Phil Administrator
  • Member since Jan 13th 2010

Posts by Phil

    Ein langes, aber trotzdem noch attraktives Gesicht von Camponotus cf. melanoticus aus Brazilien (Belo Horizonte). Es wirkt etwas unrasiert :D

    Camponotus cf. melanoticus


    Grüße, Phil

    Eine hübsche Procryptocerus aus Chiapas, Mexiko. Ich sah sie einen Baumstamm empor rennen, und sie trug dabei bereits das Ei umher. Ich vermute es stammt von ihrer Kolonie, ich weiß es aber nicht sicher. Procryptocerus sind unaufällige Baumbewohner mit tollen, großen Augen und flinken Charakter.


    Procryptocerus


    Grüße, Phil

    Pogonomyrmex barbatus sind beeindruckende und hübsche Tiere, die wir häufig direkt neben der gewaltigen Ruinen von Teotihuacán angetroffen haben. Man kann den Tieren bereits ansehen, dass sie hier in einer sehr trocknen, wüstenhaften Gegend leben. Sicher sind sie auch schon vor rund 1800 Jahren genauso wie heute herumgewuselt, als die Teotihuacáner ihre berühmten Pyramiden dort errichteten.


    Pogonomyrmex  barbartus


    Teotihuacán


    Grüße, Phil

    Hallo kuemmerz,


    klar, man kann natürlich mal probieren da etwas reinzusetzen. Es gibt echt tolle tropische Temnothorax Arten, aber an die muss man erstmal rankommen... Vielleicht findest du eine andere Art, die gut mit wenig Platz auskommt - ich denke an Strumigenys, oder vielleicht eine Cyphomyrmex ... ?


    Grüße, Phil

    Hallo Frank,


    danke für das Schildern deiner positiven Erfahrung mit diesen mir unbekannten Shop! Gehe ich richtig davon aus, dass es sich um eine Formica gagates handelt? :)


    Grüße, Phil

    Hey Chris,


    ja, die müssen sicher eine Weile stillhalten damit dort etwas auf dem Kopf wächst. Aber Mooswachstum geht dort sicher vergleichsweise schnell, vor allem an so einer Stelle (höher gelegener Sumpfregenwald).

    Die Kopfstruktur ist weniger gefurcht sondern mehr "filzartig" ausgebaut. Nach etwas Recherche glaube ich nun, dass es sich um Cephalotes porrasi handelt (ganz sicher zumindest um eine Art aus der C. pallens-Gruppe). Es gibt eine fantastische wissenschaftliche Arbeit von Wheeler & Hölldobler (1985) über genau diese Art. Mittels Rasterelektronen-Mikroskopie konnten sich die Forscher sich den Kopf genau anschauen, und die fadenartigen Strukturen werden von speziellen Drüsen auf dem Kopf produziert (hier!). Das ist schon sehr spannend. Anscheinend gibt es aber sonst kaum Beobachtungen über externe organische Materie die an den Köpfen anhaftet, wie das z.B. bei Bascieros und anderen kleineren bodenbewohnenden Ameisen der Fall ist.

    Die Beobachtung hier ist also eine ganz spannende Ergänzung zu der damaligen wissenschaftlichen Arbeit. Ich vermute, dass es nur in speziellen Fällen (wie eben in diesen Sumpfwäldern) tatsächlich zu Mooswachstum kommt, und es eher eine Ausnahme darstellt. Die Art hat ein sehr weites Verbreitungsgebiet, aber es ist anscheinend noch nie jemanden vorher aufgefallen, dass dort Moos wachsen kann (oder wurde zumindest noch nicht in irgendeiner Form publiziert).

    Anbei noch ein Bild eines "unbewachsenen" Soldaten nebst einer Minorarbeiterin.


    Cephalotes cf. porrasi


    Grüße, Phil

    Hey,


    ich wollte hier nur kurz über eine absolut coole Beobachtung berichten, die ich letzte Woche in Mexiko (Chiapas, Reservat Nahá) gemacht habe. In einem Sumpfwald habe ich in einem toten Ast eine Kolonie Cephalotes beobachtet, und an deren Nesteingang saß wie üblich ein Major Tier und hat mit seinen Kopf den Eingang blockiert. Die Struktur des Kopfes war dabei absolut perfekt getarnt, hätte ich nicht eine Arbeiterin darin verschwinden sehen hätte ich den Eingang übersehen. Nach genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass tatsächlich Moos und Flechten auf dem Kopf wuchsen und so zur großartigen Tarnung beitrugen. Die Soldaten im Nest, die nicht als Türblockierer arbeiteten, hatten dieses Wachstum nicht.

    Die Art habe ich bisher noch nicht bestimmt.

    Cephalotes


    Cephalotes



    Grüße, Phil

    Hey Myrmecia,


    ich habe keine Haltungserfahrungen zu beiden Arten, aber sie sind relativ leicht zu unterscheiden. Bei N. villosa ist der nach vorne zeigende Rand des Petiolus eher gerade, bei N. inversa dagegen ausgeprägt konkav.
    Hier habe ich das mal markiert:


    N. villosa:
    Neoponera villosa


    N. inversa:


    Neoponera inversa


    (Bilder von antweb)


    Ich wünsche viel Erfolg bei der Haltung!


    Grüße, Phil

    Dolichoderus shattucki, eine wirklich außergewöhnliche Ameise aus Ecuador. Ich wünsche allen eine schöne Weihnachtsziet & einen guten Rutsch!


    Dolichoderus shattucki


    Grüße, Phil

    Das ist super: Jack Longino hat in seinem eigenen Garten in Utah eine neue Strumigenys Art entdeckt und beschrieben. Daraus wurde dann sogar ein kleiner Fernsehbericht gemacht: https://ksltv.com/425563/ant-e…utah-species-in-backyard/
    Jack ist einer der weltweit bekanntesten (und coolesten!) Myrmekologen, und z.B. Hauptverantwortlicher für die immense Artenliste von Costa Rica (beinahe 1000 Arten), die alle anderen amerikanischen Länder in den Schatten stellt ;)


    Grüße, Phil

    Weitere gute Neuigkeiten: Zumindest die Motten in Großbritannien sind nicht vom plötzlichen Biomasse-Einbruch betroffen, zeigt eine brandneue Studie. Der Aufnahmezeitraum der Daten erstreckt sich von den 1960ern bis heute, und es wurden nur Daten von Lichtfallen verwendet die mindestens 30 Jahre lang am selben Standort in Betrieb waren.
    Auch wenn es einen ca. 10% -igen Rückgang der Biomasse seit den 80ern gibt, ist die Biomasse heute sogar etwas höher als in den 60ern. Es zeigt sich, dass die Populationen sehr stark schwanken, sowohl in Betracht des Gesamtzeitraumes als auch innerhalb einer Dekade, was die Interpretation erschwert: Wenn sich eine Studie z.B. nur 10 Jahre anschaut, wird sich aus der Datenlage keine Rückschlüsse ziehen lassen.


    Interessant ist vor allem, dass die Variationen der Biomasse weder Temperatur noch Niederschlag folgen - auch scheint die intensivierte Landwirtschaft kein Haupttreiber dahinter zu sein.


    Presse: https://phys.org/news/2019-11-…ce-insect-armageddon.html
    Paper: s41559-019-1028-6

    Noch ein paar weitere, sehr spannende Erkenntnisse aus der Studie:


    Die Untersuchungsflächen sind ausschließlich Wald oder Grassland (d.h. Kuhweiden, Schafweiden etc.). Diese sind variabel in ihrer Landnutzungsintensität (z.B. wie oft pro Jahr gemäht wird), aber grundsätzlich werden keine Pestizide auf solchen Flächen angewandt (im Gegensatz zu Ackerflächen, die nicht Teil der Studie waren). Eine intensiv genutzte Fläche hat logischer Weise eine geringe Artenzahl und Abundanz als eine extensiv genutzte. ABER: Die Landnutzungintensität hat keine Auswirkungen auf die Rate des Insektenverlusts über die Jahre, d.h. sowohl in einer öko-landwirtschaftlich genutzten als auch in intensiv beweideten Flächen gingen die Artenzahlen - und Häufigkeiten herunter!


    Weiterhin:
    -sowohl häufige als auch seltene Arten nahmen in ihrer Häufigkeit im Grassland ab. In Wäldern wurden seltene Arten immer seltener, aber häufige Arten immer häufig (insbesondere auch invasive Arten)


    -Orte mit höher Baumsterberate haben weniger Artverlust. Totholz ist ein wichtiger Lebensraum für viele Insekten, und nicht genug in der deutschen Forstwirtschaft vorhanden


    -Die Umgebung ("Matrix") hat Auswirkungen auf das Grassland, aber nicht im Wald: Je mehr landwirtschaftlich genutzte Fläche um eine Untersuchungsfläche herum war, umso geringer waren die Artenzahlen und Häufigkeiten. Ob der Effekt durch Pestizideinsatz oder andere Faktoren ausgelöst wurde, ist nicht bekannt.


    Alle Indizien deuten darauf hin: Insekten in Deutschland werden deutlich weniger, und zwar egal ob in Naturschutzgebieten (Krefelder Studie von 2016), intensiv/extensiv genutzen Grassflächen oder intensiv/extensiv genutzen Wäldern. Es gibt auch keine Hinweise darauf dass der Klimawandel eine bedeutende Rolle spielt. Die im älteren Post erwähnte Aussterbeschuld (Eine stille Katastrophe.) halte ich persönlich immer noch für die beste Erklärung, auch wenn schwer zu verstehen ist wieso die Effekte der Landnutzungsänderung, die ca. in den 70ern ihren Höhepunkt hatte, jetzt immer noch ihre starken Auswirkungen zeigt.


    Grüße, Phil

    Es gibt eine neue Langzeitstudie, welche den groben Trend von etwa 70%igen Insektenabundanzverlust in Deutschland bestätigt. Die Studie kommt aus den Biodiversitätsexploratorien, ein großes, deutschlandweites Kooperationsprojekt, bei dem auch u.a. mein derzeitiger Prof mitgearbeitet hat. Die Methodik & Zahlen sind hier robust und eindeutig, und sind über einen Zeitraum von 2008-2017 gesammelt worden, auf ingesamt 290 (!) Gras- und Waldflächen in Deutschland.
    Hier eine Pressemitteilung: https://www.nature.com/articles/d41586-019-03241-9
    Zur Studie: https://www.nature.com/articles/s41586-019-1684-3


    Sogar in der Tagesschau wurde auch gestern darüber berichtet:


    https://www.youtube.com/watch?v=90WtLulMLl0&t=620s


    Ein trauriger Trend! Diese Zahlen sind wirklich enorm, und man mag sich kaum ausdenken was jetzt passieren wird...


    Grüße, Phil

    Die mit Abstand schönste Camponotus Art aus meiner Ecuador Sammlung. Ich habe sie nur ein einziges Mal, und auch nur dieses eine Exemplar, gefunden (und das bei einem Feldaufenthalt von insgesamt 6 Monaten)
    Ich vermute, dass es sich um Camponotus urichi handelt.


    Camponotus cf. urichi

    Atta laevigata
    Portrait einer Soldatin von Atta laevigata (Minas Gerais, BR). Ihr rechtes Auge ist schon abgestorben, sie hat wohl schon so einiges in ihrem Leben durchgemacht.

    Eine der Ameisen, die ich schon immer mal sehen wollte, sind die Arten der Gattung Heteroponera. Und beim heutigen Ausflug in den atlantischen Wald bei Florianópolis (Santa Catarina, Brazilien) ist es uns tatsächlich geglückt, diese wunderhübschen Hetereoponera dolo zu beobachten!
    Heteroponera dolo


    Grüße, Phil