Ameisen nun schon eine geraume Zeit leben. Diese Art stammt aus Nordafrika und soll steppenähnliche Habitate bewohnen. Ich habe mir Mühe gegeben das Becken so naturnah und artgerecht wie möglich zu gestalten.

Hier nun das Becken in Komplettansicht:
Bild Bild Bild Bild

Ja richtig erkannt, dieser getrocknete Schilf ragt in der Höhe über den Beckenrand hinaus. Es besteht aber keine Fluchtgewahr, die Blätter ragen von der Breite nicht über den Rand:
Bild

Ich habe mich bemüht etwas Grün in das Becken zu bringen. Diese Crassula ovata habe ich damals aus einem einzelnen Blatt gezogen, die Pflanze wurde nie gedüngt und eignet sich sehr gut für die Beckengestaltung dieser Ameisenart. Ein Vorteil ist natürlich, dass diese Sukkulenten Wasserspeichern und somit nur selten gegossen werden müssen. Das erfolgt wenn nötig über einen Schlauch der mit Watte verstopft ist:
Bild

Der Nesteingang ist ganz links im Becken, hier ein Blick vom Nesteingang in Richtung Becken:
Bild

Ich habe mich um ein Gefälle bemüht, vorrangig um den Ameisen den Weg zurück in das Nest zu erschweren. Gerade mit voller Gaster oder mit Insekten in den Mandibeln, müssen sie etwas mehr tun. Der Sand ist locker, es ist aber kein Problem für die Tiere:
Bild

In der Mitte des Beckens habe ich zwei Steine aufgeschichtet. In dem Zooladen kaufte ich diese unter dem Namen "Versteinertes Holz". Die Steine sind so aufgeschichtet das einzelne Tiere darunter Schutz finden können:
Bild

Wie man sehen kann habe ich auch Totholz im Becken, dieses dient dafür die Lauffläche zu vergrößern. Häufig biete ich darauf Futter an, außerdem habe ich noch getrocknete Pflanzen aus der Natur verwendet:
Bild

Ich habe noch eine weitere Sukkulenten Art mit in das Becken eingebracht. Ich weiß leider nicht um welche Art es sich handelt. Auch diese wurde aus einzelnen Blättern gezogen:
Bild

Hier sieht man die andere Seite des Beckens. Ich habe versucht eine leicht hügelige Landschaft zu getalten. Da die Ameisen ja schnell alles erkunden, sollen sie es dabei nicht so einfach haben. Hier biete ich die Proteine an. Somit müssen die Ameisen die Insekten von einer Seite des Beckens in die Andere transportieren, also 1,20m Wegstrecke:
Bild

Genauso verhält es sich mit der Wasserstelle. Dieser Napf hat die gleiche Farbe wie der Sand und passt sich gut in das Becken ein. Auch hier haben die Ameisen 1,20m Wegstrecke, wobei ich das Nest nicht bewässere. Ab und zu übergiesse ich den Napf etwas und schon wird gegraben. Ich lasse ihn den Spaß, außerdem bauen sie die Kammern direkt an der Scheibe. Würd es mir zu bunt, oder ich erkenne Strukturen eines Zweignestes lasse ich die Stelle einfach austrocknen und geb mir wieder mehr Mühe beim Bewässern des Napfes:
Bild

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Re: *Camponotus fellah - Haltungsbericht

Beitragvon Imago » Sa 10. Mär 2012, 17:39

10. März 2012
299. Tag


Dieses Update umfasst die allgemeine Situation der Kolonie. Außerdem konnte ich wieder Beobachtungen machen die, die Art weiter beschreiben und auch für zukünftige Halter interessant bzw. wichtig sein könnten. Zur allgemeinen Situation: Vor drei Wochen habe ich ein Foto eingestellt, auf den man fast die Gesamte Kolonie sieht. Heute habe ich wieder Nestfotos gemacht und es lässt sich nach drei Wochen gut erkennen, dass das Volk wieder gewachsen ist. Außerdem kann ich beobachten, dass die einzelnen Individuen immer größer werden, verstärkt im Minorbereich. Es werden zwar immer noch weiter viele Minorarbeiterinnen produziert, diese sind aber nicht mehr so klein und zierlich wie die Anfangs. Letztlich kann man wohl sagen: Die Unterkaste Minorarbeiterinnen hat sich verändert. Eine Minorarbeiterin aus der jetzigen Zeit der Kolonie ist voluminöser als eine Minorarbeiterin, die vor einem halben Jahr in dieser Kolonie produziert wurde. Es ist optisch gut zu erfassen wie das Wachstum jetzt voran geht und wieviel Brut mittlerweile produziert wird ist ebenso interessant wie erschreckend denn es wird ja nun nicht weniger, sondern zukünftig wird die Kolonie in noch größeren Schritten voranschreiten/ wachsen. Auf dem ersten Nestfoto war die Kolonie noch enger zusammen, darum wirkt es als wäre das Volk größer. Wie bereits geschrieben, das Nest hat 21 Kammern und die Ameisen verteilen sich beim Abnehmen der roten Folie und der Heizmatte im ganzen Nest. Auf den Bildern erkennt man auch ganz gut die größeren Tiere in der Kolonie, sowie auch die Königin. Auf dem letzten Foto sieht man, wieviele Ameisen, sonst unsichtbar für die Kamera unter der Decke der Kammern hängen, um sich vor dem Blitz zu verstecken. Die zweite Kammer von Links ganz oben ist Kotablageplatz. Verwunderlich, es scheint als wäre da purer Honig mit dabei.
Bild Bild Bild Bild Bild

Die Kammern füllen sich immer weiter mit Brut. Obwohl ich mir beim Fotografieren viel Mühe geben fällt es mir schwer, die Fülle der Brut in den Kammern bildlich zu erfassen. Eine Kammer ist bis zur Hälfte mit Brut gefüllt, da frage ich mich ernsthaft wie sie an die unteren Bruteinheiten gelangen? Unzählbar wieviele Bruteinheiten in der gesamten Kolonie nun vorhanden sind. Ein Ei welches heute gelegt wird ist in ca. 55 Tagen eine fertige Ameise. Ihr könnt euch somit vorstellen wieviele Individuen die Kolonie im Mai beherbergen wird. Warum gerade im Mai? Weil ich die Kolonie am 18. Mai 2011 bekommen habe. Eine Gyne mit sechs Arbeiterinnen, dass ist nun nach 10 Monaten aus ihnen geworden. Wenn sich jemand traut die aktuelle Individuenzahl ungefähr zu schätzen, würde ich mich freuen, denn ich tu mich schwer damit. Sind es 800 oder gar 1000? Ich denke aktuell kommen auch noch ca. 800 Bruteinheiten hinzu, die in naher Zukunft zu Imagines werden. Die Gaster der Gyne ist ganz leicht geschwollen. Die Majorarbeiterinnen auf dem Bild sind kleiner als die Gyne, sie sind aber auch nicht die Größten ihrer Unterkaste. Ich freue mich auf den Tag, an dem sich eine große Majorarbeiterin ein Bild mit der Gyne teilen muss und man erkennen kann, das die Gyne wesentlich schmaler und zierlicher neben einem so großen Tier wirkt und vorallem auch ist.
Bild Bild Bild Bild

Letztens habe ich mal eine Wüstenheuschrecke im Ganzen verfüttert, ich habe sie nur kurz überbrüht. Sie erweckte nicht mehr Interesse als die Heimchen. jedoch wurden einige Arbeiterinnen eine Weile beschäftigt. Ca. 48 Stunden wurde die Heuschrecke bearbeitet. Sie wurde letztlich komplett ausgehöhlt. Die Ameisen arbeiteten sich langsam aber sicher durch den harten Chitinpanzer der Heuschrecke. Da das Futtertier zu groß für den Abtransport in das Nest war, wurde sie in den Schatten gezogen unter den beiden Steinen in dem Becken. Dies wird wohl in ihrer natürlichen Umgebung sinnvoll sein, um sich gegen die pralle Mittagshitze zu schützen. Tagsüber sieht man nur wenige Arbeiterinnen draußen, nachts sind ca. 100 Arbeiterinnen unterwegs und durchforsten das Becken. Auch die Futterplätze, wie die Wassertränke werden bei Dunkelheit viel zahlreicher besucht. Dann wurde die Heuschrecke eingegraben, warum kann ich nicht sagen, aber sie lösten den eigentlich festen Sand- Lehmboden unter der Schrecke. Der Sand wurde weggebracht und nicht, wie es von vielen Arten bekannt ist, an die Nahrungsquelle gebappt. Evtl. wurde sie eingegraben damit sie ihre Beute nicht so schnell an andere Futterneider verlieren. Für manche Tiere sind solche scheinbar auffälligen Verhaltensweisen überlebenwichtig:
Bild Bild

Zum Schluss gibt es noch Fotos der Fütterung. Hier sehen wir die Honigaufnahme die mittlerweile dazu führt, dass sich die Ameisen stapeln:
Bild

Und die Aufnahme von Proteinen oder besser gesagt Heimchen, nicht selten werden die Heimchen komischer Weise unter dem Ast kräftezehrend abtransportiert:
Bild

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Re: *Camponotus fellah - Haltungsbericht

Beitragvon Imago » Do 15. Mär 2012, 11:34

15. März 2012
304. Tag


Das Volk wächst weiter und passt mittlerweile nicht mehr in die 9 Kammern des Nestes die mit der Heizmatte beheizt werden. Das Nest hat 21 Kammern, davon werden 9 mit einer 14 Watt Heizmatte beheizt. Die Matte ist 28x28cm groß. Diese Nestfläche ist nun voll mit Brut und Ameisen. Die Kammern sind 5cm tief. Das bedeutet ich habe endlich Nesteinsicht durch die rote Folie, denn der andere Teil des Nestes, also die restlichen 12 Kammern sind mit einer roten Folie bedeckt, durch die ich gut hindurchsehen kann. Endlich sieht man wie sie im Nest aggieren. Majorarbeiterinnen wechseln ab und zu ihren Standort und streifen durch die Kammern, meist mit prall gefüllter Gaster. Die Majorarbeiterinnen haben lange Beine, beim Laufen hat ihr Körper proportional zu den kleineren Arbeiterinnen gesehen, wesentlich mehr Abstand zum Boden. Wahrscheinlich um der Hitze, den der Aufgewärmte Boden in den Steppen abgibt, besser asuweichen zu können. Der Habitus ist schließich wesentlich voluminöser und bietet der Hitze eine wesentlich bessere Angriffsfläche. Für mich sind das kleine Wüstenschiffe! Die Beine sind heller somit sieht man diese nicht so gut, manchmal sieht es so aus als würden sie über den Sand schweben.

Mir ist aufgefallen das diese Art sich manchmal fallen läst. Ich habe ja viele Klettermöglichkeiten bei mir Becken. Letztens fütterte ich Honig auf dem Schilf. Eine Arbeiterin mit voller Gaster nahm jedoch nicht den Hinweg als Rückweg, sie ging zur Schilfbalttspitze und lies sich einfach fallen. Genauso verhält es sich wenn ich füttere. Sie klettern den Schilf hoch, warten dort und lassen sich dann häufig aus ca. 10cm Höhe auf das Futterinsekt oder in direkter Nähe fallen. Evtl. bringen sie sich dort oben in Sicherheit, nicht alles ist tot was ich verfüttere.

Gestern war ich mal wieder bei dem Anglerladen meines Vertrauens. Es handelt sich um keine Kette, sondern um einen privaten Anglerladen. Der Besitzer baut Terrarien nach Wunsch selber und verkauft einige exotische Tiere. Er hat ganz einfach sein Hobby zum Beruf gemacht. Ich wollte eigentlich einige Wüstenheuschrecken kaufen, was ich auch tat. Stellte aber zugleich die Frage: Was hast Du denn noch so an Lebendinsekten oder Lebendfutter allgemein? Die Antwort: Bienenmaden! Alles klar Wachsmottenlarven sind das, die unter den Anglern auch Bienen- oder Honigmaden genannt werden. Also hab ich mal ein Döschen gekauft um den Ameisen Abwechslung zu bieten. Ich habe sie nicht überbrüht. Die Erfahrung hat gezeigt, das Völker die immer nur tote Tiere vorgesetzt bekommen, viel furchtsamer sind. Die Larven sind ca. 4cm groß, sehr weich und sehen aus, als würden sie viel Protein liefern.

Hier ein paar Fotos der Fütterung:
Bild Bild

Ob die eine Arbeiterin mit der prall gefüllten Gaster nun eine kleine Majorarbeiterin oder eine große Mediaarbeiterin ist, lasse ich euch entscheiden:
Bild Bild Bild Bild

In den letzten Tagen zeigt sich jetzt deutlich der Wuselfaktor. Schon imposant bei solch großen Tieren, ca. 150 Ameisen beteiligen sich mittlerweile am Futterretual. Das Rekrutierungsverfahren über die gesamte Prozedur ist recht interessant. Immer wieder verlassen kleine Grüppchen von bis zu fünf Arbeiterinnen das Geschehen und führen ein paar Neue aus dem Nest dorthin. Immer wieder verschwinden Arbeiterinnen, immer wieder kommen welche hinzu. Manchmal sind 30 Arbeiterinnen am Nesteingang, davon verschwinden 20 wieder im Nest, zehn werden zur Futterstelle geführt. So geht das die ganze Zeit, zwischen Futterstelle und Nest, entsteht ein riesiges Hin und Her, jedoch geschieht dies nicht bei der Honigaufnahme. Verstärkt ist es auch bei Lebendfütterungen zu erkennen:
Bild

Und noch mal ein kleiner Schnappschuß, ein paar Damen an der Energiequelle:
Bild

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Re: *Camponotus fellah - Haltungsbericht

Beitragvon Imago » Sa 17. Mär 2012, 12:13

17. März 2012
306. Tag


Ein weiterer Bericht. Ich muss mich für die Häufigkeit der Updates ja schon entschuldigen. Nicht jeder wird das Interesse aufbringen immer wieder die Beiträge zu lesen. Zwei Faktoren bestimmen den Berichtzyklus: Das sich stetig wachsende und verändernde Volk und natürlich auch meine Freizeit die, die ich habe nutze ich um zu beobachten und zu berichten. Als kleine Entschädigung für das viele Lesen, habe ich darauf geachtet ein paar mehr Bilder einzubinden.

Aus dem allgemeinen Leben der Kolonie gibt es etwas zu berichten, beides beobachte ich schon länger. Zum einen geht es um die Abfalllagerung und Entsorgung. Müllhaufen werden angelegt und sie wachsen. Anfangs klebten sie Unrat und Kot an das Fenster einer bestimmten Kammer des Nestes, ich berichtete damals. Dann wurde diese wieder gesäubert von der Kolonie und die Toilette wurde in eine andere Kammer verlagert. Dort wurde dann kein Abfall mehr gelagert, dieser wurde fortan immer aus dem Nest getragen und gegenüber bei dem anderen Ytongstein gehäuft, den Abfall klemmten sie dort in eine kleine Nische an der Scheibe, wo kein Sand war. Als die Stelle gefüllt war, entstand der erste kleine Abfallhaufen und der wuchs. Nach 7-8cm Durchmesser war Schluss und der zweite Müllhaufen entstand direkt daneben, diese Müllhaufen sind nicht hoch, dafür ist das Material zu locker um es zu stapeln, die Haufen gehen eher in die Breite:
Bild Bild

Hier das erste Bild zeigt den ersten Haufen, folglich das Zweite den Zweite:
Bild Bild

Schaut man sich einen Haufen näher an, findet man vorrangig Puppenhüllen darin, sowie die Überbleibsel der Heimchenfütterungen. An Proteinen wie an Kohlenhydraten lassen sie nichts verkommen. Von den Heimchen bleibt wirklich nur der dünne Chitinpanzer übrig, vom Honig schlicht und ergreifend nichts. Auffällig es liegt glaube ich nur eine tote Ameise in dem Haufen. Ich habe bei Ameisen noch nie eine so geringe Sterberate feststellen können. Umzüge schienen auch kein problem für diese Tiere zu sein. Bei anderen Arten gab es bei mir immer einige Verluste. Bei dieser Art hielt sich das alles sehr in Grenzen. Bis jetzt sind seit dem ich die Ameisen halte, soweit ich das beurteilen kann, weniger als zehn Ameisen verstorben. Irgendwann wird die erste Sterbewelle kommen, ich bin gespannt wann:
Bild

Desweiteren ist mir etwas aufgefallen, das eigentlich sehr untypisch für Ameisen ist. Anstatt den Nesteingang zu tarnen oder zu sichern mit all möglichen beweglichen Material was man im Becken so finden könnte, geschieht genau das Gegenteil. Der Nesteingang wird immer frei gehalten, gesäubert und auch der Sand, um den Nesteingang herum wird immer weiter abgetragen, man sieht schon deutlich wieder den Neststein, großflächig gehen sie hier vor, jeden Tag kommt ein Stückchen mehr Stein zum Vorschein. In der Natur wird es nicht anders sein, Lockerer Sand wird abgetragen damit der Nesteingang z.B. vom Wind nicht zugeweht oder zugeschüttet werden kann, das Verhalten macht durchaus Sinn. Hier der aktuelle Zustand:
Bild

Ein weiteres durchaus interessantes Verhalten zeigt sich an der Wasserquelle. Wenn ich das richtig interpretiere sind Camponotus fellah nicht für eine Gemeinschaftshaltung geeignet. Denn seit mehreren Tagen belagern sie die Wasserquelle. Diese für sie überlebenswichtige Quelle wird 24/7 ohne Unterbrechung von zwei bis fünf Arbeiterinnen bewacht. Diese stehen Tag ein Tag aus ohne sich zu rühren an der Quelle. Ob es immer die gleichen Arbeiterinnen sind, entzieht sich meiner Beobachtung.

Gestern ist mir eine Ameise mit prall gefüllter Gaster aufgefallen. Es muss sich bei dem Inhalt um Wasser handeln. Honig habe ich gestern nicht verfüttert, ich habe die Ameise erst gestern entdeckt also gehe ich davon aus, dass sie nicht schon einige Tage mit Prall gefüllter Gaster durchs Becken streift. Ausschließen konnte ich es nicht, dass es sich nicht doch um Honig von der letzten Fütterung handelt aber es ist sehr unwahrscheinlich und der Hinhalt der Gaster, soweit man hindurchsehen konnte war eher hell, als Honiggold. Die Ameise kletterte immer die Scheiben empor, typisch für das Totlaufen der Tiere. Ich schaute mir das einige Stunden an, bis feststand: Diese Ameise will nicht mehr in das Nest zurück. Ich denke die Gaster war so voll, das evtl. das Stielchenglied (Petiolus) etwas abbekommen hatte. Die Gaster zumindest schien nicht gerade zu sein, sondern knickte beim Laufen leicht zur Seite ab. Ich denke nicht das die Gaster schief hing, weil sie so voll war, die Ameisen haben sonst keine Probleme damit, hier schien eines vorzulegen, man sah es auf den ersten Blick. Nun diente diese Ameise als Fotoobjekt, eine Ameise mit prall gefüllter Gaster die bald sterben wird ist sehr ungewöhnlich. Wer genau hinschaut, erkennt eine tiefe Einfurchung, eine Delle an dem zweiten Tergit. Hier ein paar Fotos der Leidtragenden:
Bild Bild BildBildBildBild

Es ließ mir keine Ruhe, heute dann lag die Ameise tot im Wassernapf, Ich legte sie auf ein Zewa und stach mit einer Nadel durch die Gaster, das Wasser lief sofort hinaus und hinterließ auf dem Zewa einen farblosen nassen Fleck. Unglaublich wieviel Flüssigkeit diese "kleinen" Ameisen transportieren können. Darum habe ich mal die Chance ergriffen und Fotos von der prallen Gaster geschossen, ganz interessant wie ich finde. Die Ameise ist auch schon mit einigen Schmutzpartikeln behaftet, ebenfalls typisch für eine bald sterbende Ameise:
Bild Bild BildBild

Diese Fotos entstanden am Anfang, als ich diese Ameise entdeckte wie sie unaufhörlich die Scheiben erklimmte, trotz ihrer Last in der prall gefüllten Gaster:
Bild Bild Bild

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Re: *Camponotus fellah - Haltungsbericht

Beitragvon Imago » Do 29. Mär 2012, 20:21

29. März 2012
318. Tag


Es gibt weiter keine Probleme. Die Ameisen vermehren sich vor sich hin, ohne das ich je wirklich etwas an den Haltungsbedinungen geändert habe, es gab wirklich seit beginn an keine Probleme mit dieser Art. Mit zunehmender Volkstärke fangen sie an ihr Territorium zu
verteidigen und mit Ameisen zu makieren. Nicht nur der Wasserplatz wird rund um die Uhr besetzt und verteidigt von einigen aufmerksamen, wachenden Arbeiterinnen, nein auch die Plätze an denen ich vorzugsweise Honig anbiete werden z.T. belagert von einigen Ameisen, obwohl kein Honig vorhanden ist.

Es ist wieder einmal Zeit für ein Foto des gesamten Nestes. Wie man unschwer erkennen kann hat sich an der Zahl der Arbeiterinnen nicht wirklich all zu viel getan. Das letzte Nestfoto ist ja auch noch nicht lange her, die damaligen Larven haben sich zu Puppen entwickelt und die damaligen Puppen sind geschlüpft. Ganz interessant ist es, einmal auf die Majorarbeiterinnen zu achten. Es werden erfreudiger Weise immer mehr:
Bild

Hier ein paar Fotos der nun unzähligen Puppen. Ständig schlüpfen neue Imagines aus ihnen:
Bild Bild Bild Bild Bild Bild Bild

Ich bin immer wieder über die Größe der Majorarbeiterinnen erstaunt. Es gibt zwei wirklich riesige Tiere im Nest. Manche Majorarbeiterinnen haben wirklch sehr breite Köpfe. Hier mal ein paar Fotos der schönen Tiere. Dieses Tier ist eines von den ganz Großen:
Bild

Sie sind leider immer schwer zu erwischen, da sie extrem lichtscheu sind und bei Licht an die Decken der Kammern flüchten:
Bild

Hier mal eine kleine Collage einiger Fotos auf denen Majorarbeiterinnen zu sehen sind:
Bild

Und noch ein Schnappschuss:
Bild

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Re: *Camponotus fellah - Haltungsbericht

Beitragvon Imago » So 1. Apr 2012, 16:47

01. April 2012
321. Tag


Es ist schon interessant in das Nest zu schauen und so viele Ameisen auf einem Haufen zu sehen. Es wuselt und alles scheint in Bewegung zu sein. Ein optisches Chaos, von Düften in die Ordung verwiesen. Doch auch eine einzelne Ameise ist ein interessantes Motiv. Manchmal ist diese noch nicht einmal notwendig:
Bild

Doch nun zurück zu den Ameisen:
Bild Bild Bild

Und hier das beste Foto dieser Reihe:
Bild

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Zuletzt geändert von Imago am Mi 5. Dez 2012, 20:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: *Camponotus fellah - Haltungsbericht

Beitragvon Imago » Di 10. Apr 2012, 18:11

10. April 2012
330. Tag


Gestern abend ist es passiert, eine riesige Majorarbeiterin verlies plötzlich das Nest. Es ist die größte Ameise die ich je in meinem Leben live gesehen habe. Ich griff sofort zu meiner Kamera: Knips...kein Blitz! Batterien fast leer. Und die Arbeiterin lief dazu noch wie von der Tarantel gestochen vor dem Nesteingang herum, weil ich nun mit einer anderen Lichtquelle arbeiten musste, welche permanent leuchtet. Die stark lichtscheuen Camponotus mögen das gar nicht.

Ich möchte euch das Tier aber auch nicht vorenthalten. Hier die Fotos:
Bild Bild

Leider konnte ich kein Foto von der Seite knippsen und die obigen zeigen einfach nicht die ware Größe.
Dieses Foto ist zwar das qualitativ schlechteste Foto, jedoch ist eine Vergleichsarbeiterin in direkter Nähe, so kommt auch die ware Größe dieses Tieres zur Geltung:
Bild

Noch mal zur Info, eine Minorarbeiterin misst mindestens 7mm, die meisten jedoch überragen diese. Der Kopf dieser Majorarbeiterin ist so mächtig, das war schon beeindruckend!

Wenn man sich diese beiden Bilder hintereinander anschaut, erkennt man gut die ware Größe dieses Tieres, indem man sich an der Furchentiefe im Ytongstein im Vergleich der beiden Arbeiterinnen richtet:
Bild Bild

Ich denke so geht es besser:
Bild

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Re: *Camponotus fellah - Haltungsbericht

Beitragvon Imago » Di 17. Apr 2012, 10:58

17. April 2012
337. Tag


Heute möchte ich euch mal eine durchschnittliche Majorarbeiterin von Camponotus fellah vorstellen. Bei wachsender Koloniegröße, scheint auch die Anzahl der Majorarbeiterinnen anzusteigen. Nicht proportional zu den anderen Unterkasten. Auch hier gibt es in den Unterkasten von Minor- bis Majorarbeiterinnen fließende, also nicht genau definierte Übergänge. Inerhalb der Unterkaste Majorarbeiterin, gibt aber nicht nur Unterschiede in der Größe, denn es gibt auch kleinere Majorarbeiterinnen, die aber dennoch sehr große Köpfe haben. Das Besondere an der Sache ist- und worauf ich hianus will, es gibt kleine Majorarbeiterinnen die größere Köpfe haben, als verhältnismäßig größere Majorarbeiterinnen. Wobei ich die Frage auf die Entstehung dieser Variablen herunterbrechen Möchte:

Kann wohl bestimmt werden, ob das Tier klein ist und einen großen Kopf hat, oder groß ist und einen nicht so großen Kopf hat oder gar beides, groß und großer Kopf?

Wenn ja, ist die Unterkaste Majorarbeiterin, sogar noch aufzusplitten in meinen Augen.

Jetzt möchte ich euch aber erst einmal Bilder zeigen die eine mehr oder weniger durschnittlich proportionierte Majorarbeiterin zeigen, diese mißt 1,5cm:
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Der Kopf passt im Verhältnis zum Körper, ist aber etwas größer als bei den meisten Majorarbeiterinnen dieser Größe in der Kolonie:
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Diese Tiere sind nicht nur interessant im Verhalten und ihrer Variabilität in der sie in Erscheinung treten, sondern auch schlicht und ergreifend hübsch:
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Diese Majorarbeiterin ist noch nicht ganz ausgehärtet, die Mandibeln sind noch sehr hell, bis auf die Schneide selbst, diese ist beim Schlupf schon vollkommen ausgehärtet, somit sind diese ab Geburt dem Schlupf der Imago, voll funktionsfähig und vor Verformung oder übermäßiger Abnutzung gefeit:
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Sie können die Mandibeln weit öffnen:
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Wenn man genau hinschaut, sieht man ein kugelförmiges Gebilde an den Maxillen. Worum könnte es sich handeln? Nahrung wäre ja sehr unlogisch, schließlich fühlte sich das Tier bedroht:
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Hier noch mal ein Foto das die Größenunterschiede der Majorarbeiterinnen aufzeigt, darunter auch kleinere Tiere mit verhältnismäßig größeren Köpfen als die größeren Tiere:
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Ich würde mich feuen, wenn wenn mich jemand über die Fragestellung im Diskussionsthread aufklären könnte!

Link zur Diskussion
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