trailandstreet Intermediate
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Posts by trailandstreet

    Ich hab die Erfahrung gemacht, dass man zwischen komplettem Erdnest mit natürlicher Umgebung und Substrat, wo man eigentlich gar nix mehr vom Nest sieht, ausser den Eingang, wenn man Glück hat, bis zum Vollkunststoffnest mit Formikarium mit Volleinblick so ziemlich alles machen kann, nur die Ameisen selbst machen meist was anderes, wenn sie die Möglichkeit dazu haben.


    Will man wirklich verhindern, dass sich die Ameisen irgendwo anders eingraben, muss man ihnen einfach die Möglichkeit dazu nehmen. Ist halt so. Der Halter denkt und plant und die Ameisen handeln. Das eine hat nur mit dem anderen nix zu tun.


    Eine naturnahe Haltung ohne Nesteinsicht, wo aber die Ameisen bauen und werkeln können, wie sie wollen, hat aber auch seinen Reiz.

    Quote from Steffen Kraus


    Achtung Sarkasmus!!
    Braucht man ja auch nicht, wenn man eine Frage hat, kann man ja im Internet suchen, wo andere einem die Frage beantworten.
    So etwas prägt sich dann auch nicht ein, ist ja nicht erlernt, sondern beantwortet.


    so weit ist das gar nicht mal hergeholt. Man braucht ja nur mal einen Blick auf eher allgemein gehaltene Frageforen werfen.
    Schon da bestehen 90% der Fragen aus solchen, die man innerhalb ein paar Minuten ergoogeln könnte.
    Die Information im Internet ist zwar da, aber ob sie auch gefunden wird?
    Es gibt ja zu beinahe jedem größeren Fachbereich schon eigene Wikis. Da wäre es eigentlich ein leichtes, möchte man meinen.
    Ich hab mal ein Interview mit einem Erziehungswissenschaftler gehört, der war eigentlich dagegen, Smartphones im Unterricht zu verbieten. Er war der Meinung, es läge eigentlich an der Aufgabenstellung, diese so zu gestalten, dass man auch gezwungen ist, die dementsprechenden Problemlösungen zu finden.
    Ich erinnere mich noch gut an die Klausuren, die wir zu meiner Zeit noch mit Skript schreiben durften. Danach war das ja nicht mehr erlaubt, obwohl unsere Professoren alle einhellig der Meinung waren, die Qualität hätte nachgelassen.
    Vielleicht sind wir ja wieder auf dem Weg dahin, nur in einer anderen Form.

    Was das "Beschmieren" und Eintragen von Substrat im Nest selbst, also an den Oberflächen, wo sich Tauwasser gebildet hat, betrifft, das hat wohl tatsächlich mehr mit der Regulierung des Mikroklimas im Nest zu tun.
    Bei einem Gründervolk Lasius niger konnte ich beobachten, dass sie abgetragenes Material vom Gipsboden des Miniformis entlang der Watte, Richtung Ausgang aufgetragen hatten.
    So wurde ein feuchterer Bereich erzeugt, auf dem sich die Larven befanden. Davor lagerten Eier und die Puppen.
    Das bringen sie selbst auf so engem Raum, wie in einem RG-Nest fertig.


    Warum das aber manche Arten mehr, manche weniger machen, liegt wohl auch an den klimatischen Bedingungen, mit denen sie in ihrer Heimat zurecht kommen müssen und auch an denen, die sie im Nest für ihre Entwicklung benötigen.


    Ist es nur die Neigung, dort zu bauen, wo dies möglich ist und somit auf Dauer zu versuchen, ein gewisses Nestklima aufrecht zu erhalten oder dient es wirklich dem Schutz oder der Erhaltung von Ressourcen?

    Was das Aufziehen von Geschlechtstieren betrifft, kann ich aus eigener Erfahrung sagen, zwar nicht bei Messor, aber anderen Arten, dass das in der Haltung wohl gar nicht so einfach zu beurteilen ist.
    Man liest aber auch oft, dass größere Völker schon Geschlechtstiere aufziehen, aber oft nur entweder Männchen oder Weibchen.
    Bei meinen Temnothorax crassispinus und Leptothrax acervorum hatte ich bisher jedes Jahr Geschlechtstiere beider Geschlechte. In diesem Sommer aber auch nur Männchen???


    Es ist wohl von mehreren Faktoren abhängig, was gerade vorrangig ausgebildet wird. Hierzu müsste man wohl aber Temperatur, Feuchtigkeit, Futter und Futterangebot und anscheinend auch die Koloniegröße miteinbeziehen. Das läßt sich wohl kaum bewerkstelligen.

    Wenn alles mal so schön angewachsen ist, wie das was man hier sieht, dann sieht das natürlich schon sehr fein aus.


    Ich frag mich schon set einiger Zeit, ob ich meinen Formica nicht auch ein größeres naturbecken verabreichen sollte. Was die dann halt draus machen, denn graben tun die sicher nicht schlecht.

    Für diese beiden Arten ist so ein Becken schlicht und einfach zu klein. Die natürlichen Nester dieser Arten dehnen sich meist schon über eine größere Fläche aus.
    Ausserdem sind beide nicht für ihre Liebenswürdigkeit gegenüber anderen Arten bekannt.

    Ja Steffen, das Thema glaube ich auch, ist wohl doch etwas umfangreicher als ursprünglich angenommen.


    Um mal bei den Granivoren zu bleiben, es gibt ja nicht so wahnsinnig viele Ameisen, die Körner selbst verwerten können, die Elaiosome manch anderer Pflanzen können sogar die meisten Arten verwerten. Hierbei ist es für die Pflanze natürlich klar ein Punkt in Sachen Samenverbreitung ohne dass die Samen selbst gefressen werden.
    Bei den Granivoren ist es scho wieder so, dass diese ja, wenn sie die Samen einlagern, den Keimling abbeisen, um ein austreiben zu verhindern. Das ist jetzt wieder weniger Glück für die Pflanze in Sachen Weiterverbreitung. Nur wenn die Pflanzen ausreichend viele Samen produzieren, kommen genug durch und können auch eine neue Pflanze bilden.
    Diese haben aber vielleicht den Vorteil, dass sie sich nicht mit anderen Kräutern um einen guten Platz raufen müssen, da ja nicht alle Samen aufgehen.


    Zum Punkt Verwertbarkeit von Samen als Nahrung fällt mir noch ein, dass sich diese vielleicht daraus entwickelt hat, dass Arten nicht nur die Elaiosome, sondern auch die Samen selbst verwerten konnten.


    In der Evolution der Ameisen haben sich einige spezialisiert und viele sind Universalisten geblieben. Die Blattschneider zB haben sich zum einen als Nahrung auf ihren Pilz spezialisiert, andererseits kann dieser aber verschiedenste Pflanzenfasern verwerten.

    Capsaicin ist ja bekanntlich das, was das Gefressenwerden verhindern sollte. Möglicherweise reagieren sie darauf schon. Es könnte aber auch einfach daran liegen, dass sie eben die bekannten Gräsersamen bevorzugen.
    Ich denke aber trotzdem, dass Stoffe, die giftig sind oder eben als Frassschutz dienen sollen, weltweit gleich riechen.

    Natürlich sollten sie auch etwas riechen können. Die meisten Tiere riechen besser als wir.


    Für den Menschen ist der Geruch von Körnern wohl erst wahrnehmbar, wenn man mal eine Hand voll davon nimmt und seine Nase richtig reinsteckt.


    Die Frage nach giftigen Körnern ist aber schon wieder interessant. Chia hab ich schon mal verfüttert und die wurden angenommen. Die Menge war jetzt aber nicht so atemberaubend. Das war mal ein Teelöffel und der ist jetzt verteilt unter den anderen Samen, falls noch was davon da ist.


    Was ich aber auch schon mal getestet habe, waren Paprikasamen. Die sind wirklich lange in der Arena gelegen, bis ich sie mal beim Großreinemachen mit entfernt hab.

    Ein sehr interessanter Bericht, wenn man diesen auch nicht unbedingt als repräsentativ für alle derartigen Entwicklungen sehen kann, aber er zeigt schon einmal sehr deutlich, dass mitunter Arten verschwinden, sich andere etablieren und vielleicht sogar neue auftauchen, wenn der mensch nicht mehr eingreift.


    Was mich etwas wundert ist, warum wohl gerade Lasius niger verschwindet, die zwar als Kulturfolger bekannt ist, aber auch für ihr Durchsetzungsvermögen gegenüber anderen Arten, auch in so einem Habitat.