Frank Mattheis Moderator
  • Member since Jan 13th 2010

Posts by Frank Mattheis

    Seit meinem Brandenburg-Aufenthalt interessieren mich nun doch wieder mehr die heimischen Arten. Ich beobachtete dort verschiedene Arten, besonders faszinierte mich die Formica cinerea mit ihrer Lebensweise. Eine heimische "Wüstenameise", mit polydomen riesigen Kolonieverbänden, mit festen Straßen zwischen den Kolonien, teilweise untertunnelt, teilweise über viele Meter offen, an Schützengräben erinnernd. Diese Straßen dienen aber nur den Austausch zwischen den Kolonien und für den schnellen Transport der in den sozialen Mägen gespeicherten Nahrung. Jagend und sammelnd sieht man die Arbeiterinnen der Art zerstreut überall im Freiland.

    Leider schwärmte die Art noch nicht, zu gern hätte ich eine Jungkönigin mitgenommen.


    So nahm ich wenigstens einige Arbeiterinnenpuppen mit, die ich meiner Amazonen-Königin in ihrer kleinen Kolonie zusetzte. Ebenso einige Puppen von Arbeiterinnen der Raptiformica sanguinea. Diese Arbeiterinnen sind teilweise größer als die Polyergus-Königin.

    Viele Jahre befasste ich mich fast nur noch mit exotischen Arten. Sehe ich jetzt meinen Ameisen dieser gemischten Kolonie zu, erinnere ich mich an die Begeisterung und Faszination, die gerade diese Tiere in mir früher auslösten. Diese einheimischen Formicinen sind ungeheuerlich effektiv, kooperativ und schnell. Ihre Zielstrebigkeit ist erstaunlich, die Kommunikation funktioniert fast reibungslos auch über die Artgrenzen, wenn es darum geht, die Kameradinnen für den Brutraub oder für den Beuteeintrag zu rekrutieren. Immerhin leben hier vier oder fünf Arten zusammen, Polyergus, Raptiformica, F. cinerea, F. rufibarbis und F. fusca.


    Die Amazonenkönigin, umringt von jungen Ameisen.


    Polyergus mit Hilfsameisen


    LG, Frank.

    Nach einem kühlen Frühjahr schlüpfen nun die ersten Arbeiterinnen bei den Feldwespen, die selbstständig, also ohne mein Zutun hier im Freien gegründet haben. Alles in diesem Jahr etwas später.

    Bei den Polistes dominula scheinen drei Zellen leer zu sein, es sind also wohl bisher drei Arbeiterinnen geschlüpft. Zwei Tiere saßen auf dem Nest, als ich fotografierte.


    Polistes dominula 3.7.21


    Bie der Polistes nimpha scheinen zwei Arbeiterinnen geschlüpft zu sein. Gesehen habe ich bisher nur eine von ihnen.

    Gerade ist die Königin heimgekehrt von einem Jagdflug, sie hat die Beute an die Arbeiterin übergeben, die sie nun an die Larven verfüttern wird.


    Polistes nimpha 3.7.21


    Interessant ist vielleicht, dass die Kokonhüllen der P. nimpha dunkel gefärbt sind und nicht so hell und fast weiß wie bei den P. dominula und wie bei anderen Papierwespen. So erscheinen die verdeckelten Zellen, aus denen die jungen Wespen schlüpfen werden, eher dunkel und unauffällig. Selbst die Larven der P. nimpha sind relativ dunkel gefärbt, anders als bei anderen Wespen. Wohl eine Anpassung an den Niststandort in trockenen Wiesen und Brachflächen, wo sich viele insektenfressende Vögel "herumtreiben". Die unauffälligeren Nester mit den eher dunklen Zelleninhalten wecken nicht so schnell das Interesse von Meisen und Rebhühnern etc.. Das ist wichtig, denn die Nester sind frei an Halmen befestigt und so leicht erreichbar, wenn sie gefunden werden. Später, wenn die Kolonie größer wird, können die Wespen das Nest verteidigen, am Anfang kann das die Königin alleine nicht. Aber sie versucht es durchaus, die nimpha sind tapfer und sehr entschlossen, verglichen mit anderen Feldwespen.


    LG, Frank.

    Wir suchten ein Biotop in Brandenburg in der Nähe von Trebbin auf, dass mir aus früherer Zeit bekannt war. Hier gab es und gibt es neben F. cinerea viele andere wärmeliebende Insekten, darunter beeindruckende Grabwespen wie die Kreiselwespen und die Sandwespen neben vielen anderen Wespen und Bienen, Sandlaufkäfern und Libellen wie den Plattbauch. Interessant war, dass die in solchen Biotopen eigentlich dominanten F. cinerea diese Wespen weitgehend in Ruhe ließen. Sie konnten sie ohnehin nur stören, diese großen Wespen ließen sich kaum aus der Ruhe bringen und schon gar nicht ließen sie sich von den Ameisen vertreiben.

    Hier nisten tausende von Kreiselwespen und Sandwespen. Überall brummte es und summte es. Überall flog der Sand von den grabenden Weibchen, die ihn mit den Vorderfüßen unter den Körper beim Graben nach hinten schleuderten. Geriet mal eine Ameise in einen solchen "Sandsturm", kam es vor, dass sie verärgert die Wespe angriff und dann eben doch störte. Schnell aber klärte sich die Situation und man ging wieder seinen Geschäften nach.


    Eine Kreiselwespe (Bembix rostrata) vor dem Nesteingang. Die Tiere sind groß und kräftig. Manche erreichten Körperlängen von vielleicht 25 mm.


    Kreiselwespe


    Das Biotop, in dem diese Tiere nebeneinander leben. Wunderschön.


    Biotop F.cinerea


    Es gibt noch Regionen auch in Deutschland, in denen der Insektenschwund nicht wirklich merkbar ist. Hier in Brandenburg gibt es solche Flecken. Das, obwohl es hier seit vielen Jahrzehnten einen intensive Landwirtschaft gibt. Aber man hat (bis jetzt) einige Flecken einigermaßen unberührt gelassen.

    Unermesslich wertvoll.


    LG, Frank.

    Für ein paar Tage sind wir in Brandenburg.

    Wenig Zeit, man besucht Familie und Freunde. Aber etwas Zeit blieb und so streiften wir für ein paar Stunden durch die Wälder meiner Kindheit und Jugend. Hier kannte ich einmal jeden Stein. Kunststück, hier gibt es ja nur Sand.

    Aber es gibt die wundervolle Kiefer, den Charakterbaum der Region. Kiefernwälder sind hier in Brandenburg licht und voller Leben. In ihnen kommen auch andere Baumarten zurecht, am Boden gibt es eine interessante, sparsame und trotzdem reiche Vegetation. Flechten und Moose, Gräser, die an den sonnigen und trockenen Standort gut angepasst sind und eine erstaunlich reiche Insektenfauna sowieso. Allenthalben Tetramorium caespitum, Myrmica- und Lasius-Arten, selbst fuliginosus fanden wir hier im Kiefernwald. Jungköniginnen haben wohl ein weiselloses Nest einer Chthonolasius übernommen. Wichtigste Arten sind hier jedoch neben Formica fusca und Formica cinerea an breiten, sandigen Wegen aber die Raptiformica sanguinea und verschiedene Waldameisenarten.


    Kiefernwald


    Ein traumhaft schöner Wald. Viel altes Totholz, das kommt vielen Ameisen und anderen Insekten sehr entgegen und wird für die Nestanlage stark genutzt.

    Die Kronen dieser Bäume lassen viel Licht und Wärme bis zum Boden dringen, der oberflächlich trockene Sandboden jedoch verhindert, dass der Boden völlig verbuscht und und so kann sich man hier wundervoll auch abseits der Wege bewegen. Die Kiefern scheinen relativ gut mit der Trockenheit der letzten Jahre zurecht gekommen zu sein. Sie sind Pfahlwurzler, ihre Wurzel reichen bis in die tieferen, feuchteren Bereiche des Waldbodens.

    Es gibt hier noch an vielen Stellen Kolonien der Waldameisen. Wir fanden Individuen von F. polyctena, F. rufa, F. truncorum, F. pratensis und vermutlich von F. uralensis.


    Eine noch junge Kolonie von Formica rufa.


    Waldameisen in Brandenburg


    LG, Frank.

    Der Phil hat mich vor kurzem gemeinsam mit seiner wunderbaren Freundin besucht, diese Ameisen blieben unter anderem bei mir zurück.

    Ziemlich verrückte Tiere mit interessanten Verhaltensrepertoire und mit riesigen Augen.


    Harpegnathos saltator


    LG, Frank.

    Im Portal wird über Alterserscheinungen von Königinnen und Arbeiterinnen geschrieben. Auch ein Aspekt, der hier zu berücksichtigen ist. Tatsächlich scheint die Behaarung dieser Königin am Hinterleib abgewetzt zu sein. Mit solchen Abnutzungen geht ja auch oft ein "Farbwechsel" einher, meist werden diese Tiere dabei jedoch scheinbar dunkler, das ist besonders bei den Königinnen und Arbeiterinnen von Faltenwespen oder Hummeln zu beobachten. Obwohl diese Tiere bei weitem nicht das Alter von Ameisenköniginnen und nicht einmal das von vielen Ameisenarbeiterinnen erreichen, nutzt sich bei ihnen die Pubeszenz und auch die Beflügelung mit fortschreitendem Alter stark ab.

    Alte Tiere sind leicht erkennbar.


    Mir fällt gerade noch das Beispiel der Königinnen von Cataglyphis bombycinus ein. Alte Königinnen, die ich manchmal fand, war immer sehr dunkel gefärbt, Jungköniginnen dagegen eher hellbraun, fast goldfarben schimmernd.


    LG, Frank.

    Bei meinen Iridomyrmex geht es nur langsam weiter, trotz Fütterung und Wärme. Finde ich erstaunlich, eine Kolonie, die ich vor einigen Jahren hielt, wuchs sehr viel rasanter. So habe ich es zumindest in Erinnerung...

    Es scheint aber so zu sein, dass die Kolonien anfangs nur langsam wachsen, später dann mit steigender Individuenzahl eher exponentiell. Das jetzt langsame Wachsen der Kolonie kommt mir entgegen.

    Hier gibt es nun sechs Arbeiterinnen, zwei sind bisher verstorben. Es gibt einige Larven in den verschiedenen Entwicklungsstufen und einige Puppen.


    Iridomyrmex purpureus 6.6.21


    LG, Frank.

    Die vergangenen Wochen haben bei den Feldwespen ihren Tribut gefordert, die Kolonien sind kaum gewachsen. Immerhin beginnen die Wespen jetzt wieder mit der Vergrößerung ihrer Brutwaben und das derzeit warme Wetter ermöglicht Aktivität. Die Wespen jagen und sammeln Nahrung und Baumaterial.


    Bei der Kolonie, die im Winter geründet wurde im Terrarium, leben drei Wespen. Zwei Arbeiterinnen und die Königin. Es gibt endlich neue Brut, junge Larven.

    Andere, von Schwestern dieser Königin ohne meinen Einfluss gegründete Nester an meiner Veranda sind nicht ganz so weit, werden jetzt aber schnell aufholen. Hier gründen bis zu drei Königinnen gemeinsam.


    Diese kleine Kolonie lebte bis vor einiger Zeit im Terrarium. Es geht jetzt langsam voran, die Wabe wurde etwas vergrößert.


    Polistes dominula 5.6.21


    LG, Frank.

    Wieder mal atemberaubende Fotos, Phil. ich schließe mich den Vorrednern an. Aber man kennt das ja von dir..:)


    Markant gefärbte Königinnen fand ich früher immer mal wieder. Einmal fand ich eine Raptiformica-Königin, die fast schwarz war. Sie war jedoch in eine Gruppe von Arbeiterinnen der gleichen Art geraten, die sie heftig und für einige Zeit attackierten. Vielleicht rührte die dunkle Färbung daher, vielleicht der Einfluss der Ameisensäure der angreifenden Arbeiterinnen.

    Jedenfalls lebte diese Königin, die ich damals für etwas besonderes hielt, noch einige Zeit bei mir, bis sie dann leider verstarb. Richtig fit war sie jedoch nicht mehr, die Angriffe waren zu heftig gewesen.


    Die von dir gezeigte Königin scheint mir auch keine emarginatus zu sein, die habe ich nach meiner laienhaften Einschätzung etwas schlanker und auch ein wenig graziler, langbeiniger in Erinnerung.

    Auf jedem Fall aber eine besonders schöne Königin von Lasius.


    LG, Frank.

    Hallo Forum.

    Leider hat es diese Ackerhummel (Fehler, es war eine Steinhummel) nicht geschafft. Sie begann mit dem Bau eines kleinen ersten Zellhaufens, flog etwas zwei bis drei Wochen ein und aus. Dann jedoch kehrte sie nicht zurück. Entweder ist das Tier verunglückt oder es ist der kalten Witterung zum Opfer gefallen. Vielleicht bei einem Ausflug nass geworden, klamm und dann verhungert. Sehr schade.

    So aber war der Nistkasten unbesetzt.


    Heute fanden wir bei einem Ausflug ein bereits teilweise geöffnetes Nest der Dunklen Erdhummel in einem verrottenden Strohhaufen. Offenbar fand gerade ein Drama statt und wir hatten wohl den Räuber verscheucht.

    Viele Hummelarten und auch verschiedene Faltenwespen nisten gern in solchen zurückgelassenen Strohhaufen, es gibt hier ideales Nistmaterial, eine Menge Höhlen und verlassener Mäusenester und ein warmes Mikroklima. Leider aber wissen das auch die Feinde der Hummeln wie der Wespenbussard und andere. Hummel- oder Wespennester sind hier stark gefährdet, weil leicht erreichbar und auszuheben, schon deswegen prüfe ich solche Strohhaufen gerne, wenn ich welche sehe. Und immer wieder werde ich fündig, leider meist zu spät.


    Heute hatten wir und die Hummeln Glück. Wir haben das Nest und die Tiere geborgen. Erst das Nest mit dem Hauptteil des Volkes, anschließend fuhr ich noch zweimal zum alten Standort, etwa 50 Kilometer eine Fahrt, um alle später erst heimkehrenden Sammlerinnen einzufangen. Das Volk ist bereits erstaunlich groß, immerhin zwischen 40 und 50 Arbeiterinnen und eine ziemlich dicke Königin.


    Es geht den Hummeln nun hervorragend, sie haben einen absolut sicheren Platz in unserem Garten. Hier und in den Nachbarbärten gibt es einen reiche Tracht, trotzdem füttere ich anfangs mit Zucker zu.


    Nach wenigen Stunden haben sie nun das Nest abgedeckt und die Sammlerinnen haben sich eingeflogen, auch die Nachzüglerinnen, die ich später holte. Man staunt immer wieder, was für hervorragende Flieger diese Hummeln sind, auf engsten Raum können sie fliegen und beginnen ihre Orientierungsflüge in winzigen, dann immer größer werdenden Schleifen.

    Liebenswürdige Geschöpfe. Was wäre die Welt ohne diese Bienen...


    Ein wenig aussagekräftiges Foto. Es zeigt einige Arbeiterinnen bei der Arbeit an der Nestabdeckung. Öffnen will ich das Nest jetzt nicht, ich will die Tiere heute nicht weiter beunruhigen.


    Bombus terrestris 5.6.21


    LG, Frank.

    Im vergangenem Jahr siedelte ich zwei kleine Kolonien von Formica fusca im Garten an. Das Biotop ist geeignet, ähnelt einem Habitat an einem sonnigen Waldrand. Die Kolonien sind gut durch den Winter gekommen, jetzt ist große Aktivität zu bemerken. Futter wird emsig eingetragen, tote Insekten und Kohlehydrate.

    Hier besammeln zwei Arbeiterinnen die Nektarien des Japanischen Knöterich.

    Auch ihn siedelte ich an, wohl wissend, dass ich ihn im Auge behalten muss.

    Aber er bietet jetzt im Frühjahr einiges für die Ameisen, im Spätsommer ist er eine gute Bienentracht.


    Formica fusca, eine unserer schönsten und, wenn man das so sagen kann, sympathischsten Ameisen.


    Formica fusca


    LG, Frank.

    Dies ist ein ziemlich verrücktes Jahr, es will einfach nicht wirklich warm werden. Für die staatenbildenden Insekten, die bei uns nur einjährige, oder besser "einsömmerige" Staaten bilden, ist das ein Problem. Wespen und Hummeln sind heuer spät dran, es wird schwierig sein für sie, das aufzuholen und viele junge Königinnen werden zudem die lange Kälteperiode nicht überstehen.


    Man kann helfen. Nistkästen und/oder Fütterung verhungernder oder verirrter Tiere kann diese schon mal retten.


    Eine junge Königin der Steinhummel (Bombus lapidarius) hatte sich vor einer Woche in mein Schlafzimmer verirrt, sie war durch das offene Fenster hinein geflogen, wohl auf der Suche nach einem Nistplatz. Eine unser schönsten Hummeln, groß, tiefschwarz mit leuchtend rotem Hinterleibsende.

    Ich fing sie am Fenster vorsichtig ein, fütterte sie in einer kleinen Plastikbox mit Zuckerwasser und legte die Box mit der fressenden Hummel in einen Hummelnistkasten, der bereits mit Nestwolle eingerichtet war. Es dauerte einige Zeit, dann kam die Hummel am Eingang heraus, kehrte aber wieder um und verschwand wieder im Kasten. Er schien ihr also zu gefallen. Nach einem weiteren Weilchen kam sie wieder an den Eingang und flog ab, nicht ohne sich mit kreisenden Orientierungsflug den Standort einzuprägen. Es dauerte vielleicht einen Viertelstunde, dann kehrte sie zurück und krabbelte wieder in den Nistkasten. Sie hat den Kasten angenommen und als Neststandort akzeptiert. Seither fliegt sie ein und aus.


    Vor gut einem Jahr hat das ebenso gut mit einer Ackerhummel geklappt. Auch diese fing ich an einem Fenster, in der Veranda im Garten und setzte sie auf die gleiche Weise in einen Nistkasten. Auch diese Hummel war auf der Suche nach einem Nistort und so setzte ich sie in einem phsychologisch günstigen Zeitpunkt in den Nistkasten. Sie suchte nach einem Nistort, war also in Suchstimmung und "fand" ihn nun auf diese Weise, sanft durch mich dahin befördert.

    Hummeln im Freiland einfangen und der Natur entnehmen ist selbstverständlich unzulässig. Hummeln helfen, die sich in Häuser verirrt haben, verhungern oder klamm sind, und sei es nur mit einem Tropfen Zucker, ist eine gute Sache. Findet man Hummeln zur richtigen Zeit und hat sich vorher darauf vorbereitet, indem man zB. einen Nistkasten bereit hält, danken es einen die Hummeln sogar unter Umständen und bleiben.


    So wie im vergangenem Jahr die Ackerhummeln, werden in diesem Jahr hoffentlich die Steinhummeln meine Terrasse bis Ende August, Mitte September beleben. Es wird ihnen an nichts fehlen, vor Feinden wie den Wachsmotten werden ich sie beschützen.


    LG, Frank.

    Eigentlich ist der Winter vorbei und es gab auch bereits ein paar wenige, warme Tage.

    Ich konnte nicht abwarten und habe meine kleine Feldwespenkolonie ins Freie gebracht. In einem kleinen Holzkästchen, das von der Morgensonne erreicht wird und so am Morgen erwärmt wird (...wenn die Sonne so gnädig ist und scheint) wohnen die Feldwespen nun.

    Es war wohl ein bisschen früh fürs Aussetzen, scheinbar hat die kleine Familie, bestehend aus drei Arbeiterinnen und der Königin, ihre Brut mehr oder weniger verloren. Es ist einfach meist noch zu kühl, es gelingt den Feldwespen noch nicht, ausreichend und kontinuierlich Nahrung einzutragen. Wenigstens um Kohlehydrate müssen sie sich nicht kümmern, die stehen bereit in einem Näpfchen.


    Polistes dominula 30.4.21


    Man macht eben nicht alles immer richtig, es war zu früh, ich war zu ungeduldig. Wollte den Platz für die Projekte des Sommers und das Wespenterrarium abbauen, bis zum nächsten Herbst. Trotzdem bin ich zuversichtlich, die Wespen werden es schon schaffen. Bald wird es warm. Und ich helfe ihnen ja, so gut das eben geht.


    LG, Frank.

    Guten Abend.

    Ich will niemanden kränken, verletzen oder Empfindungen unernst nehmen. Aber ehrlich, ich kann mit dieser Angelegenheit wenig anfangen. Das liegt sicher auch daran, weil ich mich wenig um die neuen Medien kümmere. Nicht unbedingt, weil sie mich nicht interessieren, eher auch deshalb, weil die Zeit knapper geworden ist. Das Leben nimmt mich vollständig in Beschlag, trotz Pandemie etc..

    Wachtelbaron, es war immer so, dass man mit manchen Dingen unzufrieden war und es war immer so, dass man sich an bestimmten Erscheinungen störte. Dabei ist es immer eine Sache des Standpunktes, der Perspektive, wie die Dinge bewertet werden. Jedoch, Streit, Hass und Wut bringen nichts. Kränkungen verheilen und nach einiger Zeit sieht alles anders aus. Nach einiger Zeit fragt man sich, was einen wohl geritten hat.

    Moral ist so eine Sache. Man sollte sie nicht für sich allein in Anspruch nehmen. Moralisieren ist sogar eine dumme Sache. Ich weiß das, denn ich bin auch ein dummer Mensch.


    Ich bleibe im vagen. Weil ich wirklich den Sachverhalt nicht komplett verstehe.


    Ja, und ich würde heute nicht meine Tätigkeit im Internet als besonders wertvoll einschätzen. Eine Rechnung würde ich niemanden schicken wollen. Alles, was ich in den Jahren tat, tat ich ja gern. Die Bezahlung für mein Tun war die Aufmerksamkeit, die mir manche gaben und die Freundschaften, die daraus entstanden. Das allein ist wertvoll und mit keinem Geld der Welt gleichzusetzen. Sch...e. das klingt nach Moral! Entschuldigung.


    Ich bin für Toleranz und den Versuch, Frieden zu wahren. Das sollte heute möglich sein. Und ja, aufeinander zu zu gehen. Es gibt ja interessante Vorschläge, der jüngste im Portal zu einem medienübergreifenden "Faktencheck". Wenn man das mit Fingerspitzengefühl und Respekt vor den Menschen und den Ameisen angeht, ist das interessant.


    Bis dann.


    LG, Frank.

    Mal wieder eine wunderschöne Ameise aus der Gattung Cataglyphis, hier Cataglyphis aenescens. Ich habe die kleine Familie von Mathias erhalten, Herkunft der Tiere ist die Ukraine.

    Diese Art ist die am weitesten in die nördliche Hemsiphäre vordringende Art der Gattung, fast alle anderen Arten bewohnen die subtropischen und warmen Gebiete Nordafrikas und Eurasiens.


    Cataglyphis aenescens


    Die Königin mit Arbeiterinnen und Brut. Noch immer bewohnen sie das speziell eingerichtete, gut an die Bedürfnisse der Ameisen angepasste Reagenzglas von Mathias. Es ist sehr gut gemacht von Mathias mit zwei kleinen Kammern und der Möglichkeit, Wasser zu zugeben, schwer, die Ameisen davon zu überzeugen, das bequeme Reagenzglas zu verlassen. Müssen sie aber auch noch nicht, die Kolonie ist noch klein.


    LG, Frank.

    Nun ist die erste Arbeiterin des Jahres geschlüpft. Ein großer Moment für die aufgeregte Königin.

    Unten an der Wabe die kleine, noch etwas blasse Arbeiterin. Gerade eben ist sie aus der Zelle geschlüpft.


    P. dominula, die erste Arbeiterin ist geschlüpft, 7.4.21


    Nur dreizehn Tage von der Verpuppung bis zum Schlupf des fertigen Insektes. Eine erstaunlich kurze Zeit für diese relativ großen Insekten.


    LG, Frank.

    Bei meiner Feldwespe haben sich nun bereits fünf oder sechs Arbeiterinnenlarven verpuppt, bald werden die ersten Arbeiterinnen schlüpfen. Für ein Foto habe ich der Wespenkönigin eine kleine Wachsmade gereicht, diese wird nun aufbereitet und dann an die Larven verfüttert.


    Polistes dominula 4.4.21


    Eigentlich ist diese Wespe fast zahm, sie ist es bereits gewöhnt, solche Räupchen gereicht zu bekommen und das Anreichen ist mittlerweile nicht mehr beunruhigend für sie. Fast wird es erwartet.

    Wenn die Arbeiterinnen geschlüpft sind und endlich die Wetterlage etwas frühlingshafter wird, wird diese kleine Wespenkolonie in die Freiheit entlassen.


    Auch im Freien gibt es Entwicklung.

    In der letzten Woche gab es drei warme Tage. Die Schwestern meiner Wespe begannen sofort, am alten Neststandort ein neues Nest zu bauen. Ich beobachtete fünf Jungköniginnen, es scheinen also alle bis dahin im Freien überlebt zu haben. Jetzt ist es zu kühl für die Wespen, nur zwei von ihnen sitzen auf den kleinen Anfangswabe, die die Wespen errichtet haben. Mehr hätten hier natürlich auch keinen Platz. Die anderen Tiere werden sich in der Umgebung versteckt haben, ich hoffe, sie wieder zu sehen, wenn es endlich nachhaltig wärmer wird.


    Poilstes dominula 5.4.21


    Ein schnell geschossenes, unscharfes Foto, ich wollte nicht stören.


    Erstaunlich, wie standorttreu diese Wespen sind. Sie gründen wieder an dem Ort, an dem sie aufwuchsen. Sie gehen offenbar dabei davon aus, dass dieser Ort, an dem die Mutter erfolgreich gründete und das Wespenvolk den Sommer verbrachte, eine guter Ort ist. Natürlich wissen sie ja nicht, dass ich ein wenig nachgeholfen hatte und das junge Wespenvolk im vergangenem Frühjahr hier ansiedelte.

    Von sich aus würde an diesem Ort niemals eine Feldwespe gründen, der Standort ist sehr offen und wird von der Frühjahrssonne nicht sehr stark erwärmt.

    Trotzdem ist der Standort natürlich günstig, denn er ist bei mir. Ich werde die Wespen schützen und füttern. Das aber "wissen" diese Wespen natürlich noch nicht.


    LG, Frank.

    Eine Königin dieser schönen Art hat sich nun auch zu mir verlaufen, vielen Dank an dieser Stelle an Andreas.


    Iridomyrmex purpureus


    Ich finde solche entwickelten Dolichoderinen sehr interessant, für mich sind hier auffallende Parallelentwicklungen zu manchen Formicinen (und natürlich auch anderen Ameisen) anderer Regionen der Erde sichtbar. Zum einen die schimmernde Pubescens, das gibt es auch bei anderen Arten, die warme bis heiße Gegenden bewohnen, zum anderen die großen, volkreichen Staaten dieser Ameise und die daraus resultierende Dominanz in einem Lebensraum. Eigentlich vereinen diese Iridomyrmex Eigenschaften einiger anderer, erfolgreicher Arten in sich.

    Aber das allein ist sicher nichts Besonderes, es findet sich natürlich auch bei anderen Arten.


    Ich bin mal gespannt, wie sich diese winzige Kolonie aus bisher einer Königin, einer Arbeiterin und etwas Brut entwickeln wird.


    LG, Frank.


    PS: Ich wünsche allen ein schönes Osterfest. :torte1:

    Mittlerweile haben sich die ersten Larven verpuppt. Darüber freue ich mich sehr. Mal schauen, wie lange die Metarmophose dauern wird.


    Die ersten beiden Zellen waren gestern verdeckelt.


    Polistes dominula. Gründungswabe 26.3.21


    Die Verstärkung durch eine zweite Jungkönigin hat die Entwicklung etwas beschleunigt, bevor diese hinzu kam, sah es nach Stagnation aus. Es schlüpften keine Larven aus den Eiern. Nun gibt es seit einiger Zeit Larven, die von den Jungköniginnen versorgt werden müssen. Feldwespen erjagen mit Vorliebe nackte, unbehaarte Raupen. Ich biete ihnen Wachsmottenlarven an, die werden jetzt sehr gut angenommen.

    Aus irgendeinen Grund ist die zugesetzte Feldwespenkönigin leider verstorben und die Gründerin ist wieder allein. Aggression konnte ich zuletzt nicht beobachten, es ist mir unklar, warum sie verschwand. Ich kann mir vorstellen, dass die Gründerin einfach keine weitere Königin neben sich auf Dauer duldet. Die zweite Jungkönigin hielt sich oft für lange Zeit im Terrarium, abseits des Nestes auf. Zwar versorgte sie die Larven und die Nestgründerin, übernachtete auch auf dem Nest oder in dessen Nähe, trotzdem verbrachte sie zuletzt immer mehr Zeit allein abseits des Nestes. Möglicherweise gibt es eine diskrete, für mich nicht bemerkbare Kommunikation und die zweite Königin wird auf subtile Weise, mit für mich nicht sichtbarer Gewalt vom Nest verdrängt. Denn natürlich ist sie immer eine Bedrohung und Konkurrenz für die Gründerin.

    Nun nicht mehr, denn sie ist nicht mehr da.

    Dafür werden in spätestens zwei Wochen Arbeiterinnen schlüpfen. Ich bin gespannt, wie diese jungen Tiere dann mit den Bedingungen zurecht kommen werden.


    LG, Frank.