Frank Mattheis IG Mitglied
  • Member since Jan 13th 2010

Posts by Frank Mattheis

    Der Cataglyphis bombycinus-Kolonie geht es wirklich sehr gut. Eigentlich ist dies eine hochspezialisierte Art mit weit gehender Anpassung an extreme Lebensräume, in denen es kaum noch andere Ameisenarten gibt. Gewisse Anforderungen stellen die Ameisen auch an die Haltung. Wärme gehört dazu. In dem umgebenden Auslauf im Terrarium gehört trockener Sand, diese Ameisen leben ausschließlich in sandigen Wüsten und Halbwüsten. Licht ist ebenfalls besonders wichtig. Kunstlicht ist dabei hilfreich und ergänzt das manchmal bei uns über Tage fehlende Sonnenlicht, Sonnenlicht selbst jedoch erscheint mir aber als unverzichtbar bei diesen Ameisen. Deswegen leben solche Ameisen bei mir möglichst immer an einem besonnten Fenster. Zumindest dann, wenn die Kolonien über bereits viele auslaufende Arbeiterinnen verfügen.

    Hohe Temperaturen am Boden sind für diese Ameisen kaum ein Problem, das ist ja bekannt. Ich habe oft den Eindruck, dass es ihnen erst wirklich gut geht, wenn sie sich fast den kleinen Hintern verbrennen. Wärmespots werden aktiv aufgesucht und die Tiere pressen sich dann für kurze Zeit an den warmen Boden und verharren hier. Manchmal beginnen sie hier nach einiger Zeit, sich heftig und intensiv zu putzen. Sie sind hier besonders aktiv und erregt und reagieren bei hohen Temperaturen besonders schnell und gezielt auf Reize aller Art. Solche Wärmespots kann man leicht mit einen Strahler einrichten, ich benutze einen alten Heizstein. Manchmal denke ich, dass dieser Heizstein von den Tieren auch aufgesucht wird, weil sie hier, bei den hohen Temperaturen von über 40 Grad (sie ertragen leicht noch viel höhere Temperaturen kurzzeitig) vielleicht auch Parasiten gut loswerden. die man sich mit Futterinsekten leicht einschleppen kann. Vor einigen Jahren verlor ich eine bombycinus-Kolonie durch parasitische Milben, eine Gefahr, die immer latent vorhanden ist. Nun kann ich mir vorstellen, dass, wenn man diese Ameisen unter halbwegs naturähnlichen Bedingungen hält mit eben solchen Hitzeinseln, sich das Risiko etwas mindert. Denn viele Tiere der Kolonie können sich regelmäßig bei den für die Parasiten unzuträglichen Temperaturen von diesen befreien.


    Die Kolonie zieht ohne Unterlass Nachkommen auf. Junge Arbeiterinnen sind in diesem Jahr bereits geschlüpft.


    Cataglyphis bombycinus


    LG, Frank.

    Hallo Ameisenfreunde,


    die Cataglyphis bombycinus haben ein paar Tage gebraucht nach der Ruhepause mit abgesenkten Temperaturen, nun aber ist die kleine Kolonie mitten in der Frühjahrsbrut.

    Es läuft wirklich gut. Zwar werden im Moment nur kleine bis mittelgroße Arbeiterinnen aufgezogen, aber es gibt immerhin bereits eine kleine Menge Puppen. Die Arten der Gattung werden ja gerne als Wüstenameisen bezeichnet, dabei leben die meisten Arten eher in Steppen und Halbwüsten. Diese Art jedoch lebt tatsächlich in sandigen Wüsten mit sehr spärlicher Vegetation. Trotzdem brauchen auch diese Ameisen als Erd- bzw. Bodenbewohner im Nest eine gewissen Feuchtigkeit. Dann brüten sie gut und dann, so scheint es, verläuft die Entwicklung der Brut sehr gut.

    Ich glaube, ich habe das ganz gut hinbekommen. Es scheint der Kolonie gut zu gehen.


    Die ersten Puppen des Jahres.


    Cataglyphis bombycinus


    Die Königin hält sich zur Zeit im warmen Bereich des Nestes auf. Das ist typisch für das Frühjahr.


    Cataglyphis bombycinus


    Einfach sehr schöne Tiere. ich habe neue Lampen besorgt, LED-Lichtbalken mit hohem Blauanteil. Das Licht lässt die Ameisen im Auslauf fast silbrig erscheinen, fast so schön wie bei dem natürlichen Sonnenlicht.


    LG, Frank.

    Hallo Phil. Da liegst du sehr richtig mit deiner Vermutung.

    Die Art habe ich schon mehrmals in Ungarn und Kroatien beobachtet. Interessante Ameisen. In Ungarn am Donauknie schien es so, als ob die Art in lichten Eichenwäldern den Platz einnimmt, den hier bei uns meist die Waldameisen besetzen. Es gab manchmal sehr große polydome Kolonien mit vielen Einzelnestern, die miteinander in Verbindung standen und zwischen denen es offenbar einen regen Austausch gab. An anderen Stellen lebt die Art eher unauffällig in Einzelnestern und die Tiere sind weniger dominant und aggressiv.

    Ich hatte nie das Glück, eine Jungkönigin zu finden. Daher habe ich die Tiere mal bestellt. Ich will mir die mal anschauen.


    LG, Frank.

    Hallo Ameisenfreunde.


    Ich kaufe nicht so oft bei Ameisenshops ein, aber wenn ich das tue, bin ich doch meist positiv überrascht.

    Kurz vor dem Jahreswechsel sah ich mich nach südosteuropäischen Arten um, besonders suchte ich nach einer Jungkolonie von Liometopum microcephalum. Diese Art war leider nicht zu bekommen, dafür aber andere, ebenfalls interessante Arten. Also habe ich zwei kleine Jungkolonien einer in Ungarn heimischen Formica-Art bestellt.

    Die Kommunikation mit dem Shop war hervorragend. Die Lieferung war schnell und die Tiere waren sehr sorgfältig und schonend eingepackt.

    Also rundum toller Service. Ich bin sehr zufrieden und kann die Leute von http://www.antsite.eu nur empfehlen.


    Das kleine Paket nach dem Öffnen.


    Paket aus Ungarn


    Eine der Jungköniginnen mit ihren winzigen Erstlingsarbeiterinnen im Reagenzglas.


    Formica aus Ungarn


    LG, Frank.

    Hallo Ameisenfreunde.


    Diese Ameisen machen nach einer kurzen Winterpause sofort einen Neustart. Eine robuste Art. Jetzt, wo es Larven gibt, erjagen die Arbeiterinnen dieser mittelgroßen Art, die Größe der Arbeiterinnen variiert von etwa 14 bis 20 mm, sogar die gepanzerten und schwer zu bändigenden Mehlwürmer.


    Myrmecia spec.


    LG, Frank.

    Hallo Ameisenfreunde.


    Die Kolonie meiner Cataglyphis bombycinus ist seit heute wieder aktiv, ich habe ihr neues Terrarium eingirchtet und ein Nest für sie neu präpariert.


    Die Einrichtung des Terrariums gestaltet sich bei dieser Art ja denkbar einfach, eigentlich genügt es, Sand in den Auslauf zu geben. Diese Ameisen sind ja Bewohner der Wüsten und Sanddünen in Halbwüsten Nordafrikas, es ist also nicht nötig, Pflanzen oder anderes Inventar anzubieten. Trotzdem werde ich die Einrichtung nach und nach etwas aufwerten, dies tue ich dann aber eher für mich, um die Optik des Terrariums aufzuwerten. Die Ameisen brauchen das eigentlich nicht.
    Wichtiger war die Frage, wie ich es hin bekomme, dass das Nest etwas feucht bleibt, in den tieferen Bereichen etwa erdfeucht. Dabei war es mir besonders wichtig, dass das Wasser aus dem Nest nicht, oder nur in ganz geringem Umfang, in den umliegenden Sandboden eintritt. Denn dann wird dieser für die Ameisen grabbar, es kann dann also geschehen, dass die Ameisen im Sand graben und dort Nestteile anlegen, was ich nicht möchte.
    Früher habe ich bereits mit Gipsnestern experimentiert, in deren Innerem ich eine Plastikfolie eingegossen hatte. Diese sollte im Nestmaterial, also im Gipsblock als Feuchtigkeitssperre dienen. Das gelang auch halbwegs, jedoch waren die Gipsnester nicht sehr haltbar. Die fortwährende, moderate Befeuchtung begann irgendwann, den Gips aufzulösen, die fleißigen Ameisen taten schließlich ein übriges. Diese Nester waren ein vielversprechender Anfang, aber einfach nicht haltbar. Ein weiterer Versuch bestand darin, die Nester in dem Bereich, in dem sie den Sand des Auslaufs berührten, mit dünner Folie zu ummanteln und zu umkleben. Auch das gelang halbwegs, gefiel mir jedoch nicht so recht. Die Folie wurde bei Umsiedelungen leicht verletzt oder abgerissen, zudem war Kleber oder Klebeband nicht ungefährlich für die kleinen Tiere. Es konnte geschehen, dass sich Klebeband löste und die Tiere an der Klebefläche festgehalten wurden. Sie wären dann unrettbar verloren.


    Bei diesem altem, wiederverwendeten Nest habe ich nun Lastogum von PCI verwendet und das Nest an den Außenseiten damit überzogen. Das Material ist ungiftig und wird als Wassersperre zB. von Fliesenlegern verwandt, um die Wände hinter Badfliesen im feuchtem Duschbereich vor Wasser und Feuchtigkeit zu schützen. Ich habe jetzt also den "Spieß" einfach umgedreht, ich benutze das Material, um die Feuchtigkeit im Material, hier also im Nest, zu halten. Mal sehen, ob das langfristig gelingt.
    Ich muss sagen, bis jetzt sieht es sehr gut aus, das Nest halt eine gewisse Feuchtigkeit und der umgebende Sand ist absolut trocken.


    Natürlich kommen diese Wüstenameisen mit Trockenheit gut zurecht. Im Nest jedoch muss Wasser, Feuchtigkeit verfügbar sein. Auch im Freiland finden diese Ameisen Feuchtigkeit in der Tiefe des Bodens, in dem sie ihre Nester anlegen. In der warmen Jahreszeit wird dafür von den Ameisen tief gegraben und große Teile der Kolonien halten sich in den tieferen Bereichen auf. Im Terrarium kann ich diese Bedingungen nur unvollkommen nachbilden, wenn ich möchte, dass das Nest für mich einsehbar bleibt. Weil ich das möchte und weil ich weiß, dass absolute Trockenheit im Nest ungünstig ist für die Tiere und für die Entwicklung der Nachkommenschaft, muss ich mir also etwas einfallen lassen.
    Das Nest wird über einen Schlauch ab und zu bewässert, an dessen oberen Ende ein kleiner Trichter ist. Bei Bedarf kann ich hier etwas Wasser hinein schütten, dass dann durch den Schlauch und durch das Material des Nestes langsam eintritt und das Nest im unteren Bereich moderat befeuchtet.


    Heute habe ich die Ameisen in ihr neues Terrarium entlassen. Schnell haben sie sich zurechtgefunden, das Nest bezogen und zudem haben sie bereits Proteine eingetragen. Erfreulich, es geht ihnen sehr gut.


    Cataglyphis bombycinus Cataglyphis bombycinus


    Ein Blick durch das Terrarium auf das Nest. Die Lastogum-Schicht war, frisch aufgetragen sehr klebrig. So konnte ich die Teile des Nestes, die man jetzt aus dem Sand ragen sieht, mit Sand bedecken, der auf dem Lastogum kleben blieb.


    Cataglyphis bombycinus


    LG, Frank.

    Hallo, liebe Ameisenfreunde.


    Ich betreibe im Moment keinen allzu großen Aufwand für die Haltung meiner wenigen Ameisen. Allerdings versuche ich immer, ausreichendes und helles Licht bereitzustellen. Das erscheint mir für die Arten wichtig, die in gemäßigten oder subtropischen, trockenwarmen und sonnigen Gebieten leben.
    Hier mein kleines Terrarium für meine Myrmecia-Kolonie. Es wird beleuchtet von zwei Led-Balken, eine HQi Strahler und einem LED Strahler. Das Nest wird, wie immer bei mir, von einer schwachen Rotlicht-Glühlampe erwärmt.


    Terrarium Myrmecia spec.1


    Sehr interessante und auch sehr hübsche Ameisen, die glücklicherweise kein Interesse an Graben zeigen und im Wesen eher schüchtern und scheu, ruhig, beobachtend und vorsichtig sind.
    So kann ich hier auch leicht Pflanzen im feuchten Substrat halten, die auch gut gedeihen. Die Bepflanzung ist dabei eine Mischung aus Pflanzen, die exotischer Herkunft sind und aus Pflanzen wie zB. einem Löwenmäulchen, die zufällig als Samen ins Terrarium kamen.


    Eine Arbeiterin ist mit der Tarnung des Nesteingangs beschäftigt.


    Nesteingang Myrmecia spec


    Diese australischen Ameisen sind im Moment in einer Art Winterpause. Die Bruttätigkeit wurde weitgehend eingestellt und es wird kaum nach Proteinen gesucht.


    LG, Frank.

    Hallo, lieber Holger. Du bist sicher der ausdauerndste Ameisenverrückte, den ich kenne. Niemand sonst schafft es, glaube ich, so lange seine Kolonien zu halten, bis zum Tod der Königin.
    Es tut mir leid für deine Messor-Königin. Aber sicher hat sie einen natürlichen Tod gehabt und ist nun einfach an Altersschwäche verstorben. Einen solchen Tod ihrer Ameisenkönigin, nach viele Jahren des "Zusammenlebens", erleben sicher die wenigsten Ameisenhalter. Zu meiner Scham muss ich gestehen, dass auch ich die wenigsten meiner Kolonie so lange bei mir behalte, bis die Königin einen natürlichen Tod erleidet.
    Deswegen, Hut ab vor deiner Treue. Diese Königin hatte ein langes Leben, wahrscheinlich werden die wenigsten Königinnen der Art so alt. Sie hatte bei dir ein gutes Leben, für eine Ameise... :whistling:


    LG, Frank.

    Hallo Serafine. Völlig trocken scheint es ja im Reagenzglas deiner Myrmica nicht zu sein, zumindest sieht die Watte so aus, als wäre sie noch etwas feucht. Das genügt diesen Ameisen natürlich.


    Wer hat denn behauptet, dass diese Ameise sehr feuchte oder gar nasse Nester benötigt? Diese Ameisen sind in der Lage, in ihren sozialen Mägen Wasser zu transportieren und weiterzugeben, also sind die im Nest lebenden Tiere wie die Königinnen und die jungen Tiere auf freies Wasser im Nest nicht unbedingt angewiesen.
    Für eine erfolgreiche Entwicklung der Brut ist bei vielen Arten aber eine gewisse Luftfeuchtigkeit nicht schädlich. Das bedeutet aber sicher nicht, dass das Nest nass sein muss.
    Viele Arten(...aber natürlich nicht alle), die in volkreichen Kolonien leben, transportieren bei Bedarf sogar Wasser in das Nest und verteilen es hier, um die Luftfeuchtigkeit und die Feuchtigkeit des Nestsubstrates in bestimmten Bereichen des Nestes gezielt zu erhöhen und an die erforderlichen, artspezifischen und für die versch. Brutstadien an den versch. Plätzen im Nest benötigten Bedingungen anzupassen.


    Pardon, wenn ich jetzt so ausufernd geschrieben habe. Ich wollte nicht klugsch....en.


    LG, Frank.

    Hallo Ameisenfreunde.
    Meine Cataglyphis-Kolonien sind nun in einer kurzen Winterpause, die Tiere sollen etwas Ruhe haben und eine Winterruhe gewährleistet, dass die Kolonien nach der Pause gestärkt und erholt an die erneute Brutaufzucht gehen.
    Natürlich ist das nicht ganz korrekt, die ja wechselwarmen Tiere erholen sich wohl kaum während der kühlen Zeit. Aber die Winterpause hilft den Ameisen, einen artgemäßen Jahreszyklus einzuhalten.
    Sowohl in Ägypten wie auch auf Djerba in Tunesien wird es jetzt kühler für einige Wochen und die besonders wärmeliebenden Arten sind weniger aktiv.


    LG, Frank.

    Falls sich jemand fragt, was aus diesen Hornissen geworden ist. Natürlich sind längst alle Arbeiterinnen gestorben und das Nest beherbergt nur noch tote Arbeiterinnen und Männchen.
    Es war ein schöner Sommer mit den Hornissen und sicher werden auch in den kommenden Jahren Hornissen bei mir leben. Dann wird dieser Thread fortgesetzt.


    LG, Frank.

    Bei meinen Hornissen sind nun sämtliche Aktivitäten eingestellt worden.
    Aber in anderen Hornissenkolonien ist noch immer Leben. Gestern sah ich ein Volk in der Nähe der Mosel in einem Baum. Auch hier scheinen nur noch wenige Arbeiterinnen zu leben, aber es gibt noch Flugverkehr und es wird noch Nahrung eingetragen. Auf dem Bild eine fächelnde Arbeiterin am Nesteingang, die Frischluft in das Nest fächelt und gleichzeitig das Umfeld beobachtet und überwacht. Sie hatte mich im Blick, als ich mit dem Handy fotografierte. Fühlte sich aber scheinbar nicht gestört...


    Hornissen im Moseltal


    Ich kann mich an diesen schönen Tieren nicht satt sehen.


    Hornissen sind ja Wespen mit langen Jahreszyklus wie auch die Kurzkopfwespen (Vespula). Aber nur, wenn die alte Königin lange im Nest überlebt und alt wird, vielleicht erst im September oder Oktober verstirbt, werden auch noch spät Arbeiterinnen aufgezogen und wird ein Hornissenvolk bis in den November überleben.


    LG, Frank.

    Hallo Leute.


    In diesem Jahr hielt ich nun Hornissen bei mir und ausgerechnet jetzt zwangen uns die Umstände, die Wohnung in Brohl zu verlassen und umzuziehen. Parkplatzprobleme, wir konnten nicht mehr unsere Fahrzeuge hier parken. So sind wir nach über sechs Jahren nun umgezogen. Umziehen ist ätzend, schweres Schleppen und was man an Zeug hat, kaum zu glauben...
    Aber, was soll's, an einen Umzug haben wir schon lange gedacht, B9 und Rheinschiene haben immer ziemlich genervt.


    Dumm natürlich, dass gerade heuer die Hornissen bei uns sind. Es war ein etwas uncooles Gefühl, dass Hornissenvolk in seinem Nestkasten auf dem Schoss zu haben bei einer halbstündigen Autofahrt. Natürlich waren der Eingang und Luftlöcher gut verschlossen. Trotzdem. Immerhin gibt es noch einige dutzend Arbeiterinnen im Nest, etliche von ihnen schienen "gewaltbereit" zu sein während der Fahrt. Jedenfalls brummte es im Nest bedrohlich.
    Aber ich wollte die Tiere natürlich mitnehmen und sie nicht irgendwie zurücklassen.


    Also holten wir das Hornissenvolk an einem frühen Morgen in der vergangenen Woche. Im Anschluss mussten wir an diesem Tag noch zweimal rüber fahren, einige Arbeiterinnen trudelten erst im Laufe des Morgens ein, Hornissen fliegen auch in der Nacht und so sind nie alle daheim. Freitag, zur Übergabe der alten Wohnung, waren alle bei uns am neuem Wohnort und die alte Wohnung war und ist "hornissenfrei".


    Nun verbringen die letzten Hornissen des Volkes ihre letzte Zeit, gut versorgt, in Neuwied und leben hier auf meiner Terrasse. Das bedeutet auch, dass ich nun nicht mehr in das Nest schauen kann, die Sichtscheibe ist mit wärmedämmenden Material verkleidet.
    Die Tage werden kühler und feuchter, die Tiere fliegen weniger und umso wichtiger ist jetzt eine ausreichende, reichliche Versorgung mit Zucker.
    Es soll ihnen auch hier an nichts fehlen.


    Hornissen am 6.10.19


    LG, Frank.

    Hallo Leute.
    Mit meinen lieben Hornissen geht es nun langsam zu Ende. Die Zahl der Arbeiterinnen geht rapide zurück, der Flugverkehr am Flugloch ist nun sehr viel ruhiger als im Sommer. Im gleichem Maß nimmt die Zahl der Männchen zu im Nest, die Herren verlassen das Nest erst nach einigen Tagen. Für die verbliebenen Arbeiterinnen bedeutet das jede Menge Stress, die hungrigen Männchen wollen mit Kohlehydraten versorgt werden.


    Es ist in den letzten Tagen kühler geworden und so haben die Arbeiterinnen die Nesthülle erweitert und auch die Sichtscheibe zugebaut. Sie gewähren mir keinen Einblick mehr. Aber das ist schon in Ordnung.


    Hornissennest am 25.9.19


    Die alte Königin scheint schon einige Zeit verschwunden zu sein. Vor einigen Wochen war sie noch im Nest. Phil war Ende August bei mir, da konnten wir sie noch im Nest sehen.
    Irgendwie geht alles sehr ruhig im Nest zu. Die Hornissen scheinen kein Problem damit zu haben, dass der Untergang ihres Staates bevorsteht.


    Übrigens ist es auch für mich okay, wenn das Volk nun langsam schwindet. Man muss schon sagen, dass die Stoffwechselvorgänge dieser großen Wespen gewisse Auswirkungen haben. Sollte ich noch einmal das große Glück haben, Hornissen bei mir beherbergen zu können, werde ich das eher nicht im inneren Bereich der Wohnung tun. Es ist ja klar, das sind große Tiere, die viel Nahrung eintragen.
    Mit der Anlage meines Nestkastens (ursprünglich ja für die viel kleineren Wespen der Art Vespula vulgaris) hatte ich das Problem ja weitgehend gelöst. Der Eingang des Nestkastens befindet sich ganz unten, was die Wespen dazu zwingt, ihren dorthin, nach unten fallenden Unrat und ihre Abfälle nach draußen zu entsorgen. Nichts, oder nicht viel kann liegenbleiben, wenn der Weg frei gehalten werden soll. Die großen Hornissen jedoch haben auch einen sehr großen Flüssigkeitsbedarf, d.h., sie tragen viel Wasser und süße Pflanzensäfte ein, dementsprechend verlässt auch viel "wässriges" ihre Körper und, naja, das kann man schon manchmal bemerken.
    Es gibt Dinge, die man für eine Zeit gerne auf sich nimmt.


    Denn es sind wundervolle Tiere. Ich bin froh, dass sie ihren Zyklus weitgehend abschließen konnten und sie bleiben auf der Fensterbank, bis bei ihnen völlige Ruhe eingekehrt ist.


    LG, Frank.

    Meine bombycinus überraschen mich ja immer wieder. Seit ein paar Tagen waren ein paar größere Puppen aufgetaucht, ich hegte schon leise die Hoffnung, die Kolonie würde Soldaten aufziehen. Jetzt schon, die junge Königin ist gerade mal ein halbes Jahr alt! Das ist auf jedem Fall ungewöhnlich bei so kleinen Kolonien.


    Und sie taten es. Tatsächlich beobachtete ich heute früh einen jungen, frisch geschlüpften Soldaten. Noch kein ganz großer, aber bereits sehr viel größer als alle anderen Individuen der Kolonie und mit großen, stark verlängerten Mandibeln.
    Sehr hübsch... :love:


    Cataglyphis bombycinus, Soldat


    Das freut mich sehr. Ich muss sagen,, dass es "mir" bisher nicht gelungen ist, Soldaten bei der Art in Gefangenschaft aufzuziehen. Natürlich meine ich, dass es meinen Cataglyphis bombycinus bei mir bisher nicht gelungen war.
    Mag sein, dass die reichliche Fütterung in diesem Spätsommer mit hochwertigen Proteinen eine Rolle spielte. Vielleicht spielt aber auch eine Rolle, dass die noch kleine Kolonie im Terrarium mit einer anderen kleinen Ameisenkolonie zusammen lebt. Es lebt eine kleine Kolonie einer tunesischen Messor spec. mit im Terrarium. Es kommt zwischen den Arten nie zu Konflikten, beide Arten sind friedlich und auf Koexistenz ausgerichtet, aber das Zusammenleben mit anderen Ameisen spielt vielleicht indirekt eine Rolle bei bombycinus und forciert vielleicht die Aufzucht von Soldaten.


    LG, Frank.

    Hey Serafine. Klar, das könnte optimaler laufen. Andererseits, wir wollten eigentlich nie dem größeren Ameisenforum den Rang ablaufen, wenn es um den Zulauf von neuen usern geht. Das war nie unser wichtigstes Anliegen. Wer aber irgendwann ernsthaft Interesse hat, der wird früher oder später schon auch auf das eusozial stoßen und kann dann für sich entscheiden, ob das Forum etwas für ihn ist.
    Wenn du nach bestimmten Arten, Haltungsberichte oder andere Berichte suchst, taucht das eusozial ja schon auf und das mit manchmal schönen Beiträgen.
    Neulinge sind wie jeder andere hier willkommen und jedem steht hier alles offen. Letztlich ja auch die IG und damit die Schaltstellen der "Macht". Es hat aber einen gewissen Charme und understatement, wenn wir unser eusozial nicht allzu plakativ bewerben.


    LG, Frank.