Frank Mattheis Moderator
  • Member since Jan 13th 2010

Posts by Frank Mattheis

    Mit den Vertretern der Gattung Cataglyphis ist es ja oft nicht ganz einfach.

    Es sind sehr mobile Ameisen, die Arten leben überwiegend in trockenen, sehr warmen und sonnigen Habitaten. Die Beobachtungen, die man dann im Freiland macht und von denen man dann ausgeht und sie für grundlegend wichtig hält für das Wohlergehen dieser Ameisen, führen einen dann vielleicht manchmal auf eine falsche Fährte. Ich bin auch immer davon ausgegangen, dass die Tiere die Trockenheit brauchen. Obwohl ich doch immer wieder bei (gelegentlichen) Ausgrabungen von Kolonien im Freiland feststellte, dass die Erdnester in der Tiefe bis in erdfeuchte Bereiche des Bodens vordrangen. Selbst bei den Wüstenbewohnern wie diesen Cataglyphis bombycinus. Eigentlich ist das ja auch logisch. Woher sonst sollten die Ameisen Wasser bekommen, wenn nicht aus der Tiefe der Erdnester? Sicher, am Morgen gibt es mitunter auch in wüstenhaften Habitaten Morgentau, wenn auch nicht an jedem Morgen. Doch zu diesen Zeiten sind die bombycinus noch gar nicht so recht aktiv, ihre Aktivität beginnt erst mit den höheren Temperaturen am Vormittag. Morgentau ist keine zuverlässige, ausreichende Wasserquelle für die manchmal großen Kolonien der Cataglyphis.


    Es scheint auch so zu sein, dass eine moderate Luftfeuchtigkeit im Nest für die Entwicklung der Nachkommenschaft wichtig ist. Missbildungen, verkrüppelte Gliedmaßen usw. traten bei verschiedenen Kolonien bei den jungen Tieren immer wieder auf und sind vielleicht darauf zurück zu führen. Solche Kolonien litten dabei nie unter Trinkwassermangel. Tränken waren immer vorhanden. Die Cataglyphis sind aber nicht in der Lage, Wasser in das Nest einzutragen, um es hier auf dem Nestsubstrat zu verteilen und so die Feuchtigkeit desselben anzuheben. Das wäre auch schwierig in Nestern, die im Sand oder im Lehmboden angelegt sind. Viele andere Ameisen können das, Lasius fuliginosus und Chthonolasius-Arten können das Klima und die Feuchtigkeit im Nest regulieren, weil ihre Nester eine völlig andere Architektur aufweisen, sicher können das noch ganz viele andere Arten. Das sind jedoch Arten mit völlig anderen Nesttypen und mit viel individuenreicheren Kolonien.


    Unsere Cataglyphis lösen das Problem, indem sie bei Bedarf einfach das Nest erweitern und in dabei erdfeuchte Bereiche graben. So sieht man starke Kolonie eigentlich ständig graben, vor den Nesteingängen liegt immer frischer, manchmal noch feuchter Aushub, viele Arbeiterinnen sind damit beschäftigt, gemeinsam zu arbeiten. Diese arbeitenden Tiere verbrauchen dabei natürlich wertvolle Energie. Dass die Kolonien sich dieses leisten, zeigt, wie wichtig Wasser neben der Nesterweiterung für sie ist. Die Ameisen erweitern ihr Nest also in feuchtere, kühlere Bodenregionen und verlassen bei hohen sommerlichen Temperaturen die zu warmen, zu trockenen Bereiche des Nestes. Stimmen die Bedingungen, lassen die Ameisen natürlich gerne diese Arbeiten ruhen. Das Graben dient also der Erweiterung des Nestes und dem Erreichen optimaler Bedingungen im Nest. Wichtigste Bedingungen sind dabei die richtigen Temperaturen und Feuchtigkeitsverhältnisse. Für diese Bedingungen gibt es in den großen Nestern unterschiedliche Bereiche, kühlere und wärmere, feuchtere und trockenere. Die unterschiedlichen Brutstadien werden nun da gepflegt, wo die für sie optimalen Bedingungen herrschen.


    Bei meinen bombycinus habe ich nun die Nester so präpariert, dass die Feuchtigkeitsverhältnisse in ihnen konstanter und zuverlässiger sind. Ich habe versucht, die Nester mit einer Feuchtigkeitssperre zu versehen. So diffundiert das Wasser nicht so leicht in den das Ytong-Nest umgebenden Sand. Durch eine Bestrahlung mit Rotlicht von oben erreiche ich, dass die höher liegenden Nestkammern wärmer und trockener sind, aber eben nicht völlig trocken. In den tiefer liegenden Kammern ist es erdfeucht. Entferne ich hier die Abdeckung, sehe ich Kondensat an der Glasscheibe. Das ist günstig, wie es scheint. Die Tiere verfügen so auch über eine konstante Versorgung mit Trinkwasser.


    Cataglyphis bombycinus


    Die Ameisen regulieren nun sogar selbst ein wenig die Bedingungen: Sie tragen Sand ein, um zu feuchte Stellen abzudecken. Sie scheinen in der Lage zu sein, im gewissen Maß die Bedingungen so zu gestalten, dass diese den Anforderungen entsprechen, die eine gute Entwicklung der Brut, Larven und Puppen, garantieren. Der Sand verändert das Mikroklima in den Kammern, die Ameisen wissen damit umzugehen.


    Cataglyphis bombycinus


    Diese Kolonie entwickelt sich perfekt. Sie macht mir fast Angst. Mir scheint es, als ob sich die Zahl der Individuen bisher in diesem Jahr mindestens verfünffacht hat. Dabei füttere ich zur Zeit neben Zucker nur Mehlwürmer und ab und zu einige Heimchen.


    LG, Frank.

    Ich pflege seit einem halben Jahr eine ehemals kleine Myrmecia-Kolonie bei mir. Nach einer kurzen Winterpause läuft es nun gut weiter bei der Kolonie, es gibt natürlich etliche Larven und Puppen. Erste Arbeiterinnen sind bereits geschlüpft in diesem Jahr.

    Eine sehr hübsche Art.

    Bilder der Larvenkammer des Nestes und der Königin.


    Myrmecia spec. Myrmecia, Larvenkammer


    LG, Frank.

    Klappt manchmal nicht alles sofort. Bei meinen Formica gagates aus Ungarn ging anfangs dann doch einiges schief. Kurze Zeit, nachdem ich sie erhielt, waren alle Arbeiterinnen verstorben. Rätselhaft für mich und eigentlich nicht erklärbar.

    Zum Glück blieb der Königin etwas Brut, Larven und zwei winzige Puppen. Die beiden sehr kleinen Arbeiterinnen sind vor einiger Zeit geschlüpft und nun sieht es ganz gut aus, es gibt nun neue Larven und Puppen, Nacktpuppen und Kokons. Alle zwei Tage wird eine Fliege verputzt und regelmäßig gibt es Zucker. Hoffentlich ist diese kleine Kolonie nun über den Berg...

    Es wäre schade gewesen, diese hübsche, dicke Königin zu verlieren.


    Formica gagates


    LG, Frank.

    Hallo Paul.

    Eine sehr schöne Wespe.

    Ich würde auf jedem Fall versuchen, ein größeres Terrarium zu verwenden. Die Dinger von Exoterra sind dafür gut geeignet. Wenn du da eins brauchst, kannst du gerne eines von mir haben. Müsstest du nur abholen, irgendwie. Kostet dir ansonsten nichts. Du kannst mich anrufen oder mir per Whattsapp schreiben, Nils hat meine Nummer.


    Mit solchen Polistes wie dieser habe ich auch wenig Erfahrung. ich kenne bisher nur solche Arten aus eigenen Erleben, die eher "tellerförmige" Waben/Nester errichten wie die heimischen Arten. Solche Arten, heimische, südamerikanische (ohne anhaltenden Erfolg) und eine südafrikanische (die ich von Roger und Chris mal erhielt, wofür ich heute noch sehr dankbar bin) hielt ich bisher in Treibhaus und in Terrarien. Die meisten Polistes können sehr gut in relativ kleinen Refugien leben, sie navigieren und fliegen sicher im begrenzten Flugraum. Aber sie brauchen m.E. darin naturähnliche Bedingungen. Es sollten vielleicht darin aufrechte Pflanzenstengel stehen, trocken, an denen sie nagen können und Baumaterial finden. Unterschiedliche Arten, sie sollten einfach eine Auswahl haben. Vielleicht auf lebende Pflanzen, Holz, abwechslungsreiche Umgebung. Nachempfunden dem, wo man die Tiere gefunden hat. Wasser sollte auch immer verfügbar sein.

    Auch meine Feldwespen haben oft anfangs lange Zeit nicht ihr Nest beachtet, wenn sie eines bereits hatten aus dem Freiland. Die Südafrikanerin begann irgendwann, nach einiger Zeit, ein neues zu errichten. Dann begann sie auch, wirklich intensiv nach Baumaterial zu suchen. Sie war dabei sehr wählerisch und entschied sich irgendwann für einen trockenen Stengel einer alten Distel.

    Die Tiere sind sehr clever. Wenn sie es wollen, kommen sie gut mit halbwegs guten Bedingungen zurecht. Aber manchmal sieht es auch so aus, als ob sie sich einfach aufgeben. Das haben ich mit meinen Südamerikanerinnen erlebt. Die bauten nicht, beachteten das Nest nicht usw.. Heute denke ich, vielleicht waren das eben unbegattete Arbeiterinnnen. Das ist möglich und für den Sammler im Freiland nicht leicht erkennbar.

    Licht ist natürlich wichtig. Aber für Bewohner des tiefen Regenwaldes sollten Bedingungen reichen, die an einem stundenweise besonnten Fenster erreicht werden.

    Diese Art scheint ihr charakteristisches Nest freihängend zu errichten, die Bauform ist sicher einen Anpassung an starke tropische Regenfälle. Diese Nester haben eine kleine Oberfläche, wenig Wasser trommelt auf das Nest. Andere Arten bauen andere Nester unter Blättern oder sonst irgendwie geschützt. Ich würde das Nest bei dieser Wespe auch im Terrarium freihängend an einem Zweig o.ä. anbieten. Aber ich würde eine, wenigstens zeitweise am Tag, erhöhte LF anbieten. Eine Wasserfläche im Terrarium wäre hilfreich, ebenso vielleicht Sprühen zu bestimmten Zeiten. Stammt das Tier aus einem Trockenwald oder aus einem feuchten Regenwald? Wie ist der Jahreszyklus der Art? Viele tropische Arten der Region "überwintern" die Trockenzeit in höheren Regionen und nutzen die Regenzeiten für den Nestbau und die Reproduktion im Tiefland. Die wohl meisten Arten haben daher auch dort nur einjährige Nester, Kolonien.


    Edit: Die Polistes-Arten, die ich kenne, sind eigentlich immer spezialisierte Jägerinnen. Sie jagen vorzugsweise nackte Schmetterlingsraupen. Dafür durchfliegen sie im Suchflug die Vegetation, beschnuppern mit den Antennen Objekte, die sie visuell ausgemacht haben und greifen zu, wenn ein Beutetier gefunden wird.

    Ich konnte damals mit Wachsmaden füttern. Diese wurden gut angenommen, mussten aber natürlich zuvor getötet werden. Später, als es Larven gab, wurden auch Mehlwürmer und sogar tote, aufgespießte Grillen verwertet.

    Die Kolonien tropischer Faltenwespen sind bekanntermaßen oft Opfer spezialisierter Treiberameisen. Ich denke, dass Trauma, die auf Eingriffen am Nest und am Leben einer solchen Wespe beruhen, diese schnell dazu bringen, vom Nest abzulassen. Diese meidende Verhalten schützt dann wenigstens das Leben der ausgewachsenen Tiere, wenn das Nest verloren gegangen ist. Möglich, dass die Wespen nun den Kontakt zum Nest vermeiden, wenn sie ähnliches erlebt haben. Man kann aber hoffen, dass sich die Wespe die Sache nochmal überlegt (das kann sie nach meiner Überzeugung) oder dass die Wespe neu zu bauen beginnt, wenn sie sich eingelebt hat und sich wohlfühlt. Dafür muss sie aber das Nötigste vorfinden und sich wohl und sicher fühlen. Gute Proteine (vielleicht die Zuckerlösung vorsichtig mit wenig Proteinen anreichern?), Zucker usw.. Wenn sie Proteine zu sich nimmt, wird sie hoffentlich irgendwann den Drang verspüren, ein Nest bauen zu wollen oder das alte zu nutzen. Die Ovarien werden vielleicht aktiviert.


    LG, Frank.

    Langsam erwachen die Ameisen in meinem Garten. Seit einigen Tagen sind nun auch größere Formicinen zu sehen, die rufibarbis beginnen, ihre kleinen Nesthügel zu errichten. Ich werde beim Mähen des Rasens vorsichtig sein und sie schonen.

    Rasenmähen erscheint mir ohnehin als eine ziemlich sinnlose Übung, ein großer Teil des Gartens soll zu eine Blumenwiese werden. Das ist sehr viel besser und auch vernünftiger.


    Jedenfalls freue ich mich sehr über diese Ameisen. Sie selbst hingegen scheinen wenig erfreut zu sein, es gibt mehrere Kolonien und wie üblich am Beginn der Saison bei den Formicinen, wird die erste Zeit des Frühlings damit verbracht, das Revier abzustecken und Tatsachen zu schaffen. Das führt zu relativ verlustreichen Kämpfen zwischen den Kolonien, es gibt, meist etwa in der Mitte des Weges zwischen den Nestern kleine, vielleicht ein bis zwei Quadratmeter große Kampfplätze, auf denen die alarmierten, hinzu geführten der verschiedenen Kolonien Arbeiterinnen miteinander kämpfen. Zum Glück aber sind diese Arten eher friedlich und die Kämpfe halten höchstens zwei Tage an. Danach hat man sich arrangiert und die Tiere der unterschiedlichen Nester weichen sich aus und leben relativ friedlich nebeneinander.


    Blick auf ein Nest der Ameisen.


    Formica rufibarbis


    LG, Frank.

    Hey Tarsus, es ist schön, wieder von dir zu hören. Ich freue mich sehr.

    Und ich hoffe, dass negative Impulse nicht von uns ausgingen? Das würde mir sehr leid tun.


    Natürlich wollen wir dich wieder haben...


    LG, Frank.

    Kurzflügler sind manchmal auch Räuber. Erbeutet dieser Kurzflügler Ameisen oder Brut der Kolonie, Phil?

    Seine ausgeprägten Mandibeln deuten darauf, dass es sich um ein Raubtier handelt. Vielleicht ist er mit dem Kolonieduft getarnt und kann sich mit Pheromonen, die die Ameisen verwirren oder besänftigen, unentdeckt in der Kolonie bewegen.


    LG, Frank.

    Mal wieder ein Lebenszeichen von mir. Ist im Moment nicht ganz leicht, Fotos zu machen und Texte zu schreiben, ich habe mir vor ein paar Wochen auf der Arbeit die rechte Hand gebrochen und das erleichtert gar nichts. In den nächsten Tagen wollte ich eigentlich die Verwandschaft meiner bombycinus in Ägypten beobachten, daraus wird nun leider auch nichts.

    Aber ich habe ja wenigstens einige meiner wunderschönen Cataglyphis hier bei mir.

    Hier zwei Arbeiterinnen, die ein Heimchen erbeutet haben. Natürlich wurde das Heimchen vorher getötet.


    Cataglyphis bombycinus


    Das Foto ist nicht ganz scharf. Daran ist nicht die Kamera schuld, sondern meine unbrauchbare rechte Hand. Es zeigt aber den silbrigen Schimmer der Tiere, der durch die dichte, feine Pubescens dieser Art entsteht.

    Auffallend ist der seitlich etwas zusammengepresste Hinterleib dieser schwer arbeitenden Arbeiterinnen. Das beobachte ich immer wieder bei diesen Arten, wenn die Arbeiterinnen schwere anstrengende Tätigkeiten verrichten. Ich vermute, dass die Tiere dann intensiver atmen und dabei Luft durch Kontraktionen des Hinterleibes in die Tracheen pumpen. Das machen natürlich viele Insekten, die meisten jedoch beschleunigen ihre Atmung durch Pumpbewegungen, die den Hinterleib im Wechsel verlängern bzw. verkürzen.


    LG, Frank.

    Der Cataglyphis bombycinus-Kolonie geht es wirklich sehr gut. Eigentlich ist dies eine hochspezialisierte Art mit weit gehender Anpassung an extreme Lebensräume, in denen es kaum noch andere Ameisenarten gibt. Gewisse Anforderungen stellen die Ameisen auch an die Haltung. Wärme gehört dazu. In dem umgebenden Auslauf im Terrarium gehört trockener Sand, diese Ameisen leben ausschließlich in sandigen Wüsten und Halbwüsten. Licht ist ebenfalls besonders wichtig. Kunstlicht ist dabei hilfreich und ergänzt das manchmal bei uns über Tage fehlende Sonnenlicht, Sonnenlicht selbst jedoch erscheint mir aber als unverzichtbar bei diesen Ameisen. Deswegen leben solche Ameisen bei mir möglichst immer an einem besonnten Fenster. Zumindest dann, wenn die Kolonien über bereits viele auslaufende Arbeiterinnen verfügen.

    Hohe Temperaturen am Boden sind für diese Ameisen kaum ein Problem, das ist ja bekannt. Ich habe oft den Eindruck, dass es ihnen erst wirklich gut geht, wenn sie sich fast den kleinen Hintern verbrennen. Wärmespots werden aktiv aufgesucht und die Tiere pressen sich dann für kurze Zeit an den warmen Boden und verharren hier. Manchmal beginnen sie hier nach einiger Zeit, sich heftig und intensiv zu putzen. Sie sind hier besonders aktiv und erregt und reagieren bei hohen Temperaturen besonders schnell und gezielt auf Reize aller Art. Solche Wärmespots kann man leicht mit einen Strahler einrichten, ich benutze einen alten Heizstein. Manchmal denke ich, dass dieser Heizstein von den Tieren auch aufgesucht wird, weil sie hier, bei den hohen Temperaturen von über 40 Grad (sie ertragen leicht noch viel höhere Temperaturen kurzzeitig) vielleicht auch Parasiten gut loswerden. die man sich mit Futterinsekten leicht einschleppen kann. Vor einigen Jahren verlor ich eine bombycinus-Kolonie durch parasitische Milben, eine Gefahr, die immer latent vorhanden ist. Nun kann ich mir vorstellen, dass, wenn man diese Ameisen unter halbwegs naturähnlichen Bedingungen hält mit eben solchen Hitzeinseln, sich das Risiko etwas mindert. Denn viele Tiere der Kolonie können sich regelmäßig bei den für die Parasiten unzuträglichen Temperaturen von diesen befreien.


    Die Kolonie zieht ohne Unterlass Nachkommen auf. Junge Arbeiterinnen sind in diesem Jahr bereits geschlüpft.


    Cataglyphis bombycinus


    LG, Frank.

    Hallo Ameisenfreunde,


    die Cataglyphis bombycinus haben ein paar Tage gebraucht nach der Ruhepause mit abgesenkten Temperaturen, nun aber ist die kleine Kolonie mitten in der Frühjahrsbrut.

    Es läuft wirklich gut. Zwar werden im Moment nur kleine bis mittelgroße Arbeiterinnen aufgezogen, aber es gibt immerhin bereits eine kleine Menge Puppen. Die Arten der Gattung werden ja gerne als Wüstenameisen bezeichnet, dabei leben die meisten Arten eher in Steppen und Halbwüsten. Diese Art jedoch lebt tatsächlich in sandigen Wüsten mit sehr spärlicher Vegetation. Trotzdem brauchen auch diese Ameisen als Erd- bzw. Bodenbewohner im Nest eine gewissen Feuchtigkeit. Dann brüten sie gut und dann, so scheint es, verläuft die Entwicklung der Brut sehr gut.

    Ich glaube, ich habe das ganz gut hinbekommen. Es scheint der Kolonie gut zu gehen.


    Die ersten Puppen des Jahres.


    Cataglyphis bombycinus


    Die Königin hält sich zur Zeit im warmen Bereich des Nestes auf. Das ist typisch für das Frühjahr.


    Cataglyphis bombycinus


    Einfach sehr schöne Tiere. ich habe neue Lampen besorgt, LED-Lichtbalken mit hohem Blauanteil. Das Licht lässt die Ameisen im Auslauf fast silbrig erscheinen, fast so schön wie bei dem natürlichen Sonnenlicht.


    LG, Frank.

    Hallo Phil. Da liegst du sehr richtig mit deiner Vermutung.

    Die Art habe ich schon mehrmals in Ungarn und Kroatien beobachtet. Interessante Ameisen. In Ungarn am Donauknie schien es so, als ob die Art in lichten Eichenwäldern den Platz einnimmt, den hier bei uns meist die Waldameisen besetzen. Es gab manchmal sehr große polydome Kolonien mit vielen Einzelnestern, die miteinander in Verbindung standen und zwischen denen es offenbar einen regen Austausch gab. An anderen Stellen lebt die Art eher unauffällig in Einzelnestern und die Tiere sind weniger dominant und aggressiv.

    Ich hatte nie das Glück, eine Jungkönigin zu finden. Daher habe ich die Tiere mal bestellt. Ich will mir die mal anschauen.


    LG, Frank.

    Hallo Ameisenfreunde.


    Ich kaufe nicht so oft bei Ameisenshops ein, aber wenn ich das tue, bin ich doch meist positiv überrascht.

    Kurz vor dem Jahreswechsel sah ich mich nach südosteuropäischen Arten um, besonders suchte ich nach einer Jungkolonie von Liometopum microcephalum. Diese Art war leider nicht zu bekommen, dafür aber andere, ebenfalls interessante Arten. Also habe ich zwei kleine Jungkolonien einer in Ungarn heimischen Formica-Art bestellt.

    Die Kommunikation mit dem Shop war hervorragend. Die Lieferung war schnell und die Tiere waren sehr sorgfältig und schonend eingepackt.

    Also rundum toller Service. Ich bin sehr zufrieden und kann die Leute von http://www.antsite.eu nur empfehlen.


    Das kleine Paket nach dem Öffnen.


    Paket aus Ungarn


    Eine der Jungköniginnen mit ihren winzigen Erstlingsarbeiterinnen im Reagenzglas.


    Formica aus Ungarn


    LG, Frank.

    Hallo Ameisenfreunde.


    Diese Ameisen machen nach einer kurzen Winterpause sofort einen Neustart. Eine robuste Art. Jetzt, wo es Larven gibt, erjagen die Arbeiterinnen dieser mittelgroßen Art, die Größe der Arbeiterinnen variiert von etwa 14 bis 20 mm, sogar die gepanzerten und schwer zu bändigenden Mehlwürmer.


    Myrmecia spec.


    LG, Frank.

    Hallo Ameisenfreunde.


    Die Kolonie meiner Cataglyphis bombycinus ist seit heute wieder aktiv, ich habe ihr neues Terrarium eingirchtet und ein Nest für sie neu präpariert.


    Die Einrichtung des Terrariums gestaltet sich bei dieser Art ja denkbar einfach, eigentlich genügt es, Sand in den Auslauf zu geben. Diese Ameisen sind ja Bewohner der Wüsten und Sanddünen in Halbwüsten Nordafrikas, es ist also nicht nötig, Pflanzen oder anderes Inventar anzubieten. Trotzdem werde ich die Einrichtung nach und nach etwas aufwerten, dies tue ich dann aber eher für mich, um die Optik des Terrariums aufzuwerten. Die Ameisen brauchen das eigentlich nicht.
    Wichtiger war die Frage, wie ich es hin bekomme, dass das Nest etwas feucht bleibt, in den tieferen Bereichen etwa erdfeucht. Dabei war es mir besonders wichtig, dass das Wasser aus dem Nest nicht, oder nur in ganz geringem Umfang, in den umliegenden Sandboden eintritt. Denn dann wird dieser für die Ameisen grabbar, es kann dann also geschehen, dass die Ameisen im Sand graben und dort Nestteile anlegen, was ich nicht möchte.
    Früher habe ich bereits mit Gipsnestern experimentiert, in deren Innerem ich eine Plastikfolie eingegossen hatte. Diese sollte im Nestmaterial, also im Gipsblock als Feuchtigkeitssperre dienen. Das gelang auch halbwegs, jedoch waren die Gipsnester nicht sehr haltbar. Die fortwährende, moderate Befeuchtung begann irgendwann, den Gips aufzulösen, die fleißigen Ameisen taten schließlich ein übriges. Diese Nester waren ein vielversprechender Anfang, aber einfach nicht haltbar. Ein weiterer Versuch bestand darin, die Nester in dem Bereich, in dem sie den Sand des Auslaufs berührten, mit dünner Folie zu ummanteln und zu umkleben. Auch das gelang halbwegs, gefiel mir jedoch nicht so recht. Die Folie wurde bei Umsiedelungen leicht verletzt oder abgerissen, zudem war Kleber oder Klebeband nicht ungefährlich für die kleinen Tiere. Es konnte geschehen, dass sich Klebeband löste und die Tiere an der Klebefläche festgehalten wurden. Sie wären dann unrettbar verloren.


    Bei diesem altem, wiederverwendeten Nest habe ich nun Lastogum von PCI verwendet und das Nest an den Außenseiten damit überzogen. Das Material ist ungiftig und wird als Wassersperre zB. von Fliesenlegern verwandt, um die Wände hinter Badfliesen im feuchtem Duschbereich vor Wasser und Feuchtigkeit zu schützen. Ich habe jetzt also den "Spieß" einfach umgedreht, ich benutze das Material, um die Feuchtigkeit im Material, hier also im Nest, zu halten. Mal sehen, ob das langfristig gelingt.
    Ich muss sagen, bis jetzt sieht es sehr gut aus, das Nest halt eine gewisse Feuchtigkeit und der umgebende Sand ist absolut trocken.


    Natürlich kommen diese Wüstenameisen mit Trockenheit gut zurecht. Im Nest jedoch muss Wasser, Feuchtigkeit verfügbar sein. Auch im Freiland finden diese Ameisen Feuchtigkeit in der Tiefe des Bodens, in dem sie ihre Nester anlegen. In der warmen Jahreszeit wird dafür von den Ameisen tief gegraben und große Teile der Kolonien halten sich in den tieferen Bereichen auf. Im Terrarium kann ich diese Bedingungen nur unvollkommen nachbilden, wenn ich möchte, dass das Nest für mich einsehbar bleibt. Weil ich das möchte und weil ich weiß, dass absolute Trockenheit im Nest ungünstig ist für die Tiere und für die Entwicklung der Nachkommenschaft, muss ich mir also etwas einfallen lassen.
    Das Nest wird über einen Schlauch ab und zu bewässert, an dessen oberen Ende ein kleiner Trichter ist. Bei Bedarf kann ich hier etwas Wasser hinein schütten, dass dann durch den Schlauch und durch das Material des Nestes langsam eintritt und das Nest im unteren Bereich moderat befeuchtet.


    Heute habe ich die Ameisen in ihr neues Terrarium entlassen. Schnell haben sie sich zurechtgefunden, das Nest bezogen und zudem haben sie bereits Proteine eingetragen. Erfreulich, es geht ihnen sehr gut.


    Cataglyphis bombycinus Cataglyphis bombycinus


    Ein Blick durch das Terrarium auf das Nest. Die Lastogum-Schicht war, frisch aufgetragen sehr klebrig. So konnte ich die Teile des Nestes, die man jetzt aus dem Sand ragen sieht, mit Sand bedecken, der auf dem Lastogum kleben blieb.


    Cataglyphis bombycinus


    LG, Frank.

    Hallo, liebe Ameisenfreunde.


    Ich betreibe im Moment keinen allzu großen Aufwand für die Haltung meiner wenigen Ameisen. Allerdings versuche ich immer, ausreichendes und helles Licht bereitzustellen. Das erscheint mir für die Arten wichtig, die in gemäßigten oder subtropischen, trockenwarmen und sonnigen Gebieten leben.
    Hier mein kleines Terrarium für meine Myrmecia-Kolonie. Es wird beleuchtet von zwei Led-Balken, eine HQi Strahler und einem LED Strahler. Das Nest wird, wie immer bei mir, von einer schwachen Rotlicht-Glühlampe erwärmt.


    Terrarium Myrmecia spec.1


    Sehr interessante und auch sehr hübsche Ameisen, die glücklicherweise kein Interesse an Graben zeigen und im Wesen eher schüchtern und scheu, ruhig, beobachtend und vorsichtig sind.
    So kann ich hier auch leicht Pflanzen im feuchten Substrat halten, die auch gut gedeihen. Die Bepflanzung ist dabei eine Mischung aus Pflanzen, die exotischer Herkunft sind und aus Pflanzen wie zB. einem Löwenmäulchen, die zufällig als Samen ins Terrarium kamen.


    Eine Arbeiterin ist mit der Tarnung des Nesteingangs beschäftigt.


    Nesteingang Myrmecia spec


    Diese australischen Ameisen sind im Moment in einer Art Winterpause. Die Bruttätigkeit wurde weitgehend eingestellt und es wird kaum nach Proteinen gesucht.


    LG, Frank.

    Hallo, lieber Holger. Du bist sicher der ausdauerndste Ameisenverrückte, den ich kenne. Niemand sonst schafft es, glaube ich, so lange seine Kolonien zu halten, bis zum Tod der Königin.
    Es tut mir leid für deine Messor-Königin. Aber sicher hat sie einen natürlichen Tod gehabt und ist nun einfach an Altersschwäche verstorben. Einen solchen Tod ihrer Ameisenkönigin, nach viele Jahren des "Zusammenlebens", erleben sicher die wenigsten Ameisenhalter. Zu meiner Scham muss ich gestehen, dass auch ich die wenigsten meiner Kolonie so lange bei mir behalte, bis die Königin einen natürlichen Tod erleidet.
    Deswegen, Hut ab vor deiner Treue. Diese Königin hatte ein langes Leben, wahrscheinlich werden die wenigsten Königinnen der Art so alt. Sie hatte bei dir ein gutes Leben, für eine Ameise... :whistling:


    LG, Frank.

    Hallo Serafine. Völlig trocken scheint es ja im Reagenzglas deiner Myrmica nicht zu sein, zumindest sieht die Watte so aus, als wäre sie noch etwas feucht. Das genügt diesen Ameisen natürlich.


    Wer hat denn behauptet, dass diese Ameise sehr feuchte oder gar nasse Nester benötigt? Diese Ameisen sind in der Lage, in ihren sozialen Mägen Wasser zu transportieren und weiterzugeben, also sind die im Nest lebenden Tiere wie die Königinnen und die jungen Tiere auf freies Wasser im Nest nicht unbedingt angewiesen.
    Für eine erfolgreiche Entwicklung der Brut ist bei vielen Arten aber eine gewisse Luftfeuchtigkeit nicht schädlich. Das bedeutet aber sicher nicht, dass das Nest nass sein muss.
    Viele Arten(...aber natürlich nicht alle), die in volkreichen Kolonien leben, transportieren bei Bedarf sogar Wasser in das Nest und verteilen es hier, um die Luftfeuchtigkeit und die Feuchtigkeit des Nestsubstrates in bestimmten Bereichen des Nestes gezielt zu erhöhen und an die erforderlichen, artspezifischen und für die versch. Brutstadien an den versch. Plätzen im Nest benötigten Bedingungen anzupassen.


    Pardon, wenn ich jetzt so ausufernd geschrieben habe. Ich wollte nicht klugsch....en.


    LG, Frank.