Leviathan IG Mitglied
  • Member since Mar 28th 2011

Posts by Leviathan

    Hallo Marcel,


    konnte feststellen, dass Pheidologeton bei regelmäßigen Futtergaben keinen Drang versprüren auszubrechen. Weiterhin scheint die Art in Hinblick auf Barrieren wie Talkum und PTFE lernfähig zu sein. Nur kurz wird durch einzelne Arbeiter die Barriere begutachtet und ausgetestet, kommt man nicht weiter wird die Barriere in der nachfolgenden Zeit unangetastet gelassen. Die Ameisen "akzeptieren" also einigermaßen den ihnen zugewiesenen Lebensraum. Wichtig ist hier jedoch regelmäßige und abwechslungsreiche Fütterung.
    Seitdem ich PTFE verwende ist sogar die regelmäßige Erneuerung der Barriere überflüssig geworden, wirklich ein Wundermittel bei einigermaßen trockenen Terrarien und ordnungsgemäßen Auftragen. Kann ich nur weiterempfehlen für Volksstarke Arten wie Pheidole/ Pheidologeton/ Messor ect.


    Gruß

    Hallo,


    das Absterben der Eier halte ich für nicht nachvollziehbar, ich hatte schon 2 mal unbegattete Pheidole pallidula Gynen bei mir, diese legten auch über Wochen hinweg einen immensen Eierhaufen, der immer nur weiter anwuchs, es tauchte jedoch nie eine Larve auf, für mich immer ein deutliches Zeichen das die Tiere unbegattet sind. Vermutlich geht die Gyne innerlich ihrem einprogrammierten Rhytmus nach und legt alle paar Tage einen Schub Eier, normalerweise würden ja auch immer wieder welche verschwinden, welche sich in Larven verwandeln würden.
    Evtl sind die von dir beschriebenen durchsichtigen Eier schlichtweg unbegattete Eier und sehen dann so aus. Evtl hast du jedoch Glück und mit einer Erhöhung der Temperatur tut sich etwas, ich vermute, dass du die Tiere aus einem Gewächshaus oder Botanischen Garten hast, wie hoch waren denn dort die Temperaturen?


    Gruß

    Hallo,


    das klingt natürlich eigentlich sehr vielversprechend, wahrscheinlich würde ich mich genauso wie du wundern, warum sich nichts entwickelt, vlt hast du Erfolg, nachdem du die Temperatur erhöht hast, ich drücke dir die Daumen.
    Jedoch genügt bei vielen Arten die Begattung durch nur ein Männchen nicht, möglicherweise sind diese nur teil-/ oder unvollständig begattet. Bei meiner früheren Kolonie Pheidologeton diversus konnte ich auch beobachten, dass sich die Männchen mit den geflügelten Gynen verpaarten, danach warfen sie ebenso die Flügel ab, Eier aus denen etwas wurde legten sie jedoch trotzdem nicht und verhielten sich wie Arbeiter und liefen auch ausserhalb des Nestes umher.


    Beste Grüße

    Hallo,


    das von dir oben beschriebene Verhalten könnte darauf hin deuten, dass keine der 10 Gynen begattet ist. Normalerweise sind in einem Zeitraum von 2 Monaten durchaus 1-2 Generationen bei der o.g. Art zu erwarten. Bei manchen stark polygynen Arten (u.a. bestimmte Pheidolen) können jedoch aus den unbegatteten Eieren Männchen schlüpfen, welche sich dann wiederrum mit den vorhandenen Gynen verpaaren können.
    Sollte sich der Zustand jedoch nicht bald ändern musst du davon ausgehen das sich in der Kolonie kein begattetes Tier aufhält und auch keine Männchen aufgezogen werden können.
    Deine Haltungsparameter scheinen zu stimmen und sollten für die schleppende, oder nicht vorhandene Entwicklung, nicht ursächlich sein.


    Gruß

    Eine ganze Zeit lang hatte ich nun das Gefühl, das der Platz für die Tiere in ausreichender Menge vorhanden war. Die Tiere nahmen immernoch gerne allerlei Leckerbissen an, Heimchen/ Mehlwürmer und andere kleine Insekten sind leider schnell überwältigt und man hat nur wenig zu sehen. Pheidologeton sind leider sehr gute Jäger und unglaublich effizient in der Überwältung und dem Abtransport von Beutetieren bis zur Größe von Wüstenheuschrecken.
    Möchte man wirklich sehen, wie sich länger andauernde Straßen bilden muss man Beispielsweise auf Hühnerknochen zurückgreifen, was in der Küche übrig bleibt ist oft gut genug.



    Der Hühnerknochen, nach wenigen Minuten, links ist ein schon stattliches Majortier zu sehen, Speichertiere werden jedoch noch größer.



    Nach erfolgter starker Alarmierung werden auch etliche Majortiere herangezogen und die Beute besetzt. Die großen Soldaten zerlegen die Beute, den abtransport übernehmen die mittleren und kleinen Arbeiter


    Mitte 2012 musste ich nun langsam feststellen, dass die Becken nun abermals erweitert werden mussten. Immer wenn ich ein Becken stärker als das andere befeuchte stellt man fest, wie die Tiere je nach Bedürfnis des Nachwuchs die Brut umschichten. Eines Nachts hatte ich das Glück durch Zufall solch eine Umschichtung fotographisch begleiten zu können. Von Vorteil war hier aufjedenfall die durchsichtige Beckenverbindung, was die Tiere zwang mir ihren Nachwuchs vorzuführen, ein Erlebnis wenn man die Tiere im Erdnest hält.

    Alles beginnt zunächst mit einer Handvoll Larven und Puppen.



    Durch die anderen Arbeiter animiert beginnen immer mehr Tiere Brut zu transportieren.



    Immer mehr schwillt die Straße an



    Bis das Rohr vollends verstopft ist


    Nachdem ich Eindrucksvoll präsentiert bekommen hatte, dass die Tiere ausreichend Brut für 3 Becken produziert hatte fertigte ich ein weiteres Becken an.


    Als ich das Becken anschloss passierte mir jedoch ein gewaltiges Missgeschick, da die Becken auf einem Regal stehen, musste ich beim anschließen die Becken leicht nach vorne ziehen. Hierbei passiert es und das Rechte der Becken fiel aus etwa einem Meter Höhe, durch mich ein wenig gebremst, auf den Boden und zersplitterte. Glücklicherweise habe ich in allen Becken viel Mangrovenholz, welches aufgeschichtet natürliche Höhlungen bildete welche hoffentlich nicht zusammengequetscht wurden. Nach dem umfüllen in das Becken baute ich aus Glasresten schnell noch ein neues Becken zusammen, damit die Tiere wenigstens doch noch ihre 3 Becken bekommen könnten.
    Die Angst, die Königin könnte in der Erde verschüttet, oder zerquetscht worden sein, blieb. Konnte ich doch nie sagen in welchem Becken sich diese aufhielt.



    Die Neue Anlage mit 3 Becken


    Nach 3-4 Wochen bangen, ob die Königin nicht verstorben war konnte ich eines Nachts abermals einen großen Bruttransport beobachten, zu meinem Glück, mit der stattlichen und kerngesunden Gyne, welche stark bedeckt von Arbeitern und beschützt von Soldaten durch die Röhre ihr Domizil wechselte.


    Ein paar weitere Bilder aus dem Alltag der Pheidologeton sp.:



    Alle verschiedenen Größenstufen bei der Nahrungsaufnahme.

    Diese Tiere sind wahre Genießer und erfreuen sich besonders am Speck von Parmaschinken.


    Bis zum nächsten Mal

    Bauanleitung Beckenverbinder


    Anbei eine kleine Bauanleitung für günstige Beckenverbinder,welche auch noch einigermaßen schick aussehen; Problemlos erweiterbar sind, sowie den Vorteil haben, sollte man an dem Becken hantieren müssen diese einfach verschließen zu können:

    Endstück:

    Zunächst besorgt man sich beim Baumarkt seines Vertrauens einen solchen, oder ähnlichen, preiswerten, Regentonnenhahn:



    Die meisten meiner Becken haben 27mm Bohrungen, der Hahn zufälligerweise auch.
    Ohne Veränderung kann man den Hahn nun als Endstück einer Rohrverbindung nutzen, möchte man das Becken abtrennen schließt man den Hahn einfach. Dies ist besonders praktisch bei Arten die in Massen die Rohre belaufen wie z.B. Messor; Pheidologeton; Pheidole oder Atta/ Acromyrmex.


    T-Stück:
    Für ein T- Stück nimmt man den Hahn nun auseinander, dies lässt sich fast komplett ohne Werkzeug durchführen:



    Nun muss nurnoch der Zapfen mit einem scharfen Messer oder einer Säge entfernt werden, die Teile wieder zusammengesteckt/ bei Bedarf geklebt/ werden, und ein neuer Zugang mit der Bohrmaschiene gefräst werden:



    Gruß

    Anbei ein aktuelles Bild der Pheidologeton sp., die Tiere haben ein Stück Speck besetzt, welches beim Frühstück übrig geblieben ist. Ein größerer Major lässt sich blicken, verliert jedoch schnell das Interesse und kehrt in den Nestbereich zurück.


    Hallo Marcel,


    Vielen Dank, leider ist es schon ein wenig her als ich da war. Die Bilder sind noch mit einer älteren Kamera gemacht und deswegen nicht ganz so gut.


    Zu meiner Reise:
    ich bin über Kuala Lumpur nach Kuching geflogen (Inlandsflug in Malaysia). Solltest du speziell nach Camponotus gigas suchen muss man die Städtischen Gebiete verlassen. Zumindest auf der Malayischen Seite von Borneo (was man von der Indonesischen wohl nicht immer sagen kann) befindet sich aber meistens in der Nähe der Urbanen Gebiete dichter Regenwald. Man muss sogar von der Hauptstadt Kuching aus nur etwa 30-40 Minuten mit dem Bus fahren um bewaldete Gebiete zu erreichen. Oft befinden sich die Hotels oder Lodges sogar an Stränden hinter denen sich dann dichter Regenwald befindet (Oft sogar mit Trampelfaden)
    Sobald man den Wald betritt kann man Camponotus gigas fast nichtmehr ausweichen, alle paar Meter trifft man auf fouragierende Arbeiter die sich in einem großen Radius um die Nestbereiche aufhalten. Meistens trifft man aber nur vereinzelte Tiere, selten auch wie ich gezeigt habe in Form von Straßen (welche zumindest temporär gebildet werden), diese liegen dann auch in der Nähe von größeren Nestteilen.


    Ein Ausgraben von etablierten Kolonien ist praktisch nicht möglich, da die Art etliche Zweignester anlegt, die weit auseinander liegen. Zumal die Ameisen äusserst wehrhaft sind. Nachdem ich mich einem Rattenloch- großen Eingang zu sehr genähert hatte strömten dutzende Tiere hervor worauf ich mich umgehend ein paar Meter entfernen musste.


    Hier wird von einem Versuch berichtet eine Kolonie für einen Zoo einzusammeln:
    http://www.notesfromundergroun…atures/rmorgan/cgigas.htm


    Königinnen sind mir bei meinem gesamten Aufenthalt und obwohl ich viele Spaziergänge durch den Regenwald gemacht hatte nicht über den weg gelaufen.


    Soweit ich weiß hat Herr Kalytta, als auch Moglie bereits eine Königin/ mit ersten Arbeitern/ gehalten.:
    http://www.ameisenforum.de/exo…mponotus-gigas-fotos.html


    Wer solch ein Tier als Präparat haben möchte kann sich hier ungepinnte Arbeiter kaufen:
    http://www.insects-more.de/oth…-Malaysia-5pcs::4318.html


    Gruß

    Anbei noch 2 Bilder der "Lasius niger" von Borneo, Camponotus gigas ist auf Borneo eine sehr häufig anzutreffende Ameise, sobald man den Regenwald betritt fallen einem die überall verstreut umherlaufenden 2-3 cm großen Arbeiter auf. Ab und zu trifft man auch einen großen Major, für mich die größte Ameise die mir bisher über den Weg gelaufen ist:



    Die Art bildet auch Straßen, hier einen Urwaldriesen entlang.


    Noch nicht voll ausgefärbter, Major von Solenopsis geminata. Es ist nicht die größte Kaste, manche Majortiere haben noch kantigere Köpfe. Die Art ist entgegen ihres Ursprungskontinents auch in Asien anzutreffen. Ich selbst habe sie in Kuching (Malaysia;Borneo) im Stadtgebiet und den dortigen Parkanlagen öfter antreffen können.



    Hallo,


    ich konnte bei meiner Pheidologeton diversus Kolonie damals feststellen, dass Geschlechtstiere etwa ab einer Koloniegröße von 5000-10000 Tieren herangezogen wurden. Das fand ich bei solch einer Koloniegröße stets sehr gewagt von den Tieren, bedeutete das doch immer eine große Ressourceninvestition. Bei mir waren das dann ca. 20 Weibchen und etwa 5-10 Männchen gewesen. In mehereren darauffolgenden Nächten rückten die Geschlechtstiere immer wieder in die Arena aus und begannen dort zu fliegen, was sich durch ein lautes Rumpeln bemerkbar machte (die Tiere flogen gegen die Abdeckung). Paarungsversuche konnte ich nicht feststellen. Jedoch befanden sich nach einiger Zeit ungeflügelte zusätzliche Gynen im Nest, begattet schienen mir diese jedoch nicht. Zumal die Tiere bei starker Alarmierung teilweise sogar mit zu den Futterstellen liefen.



    Anbei noch ein älteres Bild, als ich zeitweise ein paar der Geschlechtstiere abgesammelt hatte.


    Meine Pheidologeton sp. Kolonie (Haltungsbericht: http://www.eusozial.de/viewtopic.php?f=67&t=1635 ) welche nun auch schätzungsweise eine Koloniegröße von etwa 5000-10000 Tieren hat macht keinerlei anstalten Geschlechtstiere aufzuziehen, vermutlich handelt es sich auch um eine monogyne Art, welche erst später Geschlechtstiere aufzieht.


    Gruß

    Meranoplus sp. aus Sri Lanka; Brut mit Männchen und Arbeitern, beim Umsetzen in eine Plastikbox gesetzt. Besonders schön zu sehen die fellartige Behaarung der Tiere:

    Mitte März 2011 passierte ein großes Ünglück. Nachdem die Kolonie erfolgreich und stets immer gewachsen war machte ich ein Wochenende lang Urlaub, wie sich später herausstellte ein großer Fehler.


    Zu dieser Zeit befanden sich die Tiere noch in dem o.g. 60er Aquarium. Erwähnenswert ist, dass die Beleuchtung des Beckens nicht signifikant die Temperatur im Becken erhöhen konnte. Die Temperatur im Becken wurde also stets von der Umgebungstemperatur bestimmt.


    Als ich vom Wochenendtripp in meine Wohnung zurückkam musste ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass es mit der Zentralsteuerung der Heizung ein Problem gab. Nur die Antifrostschaltung war noch aktiv, die gesamte Wohnungstemperatur lag bei ca 10-13 C. Es mus erwähnt werden dass damals Temperaturen unter dem Gefrierpunkt herrschten und bei mir Schnee lag.


    Nachdem ich umgehend das Becken der Pheidologeton begutachtet hatte hob ich es hoch und musste zu meinem Entsetzen feststellen, dass alle Tiere, samt der Königin, bizarr verkrümmt auf dem Untergrund lagen. Kein einziges Tier bewegte sich noch, ich ging schon davon aus, dass es um die Kolonie geschehen war.


    Da ich nichts mehr zu verlieren hatte grub ich die Gyne mit einem Löffel aus und legte sie auf meine Handfläche, diese hielt ich unter meine Bürolampe. Zu meiner Überraschung und größter Freude begann das Tier sich langsam wieder zu bewegen und stellte sich sogar wieder auf die Beine.


    Sofort machte ich mich daran die Brut und die restlichen Tiere auszugraben und legte sie behutsam in einen Plastikbehälter, diesen stellt ich auf die langsam wieder zu wärmen beginnende Heizung. Nach kurzer Zeit herrschte wieder emsiges Treiben im Behälter. Es handelt sich also definitiv um eine unglaublich robuste Pheidologeton, zuvor von mir gehaltene P. diversus hätten soetwas nicht mitgemacht.


    Es wurde nun jedoch Zeit die gesamte Beckenstruktur zu überdenken und ich entschied mich für zwei kleine 30X20er Becken welche mit einem Schlauch verbunden wurden. Darüber fertigte ich einen Holzdeckel mitsamt einer stark Wärme abgebeneden Feuchtraumleuchtstoffröhre.
    So herrschen nun tagsüber bis 26/27 C, die Nachtabkühlung durch Abschlatung der Lampen wird problemlos vertragen.



    Die neuen Becken; der Schlauch ist immer mit etwa 50-100 Tieren belaufen, fast immer wird auch Brut transportiert.



    Beim Umsetzen habe ich zeitweise einen größeren Teil der Supermajortiere in einem Behälter geparkt.


    Die Becken selbst wurden sehr gut angenommen, in jedem Becken befinden sich etliche eingegrabene Mangrovenholzstücke, der gelbe Sand ist mit Bims und Ton vermischt.



    Futterversuche führten zu der Erkenntniss, dass ungekochter Milchreis nicht zu den Nahrungsmitteln gehört, welche verschmäht werden.



    Bienenbrut, hier von Drohnen, ist ein besonders guter Proteinlieferant.

    Soviel für dieses Mal

    Februar 2011, die Kolonie wächst beständig, Brut ist in allen Stadien vorhanden, es werden erste große Majortiere herangezogen. Diese fungieren zunächst als reine Repleten, ausserhalb des Nestes lassen sie sich nicht sehen.
    Futter wird nun fast alles angenommen, besonders gerne werden noch zappelnde Heimchen/Grillen und besonders Mehlwürmer und Zophobas angenommen.
    Der unkundige Zuschauer möchte meinen, dass die zu Beginn einer Fütterung an der Oberfläche patroulierenden winzigen Kundschafter und ihre Kameradinnen niemals im Stande seien die beiden letztgenannten Futtertiere, welche ja bekannter weise über einen starken Panzer verfügen, lebendig zu erlegen.
    Schnell ist man eines besseren belehrt, sobald das Futtertier den Boden erreicht hat melden die eifrigen Kundschafter und ein Schwall aus Arbeitern ergießt sich über die Beute.
    Diese versuchen nun die Mehlwürmer und Zophobas einigermaßen zu fixieren, bis größere Tiere eingetroffen sind.
    Majore werfen sich auf die Beute, bis der gesamte Körper mit Soldaten bedeckt ist.



    Ein mittleres Heimchen

    Zwei Mehlwürmer

    Nun wird begonnen die Beute zu zerlegen.
    Bis zu einer Größe von Zophobas wird die Nahrung eingetragen, größere Beute an Ort und Stelle zerlegt. Ein übertunneln der Straßen, wie bei affinis, findet nicht statt.




    Auch Hühnerknochen, von denen das Fleisch bereits entfernt wurde eignen sich hervorragend als Futter, besonders hervorzuheben ist hierbei, dass man den gesamten Abend etwas zu sehen hat, nur wenn man Pech hat vergraben sie den Knochen doch. Ein bis zwei Tage später kann man dann den hohlen Knochen, der einer Flöte ähnelt, entfernen.



    Mit den Körnern haben sie es wie meine Messor, generell werden nur wenige Körnerarten verschmäht, ob groß oder klein, hartschalig oder weichschalig, alles wird eingetragen.

    Solche Mengen trägt die Kolonie alle 3-5 Tage ein



    Gemeinsam lassen sich Körner natürlich am besten eintragen!

    Auch große Majortiere beteiligen sich beim Eintragen



    Soviel für heute

    Pheidologeton sp. aus Sri Lanka

    Herkunft:
    Sri Lanka


    Habitat:
    offene Landschaften/ Rand eines Waldgebietes, meist an Bäumen;
    mögen es warm, jedoch nicht heiß (Haltung bei mir, etwa 22-26 C) Tritt vermehrt im Hochland auf.


    Nestbau:
    Nisten meist an und in Holz, große Kolonien oft auch am Fuß eines ausgewachsenen Regenwaldriesen,


    Körperbau / Aussehen:


    Königin:

    1,5 – 1,8 cm, schlanker/ kleiner als P. diversus, Gyne hat orange/dunkelrote Beine, ist ansonsten schwarz.

    Minor:
    0,1 – 0,2 cm,.
    Der Kopf ist braun, der Thorax ist gelb, die Gaster komplett schwarz, mit einem kleinen gelben Tupfer am Ende.
    Alle Tiere haben gelb/orangene Beine.

    Media:
    0,3-0,9 cm
    Unterschiedliche Färbung, manchmal Thorax und Kopf rötlich, die Gaster komplett schwarz, mit einem kleinen gelben Tupfer am Ende.
    Manche Tiere sind komplett schwarz/braun, oder komplett schwarz.
    Alle Tiere haben gelb/orangene Beine.

    Major
    1,0-1,5 cm
    Die Meisten großen Tiere sind komplett schwarz/ braun mit gelb/orangenen Beinen.


    Minor, Media, Major:


    SuperMajor

    1,5- ??? cm, bisheriges größtes Tier etwa 1,7-1,8cm (jedoch eine Art Zwitter aus Major und Gyne, mit extrem ausgeprägtem Thorax)
    Fast alle Tiere sind schwarz, fungieren zumeist als Repleten

    "Zwitter" aus Gyne und Major



    Männchen:

    ca. 10-12mm / gelb-braune Beine/ am Thorax leicht rötlich gefärbt


    Nahrung:
    Pheidologeton ist ein absoluter Allesfresser,
    Körner; Chips; Insekten; Wurst ; Hackfleisch ect.

    Haltungsbericht:


    Im Juni 2010 bekam ich durch glückliche Umstände von Fred eine Königin der o.g. Art, welche gerade frisch gegründet hatte. Die Gründung fand in Deutschland statt und die Königin bekam ich mit etwa 60 zierlichen Pygmäen und ebenso viel Brut, Media- oder gar Majortiere waren nicht vorhanden.
    Sie wurden in ein vorbereitetes 30X60 cm Aquarium gesetzt, welches mit einem gelbem/Lehm-Sandgemisch etwa 10cm hoch befüllt war.
    Weiterhin grub ich einen ausgehölten Strunk eines Obstbaums in den Bodengrund mit ein.
    Innerhalb einer Nacht zog die gesamte Kleinkolonie an den eingegrabenen Strunk und buddelte sich dort ein.
    Zu Anfang wurden nur kleine Heimchen, sowie besonders gerne Fruchtfliegen, beides tot, angenommen.
    Trotz der kaum vorhandenen Größe der Kolonie rückte stets ein Trupp von 15-30 Pygmäen aus um die Nahrung einzutragen.
    Körner wurden in diesem Zeitraum nicht angenommen.



    In kurzer Zeit wurde nun neue Brut aufgezogen und schon Ende Juni 2010 war der erste winzige Media vorhanden, der bei den meisten Fütterungen stets zugegen war um das Futter in transportgerechte Stücke zu zerteilen.



    Gegen Dezember 2010 war die Anfangs kleine Gruppe von 60 Pygmäen samt Gyne zu einer kleinen stabilen Kolonie herangewachsen und die Grabtätigkeit der Kolonie stieg stark an, dies veranlasste mich dazu, einmal das Becken von unten zu betrachten, mit viel Glück gewährten mir die Tiere auch Einblick in ihr Nest. Zwischenzeitlich hatten sie eine Marmeladendeckel große Kammer gegraben und diese mit Brut gefüllt, auf dem angehängten Bild ist rechts auch die Gyne zu erkennen.
    Große Major- oder Mediatiere wurden bis jetzt noch nicht aufgezogen, generell sparten sie mit Majortieren.



    In den kommenden Wochen werde ich den Haltungsbericht vervollständigen, soviel für heute.


    Hier stehe ich gerne für Fragen bereit: Diskussionsthread Pheidologeton sp. aus Sri Lanka Fragen/ Diskussion