Frank Mattheis Moderator
  • Member since Jan 13th 2010

Posts by Frank Mattheis

    Mal wieder eine wunderschöne Ameise aus der Gattung Cataglyphis, hier Cataglyphis aenescens. Ich habe die kleine Familie von Mathias erhalten, Herkunft der Tiere ist die Ukraine.

    Diese Art ist die am weitesten in die nördliche Hemsiphäre vordringende Art der Gattung, fast alle anderen Arten bewohnen die subtropischen und warmen Gebiete Nordafrikas und Eurasiens.


    Cataglyphis aenescens


    Die Königin mit Arbeiterinnen und Brut. Noch immer bewohnen sie das speziell eingerichtete, gut an die Bedürfnisse der Ameisen angepasste Reagenzglas von Mathias. Es ist sehr gut gemacht von Mathias mit zwei kleinen Kammern und der Möglichkeit, Wasser zu zugeben, schwer, die Ameisen davon zu überzeugen, das bequeme Reagenzglas zu verlassen. Müssen sie aber auch noch nicht, die Kolonie ist noch klein.


    LG, Frank.

    Nun ist die erste Arbeiterin des Jahres geschlüpft. Ein großer Moment für die aufgeregte Königin.

    Unten an der Wabe die kleine, noch etwas blasse Arbeiterin. Gerade eben ist sie aus der Zelle geschlüpft.


    P. dominula, die erste Arbeiterin ist geschlüpft, 7.4.21


    Nur dreizehn Tage von der Verpuppung bis zum Schlupf des fertigen Insektes. Eine erstaunlich kurze Zeit für diese relativ großen Insekten.


    LG, Frank.

    Bei meiner Feldwespe haben sich nun bereits fünf oder sechs Arbeiterinnenlarven verpuppt, bald werden die ersten Arbeiterinnen schlüpfen. Für ein Foto habe ich der Wespenkönigin eine kleine Wachsmade gereicht, diese wird nun aufbereitet und dann an die Larven verfüttert.


    Polistes dominula 4.4.21


    Eigentlich ist diese Wespe fast zahm, sie ist es bereits gewöhnt, solche Räupchen gereicht zu bekommen und das Anreichen ist mittlerweile nicht mehr beunruhigend für sie. Fast wird es erwartet.

    Wenn die Arbeiterinnen geschlüpft sind und endlich die Wetterlage etwas frühlingshafter wird, wird diese kleine Wespenkolonie in die Freiheit entlassen.


    Auch im Freien gibt es Entwicklung.

    In der letzten Woche gab es drei warme Tage. Die Schwestern meiner Wespe begannen sofort, am alten Neststandort ein neues Nest zu bauen. Ich beobachtete fünf Jungköniginnen, es scheinen also alle bis dahin im Freien überlebt zu haben. Jetzt ist es zu kühl für die Wespen, nur zwei von ihnen sitzen auf den kleinen Anfangswabe, die die Wespen errichtet haben. Mehr hätten hier natürlich auch keinen Platz. Die anderen Tiere werden sich in der Umgebung versteckt haben, ich hoffe, sie wieder zu sehen, wenn es endlich nachhaltig wärmer wird.


    Poilstes dominula 5.4.21


    Ein schnell geschossenes, unscharfes Foto, ich wollte nicht stören.


    Erstaunlich, wie standorttreu diese Wespen sind. Sie gründen wieder an dem Ort, an dem sie aufwuchsen. Sie gehen offenbar dabei davon aus, dass dieser Ort, an dem die Mutter erfolgreich gründete und das Wespenvolk den Sommer verbrachte, eine guter Ort ist. Natürlich wissen sie ja nicht, dass ich ein wenig nachgeholfen hatte und das junge Wespenvolk im vergangenem Frühjahr hier ansiedelte.

    Von sich aus würde an diesem Ort niemals eine Feldwespe gründen, der Standort ist sehr offen und wird von der Frühjahrssonne nicht sehr stark erwärmt.

    Trotzdem ist der Standort natürlich günstig, denn er ist bei mir. Ich werde die Wespen schützen und füttern. Das aber "wissen" diese Wespen natürlich noch nicht.


    LG, Frank.

    Eine Königin dieser schönen Art hat sich nun auch zu mir verlaufen, vielen Dank an dieser Stelle an Andreas.


    Iridomyrmex purpureus


    Ich finde solche entwickelten Dolichoderinen sehr interessant, für mich sind hier auffallende Parallelentwicklungen zu manchen Formicinen (und natürlich auch anderen Ameisen) anderer Regionen der Erde sichtbar. Zum einen die schimmernde Pubescens, das gibt es auch bei anderen Arten, die warme bis heiße Gegenden bewohnen, zum anderen die großen, volkreichen Staaten dieser Ameise und die daraus resultierende Dominanz in einem Lebensraum. Eigentlich vereinen diese Iridomyrmex Eigenschaften einiger anderer, erfolgreicher Arten in sich.

    Aber das allein ist sicher nichts Besonderes, es findet sich natürlich auch bei anderen Arten.


    Ich bin mal gespannt, wie sich diese winzige Kolonie aus bisher einer Königin, einer Arbeiterin und etwas Brut entwickeln wird.


    LG, Frank.


    PS: Ich wünsche allen ein schönes Osterfest. :torte1:

    Mittlerweile haben sich die ersten Larven verpuppt. Darüber freue ich mich sehr. Mal schauen, wie lange die Metarmophose dauern wird.


    Die ersten beiden Zellen waren gestern verdeckelt.


    Polistes dominula. Gründungswabe 26.3.21


    Die Verstärkung durch eine zweite Jungkönigin hat die Entwicklung etwas beschleunigt, bevor diese hinzu kam, sah es nach Stagnation aus. Es schlüpften keine Larven aus den Eiern. Nun gibt es seit einiger Zeit Larven, die von den Jungköniginnen versorgt werden müssen. Feldwespen erjagen mit Vorliebe nackte, unbehaarte Raupen. Ich biete ihnen Wachsmottenlarven an, die werden jetzt sehr gut angenommen.

    Aus irgendeinen Grund ist die zugesetzte Feldwespenkönigin leider verstorben und die Gründerin ist wieder allein. Aggression konnte ich zuletzt nicht beobachten, es ist mir unklar, warum sie verschwand. Ich kann mir vorstellen, dass die Gründerin einfach keine weitere Königin neben sich auf Dauer duldet. Die zweite Jungkönigin hielt sich oft für lange Zeit im Terrarium, abseits des Nestes auf. Zwar versorgte sie die Larven und die Nestgründerin, übernachtete auch auf dem Nest oder in dessen Nähe, trotzdem verbrachte sie zuletzt immer mehr Zeit allein abseits des Nestes. Möglicherweise gibt es eine diskrete, für mich nicht bemerkbare Kommunikation und die zweite Königin wird auf subtile Weise, mit für mich nicht sichtbarer Gewalt vom Nest verdrängt. Denn natürlich ist sie immer eine Bedrohung und Konkurrenz für die Gründerin.

    Nun nicht mehr, denn sie ist nicht mehr da.

    Dafür werden in spätestens zwei Wochen Arbeiterinnen schlüpfen. Ich bin gespannt, wie diese jungen Tiere dann mit den Bedingungen zurecht kommen werden.


    LG, Frank.

    Weiter geht's bei meinen schönen Damen.

    Tatsächlich wachsen nun die Larven und die beiden Wespen müssen etwas mehr jagen und Proteine eintragen. Dabei geht es aber weiterhin ziemlich gelassen zu, die Wespen sind nicht vor elf Uhr aktiv. Es sind eben erst wenige Larven und so ist der Arbeitsaufwand noch gering.


    Eine der beiden hat eine Soldatenfliege erjagt, zerlegt und teilt nun das Muskelfleisch der Fliege mit der Schwester. Zusammen füttern die beiden die Larven in den Zellen der Brutwabe.


    Polistes, Larvenfütterung 13.3.21


    LG, Frank.

    Mich hat die Nachricht auch umgehauen. Völlig unerwartet, schockierend und sehr traurig.

    Ich kannte Markus ja auch seit vielen Jahren aus den Foren, dem Ameisenforum und dem eusozial, zudem hatten wir ab und zu Austausch und Kontakt per PN oder per Mail. Ich hatte leider nie das Glück, Markus persönlich kennen lernen zu dürfen.

    Wir haben einen großartigen Kenner verloren. Einen wundervollen Menschen und Freund. Ein Freund, der immer sagte, was er dachte, tat, was er für richtig hielt und nicht immer bequem war. Gut so.


    Wir werden Dich vermissen, Markus.


    Mein aufrichtiges Beileid gilt seiner Familie und allen seinen Freunden.

    Nun geht es vielleicht doch voran bei den beiden Wespen. Eine der beiden jagt seit neuestem regelmäßig und zeigt dabei keinen Respekt vor den fast gleich großen Soldatenfliegen.

    Das könnte bedeuten, dass die Larven wachsen und Proteine brauchen. Am Wochenende werde ich mal genauer nachsehen.


    Feldwespe mit Beute.


    Polistes dominula 9.3.21


    LG, Frank.

    Mal wieder eine kurze Meldung von mir: Bei den Polistes dominula läuft es nur schleppend. Proteine werden nicht oder kaum genommen, die Larven wachsen aus irgendwelchen Gründen nicht. Phil gab mir den Tip, die Tageslängen zu verlängern, das habe ich getan, abwarten, was geschieht.

    Die letzte überlebende Wespe hat nun Unterstützung bekommen, ich habe eine weitere der überwinternden Königinnen geweckt und dazu gesetzt. Nach kurzen, durchaus heftigen Kämpfen war die Rangfolge geregelt, beide sitzen nun zusammen und eiträchtig auf der Wabe und tun so, als ob sie etwas tun.

    Wenn ich an die P. nimpha im Herbst in meinem Terrarium, siehe oben denke, wundert mich etwas, dass es nicht besser läuft. Die zogen ja jede Menge an Nachkommen, leider nur Männchen auf. Sie jagten zielstrebig und waren etwas motivierter.


    Naja, die beiden Wespen haben ja Zeit. Sollte es bald wärmer werden, werde ich sie ohnehin nach draußen entlassen. Dann werden sie alles haben, falls es ihnen jetzt an irgendwas fehlt.


    LG, Frank.

    Danke Phil. Mal sehen, ich weiß überhaupt noch nicht, was das Problem ist und warum die Wespen verstorben sind.

    Eigentlich sind die Bedingungen gar nicht so schlecht, glaube ich. Vielleicht aber muss ich über das Angebot an tierischen Eiweiß nachdenken. Es gibt einige Soldatenfliegen im Terrarium, und ich bin gar nicht mehr so sicher, ob die das geeignete Futter darstellen. Sie werden erjagt, ich finde Teile von ihnen überall, auch unter der Brutwabe, aber vielleicht sind diese Fliegen nicht so geeignet. Auch die Deutsche Wespe verstarb mir, nachdem sie Gelegenheit hatte, diese Fliegen zu verzehren.

    Die Feldwespen sind natürlich eher Raupenjäger, aber auch im Freiland erjagen sie gelegentlich Fliegen. Ok, muss ich aber etwas ändern, Wachsmaden besorgen...


    Mal kurz zum Terrarium. Die Pflanzen sind gut eingewachsen, ein schöner kleiner Lebensraum mit einem wilden Durcheinander verschiedener Pflanzen aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt. Das Licht der LEDs und der HQI lässt selbst Tillandsien wachsen. Daneben Orchideen, Kakteen, einheimische Sauerklee-Arten, Gräser, Rittersporn, eine Paprika-Pflanze, eine kleiner Orangenbaum, usw.usf. Moose und Farne versch. Arten. Dabei ist trotz Beregnung die LF nicht zu hoch, ein kleiner PC-Lüfter sorgt für den Luftaustausch. Temperaturen liegen bei Sonneneinstrahlung knapp über 30 Grad, das ist für Feldwespen absolut optimal. Die Wespe nistet in einen kleinen Karton an der Seitenscheibe, das Nest wird zusätzlich und andauernd mit Rotlicht beheizt, wie es sich bei mir gehört.

    Ein problem konnte ich noch nicht lösen, kleine Hunderfüsser haben sich stark vermehrt und die gesamte Springschwanzpopulation ausgelöscht. Das ist ärgerlich. Ich weiß noch nicht, was ich dagegen tun kann, vielleicht, wenn es wärmer wird, kleine räuberische Laufkäfer einsetzen. Oder größere Hunderfüsser, die dann am Boden eher größere Beute erjagen als Collembolen. Eben hoffentlich die kleineren Verwandten...


    Ein paar Fotos.


    Blicke in die Bepflanzung.


    Terrarium Polistes 2 Terrarium Polistes 1


    Dieser kleine Lüfter macht einen guten Job.


    Terrarium Polistes 4


    Der Nistkarton vom Innenraum des Terrariums betrachtet und von außen durch die teilweise abgedeckte Seitenscheibe des Terrariums. Von außen habe ich natürlich ständigen Einblick und die Wespe hat ebenso ständigen Ausblick. Sie beobachtet mich so, wie ich sie beobachte, uns beide scheint das aber nicht zu beunruhigen.


    Terrarium Polistes 5 Terrarium Polistes 3


    LG, Frank.

    Leider lebt von den drei Wespen nun nur noch eine. Vermutlich jene, die auch damit anfing, das Nest zu bauen.


    Ich hatte gehofft, dass das besser läuft.

    Es gab zwischen den Wespen keine erkennbaren Aggressionen, bestenfalls Interaktion bei der Festlegung der Rangordnung. Aber nie sah ich ernsthafte Kämpfe zwischen den Tieren. So etwas gibt es bei der Art wahrscheinlich auch nicht, es gründen wohl immer Schwestern miteinander und diese Tiere kennen sich gegenseitig und finden relativ gewaltfreie Lösungen für die Fragen, die sich bei einer gemeinsamen Koloniegründung stellen. Geht ja auch gar nicht anders, denn unterdrückte Tiere, die misshandelt werden, können jederzeit ausweichen und woanders selbst und eigenständig gründen.

    Trotzdem fand ich in dieser Woche eine der Wespen sterbend am Terrariumboden. Sehr schade.


    Ich weiß noch nicht, was das Problem ist. Vielleicht eine Vergiftung oder Mangel an irgendwelchen Nährstoffen? Proteine, Zucker und Honig sind verfügbar und werden angeflogen, die Wespen kennen bzw. kannten die Futterstellen. Vielleicht sollte ich bei späteren Versuchen pflanzliche Proteine, Pollen anbieten.

    Irritierend ist für mich dabei, dass die Polistes nimpha mit sehr viel einfacheren Bedingungen im Herbst (siehe oben) sehr gut zurecht kamen und letzte Arbeiterinnen Nachkommen, leider "nur" Männchen in Mengen aufzogen..


    Na mal schauen. Der letzten Polistes dominula scheint es gut zu gehen. Die Zellen der kleinen Wabe sind mit junger Brut besetzt und es hängen in fast jeder Zelle Tröpfchen mit Zucker und Honig. Diese Feldwespen sammeln Honig und speichern ihn ähnlich wie Bienen in den Zellen der Brutwabe.


    Sie ist wunderschön und bewacht argwöhnisch ihr kleines Nest.


    Polistes dominula 12.2.21


    LG, Frank.

    Nach einer Woche hat sich aus der winzigen Wabe, die noch aus nur einer einzigen Zelle bestand und die Form eines Bechers hatte, eine kleine Wabe mit mehreren Zellen entwickelt. Zwei der Wespen kooperieren, eine von ihnen scheint dabei die Chefin zu sein. Diese Wespe ruht oft auf der Wabe, die andere Wespe sitzt in der Nacht neben der Wabe. Noch ist das Nest einfach zu klein, um beiden ausreichend Platz zu bieten. Zwischen beiden Tieren existiert eine sehr enge Beziehung, oft sitzen die Wespen eng beieinander, füttern sich gegenseitig und putzen sich gegenseitig.

    Von den ursprünglich drei Wespen ist eine leider nicht mehr da, auch nicht zu finden. Offenbar ist sie verendet und scheint am Boden des Terrariums von Asseln und anderen Bodenbewohnern gefressen worden zu sein. Ich finde sie zumindest nicht mehr, trotz langen Suchens. Nicht einmal Teile des auffallenden Panzers.

    Ich hoffe, dass diese beiden es nun schaffen.


    Die dominierende Schwester auf der Wabe.


    Polistes dominula 5.2.21


    Oft sitzt diese Wespe am Eingang des kleinen Nistkastens und erwartet hier die heimkehrende Schwester. Kommt diese angeflogen, wird von dieser Fütterung gefordert. Bis jetzt werden kaum Proteine von den Wespen gesucht und eingetragen, das wird sich bald ändern, wenn die Larven wachsen.


    LG, Frank.



    Edit: Die Nächte werden gemeinsam am oder auf dem Nest verbracht.


    Polistes dominula 6.2.21

    Nach einem missglückten Versuch mit einer Königin von Vespula germanica setze ich nun hier fort.

    Drei von sieben bei mir überwinternden Polistes dominulus-Königinnen haben nun Gelegenheit, im Terrarium zu gründen. Ich hoffe, dass die drei es gemeinsam tun und die Arbeiten schwesterlich teilen. Wie es üblich ist bei der Art. Gerade Jungköniginnen dieser Art gründen oft gemeinsam ein Nest, meist in der Nähe des Mutternestes vom vergangenem Jahr.

    So habe ich einen teil der Nestwabe des alten Nestes verwendet, um den Wespen ein sicheres Gefühl des Daheimseins zu vermitteln und diese Teilwabe in den vorgesehenen Nestkasten eingebracht. Die ersten Tage nach dem Erwachen aus der Winterruhe verbrachten die drei Wespen hier gemeinsam, erste Ausflüge in das Terrarium fanden am zweiten oder dritten Tag statt. Anfangs verbrachten die Wespen oft die Nacht im Freien, also natürlich im Terrarium. Einige Male setzte ich sie dann zurück in den Nestkasten, um so die Bindung an diesem zu verstärken. Es zeigte sich, dass dies wohl nicht nötig war, jetzt beginnen die Wespen mit dem Nestbau und nutzen diesen Nistkasten sowieso. Eine bessere Alternative gibt es nicht und eine solche will ich auch nicht anbieten.


    Vor drei Tagen begann die erste Wespen damit ein Stielchen zu erbauen, der erste Schritt zur Errichtung einer neuen Nestwabe. Jetzt ist aus dem Stielchen einer erste, becherartige Zelle entstanden. Eine weitere Wespe interessiert sich bereits für die Bemühungen der ersten Wespe. Man wird sich zusammen schließen und bald gemeinsam an dem Nest bauen. Die dritte Wespe scheint noch zu unentschlossen zu sein, sie ruht im Terrarium und sonnt sich auf den Blättern der Pflanzen. Mal abwarten, ob auch sie sich dann dem Bündnis anschließt.


    Die Nestbauerin und eine neugierige Schwester.


    Polistes dominula, 30.1.21 Polistes dominula, Nestbau, 30.1.21


    LG, Frank.

    Hallo Olaf.


    Danke für Deine Worte!


    Ja, ich war anfangs skeptisch, aber dann lebte sich die Wespe eigentlich wunderbar ein, viel besser, als ich das erwartet hatte. Sehr schnell hatte sie sich an das Terrarium gewöhnt, an das Fliegen im begrenzten Raum und an die Futterstellen mit Kohlehydraten und mit Proteinen. Selbst an den angebotenen Unterschlupf.

    Aber irgendwas schien zu fehlen. Vielleicht fehlte es an UV-Strahlung. Die Wespe machte zu keinem Zeitpunkt Anstalten, einen Nestbau zu beginnen.


    Das ist ja eigentlich auch nicht ganz selten. Bei weitem nicht alle Wespenköniginnen, die den Winter überstanden haben, bauen ein eigenes Nest. Im letztem Frühjahr beobachtete ich allein bei mir im Garten zwei Königinnen verschiedener Arten dabei, dass sie an jedem Abend bis in den späten Juni an immer den gleichen Plätzen übernachteten. Eine Vespula germanica schlief jede Nacht am immer gleichen Platz in meiner Gartenveranda in den Falten eines zusammen gerafften Sonnenrollos. Uns fallen nur dien erfolgreich gegründeten, im Sommer individuenstarken Kolonien auf. Wir wissen wenig über die Wespenköniginnen, die nicht erfolgreich gründeten oder es erst gar nicht versuchten, weil sie zB. eher den Weg der gewaltsamen, gefährlichen, aber weniger arbeitsintensiven Nestübernahme bei Artgenossen bevorzugen. Möglich ist auch, dass eine unbegattete Wespenkönigin überwintert, dann aber nicht gründet. Ebenso möglich, Krankheit, Parasiten usw.. Alles denkbar.

    Trotzdem glaube ich eher, dass meiner Königin irgend etwas fehlte. Leider weiß ich nicht, was ihr fehlte. Sonne schien ab und zu ins Terrarium. Aber natürlich gelangt kaum UV-Strahlung ins Becken, es gibt zwei Fensterscheiben und die Glasscheibe des Terrariums. Beim nächsten Versuch mit Vespula werde ich an UV-Licht denken...


    Mit Wespen geht es natürlich erst mal weiter. Ich habe drei der Polistes-Königinnen in das Terrarium verbracht. Werde ich drüber was erzählen, wenn es bei ihnen besser läuft.


    LG, Frank.

    Es macht mir gar keine Freude, das hier mitzuteilen, aber dieser Thread ist an dieser Stelle vorläufig beendet.

    Leider ist die Wespe gestern verendet. Ich fand sie am Morgen sterbend am Boden des Terrariums. Nicht erkennbar, was sie so plötzlich erkranken ließ.


    Für eine Zeit sah es gut aus, so, als ob es gelingen könnte. Die Wespenkönigin flog munter im Terrarium umher, im begrenzten Flugraum des Terrariums kam sie hervorragend zurecht, viel besser, als ich das erwartet hatte. Sie kannte alle Futterstellen, nahm tierisches Eiweiß gerne von der Pinzette oder erjagte selbst Soldatenfliegen.

    Aber sie begann zu keinem Zeitpunkt mit dem Nestbau. Das, obwohl sie den Unterschlupf, den ich ihr für diesen Zweck bereitgestellt hatte, jeden Abend zur sicheren Übernachtung und auch tagsüber zum Ruhen aufsuchte. Bis zuletzt hoffte ich, dass sie endlich, nach nun etwa fünf Wochen mit dem Nestbau beginnen würde. Bis vorgestern war ihr auch nicht anzumerken, dass irgend etwas nicht stimmen könnte.

    Nun ist sie leider tot und das tut mir sehr leid. So sollte es nicht laufen.


    Es war aber schön, das Tier so nah beobachten zu können. Sicher war das nicht der letzte Versuch mit solch einer Wespenkönigin.


    LG, Frank.

    Hallo Andreas, finde ich gut, dass mal wieder ein Bericht zu diesen schönen, großen Ameisen zu finden ist.

    Diese Art ist besonders imposant, finde ich.

    Mich hat immer fasziniert an all diesen Arten, dass es irgendwie einen Kontrast gibt, zwischen der vermeintlich einfachen, sozialen Lebensweise, oft werden die Sozialstrukturen der Kolonien der Arten und das Sozialverhalten der Ameisen ja als relativ primitiv charakterisiert (was natürlich Unsinn ist) und dann sieht man das flexible, im wahrsten Sinne des Wortes überraschend "weitsichtige" Verhalten der Ameisen. Ihre visuellen Fähigkeiten sind sehr gut, sie jagen optisch, navigieren so sowieso, überwachen die Nestumgebung mit Blicken.

    Ich wünsche dir viele spannende Beobachtungen an diesen Ameisen und hoffe, dass alles gut geht und Du uns weiter auf dem Laufenden hältst.


    LG, Frank.

    Schneller als erwartet kam eine Lieferung Futtertiere, die ich am Wochenende bestellt hatte. So konnte ich gestern lebende Beute anbieten.

    Wespen sind kompromisslose Jäger, mit Vehemenz stürzte sich die Königin auf die Grille. Sie überwältigte sie und flog mit ihr an einen sicheren Ort, wo sie die Grille zerlegte.


    Nach Wespenart hängt die Königin nur an einem Bein bei Verzehr der Beute, mit den anderen Gliedmaßen hält sie die Beute fest.


    Vespula germanica-Königin mit Beute, 6.1.21


    LG, Frank.

    Hallo Leute.


    Ich beginne mal einen Bericht zu einer Verspula germanica-Königin, die seit einiger Zeit bei mir lebt. Zwar bin ich noch nicht ganz sicher, ob die Wespe die Gründung bei mir im Terrarium schaffen wird, insofern kann es sein, dass dieser Bericht früh und abrupt endet, aber ich habe ein gutes Gefühl mit diesem wunderschönen Tier. Es sieht so aus, als ob die Wespe mit den Bedingungen gut zurecht kommt.


    In früheren Threads habe ich die Wespenhaltung in Terrarien immer wieder in Frage gestellt. Wenn ihr mal sucht, "Wespenhaltung im Terrarium" hier im eusozial, ich habe da einigen Unsinn geschrieben und entschuldige mich bei den anderen, damals an der Diskussion beteiligen Wespenfreunden für meine ziemlich arroganten und undurchdachten Aussagen, die zudem zum großen Teil ziemlich falsch waren. Wenn ich die Haltung von Polistinen noch für einigermaßen möglich hielt, hielt ich die Haltung von Echten Wespen (Vespinae) für eher unmöglich.

    Natürlich plane ich nicht, dass die Wespen ihren kompletten Jahreszyklus bei mir im Terrarium durchleben, das wäre unmöglich. Die Völker dieser Art werden groß, die Staaten der Wespen können bei uns bis zu 5000 Individuen beherbergen. Also werden die Tiere im zeitigen Frühling ins Freie kommen und ab März etwa, wenn alles gut geht, sich selbst versorgen. Natürlich mit meiner weiteren Unterstützung, der Frühling kann kalt sein.


    Diese Wespenkönigin belehrt mich nun also eines besseren. Sie hat sich arrangiert. Und sie tut das eben ebenso, wie es schnell laufende Wüstenameisen und andere Ameisen mit riesigen Revieren in der Natur tun, wenn sie in Terrarien mit guter Versorgung gehalten werden. Die Tiere laufen oder fliegen nicht große Strecken, weil sie das zum Leben brauchen, sie tun das alles, um am Leben zu bleiben und sich zu versorgen.


    Aber nun kurz zur Wepenkönigin.

    Zwei Wochen hat sich die Wespenkönigin im Müßiggang geübt. Sie hat geruht, geschlafen, sich gewärmt und unter den Strahlern gesonnt, sich ein wenig umgesehen und ist im Terrarium herumgeflogen. An jedem Tag hat sie sich den "Bauch" mit Zuckerlösung vollgeschlagen.

    Seit einigen Tagen verbringt sie die Nächte im kleinen Karton, den ich ihr zum Nisten angeboten habe.


    Heute habe ich, als ich von der Arbeit heimkam, eine merkbare Verhaltensänderung an ihr gesehen. Sie sucht, sie inspiziert alles sehr genau, fliegt an verschiedene Gegenstände, Pflanzen und Ästchen dicht heran, untersucht sie fliegend und an ihnen laufend. So auch grauverwittertes Holz und Karton, die trockenen Pflanzenstengel. Alles Material, welches ich ihr für die Nestmaterialgewinnung anbiete.

    Die Untersuchungsflüge verraten auch ihren zunehmenden Hunger auf Proteine. Sie beginnt zu jagen.


    Wegen der augenblicklichen Corona-Lage ist es kaum möglich, geeignete Futterinsekten zu bekommen. Auch im Freiland findet man nun kaum Fliegen o.ä.. Also versuchte ich, der Wespenkönigin Fleisch anzubieten. Kurzkopfwespen sind nicht nur Jäger, sondern auch Aasfresser, sie mögen Fleisch, aber das gilt vor allem für die suchenden und jagenden Arbeiterinnen. Bei einer Königin machte ich mir aber kaum Hoffnung, Wespenköniginnen gehen niemals an Aas.

    Aber sie hat Hunger und so nahm sie von der Pinzette ein ordentliches Stück Rindfleisch. Natürlich frisches Fleisch.


    Vespula germanica 5.1.21



    Sehr erfreulich und ein ganz wichtiger Moment in ihrer nun beginnenden Nestgründungsphase.

    Ich hoffe nun sehr, das Tier an die Gabe von Fleisch weiter gewöhnen zu können. Diese Wespen sind besonders flexibel und lernfähig. Ich vermeide mit Mühe das Wort "besonders klug". Ich denke, dass die Wespe nun gelernt hat, dass so ein Fleischstück lecker ist und sie wird auch in Zukunft Fleisch nehmen.

    Zumindest so lange, wie ich ihr nichts anderes anbieten kann.


    LG, Frank.

    Hallo Andreas, auch von mir ein Willkommen hier im eusozial.

    Sehr schöne, interessante Ameisen hältst du da. Auch ich freue mich auf weitere Berichte von Dir zu ihnen.


    LG, Frank.