Phil Administrator
  • Member since Jan 13th 2010

Posts by Phil

    Antbaron Bitte unterlasse es, den Thread mit kontextlosen Nachrichten an Discord-Mitglieder zu füllen. Dafür ist unser Forum nicht da.


    Die Diskussion um fehlerhafte Informationen in der Haltung scheint hier ohnehin vom ursprünglichen Anliegen abzudriften. Niemand hat dich aus dem Chat geworfen weil du Fehler korrigierst und anderen hilfst, sondern weil du dich nicht an die Benimmregeln gehalten hast.


    Es ist jetzt hier zu.


    Grüße, Phil

    Wenn wir alle Überwinterungverhalten in die oben genannten Kategorien einteilen, dann beschreibt Winterruhe das Verhalten eben deutlich besser als Winterstarre oder Winterschlaf. Das Korrekturverhalten in Foren kommt daher, dass es der Winterschlaf-Begriff von Neulingen angewandt wird, die noch keine oder wenig Vorstellung davon haben, wie Ameisen tatsächlich den Winter übersteht. Sie nutzen Winterschlaf, weil sie das schon mal in der Schule gehört haben. Dadurch, dass man darauf hinweist, dass es noch andere Begriffe dafür gibt die das Verhalten besser beschreiben, wurden sie sozusagen etwas darüber aufgeklärt.


    Grüße, Phil

    Ich kann Merkurs Kommentar im AP nur beipflichten. Die Begriffe haben sicher ihren Ursprung in der Beschreibung von Säugetierverhalten, aber es gibt keinen guten Grund, dass man die Begriffe fest nur auf eine Tiergruppe anwendet.

    Dass solche Begriffe eine klare wissenschaftliche Definition besitzen ist eigentlich nur die halbe Wahrheit. 'Wissenschaft' ist kein in Stein gemeißeltes Buch und die Anwendung und Definitionen können sehr unterschiedlich aufgefasst werden und in sehr langen Debatten ausarten, siehe z.B. Art Definitionen. Funfact: Selbst Seifert hat eine eigene Artdefinition deklariert.

    Wichtig ist, dass die Leute einander verstehen. Für die Ameisenhaltung ist Winterruhe kein schlechter Begriff, da er gut veranschaulicht was vor sich geht und intuitiv verständlich ist. Gerne darf aber auch jeder 'Diapause' oder 'Winterpause' oder 'Hibernation' sagen.


    Grüße, Phil

    Tetramorium cf. caespitum bringen ihre Geschlechtstier-Larven in Sicherheit. Wenn man genau hinschaut, kann man neben den kleinen weißen Fettkörperchen auch die Spiegellung vom Ameisenfuß auf der Larvenoberfläche erkennen


    Tetramorium Larve

    Hallo zusammen,

    Mathias hat hier schon sehr schön erklärt, was der Zweck der Zusammenarbeit mit dem Discord soll und wir werden auch sicher dabei bleiben.

    Zum Thema Fehlinformationen zwei Gedankenstränge.


    Ameisenhaltung ist keine Wissenschaft, und hat auch nicht den Anspruch eine zu sein. Ameisenhaltung ist eine angewandte Form von Wissen, dass auf vielen verschiedenen individuellen Erfahrungen beruht. Und diese können sehr voneinander abweichen. Einer gibt nur Zuckerwasser, ein anderer nur Honig; für die Ameisen macht es keinen großen Unterschied. Es gibt keinen richtigen Weg, den man unbedingt einschlagen muss, das ist auch das Schöne an der Ameisenhaltung. Die Menschen hier nutzen Chat und Forum, um sich miteinander auszutauschen und Freundschaften zu schließen, nicht um Gegenseitig ihre Rechtschreibfehler zu korrigieren. Es ist keine Religion, es gibt keine Anführer, die zeigen wo es lang geht. Selbstverständlich gibt es objektive Falschaussagen oder Fehlverhalten, und da kann man gezielt freundlich im Sinne der Gemeinschaft einlenken.


    Denn Kritik darf und soll man natürlich äußern, und wenn sie produktiv ist, ist sie sicher überall gerne willkommen. Es spielt aber eine wichtige Rolle, wie man diese Kritik ausübt. Es ist klar, dass es um die Information gehen soll, und nicht die Person selbst. Ich finde es daher etwas problematisch, wenn Screenshots geteilt werden bei denen die Leute und ihre Fehler öffentlich präsentiert werden. Ein Chat ist kein Forum, und hat eine deutlich kurzlebigere Kommunikationszeit, da darf man keine Perfektion erwarten. Umso wichtiger ist daher, darauf zu achten die Kritik neutral und den Umständen entsprechend anzupassen.


    Grüße, Phil

    Das ist wieder eine typische Seifert-Arbeit, mit extrem vielen morphologischen Messungen (oder wie es Seifert nennt, sein selbst entwickeltes NUMOBAT) und ohne molekularen Analysen, die gerade bei dieser Gruppe sicher hilfreich gewesen wären. Spannend sind die zahlreichen Hybridisierungen die zwischen den Waldameisenarten vorkommen. Für die meisten Europäischen Arten ändert sich nichts, nur in der Schweiz in einem Tal vorkommende Population hat Seifert hier als eine neue Art beschrieben, Formica helvetica.

    Donat Agosti hat bereits auf twitter kritisiert, dass weder der ursprüngliche Sammler genannt wurde, noch ein Paratypus in einem Schweizer Museum hinterlegt wurde (hier)


    EDIT: Ich habe Agosti's Statement falsch verstanden. Der ursprüngliche Sammler (Bernasconi) ist von Seifert angegeben, er kritisiert jedoch, dass dieser ihn nicht als Co-Autor auf die Beschreibung gesetzt. Bernasconi hat verschiedene Studien gemacht, auch genetische, welche die Besonderheit dieser Population zeigen. Ich weiß allerdings nicht, ob Seifert ihn gefragt hatte und dieser es abgelehnt hat (in dem Fall wäre es OK).


    Grüße, Phil

    Hi Wachtel-Baron,


    vielen Dank! Ich versuche immer das Beste herauszuholen. Ich würde dir aber widersprechen, dass es nicht noch besser geht: Es geht immer etwas besser. Ich mache nun schon seit einigen Jahren Ameisenbildern, und fast jedes Jahr wenn ich auf meine alten Bilder zurückschaue denke ich mir, dass sie sich doch immer noch weiter verbessert haben. Es gibt auch einige andere Ameisenfotografen die deutlich bessere Bilder machen als ich (z.B., Alex Wild).


    >Wie teuer ist das Kamera-Set? *hust*

    Es ist tatsächlich in der mittleren/günstigen Preisklasse angelegt (ca 1000€). Die meisten der Bilder habe ich mit einer 460€ Panasonic GX80 mit Laowa 60 mm Linse für etwa 500€ und einen 60€ Blitz.

    Zum Vergleich, nur das Kamera-Objektiv von Alex Wild (Canon MPE) kostet über 1000€.


    >Ist es eine tote Königin oder hat diese erfolgreich gegründet?
    Ja, die Königin auf dem Bild ist tot - es schafft leider nicht jede die Gründung.


    >Ungefähre Idee welche Sorten es sein könnten?

    Keine Ahnung! Mit Samen kenne ich mich nicht aus


    Grüße, Phil

    Hallo,

    ein ganz kleines Update hier. Ich habe etwas Feedback (via iNaturalist) von dem Experten Rumsaïs Blatrix bekommen. Die Temnothorax aus der angustulus -Artgruppe ist T. continentalis, welche tatsächlich erst vor wenigen Jahren (2017) beschrieben wurde. Ein spannender Fund :)

    Die kleine Ameise, die ich zunächst für eine Cardiocondyla hielt, war tatsächlich Monomorium monomorium, eine der ganz wenigen einheimischen Monomorium im Mittelmeerraum.


    Grüße, Phil

    Seit der bahnbrechenden Phylogenie und Überarbeitung der Schuppenameisen (Formicinae) von Ward et al (2014) ist die Gattung Colobopsis eigenständig von Camponotus getrennt. Colobopsis sind bekannt dafür Stöpselköpfe zu besitzen, allerdings haben diese sich unabhängig auch bei Camponotus entwickelt. Tatsächlich ist die Unterscheidung von Camponotus und Colobopsis überhaupt nicht einfach, da nicht nur die Stöpselköpfe sich mehrfach bei beiden Gattungen entwickelt haben, sondern auch eine ganze Vielzahl an anderen morphologischen Charakteren.

    Nun haben Boudinot & Ward erkannt, dass ein paar Arten, von denen man dachte, dass es sich um Camponotus handelt, tatsächlich Colobopsis sind. Und umgekehrt wurden auch ein paar Colobopsis zu Camponotus zugeordnet! Schön, dass man hier etwas 'aufräumt', und die Bilder unten zeigen, weshalb es zu diesen früheren Fehleinschätzungen kam. Beide Autoren geben sic größte Mühe, die Unterscheidung zu erleichtern, und zeigen auch unter anderen an Männchengenitalien die klaren Unterschiede dieser zwei Linien auf.


    Hier mal eine Beispielhafte Übersicht aus dem Paper:

    Camponotus vs. Colobopsis

    A: Camponotus ulcerosus

    B: Colobopsis obliqua

    C: Camponotus claviscapus

    D: Colobopsis markli

    E: Camponotus heathi
    F: Colobopsis dentata

    G: Camponotus helleri

    H: Colobopsis schmeltzi


    Schon sehr faszinierend, die homologe Evolution dieser Baumbewohner!

    Zur Arbeit:

    Boudinot & Ward 2021: Grappling with homoplasy: taxonomic refinements and reassignments in the ant genera Camponotus and Colobopsis (Hymenoptera: Formicidae) https://antcat.org/references/143856



    Grüße, Phil

    Hallo Teleutotje,


    das ist eine beeindruckende Liste an Arbeiten die du zusammengetragen hast. Man merkt, dass dir das Thema sehr nahe liegt und du alles verschlingst, was du an Informationen über arbeiterinnenlose Sozialparasiten zusammen bekommst.

    Ich finde den Thread aber leider etwas unübersichtlich; vielleicht wäre es wert, das Material auf einer Homepage zu präsentieren, die man sehr leicht updaten kann. Oder vielleicht kann auch ein Moderator im Ameisenportal deinen ersten Post kontinuierlich deine Liste von den Publikationen updaten, wenn du eine neue Arbeit findest und sie integrieren willst?


    Grüße, Phil

    Hallo liebes Forum.


    Leider bringe ich keine guten Neuigkeiten. Ein langjähriges Mitglied hier im Forum und der IG, Markus Kollmann alias swagman, ist viel zu jung verstorben. Ich bin sehr traurig über den Verlust, auch wenn ich leider nie die Gelegenheit hatte ihn persönlich kennen zu lernen. Viele der "älteren" User hier kannten ihn sicherlich noch aus dem Ameisenforum, wo er über Jahre hinweg einer der wohl fleißigsten Haltungsbericht-Schreiber war, und damals mich und viele, viele andere inspiriert hat. Ich weiß nur wenig über sein persönliches Leben, aber ein gemeinsames Hobby vereint, vor allem wenn man so viele Erfahrungen von jemanden gelesen hat, und sich über Jahre hinweg zwar nicht häufig, aber doch regelmäßig ausgetauscht hat.

    Swagman schrieb im Ameisenforum seit dem Jahr 2006, das ist inzwischen unglaubliche 15 Jahre her. Er war allen Mitgliedern dort als positive, immer aufmunternde und stets sehr hilfreiche Person bekannt, und das kann man auch heute noch an den über 2000 Beiträgen im Ameisenforum nachvollziehen. Ich kann jedem nur empfehlen, in den alten Berichten zu lesen, auch wenn inzwischen die Bilder zu einem Großteil dort nicht mehr verfügbar sind. Er war ein großer und absolut fundamentaler Grundstein der deutschen Ameisenhaltungs-Szene.

    Vor allem brachte er einem sehr breiten Publikum die Haltung von unzähligen australischen Ameisenarten näher, oft gewürzt mit seinen eigenen Freilandbeobachtungen. Seine Faszination und Führsorge zu den kleinen, oder manchmal recht großen Krabblern kann man jedem seiner Berichte entnehmen. Swagmans Terrarien sahen stets fantastisch aus, und er schrieb mit einer Ausdauer, der bis heute kaum jemand ebenbürtig ist.

    Aus mir unbekannten Gründen hörte er im Jahre 2014 fast komplett mit der Ameisenhaltung auf. Doch schon bald beglückte er uns mit einem großartigen Haltungsbericht, der tatsächlich erst vergangenen Dezember geupdated wurde: Myrmecia mandibularis - Haltungsbericht


    Ich möchte auch unbedingt auf seine Homepage verweisen, auf der sich einige Bilder und Berichte seiner Lieblinge, den Myrmecia, wiederfinden: http://www.australian-ants.info/Website/Home.html


    Absolut großartig und unvergessen ist auch sein ausführlicher Reisebericht nach Australien im Ameisenforum aus 2010: https://ameisenforum.de/topic38219.html

    Sowie sein Haltungsbericht über Myrmecia, welcher ganze 6 Jahre lang geführt wurde bis zum Tod der Königin: https://ameisenforum.de/topic38219.html

    Wenn ihr die Links der Bilder manuell kopiert, sind sie manchmal noch zu sehen.


    Vielleicht möchtet ihr hier in dem Thread noch die ein oder andere Anekdote zu swagman beschreiben, seid willkommen. Mein Beileid geht an seine Familie und Freunde. Wir werden ihn hier vermissen.


    Viele Grüße, Phil

    Jetzt im Frühjahr sind noch kaum Ameisen unterwegs, aber dafür kann man andere spannende Insekten in der Laubstreu finden, denen das Wetter nichts auszumachen scheint. Am Samstag bin ich auf diesen tollen Springschwanz gestoßen, der mir sofort wegen seines lustigen Aussehens und intensiven Färbung aufgefallen ist.

    Ich vermute es handelt sich um eine Art aus der Gattung Bilobella, möglicherweise B. braunarae?

    Springschwanz (Bilobella)


    Grüße, Phil

    EIne der absolut coolesten Studien über Schnappkieferameisen wurde gerade veröffentlicht. Darin untersuchen Doug Booher und Kollegen die Evolution von Schnappkiefermandibeln ausschließlich in der Gattung Strumigenys. Strumigenys sind unglaublich artenreich (>900 beschriebene Arten), und haben eine verblüffende Vielfalt an Formen und Verhaltensweisen hervorgebracht. Tatsächlich ist die Formenvielfalt so gigantisch, dass man sie früher in zahlreiche andere Gattungen untergebracht hat (ganze 28! Synonyme, z.B. Pyramica, Smithistruma ... etc), die dann erst später durch monumentale Arbeiten von Barry Bolton und später auch genetischen Arbeiten zusammengefügt wurden. Man hat erkannt, dass diese alle nah miteinander verwandt sind, und die Morphologie von Mandibeln (z.B. Schnappkiefer vs. ohne Schnappkiefer) absolut keinen Rückschluss auf größere Verwandtschaftsbeziehungen gibt

    Bei den vorigen molekulargenetischen Untersuchungen wurde klar, dass sich Schnappkiefer tatsächlich mehrfach unabhängig in Strumigenys entwickelt haben. Aber wie oft? Und wieso ausgerechnet bei Strumigenys? Genau hier kommt die neue Studie ins Spiel!

    Die Forscher haben eine unglaubliche Anzahl an Strumigenys Arten vermessen und micro-CT Scans gemacht, und zwar von Vertretern von praktisch allen Artgruppen (über 100), sodass die gesamte Diversität von Strumigenys erfasst wurde. Sie haben festgestellt, dass bei allen Strumigenys die Evolution der Mundwerkzeuge gleich verlief, und zwar über eine Anfang geringfügig erscheinende Modifikationen des Labrums (Oberlippe) und des Mandibelansatzes. Hierbei wird das Labrum zwischen Fortsätze der Mandibelbasis geklemmt, dann wird Spannung aufgebaut, und das Labrum zurückgezogen und die Mandibeln schnappen zu. Bei einigen Strumigenys ist dieser Schnappmechanismus noch ganz am "Anfang", wobei die Mandibeln kaum geöffnet sind vor dem Zuschnappen. Bei anderen ist das System so weit modifiziert, dass der Öffnungswinkel der Mandibeln auf über 180° gespannt werden. Bei ein paar Arten hat sich der große Öffnungswinkel auch wieder zu einem kleineren Öffnungswinkel zurückgebildet. Ingesamt erfolgte die Evolution der Schnappkiefer mindestens 7 (!) Mal unabhängig voneinander bei Strumgienys.

    Die Arbeit ist voll mit fantastischen Videos, inklusive echter Videoaufnahmen und animierten Zeichnungen, die sehr gut die Evolution darstellen!

    https://journals.plos.org/plos…1371/journal.pbio.3001031


    Grüße, Phil

    Hey Frank, sehr schade, dass dir nun doch noch weitere Königinnen gestorben sind. Ich drücke die Daumen, dass es mit der einzelnen Polistes klappt! Das Nest mit Brut hört sich schon hoffnungstragend an.


    Grüße, Phil