Olaf Schwarz Moderator
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Posts by Olaf Schwarz

    Hallo!


    Nächste Woche (06.10.2020) wird ein sehr interessantes Buch über Treiberameisen erscheinen: "Army Ants - Nature's Ultimate Social Hunters", Daniel J. C. Kronauer, Harvard University Press, ISBN 978-0-674-24155-8, Englisch, 384 Seiten, Preis: 58,50€.



    “Never before have I read such a comprehensive, engaging history of the exploration and discovery of army ants. Wonderfully written, with superb photographs, Army Ants is a joy to read.”—Bert Hölldobler, coauthor of The Ants and Journey to the Ants


    “Ants are famously ‘the little things that run the world.’ Army ants, with their million-strong colonies, showcase what happens when little things think big. As the world’s leading authority on these supremely social insects, Daniel Kronauer gives us a stunning tour of their extraordinary world.”—Naomi E. Pierce, Hessel Professor of Biology and Curator of Lepidoptera, Museum of Comparative Zoology, Harvard University

    “A rare treat. Army Ants is a modern natural history, with personal stories of tropical fieldwork that reflect the excitement of new discoveries about these spectacular insects.”—Mary Jane West-Eberhard, Smithsonian Tropical Research Institute

    “Army ants are one of nature’s most spectacular hunters and are cornerstones for many ecological communities. This fascinating and informative book is a must-have for anyone interested in the complex behaviors of social animals.”—Corrie Moreau, Director and Curator, Cornell University Insect Collection

    “This book will tell you everything you ever wanted to know about army ants. You will be mesmerized and intrigued as you read this passionate ode to the army ants and their researchers, linger over the stunning photographs, and reflect on what you have learned.”—Raghavendra Gadagkar, author of Survival Strategies: Cooperation and Conflict in Animal Societies

    Ich freue mich schon darauf! :):thumbup:Gruß, Olaf

    Hallo Erik,


    die Gründung ist bei den Odontoponera mit Herausforderungen verbunden, wie du ja bereits bemerkt hast. Es kann einfach gehen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht auf Anhieb klappt ist groß und stellt eher den Regelfall dar. Ich habe über die Jahre bereits verschiedene Arten an Ponerinen diesen Zuschnitts gründen lassen und habe dabei verschiedene Wege ausprobiert. Nun ist jeder Fall auch ein Einzelfall, aber ich hatte den Eindruck, dass das Gründen in größeren Setups nicht besser klappt, sondern eine gewisse Begrenztheit auch Vorteile bietet. Bei der semiclaustralen Gründung würde ich den Tieren die Möglichkeit bieten ihr "Zuhause" (z.B. das RG) verlassen zu können und selbst Futter einbringen zu können, aber dennoch den Auslauf stark zu begrenzen. Ich empfehle dir ein kleines Plastikbehältnis zu nutzen, ich verwende dafür z.B. die "Dressingschälchen", die es manchmal beim Bestellen von Essen gibt (s. Bild). Den Bodengrund solltest du mit ein wenig Erde/Humus bedecken und befeuchtet halten. Der Königin biete ich eine Kammer zum Gründen an, die kann z.B. aus einem Plastikdeckel eines Milch- oder Saft-Tetra-Paks bestehen, welchen ich einfach auf den Bodengrund lege. Bei ein wenig höheren Deckeln kannst du auch einen kleinen Eingang in das Plastik schneiden. Der Unterschlupf bietet Schutz und Ungestörtheit. Proteine alle zwei Tage reichen. Wasser und Kohlenhydrate solltest du ständig anbieten. 22 - 25 °C über Tag und Nacht plus LF, die ja von allein in dem Behältnis mit Deckel entsteht, haben sich bei mir bewährt. Ich schaue nur gelegentlich (ca. alle drei Wochen) unter die Abdeckung der Gründungskammer. Austrocknen oder Überbefeuchtung des Bodengrundes bzw. auch unnötiges Bewegen der Unterbringung ist zu vermeiden. Der Rest braucht halt Zeit und das Tier Ruhe. Das kennst du ja.:)


    Ponerinae sp. Thailand 02 09 Unterbringung Kolonie 02 20200825 01


    Viel Erfolg! Gruß, Olaf

    Hallo Mathias,


    danke, freut mich, dass dir mein Bericht gefallen hat! :) Ponerine halte ich im Schwerpunkt und es sind aus meiner Sicht unglaublich spannende Ameisen. Wie schön, dass die Welt der Ameisen so groß ist!


    Zu dem Schneckenthema kann ich leider nicht viel sagen, weil ich keine habe, obwohl ich Material (Äste, Stöcke, Steine, Bodengrund etc.) aus der Umwelt einbringe. Meinen Kork habe ich allerdings immer abgefroren oder abgebacken. Nur in einem Tropenbecken habe ich eine klitzekleine Schneckenart, die habe ich einmal über eine Pflanze eines Händlers eingebracht, aber sie vermehrt sich praktisch nicht und ist dann mal auch gänzlich aus den Augen (und aus dem Sinn), bis ich mal wieder eine sehe. Den "Sprung" in benachbarte Becken haben sie interessanterweise nicht geschafft. Eine Zeit lang haben in dem Becken N. villosa gelebt, die haben die Schnecken in Ruhe gelassen. Schade, ich habe leider keinen Tipp für dich.:denken:


    Gruß, Olaf

    Moin!


    Von der Strategie einiger Ameisenarten sich tot zu stellen hatte ich schon häufiger gehört bzw. gelesen. Bei meiner Meranoplus sp. Kolonie aus Südafrika konnte ich dies in der Vergangenheit gut beobachten, denn deren Arbeiterinnen blieben bei Berührung durch mich (Finger, Pinzette) still liegen. Dies geschah manchmal, nicht immer, also vermutlich bei einer Situation, die durch die Tiere als Bedrohung eingeschätzt wird. Nach recht kurzer Zeit berappelten sie sich und gingen dann wieder ihrer vorherigen Beschäftigung nach. Aber das ganze Spiel dauerte nicht lang und wenn man sie während ihrer Starre ernsthaft anstupste, dann erwachte bei den meisten recht schnell das Leben und sie versuchten wegzurennen. Heute ist die Kolonie so groß, dass dieses „Sich-Tot-Stellen“ als Verhalten bei einem jüngst gemachten Versuch nicht mehr Anwendung durch die Tiere fand.


    Im Folgenden konnte ich diese Strategie ein wenig drastischer erleben: Seit dem Dezember 2019 halte ich eine sehr schöne Ponerine aus Thailand: Zwei kleine Kolonien, bestehend aus jeweils einer Gynomorphe, ein paar Arbeiterinnen und Brut. Die Arbeiterinnen sind ca. fünf Millimeter groß. Die Gyne ist ein wenig größer. Zu Beginn hielt ich die Tiere in kleinen Plastikbehältnissen mit Sand-Lehm-Gemisch und einer kleinen Abdeckung auf dem Bodengrund, unter der sie sich ihr Nest eingerichtet hatten. Das Abnehmen der Abdeckung mit einer Pinzette ermöglichte mir kurzzeitige Nesteinsicht. Eine der zwei Kolonien entwickelte sich schneller als die andere, die habe ich dann Ende April 2020 in eine größere Unterbringung überführt. Die andere Kolonie befindet sich weiterhin im Klimaschrank.


    Ponerinae sp. Thailand 02 08 Unterbringung Kolonie 01 20200818 01

    Die Unterbringung für die sich schnell entwickelnde Kolonie.


    Ponerinae sp. Thailand 02 09 Unterbringung Kolonie 02 20200825 01
    Die Unterbringung der zweiten Kolonie.


    Anfang des Jahres war ich mit meiner Futterrunde beschäftigt und kam zu den beiden besagten Kolonien aus Thailand. Ich hatte schon länger nicht ins Nest geschaut, um die Tiere nicht ständig zu stören, und war gespannt auf den Fortschritt der Brutentwicklung. Ich nahm die Unterbringung der einen Kolonie in die Hand, hob vorsichtig mit einer Pinzette die Abdeckung und: Oh nein, da lag die Gyne tot auf dem Boden! Argwöhnisch betrachtete ich das Tier. Hatte man mir nicht etwas von sich tot stellen erzählt? Ich nahm meine Pinzette und bewegte die Gyne ein wenig. Nichts. Nach einer nicht mehr ganz so kurzen Zeit probierte ich es noch einmal. Wieder nichts. Ein wenig traurig über den Verlust und ein wenig erleichtert über den tröstenden Gedanken, dass da ja noch eine weitere Kolonie vorhanden war, legte ich die Gyne zur Seite, genauer gesagt auf ein Tablett, auf dem ich verschiedene Instrumente und Materialien griffbereit ablege. Ich wollte sie mir später noch mal mit der Lupe anschauen und vielleicht dann in Alkohol konservieren. Nur wenige Minuten später stelle ich fest, dass das verstorbene Tier nicht mehr an seiner Stelle lag und mir wurde zunehmend bewusst, dass ich aufgrund einer Fehleinschätzung eine Gyne aus ihrer Unterbringung herausgenommen und in meinem Ameisenzimmer irgendwie zur Seite gelegt hatte. Panik und überstürztes Handeln nützt in solchen Fällen wenig und so suchte ich Stück um Stück das Tablett und seine Gegenstände nach der Gyne ab. Und das Glück war mir holt. Nur wenige Zentimeter weiter hatte sie sich unter einem Gegenstand versteckt. Einfangen ließ sie sich auch gut und ich setzte sie dann zurück zu ihren Arbeiterinnen und der Brut in ihr ursprüngliches Behältnis. Daraus habe ich gelernt, dass ich eine als tot erscheinende Königin erst einmal in ein kleines Behältnis mit Talkumrand setze und dann einige Zeit später kontrolliere, ob sich nicht noch etwas regt. Sicher ist sicher.


    Ende April 2020 habe ich noch ein paar Fotos während des Umsetzens der größeren Kolonie gemacht. Es sind wirklich hübsche Tiere!


    Ponerinae sp. Thailand 02 01 Brut 01A

    Auf diesem Bild ist die Brut der Kolonie zu sehen. Im Zuge des Umsetzens habe ich sie auf einem Stein platziert, so können die Tiere sie leicht finden und abtransportieren.


    Ponerinae sp. Thailand 02 02 Bruttransport 01

    Die erste Arbeiterin fängt bereits an sich um den Abtransport zu kümmern.


    Ponerinae sp. Thailand 02 03 Bruttransport 02

    Zügig kommt sie zurück und holt sich die nächste Larve.


    Ponerinae sp. Thailand 02 04 Bruttransport 03

    Einige der Tiere haben sich verkrochen und die Arbeiterin ist mit der Larve auf dem Weg zu dem gemeinsamen Sammelpunkt.


    Ponerinae sp. Thailand 02 05 Bruttransport 04

    Hier seht ihr einen vollzogenen Tandemlauf zwischen einer Arbeiterin, die die Brut abtransportiert, und einer Gynomorphe, die sich der Arbeiterin anschließt.


    Ponerinae sp. Thailand 02 06 Tandemlauf mit Gyne 01

    Die Arbeiterin verschwindet mit Brut in einem Erdloch, wobei die Gyne der Arbeiterin weiterhin folgt.


    Ponerinae sp. Thailand 02 07 Tandemlauf mit Gyne 02

    Dieser Tandemlauf wurde recht lang praktiziert. Das Ende habe ich nicht mehr verfolgt.



    Gespannt bin ich auf die weitere Entwicklung der beiden Kolonien und hoffe, dass ich sie demnächst mehr zu Gesicht bekommen werde. Aber dafür müssen sie wohl noch in ihrer Koloniegröße wachsen.


    Anmerkungen, Überlegungen und auch Kritik zum Potpourri-Thread bitte hier im Diskussionsthread äußern: Berichte aus der Welt der Haltung exotischer Ameisenarten - Diskussionsthread


    Gruß, Olaf

    Moin!


    Seit meinem letzten Beitrag im November 2018 ist einiges passiert und ich möchte an dieser Stelle gern einmal meinen Haltungsbericht aktualisieren. Mit dem Paraffinölstreifen ist es mir gelungen die Tiere in der Unterbringung zu halten und der Verlust an Arbeiterinnen konnte erfolgreich gestoppt werden. Allerdings muss der Streifen recht häufig erneuert werden, was ich nicht sehr praktisch finde. Die Kolonie hat sich dann recht gut entwickelt und die Anzahl der Arbeiterinnen nahm stetig zu.


    Dolichoderus bispinosus 69 eine Arbeiterin 02

    Eine Dolichoderus bispinosus Arbeiterin auf einem der Äste im Formicarium.


    Dolichoderus bispinosus 70 Arbeiterinnen beim Fressen 03

    Der Bedarf der Dolichoderus bispinosus Kolonie an Futtertieren ist wieder höher. Die Verluste durch den letzten Ausbruch im November 2018 dürften ausgeglichen sein.


    Ärgerlicherweise ist mir dann ein Fehler unterlaufen. Ich hatte ein befülltes RG falsch gekennzeichnet und ich hielt es für Zuckerwasser. Tatsächlich waren beide RGs mit Wasser befüllt. Nur Wasser können die Tiere sich leicht besorgen, dieses finden sie auf den Blättern (nach dem Sprühen) und in den Kelchen der Bromelien. Weiterhin entsteht regelmäßig Kondenswasser auf den Oberflächen im Behältnis. Aber Zuckerwasser (und Futtertiere) muss ich natürlich extra bereitstellen. Bei den Fütterungen nahm ich dann im vergangenem Sommer 2019 war, dass die große Müllhalde, die die Tiere betrieben, zunehmend mit toten Arbeiterinnen anwuchs. Dabei hatte ich mir zum Beginn nicht viel gedacht, weil das Versterben von Tiere dazugehört. Vielleicht zentrierten sie gerade die Abfälle aus der Arena geflissentlich an einem Ort? Ich kontrollierte die Kennzeichnungen der zwei RGs (Wasser und Zucker), aber alles war vorhanden. Zwei bis drei Wochen später verschlimmerte sich die Situation und der Berg an toten Arbeiterinnen wuchs weiterhin und mir wurde klar, dass das so nicht stimmen konnte. Es musste einen anderen Grund geben. Skeptisch entnahm ich die RGs und ich bemerkte meinen Fehler. Oh man, habe ich mich geärgert! So ein blöder Fehler. Nun hat sich über die seitdem vergangene Zeit die Arbeiterinnenanzahl wieder erhöht und der Kolonie geht es prima.


    Im September 2019 habe ich dann erneut die Unterbringung der Tiere verändert. Der Grund dafür war zum einen die zunehmende Verschmutzung der Arena und zum anderen war ich unzufrieden mit dem Bodengrund aus der Neugestaltung August 2018, welcher aus Sand bestand. Durch das Sprühen der Bromelien entstand immer wieder Stauwasser am Boden und es entwickelte sich dadurch ein unangenehmer Geruch. An eine Drainage in der Unterbringung war nicht zu denken und ich musste mir eine andere Lösung einfallen lassen. Ich wollte schon länger einen Besatz an Bodenpflanzen haben und so kam ich auf die Idee das restliche Sprühwasser einfach zum Wachsen von Bodenpflanzen zu nutzen. Und durch ein Austauschen des Sandes mit regulärem Humusboden konnte ich zusätzlich eine Bodenpolizei (Springschwänze, Asseln etc.) gegen verbleibende bzw. gammelnde Futterreste einführen. Das hat auch alles gut geklappt und der unangenehme Geruch besteht seither nicht mehr.


    Dolichoderus bispinosus 72 Neue Arena 04 20190921

    Dies ist die Arena im September 2019. Oben links im Bild könnt ihr die Tiere mit einem Teil der Brut in der Bromelie (an der Arenawand) sitzen sehen.


    Dolichoderus bispinosus 71 mehrere Arbeiterinnen mit Brut 05

    In dieser Bromelie haben es sich die Tiere im September 2019 gemütlich gemacht. Dies ist nur ein Teil der Brut und die Königin ist mit dem Rest der Brut an einem tieferliegenden Ort sicher untergebracht.


    Dolichoderus bispinosus 73 Bromelie mit Materialkonstruktion 03

    Hier kann man die Materialkonstruktion, welche die Tiere für das Abschließen der Bromelienblätter erstellen, schön sehen.


    Dolichoderus bispinosus 74 Bromelie mit Materialkonstruktion 04

    Die Bromelienblätter werden als Sitzfläche für die Arbeiterinnen genutzt.


    Dolichoderus bispinosus 75 Bromelie mit Materialkonstruktion 05

    Die Materialkonstruktion dient zum Schutz der Kolonie. Hier ist einmal die Perspektive von oben zu sehen. Es ergibt sich eine schöne Kammer.


    Spannend finde ich ihre stetigen Standortwechsel bezüglich der Brutpflege. Im Herbst und Winter 2019 lagerten sie ihre Brut in den Bromelien. Erst war es eine Bromelie, dann zwei Bromelien, um dann in eine gänzlich andere Bromelie die gesamte Brut umzulagern. Seit dem Beginn des neuen Jahres 2020 hatten sie es sich unter den Ranken gemütlich gemacht. Mit einem Dach über dem Kopf konnten sie sich so auch dem Sprühwasser besser entziehen. Natürlich habe ich versucht ihnen nicht direkt auf die Brut zu sprühen und habe drumherum alles besprüht, aber ein feiner Wassernebel hat auch die Tiere zwischen den Blättern der Bromelien erreicht. Das scheinen sie nicht so gern zu mögen und es kommt dann eine Unruhe unter den Tieren auf.


    Dolichoderus bispinosus 76 Arena 01 20200318

    Dies ist die Arena im März 2020. Oben links im Bild könnt ihr die Tiere mit der Brut versteckt in den Ranken sitzen sehen.


    Dolichoderus bispinosus 77 Nest in den Ranken 01

    Hier haben sich die D. bispinosus für die Brutpflege temporär niedergelassen. Dies ist kein Teilnest, sondern die gesamte Kolonie ist dort versammelt.


    Dolichoderus bispinosus 79 Arena 02 20200407

    Dies ist die Arena Anfang April 2020. Die Tiere haben den Schutz der Ranken verlassen und sich in den Wurzelbereich der Epiphyten (entlang des Astes) zurückgezogen.


    Dolichoderus bispinosus 78 Arbeiterinnen beim Fressen 04

    Das Futter für die Tiere biete ich weiterhin am Boden an. Schaben werden gern genommen.


    Nun gehen sie ihrer Brutpflege nach, nehmen ohne Probleme Futter an und es geht ihnen augenscheinlich gut. Die Fehlbezeichnung des RGs war ärgerlich, ich hätte so eine Reduzierungsaktion nie und nimmer mit Absicht vorgenommen, aber es hat die Koloniegröße unbeabsichtigt auf ein handhabbares Niveau zurückgestuft.


    Seit zwei Wochen haben die Tiere sich eine wirklich schöne Bromelie als Residenz ausgesucht und bewohnen dort fast alle Blätter. Das ist für meine Beobachtungen super! Ich kann die Arena in den Raum stellen und mich gemütlich an den Rand setzen und den Tieren beim Pflegen der Brut zuschauen.


    Dolichoderus bispinosus 80 Nest in den Bromelien 01

    Mitte April 2020 ist dann die gesamte Kolonie in eine der größeren Bromelien gezogen.


    Dolichoderus bispinosus 81 Nest in den Bromelien 02

    Hier ist schön zu sehen, wie die gesamte Bromelie als Standort für die Brutaufzucht genutzt wird.


    Dolichoderus bispinosus 82 Arena 03 20200424

    Dies ist die Arena Mitte/Ende April 2020. Die Tiere haben eine der oberen Bromelien als Nest bezogen (vorne im Bild).


    Anmerkungen, Überlegungen und auch Kritik zum Haltungsbericht bitte hier äußern: Diskussionsthread


    Gruß, Olaf

    Vor einigen Tagen habe ich die Camponotus turkestanus Kolonie ausgegraben und war sehr erfreut über die hohe Anzahl an Larven. Die Hälfte der Bodenfläche ist belegt durch sie. Mich wundert, dass sie diese Brutmenge mit so wenig Proteinen hochziehen können.


    Camponotus turkestanus 21 Kolonie gesamt April 2020 01


    Gruß, Olaf

    Hallo Marcel,


    die Situation wird sich sicherlich wieder normalisieren und du kommst dann auch wieder an die notwendigen Teile! Und ich finde den Vorschlag von Antkönig gut. Einen Punkt wollte ich noch ansprechen und zwar den Zeitfaktor bei potenziellen Kolonien für den Besatz deines Tropenbeckens, welches ja nun wirklich nicht klein ausfällt. Falls du nicht vorhast eine bereits größere Kolonie zu erwerben, was die Wahl der Art weiterhin einschränkt, würde ich dir sogar empfehlen, dass du die Kolonie(n) vorher in kleineren Behältnissen hältst. So hast du die Kontrolle über die Entwicklung, weil du genau den Stand der Dinge bestimmen und ein Troubleshooting vornehmen kannst (nehmen sie Futter an, welches besser? kommt es zur Entwicklung von Larven, verpuppen sich die Larven etc.), bevor du sie mit einer gewissen Anzahl an Arbeiterinnen in das Tropenterrarium umziehen lässt. Viele der Urameisen-Arten, die ich halte, haben zwei Jahre für eine gewisse Volksstärke gebraucht, bevor ich sie in ein größeres Terrarium umgesetzt habe.


    Weiterhin viel Erfolg! Gruß, Olaf

    Moin Marcel,


    wie ich lese bist du mit deinem Entscheidungsprozess schon weitergekommen. Du hast dich für ein Tropenterrarium endgültig entschieden und bist mit Herrn Baumgarten da gut beraten. Er kennt sich mit tropischen Arten sehr gut aus und kann auch sicherlich bei einer Vergesellschaftung helfen. Wenn du die Odontomachus Arten optisch nicht so toll findest, dann schau doch nach Arten, die dir besser gefallen und eine Vergesellschaftung dann doch ermöglichen. Das schöne ist, dass du Zeit hast und die Planung genau vornehmen kannst. Bei den Ameisenarten merkst du schon, dass nicht immer alles zu haben ist und es sinnvoll wäre sich an den tatsächlichen Angeboten zu orientieren.


    Als Alternativvorschlag zu den Odontomachus finde ich, dass die Pseudoneoponera tridentata (ehemals Pachycondyla tridentata) eine wunderschöne Ameisenart ist. Sie ist groß und ihr Gaster ist wunderbar golden behaart (Pubeszenz). Es sind gutmütige Tiere aus Malaysia und sind vor allem sehr leicht zu halten, wenn du die Haltungsparameter halbwegs triffst. Sie benötigen unbedingt eine gewisse Feuchtigkeit (im Boden und als Luftfeutchtigkeit). Durch ihr Abwehrsekret, sie gehören zu den schäumenden Ponerinen, können sie sich anderen Ameisenarten gegenüber behaupten. Die Koloniegröße ist begrenzt und sie "überbevölkern" dir folglich nicht das Terrarium. Sie bewohnen morsches Holz am Boden, leben bei mir aber seit langem auch gern in einem Erdnest (im Bodengrund). Ab einer Koloniegröße von 60-80 Tieren sind sie auch ständig aktiv im Terrarium unterwegs (auch tagsüber). Ich konnte eine Kolonie im Herbst 2017 bekommen und es gibt sie seit dem Jahresumbruch 2019/20 zum ersten Mal wieder bei Ants Kalytta, als einzigem Anbieter. Lass dich nicht von dem optischen Auftritt des Shops irritieren. Herr Kalytta hat viele Erfahrungen mit den Tieren über die Jahre gesammelt.


    Mit einer Terrarienbreite von 80cm lässt sich schon viel anfangen, aber das musst du letztlich selber entscheiden. Solltest du Platz haben und dies ist das eine Projekt in dieser Hinsicht, welches du vorhast, dann würde ich dir eine Breite von 100cm empfehlen. Wenn du das Terrarium erst einmal bepflanzt hast und es ein wenig Zeit zum Einlaufen hatte, kannst du mit dem Besatz der P. tridentata beginnen. Zuvor würde ich sie in einem kleinen Setup halten. Wenn dies eine Zeit lang gut läuft, kannst du dir Gedanken machen mit welchen Arten du das Terrarium erweitern möchtest. Da gibt es viele Möglichkeiten (Camponotus, Polyrhachisetc.).


    Gruß, Olaf

    Hallo Melvin,


    tut mir leid! Ich habe dies in der von dir beschriebenen Weise noch nicht beobachten können. Klar, ich habe immer mal Tiere gesehen, die Probleme mit Gliedmaßen hatten, aber ich habe dies meistens auf Kämpfe untereinander zurückgeführt, eventuell als Folge von Strafmaßnahmen (z.B. Streckungen) oder Rangkämpfen, oder es für Ausfallerscheinungen von alternden Tieren (kurz vor ihrem Tod) gehalten.


    Gruß, Olaf

    Oh, da haben wir wohl gleichzeitig an einem Beitrag geschrieben... Ja, die Odontomachus sp. ist weg, aber die Größere der beiden Arten verbleibt noch im Shop.


    Vergesellschaftungen finde ich auch interessant. Die Größe des Beckens kommt auf den Besatz an. Wenn du ein größeres Terrarium gestalten möchtest, so bietet dies natürlich mehr Raum für Arten. Da gibt es hier im Forum auch einige beschriebene Zusammensetzungen. Ich habe aber auch Ameisenarten wieder trennen müssen. Kürzlichst erst eine Vergesellschaftung einer Polyrhachis schistacea und einer Meranoplus sp., beide aus Südafrika. Die Meranoplus haben die Polyrhachis einfach nicht mehr an das Futter gelassen und ich musste alles doppelt füttern. Das fand ich anstrengend und ist natürlich am doofsten für die Polyrhachis gewesen. Neu habe ich eine Cephalotes spinosus mit einer Camponotus sp. (Türschließer), beide aus Französisch Guayana, vergesellschaftet.


    Ich halte auch einige kleine Ponerine, die brauche zum Teil kaum Platz, weil sie nur sehr lokal auftreten. Möchtest du aber große Arten halten, dann ist natürlich der Platzbedarf viel größer.


    Gruß, Olaf

    Hallo Marcel,


    kein Thema, gern geschehen. Dafür gibt es ja hier das Forum. Ich freue mich, wenn Interessierte wie du vorbeischauen und mitmachen!


    Ist ja spannend, was ihr alles noch so haltet! Wenn du bereits Leute hast, die im Fall deiner/eurer Abwesenheit die Fütterung von Tieren übernehmen, so ist es eigentlich recht leicht ihnen das Füttern von deinen Ponerinen zu vermitteln. Wenn du erst einmal herausgefunden hast welche Futtertiere in welcher Größe gut angenommen werden, dann kannst du ja klar benennen "drei Pycnoscelus, 5-7mm" oder "fünf Steppengrillen, 1cm" etc.


    Ich habe eben gesehen, dass die eine Odontomachus Art bei Kalytta (von der ich gestern schrieb) bereits aus dem Angebot genommen und wohl verkauft wurde.


    Meld dich gern, wen du noch konkrete Fragen hast. Gruß, Olaf

    Hallo Marcel,


    Harpegnathos sind natürlich toll! Die Harpegnathos saltator ist eine meiner absoluten Favoriten und ich halte sie seit 2 ½ Jahren. Wenn ich nur eine Ameisenart behalten dürfte und alle anderen abgeben müsste, dann wäre es die H. saltator, die ich behalten würde. Die Art wird praktisch nicht gehandelt. Herr Baumgarten von Exotic Ants ist der einzige, der als Shop ab und zu funktionierende Kolonien mit Gamergate anbietet. Auch er hatte in der letzten Zeit keine im Angebot über seinen Shop. Der Preis ist ebenfalls stetig gestiegen und liegt nun bei rund 400€.


    Die Harpegnathos venator ist im Verhältnis zur H. saltator zwar häufiger auf dem Markt zu finden, weil sie über die Großhändler aus Südostasien gehandelt wird, ob die Fitness der Tiere da stimmt kann ich nicht beurteilen, aber ich habe da so meine Zweifel… Angebote habe ich da in den letzten Jahren hauptsächlich bei der Ameisen-Boutique gesehen. Die könntest du sicherlich mal kontaktieren. Es wurden auch in der Vergangenheit H. venator „Kolonien“ ohne Königin/Gamergate auf dem Markt verkauft (damit meine ich jetzt nicht die Ameisen-Boutique explizit, das kann ich nicht beurteilen, sondern den Markt allgemein!) und es kann eine Herausforderung sein dem Händler zu vermitteln, dass du die Tiere angemessen gehalten hast und das Ausbleiben von weiblichen Nachkommen an der gelieferten Ware liegt. Im Verhältnis wird die H. venator deutlich günstiger zu bekommen sein, als die H. saltator. Der Preis lag so bei 100€.


    Allerdings würde ich dir von einem Harpegnathos Kauf erst einmal abraten. Zum einen hattest du in deinen Eingangsbedingungen gesagt, dass die Tiere (häufiger?) mal drei Tage ohne Betreuung auskommen können müssten. Die Harpegnathos sind auf eine regelmäßige Fütterung von frischen Futtertieren absolut angewiesen. Ich füttere jeden zweiten Tag. Es kommt ganz selten mal vor, dass ich mit drei Tagen Abstand füttere und dies ist dann aus der Not geboren. Zum anderen ist der Schritt von deinen Messor zu den Harpegnathos doch immens und vielleicht wäre es angebracht, dass du dich zum Anfang auf eine leichter zu haltende Ponerine einlässt. Es wäre schade um die Tiere, falls es doch nicht gleich mit der Fütterung klappt oder du vielleicht an einer zum Scheitern verdammten Kolonie deine Bemühungen erschöpfst und deshalb einen Misserfolg erlebst. Dies ist nur meine persönliche Meinung und du musst das natürlich selber beurteilen, dass kann ich für dich nicht tun.


    Gruß, Olaf

    Moin Seikilos,


    ich stimme Antkönig zu, dass sich Odontomachus Arten zum Einstieg in die Haltung von Ponerinen gut eignen. Bei Ants Kalytta gibt es zur Zeit zwei Odontomachus Arten aus Asien im Shop (Kalytta Asien). Beide Arten haben bereits gegründet und bei Kalytta bekommst du keine Ramschware aus Asien, sondern nur qualitativ überprüfte Ameisen. Bei Best Ants gibt es eine Odontomachus troglodytes Königin (Best Ants Afrika) aus Afrika im Shop. Gegründet hat sie soweit nicht, aber ich sehe keine großen Probleme auf dich zukommen, da du ja seit einigen Jahren Erfahrungen mit Ameisen sammeln konntest. Ein wenig Ruhe, Zeit, angemesse Gründungsbedingungen und regelmäßig frisches Futter sollten eine schnelle Gründung ermöglichen und der Koloniezuwachs ist recht zügig. Bei Kalytta bin ich noch über eine Alternative zu dem Odontomachus Vorschlag von Antkönig gestoßen, nämlich eine Diacamma Kolonie mit Gamergate aus Asien.


    Gruß, Olaf

    Hallo Phil,


    wieder tolle Bilder! Und ich steh ähnlich auf dem Schlauch wie Chris. Die Lösung würdest du uns nicht so einfach machen. Der Käfer könnte natürlich Beute darstellen. Aber das wäre ja auch zu leicht. Machen sie einen großen Bogen um ihn?


    Gruß, Olaf