Frank Mattheis Moderator
  • Member since Jan 13th 2010

Posts by Frank Mattheis

    Eine andere, hübsche Neopnera.

    Eine kleine Kolonie lebt seit Beginn des Sommers diesen Jahres hier bei mir, Phil brachte mir die Tiere vorbei. Eine Zeitlang lebten die Tier "unbeaufsichtigt" und vor allem ungestört in einem Terrarium in meiner Gartenveranda. Die Zeit, in der ich sie lediglich fütterte und das Terrarium bewässerte, hat ihnen nicht geschadet, die Kolonie ist etwas gewachsen. Ab und zu flitzt eine geflügelte Jungkönigin durch das Terrarium, meist am frühen Morgen vor Sonnenaufgang.


    Sehr aufgeweckte und neugierige Tiere. Alles wird untersucht, vieles wird probiert. Diese Ameisen erscheinen als lernfähig und interessiert, das ist ja bekannt.

    Attacken gegen unbekannte Beutetiere werden zB. mit Vorsicht vorgetragen, stets rückzugsbereit. Erkennen die Ameisen jedoch, dass ein Angriff lohnt und ein Beutetier ohne großes Risiko überwältigt werden kann, werden die Attacken schnell konsequenter und entschlossener vorgetragen.


    Neoponera


    LG, Frank.

    Es läuft bei meiner Kolonie ganz ähnlich. Sie wächst langsam, aber stetig. Das langsame Wachstum hängt ganz sicher auch damit zusammen, dass ich sie nun nicht mehr übermäßig füttere. Proteine gibt es nur noch einmal in der Woche. Die Kolonie soll einfach nicht zu schnell wachsen und ich werde sie demnächst etwas kühler stellen, so dass sie eine Winterpause von einigen Wochen einlegen können.

    Mit dieser Art der Haltung kommen die Tiere bisher gut zurecht, es scheint ihnen nicht schlecht zu gehen.


    Zuckerwasser gibt es natürlich jeden Tag.


    Iridomyrmex purpureus


    LG, Frank.

    Hallo Leute.


    Immer, wenn ich mich mit den Sozialparasiten der Unterfamilie Formicinae beschäftigte, stieß ich auf ein Problem, das ausnahmslos alle sozialparasitischen Arten zu haben schienen. Zumindest die Arten, die ich aus eigenen Beobachtungen kennen gelernt habe. Das sind Arten der Gattungen Lasius, hier Dendrolasius und Chthonolasius, der Gattungen Formica natürlich, Raptiformica und die temp. sozialparasitischen Arten der Waldameisen, der dulotischen Gattung Polyergus.

    Das Eindringen und die Übernahme einer Hilfsameisenkolonie ist für alle Arten schwierig. Die Jungköniginnen, die das Vorhaben je nach arteigenen Prozedere umsetzen, gehen hierbei immer ein großes Risiko. Es gibt viele verschiedene Wege, die sie dabei beschreiten, je nach Art und das Vorgehen der Jungköniginnen reicht dabei von einschmeichelnden, einschleichenden Verahlten bis zu rabiater Gewaltanwendung, um in ein entsprechendes Hilfsameisennest zu gelangen. Egal wie die Tiere vorgehen, die meisten schaffen es natürlich nicht. Einige wenige schon, das genügt, um den Fortbestand des Sozialparasiten zu sichern. Welche Jungköniginnen welcher Arten wie vorgehen, muss nicht weiter besprochen werden, das ist ja bekannt.


    Ist die Übernahme einmal geglückt und die Jungkönigin von den Hilfsameisen angenommen und akzeptiert, wird sie bald mit der Eiablage beginnen. Bei manchen Arten im gleichem Jahr. Nach wenigen Wochen schlüpfen die ersten Arbeiterinnen des Sozialparasiten im bis dahin von den Hilfsameisen geführten Nest. Und hier stoße ich immer wieder auf das Problem, dass diese ersten Arbeiterinnen von den Hilfsameisen nicht akzeptiert werden, gemobbt und gequält werden, gezerrt und schließlich getötet werden. Das Problem haben dabei alle Sozialparasiten, ob temporär sozialparasitisch oder fakultativ dulotisch wie die Raptiformica oder ob obligatorisch dulotisch wie die Amazonen.

    Die jungen, schlüpfenden Ameisen des Sozialparasiten sind natürlich völlig wehrlos und selbstverständlich kommt es ihnen nicht in den Sinn, sich gegen ihre Ammen, die Hilfsameisen zu wenden und sich zu wehren.


    Wie lösen die Sozialparasiten das Problem?

    Bei Lasius (Dendrolasius) fuliginosus oder bei Chthonolasius konnte ich beobachten, dass erst mit einen massenhaften Schlupf junger Arbeiterinnen der Druck auf die einzelnen Individuen nachließ und so dann die allermeisten jungen Arbeiterinnen überleben konnten, wenn gleichzeitig sehr viele Schwestern schlüpften. Der Stress durch das Mobbing verteilte sich wahrscheinlich nun auf sehr viele junge Ameisen, der Schaden für das einzelne Tier war geringer, so überlebten viele. Das war zumindest mein Eindruck.

    Ähnlich wird es bei Waldameisen funktionieren, es schlüpfen irgendwann genug jungen Arbeiterinnen der Waldameisen, dass die Serviformica nicht mehr alle jungen Arbeiterinnen der Waldameisen töten können. Denn genau das tun sie, wenn sie es mit nur wenigen zu tun haben. Offenbar erkennen sie die Andersartigkeit, akzeptieren die ihnen nicht gleichenden jungen Ameisen nicht und töten sie. Sie schaffen es dann nicht mehr, wenn das Zahlenverhältnis der jungen, schlüpfenden Waldameisen zu den Ammen ein Level erreicht, das, wie vorhin angesprochen, den Stress für das einzelnen jungen Tier soweit absenkt, dass es überleben kann. Es müssen einfach möglichst viele Arbeiterinnen des Sozialparasiten schlüpfen.

    Bei Dendrolasius, Chthonolasius, vielleicht eben auch bei den Waldameisen und bei Raptiformica erscheint mir das möglich. Die Königinnen dieser Arten sind in der Lage, in kurzer Zeit viele Eier zu legen, aus denen auch viele Nachkommen gleichzeitig aufgezogen werden können. Bei den Raptiformica gibt es noch andere Strategien der Koloniegründung, diese Art steht also eigentlich nicht unbedingt vor diesem Problem. Darum geht es mir aber nicht.


    Ich beobachte bei meiner Hifsameisenkolonie mit einer Polyergus-Königin, dass viele, eigentlich im Moment alle jungen, schlüpfenden Amazonen-Arbeiterinnen getötet werden. Es schlüpfen jetzt am Tage vielleicht zehn bis fünfzehn dieser Arbeiterinnen, das in einer Hilfameisenkolonie mit etwa 1500 Arbeiterinnen. Soweit ich das Nest einsehen kann, überlebt zur Zeit keine der Amazonen die kritische Zeit kurz nach dem Schlupf, alle werden gehalten und gezerrt, landen irgendwann als tote, orangefarbene und unausgefärbte Ameisen auf dem Müllhaufen der Kolonie. Das liegt sicher nicht an Proteinmangel, ich füttere die Kolonie so, dass sie vieles nicht vertilgt.

    Ich bin darüber nicht besonders verwundert und denke, dass sich die Situation im Frühjahr bessern wird. Trotzdem, es ist schade um diese schönen Tiere.

    Und mir stellt sich eben u.a. die Frage, oder ob die Arten, ob alle diese Arten im Freiland vor den gleichen Problemen stehen. Ich denke, es ist sehr wahrscheinlich.

    Nun ist es ja so, dass die Amazonen als Raubameisen regelmäßig Kolonien von Serviformica plündern. Das muss ja bedeuten, dass diese kleinen Heere der noch jungen Amzonen-Kolonien bereits eine gewisse Zahl an Kriegerinnen haben müssen, wenn sie Erfolg haben sollen. Eine Gruppe von zwanzig und fünfzig Amazonen wird kaum ein mittelgroßes Nest von rufibarbis plündern können, die wenigen Amazonen würden untergehen und scheitern. Muss das nicht bedeuten, dass eine erfolgreiche Koloniegründung bei der Art nur gelingen kann, wenn bereits am Anfang von der Königin bei der Nestübernahme eine große Zahl von Hilfsameisen, in Form von Puppen und jungen Arbeiterinnen, übernommen wird? Denn die Koloniegründung kann doch nur nachhaltig erfolgreich sein, wenn mit den ersten Raubzügen eine ausreichende Anzahl von Amazonen-Arbeiterinnen zur Verfügung steht. Eine große Zahl an Arbeiterinnen der Hilfsameisen führt aber wieder zu dem Problem, dass mit den ersten schlüpfenden Generationen des Sozialparasiten entsprechend viele schlüpfen. Sonst kommt es leicht dazu, dass alle schlüpfenden getötet werden, weil sie als andersartig erkannt werden und nicht ohne weiteres und sofort toleriert werden. Schüpfen sehr viele gleichzeitig, verteilt sich der Stress auf die vielen jungen Tiere und die Andersartigkeit wird schließlich eher toleriert, die Hilfsameisen resignieren vermutlich sozusagen vor der wachsenden Übermacht der neuen Mitbewohner und deren Eigenheiten. Das tun sie aber ungern.

    Ein Aspekt dieser Aggression innerhalb der Kolonie ist sicher auch, dass dies eine evolutionäre Anpassung ist. Es wird den Sozialparasiten schwer gemacht, in einer Art Wettrüsten werden Verhaltensweisen entwickelt, die den Bestand der Hilfsameisenart sichern, auch wenn diese physisch unterlegen ist. Es ist ganz sicher ein Vorteil für die Serviformica, wenn möglichst viele Sozialparasitenkolonien scheitern, selbst nach geglückter Kolonieübernahme.


    Vielleicht hat jemand Lust, darüber zu plaudern. Es gibt ja noch viele weitere Probleme, die manchmal in den gemischten Kolonien solcher sklavenhaltenden Raubameisen auftreten.

    Ja, und ich entschuldige mich für den wenig strukturierten Text. Ich habe einfach aufgeschrieben, worüber ich gerade nachdenke.


    LG, Frank.

    Seit meinem Brandenburg-Aufenthalt interessieren mich nun doch wieder mehr die heimischen Arten. Ich beobachtete dort verschiedene Arten, besonders faszinierte mich die Formica cinerea mit ihrer Lebensweise. Eine heimische "Wüstenameise", mit polydomen riesigen Kolonieverbänden, mit festen Straßen zwischen den Kolonien, teilweise untertunnelt, teilweise über viele Meter offen, an Schützengräben erinnernd. Diese Straßen dienen aber nur den Austausch zwischen den Kolonien und für den schnellen Transport der in den sozialen Mägen gespeicherten Nahrung. Jagend und sammelnd sieht man die Arbeiterinnen der Art zerstreut überall im Freiland.

    Leider schwärmte die Art noch nicht, zu gern hätte ich eine Jungkönigin mitgenommen.


    So nahm ich wenigstens einige Arbeiterinnenpuppen mit, die ich meiner Amazonen-Königin in ihrer kleinen Kolonie zusetzte. Ebenso einige Puppen von Arbeiterinnen der Raptiformica sanguinea. Diese Arbeiterinnen sind teilweise größer als die Polyergus-Königin.

    Viele Jahre befasste ich mich fast nur noch mit exotischen Arten. Sehe ich jetzt meinen Ameisen dieser gemischten Kolonie zu, erinnere ich mich an die Begeisterung und Faszination, die gerade diese Tiere in mir früher auslösten. Diese einheimischen Formicinen sind ungeheuerlich effektiv, kooperativ und schnell. Ihre Zielstrebigkeit ist erstaunlich, die Kommunikation funktioniert fast reibungslos auch über die Artgrenzen, wenn es darum geht, die Kameradinnen für den Brutraub oder für den Beuteeintrag zu rekrutieren. Immerhin leben hier vier oder fünf Arten zusammen, Polyergus, Raptiformica, F. cinerea, F. rufibarbis und F. fusca.


    Die Amazonenkönigin, umringt von jungen Ameisen.


    Polyergus mit Hilfsameisen


    LG, Frank.

    Nach einem kühlen Frühjahr schlüpfen nun die ersten Arbeiterinnen bei den Feldwespen, die selbstständig, also ohne mein Zutun hier im Freien gegründet haben. Alles in diesem Jahr etwas später.

    Bei den Polistes dominula scheinen drei Zellen leer zu sein, es sind also wohl bisher drei Arbeiterinnen geschlüpft. Zwei Tiere saßen auf dem Nest, als ich fotografierte.


    Polistes dominula 3.7.21


    Bie der Polistes nimpha scheinen zwei Arbeiterinnen geschlüpft zu sein. Gesehen habe ich bisher nur eine von ihnen.

    Gerade ist die Königin heimgekehrt von einem Jagdflug, sie hat die Beute an die Arbeiterin übergeben, die sie nun an die Larven verfüttern wird.


    Polistes nimpha 3.7.21


    Interessant ist vielleicht, dass die Kokonhüllen der P. nimpha dunkel gefärbt sind und nicht so hell und fast weiß wie bei den P. dominula und wie bei anderen Papierwespen. So erscheinen die verdeckelten Zellen, aus denen die jungen Wespen schlüpfen werden, eher dunkel und unauffällig. Selbst die Larven der P. nimpha sind relativ dunkel gefärbt, anders als bei anderen Wespen. Wohl eine Anpassung an den Niststandort in trockenen Wiesen und Brachflächen, wo sich viele insektenfressende Vögel "herumtreiben". Die unauffälligeren Nester mit den eher dunklen Zelleninhalten wecken nicht so schnell das Interesse von Meisen und Rebhühnern etc.. Das ist wichtig, denn die Nester sind frei an Halmen befestigt und so leicht erreichbar, wenn sie gefunden werden. Später, wenn die Kolonie größer wird, können die Wespen das Nest verteidigen, am Anfang kann das die Königin alleine nicht. Aber sie versucht es durchaus, die nimpha sind tapfer und sehr entschlossen, verglichen mit anderen Feldwespen.


    LG, Frank.

    Wir suchten ein Biotop in Brandenburg in der Nähe von Trebbin auf, dass mir aus früherer Zeit bekannt war. Hier gab es und gibt es neben F. cinerea viele andere wärmeliebende Insekten, darunter beeindruckende Grabwespen wie die Kreiselwespen und die Sandwespen neben vielen anderen Wespen und Bienen, Sandlaufkäfern und Libellen wie den Plattbauch. Interessant war, dass die in solchen Biotopen eigentlich dominanten F. cinerea diese Wespen weitgehend in Ruhe ließen. Sie konnten sie ohnehin nur stören, diese großen Wespen ließen sich kaum aus der Ruhe bringen und schon gar nicht ließen sie sich von den Ameisen vertreiben.

    Hier nisten tausende von Kreiselwespen und Sandwespen. Überall brummte es und summte es. Überall flog der Sand von den grabenden Weibchen, die ihn mit den Vorderfüßen unter den Körper beim Graben nach hinten schleuderten. Geriet mal eine Ameise in einen solchen "Sandsturm", kam es vor, dass sie verärgert die Wespe angriff und dann eben doch störte. Schnell aber klärte sich die Situation und man ging wieder seinen Geschäften nach.


    Eine Kreiselwespe (Bembix rostrata) vor dem Nesteingang. Die Tiere sind groß und kräftig. Manche erreichten Körperlängen von vielleicht 25 mm.


    Kreiselwespe


    Das Biotop, in dem diese Tiere nebeneinander leben. Wunderschön.


    Biotop F.cinerea


    Es gibt noch Regionen auch in Deutschland, in denen der Insektenschwund nicht wirklich merkbar ist. Hier in Brandenburg gibt es solche Flecken. Das, obwohl es hier seit vielen Jahrzehnten einen intensive Landwirtschaft gibt. Aber man hat (bis jetzt) einige Flecken einigermaßen unberührt gelassen.

    Unermesslich wertvoll.


    LG, Frank.

    Für ein paar Tage sind wir in Brandenburg.

    Wenig Zeit, man besucht Familie und Freunde. Aber etwas Zeit blieb und so streiften wir für ein paar Stunden durch die Wälder meiner Kindheit und Jugend. Hier kannte ich einmal jeden Stein. Kunststück, hier gibt es ja nur Sand.

    Aber es gibt die wundervolle Kiefer, den Charakterbaum der Region. Kiefernwälder sind hier in Brandenburg licht und voller Leben. In ihnen kommen auch andere Baumarten zurecht, am Boden gibt es eine interessante, sparsame und trotzdem reiche Vegetation. Flechten und Moose, Gräser, die an den sonnigen und trockenen Standort gut angepasst sind und eine erstaunlich reiche Insektenfauna sowieso. Allenthalben Tetramorium caespitum, Myrmica- und Lasius-Arten, selbst fuliginosus fanden wir hier im Kiefernwald. Jungköniginnen haben wohl ein weiselloses Nest einer Chthonolasius übernommen. Wichtigste Arten sind hier jedoch neben Formica fusca und Formica cinerea an breiten, sandigen Wegen aber die Raptiformica sanguinea und verschiedene Waldameisenarten.


    Kiefernwald


    Ein traumhaft schöner Wald. Viel altes Totholz, das kommt vielen Ameisen und anderen Insekten sehr entgegen und wird für die Nestanlage stark genutzt.

    Die Kronen dieser Bäume lassen viel Licht und Wärme bis zum Boden dringen, der oberflächlich trockene Sandboden jedoch verhindert, dass der Boden völlig verbuscht und und so kann sich man hier wundervoll auch abseits der Wege bewegen. Die Kiefern scheinen relativ gut mit der Trockenheit der letzten Jahre zurecht gekommen zu sein. Sie sind Pfahlwurzler, ihre Wurzel reichen bis in die tieferen, feuchteren Bereiche des Waldbodens.

    Es gibt hier noch an vielen Stellen Kolonien der Waldameisen. Wir fanden Individuen von F. polyctena, F. rufa, F. truncorum, F. pratensis und vermutlich von F. uralensis.


    Eine noch junge Kolonie von Formica rufa.


    Waldameisen in Brandenburg


    LG, Frank.

    Der Phil hat mich vor kurzem gemeinsam mit seiner wunderbaren Freundin besucht, diese Ameisen blieben unter anderem bei mir zurück.

    Ziemlich verrückte Tiere mit interessanten Verhaltensrepertoire und mit riesigen Augen.


    Harpegnathos saltator


    LG, Frank.

    Im Portal wird über Alterserscheinungen von Königinnen und Arbeiterinnen geschrieben. Auch ein Aspekt, der hier zu berücksichtigen ist. Tatsächlich scheint die Behaarung dieser Königin am Hinterleib abgewetzt zu sein. Mit solchen Abnutzungen geht ja auch oft ein "Farbwechsel" einher, meist werden diese Tiere dabei jedoch scheinbar dunkler, das ist besonders bei den Königinnen und Arbeiterinnen von Faltenwespen oder Hummeln zu beobachten. Obwohl diese Tiere bei weitem nicht das Alter von Ameisenköniginnen und nicht einmal das von vielen Ameisenarbeiterinnen erreichen, nutzt sich bei ihnen die Pubeszenz und auch die Beflügelung mit fortschreitendem Alter stark ab.

    Alte Tiere sind leicht erkennbar.


    Mir fällt gerade noch das Beispiel der Königinnen von Cataglyphis bombycinus ein. Alte Königinnen, die ich manchmal fand, war immer sehr dunkel gefärbt, Jungköniginnen dagegen eher hellbraun, fast goldfarben schimmernd.


    LG, Frank.

    Bei meinen Iridomyrmex geht es nur langsam weiter, trotz Fütterung und Wärme. Finde ich erstaunlich, eine Kolonie, die ich vor einigen Jahren hielt, wuchs sehr viel rasanter. So habe ich es zumindest in Erinnerung...

    Es scheint aber so zu sein, dass die Kolonien anfangs nur langsam wachsen, später dann mit steigender Individuenzahl eher exponentiell. Das jetzt langsame Wachsen der Kolonie kommt mir entgegen.

    Hier gibt es nun sechs Arbeiterinnen, zwei sind bisher verstorben. Es gibt einige Larven in den verschiedenen Entwicklungsstufen und einige Puppen.


    Iridomyrmex purpureus 6.6.21


    LG, Frank.

    Die vergangenen Wochen haben bei den Feldwespen ihren Tribut gefordert, die Kolonien sind kaum gewachsen. Immerhin beginnen die Wespen jetzt wieder mit der Vergrößerung ihrer Brutwaben und das derzeit warme Wetter ermöglicht Aktivität. Die Wespen jagen und sammeln Nahrung und Baumaterial.


    Bei der Kolonie, die im Winter geründet wurde im Terrarium, leben drei Wespen. Zwei Arbeiterinnen und die Königin. Es gibt endlich neue Brut, junge Larven.

    Andere, von Schwestern dieser Königin ohne meinen Einfluss gegründete Nester an meiner Veranda sind nicht ganz so weit, werden jetzt aber schnell aufholen. Hier gründen bis zu drei Königinnen gemeinsam.


    Diese kleine Kolonie lebte bis vor einiger Zeit im Terrarium. Es geht jetzt langsam voran, die Wabe wurde etwas vergrößert.


    Polistes dominula 5.6.21


    LG, Frank.

    Wieder mal atemberaubende Fotos, Phil. ich schließe mich den Vorrednern an. Aber man kennt das ja von dir..:)


    Markant gefärbte Königinnen fand ich früher immer mal wieder. Einmal fand ich eine Raptiformica-Königin, die fast schwarz war. Sie war jedoch in eine Gruppe von Arbeiterinnen der gleichen Art geraten, die sie heftig und für einige Zeit attackierten. Vielleicht rührte die dunkle Färbung daher, vielleicht der Einfluss der Ameisensäure der angreifenden Arbeiterinnen.

    Jedenfalls lebte diese Königin, die ich damals für etwas besonderes hielt, noch einige Zeit bei mir, bis sie dann leider verstarb. Richtig fit war sie jedoch nicht mehr, die Angriffe waren zu heftig gewesen.


    Die von dir gezeigte Königin scheint mir auch keine emarginatus zu sein, die habe ich nach meiner laienhaften Einschätzung etwas schlanker und auch ein wenig graziler, langbeiniger in Erinnerung.

    Auf jedem Fall aber eine besonders schöne Königin von Lasius.


    LG, Frank.

    Hallo Forum.

    Leider hat es diese Ackerhummel (Fehler, es war eine Steinhummel) nicht geschafft. Sie begann mit dem Bau eines kleinen ersten Zellhaufens, flog etwas zwei bis drei Wochen ein und aus. Dann jedoch kehrte sie nicht zurück. Entweder ist das Tier verunglückt oder es ist der kalten Witterung zum Opfer gefallen. Vielleicht bei einem Ausflug nass geworden, klamm und dann verhungert. Sehr schade.

    So aber war der Nistkasten unbesetzt.


    Heute fanden wir bei einem Ausflug ein bereits teilweise geöffnetes Nest der Dunklen Erdhummel in einem verrottenden Strohhaufen. Offenbar fand gerade ein Drama statt und wir hatten wohl den Räuber verscheucht.

    Viele Hummelarten und auch verschiedene Faltenwespen nisten gern in solchen zurückgelassenen Strohhaufen, es gibt hier ideales Nistmaterial, eine Menge Höhlen und verlassener Mäusenester und ein warmes Mikroklima. Leider aber wissen das auch die Feinde der Hummeln wie der Wespenbussard und andere. Hummel- oder Wespennester sind hier stark gefährdet, weil leicht erreichbar und auszuheben, schon deswegen prüfe ich solche Strohhaufen gerne, wenn ich welche sehe. Und immer wieder werde ich fündig, leider meist zu spät.


    Heute hatten wir und die Hummeln Glück. Wir haben das Nest und die Tiere geborgen. Erst das Nest mit dem Hauptteil des Volkes, anschließend fuhr ich noch zweimal zum alten Standort, etwa 50 Kilometer eine Fahrt, um alle später erst heimkehrenden Sammlerinnen einzufangen. Das Volk ist bereits erstaunlich groß, immerhin zwischen 40 und 50 Arbeiterinnen und eine ziemlich dicke Königin.


    Es geht den Hummeln nun hervorragend, sie haben einen absolut sicheren Platz in unserem Garten. Hier und in den Nachbarbärten gibt es einen reiche Tracht, trotzdem füttere ich anfangs mit Zucker zu.


    Nach wenigen Stunden haben sie nun das Nest abgedeckt und die Sammlerinnen haben sich eingeflogen, auch die Nachzüglerinnen, die ich später holte. Man staunt immer wieder, was für hervorragende Flieger diese Hummeln sind, auf engsten Raum können sie fliegen und beginnen ihre Orientierungsflüge in winzigen, dann immer größer werdenden Schleifen.

    Liebenswürdige Geschöpfe. Was wäre die Welt ohne diese Bienen...


    Ein wenig aussagekräftiges Foto. Es zeigt einige Arbeiterinnen bei der Arbeit an der Nestabdeckung. Öffnen will ich das Nest jetzt nicht, ich will die Tiere heute nicht weiter beunruhigen.


    Bombus terrestris 5.6.21


    LG, Frank.

    Im vergangenem Jahr siedelte ich zwei kleine Kolonien von Formica fusca im Garten an. Das Biotop ist geeignet, ähnelt einem Habitat an einem sonnigen Waldrand. Die Kolonien sind gut durch den Winter gekommen, jetzt ist große Aktivität zu bemerken. Futter wird emsig eingetragen, tote Insekten und Kohlehydrate.

    Hier besammeln zwei Arbeiterinnen die Nektarien des Japanischen Knöterich.

    Auch ihn siedelte ich an, wohl wissend, dass ich ihn im Auge behalten muss.

    Aber er bietet jetzt im Frühjahr einiges für die Ameisen, im Spätsommer ist er eine gute Bienentracht.


    Formica fusca, eine unserer schönsten und, wenn man das so sagen kann, sympathischsten Ameisen.


    Formica fusca


    LG, Frank.

    Dies ist ein ziemlich verrücktes Jahr, es will einfach nicht wirklich warm werden. Für die staatenbildenden Insekten, die bei uns nur einjährige, oder besser "einsömmerige" Staaten bilden, ist das ein Problem. Wespen und Hummeln sind heuer spät dran, es wird schwierig sein für sie, das aufzuholen und viele junge Königinnen werden zudem die lange Kälteperiode nicht überstehen.


    Man kann helfen. Nistkästen und/oder Fütterung verhungernder oder verirrter Tiere kann diese schon mal retten.


    Eine junge Königin der Steinhummel (Bombus lapidarius) hatte sich vor einer Woche in mein Schlafzimmer verirrt, sie war durch das offene Fenster hinein geflogen, wohl auf der Suche nach einem Nistplatz. Eine unser schönsten Hummeln, groß, tiefschwarz mit leuchtend rotem Hinterleibsende.

    Ich fing sie am Fenster vorsichtig ein, fütterte sie in einer kleinen Plastikbox mit Zuckerwasser und legte die Box mit der fressenden Hummel in einen Hummelnistkasten, der bereits mit Nestwolle eingerichtet war. Es dauerte einige Zeit, dann kam die Hummel am Eingang heraus, kehrte aber wieder um und verschwand wieder im Kasten. Er schien ihr also zu gefallen. Nach einem weiteren Weilchen kam sie wieder an den Eingang und flog ab, nicht ohne sich mit kreisenden Orientierungsflug den Standort einzuprägen. Es dauerte vielleicht einen Viertelstunde, dann kehrte sie zurück und krabbelte wieder in den Nistkasten. Sie hat den Kasten angenommen und als Neststandort akzeptiert. Seither fliegt sie ein und aus.


    Vor gut einem Jahr hat das ebenso gut mit einer Ackerhummel geklappt. Auch diese fing ich an einem Fenster, in der Veranda im Garten und setzte sie auf die gleiche Weise in einen Nistkasten. Auch diese Hummel war auf der Suche nach einem Nistort und so setzte ich sie in einem phsychologisch günstigen Zeitpunkt in den Nistkasten. Sie suchte nach einem Nistort, war also in Suchstimmung und "fand" ihn nun auf diese Weise, sanft durch mich dahin befördert.

    Hummeln im Freiland einfangen und der Natur entnehmen ist selbstverständlich unzulässig. Hummeln helfen, die sich in Häuser verirrt haben, verhungern oder klamm sind, und sei es nur mit einem Tropfen Zucker, ist eine gute Sache. Findet man Hummeln zur richtigen Zeit und hat sich vorher darauf vorbereitet, indem man zB. einen Nistkasten bereit hält, danken es einen die Hummeln sogar unter Umständen und bleiben.


    So wie im vergangenem Jahr die Ackerhummeln, werden in diesem Jahr hoffentlich die Steinhummeln meine Terrasse bis Ende August, Mitte September beleben. Es wird ihnen an nichts fehlen, vor Feinden wie den Wachsmotten werden ich sie beschützen.


    LG, Frank.

    Eigentlich ist der Winter vorbei und es gab auch bereits ein paar wenige, warme Tage.

    Ich konnte nicht abwarten und habe meine kleine Feldwespenkolonie ins Freie gebracht. In einem kleinen Holzkästchen, das von der Morgensonne erreicht wird und so am Morgen erwärmt wird (...wenn die Sonne so gnädig ist und scheint) wohnen die Feldwespen nun.

    Es war wohl ein bisschen früh fürs Aussetzen, scheinbar hat die kleine Familie, bestehend aus drei Arbeiterinnen und der Königin, ihre Brut mehr oder weniger verloren. Es ist einfach meist noch zu kühl, es gelingt den Feldwespen noch nicht, ausreichend und kontinuierlich Nahrung einzutragen. Wenigstens um Kohlehydrate müssen sie sich nicht kümmern, die stehen bereit in einem Näpfchen.


    Polistes dominula 30.4.21


    Man macht eben nicht alles immer richtig, es war zu früh, ich war zu ungeduldig. Wollte den Platz für die Projekte des Sommers und das Wespenterrarium abbauen, bis zum nächsten Herbst. Trotzdem bin ich zuversichtlich, die Wespen werden es schon schaffen. Bald wird es warm. Und ich helfe ihnen ja, so gut das eben geht.


    LG, Frank.

    Guten Abend.

    Ich will niemanden kränken, verletzen oder Empfindungen unernst nehmen. Aber ehrlich, ich kann mit dieser Angelegenheit wenig anfangen. Das liegt sicher auch daran, weil ich mich wenig um die neuen Medien kümmere. Nicht unbedingt, weil sie mich nicht interessieren, eher auch deshalb, weil die Zeit knapper geworden ist. Das Leben nimmt mich vollständig in Beschlag, trotz Pandemie etc..

    Wachtelbaron, es war immer so, dass man mit manchen Dingen unzufrieden war und es war immer so, dass man sich an bestimmten Erscheinungen störte. Dabei ist es immer eine Sache des Standpunktes, der Perspektive, wie die Dinge bewertet werden. Jedoch, Streit, Hass und Wut bringen nichts. Kränkungen verheilen und nach einiger Zeit sieht alles anders aus. Nach einiger Zeit fragt man sich, was einen wohl geritten hat.

    Moral ist so eine Sache. Man sollte sie nicht für sich allein in Anspruch nehmen. Moralisieren ist sogar eine dumme Sache. Ich weiß das, denn ich bin auch ein dummer Mensch.


    Ich bleibe im vagen. Weil ich wirklich den Sachverhalt nicht komplett verstehe.


    Ja, und ich würde heute nicht meine Tätigkeit im Internet als besonders wertvoll einschätzen. Eine Rechnung würde ich niemanden schicken wollen. Alles, was ich in den Jahren tat, tat ich ja gern. Die Bezahlung für mein Tun war die Aufmerksamkeit, die mir manche gaben und die Freundschaften, die daraus entstanden. Das allein ist wertvoll und mit keinem Geld der Welt gleichzusetzen. Sch...e. das klingt nach Moral! Entschuldigung.


    Ich bin für Toleranz und den Versuch, Frieden zu wahren. Das sollte heute möglich sein. Und ja, aufeinander zu zu gehen. Es gibt ja interessante Vorschläge, der jüngste im Portal zu einem medienübergreifenden "Faktencheck". Wenn man das mit Fingerspitzengefühl und Respekt vor den Menschen und den Ameisen angeht, ist das interessant.


    Bis dann.


    LG, Frank.

    Mal wieder eine wunderschöne Ameise aus der Gattung Cataglyphis, hier Cataglyphis aenescens. Ich habe die kleine Familie von Mathias erhalten, Herkunft der Tiere ist die Ukraine.

    Diese Art ist die am weitesten in die nördliche Hemsiphäre vordringende Art der Gattung, fast alle anderen Arten bewohnen die subtropischen und warmen Gebiete Nordafrikas und Eurasiens.


    Cataglyphis aenescens


    Die Königin mit Arbeiterinnen und Brut. Noch immer bewohnen sie das speziell eingerichtete, gut an die Bedürfnisse der Ameisen angepasste Reagenzglas von Mathias. Es ist sehr gut gemacht von Mathias mit zwei kleinen Kammern und der Möglichkeit, Wasser zu zugeben, schwer, die Ameisen davon zu überzeugen, das bequeme Reagenzglas zu verlassen. Müssen sie aber auch noch nicht, die Kolonie ist noch klein.


    LG, Frank.

    Nun ist die erste Arbeiterin des Jahres geschlüpft. Ein großer Moment für die aufgeregte Königin.

    Unten an der Wabe die kleine, noch etwas blasse Arbeiterin. Gerade eben ist sie aus der Zelle geschlüpft.


    P. dominula, die erste Arbeiterin ist geschlüpft, 7.4.21


    Nur dreizehn Tage von der Verpuppung bis zum Schlupf des fertigen Insektes. Eine erstaunlich kurze Zeit für diese relativ großen Insekten.


    LG, Frank.